Spiritualität - Zentrale Themen
“Die Wahrheit lässt sich nur erfahren. Man kann sie nicht beschreiben, und man kann sie nicht erklären. Ich kann dir die Bedingungen der Wahrheit zu Bewusstsein bringen, die Erfahrung aber ist von GOTT. Gemeinsam können wir ihre Bedingungen erfüllen, die Wahrheit aber wird von selbst in dir heraufdämmern.”(EKIW: Kapitel 8, VI. 9. 8.-11.)
“Die Einführung der Vernunft in das Gedankensystem des Ego ist der Anfang von dessen Aufhebung, denn die Vernunft und das Ego widersprechen einander. Auch können sie in deinem Bewusstsein nicht nebeneinander existieren. Denn die Vernunft zielt darauf ab, klar und deshalb offensichtlich zu machen.”
(EKIW: Kapitel 22, III. 1. 1.-3.)
“Dies ist ein Kurs in Wundern. Demzufolge müssen die Gesetze der Heilung zuerst verstanden werden, bevor das Ziel des Kurses erreicht werden kann.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 1. 1.-2.)
Spiritualität
Spiritualität (von lateinisch spiritus ,Geist, Hauch‘) ist die Suche, die Hinwendung, die unmittelbare Anschauung oder Erfahrung einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren transzendenten Wirklichkeit.Der Weg des geistigen Übens mit dem Ziel der Vereinigung mit einer höheren Wirklichkeit (Gott, Transzendenz) ist ein Aspekt von Spiritualität. Spiritualität verbindet alle Religionen und spirituellen Richtungen miteinander. Spiritualität heißt Ausrichtung des Lebens auf die Erfahrung einer höheren Wirklichkeit. Spiritualität heißt, nach einem höheren Sinn zu streben und sein Leben nach diesem höheren Sinn auszurichten.
Alle wahrhaft spirituellen Wege verweisen im Kern - abseits aller doppeldeutigen Schöpfungsmythen - mit unterschiedlichen Worten auf ein und dieselbe Wahrheit jenseits der Worte. Es geht um die Berichtigung der falschen, egoischen Wahrnehmung und diese Berichtigung ist wahre Wahrnehmung. Sie wird nicht von Dauer sein. Doch für die Zeit, die sie andauert, kommt sie, um zu heilen. Wahre Wahrnehmung ist ein Heilmittel mit vielen Namen. Vergebung, Erlösung, Sühne, Versöhnung, wahre Wahrnehmung - sie sind alle eins. Und dies ist die einzige Funktion, die wir hier haben. Sie ist der eine Anfang mit dem Ziel und Ende, zum EINSSEIN weit jenseits ihrer selbst zu führen.
Auferstehung, Wiedererwachen, vollständige Erleuchtung, Samadhi sind Begriffe, mit denen dasselbe gemeint ist. Es ist der vollständige Triumph des wahren SELBST über das Ego, nicht durch Angriff, sondern durch Transzendenz. Es ist die Einladung an GOTT, SEINEN letzten Schritt zu tun, indem ER uns zu SICH emporhebt. Jener Augenblick ist unser Ziel, denn er enthält die Erinnerung an GOTT.
“Des Lehrers ungeachtet, den du wählst, ist das Ziel des Lehrplans: »Erkenne dich selbst.«”
(EKIW: Kapitel 8, III. 5. 1.)
(EKIW: Kapitel 8, III. 5. 1.)
Samadhi Film, Teil 1 – "Maya, die Illusion des Selbst"
Samadhi Film, Teil 2 – "Es ist nicht, was du denkst"
Samadhi Film, Teil 2 – "Es ist nicht, was du denkst"
Alle wahrhaft spirituellen Lehrer weisen mit unterschiedlichen Symbolen und Konzepten auf die eine Wahrheit jenseits der Worte hin, wie Machiventa Melchizedek, Lao-Tse, Siddhartha Gautama, Jesus, Adi Shankara, Dschalal ad-Din Muhammad Rumi, Meister Eckhart, Ann Lee, Mary Baker Eddy, Ramana Maharshi, Paramahansa Yogananda, Peace Pilgrim, David R. Hawkins, Ram Dass und gegenwärtig lebende Lehrer wie Byron Katie, A. H. Almaas, Mooji, Eckhart Tolle oder christliche Mystiker wie David Steindl-Rast und die Ein-Kurs-in-Wundern-Lehrer Kirsten Buxton und David Hoffmeister.
In den folgenden Abschnitten dieser Website sind einige Kapitel stark von David Hoffmeisters Buch "This Moment Is Your Miracle" inspiriert. Es handelt sich um folgende Kapitel: Urteil, Wahrnehmung, Angst, Schuld, Private Gedanken, Führung, Vertrauen, Akzeptanz, Geistesfrieden, Von den besonderen Beziehungen zur heiligen Beziehung, Heilige Beziehung, Ausdehnung von innen heraus, Heilung, Vergebung, Ein Hilfsmittel für inneren Frieden, Von Gefallsucht zu echter Empathie, Kommunikation, Zusammenarbeit.
Die Meister, welche die Erde betraten, sind diejenigen, die sich weigerten, die Gesetze dieser Welt der Dualität als Wirklichkeit anzuerkennen. Kurz gesagt: Meister sind jene, die sich nur für die LIEBE entschieden haben - in jedem Augenblick, in jedem Moment, unter allen Umständen. Selbst als sie verfolgt, unterdrückt oder getötet wurden. Es spielt keine Rolle, welcher Art die Philosophie, die Tradition, die Religion war - es ist das, was jeder Meister tat. Die Lektion der LIEBE ist uns äußerst klar dargelegt worden; es wurde uns immer und immer wieder vor Augen geführt: in allen Zeitaltern und an allen Orten, in allen unseren “Leben” und in jedem Moment. Die Stimme für GOTT bedient sich des ganzen Universums, um uns diese Wahrheit nahe zu bringen: in Liedern und Geschichten, in der Dichtung und im Tanz, in Worten, in Filmen und in Büchern. Vom höchsten Berggipfel erschallt sie, am allertiefsten Ort ist ihr Wispern zu vernehmen. Durch die Korridore jedweder menschlicher Erfahrung hallt diese Wahrheit wider: LIEBE ist die Antwort. Von uns - braucht es die Bereitschaft zu hören.
Es braucht Mut und Disziplin, den ganzen Tag auf die Stimme für GOTT zu hören. Viele spirituelle Schulen sind deshalb dazu übergegangen, scheinbar der gesamten Welt zu entsagen. Das heißt, diejenigen, die wirklich hingebungsvoll spirituell üben, sind nicht selten sogar bereit, auf alles “Weltliche” zu verzichten, sowohl auf Besitz, auf Sex, als auch auf Ehe und Familie, also alles, was uns in dieser Welt scheinbar irgendwie verführen kann. Sie verpflichten sich zu Gehorsam und Demut.
Wenn die Wahrheit forderte, dass wir die Welt aufgeben sollten, würde es uns erscheinen, als würde sie das Opfern von etwas verlangen, was wirklich ist. Viele haben sich entschieden, der Welt zu entsagen, obschon sie nach wie vor an ihre Wirklichkeit glauben. Und sie haben unter einem Gefühl des Verlusts gelitten und wurden dementsprechend nicht befreit. Wenn wir etwas ablehnen, sind wir genauso gefangen, wie wenn wir es unbedingt haben wollen. Alles, worauf andere Wert legen, kehren wir ins genaue Gegenteil, aber im Grunde folgen wir immer noch dem selben Thema. Das wird nichts helfen. Wenn wir “kontra” sind, können wir die Dualität nie hinter uns lassen, bleiben wir immer ein Teil von ihr.
In Ein Kurs in Wundern ist das alles nicht erforderlich, und das aus gutem Grund. Denn es ist ein Irrtum zu denken, dass etwas Äußeres unser spirituelles Wachstum tatsächlich begrenzen kann, dass es besonders sündige Dinge im Außen gibt, Dinge, die extrem unspirituell sind. Das ist einfach nicht wahr, denn die ganze Welt ist unspirituell, weil sie nicht Spirit ist. In dem Moment, in dem etwas nicht Geist ist, ist es nicht spirituell. Es gibt überhaupt keine Unterschiede, und gerade das Beurteilen von Aspekten der Welt ist der "Sündenfall", der Eintritt in die Illusion der Trennung. Auch die Vorstellung, dass es spirituelle und unspirituelle Menschen gebe, ist eine wahnsinnige Idee des auf Dualität beruhenden Denksystems des Egos.
Was aber der Grund ist, warum es Mut braucht, aufrichtig und tief ins Üben zu kommen, ist einfach die Tatsache, dass GOTT für die Wahrheit steht. GOTT wird niemals unsere Illusion wahr machen. GOTT wird niemals unseren Versuch unterstützen, aus der von ihm geschaffenen EINHEIT eine Illusion der Dualität zu machen. ER wird uns nie dabei unterstützen diese Welt als wirklich erscheinen zu lassen.
GOTT ist eine Herausforderung. Denn die Existenz GOTTES bedeutet, dass wir uns nicht mit uns als Person zufriedengeben können, dass etwas möglich ist, das über uns steht - dass ein höherer Zustand, ein absoluter Bewusstseinszustand möglich ist. Nichts anderes heißt “GOTT”. Wer Angst vor Herausforderungen hat, vor Risiken, Gefahren, vor Selbstveränderung, vor Verwandlung, wird immer leugnen, dass es GOTT gibt - oder er wird die Erreichbarkeit leugnen. Sein Leugnen zeigt, wie er denkt; sein Leugnen sagt etwas über ihn, nicht über das Göttliche aus. GOTT ist kein Ding - etwas, das sich beweisen oder widerlegen ließe. GOTT ist kein Objekt, über das wir uns eine Meinung bilden könnten, dafür oder dagegen. GOTT ist eine Möglichkeit in uns. GOTT ist nicht etwas Äußerliches, sondern eine Möglichkeit in unserem Innern - jenseits des persönlichen Ich-Gefühls.
N E M A - "Lass mich verlorengehen"
“Ich will mich daran erinnern, dass ich eins mit GOTT bin.”
(EKIW: Lektion 124)
“Ich will mich daran erinnern, dass ich eins mit GOTT bin.”
(EKIW: Lektion 124)
Wir wissen nicht, was wir nicht wissen.
Eine Aussage wie “Ich glaube nicht an Gott!” ist bedeutungslos. Das Einzige, woran man glauben oder nicht glauben kann, ist die eigene Vorstellung von Gott. Aber nicht an eine bestimmte Vorstellung von Gott zu glauben, sagt nichts über GOTT SELBST aus. Jeder Mensch hat eine Vorstellung von Gott, selbst wenn er behauptet: “Es gibt keinen Gott!”. Auch für diese Aussage braucht es eine Vorstellung von Gott. Daher ist auch die Frage “Glaubst du an Gott?” bedeutungslos. Eine sinnvolle Frage wäre hingegen: “Was stellst du dir unter Gott vor?” Wenn wir unseren Geist ehrlich erforschen, werden wir entdecken, welche schrecklichen Vorstellungen wir von Gott in unserem Geist finden, solange wir Gott noch nicht erkannt haben. Und so ist es kein Wunder, dass wir mit diesem Gott unserer Vorstellung nichts zu tun haben wollen. Doch all diese Vorstellungen haben nichts mit der Wirklichkeit GOTTES zu tun. Wenn wir erkannt haben, dass GOTT das ist, was wirklich existiert, stellt sich die Frage nach seiner Existenz nicht mehr.
Eine Aussage wie “Ich glaube nicht an Gott!” ist bedeutungslos. Das Einzige, woran man glauben oder nicht glauben kann, ist die eigene Vorstellung von Gott. Aber nicht an eine bestimmte Vorstellung von Gott zu glauben, sagt nichts über GOTT SELBST aus. Jeder Mensch hat eine Vorstellung von Gott, selbst wenn er behauptet: “Es gibt keinen Gott!”. Auch für diese Aussage braucht es eine Vorstellung von Gott. Daher ist auch die Frage “Glaubst du an Gott?” bedeutungslos. Eine sinnvolle Frage wäre hingegen: “Was stellst du dir unter Gott vor?” Wenn wir unseren Geist ehrlich erforschen, werden wir entdecken, welche schrecklichen Vorstellungen wir von Gott in unserem Geist finden, solange wir Gott noch nicht erkannt haben. Und so ist es kein Wunder, dass wir mit diesem Gott unserer Vorstellung nichts zu tun haben wollen. Doch all diese Vorstellungen haben nichts mit der Wirklichkeit GOTTES zu tun. Wenn wir erkannt haben, dass GOTT das ist, was wirklich existiert, stellt sich die Frage nach seiner Existenz nicht mehr.
Die Konzentration auf das eigene Ich und der Versuch, durch eigene Anstrengung angenehme Gefühle hervorzurufen, also ein individuelles Streben nach Glück ohne Ausrichtung auf ein transzendentes Ziel - auf GOTT - hat nichts mit Spiritualität zu tun. Das alleinige Streben nach einem angenehmen, weltlichen Lebensgefühl und die Behaglichkeit des Körpers als Richtschnur sind der Weg des Egos. Richtig widersinnig wird es jedoch, wenn dieses Streben als spirituell verstanden wird. Viele spirituell Suchende geben sich zufrieden mit dem Sich-Ruhigstellen, mit Phasen des Friedens oder einem Gefühl von Balance. Doch bei wahrer Spiritualität geht es nicht darum, das “Leben“ des »Helden« des Traums, also des Körpers, zu verbessern oder schöner zu machen. Es geht nicht darum, körperlichen Schmerz von körperlichen Freuden zu unterscheiden. Es geht vielmehr darum, aus der Identifikation mit dem Körper zu erwachen. Es geht nicht um Entspannung oder Gelassenheit, sondern um das vollständige Erwachen aus dem Traum der Trennung. Das wird gerne übersehen, ganz einfach weil unser Verstand bei dem Versuch, mit unserem Unwissen und Misstrauen umzugehen, so unglaublich komplex geworden ist.
Das Ego versteht die Wahrheit nicht. Solange wir noch keine Offenbarung hatten, also keine Erfahrung dieses totalen inneren Friedens, der nicht von dieser Welt ist, ist es daher nicht verwunderlich, dass wir aus falschen Motiven einen spirituellen Weg beginnen. Es geht gar nicht anders. Denn wenn das Ego wirklich verstehen würde, dass ein spiritueller Weg sein eigenes Ende ist, würde es ihn nie beginnen. Und selbst dann, wenn uns eine Offenbarung das wahre Ziel enthüllt hat, sind trotzdem noch die Mittel nötig, um es endgültig zu erreichen. Es ist so, dass an dem Tag, an dem wir unseren spirituellen Weg begonnen haben, unser Ego ihn begonnen hat, und für jedes spirituelle Motiv, das wir haben, gibt es auch ein Ego-Motiv. Wenn wir uns auf dem spirituellen Weg befinden, befinden wir uns in einer äußerst absurden und paradoxen Situation. Der erhabenste Gedanke, den das Ego haben kann, ist der, dass es einen besseren Weg als sich selbst geben muss.
Auch wenn ich hier die Gemeinsamkeit der verschiedenen spirituellen Wege aufzeige, ist es nicht hilfreich, sie zu vermischen, da dies nur zu weiterer Verwirrung und unnötigen Verzögerungen führt. Im Westen herrscht zur Zeit eine große Verwirrung, eine Vermischung verschiedener Wege und Techniken. Es gibt aber spirituelle Techniken, die nicht miteinander kombiniert werden können, weil sie unterschiedliche Wege darstellen. Zum Beispiel Yoga und Tantra im ursprünglichen Sinne unterscheiden sich grundsätzlich. Beide führen zum gleichen Ziel, aber ihre Wege sind nicht nur verschieden, sondern entgegengesetzt. Im Yoga muss man kämpfen; Yoga ist der Weg des Kriegers. Das ist der vordergründige Reiz des Yoga, weil diese Sprache auch der vom Ego getriebene Verstand versteht. Auf dem Weg des Tantra kommt Kämpfen überhaupt nicht in Frage. Im Gegenteil, hier muss man alles zulassen - jedoch mit Bewusstheit. Yoga ist Unterdrückung mit Bewusstheit: Tantra ist Zulassen mit Bewusstheit.
Es ist das Ego, das uns glauben lässt, wir könnten aus verschiedenen spirituellen Richtungen unsere eigene Vorstellung von Spiritualität zusammenbasteln. Es steht uns nicht frei, den Lehrplan zu wählen, nicht einmal die Form, in der wir ihn lernen werden. Wir sind allerdings frei zu entscheiden, wann wir ihn lernen wollen. Es gibt verschiedene Formen, d.h. verschiedene Symbole, aber der Lehrplan ist immer derselbe, und in welcher Form wir ihn lernen, ist uns gegeben.
Ein Mensch, der im indischen Kulturkreis lebt, wird ihn vielleicht in Form der Bhagavad Gita lernen und dort lesen: "Was unwirklich ist, kann niemals sein, was wirklich ist, kann niemals enden. Diese Wahrheit haben die Seher erkannt.” Ein Mensch im Westen wird ihn vielleicht mit Hilfe des Neuen Testaments lernen und dort lesen "... denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig." oder in Form von Ein Kurs in Wundern: "Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden GOTTES."
Wenn wir uns also einmal auf die Suche nach GOTT machen, ist das der endgültige Beweis dafür, dass der Ruf GOTTES uns schon erreicht hat. Mit anderen Worten: Wir brauchen die Wahrheit nicht zu suchen, sie findet uns, wenn wir innerlich dazu bereit sind. Ein spiritueller Weg ist etwas, das uns gegeben ist; unser Beitrag besteht in der Bereitschaft, in die Tiefe zu gehen, in dem aufrichtigen Verlangen nach der Wahrheit - der Wahrheit jenseits der Worte.
Der Weg des Gebens wird sich uns offenbaren und indem wir geben, werden wir empfangen. Dieser Weg hat seine eigene einfache Schönheit und sein eigenes Mysterium. Er verläuft immer anders als wir denken und übersteigt doch niemals unsere Fähigkeit, den nächsten Schritt intuitiv zu erfassen. Authentische Spiritualität ist niemals linear. Sie gibt uns keine Rezepte auf der Handlungsebene, niemand kann uns sagen, tut dies oder das und dies oder jenes wird geschehen. Was wir tun, muss aus unserem tiefsten Inneren kommen. Es muss frisch, klar und im Herzen zentriert sein. Es muss spontan getan werden. Wenn es noch mit irgendeinem Überbleibsel aus der Vergangenheit, mit irgendeiner Angst vermischt ist, fehlt das Vertrauen und das Wunder kann sich nicht ereignen. Jedem Gedanken, der frei von Angst ist, jeder Handlung, die frei von Zwang zum Tun, Retten oder Heilen ist, wohnt diese wunderbare Kraft inne. Solche Gedanken und Handlungen unterliegen nicht den Gesetzen von Zeit und Raum und entfalten doch ihre spontane Wirkkraft innerhalb dieser Dimension.
Seit der Morgendämmerung der Zivilisation hat jede ansprechende Bewegung gesellschaftlicher Kultur oder religiösen Fortschritts ein Ritual, ein symbolisches Zeremoniell, hervorgebracht. Der Kult hat die Gefühle geschützt und die Empfindungen befriedigt, aber er ist immer das größte Hindernis geistigen Fortschritts gewesen. Der frühe christliche Kult war das wirksamste, ansprechendste und dauerhafteste aller je ersonnenen oder erfundenen Rituale. Die große Gefahr bei alledem ist, dass das Ritual die Tendenz hat, zu einem Ersatz für wahrhafte Spiritualität zu werden. Auch eine Routine als solche ist gefährlich, weil sie leicht selbst zu einem Gott wird und eben jene Ziele bedroht, für die sie aufgestellt wurde.
Für viele moderne Menschen im Westen ist die tägliche Yogastunde zu einem Ritual geworden, das kaum noch etwas mit einer Ausrichtung auf GOTT zu tun hat. Zwar macht eine Yogastunde für eine kurze Zeit ein angenehmes Gefühl, das ist unbestreitbar. Wenn der Zweck jedoch lediglich körperliches Wohlbefinden und nicht spirituelles Erwachen ist, ist dieses Gefühl genauso vergänglich und damit bedeutungslos wie alles in der Welt von Raum und Zeit, die das Ego gemacht hat. Das Ego benutzt Yoga lediglich, um seinen Tempel den Körper zu optimieren und um seine grundlegende Aggressivität unter einem Mantel scheinbarer Sanftheit und Liebe zu verstecken.
In der Einleitung von Ein Kurs in Wundern heißt es: "Der Kurs zielt nicht darauf ab, die Bedeutung der Liebe zu lehren, denn das ist jenseits dessen, was gelehrt werden kann. Er zielt vielmehr darauf ab, die Blockaden zu entfernen, die dich daran hindern, dir der Gegenwart der Liebe, die dein angestammtes Erbe ist, bewusst zu sein." Anders ausgedrückt, bedeutet dies: Von Licht und Liebe zu reden ist nichts. Doch das wahrhaftige Verlangen danach und die totale Hingabe ist alles.
Der göttliche Geist tritt mit dem Menschen nicht über Gefühle und Emotionen in Kontakt, sondern in der Zone des höchsten und vergeistigten Denkens. Unsere Gedanken sind es, und nicht unsere Gefühle, die uns gottwärts leiten. Der Geist, der GOTT tatsächlich erkennt, ist der reine Geist. Solch innere und geistige Verbindung nennt man geistige Schau oder CHRISTI Schau. Das sogenannte dritte Auge ist ein Symbol für die geistige Schau.
Die Tatsache der wahren Spiritualität besteht ganz und gar in der spirituellen Erfahrung. All jene Menschen, die eine derartige Erfahrung gemacht haben, brauchen keine Argumente, die für GOTTES Wirklichkeit sprechen, während für alle anderen Menschen, die GOTTES nicht in dieser Weise sicher sind, kein denkbares Argument je wahrhaft überzeugend sein kann.
“Kein Beweis wird dich von der Wahrheit dessen überzeugen, was du nicht willst. Und doch ist deine Beziehung zu IHM wirklich. Betrachte dies nicht mit Angst, sondern mit Frohlocken.”
(EKIW: Kapitel 16, II. 6. 1.-3.)
Solange wir EINHEIT nicht wollen, wird uns kein Beweis von der Wahrheit überzeugen. EINHEIT zu wollen, heißt an EINHEIT (GOTT) zu glauben. Frieden wird ohne Glauben niemals erlangt, denn was der Wahrheit als seinem einzigen Ziel hingegeben wird, das wird der Wahrheit durch den Glauben überbracht. Glaube heilt und vereinigt. Der Glaube ist das Gegenteil der Angst und ebenso ein Teil der Liebe, wie die Angst ein Teil des Angriffs ist. Der Glaube ist die Anerkennung des Vereintseins. Der Glaube ist ein Lernziel, das dann nicht mehr benötigt wird, wenn die Lektion gelernt ist.
Die Methode hinter Ein Kurs in Wundern ist das, worauf auch Sutra 101 in der alten tantrischen Schrift Vigyan Bhairav Tantra verweist: “Glaub dich allwissend, allmächtig, allumfassend.” Glaube meint hier nicht den blinden Glauben an etwas, von dem man überhaupt keine Ahnung hat, an das man aber glaubt, weil man sich davon einen persönlichen Nutzen verspricht. Beim Glauben im spirituellen Sinne geht es um ein intuitives Wissen, um die Richtigkeit einer Botschaft, und nur deshalb folgt man dieser Botschaft. Mit diesem Ausdruck “glaub dich …” ist nicht gesagt, dass wir uns intellektuell überzeugen sollten: Überzeugt sein heißt, dass wir unsere ausdiskutierten Beweise haben und es daher mit Argumenten belegen können. Glauben dagegen heißt, dass wir keine wissenschaftlich belegbaren Gründe haben: Wir können keine Vernunftgründe anführen, und wenn man uns fragt, müssen wir passen. Aber innerlich stehen wir auf festem Boden. Wir spüren intuitiv: “So ist es.”
Der Glaube lässt sich leicht gegen die Erkenntnis eintauschen. Und Erkenntnis ist das Ziel. Deswegen verweist Jesus in den Ergänzungen zu Ein Kurs in Wundern auch auf Folgendes: „Überhaupt ist der Glaube an GOTT kein wirklich sinnvolles Konzept, denn GOTT kann nur erkannt werden. Glaube beinhaltet, dass Unglaube möglich ist, aber die Erkenntnis GOTTES hat kein wirkliches Gegenteil. GOTT nicht zu erkennen heißt, keine Erkenntnis zu haben, und genau dahin führt alle Nichtvergebung. Und ohne Erkenntnis kann man nur Glauben haben.“
Bei Spiritualität geht es im Wesentlichen nicht um Konzepte oder darum, über Spiritualität zu sprechen, auch wenn auf dem spirituellen Weg Konzepte gebraucht werden, sondern es handelt sich in jedem Fall um intensive Zustände und Erfahrungen, die direkte Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen des Menschen haben. Doch Ethik ist kein Ersatz für Spiritualität, sondern Spiritualität ist eine Ursache und Ethik ein Resultat.
Die moderne Vorstellung einer „humanistischen oder säkularen Spiritualität“, also Spiritualität ohne Transzendenzbezug, ist völlig widersinnig. Jesus weist im Kurs in diesem Zusammenhang auf Folgendes hin: „In dieser Welt gibt es die erstaunliche Tendenz, widersprüchliche Wörter in einem Begriff zu verbinden, ohne den Widerspruch überhaupt wahrzunehmen.“
Häufig ist Spiritualität nicht mehr Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach dem Frieden GOTTES, sondern ist zu einem Hobby, einer Freizeitbeschäftigung, verkommen. Spirituelle Praxis ist nicht mehr Ausdruck des brennenden Verlangens nach der LIEBE GOTTES, sondern ein Workout für den persönlichen Egotrip. Wenn unser Glaube an GOTT jedoch wahrhaftig ist – und noch mehr, wenn wir SEINE Existenz erfahren –, dann ist dies die zentrale und alles bestimmende Ausrichtung unseres gesamten Lebens und nicht bloß eine nette Freizeitbeschäftigung, der wir das eine oder andere Wochenende widmen. Anstelle einer auf Erfahrung beruhenden Beziehung zu GOTT ist Spiritualität heute oft nur noch ein Versuch, das persönliche Ich-Gefühl aufzuwerten, statt sich auf die Befreiung aus diesem Zustand zu konzentrieren.
Und so ist der Begriff Spiritualität zu einem vielfach verschwommenen Modewort geworden, läuft unter den Oberbegriffen Esoterik und Lebenshilfe und ist auch bereits in nahezu allen profanen Bereichen präsent. Aktuell findet der Begriff Spiritualität auch als Schlagwort Anwendung, im Zusammenhang mit New Age und alternativer Heilkunde, und auch politisch im Programm und der Bezeichnung einer Partei. Die Werbe- und Marketingbranche betrachtet Spiritualität als Produkt auf einem „Sinnmarkt“. Eine Werbeagentur definiert sie folgendermaßen: „Ganz traditionelle Player wie die Kirchen kämpfen mit ganz neuen Playern um den Markt des Seelenheils. Spiritualität wird in Zukunft Bestandteil eines modernen Lebensstils sein, der sich an Nachhaltigkeit und Qualität orientiert. Spiritualität im 21. Jahrhundert erstreckt sich auf eine große Zahl von Bedürfnissen, beispielsweise auf Lebenshilfe, Ernährung, Gesundheit, Beratung und Coaching. Das persönliche Lebensgefühl und die eigene Identität werden durch Spiritualität aufgewertet.“
Die Werbebranche bringt das Ego-Denksystem wunderbar zum Ausdruck, sie weiß sehr genau, dass sie die Menschen denen sie Dinge verkaufen will, die diese nicht unbedingt brauchen, davon überzeugen muss, dass diese Dinge dem etwas hinzufügen, wie sie sich selbst sehen oder von anderen gesehen werden, mit anderen Worten, dass ihr Selbstgefühl - ihre scheinbare Identität - eine Aufwertung erfährt. Das tut die Werbung zum Beispiel, indem sie uns erzählt, dass wir uns durch das betreffende Produkt von der Menge abheben und infolgedessen mehr wir selbst sind. Wir kaufen also in vielen Fällen kein Produkt, sondern einen Identitätsverstärker. Für den modernen Ego-Geist sind auch Religion und Spiritualität nur noch ein Produkt zur Verstärkung der persönlichen Identität. Der unbewusste Zwang zur Identifikation ist strukturell bedingt, es ist die grundsätzliche Art und Weise, wie der Ego-Geist funktioniert. Bei wahrer Spiritualität geht es um die Befreiung aus der Identifikation mit dieser Welt, um die Befreiung aus der Identifikation mit einem persönlichen Selbst.
Das zentrale Missverständnis
Das zentrale Missverständnis vieler moderner spiritueller Wege ist die Verwechslung des persönlichen Selbst mit dem wahren SELBST. Auch bei der Arbeit mit Ein Kurs in Wundern ist darauf zu achten. Es ist immer genau darauf zu achten, worauf sich das “Ich” oder “Du” im Text bezieht. Wenn es z.B. heißt: “Ich bin, wie GOTT mich schuf.”, “Die Herrlichkeit meines VATERS ist meine eigene.” oder “Mein SELBST ist Herrscher des Universums.”, dann beziehen sich diese Aussagen immer auf unsere Wirklichkeit als das eine wahre SELBST als reiner GEIST und nie auf unser persönliches Selbst als Mensch.
Jesus weist im Kurs sehr deutlich auf Folgendes hin: “Von dir aus kannst du nichts von alledem [Erlösung] tun. Zu glauben, du könntest es, heißt, dein Vertrauen in das zu setzen, wo Vertrauen ungerechtfertigt ist, und Angst, Beklommenheit, Depression, Ärger und Leid zu rechtfertigen.” Das bedeutet, dass wir als Person nichts tun können, weil die Person eine Illusion ist, weil die Person das Problem ist. Das einzige, was auf der individuellen Ebene von uns verlangt wird, ist die Bereitschaft, unser falsches Selbstkonzept vom GEIST berichtigen zu lassen.
Die vollkommene Glückseligkeit der EINHEIT erfahren wir nicht als Selbst, sondern das Ende der Illusion einer Person ist Glückseligkeit, ist Freiheit, ist Existenz. Einssein ist Freiheit. Nicht etwa, dass wir dann persönlich frei werden, wohlgemerkt: Wir sind nicht mehr. In Wirklichkeit tritt Freiheit erst dann ein, wenn wir nicht da sind. Das Problem ist, wie man das ausdrücken soll: Wenn du nicht bist, ist Freiheit. Buddha soll gesagt haben: “Du wirst keine Seligkeit erleben. Wenn du nicht bist, ist das Seligkeit. Nicht du wirst befreit werden. Du wirst von dir selbst befreit werden.” Freiheit heißt also nicht: Freiheit des Egos; Freiheit heißt: Freiheit vom Ego.
Es wird in der Bibel in der Tat gesagt: “Kein Mensch erblickt das Angesicht GOTTES und lebt.” (2.Mose 33,20) Diese Aussage bedeutet einfach, dass der Geist, der noch nicht erleuchtet ist und daher in Angst lebt, in der Wahrnehmung lebt, dass er selbst getrennt ist von GOTT, nicht das Angesicht GOTTES, die Wirklichkeit GOTTES, erblicken kann und leben. Das war überhaupt keine angstvolle Aussage. Es war einfach die Wahrheit. Deshalb sagt Jesus im Kurs: "Sei dir gewiss: Es ist unmöglich, dass GOTT und das Ego oder du und das Ego einander je begegnen werden." Denn wenn der Geist schaut und sieht, “Es gibt nur GOTT und ICH BIN DAS,” ist das falsche Selbst in der Tat gestorben. Wo ist es hingegangen? Nirgendwo hin. Weil es niemals überhaupt existiert hat.
Das zentrale Missverständnis vieler moderner spiritueller Wege ist die Verwechslung des persönlichen Selbst mit dem wahren SELBST. Auch bei der Arbeit mit Ein Kurs in Wundern ist darauf zu achten. Es ist immer genau darauf zu achten, worauf sich das “Ich” oder “Du” im Text bezieht. Wenn es z.B. heißt: “Ich bin, wie GOTT mich schuf.”, “Die Herrlichkeit meines VATERS ist meine eigene.” oder “Mein SELBST ist Herrscher des Universums.”, dann beziehen sich diese Aussagen immer auf unsere Wirklichkeit als das eine wahre SELBST als reiner GEIST und nie auf unser persönliches Selbst als Mensch.
Jesus weist im Kurs sehr deutlich auf Folgendes hin: “Von dir aus kannst du nichts von alledem [Erlösung] tun. Zu glauben, du könntest es, heißt, dein Vertrauen in das zu setzen, wo Vertrauen ungerechtfertigt ist, und Angst, Beklommenheit, Depression, Ärger und Leid zu rechtfertigen.” Das bedeutet, dass wir als Person nichts tun können, weil die Person eine Illusion ist, weil die Person das Problem ist. Das einzige, was auf der individuellen Ebene von uns verlangt wird, ist die Bereitschaft, unser falsches Selbstkonzept vom GEIST berichtigen zu lassen.
Die vollkommene Glückseligkeit der EINHEIT erfahren wir nicht als Selbst, sondern das Ende der Illusion einer Person ist Glückseligkeit, ist Freiheit, ist Existenz. Einssein ist Freiheit. Nicht etwa, dass wir dann persönlich frei werden, wohlgemerkt: Wir sind nicht mehr. In Wirklichkeit tritt Freiheit erst dann ein, wenn wir nicht da sind. Das Problem ist, wie man das ausdrücken soll: Wenn du nicht bist, ist Freiheit. Buddha soll gesagt haben: “Du wirst keine Seligkeit erleben. Wenn du nicht bist, ist das Seligkeit. Nicht du wirst befreit werden. Du wirst von dir selbst befreit werden.” Freiheit heißt also nicht: Freiheit des Egos; Freiheit heißt: Freiheit vom Ego.
Es wird in der Bibel in der Tat gesagt: “Kein Mensch erblickt das Angesicht GOTTES und lebt.” (2.Mose 33,20) Diese Aussage bedeutet einfach, dass der Geist, der noch nicht erleuchtet ist und daher in Angst lebt, in der Wahrnehmung lebt, dass er selbst getrennt ist von GOTT, nicht das Angesicht GOTTES, die Wirklichkeit GOTTES, erblicken kann und leben. Das war überhaupt keine angstvolle Aussage. Es war einfach die Wahrheit. Deshalb sagt Jesus im Kurs: "Sei dir gewiss: Es ist unmöglich, dass GOTT und das Ego oder du und das Ego einander je begegnen werden." Denn wenn der Geist schaut und sieht, “Es gibt nur GOTT und ICH BIN DAS,” ist das falsche Selbst in der Tat gestorben. Wo ist es hingegangen? Nirgendwo hin. Weil es niemals überhaupt existiert hat.
Das Streben des Ego-Geistes nach einem von GOTT getrennten Selbst, nach einem durch Identifikation erzeugten Konzept, nach einem illusionären Ich-Gefühl, ist die Ursache allen Leidens. Der Aufbau von einem Konzept des Selbst ist es, wozu das Lernen der Welt dient. Das Konzept des Selbst ist ein Götze, der dazu gemacht ist, den Platz unserer Wirklichkeit als SOHN GOTTES einzunehmen. Das Konzept des Selbst, das die Welt lehrt, ist nicht das Ding, das es zu sein scheint - es ist eine Illusion. Man könnte die Ziele, des illusionären Selbst, auch so beschreiben, dass man sagt, sie drehen sich alle um „persönliche“ Interessen. Da wir in Wahrheit keine persönlichen Interessen haben, drehen sich seine Ziele tatsächlich um nichts. Das Ego ist die bruderlose Illusion und das Selbst, das allein zu sein scheint im ganzen Universum. Es ist ein Ding des Wahnsinns und überhaupt keine Wirklichkeit, nur ein Traum. Das Ego ist nichts, aber in einer Form, die wie etwas zu sein scheint.
Das Ego versucht immer, den grundlegenden Konflikt aufrechtzuerhalten, der eine Folge seines Glaubens an Trennung ist. Es ist sehr raffiniert im Ersinnen von Wegen, die den Konflikt zu vermindern scheinen, weil es nicht will, dass wir den Konflikt derart unerträglich finden, dass wir darauf bestehen, ihn aufzugeben. Das Ego versucht daher, uns davon zu überzeugen, dass es uns vom Konflikt befreien kann, damit wir nicht das Ego aufgeben und uns selbst befreien. Aber das Ego betreibt nur Konfliktmanagement, um den Konflikt auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, um ihn zu behalten. Das Ego versucht, unseren Angriff hinter politisch korrekter Kommunikation zu verbergen, um ihn zu behalten. Das Ego benutzt Projektion, um Angst und Schuld auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, damit wir sie behalten. Das Ego bietet uns seine zeitgeistige Vorstellung von Spiritualität an, um den Schmerz der Trennung erträglich zu machen und so unseren Glauben an die Trennung nicht betrachten zu müssen, um ihn aufrechtzuerhalten.
GOTTES WILLE für uns ist vollkommenes Glück. Es ist unsere wahre Bestimmung, glücklich zu sein. Doch dieses Glück ist nicht das, was die Welt unter Glück versteht. Es ist nicht vernünftig, Glück von irgend etwas zu erwarten, was das Ego jemals vorschlug. Das wahre Glück ist auf der Ebene des persönlichen Selbst nicht zu finden. GOTT, DER die LIEBE ist, ist auch das Glück und Vergebung ist der Schlüssel zum Glück. Jesus fordert uns im Kurs auf: "Sei glücklich, denn Glück ist deine einzige Funktion hier."
Der spirituelle Weg
“Der Weg ist nicht beschwerlich, aber er ist ganz anders.”
(EKIW: Kapitel 11, III. 4. 1.)
Der spirituelle Weg ist eine individuelle Reise zur Erkenntnis des wahren SELBST, bei der das Bewusstsein vom Ego hin zum reinen SEIN geführt wird. Der spirituelle Weg ist der Weg aus der Angst heraus in die Glückseligkeit des heiligen Augenblicks. Der Wendepunkt, der im spirituellen Kontext oft als “Umkehr” bezeichnet wird, bedeutet, sich vom Weg des Egos abzuwenden und sich vom HEILIGEN GEIST (SPIRIT) zurück in die EINHEIT führen zu lassen. “Umkehr“ bedeutet, unser Verlangen nach Trennung in ein Verlangen nach EINHEIT umzukehren. Dies bedeutet, sich auf die transzendente Wirklichkeit des EINSSEINS auszurichten. Der spirituelle Weg zielt darauf ab, EINSSEIN zu erfahren.
“Ein gefangener Wille [Zustand der Ego-Identifikation] verursacht eine Situation, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag groß sein, sie ist aber nicht grenzenlos. Schließlich beginnt ein jeder zu begreifen – wie undeutlich auch immer –, dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt. Dies erweckt schließlich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht.”
(EKIW: Kapitel 2, III. 3. 4.-8.)
Im Zustand der unbewussten Ego-Identifikation wird die Gefangenschaft im Ego-Denksystem fälschlicherweise als freier Wille erlebt. Es ist weder ein freier Wille noch unser wahrer Wille. Der Wendepunkt ist jener Punkt, an dem wir uns entscheiden, unseren persönlichen, egoischen – und damit gefangenen – Willen aufzugeben und uns dem WILLEN GOTTES zu unterstellen, der in Wahrheit auch unser Wille ist.
“Ich habe schon gesagt, dass du der WILLE GOTTES bist. SEIN WILLE ist kein müßiger Wunsch, und deine Identifikation mit SEINEM WILLEN ist dir nicht freigestellt, da er ist, was du bist. SEINEN WILLEN mit mir zu teilen steht nicht wirklich zur Wahl, auch wenn es so aussehen könnte. In diesem Irrtum liegt die ganze Trennung. Der einzige Weg aus dem Irrtum heraus ist die Entscheidung, dass du nichts zu entscheiden brauchst. Alles ist dir durch die Entscheidung GOTTES gegeben worden. Das ist SEIN WILLE, und du kannst ihn nicht aufheben.”
(EKIW: Kapitel 7, X. 6. 4.-10.)
“Die Reise zu GOTT ist lediglich das Wiedererwachen der Erkenntnis dessen, wo du immer und was du ewig bist. Es ist eine Reise ohne Entfernung zu einem Ziel, das sich niemals verändert hat. Die Wahrheit lässt sich nur erfahren. Man kann sie nicht beschreiben, und man kann sie nicht erklären. Ich kann dir die Bedingungen der Wahrheit zu Bewusstsein bringen, die Erfahrung aber ist von GOTT. Gemeinsam können wir ihre Bedingungen erfüllen, die Wahrheit aber wird von selbst in dir heraufdämmern.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 9. 6.-11.)
Wichtig: Es gibt keine Person, die einen spirituellen Weg geht oder spirituelle Fortschritte macht. Fortschritt auf diesem Weg bedeutet, dass die Illusion einer Person verschwindet. Tatsächlich gibt es nur einen Weg aus dem Denken der Welt hinaus, wie es nur einen Weg hinein gab. Es gibt jedoch unterschiedliche Beschreibungen.
Die Ochsenbilder
Die zehn Ochsenbilder sind eine poetische Allegorie für den spirituellen Weg aus dem Zen-Buddhismus. Der bis heute im Zen populärste Ochsenbildzyklus mit Gedichten wurde von Kuoan Shiyuan um 1150 verfasst und illustriert. Der spirituelle Weg wird in den Ochsenbildern beschrieben als die Suche nach dem Ochsen, das Finden des Ochsen und dessen Zähmung. Schliesslich verschwinden Ochse und Mensch und der Zenübende landet im 10. Bild als Glücksbuddha auf dem Marktplatz des Alltags. Jesus nennt diesen Zustand im Kurs den “glücklichen Traum”.Die wesentliche Eigenart der sog. apophatischen Zensprache besteht darin, dass das “Absolute” ständig unterschiedliche Bezeichnungen erhält, wie beispielsweise “die Natur”, “das Ganze”, “das Wesentliche”, “das Selbst”, “das Wahre”, “Einheit”, etc. Durch diese ständige Verschiebung auf andere Benennungen soll hervorgehoben werden, dass Versuche, das “Absolute” in wohldefinierte Begriffe zu giessen scheitern. Es geht in dieser Allegorie auch gar nicht darum, das “Absolute” denkend zu verstehen. Die Ochsenbilder wollen uns vielmehr motivieren, eigene, zu tiefst lebensbedeutsame Erfahrungen zu sammeln und diese Perlschnur von Erfahrungen in den “banalen” Lebensalltag – den Marktplatz des Lebens – zu integrieren, aus dieser inneren Quelle zu Leben.
Zu jedem Bild gibt zunächst eine Art Prosagedicht den Grundton vor. Jedem Prosagedicht folgt ein vierzeiliges Gedicht mit je sieben Zeichen pro Vers, das die Grundstimmung einfängt und mit Hilfe von griffigen sprachlichen Bildern und Lautmalerei lebendig werden lässt. Die poetischen Bilder und Gedichte sprechen durch die Jahrhunderte und über kulturelle Grenzen hinweg für sich selbst und bedürfen keines weiteren Kommentars. Sie rühren unser Herz mehr an, als tausend Erläuterungen.
Ich führe hier nur die Titel und einige ausgewählte Zeilen aus den Gedichten an, um aufzuzeigen, dass sich die Hinweise auf das letztendlich Unbeschreibliche seit Jahrtausenden in allen Kulturen ähneln. Für eine intensive Auseinandersetzung mit den Bildern und Gedichten gibt es zahlreiche Quellen im Internet und im Buchhandel.
1. Ochsenbild: Die Suche nach dem Ochsen
Niemals verloren gegangen – warum dann suchen? Wendest du dich vom Wesentlichen ab, geschieht Unterscheidung und Trennung. Von Staub bedeckt, ist letztlich das Ganze verloren. Die heimatlichen Hügel sind entfernter denn je. Auseinander strebende Pfade breiten sich aus. Aufflammen der Leidenschaften um Gewinn und Verlust. Wie mit einer Klinge scheidest du in Richtig und Falsch.
2. Ochsenbild: Das Entdecken der Spuren
Wenn ich die Schriften studiere, sehe ich die Fußstapfen des Ochsen. Dann lerne ich, dass ebenso, wie viele Gegenstände aus Metall gefertigt werden, unzählige von Dingen in der Werkstätte des Selbst entstehen. Wenn ich nicht unterscheide, wie will ich dann das Wahre und das Unwahre erkennen? Noch habe ich das Tor nicht durchschritten, aber ich habe den Pfad entdeckt.
3. Ochsenbild: Das Erblicken des Ochsen
Wenn er nur gespannt auf die alltäglichen Laute horcht, wird er zur Erkenntnis gelangen, und in diesem Augenblick den wahren Ursprung entdecken. Sobald die sechs Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Körperempfindung und Denken) verweht sind, ist das Tor durchschritten.
4. Ochsenbild: Das Einfangen des Ochsen
Sein Bewusstsein ist noch widerspenstig und ohne Zaum. Wenn er mir helfen soll, so muss ich ihn zähmen.
5. Ochsenbild: Das Zähmen des Ochsen
Wenn ein Gedanke aufsteigt, folgt der nächste. Wenn der erste Gedanke aus Satori (Einheit) entspringt, so sind alle folgenden Gedanken wahr. Durch Täuschung macht man alles unwahr. Täuschung wird nicht von Objektivität verursacht; sie ist das Ergebnis der Subjektivität. Halte den Nasenring fest und erlaube nicht den geringsten Zweifel.
6. Ochsenbild: Heimreiten auf dem Ochsen
Das Zähmen ist beendet. Gewinn und Verlust sind ununterschieden. Im Einklang – wozu noch Worte!
7. Ochsenbild: Der Ochse ist vergessen
Alles ist eins, nicht zwei. Wir sind es, die aus dem Ochsen etwas zeitlich begrenztes machen. Der Weg klaren Lichts führt durch die unendliche Zeit.
8. Ochsenbild: Ochs und Hirte sind vollkommen vergessen
Aller Täuschung ist er entledigt und alle Vorstellungen von Heiligkeit sind verschwunden. Weder sucht er die letzte Erkenntnis, noch hält er sich dort auf, wo es keine letzte Erkenntnis gibt.
9. Ochsenbild: Rückkehr zum Ursprung, zurück zur Quelle
Das Ursprüngliche ist rein und klar, ohne ein Staubkorn. Erkenne die Erscheinungsformen des Daseins als Werden und Vergehen. Ruhe im Nicht-Bedingten, das ist Hinübergehen. Ohne illusorische Fantasiegebilde. Flüchtige Illusionen durchdrungen – tiefer Friede.
10. Ochsenbild: Zurück auf dem Marktplatz der Welt
Wenn ich innerhalb meines Tores bin, wissen tausend Weise nicht von mir. Die Schönheit meines Gartens ist unsichtbar. Ich gehe meinen Weg und folge nicht den Schritten früherer Weiser. Ich komme lachend auf den Marktplatz mit meiner Weinflasche und gehe heim mit meinem Stock. Ich besuche die Weinschenke und den Markt und jeder, den ich anschaue, ist Buddha.
“Es gibt eine Art, in dieser Welt zu leben, die nicht hier ist, auch wenn sie es zu sein scheint. Du veränderst deine Erscheinung nicht, obschon du öfter lächelst. Deine Stirn ist heiter, deine Augen blicken ruhig. Und diejenigen, die wie du die Welt durchschreiten, erkennen die Ihren wieder. Diejenigen aber, die den Weg noch nicht gesehen haben, werden dich auch wiedererkennen und glauben, dass du bist wie sie, wie du es vorher warst.
Das ist der Weg, der jetzt für dich bestimmt ist. Du gehst auf diesem Weg, wie andere gehen, und scheinst auch nicht anders zu sein als sie, obschon du das tatsächlich bist. So kannst du ihnen dienen, während du dir selbst dienst, und ihre Schritte auf den Weg setzen, den GOTT dir aufgetan hat, und ihnen durch dich.”
(EKIW: Lektion 155, 1. & 5. 2.-4.)
"GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist."
(EKIW: Lektion 30)
(EKIW: Lektion 30)
Die innere Erfahrung
Derzeit gibt es nur sehr wenige Menschen, die tiefe mystische Erfahrungen von Ich-Auflösung gemacht haben. Damit sind auch nur sehr wenige Menschen in der Lage, das eigentliche Ziel eines spirituellen Weges zu erkennen. David R. Hawkins ist einer von ihnen. Er hat viele mystische Erfahrungen gemacht und beschreibt sie in seinen Büchern sehr genau. Sein großes Ziel war es, seine Erfahrungen von totaler Präsenz zumindest ein wenig mehr in die Reichweite möglichst vieler Mitmenschen zu rücken.Diese Erfahrungen sind für den Verstand nicht greifbar und daher für Menschen, die derartige Erfahrungen noch nicht gemacht haben, schwer zu beschreiben. Auch wenn ich selbst schon einige dieser Erfahrungen gemacht habe, greife ich gerne auf die Beschreibungen von Hawkins zurück, da er über große Erfahrung in der Beschreibung dieser Zustände verfügte.
Die folgende Beschreibung des spirituellen Weges und der dabei erfahrenen inneren Zustände stammt aus seinem Buch “Healing and Recovery”:
* * *
Die Präsenz ist still und vermittelt einen Zustand des Friedens, der der Raum ist, in dem und durch den alles existiert und erfahren wird. Sie ist unendlich sanft und doch wie ein Fels. Mit ihr verschwindet alle Angst. Spirituelle Freude entsteht auf einer stillen Ebene unerklärlicher Ekstase. Da die Erfahrung von Zeit aufhört, gibt es keine Befürchtungen oder Reue, keinen Schmerz oder keine Vorfreude; die Quelle der Freude ist unendlich und immer gegenwärtig. Ohne Anfang und Ende gibt es keinen Verlust, keine Trauer und kein Verlangen. Nichts muss getan werden; alles ist bereits perfekt und vollständig.
Wenn die Zeit stillsteht, verschwinden alle Probleme; sie sind lediglich Artefakte einer Wahrnehmung. Wenn die Präsenz vorherrscht, gibt es keine Identifikation mehr mit dem Körper oder dem Verstand. Wenn der Geist still wird, verschwindet auch der Gedanke “Ich bin“, und reines Bewusstsein strahlt hervor, um zu erhellen, was man ist, war und immer sein wird, jenseits aller Welten und Universen, jenseits der Zeit und daher ohne Anfang und Ende.
Die Menschen fragen sich: “Wie erreicht man diesen Bewusstseinszustand?“, aber nur wenige befolgen die Schritte, weil sie so einfach sind. Zunächst war der Wunsch, diesen Zustand zu erreichen, sehr stark. Dann begann die Disziplin, ohne Ausnahme mit beständiger und universeller Vergebung und Sanftmut zu handeln. Man muss gegenüber allem mitfühlend sein, auch gegenüber sich selbst und seinen eigenen Gedanken. Als Nächstes kam die Bereitschaft, Wünsche zurückzustellen und den persönlichen Willen in jedem Augenblick aufzugeben. Als jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes Verlangen und jede Handlung Gott übergeben wurde, wurde der Geist zunehmend still. Zuerst gab er ganze Geschichten und Abschnitte frei, dann Ideen und Konzepte. Wenn man den Wunsch loslässt, diese Gedanken besitzen zu wollen, erreichen sie nicht mehr diese Ausschmückungen und beginnen sich zu zerlegen, während sie noch halb ausgebildet sind. Schließlich war es möglich, die Energie hinter dem Gedanken selbst umzuwandeln, noch bevor er überhaupt zu einem Gedanken wurde.
Die Aufgabe, den Fokus ständig und unerbittlich aufrechtzuerhalten und nicht einmal einen Moment lang von der Meditation abgelenkt zu werden, wurde auch bei alltäglichen Aktivitäten fortgesetzt. Anfangs schien dies sehr schwierig zu sein, aber mit der Zeit wurde es zur Gewohnheit, lief automatisch ab, erforderte immer weniger Anstrengung und war schließlich mühelos. Der Prozess ist wie eine Rakete, die die Erde verlässt. Zunächst erfordert sie enorme Kraft, dann immer weniger, je weiter sie sich vom Gravitationsfeld der Erde entfernt, und schließlich bewegt sie sich aus eigener Kraft durch den Weltraum.
Plötzlich, ohne Vorwarnung, kam es zu einer Bewusstseinsveränderung, und die Präsenz war da, unverkennbar und allumfassend. Es gab einige Momente der Besorgnis, als das Selbst starb, und dann löste die Absolutheit der Präsenz einen Anflug von Ehrfurcht aus. Dieser Durchbruch war spektakulär, intensiver als alles zuvor. Er hat keine Entsprechung in gewöhnlichen Erfahrungen. Der tiefe Schock wurde durch die Liebe, die mit der Präsenz einhergeht, abgefedert. Ohne die Unterstützung und den Schutz dieser Liebe würde man vernichtet werden.
Es folgte ein Moment des Schreckens, als das Ego an seiner Existenz festhielt und befürchtete, es würde zu Nichts werden. Stattdessen wurde es, als es starb, durch das Selbst als All-Sein ersetzt, das All, in dem alles bekannt und offensichtlich ist in seinem perfekten Ausdruck seiner eigenen Essenz. Mit der Nichtlokalität kam das Bewusstsein, dass man alles ist, was jemals war oder sein kann. Man ist total und vollständig, jenseits aller Identitäten, jenseits aller Geschlechter, sogar jenseits der Menschlichkeit selbst. Man muss nie wieder Angst vor Leiden und Tod haben.
Was ab diesem Zeitpunkt mit dem Körper geschieht, ist unerheblich. Auf bestimmten Ebenen spiritueller Bewusstheit heilen körperliche Beschwerden oder verschwinden spontan. Aber im absoluten Zustand sind solche Überlegungen irrelevant. Der Körper wird seinen vorbestimmten Weg gehen und dann dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist. Das ist ohne Bedeutung; man bleibt davon unberührt. Der Körper erscheint eher als ein “Es” denn als ein “Ich”, als ein weiteres Objekt, wie die Möbel in einem Raum. Es mag komisch erscheinen, dass Menschen den Körper immer noch so ansprechen, als wäre er das individuelle “Du“, aber es gibt keine Möglichkeit, diesen Bewusstseinszustand den Unwissenden zu erklären. Es ist am besten, einfach seinen Geschäften nachzugehen und die soziale Anpassung der Vorsehung zu überlassen. Wenn man jedoch Glückseligkeit erreicht, ist es sehr schwierig, diesen Zustand intensiver Ekstase zu verbergen. Die Welt mag geblendet sein, und Menschen mögen von nah und fern kommen, um in der begleitenden Aura zu sein. Spirituell Suchende und spirituell Neugierige mögen angezogen werden, ebenso wie Schwerkranke, die nach Wundern suchen. Man kann für sie zu einem Magneten und einer Quelle der Freude werden. In der Regel besteht an diesem Punkt der Wunsch, diesen Zustand mit anderen zu teilen und zum Wohle aller zu nutzen.
Die Ekstase, die diesen Zustand begleitet, ist anfangs nicht absolut stabil; es gibt auch Momente großer Qual. Die intensivsten treten auf, wenn der Zustand schwankt und plötzlich ohne ersichtlichen Grund aufhört. Diese Zeiten bringen Phasen intensiver Verzweiflung und die Angst mit sich, von der Präsenz verlassen worden zu sein. Diese Rückschläge machen den Weg beschwerlich, und um diese Rückschläge zu überwinden, bedarf es großer Willenskraft. Schließlich wird klar, dass man diese Ebene überwinden muss, um nicht ständig qualvolle “Abstürze aus der Gnade” zu erleiden. Die Herrlichkeit der Ekstase muss also aufgegeben werden, wenn man sich der mühsamen Aufgabe stellt, die Dualität zu überwinden, bis man über alle Gegensätze und ihre widersprüchlichen Kräfte hinaus ist. Aber während es eine Sache ist, die eisernen Ketten des Egos freudig aufzugeben, ist es eine ganz andere, die goldenen Ketten der ekstatischen Freude aufzugeben. Es fühlt sich an, als würde man Gott aufgeben, und es entsteht eine neue Ebene der Angst, die man nie zuvor erwartet hätte. Dies ist der letzte Schrecken der absoluten Einsamkeit.
Für das Ego war die Angst vor der Nicht-Existenz gewaltig, und es schreckte immer wieder davor zurück, wenn sie sich zu nähern schien. Der Zweck der Qualen und der dunklen Nächte der Seele wurde dann offensichtlich. Sie sind so unerträglich, dass ihr exquisiter Schmerz einen zu den extremen Anstrengungen anspornt, die erforderlich sind, um sie zu überwinden. Wenn das Schwanken zwischen Himmel und Hölle unerträglich wird, muss das Verlangen nach Existenz selbst aufgegeben werden. Erst wenn dies geschehen ist, kann man endlich über die Dualität von Allheit und Nichts, über Existenz und Nicht-Existenz hinausgehen. Dieser Höhepunkt der inneren Arbeit ist die schwierigste Phase, der ultimative Wendepunkt, an dem man sich schmerzlich bewusst wird, dass die Illusion der Existenz, die man hier überwindet, unwiderruflich ist. Von diesem Schritt gibt es kein Zurück mehr, und dieses Gespenst der Unumkehrbarkeit lässt diese letzte Barriere als die schwierigste Entscheidung von allen erscheinen.
Tatsächlich jedoch löst sich in dieser letzten Apokalypse des Selbst die einzige verbleibende Dualität von Existenz und Nicht-Existenz – die Identität selbst – in der universellen Göttlichkeit auf, und es bleibt kein "individuelles Bewusstsein" mehr übrig, das eine Wahl treffen könnte. Der letzte Schritt wird also von Gott getan.
“Mind”
Worte sind nur Symbole von Symbolen, so sind sie zweifach von der Wirklichkeit entfernt. Daher besteht immer die Gefahr, sie auch total falsch zu interpretieren. Das Wort, das meiner Erfahrung nach die meiste Verwirrung stiftet, ist das englische Wort “mind”. “Mind” bedeutet Geist, Verstand, Sinn, Seele, Gedanke, Gedanken, Absicht, Ansicht, Denkweise und noch mehr.Mehr zum Thema Gedanken findet sich in folgendem Kapitel: Gedanken und Geistesschulung
Der Begriff "mind" wird von den meisten als erwacht bezeichneten Lehrern, wie z.B. Eckhart Tolle, negativ verwendet und im Deutschen meist mit "Verstand" übersetzt. Richtig verstanden ist “mind” in diesem Zusammenhang der gespaltene Geist und damit der Gedankenstrom des Ego-Geistes. Die negative Bewertung rührt daher, dass “mind” in diesem Sinne weder Bewusstsein noch reiner Geist ist, sondern das Denksystem des Egos darstellt. Diese Lehrer konzentrieren sich daher auf den Prozess der Loslösung des "individuellen Bewusstseins" vom ewigen Gedankenstrom des Egos. Im unbewussten Zustand des persönlichen Ich-Erlebens dominiert das Denksystem des Egos auch den Verstand. Daher wird der Verstand oft pauschal mit dem Denksystem des Egos gleichgesetzt. Das ist ein fataler Irrtum, denn der Verstand selbst ist nicht das Problem. Als Menschheit haben wir unseren Verstand enorm entwickelt, doch da sich auch das Ego der Logik des Verstandes bedient, sind wir äußerst raffiniert darin geworden, uns selbst zu belügen. Das ist einer der Gründe, warum der Verstand einen so schlechten Ruf hat. Doch es ist unsinnig, die Bedeutung des Verstandes selbst derart herabzusetzen und dann von den spirituellen Suchern einen vernünftigen Umgang mit dem Thema Spiritualität zu erwarten. Was dabei herauskommt, ist meist nur ein diffuses “Herumgespüre” und völlige Verwirrung über die göttlichen Gesetze. Obwohl der Verstand nicht der Sitz der geistigen Natur ist, ist er in der Tat die Pforte dazu. Bereits die alte tantrische Schrift “Vigyan Bhairav Tantra” verweist in Sutra 62 auf diesen Umstand.
“Wo immer dein Geist hinwandern mag, innerlich wie äußerlich – genau an diesem Ort: Dies.”
(Vigyan Bhairav Tantra: Sutra 62)
(Vigyan Bhairav Tantra: Sutra 62)
Dieser unser gespaltene Geist ist die Tür – genau dieser Geist. Wo immer er hinwandert, was immer er gerade denkt, erwägt, träumt: Genau dieser Verstand ist genau in diesem Augenblick die Tür.
Dies ist eine sehr revolutionäre Methode und Ein Kurs in Wundern ist eine zeitgemäße Umsetzung dieser Methode. Sie ist revolutionär, weil wir nie für möglich halten, dass unser gewöhnlicher Verstand die Tür sein könnte. Wir denken, dass nur eine geistige Koryphäe – ein Buddha, ein Jesus – Einlass erhielt … dass sie eine Art übermenschlichen Verstand und Geist besäßen. Dieser Verstand, den wir alle haben, dieser verwirrte Geist, der immerzu träumt und sich triftige oder untriftige Gedanken macht, in dem es von hässlichen Begierden, Leidenschaften, Wut, Habgier, allen möglichen Lastern wimmelt, der sich völlig unserer Kontrolle zu entziehen scheint, der uns hierhin und dorthin zerrt, von hierhin nach dorthin treibt, ein einziges Tollhaus – genau dieser Geist, so besagt dieses Sutra, ist die Tür. Egal, wo unser Geist hinwandert, egal, wohin wohlgemerkt! Auf das Was kommt es nicht an: Wo immer unser Geist hinwandern mag, innerlich wie äußerlich – genau an diesem Ort: Dies.
Dabei müssen einige Dinge verstanden werden: Der gewöhnliche Geist ist nicht so gewöhnlich, wie wir meinen. Der gewöhnliche Geist ist mit dem universellen Geist nicht unverwandt; er gehört ihm an. Seine Wurzeln gehen hinunter bis ins innerste Zentrum der Existenz. Andernfalls könntet ihr gar nicht existieren. Selbst ein Sünder hat im Göttlichen seine Wurzeln, anders könnte es ihn nicht geben. Darin begründet sich schließlich auch die schreckliche Angst im Zustand der Ego-Identifikation: “Die Raffiniertheit des Ego hinsichtlich seiner Selbsterhaltung ist enorm, stammt aber aus ebender Macht des Geistes, die das Ego verleugnet. Das bedeutet, dass das Ego das angreift, wodurch es erhalten wird, was extreme Angst zur Folge haben muss.” (EKIW: Kapitel 7, VI. 3. 1.-2.)
Diese ganze Welt selbst ist nur deshalb möglich, weil sie im Sein gründet. Unser Geist träumt, hängt Vorstellungen nach, wandert, ist verspannt, gequält, unglücklich – egal, wie er sich bewegt und wohin er sich bewegt, er bleibt im Ganzen begründet. Anders ist es nicht möglich. Wir können uns nicht aus der Existenz entfernen, das ist unmöglich. Genau jetzt haben wir unseren Grund in ihr.
Was ist also zu tun? Wenn wir in genau diesem Moment in ihr gründen, dann mag sich die egoische Haltung einbilden, es gäbe da nichts zu tun: “Wir sind bereits das Göttliche, wozu so viel Wind machen?” Das ist genau das, was viele sogenannte nonduale Lehrer lehren. Doch das ist nur eine weitere Strategie des vom Ego getriebenen Verstandes, um das Erwachen zu verhindern, denn wir gründen zwar im Göttlichen, aber wir ruhen nicht in der Erkenntnis dieser Tatsache.
Meist verbirgt sich hinter einer negativen Bewertung des “Minds” die Angst vor der Macht des Geistes (mind), die Angst vor der Macht unserer Gedanken.
“Jeder empfindet Angst. Dabei bräuchte es nur ein klein wenig richtiges Denken, um zu begreifen, warum Angst auftritt. Wenige schätzen die wirkliche Macht des Geistes richtig ein, und niemand bleibt sich ihrer die ganze Zeit hindurch völlig bewusst. Wenn du indessen hoffst, dir Angst zu ersparen, so gibt es einige Dinge, über die du dir im Klaren sein musst, und zwar voll und ganz. Der Geist ist sehr machtvoll und büßt seine schöpferische Kraft nie ein. Er schläft nie. Jeden Augenblick erschafft er. Es ist schwer zu begreifen, dass Gedanke und Glaube sich miteinander zu einer Kraftwoge verbinden, die buchstäblich Berge versetzen kann. Auf den ersten Blick erscheint es arrogant, an eine solche Macht bei dir zu glauben, doch das ist nicht der wirkliche Grund, weshalb du nicht daran glaubst. Du ziehst es vor zu glauben, dass deine Gedanken keinen wirklichen Einfluss ausüben können, weil du nämlich Angst vor ihnen hast. Das mag zwar das Schuldbewusstsein verringern, aber zu dem Preis, den Geist als ohnmächtig wahrzunehmen. Wenn du glaubst, das, was du denkst, sei wirkungslos, hörst du möglicherweise auf, Angst davor zu haben, aber du wirst es wahrscheinlich auch kaum achten. Es gibt keine nichtigen Gedanken. Alles Denken bringt Form auf irgendeiner Ebene hervor.”
(EKIW: Kapitel 2, VI. 9.)
Die Sutra lautet: Wo immer dein Geist hinwandern mag, innerlich wie äußerlich – genau an diesem Ort: Dies. Was bedeutet das konkret für unsere Erlösung? Kehre dich von den Formen ab und dem Geist selber zu, und dein Geist ist nicht länger gewöhnlich. Und dann wirst du mithilfe deines Verstandes im Lichte wahrer Vernunft erkennen, dass es einen besseren Weg als den des Egos geben muss.
Es gibt spirituelle Lehrer, die sagen: Man darf den Verstand nicht benutzen, denn wenn man den Verstand benutzt, kann man nicht über ihn hinausgelangen. Wenn man den Verstand benutzt, kann man nicht über ihn hinausgelangen, weil der Gebrauch des Verstandes ihn stärken, ihn noch mächtiger machen wird. Doch das ist in Wahrheit unmöglich. Selbst dieses Verstehen würde sich ja im Verstand abspielen. Selbst für dieses Verständnis, dass man den Verstand nicht benutzen darf, dass keine Technik helfen kann, dass jede Technik zum Hindernis wird und alles, was man unternimmt, nur eine neue Konditionierung zur Folge hat – selbst für dieses Verständnis muss man immer noch den Verstand einsetzen. Selbst das muss also vom Verstand begriffen werden.
Es gibt keine Möglichkeit, den Verstand nicht zu benutzen; der Verstand wird in jedem Fall benutzt. Man sollte ihn aber richtig benutzen. Man sollte den Verstand auf eine solche Weise einsetzen, dass man ihn nur benutzt, um den Sprung über ihn hinaus zu machen. Man benutzt ihn nur, um über ihn hinauszugehen – als Sprungbrett. Das wiederum bedeutet, den Verstand ganz SEINER Führung zu unterstellen.
“Der HEILIGE GEIST bedient sich der Logik ebenso leicht und gut wie das Ego, nur sind SEINE Schlussfolgerungen nicht wahnsinnig. Sie gehen in eine genau entgegengesetzte Richtung und zeigen so eindeutig auf den HIMMEL, wie das Ego auf Dunkelheit und Tod zeigt.”
(EKIW: Kapitel 14, Einleitung, 1. 3.-4.)
“Erkenntnis wird nicht gelehrt, aber ihre Bedingungen müssen erworben werden, denn diese sind es, die weggeworfen wurden.”
(EKIW: Kapitel 14, I. 1. 2.)
“In einer Welt, die aus Verleugnung gemacht und ohne Richtung ist, ist ein indirekter Beweis für die Wahrheit vonnöten.”
(EKIW: Kapitel 14, I. 2. 1.)
In Ein Kurs in Wundern wird der Begriff “mind” grundsätzlich für den Geist verwendet.
Lektion 30:
„GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist.“
„God is in everything I see because God is in my mind.“
“Der Begriff Geist (mind) wird benutzt, um die aktivierende Kraft des reinen Geistes (spirit) darzustellen, die dessen schöpferische Energie liefert. Wenn der Begriff in Kapitälchenschrift verwendet wird, bezieht er sich auf GOTT oder CHRISTUS (z.B. der GEIST GOTTES oder der GEIST CHRISTI). Der reine Geist ist der GEDANKE GOTTES, den ER wie SICH SELBST schuf. Der geeinte Geist ist der eine SOHN GOTTES oder CHRISTUS.”
(EKIW: BEGRIFFSBESTIMMUNG, 1. 1)
Die Unterscheidung zwischen Geist und Verstand und damit zwischen göttlicher Idee und verstandesmäßigen Gedanken ist aber auch bei der Arbeit mit dem Kurs wichtig. In der Originalsprache des Kurses heißt es: “Christ is the Son of God Who is in no way separate from His Father, Whose every thought is as loving as the Thought of His Father by which He was created.” In der deutschen Übersetzung heißt es: “CHRISTUS ist der SOHN GOTTES, DER in keiner Weise von SEINEM VATER getrennt ist, und jeder SEINER Gedanken ist so liebevoll wie der GEDANKE SEINES VATERS, durch DEN ER erschaffen wurde.” Der “GEDANKE GOTTES” ist selbstverständlich kein verstandesmäßiger Gedanke. Das englische Wort “thought“ bedeutet sowohl “Gedanke“ als auch “Idee“. Zur besseren Verständlichkeit ist daher vielleicht auch die Übersetzung “IDEE GOTTES” hilfreich. Im Kurs heißt es auch: “Alles ist eine Idee.” (EKIW: Kapitel 5, I. 2. 4.) Das erinnert uns wiederum an Platons Ideenlehre, die besagt, dass Ideen nicht durch die Sinne entstehen, sondern dass sie sich im Geist entwickeln.
Der sterbliche, also im weltlichen Sinne denkende Verstand ist ein vorübergehendes intellektuelles System, das den menschlichen Wesen für die Dauer eines materiellen Lebens zum Gebrauch geliehen ist, und je nachdem, wie wir diesen Verstand benutzen, akzeptieren oder verwerfen wir unser Entwicklungspotential. Der Verstand ist so ziemlich das Einzige, das unserem Willen unterworfen ist.
Ego, Bewusstsein, Selbst, HEILIGER GEIST, SELBST, GOTT
Manchmal haben wir vielleicht Schwierigkeiten mit den spezifischen christlichen Begriffen in Ein Kurs in Wundern wie Heiligkeit, Christus, Heiliger Geist, Himmel und Gott, aber es liegt in der Natur der Sache, dass wir spezifische Begriffe brauchen, wenn wir versuchen, auf etwas zu verweisen, das jenseits unserer mentalen Vorstellungskraft liegt. Wir können nicht auf die Wirklichkeit jenseits dieser Welt verweisen, wenn wir ausschließlich Begriffe verwenden, die in dieser Welt eine konkrete Bedeutung haben. Es ist unmöglich, allein mit Begriffen, die diese Welt der Dualität beschreiben, auf die Wahrheit zu verweisen, die kein Gegenteil kennt.
Jesus verwendet im Kurs ganz bewusst die alten jüdisch-christlichen Begriffe, um ihnen ihre wahre spirituelle Bedeutung zurückzugeben. Vielen Worten aus der biblischen Tradition wird im Kurs eine völlig andere Bedeutung als die jüdisch-christliche gegeben. Diese Veränderung der Bedeutung eines geläufigen Wortes ist ein Beispiel für den pädagogischen Prozess des Kurses, der solche “Triggerworte” verwendet, um verdrängte Aspekte des Ego-Denksystems an die Oberfläche und dem Schüler zu Bewusstsein zu bringen. Auf diese Weise können die Verdrängungen angeschaut und schließlich vergeben werden. Um wirksam zu sein, verlangt der Prozess der Berichtigung, dass wir unsere irrigen Überzeugungen und Vorstellungen erkennen, statt sie zu verdrängen. Deswegen würde die Verwendung beschönigender Worte den Prozess der Berichtigung unserer fehlerhaften Gedanken unterminieren, indem es erst gar nicht zuließe, dass sie in unserem Geist in Erscheinung treten.
Gleichzeitig verwendet Jesus im Kurs auch die alten christlichen Begriffe mit weltlicher Bedeutung und gibt ihnen ihre spirituelle Bedeutung zurück. Der Kurs ist eine Geistesschulung, die unser altes Denken völlig auf den Kopf stellt. Teil dieser Geistesschulung ist es, die Begriffe Vater, Sohn und Bruder geschlechtsneutral zu denken und alle mit diesen Begriffen verbundenen Projektionen an die Oberfläche zu bringen und zu vergeben. Der Bruder ist ein Geist, in dem die Illusionen noch bestehen, der uns jedoch im Geist ein Bruder ist. Es ist seine Wirklichkeit, die unser Bruder ist, so wie es unsere für ihn ist. Der Begriff Sohn verweist auf diese Wirklichkeit. Der Begriff Vater verweist auf den Unterschied zwischen Schöpfer und Schöpfung. Jesus gebraucht das Wort GOTT, um die Idee der Gottheit, und das Wort Vater, um die Erfahrung, GOTT zu kennen, zu bezeichnen. Die Großschreibung einiger Begriffe bedeutet, dass sich diese Begriffe direkt auf die Wirklichkeit, auf GOTT, auf das SELBST oder auf die Stimme für GOTT - den HEILIGEN GEIST - beziehen.
Beim Lesen des Kurses taucht zwangsläufig immer wieder die Frage auf: Warum drückt sich Jesus so kompliziert aus? Selbstverständlich hatte er einen Grund dafür. Ich gehe davon aus, dass uns die Ausdrucksweise dazu bringen soll, uns wirklich auf einer tiefen Ebene mit dem Gesagten auseinanderzusetzen. Wie oft haben wir spirituelle Wahrheiten nicht schon als Kalendersprüche oder Postings gelesen, ohne uns damit ernsthaft auseinanderzusetzen? Wir haben sie überlesen und mit dem Gedanken „weiß ich schon“ abgetan. Mit dem Kurs in Wundern geht das nicht. Manche Absätze im Kurs sind so kompliziert geschrieben, dass wir sie oftmals lesen müssen, um die tiefere Wahrheit jenseits der Worte zu erkennen.
Beim Lesen des Kurses gibt es noch einen ganz wichtigen Punkt zu beachten: Die Teile des Kurses, in denen es um Nondualität geht, sind wörtlich zu nehmen. Die Stellen hingegen, in denen es um Dualität geht, sind metaphorisch zu verstehen. Das ist kein Widerspruch. Wenn uns das nicht klar ist, werden wir fälschlicherweise glauben, der Kurs widerspreche sich. Am Ende ist alles außer GOTT metaphorisch. Wir brauchen aber Hilfe in unserer Sprache, um zum Ende zu kommen.
Jesus verwendet im Kurs ganz bewusst die alten jüdisch-christlichen Begriffe, um ihnen ihre wahre spirituelle Bedeutung zurückzugeben. Vielen Worten aus der biblischen Tradition wird im Kurs eine völlig andere Bedeutung als die jüdisch-christliche gegeben. Diese Veränderung der Bedeutung eines geläufigen Wortes ist ein Beispiel für den pädagogischen Prozess des Kurses, der solche “Triggerworte” verwendet, um verdrängte Aspekte des Ego-Denksystems an die Oberfläche und dem Schüler zu Bewusstsein zu bringen. Auf diese Weise können die Verdrängungen angeschaut und schließlich vergeben werden. Um wirksam zu sein, verlangt der Prozess der Berichtigung, dass wir unsere irrigen Überzeugungen und Vorstellungen erkennen, statt sie zu verdrängen. Deswegen würde die Verwendung beschönigender Worte den Prozess der Berichtigung unserer fehlerhaften Gedanken unterminieren, indem es erst gar nicht zuließe, dass sie in unserem Geist in Erscheinung treten.
Gleichzeitig verwendet Jesus im Kurs auch die alten christlichen Begriffe mit weltlicher Bedeutung und gibt ihnen ihre spirituelle Bedeutung zurück. Der Kurs ist eine Geistesschulung, die unser altes Denken völlig auf den Kopf stellt. Teil dieser Geistesschulung ist es, die Begriffe Vater, Sohn und Bruder geschlechtsneutral zu denken und alle mit diesen Begriffen verbundenen Projektionen an die Oberfläche zu bringen und zu vergeben. Der Bruder ist ein Geist, in dem die Illusionen noch bestehen, der uns jedoch im Geist ein Bruder ist. Es ist seine Wirklichkeit, die unser Bruder ist, so wie es unsere für ihn ist. Der Begriff Sohn verweist auf diese Wirklichkeit. Der Begriff Vater verweist auf den Unterschied zwischen Schöpfer und Schöpfung. Jesus gebraucht das Wort GOTT, um die Idee der Gottheit, und das Wort Vater, um die Erfahrung, GOTT zu kennen, zu bezeichnen. Die Großschreibung einiger Begriffe bedeutet, dass sich diese Begriffe direkt auf die Wirklichkeit, auf GOTT, auf das SELBST oder auf die Stimme für GOTT - den HEILIGEN GEIST - beziehen.
Beim Lesen des Kurses taucht zwangsläufig immer wieder die Frage auf: Warum drückt sich Jesus so kompliziert aus? Selbstverständlich hatte er einen Grund dafür. Ich gehe davon aus, dass uns die Ausdrucksweise dazu bringen soll, uns wirklich auf einer tiefen Ebene mit dem Gesagten auseinanderzusetzen. Wie oft haben wir spirituelle Wahrheiten nicht schon als Kalendersprüche oder Postings gelesen, ohne uns damit ernsthaft auseinanderzusetzen? Wir haben sie überlesen und mit dem Gedanken „weiß ich schon“ abgetan. Mit dem Kurs in Wundern geht das nicht. Manche Absätze im Kurs sind so kompliziert geschrieben, dass wir sie oftmals lesen müssen, um die tiefere Wahrheit jenseits der Worte zu erkennen.
Beim Lesen des Kurses gibt es noch einen ganz wichtigen Punkt zu beachten: Die Teile des Kurses, in denen es um Nondualität geht, sind wörtlich zu nehmen. Die Stellen hingegen, in denen es um Dualität geht, sind metaphorisch zu verstehen. Das ist kein Widerspruch. Wenn uns das nicht klar ist, werden wir fälschlicherweise glauben, der Kurs widerspreche sich. Am Ende ist alles außer GOTT metaphorisch. Wir brauchen aber Hilfe in unserer Sprache, um zum Ende zu kommen.
Der spirituelle Weg besteht zu 1 % aus Metaphysik und zu 99 % aus Praxis, aber die Metaphysik bildet die Grundlage der Praxis. Wenn die Metaphysik falsch ist, ist alles Üben umsonst.
Als westliche Sucher in den 1960er Jahren begannen, den spirituellen Reichtum Indiens zu entdecken, brachten sie viel wertvolles Wissen mit in den Westen und leisteten damit einen bedeutenden Beitrag zur zivilisatorischen und geistigen Entwicklung der Menschheit. Es handelt sich dabei um jene philosophische Stufe, bei der wir Freiheit von allen konventionellen und traditionellen Hemmnissen erreichen und wagen, ehrlich, loyal, furchtlos und wahrheitsliebend zu denken, zu handeln und zu leben.
Doch dieses Fortschreiten war immer auch ein Wettrennen hin zu immer mehr Individualität. Im Westen wurden aus Gospelsängern Popstars. Nicht mehr das wahre SELBST wurde gefeiert, sondern das persönliche Selbst. Jetzt wo wir die Begrenztheit unserer Vorstellungen von Familie, Stammestradition, Religion und Nationalismus durchschaut haben - wohin sollen wir uns wenden? Für unser persönliches Selbst hat die schmerzliche Erfahrung der psychischen und spirituellen Entfremdung einen historischen Höhepunkt erreicht. Viele Menschen versuchen daher, aus Versatzstücken unterschiedlicher Religionen ihre höchst private Glaubenswelt zu bauen. Vieles davon basiert auf Fragmenten östlicher Traditionen.
Doch wir dürfen spirituelle Konzepte wie Wiedergeburt, Karma oder Schicksal nicht als Wahrheiten betrachten, sondern lediglich als Hilfsmittel für einen gespaltenen Geist auf dem Weg des spirituellen Erwachens, und je nachdem, wie der Geist eines Menschen geprägt ist, sind diese Konzepte mehr oder weniger hilfreich. Keines dieser Konzepte ist grundsätzlich falsch und keines ist grundsätzlich richtig - es sind lediglich Hilfsmittel.
Und so finden wir in vielen modernen spirituellen Konzepten auch zwei zentrale Missverständnisse indischer Spiritualität wieder: Zum einen den Glauben an die Seelenwanderung und zum anderen den Glauben, dass die Erlösung allein durch eigene Anstrengungen, ohne Hilfe des Heiligen Geistes, erreicht werden könne. Doch die Erfahrung von Individualität und damit von Trennung ist der zentrale Irrtum. Trennung ist unser einziges Problem, gleichgültig, welche Form sie annimmt. Dieses Problem können wir niemals mit demselben Geist lösen, durch den es entstanden ist. Der damalige Versuch, westliche Psychologie mit indischer Spiritualität zu verbinden, führte zur Verwechslung von persönlichem Selbst und wahrem SELBST.
Gleichzeitig mit der Verwirrung über das Selbst und das SELBST, die in den 1960er Jahren aufkam, kam Ein Kurs in Wundern in die Welt, der dieses zentrale Missverständnis wieder berichtigte. Ein Kurs in Wundern entstand zwischen 1965 und 1972 und wurde im Jahre 1976 das erste Mal als Buch veröffentlicht. Der Kurs kam mit Hilfe zweier US-amerikanischer Psychologen in die Welt und im Kurs finden sich zentrale Begriffe der westlichen Psychologie. ER lehrt uns, dass unser Selbst nichts ist, dass aber unser SELBST alles ist.
“Ich bin ein SELBST, vereint mit meinem SCHÖPFER.”
(EKIW: Lektion 95)
(EKIW: Lektion 95)
Das SELBST ist der CHRISTUS ist GOTTES SOHN, wie GOTT IHN schuf. Das SELBST ist das, was wir miteinander teilen und das uns miteinander und auch mit GOTT eint. ES ist der vollkommene GEDANKE im GEIST GOTTES. Das SELBST, oft auch als wahres Selbst bezeichnet, hat die Einheit mit GOTT nicht verlassen. Das SELBST ist das Bindeglied, das uns eins mit GOTT erhält und dafür bürgt, dass die Trennung nicht mehr als eine Illusion ist.
Übung
Erschaffe in deinem Geist ein Lebewesen, das heißt, stelle dir ein Lebewesen vor. Das kann ein Lichtpunkt, ein Lichtwesen oder ein konkretes körperliches Wesen sein. Nimm dann dein Gefühl beim Betrachten dieses Wesens wahr. Auch wenn es dir nur für einen kurzen Augenblick gelingen mag: Wenn es authentisch ist, wirst du merken, dass du Liebe für dieses von dir geschaffene Geschöpf empfindest. Und dieses Geschöpf muss dafür nichts tun, es muss nichts leisten, du erfreust dich einfach an seinem Dasein. Genau das empfindet GOTT für sein Geschöpf, es gibt da keine Idee von Strafe oder Strenge. GOTT will das vollkommene Glück für sein Geschöpf. ER will, dass es ALLES hat.
Diese Übung zeigt außerdem sehr eindrucksvoll, dass das Geschöpf den Geist seines Schöpfers niemals verlassen kann. Eine Trennung von Geschöpf und Schöpfer ist unmöglich. Und trotzdem ist das Geschöpf nicht der Schöpfer SELBST.
Erschaffe in deinem Geist ein Lebewesen, das heißt, stelle dir ein Lebewesen vor. Das kann ein Lichtpunkt, ein Lichtwesen oder ein konkretes körperliches Wesen sein. Nimm dann dein Gefühl beim Betrachten dieses Wesens wahr. Auch wenn es dir nur für einen kurzen Augenblick gelingen mag: Wenn es authentisch ist, wirst du merken, dass du Liebe für dieses von dir geschaffene Geschöpf empfindest. Und dieses Geschöpf muss dafür nichts tun, es muss nichts leisten, du erfreust dich einfach an seinem Dasein. Genau das empfindet GOTT für sein Geschöpf, es gibt da keine Idee von Strafe oder Strenge. GOTT will das vollkommene Glück für sein Geschöpf. ER will, dass es ALLES hat.
Diese Übung zeigt außerdem sehr eindrucksvoll, dass das Geschöpf den Geist seines Schöpfers niemals verlassen kann. Eine Trennung von Geschöpf und Schöpfer ist unmöglich. Und trotzdem ist das Geschöpf nicht der Schöpfer SELBST.
Der CHRISTUS, das wahre SELBST, ist nicht ein Teil GOTTES, sondern eine Ausdehnung SEINER Ganzheit. GOTT dehnt sich aus und hält dadurch die Erkenntnis seiner selbst bei. Und CHRISTUS dehnt sich selber aus, indem er als gleichzeitige Ausdehnungen des Ganzen weitere Schöpfungen erschafft, die in vollkommenen Einssein mit GOTT und CHRISTUS ebenfalls genau gleich sind. CHRISTUS erschafft wie GOTT, weil er GOTT gleich ist. Wir sind DIESER EINE! Alle Macht unter HIMMEL UND ERDE wohnt in uns! Das SELBST ist der einzige Teil von uns, der in Wahrheit Wirklichkeit besitzt. Der Rest sind Träume.
“Es gibt keine Welt!
Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht.”
(EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.)
Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht.”
(EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.)
Mit dieser Aussage in Lektion 132 fordert uns Jesus nicht auf, die Welt zu leugnen oder zu verdammen, sondern er fordert uns auf, so zu leben, als gäbe es keine Welt. Er lädt uns ein, ein ewiges Leben unter der Führung des HEILIGEN GEISTES zu leben. Der HEILIGE GEIST reicht aus dem CHRISTUS in uns in alle unsere Träume und heißt sie, zu IHM zu kommen, um in die Wahrheit übersetzt zu werden. Dann werden alle Träume verblassen und endlich wird uns unser heiliges SELBST, CHRISTUS, offenbart werden.
Das SELBST ist heilig, jenseits aller Gedanken der Heiligkeit, die wir uns jetzt vorstellen können. Seine Liebe ist grenzenlos und von einer Intensität, die alle Dinge in der Ruhe stiller Gewissheit in sich birgt. Seine Stärke kommt nicht von brennenden Impulsen, die die Welt bewegen, sondern von der grenzenlosen LIEBE GOTTES SELBST. Und wie GOTT SELBST erkennt sich das SELBST durch die ewige Ausdehnung seiner selbst, als vollkommene Herrlichkeit und LIEBE. Wie weit jenseits dieser Welt muss unser SELBST sein und dennoch wie nah bei uns und nah bei GOTT.
“Nichts Wirkliches lässt sich vermehren außer durch Miteinanderteilen.
Deshalb hat GOTT dich erschaffen.
Die GÖTTLICHE ABSTRAKTION freut sich am Teilen.”
(EKIW: Kapitel 4, VII. 5. 2.-5.)
“Das Sein muss ausgedehnt werden.
Das ist die Art und Weise, wie es die Erkenntnis seiner selbst beibehält.”
(EKIW: Kapitel 7, IX. 2. 6.&7.)
Deshalb hat GOTT dich erschaffen.
Die GÖTTLICHE ABSTRAKTION freut sich am Teilen.”
(EKIW: Kapitel 4, VII. 5. 2.-5.)
“Das Sein muss ausgedehnt werden.
Das ist die Art und Weise, wie es die Erkenntnis seiner selbst beibehält.”
(EKIW: Kapitel 7, IX. 2. 6.&7.)
"Einssein ist einfach die Idee: GOTT ist."
(EKIW: Lektion 169, 5. 1.)
(EKIW: Lektion 169, 5. 1.)
GOTT ist kein Wesen. GOTT ist nicht das Universum und auch keine Energie. GOTT ist reine Abstraktion. GOTT ist das Namenlose, das Ewige, das Unbegrenzte. GOTT ist alles was wirklich IST. GOTT ist SELBST die Vollständigkeit. GOTT ist die QUELLE allen SEINS und das SEIN SELBST. GOTT ist reine, grenzenlose und somit gegenstandslose, vollkommene LIEBE. Ein anderes Wort für GOTT ist ONENESS - das Einssein.
"Einssein ist einfach die Idee: GOTT ist. Und in SEINEM SEIN umfasst ER alle Dinge. Kein Geist birgt irgendetwas außer IHM. Wir sagen: »GOTT ist«, und dann hören wir auf zu sprechen, denn in dieser Erkenntnis sind Worte bedeutungslos. Da sind keine Lippen, sie zu sprechen, und kein Teil des Geistes, der sich genügend unterscheiden würde, um zu verspüren, dass ihm jetzt etwas bewusst ist, was nicht er selber ist. Er hat sich vereint mit seiner QUELLE. Und wie die QUELLE SELBST, so ist er einfach."
(EKIW: Lektion 169, 5. 1.-7.)
“Es gibt kein Leben außerhalb des HIMMELS. Wo GOTT das Leben schuf, da muss das Leben sein. In jedem Zustand, der getrennt vom HIMMEL ist, ist Leben eine Illusion.” (EKIW: Kapitel 23, II. 19. 1.-3.) “Der HIMMEL ist weder ein Ort noch ein Zustand. Er ist nur ein Gewahrsein vollkommenen EINSSEINS und die Erkenntnis, dass es sonst nichts gibt, nichts außerhalb dieses EINSSEINS und nichts anderes darin.” (EKIW: Kapitel 18, VI. 1. 5.-6.)
Verweise auf die Wirklichkeit, auf GOTT, den HIMMEL und das SELBST, sollen nicht den Eindruck erwecken, wir könnten die Wirklichkeit verstehen. Die Wirklichkeit kann grundsätzlich nicht verstanden, sondern nur erfahren werden. Wenn von Ausdehnung die Rede ist, handelt es sich selbstverständlich nicht um einen räumlichen Prozess, sondern um einen endlosen Austausch vollkommener Liebe, die jedes Verständnis übersteigt. Die Verweise dienen lediglich dazu, uns bewusst zu machen, dass unsere alltägliche menschliche Erfahrung nicht unsere Wirklichkeit ist und dass im Grunde alles, was wir über die Wirklichkeit verstandesmäßig zu wissen glauben, falsch ist.
“Der Grund für den Kurs ist [...], dass du nicht erkennst, was du bist.”
(EKIW: Kapitel 9, I. 2. 5.)
(EKIW: Kapitel 9, I. 2. 5.)
Das Ego erkennt die Wahrheit nicht. Nur in der Verwirrung ist es ein Experte. Und so taucht immer wieder die Frage auf, ob Gott als persönlich oder unpersönlich zu betrachten ist. Die Antwort auf diese Frage ist in Wahrheit ganz einfach. GOTT ist absolut unpersönlich und abstrakt. Wir als Mensch - als Person, als Individuum - können jedoch eine persönliche Beziehung zu GOTT aufbauen. Diese geistige Verbindung nennen wir im Christentum und im Kurs HEILIGER GEIST. Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die persönliche Beziehung zu GOTT nicht das Ziel des spirituellen Weges ist, sondern lediglich der Weg. Das Ziel ist das Ende der Person und damit die Erkenntnis der eigenen Wirklichkeit als CHRISTUS, als SOHN GOTTES.
Wer beispielsweise zu GOTT beten möchte, kann dies nur tun, indem er GOTT mit „du“ anredet und ihn auf diese Weise personalisiert, sich sein Gegenüber sozusagen vorstellt. Jesus gebraucht das Wort GOTT, um die Idee der Gottheit, und das Wort Vater, um die Erfahrung, GOTT zu kennen, zu bezeichnen. Er verwendete seinerzeit sogar den Begriff „Papa“ (hebr.: „Abba“).
Doch auch der unpersönliche Seins-Aspekt GOTTES ist uns bis zu einem gewissen Grad zugänglich. Wenn wir von GOTT als der dem “absoluten Sein“ oder als dem “Ganzen der Wirklichkeit" sprechen, so ist er auch in allem zugänglich, weil wir ihn in allem, was um uns herum ist, sehen dürfen. Wir können Gott in allem wahrnehmen. "GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist." (EKIW: Lektion 30) Dafür müssen wir freilich einen geistlichen Sinn entwickeln: Dies bedeutet spirituelles Erwachen zur Schau CHRISTI.
GOTT kann in der Tat direkt erreicht werden, denn es gibt keine Entfernung zwischen IHM und SEINEM SOHN. Es gibt diejenigen, die GOTT direkt erreicht haben, ohne eine Spur weltlicher Grenzen beizubehalten, und die sich vollkommen an ihre eigene IDENTITÄT erinnern. Jesus war einer von ihnen. Diese könnte man die LEHRER der Lehrer nennen, weil ihr Bild, obwohl sie nicht mehr sichtbar sind, noch angerufen werden kann. Und sie werden erscheinen, wann und wo es hilfreich ist, dass sie es tun. Denjenigen, für die solche Erscheinungen beängstigend wären, geben sie ihre Ideen. Niemand kann sie vergeblich anrufen.
“Manchmal mag ein Lehrer GOTTES eine kurze Erfahrung der direkten Vereinigung mit GOTT haben. In dieser Welt ist es fast unmöglich, dass diese von Dauer ist. Sie kann vielleicht nach viel Andacht und Hingabe gewonnen und dann für einen großen Teil der Zeit auf Erden aufrechterhalten werden. Aber das ist so selten, dass es nicht als ein realistisches Ziel betrachtet werden kann. Wenn es geschieht, so sei es. Wenn es nicht geschieht, so sei es ebenso. Alle weltlichen Zustände müssen illusionär sein. Wenn GOTT in einem anhaltenden Bewusstseinszustand direkt erreicht würde, würde der Körper nicht lange aufrechterhalten.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 26. 3. 1.-8.)
Wer beispielsweise zu GOTT beten möchte, kann dies nur tun, indem er GOTT mit „du“ anredet und ihn auf diese Weise personalisiert, sich sein Gegenüber sozusagen vorstellt. Jesus gebraucht das Wort GOTT, um die Idee der Gottheit, und das Wort Vater, um die Erfahrung, GOTT zu kennen, zu bezeichnen. Er verwendete seinerzeit sogar den Begriff „Papa“ (hebr.: „Abba“).
Doch auch der unpersönliche Seins-Aspekt GOTTES ist uns bis zu einem gewissen Grad zugänglich. Wenn wir von GOTT als der dem “absoluten Sein“ oder als dem “Ganzen der Wirklichkeit" sprechen, so ist er auch in allem zugänglich, weil wir ihn in allem, was um uns herum ist, sehen dürfen. Wir können Gott in allem wahrnehmen. "GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist." (EKIW: Lektion 30) Dafür müssen wir freilich einen geistlichen Sinn entwickeln: Dies bedeutet spirituelles Erwachen zur Schau CHRISTI.
GOTT kann in der Tat direkt erreicht werden, denn es gibt keine Entfernung zwischen IHM und SEINEM SOHN. Es gibt diejenigen, die GOTT direkt erreicht haben, ohne eine Spur weltlicher Grenzen beizubehalten, und die sich vollkommen an ihre eigene IDENTITÄT erinnern. Jesus war einer von ihnen. Diese könnte man die LEHRER der Lehrer nennen, weil ihr Bild, obwohl sie nicht mehr sichtbar sind, noch angerufen werden kann. Und sie werden erscheinen, wann und wo es hilfreich ist, dass sie es tun. Denjenigen, für die solche Erscheinungen beängstigend wären, geben sie ihre Ideen. Niemand kann sie vergeblich anrufen.
“Manchmal mag ein Lehrer GOTTES eine kurze Erfahrung der direkten Vereinigung mit GOTT haben. In dieser Welt ist es fast unmöglich, dass diese von Dauer ist. Sie kann vielleicht nach viel Andacht und Hingabe gewonnen und dann für einen großen Teil der Zeit auf Erden aufrechterhalten werden. Aber das ist so selten, dass es nicht als ein realistisches Ziel betrachtet werden kann. Wenn es geschieht, so sei es. Wenn es nicht geschieht, so sei es ebenso. Alle weltlichen Zustände müssen illusionär sein. Wenn GOTT in einem anhaltenden Bewusstseinszustand direkt erreicht würde, würde der Körper nicht lange aufrechterhalten.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 26. 3. 1.-8.)
“Der HEILIGE GEIST ist das höchste Medium der Kommunikation.”
(EKIW: Kapitel 1, I. 46. 1.)
(EKIW: Kapitel 1, I. 46. 1.)
Der HEILIGE GEIST ist die optimierende Schubkraft der Wirklichkeit, er ist der einzige Teil der HEILIGEN DREIEINIGKEIT, der symbolische Funktion hat. ER wird als der HEILER, TRÖSTER und FÜHRER bezeichnet. Der HEILIGE GEIST ist der CHRISTUSGEIST, der sich der Erkenntnis bewusst ist, die jenseits der Wahrnehmung liegt. In den anfänglichen Kapiteln des Urtextes des Kurses taucht noch der Begriff “spirituelles Auge” auf. Später wird nur noch von der Schau CHRISTI gesprochen. In der Schau CHRISTI offenbart sich uns der HEILIGE GEIST. Der HEILIGE GEIST ist der göttliche Funke in uns. ER ist der göttliche Geist, der dem Verstand des Menschen innewohnt - der Gedankenjustierer. In der Bhagavad Gita symbolisiert Krishna den HEILIGEN GEIST. Der HEILIGE GEIST ist die INSPIRATION, die die ganze SOHNSCHAFT miteinander teilt. Der HEILIGE GEIST vermittelt zwischen Illusionen und der Wahrheit. ER übersetzt Anblicke und Geräusche von den Zeugnissen der Angst in diejenigen der Liebe. ER löst eine Art der Wahrnehmung aus, in der viele Elemente denjenigen im geeinten GEIST selbst gleichen. Der HEILIGE GEIST ist der Geist der Freude. ER ist der RUF zur Umkehr, mit dem GOTT den Geist SEINER getrennten SÖHNE gesegnet hat. Die STIMME des HEILIGEN GEISTES ist die STIMME FÜR GOTT. Sie befiehlt nicht, sie fordert nicht, sie erinnert nur, sie ist immer leise, weil sie vom Frieden spricht. Die Stimme des Egos ist am Beginn des Weges zu GOTT die lauteste Stimme in uns und so braucht es unsere ehrliche Bereitschaft, um die leise STIMME FÜR GOTT zu hören. Sie ist nicht an sich leise, doch wird sie durch unseren Unwillen begrenzt, sie zu hören. Die STIMME des HEILIGEN GEISTES ist so laut wie unsere Bereitschaft, zuzuhören.
Die Stimme für GOTT kann auch als Intuition bezeichnet werden, jedoch ist es wichtig, sie nicht mit anderen Stimmen zu verwechseln. Intuition in diesem Sinne ist nicht das Ergebnis eines Denkprozesses, Intuition ist auch keine Gefühlsregung und auch kein Instinkt, sondern ein intuitives Wissen, das nicht vom Menschen ausgeht.
Der HEILIGE GEIST ist, wie das Ego, eine Entscheidung. Zusammen bilden sie die einzigen Alternativen, die der Geist annehmen und denen er gehorchen kann. Der HEILIGE GEIST und das Ego sind die einzigen Entscheidungsmöglichkeiten, die uns offen stehen. Die beiden Stimmen sprechen gleichzeitig für verschiedene Deutungen derselben Sache, oder fast gleichzeitig, denn das Ego spricht immer zuerst. Das Ego spricht urteilend, und der HEILIGE GEIST kehrt dessen Entscheidung um. Die Entscheidungen des Ego sind immer falsch, weil sie auf dem Irrtum beruhen, zu dessen Aufrechterhaltung sie getroffen wurden.
“Weder GOTT noch das Ego vertreten ein partielles Denksystem. Jedes ist in sich stimmig, aber sie sind einander in jeder Hinsicht diametral entgegengesetzt, so dass eine teilweise Treue unmöglich ist.”
(EKIW: Kapitel 11, Einleitung, 1. 3.&4.)
“Was ist das Ego?
Nur ein Traum dessen, was du wirklich bist.
Ein Gedanke, dass du getrennt von deinem SCHÖPFER bist, und ein Wunsch, das zu sein, was ER nicht schuf.
Es ist ein Ding des Wahnsinns und überhaupt keine Wirklichkeit.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, 2. 1. 4.-7.)
Nur ein Traum dessen, was du wirklich bist.
Ein Gedanke, dass du getrennt von deinem SCHÖPFER bist, und ein Wunsch, das zu sein, was ER nicht schuf.
Es ist ein Ding des Wahnsinns und überhaupt keine Wirklichkeit.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, 2. 1. 4.-7.)
Der Begriff Ego wird in der Welt in völlig unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Der alltagssprachliche Begriff Ego hat mit dem Begriff Ego im spirituellen Sinn absolut nichts zu tun und auch im spirituellen Kontext wird der Begriff Ego unterschiedlich verwendet. Im Sinne des Kurses ist das Ego das Verlangen nach Trennung. Es ist der Wunsch, etwas zu sein, was GOTT nicht schuf, das Verlangen nach mehr als ALLES. Das ist es, worauf – richtig verstanden – auch die Begriffe “Teufel” und “Antichrist” verweisen: die merkwürdige Idee, es gebe eine Macht über der Allmacht, einen Ort jenseits des Unendlichen, eine Zeit, die über das Ewige hinausgeht. Der Geist kann den Glauben an die Trennung sehr wirklich und sehr schrecklich machen, und dieser Glaube ist der “Teufel”.
Das Ego steht für den Versuch, sich über GOTT zu stellen. Das Ego will nicht die Nummer zwei sein. Die Stimme des Egos in unserem Bewusstsein klingt folgendermaßen: “Ich stell dir eine Umgebung zur Verfügung, in der du dein eigenes Selbst machen kannst und du kannst dir immer wieder ein neues Selbst machen und die gute Nachricht dabei ist, du bist die Nummer Eins.” Die Welt aus Raum und Zeit ist diese Umgebung. Doch alles, was wir hier finden, ist nur Krankheit, Leiden, Verlust und Tod. Diese Welt wurde als Angriff auf GOTT gemacht. Sie ist Symbol der Angst. Nicht Lebenswille, sondern Todeswunsch ist die Motivation für diese Welt. Ihr einziges Ziel ist, zu beweisen, dass Schuld wirklich ist.
Das Ego ist die geträumte Autonomie vom WILLEN GOTTES. In dieser schrecklichen Autonomie ist es dazu verdammt, zu leiden und sein Leben im Tod zu enden. Es träumt von Strafe, und es zittert vor den Gestalten in seinen Träumen, seinen Feinden, von denen es sich ständig bedroht fühlt, bevor es dadurch für seine Sicherheit sorgen kann, dass es sie angreift. Das Ego ist wahnsinnig. Voll Angst steht es, abgesondert von ALLEN und in Trennung vom UNENDLICHEN.
Das Ziel des Ego ist ganz ausdrücklich Ego-Autonomie. Von Anfang an bezweckt es also, getrennt zu sein, sich selber zu genügen und von keiner Macht abhängig zu sein, außer seiner eigenen. Deshalb ist es das Symbol der Trennung. Der Glaube an Ego-Autonomie kostet uns die Erkenntnis unserer Abhängigkeit von GOTT, in welcher unsere Freiheit liegt. Das Ego sieht jegliche Abhängigkeit als bedrohlich an und hat sogar unsere Sehnsucht nach GOTT zu einem Mittel verdreht, um sich selbst zu etablieren und zu erhöhen. Lassen wir uns von seiner Deutung - dem sogenannten “spirituellen Ego” - nicht täuschen.
Das Ego ist die bruderlose Illusion und das Selbst, das allein zu sein scheint im ganzen Universum. Es ist ein Ding des Wahnsinns und überhaupt keine Wirklichkeit, nur ein Traum. Das Ego ist nichts, aber in einer Form, die wie etwas zu sein scheint.
Fast jeder Mensch ist mit irgendeiner Auswirkung des Ego-Wahnsinns unzufrieden, sei es mit dem Kapitalismus, sei es mit dem Leistungsdruck oder dem Hass in unserer Gesellschaft, sei es mit Rassismus oder der Gender Pay Gap, sei es mit Krieg, Hunger oder Umweltverschmutzung. Aber kaum einer der Unzufriedenen ist mit der Ursache all dieser Probleme unzufrieden. Die Ursache all unserer Probleme ist das Verlangen nach Trennung und der Glaube an Trennung. Der einzige Grund, weshalb wir überhaupt irgend etwas davon haben wollen, ist der, dass wir es nicht als Ganzes sehen.
Es gibt Bücher, in denen spirituelle Lehrer sagen, wir sollen unser Ego lieben. Wie sollen wir es denn lieben? Es ist ein Todeswunsch! Wir müssen es auflösen. Wir müssen unseren Geist von ihm abwenden; wir können es nicht lieben. Wir müssen es buchstäblich vergeben, über es hinwegsehen und ihm keine Wirklichkeit und keinen Glauben geben.
Gesetze des Egos
In Lektion 76 beschreibt Jesus sehr genau, welchen Gesetzen wir zu unterliegen glauben, wenn wir uns mit dem Ego-Denksystem identifizieren. In unserer Identifikation mit dem Ego haben wir uns mit Gesetzen gefangen gesetzt, die ebenso unsinnig sind wie es selbst. In Wahrheit sind wir nicht durch sie gebunden. Um jedoch zu verstehen, dass dies so ist, müssen wir zuerst begreifen, dass die Erlösung nicht dort liegt. In Lektion 76 sind folgende unsinnigen Ego-Gesetze dezidiert angeführt:
In Lektion 76 beschreibt Jesus sehr genau, welchen Gesetzen wir zu unterliegen glauben, wenn wir uns mit dem Ego-Denksystem identifizieren. In unserer Identifikation mit dem Ego haben wir uns mit Gesetzen gefangen gesetzt, die ebenso unsinnig sind wie es selbst. In Wahrheit sind wir nicht durch sie gebunden. Um jedoch zu verstehen, dass dies so ist, müssen wir zuerst begreifen, dass die Erlösung nicht dort liegt. In Lektion 76 sind folgende unsinnigen Ego-Gesetze dezidiert angeführt:
- Der Glaube, dass wir verhungern, wenn wir nicht Stapel farbiger Papierschnipsel und Haufen kleiner Scheiben aus Metall besitzen.
- Der Glaube an die »Gesetze« der Wirtschaft. Der Glaube an Bezahlung, Tausch und Ersatz.
- Der Glaube, dass ein kleines, rundes Kügelchen oder eine Flüssigkeit, die durch eine spitze Nadel in unsere Adern gedrückt wird, Krankheit und Tod abwendet. Der Glaube an die »Gesetze« der Medizin.
- Der Glaube an die »Gesetze« der Gesundheit. Darunter könnten beispielsweise die »Gesetze« der Ernährung, der Impfungen, der medizinischen Behandlung und der unzähligen Arten von Schutz für den Körper fallen.
- Der Glaube, wenn wir den Körper schützen, sind wir gerettet.
- Der Glaube, wir seien allein, wenn nicht ein anderer Körper bei uns ist.
- Der Glaube an die »Gesetze« der Freundschaft, der »guten« Beziehungen und der Gegenseitigkeit.
- Und vielleicht sogar der Glaube, es gebe Gesetze, die dartun, was GOTT gehört und was unser ist.
“Ich unterstehe keinen Gesetzen außer den Gesetzen GOTTES.”
(EKIW: Lektion 76)
(EKIW: Lektion 76)
“Nichts, was die Welt glaubt, ist wahr.”
(EKIW: Lektion 139, 7. 1.)
(EKIW: Lektion 139, 7. 1.)
Der Begriff “Ego” im alltäglichen Sprachgebrauch
Im alltäglichen Sprachgebrauch – also innerhalb des Ego-Denksystems – wird der Begriff “Ego“ ganz anders verwendet, als er im spirituellen Sinne gemeint ist. Wenn wir davon sprechen, dass jemand “ein großes Ego“ habe, meinen wir gewöhnlich einen Menschen, der sich selbst für besonders wichtig, überlegen oder großartig hält.
Aus spiritueller Sicht ist das jedoch nur eine Seite der Dualität. Das Gegenstück dazu ist das Gefühl, klein, unbedeutend oder minderwertig zu sein. Beides erscheint uns zunächst wie ein Gegensatz. Auf der Ebene des Ego-Denksystems sind wir deshalb ständig damit beschäftigt, unser Selbstbild zu verändern: Wir wollen größer werden, wenn wir uns klein fühlen, und unser Großartigsein beweisen, wenn wir Angst haben, nicht zu genügen.
Aus spiritueller Sicht ist jedoch beides gleichermaßen irrelevant. Ob wir uns großartig oder minderwertig fühlen, macht für das eigentliche Problem keinen Unterschied. Denn das Problem liegt auf einer anderen Ebene: im Glauben, überhaupt jemand zu sein.
Der Glaube, jemand zu sein – eine Person, ein getrenntes Individuum mit einem eigenen, von anderen unabhängigen Selbst – ist die Grundlage der Identifikation mit dem Ego-Denksystem. Unser persönliches Selbst ist lediglich ein Konzept. Und dieses Selbstkonzept besteht aus einer Geschichte darüber, wer wir angeblich sind: aus Eigenschaften, Erfahrungen, Erfolgen und Misserfolgen, Rollen, Beziehungen und Bewertungen.
Das Ego muss dieses fragile Selbstbild ständig aufrechterhalten. Es vergleicht, bewertet, rechtfertigt, verteidigt und manipuliert. Denn unter all diesen Bemühungen liegt die Angst, dass das Bild, das wir von uns machen, nicht trägt – und dass wir, wenn wir dieses Bild verlieren, nichts Liebenswertes mehr vorfinden.
Doch genau hier liegt die Täuschung.
Wir müssen nicht lernen, ein besseres persönliches Selbst zu werden. Wir müssen auch nicht dafür sorgen, dass unser Ego sich endlich großartig genug fühlt. Denn sowohl das Gefühl “Ich bin etwas Besonderes“ als auch “Ich bin nicht gut genug“ halten uns innerhalb derselben Vorstellung fest: der Vorstellung, ein getrenntes Ich zu sein.
Auf dieser Ebene gibt es deshalb auch keine Erlösung. Die Lösung besteht nicht darin, das Ego scheinbar zu verbessern. Sie besteht darin, die gesamte Vorstellung eines getrennten persönlichen Selbst zu hinterfragen.
Ob wir uns klein und minderwertig oder wahnsinnig toll und großartig empfinden, ist nicht entscheidend, den es sind nur die zwei Seiten derselben Täuschung: der Versuch, die Trennung wahr zu machen und unsere eigentliche Wirklichkeit als EINHEIT in LIEBE zu verleugnen.
Im alltäglichen Sprachgebrauch – also innerhalb des Ego-Denksystems – wird der Begriff “Ego“ ganz anders verwendet, als er im spirituellen Sinne gemeint ist. Wenn wir davon sprechen, dass jemand “ein großes Ego“ habe, meinen wir gewöhnlich einen Menschen, der sich selbst für besonders wichtig, überlegen oder großartig hält.
Aus spiritueller Sicht ist das jedoch nur eine Seite der Dualität. Das Gegenstück dazu ist das Gefühl, klein, unbedeutend oder minderwertig zu sein. Beides erscheint uns zunächst wie ein Gegensatz. Auf der Ebene des Ego-Denksystems sind wir deshalb ständig damit beschäftigt, unser Selbstbild zu verändern: Wir wollen größer werden, wenn wir uns klein fühlen, und unser Großartigsein beweisen, wenn wir Angst haben, nicht zu genügen.
Aus spiritueller Sicht ist jedoch beides gleichermaßen irrelevant. Ob wir uns großartig oder minderwertig fühlen, macht für das eigentliche Problem keinen Unterschied. Denn das Problem liegt auf einer anderen Ebene: im Glauben, überhaupt jemand zu sein.
Der Glaube, jemand zu sein – eine Person, ein getrenntes Individuum mit einem eigenen, von anderen unabhängigen Selbst – ist die Grundlage der Identifikation mit dem Ego-Denksystem. Unser persönliches Selbst ist lediglich ein Konzept. Und dieses Selbstkonzept besteht aus einer Geschichte darüber, wer wir angeblich sind: aus Eigenschaften, Erfahrungen, Erfolgen und Misserfolgen, Rollen, Beziehungen und Bewertungen.
Das Ego muss dieses fragile Selbstbild ständig aufrechterhalten. Es vergleicht, bewertet, rechtfertigt, verteidigt und manipuliert. Denn unter all diesen Bemühungen liegt die Angst, dass das Bild, das wir von uns machen, nicht trägt – und dass wir, wenn wir dieses Bild verlieren, nichts Liebenswertes mehr vorfinden.
Doch genau hier liegt die Täuschung.
Wir müssen nicht lernen, ein besseres persönliches Selbst zu werden. Wir müssen auch nicht dafür sorgen, dass unser Ego sich endlich großartig genug fühlt. Denn sowohl das Gefühl “Ich bin etwas Besonderes“ als auch “Ich bin nicht gut genug“ halten uns innerhalb derselben Vorstellung fest: der Vorstellung, ein getrenntes Ich zu sein.
Auf dieser Ebene gibt es deshalb auch keine Erlösung. Die Lösung besteht nicht darin, das Ego scheinbar zu verbessern. Sie besteht darin, die gesamte Vorstellung eines getrennten persönlichen Selbst zu hinterfragen.
Ob wir uns klein und minderwertig oder wahnsinnig toll und großartig empfinden, ist nicht entscheidend, den es sind nur die zwei Seiten derselben Täuschung: der Versuch, die Trennung wahr zu machen und unsere eigentliche Wirklichkeit als EINHEIT in LIEBE zu verleugnen.
Das Ego ist nichts Persönliches
Noch immer beherrschen Gier, Selbstsucht, Ausbeutung, Grausamkeit und Gewalt diese Erde. Wenn wir sie nicht als individuelle und kollektive Manifestationen einer latent vorhandenen Geisteskrankheit erkennen, verfallen wir in den Fehler, sie zu personalisieren. Dann geben wir einem Einzelnen oder einer Gruppe eine begriffliche Identität und sagen: “So ist er. So sind sie.” Wenn wir aber das Ego, das wir in anderen sehen, mit ihrer Identität verwechseln, ist es das Werk unseres eigenen Ego, das sich mit dieser Fehlinterpretation stärken will, indem es einerseits sich selbst ins Recht setzt und sich dadurch überlegen fühlt und andererseits auf den angeblichen Feind mit Kritik, Entrüstung und häufig auch Wut reagiert. Das alles ist für das Ego äußerst befriedigend. Es verstärkt das Gefühl des Abgetrenntseins vom anderen, dessen “Anderssein” so ausgeweitet wurde, dass wir das gemeinsame Menschsein oder die Verwurzelung in dem einen SELBST, das wir uns mit allen Menschen teilen, die Göttlichkeit aller, gar nicht mehr fühlen können.
Die Metaphysik des Lebens lässt sich sehr gut mit einem Spiegel symbolisieren. Was wir mit den Augen des Körpers sehen und mit unserem gespaltenen Geist beurteilen, ist lediglich eine Reflexion eben dieses Geistes. Die Rückseite des Spiegels ist für die Augen des Körpers unsichtbar, aber ohne sie wäre eine Reflexion gar nicht möglich. Sie ist für die Augen des Körpers unerreichbar und dennoch ganz nah, nur durch einen Atemhauch von der Welt der Spiegelungen getrennt. Der Atemhauch des HEILIGEN GEISTES befreit uns aus der Wahrnehmung falscher Reflexionen. Die Erkenntnis des HIMMELS ist das Ende der Wahrnehmung.
Die Egomuster, auf die wir bei anderen am stärksten reagieren und die wir als deren Identität wahrnehmen, sind die gleichen Muster, die auch in uns sind, nur dass wir unfähig oder unwillens sind, sie in uns selbst aufzuspüren. Im Zustand der Ego-Identifikation begegnen wir niemals wirklich jemandem im gegenwärtigen Moment. Wir begegnen jedem mit der Geschichte dessen, wer wir zu sein glauben, und wir interagieren nur mit unserem eigenen Selbstkonzept. Die Geschichte des Persönlichkeits-Selbst begegnet uns immer wieder. Wir begegnen niemals einer Person, sondern nur einem Spiegelbild unserer eigenen Gedanken. Das, was wir „unser“ Leben nennen, ist nur eine Hypothese – eine Vorstellung davon, wer wir zu sein glauben. Nichts geschieht jemals “da draußen“. Nichts verlässt jemals den Geist. Es ist alles nur ein riesiger Traum, in dem das, womit wir uns unbewusst identifizieren, sich in allen Charakteren um uns herum abspielt.
Was stört und ärgert dich denn bei anderen am meisten? Ihre Selbstsucht? Ihre Gier? Ihr Hunger nach Macht und Kontrolle? Ihre Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit, ihr Hang zur Gewalt, oder was sonst? Alles, was du anderen übel nimmst und worauf du heftig reagierst, ist auch in dir. Aber es ist nichts weiter als eine Form des Ego und als solche völlig unpersönlich. Es hat weder etwas mit der betreffenden Person zu tun noch mit dem, was du bist. Nur wenn du es mit dem verwechselst, was du bist, kann die Beobachtung, dass es auch in dir ist, eine Bedrohung für dein Selbstgefühl sein.
Alles, was jemals geglaubt wurde, muss ins Bewusstsein kommen, um gesehen und losgelassen werden zu können. Der einzige Weg, frei zu sein, besteht darin, alle Konstrukte ins Bewusstsein zu lassen, damit sie als das gesehen und losgelassen werden können, was sie sind. Wir können eine Erfahrung tiefer Unschuld willkommen heißen, wenn es kein Verlangen mehr gibt, eine Rolle in der Welt zu spielen.
Wenn der Geist beginnt, den Trick zu erkennen, der sich abspielt, kann es zu intensiven Emotionen kommen. Aber mit IHM an unserer Seite kann nichts den Heilungsprozess aufhalten.
Noch immer beherrschen Gier, Selbstsucht, Ausbeutung, Grausamkeit und Gewalt diese Erde. Wenn wir sie nicht als individuelle und kollektive Manifestationen einer latent vorhandenen Geisteskrankheit erkennen, verfallen wir in den Fehler, sie zu personalisieren. Dann geben wir einem Einzelnen oder einer Gruppe eine begriffliche Identität und sagen: “So ist er. So sind sie.” Wenn wir aber das Ego, das wir in anderen sehen, mit ihrer Identität verwechseln, ist es das Werk unseres eigenen Ego, das sich mit dieser Fehlinterpretation stärken will, indem es einerseits sich selbst ins Recht setzt und sich dadurch überlegen fühlt und andererseits auf den angeblichen Feind mit Kritik, Entrüstung und häufig auch Wut reagiert. Das alles ist für das Ego äußerst befriedigend. Es verstärkt das Gefühl des Abgetrenntseins vom anderen, dessen “Anderssein” so ausgeweitet wurde, dass wir das gemeinsame Menschsein oder die Verwurzelung in dem einen SELBST, das wir uns mit allen Menschen teilen, die Göttlichkeit aller, gar nicht mehr fühlen können.
Die Metaphysik des Lebens lässt sich sehr gut mit einem Spiegel symbolisieren. Was wir mit den Augen des Körpers sehen und mit unserem gespaltenen Geist beurteilen, ist lediglich eine Reflexion eben dieses Geistes. Die Rückseite des Spiegels ist für die Augen des Körpers unsichtbar, aber ohne sie wäre eine Reflexion gar nicht möglich. Sie ist für die Augen des Körpers unerreichbar und dennoch ganz nah, nur durch einen Atemhauch von der Welt der Spiegelungen getrennt. Der Atemhauch des HEILIGEN GEISTES befreit uns aus der Wahrnehmung falscher Reflexionen. Die Erkenntnis des HIMMELS ist das Ende der Wahrnehmung.
Die Egomuster, auf die wir bei anderen am stärksten reagieren und die wir als deren Identität wahrnehmen, sind die gleichen Muster, die auch in uns sind, nur dass wir unfähig oder unwillens sind, sie in uns selbst aufzuspüren. Im Zustand der Ego-Identifikation begegnen wir niemals wirklich jemandem im gegenwärtigen Moment. Wir begegnen jedem mit der Geschichte dessen, wer wir zu sein glauben, und wir interagieren nur mit unserem eigenen Selbstkonzept. Die Geschichte des Persönlichkeits-Selbst begegnet uns immer wieder. Wir begegnen niemals einer Person, sondern nur einem Spiegelbild unserer eigenen Gedanken. Das, was wir „unser“ Leben nennen, ist nur eine Hypothese – eine Vorstellung davon, wer wir zu sein glauben. Nichts geschieht jemals “da draußen“. Nichts verlässt jemals den Geist. Es ist alles nur ein riesiger Traum, in dem das, womit wir uns unbewusst identifizieren, sich in allen Charakteren um uns herum abspielt.
Was stört und ärgert dich denn bei anderen am meisten? Ihre Selbstsucht? Ihre Gier? Ihr Hunger nach Macht und Kontrolle? Ihre Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit, ihr Hang zur Gewalt, oder was sonst? Alles, was du anderen übel nimmst und worauf du heftig reagierst, ist auch in dir. Aber es ist nichts weiter als eine Form des Ego und als solche völlig unpersönlich. Es hat weder etwas mit der betreffenden Person zu tun noch mit dem, was du bist. Nur wenn du es mit dem verwechselst, was du bist, kann die Beobachtung, dass es auch in dir ist, eine Bedrohung für dein Selbstgefühl sein.
Alles, was jemals geglaubt wurde, muss ins Bewusstsein kommen, um gesehen und losgelassen werden zu können. Der einzige Weg, frei zu sein, besteht darin, alle Konstrukte ins Bewusstsein zu lassen, damit sie als das gesehen und losgelassen werden können, was sie sind. Wir können eine Erfahrung tiefer Unschuld willkommen heißen, wenn es kein Verlangen mehr gibt, eine Rolle in der Welt zu spielen.
Wenn der Geist beginnt, den Trick zu erkennen, der sich abspielt, kann es zu intensiven Emotionen kommen. Aber mit IHM an unserer Seite kann nichts den Heilungsprozess aufhalten.
Der erste Schritt auf dem Weg des spirituellen Erwachens ist, den Wahnsinn des Egos überhaupt erst einmal zu bemerken, erst einmal zu erkennen, wie wahnsinnig es ist, etwas anderes sein zu wollen als vollkommenes Glück und vollkommene Liebe. Aber das ist gar nicht so einfach, denn das Ego hält uns mit Geschichten gefangen, mit Geschichten von Erfolg und Misserfolg, von erfüllten und unerfüllten Wünschen. Scheinbarer persönlicher Erfolg hält uns von der Suche nach der Wahrheit ab, weil wir in diesen Phasen keinen Grund sehen, nach der Wahrheit zu suchen. Misserfolg und unerfüllte Wünsche halten uns gefangen, weil wir dann immer noch glauben, dass die Erfüllung unserer Wünsche uns das erhoffte Glück bringen würde. Milliarden von Menschen, die in materieller Armut leben, sind gefangen in der Hoffnung auf materiellen Wohlstand und dem Glauben, dass dieser ihnen Glück bringen wird. Oft ist es daher so, dass erst dann, wenn wir materiellen Wohlstand und persönlichen Erfolg erfahren haben und merken, dass auch dies nicht den ersehnten dauerhaften inneren Frieden bringt, in uns die Bereitschaft entsteht, die Richtung unserer Suche umzukehren, den Blick von außen nach innen zu richten.
“I can't get no satisfaction
I can't get no satisfaction
'Cause I try, and I try, and I try, and I try
I can't get no, I can't get no”
(The Rolling Stones - Satisfaction)
“There are no satisfactions in the world.”
(ACIM: Lesson 133, 2. 5.)
I can't get no satisfaction
'Cause I try, and I try, and I try, and I try
I can't get no, I can't get no”
(The Rolling Stones - Satisfaction)
“There are no satisfactions in the world.”
(ACIM: Lesson 133, 2. 5.)
Das Ego ist wie ein Eisberg, das meiste befindet sich unter der Oberfläche im Unterbewusstsein. Daher wird der spirituelle Weg oft auch mit dem Vordringen in die Tiefen eines Kaninchenbaus verglichen. Down the Rabbit Hole ist eine Metapher für das Abenteuer ins Unbekannte vorzudringen, wie sie in Alices Abenteuer im Wunderland verwendet wird. Das Ego versucht, seine Dunkelheit unter einer scheinbar glänzenden Oberfläche zu verbergen. Diese Dunkelheit muss an die Oberfläche gebracht werden, damit sie dort in SEINEM Licht schmelzen kann.
LICHT und Dunkelheit
In vielen spirituellen Traditionen wird für das Ego das Symbol Dunkelheit verwendet und für den SOHN GOTTES das Symbol LICHT. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Dunkelheit eine Illusion ist und es daher keinen Kampf zwischen Dunkelheit und LICHT gibt. Wenn wir uns dem LICHT zuwenden, erkennen wir, dass es keine Dunkelheit gibt und nie gegeben hat. Es ist, als würde man in einen dunklen Keller gehen und das Licht anknipsen. Es findet kein Kampf statt, die Dunkelheit ist augenblicklich verschwunden. Es gibt keine Schlacht, die vorbereitet, keine Zeit, die aufgewendet, und keine Pläne, die geschmiedet werden müssen, um das LICHT einzubringen. Es gibt einen alten Kampf, der gegen das Licht geführt wird, doch das LICHT reagiert nicht, weil der Krieg nur innerhalb der Illusion von Dunkelheit stattfindet und das LICHT überhaupt nicht berührt. So gibt es auch keinen Sieg der LIEBE. Nur die Illusion der Liebe kann über die Illusion des Hasses triumphieren, aber immer nur zum Preis, aus beiden Illusionen zu machen. Solange die Illusion des Hasses währt, so lange wird die Liebe eine Illusion für uns sein. Dann ist die einzig mögliche Wahl, die uns noch bleibt, die, welche Illusion wir vorziehen. (Siehe EKIW: Kapitel 16, IV. & Kapitel 31, II.)Unsere Identifikation mit dem Ego-Denksystem gleicht dem Betreten eines dunklen Kellers. Wir haben die Tür zum LICHT verschlossen und gleichzeitig vergessen, dass wir dies getan haben. Für das LICHT ändert sich dadurch nichts, denn es weiß nichts von der Dunkelheit in unserem Keller. Das LICHT kann sich Dunkelheit gar nicht vorstellen. In der Dunkelheit unseres Kellers haben wir jedoch Angst. Wenn wir nun – als Folge unserer Angst – gegen die Dunkelheit kämpfen, findet dieser Kampf weiterhin in der Dunkelheit des Kellers statt. Dies ist Ausdruck völligen Wahnsinns.
“Diejenigen, die das Licht suchen, bedecken nur ihre Augen.”
(EKIW: Lektion 188, 1. 2.)
(EKIW: Lektion 188, 1. 2.)
Eine weitere Metapher: GOTT ist die reine, vollkommene LIEBE, das reine LICHT. Dieses LICHT scheint immer und ewig. Wir können uns jedoch vorstellen, von diesem LICHT getrennt zu existieren, indem wir die Augen schließen und vergessen, dass wir sie lediglich geschlossen haben. So träumen wir von der Abwesenheit des LICHTS. Diese scheinbare Abwesenheit des LICHTS nennen wir Dunkelheit. Wenn wir uns jetzt im Traum, also mit geschlossenen Augen, Licht vorstellen, das gegen die Dunkelheit kämpft, ist das ein Kampf von Illusionen innerhalb unseres Traums. Es hat aber absolut nichts mit der Wirklichkeit des LICHTS zu tun.
Um aus diesem Alptraum - dem Kampf und der Wahl zwischen Illusionen - zu erwachen, ist es notwendig, die ganze Dunkelheit, d.h. die Dualität der Illusion von Liebe und dem Hass, ans Licht zu bringen, um sie SEINER Berichtigung zu übergeben. Das wird zu Beginn des spirituellen Weges gerne übersehen. Wir wünschen uns zu diesem Zeitpunkt nichts sehnlicher, als dass es Licht werde, und wollen deshalb von der Dunkelheit nichts wissen. Der egoische Zustand ist ein Zustand der doppelten Verleugnung, zuerst der Verleugnung des LICHTS und dann der Verleugnung der daraus resultierenden Dunkelheit. Solange wir die Dunkelheit dieses Zustandes verleugnen, werden wir das LICHT nicht erreichen. Wir müssen die Dunkelheit ans LICHT bringen, um Erleuchtung zu erfahren.
“Niemand kann Illusionen entrinnen, wenn er sie nicht ansieht, denn durch Nicht-Hinsehen werden sie geschützt.”
(EKIW: Kapitel 11, V. 1. 1.)
(EKIW: Kapitel 11, V. 1. 1.)
Wenn uns nicht eine spontane mystische Erfahrung auf den Weg des spirituellen Erwachens gebracht hat, dann geschieht dies in der Regel aus einem gewissen Leidensdruck heraus. Vereinfacht gesagt: Wir sind nicht glücklich, zumindest nicht so glücklich, wie wir es gerne wären. Deshalb erhoffen wir uns von der Hinwendung zu GOTT die Lösung unserer gegenwärtigen Probleme. Aber unsere gegenwärtigen Probleme sind nicht das Problem - das eigentliche Problem ist unsere völlig falsche Wahrnehmung der Welt, unsere völlig falsche Vorstellung von dem, was wir glauben zu sein und was wir glauben, was die Welt ist. Diese unsere falsche Vorstellung ist reine Dunkelheit, ist reiner Wahnsinn, diese Dunkelheit, dieser Wahnsinn ist es, was uns von unserer göttlichen Wirklichkeit trennt. So wird jeder wahrhaft spirituelle Weg dazu führen, dass genau diese Blockaden hochkommen. Jeder wahrhaft spirituelle Weg wird uns mit unseren Blockaden, mit unseren Irrtümern und das bedeutet letztendlich mit all unseren Ängsten konfrontieren und das ist nicht angenehm. Erst wenn wir da durch sind, erwartet uns ein Frieden und eine Glückseligkeit, von der wir am Anfang des Weges meist nicht einmal eine Ahnung hatten. Der spirituelle Weg ist keine Wohlfühlveranstaltung für das persönliche Selbst, sondern das Ende der Illusion eines persönlichen Selbst.
“Du fragst dich vielleicht, warum es so entscheidend ist, dass du dir deinen Hass ansiehst und dir sein volles Ausmaß klarmachst. Auch denkst du vielleicht, dass es für den HEILIGEN GEIST leicht genug wäre, ihn dir zu zeigen und ihn aufzulösen, ohne dass es nötig wäre, dass du ihn dir selber ins Bewusstsein hebst. Doch gibt es noch ein weiteres Hindernis, das du zwischen dir und der SÜHNE aufgerichtet hast. [...] Du hast nicht wirklich Angst vor der Kreuzigung. Dein wirkliches Entsetzen gilt der Erlösung.”
(EKIW: Kapitel 13, III. 1.)
“Du hast dein ganzes wahnsinniges Glaubenssystem aufgebaut, weil du denkst, in GOTTES GEGENWART wärst du hilflos, und du möchtest dich vor SEINER LIEBE retten, weil du denkst, sie würde dich zu nichts zermalmen. [...] Deshalb hast du die Welt dazu benutzt, deine Liebe zuzudecken, und je weiter du in die Schwärze des Egofundaments vorstößt, desto näher kommst du der LIEBE, die dort verborgen liegt. Und das ist es, was dir Angst macht.”
(EKIW: Kapitel 13, III. 4.)
Bewusstsein und Wahl
Das Bewusstsein ist formlos, unendlich und vergleichbar mit einer Kinoleinwand, auf der wir die Bewegung des Films erleben. Dank des Bewusstseins erleben wir, was in unserem gespaltenen Geist vorgeht.“Das Bewusstsein - die Ebene der Wahrnehmung - war die erste Spaltung, die nach der Trennung in den Geist eingeführt wurde, was den Geist zu einem Wahrnehmenden anstatt zu einem Schöpfer machte. Das Bewusstsein wird zutreffend als Domäne des Ego bezeichnet. Das Ego ist ein falschgesinnter Versuch, dich so wahrzunehmen, wie du sein möchtest, statt wie du bist. Doch kannst du dich nur so erkennen, wie du bist, weil das das Einzige ist, dessen du gewiss sein kannst. Alles andere ist fraglich.”
(EKIW: Kapitel 3, IV. 2.)
Die immer wieder auftauchende Frage lautet: Gibt es eine Wahl und wenn ja, worin besteht sie?
„Dass es eine Wahl gibt, ist eine Illusion.
Doch in dieser Illusion liegt das Aufheben jeder Illusion, diese nicht ausgeschlossen.“
(EKIW: Kapitel 26, III. 6. 4.-5.)
Doch in dieser Illusion liegt das Aufheben jeder Illusion, diese nicht ausgeschlossen.“
(EKIW: Kapitel 26, III. 6. 4.-5.)
Mit anderen Worten: Das Ego hat die Illusion der freien Entscheidung gemacht und der HEILIGE GEIST nutzt alles, was das Ego gemacht hat, um uns aus dieser Illusion zu befreien. Im HIMMEL - also im Zustand des reinen, vereinheitlichten GEISTES - gibt es keine Wahl. In der Illusion finden Entscheidungen fortlaufend statt. Üblicherweise treffen wir die meisten Entscheidungen unbewusst. Jede unbewusste Annahme und Überzeugung wird zu einem Glaubenssatz und all diese Glaubenssätze sind unbewusste Entscheidungen. Die Basis unserer Erfahrung bildet der Glaubenssatz, von GOTT getrennt zu sein und den HIMMEL verlassen zu haben.
"Die Erlösung endet kurz vor dem HIMMEL, denn nur die Wahrnehmung bedarf der Erlösung. Der HIMMEL war niemals verloren und kann somit nicht erlöst werden. Wer aber kann eine Wahl zwischen dem Wunsch nach dem HIMMEL und dem Wunsch nach der Hölle treffen, solange er nicht sieht, dass sie nicht dasselbe sind? Dieser Unterschied ist das Lernziel, das sich dieser Kurs gesetzt hat. Er geht nicht über dieses Ziel hinaus. Sein einziger Zweck ist nur, zu lehren, was dasselbe und was verschieden ist, und damit lässt er Raum, die einzige Wahl zu treffen, die getroffen werden kann."
(EKIW: Kapitel 26, III. 5.)
“Es gibt nur zwei Richtungen, die du einschlagen kannst, solange die Zeit bestehen bleibt und Wahl Bedeutung hat. Denn nie wird ein anderer Weg gemacht werden als der Weg zum HIMMEL. Du wählst nur, ob du auf den HIMMEL zugehst oder weg nach nirgendwo. Es gibt nichts anderes zu wählen.”
(EKIW: Kapitel 26, V. 1. 9.-12.)
Wir können versuchen gegen den Strom zu schwimmen, aber das ist anstrengend und führt nur in die Enttäuschung, in das Nichts und in den Tod. Dieser Versuch kann zu nichts anderem als zu einem Gefühl der Vergeblichkeit und Depression führen. Es gibt nichts Entmutigenderes, als einer Richtung zu folgen, die kein anderes Ziel hat als den Tod. Unser Gefühl der Zulänglichkeit leidet darunter, und wir müssen uns deprimiert fühlen. Wir können aber auch mit dem Strom schwimmen und uns von IHM tragen lassen. Das heißt, wir folgen SEINER Führung. Wenn wir gelernt haben, wie wir mit SEINER Hilfe entscheiden, werden alle Entscheidungen leicht und richtig.
In dieser Welt ist die einzig verbleibende Freiheit die Freiheit der Wahl - immer zwischen zwei Wahlmöglichkeiten oder zwei Stimmen. Das Bewusstsein ist der Empfangsmechanismus, der Botschaften von oben oder unten empfängt - vom HEILIGEN GEIST oder vom Ego. Das Bewusstsein hat Ebenen, und das Gewahrsein kann ziemlich drastisch wechseln, aber es kann den Wahrnehmungsbereich nicht transzendieren. Höchstenfalls wird es der wirklichen Welt gewahr, und es kann darin geschult werden, dies immer mehr zu tun. Doch schon die Tatsache, dass es Ebenen hat und geschult werden kann, zeigt auf, dass es nicht die Erkenntnis erreichen kann. Die Struktur eines "individuellen Bewusstseins" ist im wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den "Erbirrtum" darstellt.
Im spirituellen Kontext wird immer wieder versucht das individuelle Bewusstsein selbst zu vergöttlichen. Auch den Irrtum selbst - das individuelle Bewusstsein - zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es uns für wahr gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt.
Stellen wir uns vor, wir füllen eine Flasche mit allem, was Heinrich Dornmayr ausmacht, mit seinem Körper, seiner Persönlichkeitsstruktur, seiner Biographie und seinem Wissen. Dann schauen wir uns in der Flasche um. Das, was sich umschaut, ist das individuelle Bewusstsein. Heinrich Dornmayr ist lediglich eine gefüllte Flasche. Und selbst die Flasche ist keine Wirklichkeit, sondern nur eine private Idee im schlafenden Geist. Bis wir wahre SELBSTverwirklichung erreichen, sind die Menschen in unserem Leben nur konkretisierte Glaubenssätze, die die ungeheilten Teile unseres Geistes ausleben. Daher hat jeder, der Heinrich Dornmayr zu kennen scheint, seine eigene private Heinrich-Dornmayr-Idee. Keine davon ist wahr, auch meine nicht. In Wirklichkeit gibt es überhaupt keinen Heinrich Dornmayr.
Mehr zum Unterschied zwischen individuellem Bewusstsein und Selbst findet sich unter: Unterschied zwischen individuellem Bewusstsein und Selbst
Der Mensch in seinem "Normalzustand" befindet sich in völliger Identifikation mit dem Inhalt einer bestimmten Flasche, d.h. er identifiziert sich mit diesem Inhalt und schaut aus der Flasche auf eine Welt, die ihn umgibt und ihm als von ihm getrennt erscheint. Durch die Identifikation mit der Flasche und ihrem Inhalt entsteht der Eindruck eines persönlichen Selbst. Das persönliche Selbst ist wie ein in einer Flasche gefangener Geist – ein Flaschengeist, ein Homunkulus. Dieser Zustand lässt sich auch als "Krampf im Bewusstsein" bezeichnen. Das persönliche Selbst ist eine Parodie auf GOTTES Schöpfung. Jede Person - auch wir selbst - ist lächerlich, also warum Aspekte davon beurteilen, anstatt sie komplett zu vergeben?
Erleuchtung bedeutet, sich aus der Identifikation mit der Form zu lösen und in der Welt der Formen, mit all ihren Flaschen, nur die Liebe GOTTES widergespiegelt zu sehen. Wenn wir in diesem Zustand auf unseren Bruder schauen, schauen wir nicht mit den Augen des Körpers, sondern mit der Schau CHRISTI, und dann sehen wir nicht mehr die Flasche, sondern wir sehen die Wirklichkeit unseres Bruders. Es ist seine Wirklichkeit, die unser Bruder ist, so wie es unsere für ihn ist. Wir sehen dann Stärke anstatt Schwäche, Liebe statt Angst und Einheit statt Trennung.
“Ein Bruder ist alle Brüder. Jeder Geist enthält alle Geister, denn jeder Geist ist eins. Das ist die Wahrheit.”
(EKIW: Lektion 161, 4. 1.-3.)
Es gibt nur einen Geist, der Trennung träumt. Der erste Schritt in den Traum ist das Bewusstsein. Deshalb gibt es letztendlich auch nur ein Bewusstsein, aber - um die Illusion perfekt zu machen - fokussiert es sich auf eine ganz bestimmte Figur im Traum. In Wahrheit gibt es nur EINEN und nicht viele separate Körper. Daher gibt es auch nur einen Traum. Der Geist hat sich scheinbar so aufgespalten, dass jeder Teil davon den Traum von einem anderen Standpunkt aus betrachtet; das erklärt die persönlichen Erfahrungen. Der eine Träumer schaut sich den Traum gleichzeitig aus 8 Milliarden Augenpaaren an. Dieses Geschehen lässt sich auch wunderbar mit zwei Handpuppen darstellen. In dieser Metapher steht der Körper des Puppenspielers für das ungetrennte Bewusstsein und die Hände in den Stoffpuppen für den individualisierten Zustand. Im individualisierten und identifizierten Zustand nehmen wir die Traumwelt aus der ganz spezifischen Sicht einer Puppe durch die Augen des Körpers dieser Puppe wahr. Dadurch entsteht der Eindruck der Trennung und wir erleben eine andere Puppe als von uns getrennt. Wenn die Puppen doch nur verstehen könnten, dass sie von einer Kraft bewegt werden und dass sie sich selbst in die Augen sehen, wenn sie den scheinbar Anderen anschauen. Es gibt ein wundervolles Lied von The Waterboys, in dem es heißt: “I'm gonna look twice at you, until I see the Christ in you.”
Waterboys - The Christ In You
"Ich vertraue meinen Brüdern, die eins mit mir sind.
Es gibt niemanden, der nicht mein Bruder ist."
(EKIW: Lektion 201, 1. 1.-2.)
"Ich vertraue meinen Brüdern, die eins mit mir sind.
Es gibt niemanden, der nicht mein Bruder ist."
(EKIW: Lektion 201, 1. 1.-2.)
“Kleines Kind, das Licht ist da. Du träumst nur, und Götzen sind das Spielzeug, von dem du träumst, du würdest mit ihm spielen. Wer sonst als Kinder braucht denn Spielzeug? Sie geben vor, über die Welt zu herrschen, und geben ihren Spielsachen die Macht, sich zu bewegen, zu reden und zu denken, zu fühlen und für sie zu sprechen. Doch alles, was so erscheint, als tue es ihr Spielzeug, vollzieht sich im Geist derer, die mit ihm spielen. Sie aber sind eifrig bemüht zu vergessen, dass sie den Traum erfanden, in dem ihr Spielzeug wirklich ist, und merken nicht, dass seine Wünsche ihre eigenen sind.”
(EKIW: Kapitel 29, IX. 4. 3.ff.)
Das Konzept des Selbst - ein unmöglicher Traum
“Als Heim des HEILIGEN GEISTES und in GOTT allein zu Hause, bleibt CHRISTUS in Frieden im HIMMEL deines heiligen Geistes. Das ist der einzige Teil von dir, der in Wahrheit Wirklichkeit besitzt. Der Rest sind Träume.”(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 6. 3. 1.-3.)
“Der Aufbau von einem Konzept des Selbst ist es, wozu das Lernen der Welt dient. Das ist sein Sinn und Zweck: dass du ohne Selbst kommst und nach und nach eins machst.”
(EKIW: Kapitel 31, V. 1. 5.-6.)
“Ein Konzept des Selbst wird von dir gemacht. Es hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit dir. Es ist ein Götze, der dazu gemacht ist, den Platz deiner Wirklichkeit als SOHN GOTTES einzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 31, V. 2. 1.-3.)
All die Seminare zum Thema “Mann sein” oder “Frau sein” sind nichts anderes als der wahnsinnige Versuch, einen Götzen zu machen, als Ersatz für unsere Wirklichkeit als das eine wahre SELBST. Auch jede Idee von uns als Täter oder Opfer hat mit unserer Wirklichkeit nichts zu tun. Doch auch die Identifikation mit einer Tätigkeit oder Funktion in dieser Welt – etwa als Führungskraft, Künstler oder Doktor – ist Wahnsinn. Natürlich erfüllen unterschiedliche Menschen unterschiedliche Funktionen in dieser Welt. Anders geht es gar nicht. Was ihre intellektuellen und physischen Fähigkeiten betrifft, gibt es große Unterschiede. Worauf es jedoch wirklich ankommt, sind nicht die Funktionen, die wir in der Welt erfüllen, sondern ob wir uns mit diesen Funktionen identifizieren, so dass sie zu einer Rolle werden, die wir spielen.
All die so beliebten Wege zur "Selbstverwirklichung" dienen dem Aufbau und der Aufrechterhaltung der Illusion eines persönlichen Selbst, getrennt von GOTT und seinen Mitmenschen. "Selbstverwirklichung" ist der Versuch, aus einer Lüge das Beste zu machen. Dieser egoische Wahn kommt wunderbar in der aktuell so beliebten Aufforderung „Sei ganz du selbst“ zum Ausdruck, was soviel bedeutet wie „Sei ganz dein Selbstbild“. Wenn uns die Stimme des Egos zuflüstert: „Lebe deinen Traum”, dann meint das Ego natürlich seinen Traum, nämlich den Traum der Trennung. Wenn uns die Stimme des Egos lehrt: „Glaube an dich”, dann meint es damit: „Glaube an mich, glaube an Trennung”.
Maslowsche Bedürfnishierarchie
Die Maslowsche Bedürfnishierarchie ist ein sozialpsychologisches Modell des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908–1970). Allgemein bekannt ist sie als Bedürfnispyramide. Diese Darstellung stammt jedoch nicht von Maslow selbst, sondern ist eine Interpretation seiner Arbeit durch andere. Die Pyramidendarstellung verleitet zu einer „allzu statischen Sicht“ auf Maslows dynamisches Modell. Trotz allem hat dieses Modell eine gewisse Bedeutung – in der Welt des Egos und nur da! Bei der Selbstverwirklichung geht es in diesem Modell darum, das eigene Potenzial zu entfalten und persönliche Entwicklung sowie Sinnfindung zu erreichen. Wichtig zu verstehen ist, dass die Pyramide nichts darstellt, was dauerhaft zu befriedigen wäre, sondern vielmehr eine Infrastruktur oder Logistik zur Bedürfnisbefriedigung, die stets Arbeit erfordert. Es ist anstrengend, zu versuchen, eine Lüge wahr zu machen.
Erst kurz vor seinem Tod erweiterte Maslow sein Modell um den entscheidenden Aspekt der Transzendenz. Er erweiterte sein Modell außerdem um zwei weitere Ebenen, sodass eine neue Bedürfnispyramide entstand.
Doch auch diese Pyramide ist falsch, da sie die Transzendenz als Teil der Pyramide darstellt. Transzendenz (von lateinisch transcendere, „überschreiten”) bezeichnet das Hinausgehen über die Grenzen des Bewusstseins, der Erfahrung oder der materiellen Welt. Das bedeutet ein Hinausgehen über die persönliche und damit sozialpsychologische Ebene. Für einen erleuchteten Geist gibt es keine Hierarchie der Illusionen – und somit auch keine Hierarchie von Bedürfnissen. Ein erleuchteter Geist hat überhaupt keine Bedürfnisse mehr – er ruht in GOTT. Jesus ist das beste Beispiel dafür. Für ihn gab es nicht einmal mehr die weltlichen Existenz- und Sicherheitsbedürfnisse.
Im Zustand der Ego-Identifikation handeln wir nach einer scheinbaren Rangordnung unserer Bedürfnisse. Aber in Wirklichkeit gibt es keine Hierarchie der Bedürfnisse. Wir haben sie nur erfunden, je nachdem, wie wir uns selbst wahrnehmen. Die Idee einer Rangordnung der Bedürfnisse ist deshalb entstanden, weil wir uns - nach dem Begehen dieses grundlegenden Fehlers - bereits in Ebenen mit unterschiedlichen Bedürfnissen fragmentiert hatten. Wenn wir uns selbst integrieren, werden wir eins, und dementsprechend werden unsere Bedürfnisse eins. Geeinte Bedürfnisse führen zu einem geeinten Handeln, weil dies Konfliktlosigkeit erzeugt.
“Der HEILIGE GEIST wird dich lehren, zu uns und zu dir selber zu erwachen. Das ist das einzig wirkliche Bedürfnis, das in der Zeit zu stillen ist.”
(EKIW: Kapitel 13, VII. 16. 5.-6.)
“Indem ER Gleichheit wahrnimmt, nimmt der HEILIGE GEIST auch gleiche Bedürfnisse wahr. Das lädt automatisch die SÜHNE ein, weil SÜHNE das eine Bedürfnis in dieser Welt ist, das universell ist. Dich auf diese Weise wahrzunehmen ist die einzige Art, wie du in der Welt glücklich werden kannst.”
(EKIW: Kapitel 6, II. 5. 4.-6.)
“Begierden sind Mechanismen des »Habenwollens« und stellen das Bedürfnis des Ego dar, sich selber zu bestätigen. Das gilt genauso für die körperlichen Begierden wie für die sogenannten »höheren Egobedürfnisse«.”
(EKIW: Kapitel 4, II. 7. 5.-6.)
“Seit der Trennung sind die Worte »erschaffen« und »machen« verwechselt worden. Wenn du etwas machst, tust du das aus einem bestimmten Gefühl des Mangels oder einem Bedürfnis heraus. Alles, was für einen bestimmten Zweck gemacht wird, lässt sich nicht wahrhaft verallgemeinern. Wenn du etwas machst, um einem von dir wahrgenommenen Mangel abzuhelfen, so drückst du damit stillschweigend aus, dass du an Trennung glaubst. Das Ego hat zu diesem Zweck viele raffinierte Denksysteme erfunden. Keines davon ist schöpferisch.”
(EKIW: Kapitel 3, V. 2. 1.-6.)
“Das Wunder schafft das Bedürfnis nach Belangen niederer Ordnung ab.”
(EKIW: Kapitel 2, V. 11. 1.)
Die Maslowsche Bedürfnishierarchie ist ein sozialpsychologisches Modell des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908–1970). Allgemein bekannt ist sie als Bedürfnispyramide. Diese Darstellung stammt jedoch nicht von Maslow selbst, sondern ist eine Interpretation seiner Arbeit durch andere. Die Pyramidendarstellung verleitet zu einer „allzu statischen Sicht“ auf Maslows dynamisches Modell. Trotz allem hat dieses Modell eine gewisse Bedeutung – in der Welt des Egos und nur da! Bei der Selbstverwirklichung geht es in diesem Modell darum, das eigene Potenzial zu entfalten und persönliche Entwicklung sowie Sinnfindung zu erreichen. Wichtig zu verstehen ist, dass die Pyramide nichts darstellt, was dauerhaft zu befriedigen wäre, sondern vielmehr eine Infrastruktur oder Logistik zur Bedürfnisbefriedigung, die stets Arbeit erfordert. Es ist anstrengend, zu versuchen, eine Lüge wahr zu machen.
Erst kurz vor seinem Tod erweiterte Maslow sein Modell um den entscheidenden Aspekt der Transzendenz. Er erweiterte sein Modell außerdem um zwei weitere Ebenen, sodass eine neue Bedürfnispyramide entstand.
Doch auch diese Pyramide ist falsch, da sie die Transzendenz als Teil der Pyramide darstellt. Transzendenz (von lateinisch transcendere, „überschreiten”) bezeichnet das Hinausgehen über die Grenzen des Bewusstseins, der Erfahrung oder der materiellen Welt. Das bedeutet ein Hinausgehen über die persönliche und damit sozialpsychologische Ebene. Für einen erleuchteten Geist gibt es keine Hierarchie der Illusionen – und somit auch keine Hierarchie von Bedürfnissen. Ein erleuchteter Geist hat überhaupt keine Bedürfnisse mehr – er ruht in GOTT. Jesus ist das beste Beispiel dafür. Für ihn gab es nicht einmal mehr die weltlichen Existenz- und Sicherheitsbedürfnisse.
Im Zustand der Ego-Identifikation handeln wir nach einer scheinbaren Rangordnung unserer Bedürfnisse. Aber in Wirklichkeit gibt es keine Hierarchie der Bedürfnisse. Wir haben sie nur erfunden, je nachdem, wie wir uns selbst wahrnehmen. Die Idee einer Rangordnung der Bedürfnisse ist deshalb entstanden, weil wir uns - nach dem Begehen dieses grundlegenden Fehlers - bereits in Ebenen mit unterschiedlichen Bedürfnissen fragmentiert hatten. Wenn wir uns selbst integrieren, werden wir eins, und dementsprechend werden unsere Bedürfnisse eins. Geeinte Bedürfnisse führen zu einem geeinten Handeln, weil dies Konfliktlosigkeit erzeugt.
“Der HEILIGE GEIST wird dich lehren, zu uns und zu dir selber zu erwachen. Das ist das einzig wirkliche Bedürfnis, das in der Zeit zu stillen ist.”
(EKIW: Kapitel 13, VII. 16. 5.-6.)
“Indem ER Gleichheit wahrnimmt, nimmt der HEILIGE GEIST auch gleiche Bedürfnisse wahr. Das lädt automatisch die SÜHNE ein, weil SÜHNE das eine Bedürfnis in dieser Welt ist, das universell ist. Dich auf diese Weise wahrzunehmen ist die einzige Art, wie du in der Welt glücklich werden kannst.”
(EKIW: Kapitel 6, II. 5. 4.-6.)
“Begierden sind Mechanismen des »Habenwollens« und stellen das Bedürfnis des Ego dar, sich selber zu bestätigen. Das gilt genauso für die körperlichen Begierden wie für die sogenannten »höheren Egobedürfnisse«.”
(EKIW: Kapitel 4, II. 7. 5.-6.)
“Seit der Trennung sind die Worte »erschaffen« und »machen« verwechselt worden. Wenn du etwas machst, tust du das aus einem bestimmten Gefühl des Mangels oder einem Bedürfnis heraus. Alles, was für einen bestimmten Zweck gemacht wird, lässt sich nicht wahrhaft verallgemeinern. Wenn du etwas machst, um einem von dir wahrgenommenen Mangel abzuhelfen, so drückst du damit stillschweigend aus, dass du an Trennung glaubst. Das Ego hat zu diesem Zweck viele raffinierte Denksysteme erfunden. Keines davon ist schöpferisch.”
(EKIW: Kapitel 3, V. 2. 1.-6.)
“Das Wunder schafft das Bedürfnis nach Belangen niederer Ordnung ab.”
(EKIW: Kapitel 2, V. 11. 1.)
Das Thema Selbstverwirklichung weist zwar auf einen Aspekt des Weges der Befreiung hin, nämlich die oberflächliche Selbsterforschung. Dies ist jedoch lediglich die Vorbereitung auf den spirituellen Weg, der zur wahren SELBST-Erkenntnis führt. Es handelt sich bei der Selbsterforschung um jene philosophische Stufe, bei der wir Freiheit von allen konventionellen und traditionellen Hemmnissen erreichen und wagen, ehrlich, loyal, furchtlos und wahrheitsliebend zu denken, zu handeln und zu leben. Es bedeutet, sich von alten kulturellen und religiösen Konzepten zu befreien. Und es bedeutet, sich von Rollenbildern zu befreien. Es geht darum, sich auf die Erforschung des eigenen Geistes zu konzentrieren, ohne sich vom scheinbaren Außen ablenken zu lassen. Dieser Prozess umfasst auch die Suche nach einem spirituellen Weg. Es ist wie bei einer Bergwanderung: Der Aufstieg zum Gipfel ist der spirituelle Weg. Doch bevor wir in die Wand einsteigen können, müssen wir das vertraute Tal und all unsere besonderen Bezugspersonen verlassen und zum Fuße des Berges reisen. Diese Anreise entspricht dem, was die Welt unter Selbsterforschung versteht. Doch erst dann geht es richtig los: Aus einer Bewegung in der Horizontalen wird eine Bewegung in der Vertikalen, aus einer Bewegung in Raum und Zeit wird ein Aufstieg in den HIMMEL.
Das übliche Verständnis von „Selbstverwirklichung“ ist ein Widerspruch in sich, da sich eine Illusion nicht verwirklichen lässt. Wir müssen nur damit aufhören, das Unwirkliche für das Wirkliche zu halten. Der Begriff der Selbstverwirklichung im spirituellen Sinne (Self-realization) bezieht sich auf den Prozess der Wiedererinnerung an die Wirklichkeit als das wahre SELBST. Für diesen Prozess verwendet Jesus im Kurs meistens die Begriffe Vergebung und SÜHNE. Dieser Prozess ist das genaue Gegenteil von dem, was das Ego unter Selbstverwirklichung versteht. Die Stimme für GOTT lehrt uns daher: "Erkenne GOTT und erkenne dich SELBST.” Das Ziel des spirituellen Weges ist SELBSTerkenntnis, den letzten Schritt dazu macht GOTT für uns und dieser letzte Schritt ist das Ende der Welt. Die Welt wird in Lachen enden, weil sie ein Ort der Tränen ist und durch Glück ersetzt wird.
Die hier gemeinte GOTTESerkenntnis ist nicht eine reflektierte, in der ein Subjekt einem Objekt betrachtend gegenübersteht, sondern eine unmittelbare, in der keine Distanz zwischen dem Erkennenden und seinem göttlichen Erkenntnisobjekt besteht. Zu behaupten “Ich habe mein SELBST erkannt.” ist verrückt. Alles, was wir “erkennen”, ist nicht das SELBST. Der Erkennende ist das SELBST, nicht das Erkannte. Das ist mit der Logik des Verstands nicht zu verstehen. Aber dies ist das Mysterium des Lebens, dass Logik nur der Anfang ist, nicht das Ende. Es kommt ein Moment, wo die Logik endet, aber nicht du. Es kommt ein Moment, wo die Logik erledigt ist, aber du noch da bist. Lass dich überraschen!
Die Stimme des Egos ist nicht nur die Stimme, die uns und unsere Mitmenschen kritisiert, sondern auch die Stimme, die uns und unseren Mitmenschen schmeichelt. Gerade wenn sie uns schmeichelt und uns zuflüstert, dass wir etwas besonders gut gemacht haben, ist es am schwersten, ihr nicht zu glauben. Aber jede Betonung unserer Leistung, und damit jede Betonung von uns als Handelnden, kommt vom Ego. Das Drehbuch ist geschrieben. Wir sind nicht wirklich für unser Handeln verantwortlich, sondern einzig und allein für unser Denken. Wenn Erleuchtung das Ende der Trennung ist, wie kann es dann einen Macher und einen Handelnden geben? Kann die Welle sich selbst lenken oder ist sie Ausdruck des Ozeans?
“Das Ego erkennt nicht, was es zu lehren versucht. Es versucht, dich zu lehren, was du bist, ohne zu erkennen, was du bist. Nur in der Verwirrung ist es ein Experte. Etwas anderes versteht es nicht. So ist das Ego denn als Lehrer völlig verwirrt und völlig verwirrend. Selbst wenn du den HEILIGEN GEIST ganz außer acht lassen könntest - was unmöglich ist -, könntest du dennoch nichts vom Ego lernen, weil das Ego nichts erkennt.”
(EKIW: Kapitel 8, II. 1. 4.-8.)
Wenn ich im Folgenden die Symbole Elvis Presley, Frank Sinatra und Falco verwende, um bestimmte Aspekte des Ego-Denksystems zu verdeutlichen, dann dürfen wir nicht vergessen, dass alle Dinge, von denen wir denken, dass wir sie sehen, Ideen widerspiegeln. Das, was wir sehen, spiegelt einen Prozess in unserem Geist, der mit unserer Idee dessen beginnt, was wir wollen. Das ist der Grundgedanke der Erlösung. Es geht hier also nicht darum, andere Menschen zu beurteilen - denn es gibt in Wahrheit keine anderen Menschen - sondern einzig und allein um die Berichtigung unseres Geistes! Es geht darum, die "Elvis Presley", "Frank Sinatra" und "Falco" Ideen in unserem eigenen Geist zu entdecken und diese Gedanken SEINER Berichtigung zu übergeben. Wenn unser Geist berichtigt ist, erblicken wir, was nur GOTTES Ideen widerspiegelt, denn SEINE, und nur die SEINEN, begründen die Wahrheit.
Eine der bekanntesten Hymnen auf den persönlichen Erfolg als handelnde Person ist der Song "I did it my way" von Frank Sinatra. Dieses auch als “Sinatra-Doktrin” bekannte Credo ist die Hymne des Egos. Als Frank Sinatra einmal erschöpft auf der Bühne zusammenbrach, während er dieses Lied sang, war dies ein beeindruckendes Symbol für den Weg, den uns das Ego anbietet. Denn jede persönliche Erfolgsgeschichte endet spätestens mit dem Tod. Und doch ist dieser Song das Lied, das in Großbritannien am häufigsten auf Beerdigungen gespielt wird. Die völlige Bedeutungslosigkeit des persönlichen Erfolges im Moment des Todes wird durch das Ego "erfolgreich" verdrängt.
“Eine wirkliche Wahl ist keine Illusion. Die Welt hat jedoch keine anzubieten. Alle ihre Wege führen nur in die Enttäuschung, in das Nichts und in den Tod. In ihren Alternativen gibt es keine Wahl. Suche nicht hier nach dem Entrinnen aus Problemen. Die Welt wurde gemacht, damit Problemen nicht entronnen werden kann. Lass dich nicht täuschen von all den verschiedenen Namen, die man ihren Wegen gibt. Sie haben nur ein Ende. Und jeder Weg ist nur ein Mittel, zu jenem Ende zu gelangen, denn hierher werden alle ihre Wege führen, wie unterschiedlich sie auch zu beginnen und wie verschieden sie auch zu verlaufen scheinen. Ihr Ende ist gewiss, denn zwischen ihnen gibt es keine Wahl. Sie alle führen in den Tod. Auf manchen reist du eine Zeitlang fröhlich, bevor die Öde eintritt. Und auf manchen werden die Dornen gleich verspürt. Die Wahl besteht nicht darin, was das Ende sein wird, sondern wann es kommt.”
(EKIW: Kapitel 31, IV. 2.)
Frank Sinatra veröffentlichte 1966 sein Album "That's Life" und sang darauf den Song "The Impossible Dream". Der Song beginnt mit den Zeilen: "To dream the impossible dream. To fight the unbeatable foe. To bear with unbearable sorrow." (“Um den unmöglichen Traum zu träumen. Den unbesiegbaren Feind zu bekämpfen. Unerträglichen Kummer ertragen.”) Der Song "The Impossible Dream (The Quest)" ist das beliebteste Lied aus dem Broadway-Musical „Man of La Mancha“ von 1965. Der Kampf Don Quijotes gegen Windmühlen ist die berühmteste Episode des Romans, auf dem das Musical basiert. Don Quijote ist der „Held“ des Traums der Welt, der Ego-Geist der den Traum für die Wirklichkeit hält und gegen Illusionen kämpft. Dieser Song und insbesondere sein Titel fasst in wenigen Worten zusammen, was die Welt des Egos ist - ein unmöglicher Traum.
“Der Plan des Ego ergibt natürlich keinen Sinn und wird nicht funktionieren. Wenn du seinem Plan folgst, bringst du dich nur in eine unmögliche Lage, in die dich das Ego immer führt.”
(EKIW: Kapitel 9, IV. 4. 2.-3.)
“Mit einer unmöglichen Lernsituation konfrontiert zu sein, ist die deprimierendste Sache der Welt. Das ist in der Tat letztendlich der Grund dafür, weshalb die Welt selbst deprimierend ist.”
(EKIW: Kapitel 8, VII. 8. 3.-4.)
“Du merkst nicht, welche ungeheure Energieverschwendung du betreibst, um die Wahrheit zu verleugnen. Was würdest du über jemanden sagen, der darauf besteht, das Unmögliche zu versuchen, weil er glaubt, es zu erlangen sei Erfolg? Der Glaube, dass du das Unmögliche haben musst, um glücklich zu sein, ist völlig unvereinbar mit dem Prinzip der Schöpfung.”
(EKIW: Kapitel 9, I. 11. 1.-3.)
“He's a real nowhere man
Sitting in his nowhere land
Making all his nowhere plans for nobody
Doesn't have a point of view
Knows not where he's going to
Isn't he a bit like you and me?
Nowhere man, please listen
You don't know what you're missing
Nowhere man
The world is at your command
He's as blind as he can be
Just sees what he wants to see
Nowhere man, can you see me at all?”
(Nowhere Man - The Beatles)
Sitting in his nowhere land
Making all his nowhere plans for nobody
Doesn't have a point of view
Knows not where he's going to
Isn't he a bit like you and me?
Nowhere man, please listen
You don't know what you're missing
Nowhere man
The world is at your command
He's as blind as he can be
Just sees what he wants to see
Nowhere man, can you see me at all?”
(Nowhere Man - The Beatles)
Wenn das Ego in seinem unmöglichen Traum, in seinem Versuch der Selbstverwirklichung - der Verwirklichung des persönlichen Selbst, des persönlichen Erfolgs - irgendwann scheitert, dann sucht es die Erlösung im Tod.
“Der Tod wird nämlich als Sicherheit gesehen, als großer, dunkler Retter vor dem Licht der Wahrheit, als Antwort auf die ANTWORT, als einer, der die STIMME, DIE für GOTT spricht, zum Verstummen bringt. Aber der Rückzug in den Tod ist nicht das Ende des Konflikts. Nur GOTTES ANTWORT ist sein Ende.”
(EKIW: Kapitel 19, IV. C. a) 7. 2.-4.)
“Der Tod ist ein Versuch, den Konflikt dadurch zu lösen, dass man sich gar nicht entscheidet. Wie jede andere unmögliche Lösung, die das Ego versucht, wird das nicht funktionieren.”
(EKIW: Kapitel 6, V. A. 1. 6.-7.)
“Die Zahl der Wege, die die Welt anbieten kann, scheint ziemlich groß zu sein; die Zeit muss aber kommen, wo jeder zu sehen beginnt, wie ähnlich sie einander sind. Manche Menschen sind gestorben, als sie dieses sahen, weil sie keinen Weg erblickten außer jenen Pfaden, die angeboten werden von der Welt. Und als sie lernten, dass sie nirgendwohin führen, verloren sie die Hoffnung. Und dennoch war dies ebenjene Zeit, in der sie ihre größte Lehre hätten lernen können. Alle müssen diesen Punkt erreichen und über ihn hinausgehen.”
(EKIW: Kapitel 31, IV. 3. 3.-7.)
Der Titel Rock Me Amadeus des österreichischen Musikers Falco erreichte als erstes und bis heute einziges deutschsprachiges Lied Platz eins der US-Billboard-Charts. Als Falco von diesem außergewöhnlichen Erfolg erfuhr, wollten seine Freunde mit ihm feiern. Er selbst reagierte jedoch tief bewegt und zog sich allein nach Hause zurück. Dort zerstörte er einige seiner Auszeichnungen, weil er intuitiv spürte, den Höhepunkt seines persönlichen Erfolgs erreicht zu haben. Zugleich war ihm bewusst, dass auf einen Höhepunkt zwangsläufig ein Abstieg folgt. Besonders schmerzte ihn, dass der Aufstieg an die Spitze so schnell erfolgt war – er hätte diesen Weg gern länger ausgekostet. Am 6. Februar 1998 starb Falco kurz vor seinem 41. Geburtstag bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Bei der Obduktion wurden ein Blutalkoholwert von 1,5 Promille sowie große Mengen Kokain und geringe Mengen Marihuana in seinem Körper nachgewiesen. Drei Wochen nach seinem Tod erschien das Album Out of the Dark (Into the Light).
"Muss ich denn sterben, um zu leben?
Out of the dark
Hörst du die Stimme, die dir sagt
Into the light"
(Falco - Out of the Dark)
"Versuche nicht mehr, durch Verlust zu gewinnen noch zu sterben, um zu leben."
(EKIW: Lektion 200, 2. 2.)
“For he has come with Heaven’s Help within him,
ready to lead him out of darkness into light at any time.”
(ACIM: Chapter 25, III. 6. 3.)
Out of the dark
Hörst du die Stimme, die dir sagt
Into the light"
(Falco - Out of the Dark)
"Versuche nicht mehr, durch Verlust zu gewinnen noch zu sterben, um zu leben."
(EKIW: Lektion 200, 2. 2.)
“For he has come with Heaven’s Help within him,
ready to lead him out of darkness into light at any time.”
(ACIM: Chapter 25, III. 6. 3.)
Auch Elvis Presley folgte der Stimme des Egos und auch sein Leben endete in Ess-, Medikamenten- und Drogensucht. Eine seiner Filmpartnerinnen hingegen folgte DER STIMME FÜR GOTT und entschloss sich, in ein Kloster einzutreten, wo sie heute Priorin ist. Dolores Hart war Anfang der 60er-Jahre die bestbezahlte Schauspielerin der Welt und spielte in Elvis-Presley-Filmen und gab Elvis Presley seinen ersten Filmkuss. Doch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ging sie ins Kloster. Zehn Filme drehte Dolores Hart in ihrer nur fünf Jahre währenden Schauspiel-Laufbahn 1957 bis 1962. Auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Karriere, während der Dreharbeiten zu ihrem fünften Film im Jahr 1959 kamen ihr ernsthafte Zweifel an ihrem bisherigen Lebensweg als Schauspielerin. Als sie sich in ihrer Kabine gerade die Haare kämmte und in den Spiegel sah, hat sie in ihrem Kopf die folgenden Worte vernommen: „Du weißt, dass das nicht ist, was du willst“. Diese STIMME FÜR GOTT ist in den folgenden zwei Jahren immer wieder gekommen. Anfang 1963 kehrte Dolores Hart Hollywood den Rücken, löste ihre Verlobung mit dem Geschäftsmann Don Robinson, der danach nie heiratete und sie bis zu seinem Tod 2011 jährlich an Ostern und Weihnachten besuchte, und trat ins Kloster Regina Laudis der Benediktinerinnen in Bethlehem, Connecticut, ein. Ihr in der Tat bemerkenswertes Leben wurde mittlerweile verfilmt. „God is the bigger Elvis“ ist der Titel des Films.
“Du glaubst auch, dass es möglich ist, das Gegenteil von GOTTES WILLEN zu tun. Deshalb glaubst du, dass dir eine unmögliche Wahl offen steht, und zwar eine, die sowohl furchterregend als auch wünschenswert ist. Doch GOTT will. ER wünscht nicht. Dein Wille ist so mächtig wie der SEINE, weil er der SEINE ist. Die Wünsche des Ego bedeuten nichts, weil das Ego das Unmögliche wünscht. Du kannst das Unmögliche wünschen, aber du kannst nur mit GOTT wollen. Das ist die Schwäche des Ego und deine Stärke.”
(EKIW: Kapitel 7, X. 4. 4.-11.)
Das Konzept des Selbst ist ein Götze, der dazu gemacht ist, den Platz unserer Wirklichkeit als SOHN GOTTES einzunehmen. Das Selbst, und damit unsere Wahrnehmung von uns als Person mit bestimmten Eigenschaften, ist Teil der Ego-Illusion. Buddha sprach in diesem Zusammenhang von Nicht-Selbst. Das Konzept des Selbst, das die Welt lehrt, ist nicht das Ding, das es zu sein scheint. Denn es ist gemacht, um zwei Zielen zu dienen, wovon der Geist jedoch nur eins wahrnehmen kann.
Die zwei Gesichter des Selbst
Bereits Carl Jung (1875–1961) erkannte, dass unser Leben maßgeblich vom Unbewussten beeinflusst wird. Und er hatte schon eine Vorstellung von den zwei Gesichtern des Selbst: Er nannte den einen Pol “Persona” und gewissermaßen den Gegenpol “Schatten”. Er wies auch darauf hin, dass, solange keine bewusste Auseinandersetzung mit den unbewussten Schattenseiten stattgefunden hat, diese typischerweise nur bei anderen Menschen gesehen werden. Dies wiederum begünstigt den Prozess der Projektion. Jesus erläutert uns im Kurs die gesamte spirituelle Dimension, sowie die wesentlich tiefere Ursache unseres persönlichen Selbst, sehr viel genauer, als dies die Tiefenpsychologie je vermocht hat.
"Ein Konzept des Selbst wird von dir gemacht. Es hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit dir. Es ist ein Götze, der dazu gemacht ist, den Platz deiner Wirklichkeit als SOHN GOTTES einzunehmen. Das Konzept des Selbst, das die Welt lehrt, ist nicht das Ding, das es zu sein scheint. Denn es ist gemacht, um zwei Zielen zu dienen, wovon der Geist jedoch nur eins wahrnehmen kann. Das erste bietet das Gesicht der Unschuld dar, jenen Aspekt, auf welchen eingewirkt wird. Es ist dieses Gesicht, das lächelt und bezaubert und sogar zu lieben scheint. Es sucht nach Gefährten, und es schaut - zuweilen mitleidsvoll auf die Leidenden und bietet manchmal Trost an. Es glaubt, gut zu sein in einer bösen Welt.
Dieser Aspekt kann ärgerlich werden, denn die Welt ist niederträchtig und unfähig, die Liebe und den Schutz bereitzustellen, den die Unschuld verdient. Und so ist dies Gesicht oft tränennass angesichts der Ungerechtigkeiten, die die Welt jenen zumisst, die großzügig und gut sein möchten. Dieser Aspekt greift nie als Erster an. Doch jeden Tag verüben hundert Kleinigkeiten einen kleinen Anschlag gegen seine Unschuld und fordern ihn zu Reizbarkeit und schließlich zu offener Beschimpfung und Beleidigung heraus.
Das Gesicht der Unschuld, das das Konzept des Selbst so stolz zur Schau trägt, kann Angriff zur Selbstverteidigung tolerieren, denn ist es nicht ein wohlbekannter Fakt, dass die Welt wehrloser Unschuld hart mitspielt? Niemand, der ein Bild von sich macht, lässt dieses Gesicht weg, denn er hat es nötig. Die andere Seite möchte er nicht sehen. Doch diese wird vom Lernen der Welt angepeilt, denn hier ist die »Wirklichkeit« der Welt festgesetzt, um dafür zu sorgen, dass der Götze von Dauer ist.
Unter dem Gesicht der Unschuld ist eine Lektion, die zu lehren das Konzept des Selbst gemacht ward. Es ist eine Lektion in einer schrecklichen Verschiebung und von einer derart vernichtenden Angst, dass das Gesicht, welches über ihr lächelt, ewig wegblicken muss, damit es den Verrat nicht wahrnimmt, welchen es verbirgt. Die Lektion lehrt dies: Ich bin das Ding, das du aus mir gemacht hast, und während du mich ansiehst, bist du - um dessentwillen, was ich bin - verurteilt. Dieser Auffassung des Selbst lächelt die Welt zustimmend zu, verbürgt sie doch, dass die Weltenpfade sicher erhalten bleiben und diejenigen, die auf ihnen wandeln, nicht entrinnen werden.
Hier ist die zentrale Lektion, die sicherstellt, dass dein Bruder ewiglich verurteilt ist. Denn was du bist, das wurde nun zu seiner Sünde. Vergebung dafür ist nicht möglich. Und was er tut, spielt keine Rolle mehr, denn dein anklagender Finger zeigt, in seinem Ziel unerschütterlich und tödlich, auf ihn hin. Der Finger zeigt zugleich auf dich, doch das wird in den Nebeln unter dem Gesicht der Unschuld noch tiefer versteckt. Und in diesen leichenhaft verhüllten Gruften werden alle seine Sünden und die deinen in der Finsternis erhalten und bewahrt, wo sie nicht als Irrtümer wahrgenommen werden können, was das Licht sicherlich zeigen würde. Weder kann dir für das, was du bist, die Schuld zugewiesen werden, noch kannst du die Dinge ändern, die es dich tun lässt. So ist dein Bruder dir Symbol für deine Sünden, der du zwar stumm, doch mit unablässiger Dringlichkeit deinen Bruder weiterhin für das verhasste Ding verurteilst, das du bist."
(EKIW: Kapitel 31, V. 2.-6.)
Dieser Aspekt kann ärgerlich werden, denn die Welt ist niederträchtig und unfähig, die Liebe und den Schutz bereitzustellen, den die Unschuld verdient. Und so ist dies Gesicht oft tränennass angesichts der Ungerechtigkeiten, die die Welt jenen zumisst, die großzügig und gut sein möchten. Dieser Aspekt greift nie als Erster an. Doch jeden Tag verüben hundert Kleinigkeiten einen kleinen Anschlag gegen seine Unschuld und fordern ihn zu Reizbarkeit und schließlich zu offener Beschimpfung und Beleidigung heraus.
Das Gesicht der Unschuld, das das Konzept des Selbst so stolz zur Schau trägt, kann Angriff zur Selbstverteidigung tolerieren, denn ist es nicht ein wohlbekannter Fakt, dass die Welt wehrloser Unschuld hart mitspielt? Niemand, der ein Bild von sich macht, lässt dieses Gesicht weg, denn er hat es nötig. Die andere Seite möchte er nicht sehen. Doch diese wird vom Lernen der Welt angepeilt, denn hier ist die »Wirklichkeit« der Welt festgesetzt, um dafür zu sorgen, dass der Götze von Dauer ist.
Unter dem Gesicht der Unschuld ist eine Lektion, die zu lehren das Konzept des Selbst gemacht ward. Es ist eine Lektion in einer schrecklichen Verschiebung und von einer derart vernichtenden Angst, dass das Gesicht, welches über ihr lächelt, ewig wegblicken muss, damit es den Verrat nicht wahrnimmt, welchen es verbirgt. Die Lektion lehrt dies: Ich bin das Ding, das du aus mir gemacht hast, und während du mich ansiehst, bist du - um dessentwillen, was ich bin - verurteilt. Dieser Auffassung des Selbst lächelt die Welt zustimmend zu, verbürgt sie doch, dass die Weltenpfade sicher erhalten bleiben und diejenigen, die auf ihnen wandeln, nicht entrinnen werden.
Hier ist die zentrale Lektion, die sicherstellt, dass dein Bruder ewiglich verurteilt ist. Denn was du bist, das wurde nun zu seiner Sünde. Vergebung dafür ist nicht möglich. Und was er tut, spielt keine Rolle mehr, denn dein anklagender Finger zeigt, in seinem Ziel unerschütterlich und tödlich, auf ihn hin. Der Finger zeigt zugleich auf dich, doch das wird in den Nebeln unter dem Gesicht der Unschuld noch tiefer versteckt. Und in diesen leichenhaft verhüllten Gruften werden alle seine Sünden und die deinen in der Finsternis erhalten und bewahrt, wo sie nicht als Irrtümer wahrgenommen werden können, was das Licht sicherlich zeigen würde. Weder kann dir für das, was du bist, die Schuld zugewiesen werden, noch kannst du die Dinge ändern, die es dich tun lässt. So ist dein Bruder dir Symbol für deine Sünden, der du zwar stumm, doch mit unablässiger Dringlichkeit deinen Bruder weiterhin für das verhasste Ding verurteilst, das du bist."
Die Idee vom eigenen „gut sein“ basiert immer auf der Idee von den bösen Anderen, immer ist es jemand anderer der Schuld ist. Es ist immer die andere Seite, die die Schuld für die entstandenen Probleme trägt. Somit ist sicherstellt, dass unser Bruder ewiglich verurteilt ist. Und unser anklagender Finger zeigt, in seinem Ziel unerschütterlich und tödlich, auf ihn hin. Der Finger zeigt zugleich auf uns, doch das wird in den Nebeln unter dem Gesicht der Unschuld noch tiefer versteckt. Wir könnten es bildlich auch so ausdrücken: Wenn wir mit einem Finger auf unseren Bruder zeigen, zeigen wir gleichzeitig mit drei Fingern auf uns. Die Dreifaltigkeit zeigt auf uns und erinnert uns daran, dass wir im Irrtum sind.
“Nur Selbstankläger verurteilen. Während du dich vorbereitest, eine Wahl zu treffen, die andere Ergebnisse zur Folge haben wird, gibt es zuerst etwas, was es intensiv zu lernen gilt. Es muss zu einer Gewohnheit des Reagierens werden, die so typisch ist für alles, was du tust, dass sie zu deiner ersten Reaktion auf jegliche Versuchung und auf jede Lage wird, die sich ergibt. Lerne das, und lern es gut, denn hier wird die Verzögerung des Glücks um eine ungeahnte Spanne Zeit verkürzt. Du hasst deinen Bruder nie um seiner Sünden, sondern nur um deiner eigenen willen. Welche Form seine Sünden auch anzunehmen scheinen, sie verschleiert nur die Tatsache, dass du glaubst, sie seien deine und verdienten deshalb den gerechten Angriff.”
(EKIW: Kapitel 31, III. 1.)
(EKIW: Kapitel 31, III. 1.)
"Das Ego will nur, was es hasst. Für das Ego ist das absolut vernünftig. Da es an die Macht des Angriffs glaubt, will das Ego Angriff."
(EKIW: Kapitel 8, IX. 6. 6.-8.)
“Kein Beweis wird dich von der Wahrheit dessen überzeugen, was du nicht willst.”
(EKIW: Kapitel 16, II. 6. 1.)
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, dass das Ego Angriff will, und dass wir im Zustand der Ego-Identifikation nicht die Wahrheit wollen, lieferte Hirō Onoda (1922 - 2014).
Er war ein japanischer Nachrichtenoffizier, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch bis 1974 auf der philippinischen Insel Lubang ausharrte, weil er immer noch an den Krieg glaubte. Im Lauf der Jahre wurden immer wieder Flugblätter über dem Dschungel abgeworfen, in denen ihm und seinen Kameraden die Kapitulation Japans und das Ende des Krieges mitgeteilt wurde. 1952 wurden sogar Briefe und Familienfotos mit der Aufforderung, sich zu ergeben, abgeworfen. Doch sie glaubten weder den Flugblättern noch den Briefen.
1974 war Onoda der Letzte seiner Truppe. Zu dieser Zeit brach der Student Suzuki Norio sein Studium ab und setzte sich das Ziel, “Leutnant Onoda, einen Panda und den Yeti zu finden – in dieser Reihenfolge“. Weil Suzuki Japanisch sprach, gab sich ihm Onoda im Februar 1974 zu erkennen. Beide wurden Freunde. Onoda lehnte es jedoch weiterhin ab, sich ohne den Befehl eines Vorgesetzten zu ergeben.
Also machten die Behörden Onodas ehemaligen Vorgesetzten, Major Taniguchi, ausfindig, der inzwischen Buchhändler geworden war. Dieser flog im März 1974 nach Lubang, informierte Onoda über die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg und befahl ihm, sich zu ergeben. Das akzeptierte Onoda.
Zu dieser Zeit trug er immer noch seine Uniform, sein Guntō-Schwert, sein Gewehr sowie etwa 500 Schuss Munition und mehrere Handgranaten bei sich.
Nach seiner Rückkehr nach Japan verfasste er seine Biographie Waga Ruban-tō no sanjūnen sensō (Niemals aufgeben: Mein 30-jähriger Krieg).
Das Ego will den Krieg nicht aufgeben. Doch weil der Traum vom Krieg längst vorbei ist, hat es letztendlich keine Chance. Es kann nur das Ende dieses Traums hinauszögern.
Er war ein japanischer Nachrichtenoffizier, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch bis 1974 auf der philippinischen Insel Lubang ausharrte, weil er immer noch an den Krieg glaubte. Im Lauf der Jahre wurden immer wieder Flugblätter über dem Dschungel abgeworfen, in denen ihm und seinen Kameraden die Kapitulation Japans und das Ende des Krieges mitgeteilt wurde. 1952 wurden sogar Briefe und Familienfotos mit der Aufforderung, sich zu ergeben, abgeworfen. Doch sie glaubten weder den Flugblättern noch den Briefen.
1974 war Onoda der Letzte seiner Truppe. Zu dieser Zeit brach der Student Suzuki Norio sein Studium ab und setzte sich das Ziel, “Leutnant Onoda, einen Panda und den Yeti zu finden – in dieser Reihenfolge“. Weil Suzuki Japanisch sprach, gab sich ihm Onoda im Februar 1974 zu erkennen. Beide wurden Freunde. Onoda lehnte es jedoch weiterhin ab, sich ohne den Befehl eines Vorgesetzten zu ergeben.
Also machten die Behörden Onodas ehemaligen Vorgesetzten, Major Taniguchi, ausfindig, der inzwischen Buchhändler geworden war. Dieser flog im März 1974 nach Lubang, informierte Onoda über die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg und befahl ihm, sich zu ergeben. Das akzeptierte Onoda.
Zu dieser Zeit trug er immer noch seine Uniform, sein Guntō-Schwert, sein Gewehr sowie etwa 500 Schuss Munition und mehrere Handgranaten bei sich.
Nach seiner Rückkehr nach Japan verfasste er seine Biographie Waga Ruban-tō no sanjūnen sensō (Niemals aufgeben: Mein 30-jähriger Krieg).
Das Ego will den Krieg nicht aufgeben. Doch weil der Traum vom Krieg längst vorbei ist, hat es letztendlich keine Chance. Es kann nur das Ende dieses Traums hinauszögern.
"Was ich sehe, ist eine Form von Rache.
Der heutige Leitgedanke ist eine treffende Beschreibung der Art und Weise, wie jeder, der Angriffsgedanken in seinem Geist hegt, die Welt sehen muss. Nachdem er seinen Ärger auf die Welt projiziert hat, sieht er, wie die Rache dabei ist, zum Schlag gegen ihn auszuholen. Sein eigener Angriff wird so als Selbstverteidigung wahrgenommen. Das wird zu einem immer schlimmeren Teufelskreis, bis er bereit ist, seine Sichtweise zu verändern. Sonst werden Gedanken des Angriffs und des Gegenangriffs ihn völlig mit Beschlag belegen und seine ganze Welt bevölkern. Welcher Geistesfrieden ist dann noch für ihn möglich?"
(EKIW: Lektion 22, 1.)
"Das Konzept des Selbst umfasst alles, auf das du schaust, und nichts ist außerhalb dieser Wahrnehmung. Wenn du durch irgend etwas verletzt werden kannst, siehst du ein Bild deiner geheimen Wünsche. Nichts weiter als das. Und in deinem Leiden jeglicher Art siehst du dein eigenes verborgenes Verlangen, zu töten.”
(EKIW: Kapitel 31, V. 15. 7.-10.)
Wir schauen immer zuerst nach innen und rufen dann im scheinbaren Außen die Zeugen auf, für das, was wir in unserem Inneren gesehen haben. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind und nicht bereit sind, die Dunkelheit in unserem eigenen Geist anzuschauen, um sie ans Licht zu bringen, dann projizieren wir sie nach außen, indem wir uns Projektionsflächen wie die AfD schaffen. Unsere Verdrängung und Verleugnung macht die AfD (oder wie unser Feindbild auch immer heißen mag). Je moralischer wir uns als Person verhalten, desto mehr sind wir gezwungen zu verdrängen und zu projizieren, denn Moral ist ein Ego-Konzept, um den Wahnsinn in unserem gespaltenen Geist einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Geheuchelte Liebe ist nur verkleideter Hass. In diesem Zustand völliger Verblendung erkennen wir nicht, wo der Hass zu Hause ist - wer der “Hater” in Wahrheit ist. In Wahrheit sind “linksliberales Gutmenschentum” und “rechtspopulistische Parteien” nur zwei Seiten derselben Medaille - der Dualität. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.
In dem Moment wo wir die Welt in “gut” und “schlecht” einteilen, haben wir eine Illusion erzeugt. Und so können wir die wirkliche Welt nicht sehen, sondern lediglich unsere Projektion. Wenn wir einen Menschen einen Guten nennen, haben wir damit den Bösen geschaffen. Jetzt werden wir irgendwen irgendwo verdammen müssen, denn der Gute kann nicht ohne den Bösen auskommen. Und sieh dir jetzt die Absurdität dieser Bemühungen an: Wir unternehmen alles, um die Bösen auszumerzen, und wir erträumen und erhoffen uns eine Welt, in der es keine Bösen mehr gibt – nur noch Gute. Was für ein Unsinn! Denn Gute können nicht ohne Böse existieren: Sie sind die Kehrseite derselben Medaille. Wir können nicht nur die eine Seite der Medaille ausmerzen. Sie existieren nur zusammen. Gute und Böse bilden beide untrennbar ein und dasselbe Ganze. Wenn man die Bösen ausmerzt, werden auch die Guten von der Erdoberfläche verschwinden.
Wenn wir gegen die AfD sind – ich bleibe der Einfachheit halber bei diesem Beispiel –, dann sind wir reaktionär und nicht revolutionär. Wir sind nur eine Reaktion auf diese Gruppe; dann haben wir die Beziehung zu dieser Gruppe nur auf den Kopf gestellt. Wir machen einen Yoga-Kopfstand, Shirshasana, aber wir sind immer noch der gleiche Mensch. Alles, worauf die Gruppe Wert legt, kehren wir ins genaue Gegenteil, aber im Grunde folgen wir immer noch der Gruppe. Das wird nichts helfen. Wenn wir “kontra” sind, können wir die Dualität nie hinter uns lassen, bleiben wir immer ein Teil von ihr. Sobald wir reagieren und Partei ergreifen, schlagen wir uns auf die Seite des Problems, anstatt zur Lösung beizutragen. Gegner einer bestimmten Gruppe oder der Gesellschaft im Allgemeinen sind keine Revolutionäre, sondern Reaktionäre. Sie sind Bestandteil und Produkt der gleichen Gesellschaft, gegen die sie sich aus Verbitterung gewandt haben.
Jede Regierung der Welt nennt ihre militärische Organisation Landesverteidigung. Wer greift da noch an? Wenn alle nur verteidigen, wer ist der Aggressor? Nicht also nur für Einzelpersonen, sondern für alles, was wir tun – als Nationen, als Rassen –, gilt die gleiche Logik des Egos: Die anderen sind anders. Die anderen sind schuld. Wir hingegen sind die Guten. Wie viel Leid ist seit jeher im Namen des Guten verursacht worden. Früher waren es kirchliche Dogmen, heute sind es Umweltschutz, Demokratie oder ganz allgemein die Rettung der Welt. Vor allem aber ist es die zunehmende Fixierung auf Identitätsthemen, hinter denen sich die "Guten" verstecken und einen Angriff zur "Selbstverteidigung" für gerechtfertigt halten. Insbesondere die Themen Rassismus, Feminismus und die Genderthematik ganz generell lassen heutzutage die Machtlosen zusammenkommen, um einen Feind zu suchen. Religion und Spiritualität wurden schon immer vom Ego genutzt, um “im Namen des Guten” gegen das Böse zu kämpfen. Seit jeher schließen sich die Machtlosen zusammen, weil sie glauben, eine gemeinsame Sache zu hassen.
“Siehst du denn nicht, dass dein ganzes Elend von der merkwürdigen Überzeugung herrührt, dass du machtlos bist? Hilflos sein ist der Preis der Sünde. Hilflosigkeit ist die Bedingung für die Sünde, die eine Voraussetzung, an die zu glauben sie verlangt. Nur die Hilflosen können an sie glauben. Das Ungeheuerliche hat für niemand einen Reiz als für die Kleinen. Und nur die, die zuerst glauben, klein zu sein, können eine Anziehung darin sehen. [...]
Niemand glaubt, dass GOTTESSOHN machtlos ist. Und diejenigen, die sich als hilflos sehen, müssen glauben, dass sie nicht der SOHN GOTTES sind. Was können sie dann anderes als sein Feind sein? [...] Sie schließen sich dem Heer der Machtlosen an und führen ihren Krieg der Rache, der Verbitterung und Bosheit gegen ihn, um ihn eins mit sich zu machen. Weil sie nicht wissen, dass sie mit ihm eins sind, wissen sie nicht, wen sie hassen. Sie sind fürwahr ein jämmerliches Heer, und jeder greift mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit seinen Bruder an oder wendet sich gegen sich selbst, wie er sich erinnert, dass sie glaubten, eine gemeinsame Sache zu hassen.
Rasend und laut und stark scheinen die Finsteren zu sein. Sie kennen aber ihren »Feind« nicht, sondern hassen ihn nur. Im Hass sind sie zusammengekommen, doch ohne sich zu verbinden. Denn hätten sie das getan, wäre Hass unmöglich. [...]
Das Heer der Machtlosen ist wahrlich schwach. Weder hat es Waffen, noch hat es einen Feind. Ja, es kann die Welt wohl überrollen und sich einen Feind suchen. Doch kann es niemals finden, was nicht da ist. Es kann zwar träumen, es habe einen Feind gefunden, aber das wird wechseln, noch während es angreift, so dass es sogleich losstürmt, um einen anderen zu finden, und nie im Sieg zur Ruhe kommt. Und während es so losstürmt, wendet es sich gegen sich und denkt, es habe einen Blick erhascht auf jenen großen Feind, der seinem mörderischen Angriff stets dadurch entgeht, dass er sich in etwas anderes verwandelt. Wie verräterisch erscheint dieser Feind, der sich so verändert, dass es sogar unmöglich ist, ihn wiederzuerkennen.
Der Hass muss aber ein Ziel haben. Es kann keinen Glauben an die Sünde geben ohne einen Feind. [...]“
(EKIW: Kapitel 21, VII. 1.-5.)
Niemand glaubt, dass GOTTESSOHN machtlos ist. Und diejenigen, die sich als hilflos sehen, müssen glauben, dass sie nicht der SOHN GOTTES sind. Was können sie dann anderes als sein Feind sein? [...] Sie schließen sich dem Heer der Machtlosen an und führen ihren Krieg der Rache, der Verbitterung und Bosheit gegen ihn, um ihn eins mit sich zu machen. Weil sie nicht wissen, dass sie mit ihm eins sind, wissen sie nicht, wen sie hassen. Sie sind fürwahr ein jämmerliches Heer, und jeder greift mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit seinen Bruder an oder wendet sich gegen sich selbst, wie er sich erinnert, dass sie glaubten, eine gemeinsame Sache zu hassen.
Rasend und laut und stark scheinen die Finsteren zu sein. Sie kennen aber ihren »Feind« nicht, sondern hassen ihn nur. Im Hass sind sie zusammengekommen, doch ohne sich zu verbinden. Denn hätten sie das getan, wäre Hass unmöglich. [...]
Das Heer der Machtlosen ist wahrlich schwach. Weder hat es Waffen, noch hat es einen Feind. Ja, es kann die Welt wohl überrollen und sich einen Feind suchen. Doch kann es niemals finden, was nicht da ist. Es kann zwar träumen, es habe einen Feind gefunden, aber das wird wechseln, noch während es angreift, so dass es sogleich losstürmt, um einen anderen zu finden, und nie im Sieg zur Ruhe kommt. Und während es so losstürmt, wendet es sich gegen sich und denkt, es habe einen Blick erhascht auf jenen großen Feind, der seinem mörderischen Angriff stets dadurch entgeht, dass er sich in etwas anderes verwandelt. Wie verräterisch erscheint dieser Feind, der sich so verändert, dass es sogar unmöglich ist, ihn wiederzuerkennen.
Der Hass muss aber ein Ziel haben. Es kann keinen Glauben an die Sünde geben ohne einen Feind. [...]“
Der kultivierte Mensch – der konditionierte Mörder
“Die Wahnhaften können sehr zerstörerisch sein, denn sie begreifen nicht, dass sie sich selbst verurteilt haben.”(EKIW: Kapitel 13, V. 4. 1.)
In Extremsituationen, wenn beschränkende Rahmenbedingungen wegfallen, zeigt sich die ganze Hässlichkeit dieses Zustands. Im Nachhinein sind wir bestürzt und können es nicht verstehen. Erinnern wir uns an die Bilder der Leichenberge vergaster Juden in den Konzentrationslagern. Ein anderes Beispiel ist ein Massenmörder, der grundlos 77 Menschen tötet und von seinen Nachbarn als ruhiger Mensch beschrieben wird, der sich dem Anbau von Gemüse gewidmet hat. Es ist also ein notwendiges Übel, dass wir schon unsere Kinder lehren, sie bilden und konditionieren müssen. Ein unkonditioniertes Kind weiß nichts von Moral. In einer Welt ohne GOTT können wir den Wahnsinn des Ego-Denksystems zwar mit Ethikunterricht unterdrücken, aber das Grundproblem wird dadurch nicht gelöst.
“Du wirst dir zunehmend bewusst werden, dass ein leichter Anflug von Verdruss nichts anderes ist als ein Schleier über einer heftigen Wut.”
(EKIW: Lektion 21, 2. 5.)
Je kultivierter wir sind, desto weniger authentisch sind wir. Das ist ein notwendiges Übel in einer Gesellschaft, in der sich die Menschen noch unbewusst mit dem Ego-Denksystem identifizieren. Der Mensch im unbewussten Zustand ist ein gebildetes und konditioniertes Tier. In unserer westlichen „Hochkultur“ hat die Verdrängung und Projektion einen Höhepunkt erreicht. Auch die Beschäftigung mit „Spiritualität“ wird dafür genutzt. Erst ein wahrer spiritueller Weg erhebt uns über das gewöhnliche Menschsein hinaus und lässt unsere Göttlichkeit in der Welt erstrahlen.
Solange wir Partei ergreifen, solange wir glauben, dass es in der Welt der Form einen Konflikt zwischen diesem Land gegen jenes Land, dieser Kultur gegen jene Kultur, dieser Person gegen jene Person gibt, wissen wir nicht, wo der Krieg ist. Der Kampf "Gut gegen Böse" symbolisiert nur den Konflikt zwischen Rechtgesinntheit und Falschgesinntheit im eigenen gespaltenen Geist. Es gibt keine Kriege in dieser Welt. Der einzige Krieg ist ein Krieg gegen unser SELBST, der auf unseren Glauben an das Ego zurückzuführen ist. Wir benutzen die Symbole dieser Welt, um zu beweisen, dass wir nicht unser CHRISTUS SELBST sind, und wir sind entschlossen, erfolgreich zu sein.
Es gibt einen alten Kampf, der gegen das Licht geführt wird, doch das LICHT reagiert nicht, weil der Krieg nur innerhalb der Illusion von Dunkelheit stattfindet und das LICHT überhaupt nicht berührt. So gibt es auch keinen Sieg der LIEBE. Nur die Illusion der Liebe kann über die Illusion des Hasses triumphieren, aber immer nur zum Preis, aus beiden Illusionen zu machen. Solange die Illusion des Hasses währt, so lange wird die Liebe eine Illusion für uns sein. Dann ist die einzig mögliche Wahl, die uns noch bleibt, die, welche Illusion wir vorziehen. Innerhalb dieser Dualität ist der Hass meist Sieger über die “Liebe”, weil er authentischer ist. Alle sogenannten Hochkulturen sind untergegangen, weil sie von sogenannten Barbaren überrannt wurden, die in ihrem Hass authentisch waren. Was wahrer Friede bedeutet – jenseits der Dualität, jenseits der Illusionen von Hass und Liebe – wird uns in Lektion 30 gezeigt. "GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist."
Wenn wir nicht in der Lage sind, alle unsere Mitmenschen mit vollkommenem Glauben und vollkommener Liebe und Zärtlichkeit anzusehen, dann hassen wir die Menschen einfach gern. Solange wir dieser Anziehungskraft der Schuld immer noch erliegen und nach Fehlern bei unseren Mitmenschen suchen, werden wir den Frieden GOTTES nicht finden, weil wir ihn offensichtlich immer noch nicht wollen. Dieser Rest von Angriff, den wir noch immer gegen unsere Mitmenschen hegen, er ist das erste Hindernis, auf das der Frieden in uns stößt, wenn wir uns auf den spirituellen Weg machen. Diese kleine Mauer des Hasses widersetzt sich noch immer dem WILLEN GOTTES und hält ihn in Grenzen. Das müssen wir uns mit Hilfe des HEILIGEN GEISTES mit vollkommener Ehrlichkeit ansehen, sonst werden wir schon dieses erste Hindernis nicht überwinden.
Unser Glaube an Schuld ist seit der scheinbaren Trennung sehr tief in unserem Unbewussten verborgen. Wir wissen es meistens gar nicht, aber wir haben große Angst vor dem, was wir vergessen oder dissoziiert haben. Deswegen wollen wir das alles nicht wirklich anschauen. Wegen unserer verborgenen Angst ist der Widerstand gewaltig, uns unserem Unbewussten zu nähern. Als Beispiel, wie sehr das Ego sich dagegen wehrt, dass jemand die Schuld im Geist anschaut, bedenke man nur, dass die meisten Kurslehrer die unbewusste Schuld nicht einmal erwähnen, obschon es im Kurs gerade um deren Heilung geht.
Dass es uns so schwerfällt, den Glauben an Schuld in unserem gespaltenen Geist zu betrachten, liegt auch daran, dass wir es als persönliche Kränkung wahrnehmen. Deshalb sind wir so bemüht, sie nach außen zu projizieren. Überall sehen wir Schuldige. Doch Ideen verlassen ihre Quelle nicht.
“Das Aufgeben des Urteils, die offensichtliche Voraussetzung für das Hören der STIMME GOTTES, ist gewöhnlich ein ziemlich langsamer Prozess, nicht weil es schwierig ist, sondern weil es leicht als persönlich kränkend wahrgenommen wird.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 9. 2. 3.)
Kränkungen der Menschheit
Kränkungen der Menschheit ist ein von Sigmund Freud im Jahr 1917 geprägter Begriff für umstürzende wissenschaftliche Entdeckungen, die, so Freuds These, das Selbstverständnis der Menschen in Form einer narzisstischen Kränkung in Frage gestellt haben.
Kränkungen der Menschheit ist ein von Sigmund Freud im Jahr 1917 geprägter Begriff für umstürzende wissenschaftliche Entdeckungen, die, so Freuds These, das Selbstverständnis der Menschen in Form einer narzisstischen Kränkung in Frage gestellt haben.
- Die kosmologische Kränkung: Die erste Erschütterung sei die mit dem Namen Kopernikus verknüpfte Entdeckung gewesen, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist.
- Die biologische Kränkung: Die zweite Kränkung lag in der Entdeckung, dass der Mensch aus der Tierreihe hervorgegangen ist.
- Die psychologische Kränkung: Die dritte Kränkung sei die von ihm entwickelte Libidotheorie des Unbewussten; ein beträchtlicher Teil des Seelenlebens entziehe sich der Kenntnis und der Herrschaft des bewussten Willens. Die Psychoanalyse konfrontiere das Bewusstsein mit der peinlichen Einsicht, (…) daß das Ich nicht Herr sei in seinem eigenen Haus.
- Die künstliche Intelligenz könnte man als die vierte Kränkung bezeichnen, da sie Intelligenzleistungen hervorbringen kann, von denen der Mensch bisher glaubte, sie seien nur mithilfe von “Bewusstsein“ möglich und somit nur vom Menschen selbst erzeugbar. Besonders kränkend dabei ist, dass sogenannte “tote Materie“ sogar dem sogenannten “lebendigen Geist“ des Menschen in vielerlei Hinsicht überlegen ist.
- Dass ein humanoider Roboter schneller läuft als der Weltrekordhalter Usain Bolt, könnte man als die fünfte Kränkung bezeichnen.
- Die letzte und endgültige Kränkung für das Ich, das persönliche Selbst, ist die Aussage des Kurses über dessen Nichtexistenz.
Der gesamte Prozess des spirituellen Erwachens wird vom persönlichen Ich als narzisstische Kränkung wahrgenommen.
Jene wahre Stille, die die Pforte zur Erleuchtung ist, erfordert die Kultivierung von tiefer Selbst-Ehrlichkeit. Ehrlichkeit ist jener Akt, in dem der Geist nicht länger damit beschäftigt ist, sich vor seiner eigenen Dunkelheit zu verstecken. Ein Grundpfeiler des universellen Lehrplanes muss immer die Kultivierung einer tiefen Selbst-Ehrlichkeit sein. Und in Selbst-Ehrlichkeit entscheidet man einfach, den Geist selbst zu beobachten, einfach das Verhalten zu beobachten, das vom Geist durch den Körper fließt, wenn er sich in die Welt hinaus ausdrückt. Wahre Selbst-Ehrlichkeit erfordert Zeit, weil das Ego der Versuch ist, Ehrlichkeit und WAHRHEIT durch Unehrlichkeit und Falschheit zu ersetzen.
Natürlich ist der Mensch dadurch immer in Schwierigkeiten. Wählen ist immer schwierig, und der vom Ego getriebene Verstand wählt gern Dinge, die leicht sind. Der gespaltene Geist zieht Dinge mit dem geringsten Widerstand vor. Zu lügen ist leicht, unwahr zu sein, ist leicht. Liebevoll zu erscheinen, ist leicht, liebevoll zu SEIN, ist das Ergebnis eines herausfordernden Weges. Ein Konzept des Selbst herzustellen, ist leicht, das wahre SELBST zu verwirklichen, ist schwer. Also wählt der Mensch das Einfache, das Leichte, das ohne viel Mühe getan werden kann.
Damit die Berichtigung unseres Geistes jedoch möglich wird, müssen wir zunächst erkennen, dass die Dunkelheit des Ego-Denksystems Teil unseres eigenen Geistes ist. Die Basis dafür ist die Erkenntnis, dass wir nicht das Ego sind, sondern dass unsere wahre Natur göttlich ist. Für diese Erkenntnis ist ein spiritueller Weg nötig. Ein wahrhafter spiritueller Weg ist allerdings eine ziemliche Herausforderung. Daher leugnen wir lieber, dass der Mörder Teil unseres gespaltenen Geistes ist, und „rechtfertigen seine Brutalität mit einem Lächeln, wenn er angreift” (EKIW: Kapitel 23, III. 1.). Doch erst wenn wir erkennen, dass der Mörder in unserem eigenen Geist sitzt, und uns dies auch eingestehen, ist wahre Veränderung möglich.
Solange wir dies leugnen, projizieren wir den mörderischen Aspekt des Ego-Denksystems nach außen. Dann suchen wir nach einem Schuldigen und finden ihn beispielsweise in Hitler. Doch nicht Hitler hat sechs Millionen Juden vergast, und nicht Hitler persönlich hat im Krieg russische Frauen vergewaltigt. Es waren unsere Väter und Großväter, die diese Taten begangen haben. Und es waren unsere Mütter und Großmütter, die sie oftmals unterstützten oder das zugrunde liegende Gedankengut mittrugen – etwa indem sie jüdische Nachbarn verrieten, um daraus persönliche Vorteile zu ziehen, beispielsweise eine größere Wohnung zu erhalten. Diese zerstörerische Seite des Ego-Denksystems steckt in jedem Menschen, der sich noch mit dem Ego identifiziert, der also aus dieser Sichtweise heraus noch nicht zur Erkenntnis seines wahren Wesens erwacht ist.
Solange wir die Menschen als außerhalb von uns selbst sehen, werden wir weiterhin Konflikte erleben. Wir beschuldigen die andere Person, aber der Mörder ist nicht auf dem Schlachtfeld der Form zu finden. Der Mörder ist der Glaube an das Ego, das den Glauben an die Trennung, die ganze Zeit-Raum-Pseudo-Identität, den ganzen Traum hervorbringt. Wenn wir glauben, dass das Ego wahr ist, glauben wir, dass es keinen GOTT gibt. Wir können nicht an beidem festhalten; es kann nicht die ewige Liebe geben und das Ego.
Das Ego ist der Todeswunsch. Der Stimme des Egos zu folgen, Schuld zu projizieren und Andere anzugreifen, bedeutet, Selbstmord auf Raten zu begehen. Es ist wie Gift schlucken und hoffen, dass der andere stirbt. Warum machen wir das? Weil wir uns ein falsches Selbst gemacht haben, indem wir uns mit etwas anderem als unserer Wirklichkeit identifizieren, und weil wir vergessen haben, dass wir das getan haben.
“Du wirst mit diesem Wunsch, dich selbst zu töten, fertig, indem du nicht erkennst, wer du bist, und dich mit etwas anderem identifizierst. Du hast blindlings und wahllos Schuld projiziert, aber du hast ihre Quelle nicht aufgedeckt. Denn das Ego will dich tatsächlich töten, und wenn du dich mit ihm identifizierst, musst du glauben, dass sein Ziel das deine ist.”
(EKIW: Kapitel 13, II. 5. 4.-6.)
Der Wunsch aufzuwachen, ist es, der uns dazu bringt in unseren Geist zu schauen und zu fragen: Gibt es in meinem Leben gerade jemanden, den ich wirklich nicht sehen oder mit dem ich nicht sprechen möchte? Diese Menschen, die wir meiden, sind in Wirklichkeit für unser Erwachen da!
“Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt, und über sie hinaus kannst du nicht schauen. Immer wieder hast du deinen Bruder angegriffen, weil du eine Schattengestalt in deiner privaten Welt in ihm gesehen hast. Und also ist es, dass du zuerst dich selbst angreifen musst, denn was du angreifst, ist nicht in anderen. Seine einzige Wirklichkeit ist in deinem eigenen Geist, und indem du andere angreifst, greifst du buchstäblich das an, was nicht vorhanden ist.”
(EKIW: Kapitel 13, V. 3. 5.-8.)
Wenn wir unseren Bruder angreifen, ist das, als würden wir auf einen Spiegel schießen. Wir greifen unser eigenes, illusorisches Selbst an. Spirituelles Erwachen bedeutet, die Wirklichkeit der Liebe wiederzuerkennen. Wir sind von unserem höheren SELBST gesandt worden, um in unserem gegenwärtigen Zustand die Liebe zu entdecken. Unter all dem Hass steckt eine große Liebe. “Der heiligste von allen Orten dieser Erde ist der, an dem ein alter Hass zu gegenwärtiger Liebe wurde.” (EKIW: Kapitel 26, IX. 6. 1.)
Ohne die Führung des HEILIGEN GEISTES im Umgang mit tiefen Gefühlen von Wut und Selbsthass erscheint es zu beängstigend, sich auf Situationen oder Beziehungen einzulassen, die das Schlechteste in uns zum Vorschein bringen. Es wird uns jedoch nicht den wahren Frieden bringen, wenn wir ständig versuchen, all jene Situationen zu meiden, wenn wir ständig versuchen uns von sogenannten „niedrig schwingenden“ Menschen fern zu halten. Sogenannte „niedrig schwingende“ Menschen sind nur dann für uns eine scheinbare Gefahr, wenn es in unserem Inneren eine Resonanz gibt. Jesus hatte keine Angst vor irgendjemandem, denn in seinem Geist war nur GOTT, weshalb er keine Unterschiede machte. Wenn wir zwischen „niedrig” und „hoch” schwingenden Menschen unterscheiden, versuchen wir, Trennung wahrzumachen – und das auch noch im Namen des Guten. Was für ein Wahnsinn! Der Wunsch nach wahrem Frieden über alles ist die kleine Bereitschaft, von der Jesus spricht, und die uns zeigen kann, dass es einen besseren Weg gibt.
Jesus sagt uns auch, dass “es so entscheidend ist, dass du dir deinen Hass ansiehst und dir sein volles Ausmaß klarmachst.” (EKIW: Kapitel 13, III. 1. 1.) Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn unser Hass hoch kommt, wenn wir zittern und beben, wenn wir das Gefühl haben, wir würden zerschmettert werden, wenn jemand unsere schrecklichen Gefühle kennen würde. Wir müssen unseren Gefühlen erlauben hochzukommen, damit wir sie überwinden können. Wir werden mächtige Gefährten um uns herum finden, und wir haben die Kraft des HEILIGEN GEISTES und GOTTES in uns. Es ist unausweichlich, dass wir unseren Hass überwinden werden.
Deshalb ist es so wichtig, dem HEILIGEN GEIST gegenüber vollkommen ehrlich zu sein. Denn nur etwas, das wir als tatsächlich in unserem eigenen Geist vorhanden akzeptieren, können wir SEINER Berichtigung übergeben. Aus spiritueller Sicht gilt: Wenn wir einen anderen Menschen nicht mehr in unserem Leben haben wollen, ist das ein mörderischer Gedanke. Wir wollen sein Ende in unserem Leben. Erst wenn auch der kleinste Rest Angriff, den wir noch immer gegen unseren Bruder hegen, von IHM berichtigt ist, sind wir bereit für den Frieden GOTTES. Und so wird die Lieblichkeit unseres Bruders unsere Erlösung sein und so werden wir unseres Bruders starker Beschützer sein, vor allem, was sich zwischen uns beide zu erheben scheint. Wenn der Frieden in uns so weit ausgedehnt ist, dass er jeden umfasst, dann wird die Funktion des HEILIGEN GEISTES hier vollbracht sein.
Wenn unser Geist jedoch voller Gewalt ist, wir aber glauben, gewaltlos zu sein, dann ist eine Transformation nicht möglich. Verwechseln wir Waffenstillstand nicht mit Frieden und Kompromiss nicht mit Entrinnen aus Konflikt. Die Gewalt ist da – nur wissen wir nichts von ihr, wie also können wir sie ändern? Sind wir uns dessen hingegen bewusst, können wir wählen. Wenn die Versuchung, anzugreifen, aufkommt, um unseren Geist zu verfinstern und ihn mörderisch zu machen, dann erinnern wir uns daran, dass wir die Schlacht von oben sehen können. Sogar in Formen, die wir nicht erkennen, kennen wir die Zeichen wohl. Da ist ein schmerzhafter Stich, ein Aufzucken der Schuld und, vor allem, ein Verlust des Friedens. Das kennen wir gut.
“Du wirst dir zunehmend bewusst werden, dass ein leichter Anflug von Verdruss nichts anderes ist als ein Schleier über einer heftigen Wut.”
(EKIW: Lektion 21, 2. 5.)
Wenn das geschieht, verlasse das Zeugenbewusstsein nicht, sondern entscheide dich schnell für ein Wunder statt für einen Angriff. Leg deine Waffen nieder und hör auf mit der Torheit zu spielen. Lege deine Waffen nieder, und komme ohne Abwehr zum stillen Ort, wo des HIMMELS Frieden alle Dinge endlich stille hält. Lege die Gedanken der Gefahr und Angst sämtlich nieder. Lass keinen Angriff mit dir ein. Lege das grausame Schwert des Urteils nieder, das du dir an die Kehle hältst, und lass die vernichtenden Anschläge beiseite, mit denen du deine Heiligkeit zu verstecken suchst. Dann werden GOTT SELBST und alle Lichter des HIMMELS sich dir sanft zuneigen und dich hochhalten. Denn du hast die Wahl getroffen, dort zu bleiben, wo ER dich haben möchte, und keine Illusion kann den Frieden GOTTES mit SEINEM SOHN zusammen angreifen.
Betrachte also deinen Geist: Immer ist eine tiefe Besorgnis da, egal was du tust. Sieh dir deine Sorge an. Du bist wütend auf einen bestimmten Politiker oder auf eine Partei, und du sagst, du bist um seinet- oder ihretwillen wütend, weil es dir um das Wohl der Menschheit geht. Geh tief auf den Grund, betrachte, ob es stimmt. Schau in dich und betrachte die Fakten. Geht es dir wirklich um das Wohl deiner Mitmenschen oder fühlt sich nur dein Ego angegriffen?
Betrachte beispielsweise einmal die Erwartungen, die du an das Seminarhotel für dein nächstes “spirituelles“ Seminar hast. Welche Kriterien muss es deiner Meinung nach erfüllen? Es sollte nach Feng-Shui-Kriterien errichtet sein, nur Naturmaterialien sollten verwendet werden, es sollte strahlungsarm sein, die Zimmer sollten Fernseher- und WLAN-frei sein, es sollte von schöner Natur und einem ökologischen Schwimmteich umgeben sein, es sollte Bio-Essen geben, das frisch zubereitet wird, es sollte vegan und vegetarisch sein, es sollte Demeter-Ware geben und einen eigenen Acker und Anbau, es sollte öko-zertifiziert sein. Ist es wirklich Liebe oder ist es Angst, die dich darauf achten lässt? Ist es der Ausdruck deiner Wirklichkeit als SOHN GOTTES oder deines Glaubens, ein Körper zu sein, ein verletzliches Wesen, das durch eine endlose Anzahl äußerer Faktoren gefährdet ist? Du kannst dich selbst belügen, aber dein Blick wird jedem, der wach ist, verraten, dass du Angst hast, verzweifelt nach Liebe rufst und dich in einem Zustand der Trennung befindest, dessen Ausmaß dir selbst nicht bewusst ist.
Wenn Achtsamkeit da ist, wirst du nach und nach authentisch werden. Und diese Authentizität wird nicht die eines Tieres sein. Diese Authentizität wird sein wie die eines Lehrer GOTTES. Denn je mehr du weißt, welche Dunkelheit in deinem Geist herrscht, je mehr du weißt, wie gewaltsam du bist, je mehr du zu den inneren Wahnsinn vordringst und dir bewusst wirst, welchen Unfug du treibst, umso mehr wird dir diese Bewusstheit dann helfen. Nach und nach wird deine Dunkelheit verschwinden, wird verwelken, denn wenn du dir deiner Dunkelheit bewusst bist, kann sie nicht weiterbestehen.
Wenn du möchtest, dass sie weiterbesteht, dann nimm sie nicht wahr und errichte eine Fassade von Schönheit um sie herum. Dann wirst du die Schönheit sehen, aber die Dunkelheit wird dahinter bleiben und sich niemals direkt zeigen. Jeder andere wird sie sehen; das ist das Problem. Du kannst deine Dunkelheit nicht wirklich vor anderen verstecken. Du kannst sie nur vor dir selbst verstecken. Dein Blick wird jedem kundtun, dass da Angst und Gewalt ist.
Du kannst dir nur selbst vormachen, dass da Mitgefühl ist. Das ist der Grund, warum sich jeder für ein sehr überlegenes Wesen hält, auch wenn ihm niemand zustimmt. Du kannst niemanden täuschen außer den, der sich täuschen lassen möchte – aber das steht auf einem anderen Blatt. Mit Authentizität meine ich: Vergiss nicht deine Gegebenheiten. Verwechsle sie nie mit deinen Interpretationen. Wirf deine Interpretationen weg und schau der Tatsache ins Gesicht, wo du stehst. Und hab keine Angst – da ist viel Dunkelheit. Wenn du Angst hast, wirst du niemals fähig sein, etwas zu ändern. Wenn es da ist, dann akzeptiere, dass es da ist – betrachte es.
Betrachte es, schau es dir in seiner ganzen Nacktheit an. Geh um es herum, geh an seine Wurzeln, analysiere es. Sieh nach, warum es da ist, wie du ihm hilfst, da zu sein, wie du es nährst, wie du es beschützt, wie es zu einem so großen Baum heranwachsen konnte. Sieh deine Dunkelheit, deine Gewalttätigkeit, deinen Hass, deine Wut, wie du sie beschützt hast, wie du ihnen geholfen hast zu wachsen. Sieh dir die Wurzeln an, sieh dir das ganze Phänomen an.
Wenn du es dir wirklich anschaust, kannst du es sofort, IHM zur Berichtigung übergeben, denn du warst es, der es beschützt hat, du warst es, der ihm geholfen hat, in dir Wurzeln zu schlagen. Es ist dein Geschöpf. Du kannst es sofort aufgeben – jetzt im Moment. Du kannst es lassen, und es wird nicht nötig sein, ihm noch einen Blick zu schenken. Aber bevor du das kannst, wirst du es kennen müssen – was es ist, den ganzen Mechanismus, die ganze Komplexität dessen, wie du es jeden Moment unterstützt.
“Die notwendige Bedingung für den heiligen Augenblick ist nicht, dass du keine unreinen Gedanken hast. Sie ist jedoch, dass du keine hast, die du behalten möchtest. Die Unschuld hast nicht du gemacht. Sie wird dir in dem Augenblick gegeben, in dem du sie haben möchtest. Die SÜHNE würde es nicht geben, wenn kein Bedarf dafür bestünde. Du wirst so lange die vollkommene Kommunikation nicht annehmen können, wie du sie vor dir selbst verbergen möchtest.”
(EKIW: Kapitel 15, IV. 9. 1.-6.)
Erkenne, dass jeder Ärger nichts anderes als ein Versuch ist, jemanden dazu zu bringen, dass er sich schuldig fühlt. Beobachte wachsam, wie du immer wieder versuchst, deinen Angriff als Verteidigung zu tarnen. Verteidigung ist einfach deine Art, anzugreifen und dich dabei unschuldig zu fühlen - was für ein Wahnsinn.
Breaking Bad
Die Serie „Breaking Bad” erhielt sehr gute Kritiken und wurde mit zwei Golden Globes sowie 16 Emmys ausgezeichnet. Im Jahr 2014 wurde sie als am besten bewertete Serie aller Zeiten in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. „Breaking Bad“ bedeutet sinngemäß „vom rechten Weg abkommen“ oder „eine kriminelle Laufbahn einschlagen“. Die Serie zeigt die Wandlung eines an Lungenkrebs erkrankten, biederen Chemielehrers zu einem rücksichtslosen Kriminellen. Der Protagonist der Serie, der Chemielehrer Walter White, stirbt in der letzten Episode an den Folgen einer Schussverletzung im Kampf mit einer Drogengang. Warum findet sich gerade eine Serie wie „Breaking Bad“ immer wieder auf Platz eins der Bestenlisten?
Es liegt daran, dass wir, wie der biedere Chemielehrer in der Serie, im Zustand der Ego-Identifikation gezwungen sind, die dunkle Seite des Ego-Selbst zu unterdrücken. Das ist äußerst anstrengend, weshalb wir es als befreiend erleben, wenn ein Charakter wie Walter White – der Name (auf deutsch: weiß, rein, sauber, makellos) ist Symbol – seine dunkle Seite völlig rücksichtslos auslebt.
In Wahrheit ist es jedoch nicht befreiend, sondern das Ausagieren des egoischen Todeswunsches, was schließlich auch mit dem Tod endet. Nur Vergebung bringt uns Erlösung. Dafür müssen wir jedoch bereit sein, die dunkle Seite des Ego-Selbst in unserem eigenen Geist zu betrachten und sie IHM zur Berichtigung übergeben. Das bedeutet, die SÜHNE für sich selbst anzunehmen.
Die Serie „Breaking Bad” erhielt sehr gute Kritiken und wurde mit zwei Golden Globes sowie 16 Emmys ausgezeichnet. Im Jahr 2014 wurde sie als am besten bewertete Serie aller Zeiten in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. „Breaking Bad“ bedeutet sinngemäß „vom rechten Weg abkommen“ oder „eine kriminelle Laufbahn einschlagen“. Die Serie zeigt die Wandlung eines an Lungenkrebs erkrankten, biederen Chemielehrers zu einem rücksichtslosen Kriminellen. Der Protagonist der Serie, der Chemielehrer Walter White, stirbt in der letzten Episode an den Folgen einer Schussverletzung im Kampf mit einer Drogengang. Warum findet sich gerade eine Serie wie „Breaking Bad“ immer wieder auf Platz eins der Bestenlisten?
Es liegt daran, dass wir, wie der biedere Chemielehrer in der Serie, im Zustand der Ego-Identifikation gezwungen sind, die dunkle Seite des Ego-Selbst zu unterdrücken. Das ist äußerst anstrengend, weshalb wir es als befreiend erleben, wenn ein Charakter wie Walter White – der Name (auf deutsch: weiß, rein, sauber, makellos) ist Symbol – seine dunkle Seite völlig rücksichtslos auslebt.
In Wahrheit ist es jedoch nicht befreiend, sondern das Ausagieren des egoischen Todeswunsches, was schließlich auch mit dem Tod endet. Nur Vergebung bringt uns Erlösung. Dafür müssen wir jedoch bereit sein, die dunkle Seite des Ego-Selbst in unserem eigenen Geist zu betrachten und sie IHM zur Berichtigung übergeben. Das bedeutet, die SÜHNE für sich selbst anzunehmen.
Oshos Encounter-Gruppen
Oshos Encounter-Gruppen waren intensive, hoch experimentelle Therapiesitzungen, die in den 1970er Jahren entwickelt wurden. Sie sollten gesellschaftliche Hemmungen durch körperliche Konfrontation, emotionale Entladung und Katharsis abbauen, um den Teilnehmern zu helfen, psychologische Blockaden zu überwinden. Diese Gruppen waren oft sehr intensiv, liefen mehrere Tage am Stück und die Teilnehmer waren vollständig von der Außenwelt isoliert. Es wurden Methoden wie das Schlagen von Kissen, Ringen, Schreien und direkte verbale Konfrontation eingesetzt, um intellektuelle Abwehrmechanismen zu umgehen und unterdrückte Emotionen freizulegen. Viele Anhänger berichteten, dass die tiefgreifende Katharsis in diesen Gruppen langjährige persönliche Blockaden auflöste und zu tiefen Zuständen von Liebe und Selbstakzeptanz führte. Der extreme Mangel an Grenzen in den frühen Jahren führte jedoch häufig zu schweren körperlichen Verletzungen, psychischen Traumata und Fällen von Missbrauch. Ehemalige Teilnehmer (wie der Spiegel-Redakteur Jörg Andrees Elten in seinem Buch Ganz entspannt im Hier & Jetzt) berichteten davon, dass die Gruppendynamik regelrecht in den Wahnsinn treiben konnte. Viele Sannyasins kamen traumatisiert oder erschöpft aus den Kursen zurück.
Wenn jemand durch die Teilnahme an diesen Encounter-Gruppen den Mörder im eigenen Geist erkennen konnte, so konnte dies im günstigsten Fall zu einer Berichtigung seines Geistes führen. Das Ausagieren des Ego-Wahnsinns ist jedoch nicht die Erlösung. In Wahrheit geht es darum, den Wahnsinn im eigenen Geist wahrzunehmen und ihn dem HEILIGEN GEIST zur Berichtigung zu übergeben. Es geht jedoch nicht darum, ihn auszuagieren, denn das ist nur eine weitere Einladung an das Ego. Eine Einladung zu weiteren Opfer-Täter-Szenarien und somit eine Einladung, an den Glauben an Schuld.
Oshos Encounter-Gruppen waren intensive, hoch experimentelle Therapiesitzungen, die in den 1970er Jahren entwickelt wurden. Sie sollten gesellschaftliche Hemmungen durch körperliche Konfrontation, emotionale Entladung und Katharsis abbauen, um den Teilnehmern zu helfen, psychologische Blockaden zu überwinden. Diese Gruppen waren oft sehr intensiv, liefen mehrere Tage am Stück und die Teilnehmer waren vollständig von der Außenwelt isoliert. Es wurden Methoden wie das Schlagen von Kissen, Ringen, Schreien und direkte verbale Konfrontation eingesetzt, um intellektuelle Abwehrmechanismen zu umgehen und unterdrückte Emotionen freizulegen. Viele Anhänger berichteten, dass die tiefgreifende Katharsis in diesen Gruppen langjährige persönliche Blockaden auflöste und zu tiefen Zuständen von Liebe und Selbstakzeptanz führte. Der extreme Mangel an Grenzen in den frühen Jahren führte jedoch häufig zu schweren körperlichen Verletzungen, psychischen Traumata und Fällen von Missbrauch. Ehemalige Teilnehmer (wie der Spiegel-Redakteur Jörg Andrees Elten in seinem Buch Ganz entspannt im Hier & Jetzt) berichteten davon, dass die Gruppendynamik regelrecht in den Wahnsinn treiben konnte. Viele Sannyasins kamen traumatisiert oder erschöpft aus den Kursen zurück.
Wenn jemand durch die Teilnahme an diesen Encounter-Gruppen den Mörder im eigenen Geist erkennen konnte, so konnte dies im günstigsten Fall zu einer Berichtigung seines Geistes führen. Das Ausagieren des Ego-Wahnsinns ist jedoch nicht die Erlösung. In Wahrheit geht es darum, den Wahnsinn im eigenen Geist wahrzunehmen und ihn dem HEILIGEN GEIST zur Berichtigung zu übergeben. Es geht jedoch nicht darum, ihn auszuagieren, denn das ist nur eine weitere Einladung an das Ego. Eine Einladung zu weiteren Opfer-Täter-Szenarien und somit eine Einladung, an den Glauben an Schuld.
Wir müssen also erkennen, dass es keinen Krieg außerhalb unseres eigenen Geistes gibt. Ideen verlassen ihre Quelle nicht, und ihre Wirkungen sind nur dem Scheine nach getrennt von ihnen. Wenn wir Krieg und Hass sehen, säen wir Krieg und Hass und wollen Krieg und Hass. Wenn wir außerhalb des HIMMELREICHS suchen, entsteht die Wahrnehmung von Krieg. Der Krieg endet, wenn wir uns daran erinnern, dass wir alle ein und derselbe sind, und den Glauben ablegen, getrennt und verschieden zu sein. LIEBE beendet jeden Konflikt, denn das EINE betrachtet sich selbst mit LIEBE und sieht keine Unterschiede.
Daher muss der HEILIGE GEIST einen Weg finden, um uns verstehen zu helfen, dass das Konzept des persönlichen Selbst aufgehoben werden muss, wenn Geistesfrieden uns gegeben werden soll. Auch kann es nicht verlernt werden, außer durch Lektionen, die darauf abzielen, uns zu lehren, dass wir etwas anderes sind. Denn sonst würden wir gebeten, das, was wir jetzt glauben, gegen den totalen Selbstverlust zu tauschen, und ein noch größerer Schrecken würde aufkommen in uns.
Der erste Moment der scheinbaren Trennung von GOTT ist absolut leer und dieser Zustand ist unerträglich und so haben wir uns die Welt mit all ihren Bedeutungen gemacht. Einmal, während einer viertägigen Auszeit bei einem Vision-Quest-Seminar, wurde ich mir der Leere dieses Zustandes zumindest ansatzweise bewusst - es war schrecklich. Ich fühlte mich völlig allein im Universum, völlig verlassen und weinte vor Verzweiflung. Gleichzeitig tauchte eine extreme Sehnsucht nach anderen Menschen auf. Die vom Ego geschaffene Scheinwelt macht die Trennung zwar erträglich, befriedigt aber nie und nimmer unsere wahre Sehnsucht nach der EINHEIT.
Der Gipfel des Wahnsinns ist der Versuch des persönlichen Selbst, heilig zu sein. Es ist verrückt, wenn die Illusion versucht, die Wirklichkeit zu sein. Auf jedem wahrhaft spirituellen Weg geht es darum, sich dem Prozess der Loslösung von allen Selbstkonzepten hinzugeben. Das, was am Ende übrig bleibt, ist dann das wahre SELBST. Es geht nicht darum, ein heiliges Selbstbild von sich zu errichten und sich mit einer Fassade von Schönheit in Form von besonders „hoch schwingenden Herzensmenschen“ zu umgeben, sondern darum, an allen Illusionen vorbeizublicken und den wahren CHRISTUS, das wahre SELBST in jedem, zu erkennen.
Solange wir mit dem Ego identifiziert sind, können wir nicht erkennen, wer wir sind. Die einzige Herrlichkeit ist die GOTTES und SEINER Schöpfung. Alle Herrlichkeit ist unser, doch unsere Bemühungen, sie vor dem Zugriff des Egos zu schützen, ist sinnlos. Das Ego kann sich die Herrlichkeit, die unser ist, nicht aneignen.
Es ist möglich, viel Gutes zu tun, auch ohne zu erkennen, wer wir sind. Aber es ist unmöglich dabei zu SEIN, wer wir sind - und die Welt ist doch für uns gemacht. Die Welt ist dazu da, dass wir durch sie unser wahres SELBST und unsere Brüder und Schwestern erkennen. Damit aufzuhören, bevor es vollbracht ist, da es doch erreichbar ist, ist ebenso wahnsinnig wie der Glaube an das Ego.
Wenn wir glauben, die Wahrheit, in der GOTT uns erschaffen hat, nur bis zu einem gewissen Punkt akzeptieren zu können, geben wir die Liebe zugunsten der Angst auf. Vielleicht verbessern wir diese Welt, aber wir zerstören nicht ihre Grundlage. Indem wir uns damit zufriedengeben, gute Taten zu tun und ein guter Mensch zu sein, geben wir uns damit zufrieden, denen zu dienen, die in der Hölle leben, statt uns für den HIMMEL zu entscheiden. Folglich klammern wir uns an die Gesetze der Menschen und lehnen die Gesetze GOTTES ab. Wir erheben Anspruch auf unsere menschliche Natur und weisen unsere göttliche Natur zurück.
Was ist diese Ablehnung anderes als die Ablehnung unseres wahren SELBST? Was ist diese Zurückweisung, wenn nicht Angst, die sich als Demut verkleidet hat? Was ist diese Ablehnung anderes als die Ablehnung GOTTES? Was ist dies alles, wenn nicht die Zurückweisung des Wunders?
“Wähle noch einmal, ob du deinen Platz unter den Erlösern der Welt einnehmen möchtest oder ob du in der Hölle bleiben und deine Brüder dortselbst halten möchtest.”
(EKIW: Kapitel 31, VIII. 1. 5.)
Seit Jahrtausenden versuchen wir, gute Taten zu tun und ein guter Mensch zu sein. Wir bedienen uns dabei moralischer Konzepte, religiöser Verbote und Gebote, in neuester Zeit politischer Korrektheit, korrekter Sprache und Wokeness. Aber es hat nie wirklich funktioniert und wird es auch nie tun. Ein besserer Mensch werden zu wollen, ist ein Unterfangen, das zum Scheitern verurteilt ist, es sei denn, es passiert ein Bewusstseinswandel. Das liegt daran, dass dieser Wunsch selbst ein Teil der egoischen Störung ist. Eine subtilere und raffiniertere Form der Selbsterhöhung, der Gier nach mehr, nach einer Stärkung der eigenen eingebildeten Identität oder Selbstbildes. Ein innerer Kampf gegen die dunkle Seite des Selbst ist sinnlos, da der Kämpfer selbst Teil des Egos ist.
"Und wenn du feststellst, dass der Widerstand stark ist und die Hingabe schwach, dann bist du nicht bereit. Bekämpfe dich nicht selbst."
(EKIW: Kapitel 30, I. 1. 6.&7.)
Der Kampf gegen sich selbst
Wir bräuchten uns doch nur zu entspannen und uns vom HEILIGEN GEIST führen lassen. Warum fällt uns das so schwer? Die Schwierigkeit ist die, dass wir, wenn wir uns entspannen, unser Ego nicht aufrechterhalten können. Das Ego kann nur durch Widerstand aufrechterhalten werden. Wenn wir nein sagen, wird das Ego gestärkt. Wenn wir ja sagen, löst das Ego sich ganz einfach auf.
Darum ist es so schwierig, zu irgendetwas ja zu sagen. Selbst in ganz gewöhnlichen Dingen ist es schwierig, ja zu sagen. Wir wollen immer nein sagen. Das Ego, das Ich, fühlt sich nur gut, wenn es kämpfen kann. Und wenn wir mit jemand anderem kämpfen, ist es gut, dann fühlt das Ego sich gut. Wenn wir mit uns selbst kämpfen, dann fühlt das Ego sich sogar noch besser, denn mit jemand anders zu kämpfen, erzeugt in unserer Umgebung mehr Probleme. Und wenn wir mit uns selbst kämpfen, gibt es keine Probleme in unserer Umgebung. Wenn wir mit anderen kämpfen, wird die Gesellschaft uns Probleme bereiten. Wenn wir mit uns selber kämpfen, wird die ganze Gesellschaft uns anbeten. Es ist gut, weil wir scheinbar niemandem damit wehtun.
Darum werden in Indien diese Leute Sadhus - die Guten - genannt. Sie sind deshalb die “Guten”, weil sie sich nur selbst schaden. Sie sind selbstmörderisch. Ein Killer oder Mörder wird zum Selbstmörder, sobald er sich gegen sich selbst wendet. Dann ist die Gesellschaft beruhigt; sie fühlt sich von der Last eines Mörders befreit, wenn er selbstmörderisch wird. Doch er bleibt derselbe, er bleibt gewalttätig – nur richtet sich seine Gewalt jetzt gegen ihn selbst. Oder er bleibt habsüchtig, redet aber von Genügsamkeit.
Sieh doch mal! Versuche, dieses Predigen von Genügsamkeit zu verstehen. Der Hintergrund ist immer Habsucht. Angeblich kommt man nur dann ins Paradies, wenn man der Habsucht entsagt. Und was bekommt man dafür im Paradies? Alles, was die Habsucht sich nur erträumen kann!
Darum seid - so heißt es - also nicht habsüchtig … damit ihr dafür das Paradies bekommen könnt! Wenn ihr nicht keusch seid, könnt ihr nicht in den Himmel kommen! Und was bekommt ihr dafür im Himmel? Alles, was ihr hier auf Erden verdammt! Im indischen Himmel gibt es die schönsten Frauen, schöner als alle anderen! Zumindest behaupten das die Shastras, die alten indischen Schriften. Und die Frauen im Himmel altern nie, sie bleiben immer sechzehn! Darum seid auf Erden enthaltsam, damit ihr im Himmel ausschweifend sein könnt!
Aber was ist das für eine Logik? Die Motive bleiben dieselben. Die Motivation bleibt genau die gleiche, nur die Objekte ändern sich, und der Zeitplan ändert sich. Wir verlagern unsere Begierden nur in die Zukunft. Es ist ein Kuhhandel.
Versuchen wir daher, die ganze Funktionsweise des Egos zu verstehen. Dann sehen wir, dass es gut ist, nicht zu kämpfen, dass es gut ist, mit dem zu fließen, was wir sind, und es zu akzeptieren. Davor haben wir Angst, denn wie sollen wir uns ändern, wenn wir uns akzeptieren? Doch Akzeptieren ist Transzendieren. Wir haben es mit Kämpfen probiert und haben uns nicht geändert. Sehen wir uns unser Leben an, analysieren wir es, und wenn wir ehrlich sind, werden wir finden, dass wir uns nicht ein Jota, nicht einen Deut durch Kampf verändert haben.
Kämpfe nicht! Keiner verändert sich jemals durch Kämpfen. Akzeptiere! Dann ist es kein Thema, was Ausschweifung oder Unterdrückung ist, was Enthaltsamkeit ist, was dies oder jenes ist. Dann akzeptierst du alles, was ist, und überlässt dich SEINER Führung.
Wir bräuchten uns doch nur zu entspannen und uns vom HEILIGEN GEIST führen lassen. Warum fällt uns das so schwer? Die Schwierigkeit ist die, dass wir, wenn wir uns entspannen, unser Ego nicht aufrechterhalten können. Das Ego kann nur durch Widerstand aufrechterhalten werden. Wenn wir nein sagen, wird das Ego gestärkt. Wenn wir ja sagen, löst das Ego sich ganz einfach auf.
Darum ist es so schwierig, zu irgendetwas ja zu sagen. Selbst in ganz gewöhnlichen Dingen ist es schwierig, ja zu sagen. Wir wollen immer nein sagen. Das Ego, das Ich, fühlt sich nur gut, wenn es kämpfen kann. Und wenn wir mit jemand anderem kämpfen, ist es gut, dann fühlt das Ego sich gut. Wenn wir mit uns selbst kämpfen, dann fühlt das Ego sich sogar noch besser, denn mit jemand anders zu kämpfen, erzeugt in unserer Umgebung mehr Probleme. Und wenn wir mit uns selbst kämpfen, gibt es keine Probleme in unserer Umgebung. Wenn wir mit anderen kämpfen, wird die Gesellschaft uns Probleme bereiten. Wenn wir mit uns selber kämpfen, wird die ganze Gesellschaft uns anbeten. Es ist gut, weil wir scheinbar niemandem damit wehtun.
Darum werden in Indien diese Leute Sadhus - die Guten - genannt. Sie sind deshalb die “Guten”, weil sie sich nur selbst schaden. Sie sind selbstmörderisch. Ein Killer oder Mörder wird zum Selbstmörder, sobald er sich gegen sich selbst wendet. Dann ist die Gesellschaft beruhigt; sie fühlt sich von der Last eines Mörders befreit, wenn er selbstmörderisch wird. Doch er bleibt derselbe, er bleibt gewalttätig – nur richtet sich seine Gewalt jetzt gegen ihn selbst. Oder er bleibt habsüchtig, redet aber von Genügsamkeit.
Sieh doch mal! Versuche, dieses Predigen von Genügsamkeit zu verstehen. Der Hintergrund ist immer Habsucht. Angeblich kommt man nur dann ins Paradies, wenn man der Habsucht entsagt. Und was bekommt man dafür im Paradies? Alles, was die Habsucht sich nur erträumen kann!
Darum seid - so heißt es - also nicht habsüchtig … damit ihr dafür das Paradies bekommen könnt! Wenn ihr nicht keusch seid, könnt ihr nicht in den Himmel kommen! Und was bekommt ihr dafür im Himmel? Alles, was ihr hier auf Erden verdammt! Im indischen Himmel gibt es die schönsten Frauen, schöner als alle anderen! Zumindest behaupten das die Shastras, die alten indischen Schriften. Und die Frauen im Himmel altern nie, sie bleiben immer sechzehn! Darum seid auf Erden enthaltsam, damit ihr im Himmel ausschweifend sein könnt!
Aber was ist das für eine Logik? Die Motive bleiben dieselben. Die Motivation bleibt genau die gleiche, nur die Objekte ändern sich, und der Zeitplan ändert sich. Wir verlagern unsere Begierden nur in die Zukunft. Es ist ein Kuhhandel.
Versuchen wir daher, die ganze Funktionsweise des Egos zu verstehen. Dann sehen wir, dass es gut ist, nicht zu kämpfen, dass es gut ist, mit dem zu fließen, was wir sind, und es zu akzeptieren. Davor haben wir Angst, denn wie sollen wir uns ändern, wenn wir uns akzeptieren? Doch Akzeptieren ist Transzendieren. Wir haben es mit Kämpfen probiert und haben uns nicht geändert. Sehen wir uns unser Leben an, analysieren wir es, und wenn wir ehrlich sind, werden wir finden, dass wir uns nicht ein Jota, nicht einen Deut durch Kampf verändert haben.
Kämpfe nicht! Keiner verändert sich jemals durch Kämpfen. Akzeptiere! Dann ist es kein Thema, was Ausschweifung oder Unterdrückung ist, was Enthaltsamkeit ist, was dies oder jenes ist. Dann akzeptierst du alles, was ist, und überlässt dich SEINER Führung.
Der Kampf gegen andere
Das Ego kann nur durch Widerstand aufrechterhalten werden. Mit jedem Nein geben wir ihm Nahrung. Mit jedem Ja entziehen wir ihm die Grundlage. Denn sobald wir aufhören, gegen das zu kämpfen, was gerade ist, beginnt sich die Illusion der Trennung aufzulösen.
Darum fällt uns das Ja so schwer. Selbst bei ganz gewöhnlichen Dingen entdecken wir mühelos Gründe für ein Nein. Wir wollen widersprechen, korrigieren, uns abgrenzen und unseren Standpunkt verteidigen. Das Ego fühlt sich nur dann lebendig, wenn es etwas gibt, gegen das es sich stellen kann.
Wenn eine Situation zwischen zwei Menschen angespannt ist, lässt sich das besonders gut beobachten. Das Ego hat die Kontrolle übernommen – und es wird alles daransetzen, den Konflikt aufrechtzuerhalten. Es geht ihm gar nicht darum, eine Lösung zu finden. Es will recht haben. Es will einen Gegner. Und vor allem will es die Trennung bestätigen.
"Das Ego will nur, was es hasst. Für das Ego ist das absolut vernünftig. Da es an die Macht des Angriffs glaubt, will das Ego Angriff."
(EKIW: Kapitel 8, IX. 6. 6.-8.)
Besonders deutlich wird das, wenn zwei Menschen im Grunde dasselbe meinen und das Ego trotzdem einen Widerspruch daraus macht. Jeder hört im anderen nicht mehr das Gemeinsame, sondern sucht nach dem Unterschied. Und er sieht ihn, weil er ihn sehen will, das ist das Grundgesetz der Wahrnehmung. Aus einer Aussage wird eine Gegenposition, aus einer Ergänzung ein Angriff und aus einem Gespräch ein Wettkampf darum, wer recht hat.
Die Persönlichkeitsstruktur der Enneagramm-Eins ist dafür besonders anfällig. Ihr Bedürfnis nach Richtigkeit kann dem Ego ein nahezu unerschöpfliches Betätigungsfeld liefern. Es sucht nach Fehlern, Schuld und Hässlichkeit im anderen.
Ein kleiner Dialog kann das bereits zeigen:
„Wir sollten mehr zusammenarbeiten.“
„Zusammenarbeiten, zusammenarbeiten! Ich weiß nicht, was du immer willst. Ich denke, wir sollten einen Konsens darüber finden, dass Kooperation bessere Ergebnisse liefert.“
Eigentlich wurde nichts Gegensätzliches gesagt. Und doch ist es dem Ego gelungen, daraus einen Streit zu machen. Es braucht keinen wirklichen Gegensatz. Es genügt ihm, einen zu konstruieren.
Vergebung ist der Weg, diesen Kampf zu beenden. Sie bedeutet nicht, dass wir dem anderen Recht geben oder seine Aussagen für wahr erklären. Sie bedeutet vielmehr, dass wir erkennen, woran wir uns überhaupt festhalten: an unseren eigenen Vorstellungen darüber, wie die Dinge und die Menschen sein müssten.
Wenn wir vergeben, müssen wir nicht mehr unsere Meinung verteidigen. Wir müssen sie nicht einmal mehr aussprechen, weil wir erkannt haben, dass sie bedeutungslos ist. Wir haben erkannt, dass all diese unterschiedlichen Positionen innerhalb der Illusion der Trennung liegen.
Dann verlieren auch die Etiketten an Bedeutung, mit denen wir die Welt in Gruppen und Gegensätze aufteilen: Kultur gegen Kultur, Religion gegen Religion, Mensch gegen Mensch. Was uns zuvor als fundamentaler Unterschied erschien, erweist sich zunehmend als Teil derselben Illusion.
In dieser Erfahrung verliert der Kampf gegen andere seine Grundlage. Es gibt nichts mehr zu verteidigen und niemanden mehr, gegen den wir uns verteidigen müssten.
Das Ende des Kampfes bedeutet nicht, dass wir endlich recht haben. Es ist die Erkenntnis, dass wir nie wirklich getrennt waren.
Das Tolle daran ist, dass wir die Berichtigung nicht selbst vornehmen müssen. Von uns wird lediglich die Bereitschaft verlangt, nicht mehr recht haben zu wollen.
Das Ego kann nur durch Widerstand aufrechterhalten werden. Mit jedem Nein geben wir ihm Nahrung. Mit jedem Ja entziehen wir ihm die Grundlage. Denn sobald wir aufhören, gegen das zu kämpfen, was gerade ist, beginnt sich die Illusion der Trennung aufzulösen.
Darum fällt uns das Ja so schwer. Selbst bei ganz gewöhnlichen Dingen entdecken wir mühelos Gründe für ein Nein. Wir wollen widersprechen, korrigieren, uns abgrenzen und unseren Standpunkt verteidigen. Das Ego fühlt sich nur dann lebendig, wenn es etwas gibt, gegen das es sich stellen kann.
Wenn eine Situation zwischen zwei Menschen angespannt ist, lässt sich das besonders gut beobachten. Das Ego hat die Kontrolle übernommen – und es wird alles daransetzen, den Konflikt aufrechtzuerhalten. Es geht ihm gar nicht darum, eine Lösung zu finden. Es will recht haben. Es will einen Gegner. Und vor allem will es die Trennung bestätigen.
"Das Ego will nur, was es hasst. Für das Ego ist das absolut vernünftig. Da es an die Macht des Angriffs glaubt, will das Ego Angriff."
(EKIW: Kapitel 8, IX. 6. 6.-8.)
Besonders deutlich wird das, wenn zwei Menschen im Grunde dasselbe meinen und das Ego trotzdem einen Widerspruch daraus macht. Jeder hört im anderen nicht mehr das Gemeinsame, sondern sucht nach dem Unterschied. Und er sieht ihn, weil er ihn sehen will, das ist das Grundgesetz der Wahrnehmung. Aus einer Aussage wird eine Gegenposition, aus einer Ergänzung ein Angriff und aus einem Gespräch ein Wettkampf darum, wer recht hat.
Die Persönlichkeitsstruktur der Enneagramm-Eins ist dafür besonders anfällig. Ihr Bedürfnis nach Richtigkeit kann dem Ego ein nahezu unerschöpfliches Betätigungsfeld liefern. Es sucht nach Fehlern, Schuld und Hässlichkeit im anderen.
Ein kleiner Dialog kann das bereits zeigen:
„Wir sollten mehr zusammenarbeiten.“
„Zusammenarbeiten, zusammenarbeiten! Ich weiß nicht, was du immer willst. Ich denke, wir sollten einen Konsens darüber finden, dass Kooperation bessere Ergebnisse liefert.“
Eigentlich wurde nichts Gegensätzliches gesagt. Und doch ist es dem Ego gelungen, daraus einen Streit zu machen. Es braucht keinen wirklichen Gegensatz. Es genügt ihm, einen zu konstruieren.
Vergebung ist der Weg, diesen Kampf zu beenden. Sie bedeutet nicht, dass wir dem anderen Recht geben oder seine Aussagen für wahr erklären. Sie bedeutet vielmehr, dass wir erkennen, woran wir uns überhaupt festhalten: an unseren eigenen Vorstellungen darüber, wie die Dinge und die Menschen sein müssten.
Wenn wir vergeben, müssen wir nicht mehr unsere Meinung verteidigen. Wir müssen sie nicht einmal mehr aussprechen, weil wir erkannt haben, dass sie bedeutungslos ist. Wir haben erkannt, dass all diese unterschiedlichen Positionen innerhalb der Illusion der Trennung liegen.
Dann verlieren auch die Etiketten an Bedeutung, mit denen wir die Welt in Gruppen und Gegensätze aufteilen: Kultur gegen Kultur, Religion gegen Religion, Mensch gegen Mensch. Was uns zuvor als fundamentaler Unterschied erschien, erweist sich zunehmend als Teil derselben Illusion.
In dieser Erfahrung verliert der Kampf gegen andere seine Grundlage. Es gibt nichts mehr zu verteidigen und niemanden mehr, gegen den wir uns verteidigen müssten.
Das Ende des Kampfes bedeutet nicht, dass wir endlich recht haben. Es ist die Erkenntnis, dass wir nie wirklich getrennt waren.
Das Tolle daran ist, dass wir die Berichtigung nicht selbst vornehmen müssen. Von uns wird lediglich die Bereitschaft verlangt, nicht mehr recht haben zu wollen.
Der Versuch, besonders spirituell, besonders heilig zu sein, ist eine besonders raffinierte Absicht des Egos. Der ego-getriebene Verstand glaubt, es selbst tun zu müssen. Es ist notwendig zu erkennen, dass alles, was von uns persönlich benötigt wird, die Bereitschaft und das Verlangen nach Erlösung ist; den Rest erledigt die Gnade GOTTES. Deshalb heißt es in Lektion 168 und 169: “DEINE Gnade ist mir gegeben. Ich erhebe jetzt Anspruch auf sie." “Durch Gnade lebe ich. Durch Gnade werde ich befreit.”
Akzeptanz
Nur eine Krankheit, die uns bewusst ist, kann geheilt werden; eine Krankheit, von der wir nichts wissen, kann nicht geheilt werden. Deshalb ist es so wichtig, dass wir nicht versuchen, persönlich ein guter Mensch zu sein, indem wir alles Dunkle in unserem Geist unterdrücken. Vielmehr müssen wir alles an die Oberfläche holen. Akzeptieren wir unser Menschsein, unsere Tierhaftigkeit - genauer gesagt unseren Ego-Wahnsinn. Alles, was da ist, das gilt es zuerst einmal zu akzeptieren - ohne jede Verurteilung. Es ist da, und seien wir uns dessen bewusst. Gier ist da; versuchen wir also nicht, “Gierlosigkeit” daraus zu machen. Es geht nicht. Und wenn wir es dennoch versuchen, werden wir die Gier lediglich unterdrücken. Unser Ungierigsein wird nur eine andere Form der Gier sein und sonst nichts. Versuchen wir nicht, sie in ihr Gegenteil zu verkehren: Wir können es nicht ändern. Wenn wir hergehen und die Gier ändern wollen, was wollen wir tun? Ein gieriger Mensch kann sich nur dann von dem Ideal der “Gierlosigkeit” angezogen fühlen, wenn dieses der Gier eine umfassendere Befriedigung verheißt.
Wenn jemand also sagt: “Wenn du all deine Reichtümer opferst, wirst du in das Reich Gottes eingelassen werden”, dann kann sogar ein gieriger Geist verzichten. Ein weitergestecktes Ziel eröffnet sich seiner Gier. Dies ist ein Kuhhandel. Die Gier muss nicht zu Gierlosigkeit werden. Die Gier muss transzendiert werden. Verändern können wir sie nicht. Von uns braucht es lediglich die Bereitschaft, sie vom HEILIGEN GEIST berichtigen zu lassen.
Nur eine Krankheit, die uns bewusst ist, kann geheilt werden; eine Krankheit, von der wir nichts wissen, kann nicht geheilt werden. Deshalb ist es so wichtig, dass wir nicht versuchen, persönlich ein guter Mensch zu sein, indem wir alles Dunkle in unserem Geist unterdrücken. Vielmehr müssen wir alles an die Oberfläche holen. Akzeptieren wir unser Menschsein, unsere Tierhaftigkeit - genauer gesagt unseren Ego-Wahnsinn. Alles, was da ist, das gilt es zuerst einmal zu akzeptieren - ohne jede Verurteilung. Es ist da, und seien wir uns dessen bewusst. Gier ist da; versuchen wir also nicht, “Gierlosigkeit” daraus zu machen. Es geht nicht. Und wenn wir es dennoch versuchen, werden wir die Gier lediglich unterdrücken. Unser Ungierigsein wird nur eine andere Form der Gier sein und sonst nichts. Versuchen wir nicht, sie in ihr Gegenteil zu verkehren: Wir können es nicht ändern. Wenn wir hergehen und die Gier ändern wollen, was wollen wir tun? Ein gieriger Mensch kann sich nur dann von dem Ideal der “Gierlosigkeit” angezogen fühlen, wenn dieses der Gier eine umfassendere Befriedigung verheißt.
Wenn jemand also sagt: “Wenn du all deine Reichtümer opferst, wirst du in das Reich Gottes eingelassen werden”, dann kann sogar ein gieriger Geist verzichten. Ein weitergestecktes Ziel eröffnet sich seiner Gier. Dies ist ein Kuhhandel. Die Gier muss nicht zu Gierlosigkeit werden. Die Gier muss transzendiert werden. Verändern können wir sie nicht. Von uns braucht es lediglich die Bereitschaft, sie vom HEILIGEN GEIST berichtigen zu lassen.
Als Person sind wir Marionetten, deren Fäden das Ego - der Trennungsgedanke - fest in der Hand hält und doch glauben wir, dass wir die Handelnden sind. Wir sind Marionetten, die versuchen, gut, erfolgreich oder was auch immer zu sein. Was für eine verrückte Vorstellung! Erst wenn wir uns von diesem Glauben verabschieden und die Fäden SEINER Führung überlassen, wird unser Leben zu einem glücklichen Traum. Dann wird die Welt als stabil gesehen und unseres Vertrauens völlig würdig, ein glücklicher Ort, an dem wir eine Weile ruhen können, wo wir nichts zu fürchten, sondern nur zu lieben brauchen. Wer ist denen unwillkommen, die guten Herzens sind? Und was könnte die wahrhaft Unschuldigen verletzen?
Ein ganz entscheidender Schritt auf dem Weg in die Freiheit des glücklichen Traums ist es, unsere Vorstellung von uns selbst SEINER Berichtigung zu überlassen. Erst wenn wir bereit sind anzuerkennen, dass wir nicht wissen, was wir sind, kann in ebendiesen offenen Geist die Wahrheit unbehindert zurückkehren. Wo Konzepte des Selbst abgelegt sind, wird die Wahrheit ganz genauso offenbart, wie sie ist.
Das Ego in der Mythologie
Im Neuen Testament, in christlichen Interpretationen des Alten Testaments sowie in apokryphen Büchern und im Koran ist die Vorstellung eines abtrünnigen Engels verbreitet. Der Engel wird für seine Auflehnung mit der Vertreibung aus dem Himmel durch Gott und seine übrigen Engel bestraft. Häufig wurde dieser gefallene Engel dann mit Luzifer, Iblis, Samael oder dem personifizierten Bösen, mit dem Titel Satan, dem Teufel, in Verbindung gebracht. Als Gründe für den Fall des Engels werden genannt: Streben nach Gottgleichheit im Sinne einer Erhebung gegen Gott, Stolz, die Weigerung dem Menschen Respekt zu bezeugen, Willensfreiheit und Lust. Diese Motive treten auch in gemischter Form auf und beschreiben den Wahnsinn des Egos sehr genau.
Der Teufel
„Der größte Trick, den der Teufel je vollbracht hat, war, die Welt davon zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt.“
(Filmzitat aus Die üblichen Verdächtigen)
„Teufel“ ist lediglich eine alte Bezeichnung für das Ego-Denksystem. “Teufel“ klingt jedoch bedrohlicher als “Ego“. Der Begriff “Ego“ hingegen klingt harmlos und hat im Ego-Denksystem auch eine ziemlich harmlose Bedeutung. Das ist der größte Trick des Egos, um seinen eigenen Wahnsinn vor der Welt zu verstecken. Der Begriff “Teufel“ macht viel deutlicher, was wir da eigentlich tun, wenn wir uns mit dem Ego-Denksystem identifizieren: Wir haben uns mit dem Todeswunsch identifiziert, wir stehen mit dem “Teufel“ im Bunde.
“Der Geist kann den Glauben an die Trennung sehr wirklich und sehr schrecklich machen, und dieser Glaube ist der »Teufel«. Er ist mächtig, aktiv, destruktiv und eindeutig in Opposition zu GOTT, weil er buchstäblich SEINE VATERSCHAFT verleugnet. Schau dir dein Leben an und sieh, was der Teufel gemacht hat. Vergegenwärtige dir aber, dass dieses Machwerk sich mit Sicherheit im Licht der Wahrheit auflösen wird, weil sein Fundament eine Lüge ist.”
(EKIW: Kapitel 3, VII. 5. 1.-4.)
“Der Teufel täuscht durch Lügen und baut Reiche auf, in denen alles in direkter Opposition zu GOTT steht. Und doch zieht er die Menschen an, anstatt sie abzustoßen, und sie sind bereit, ihm ihre Seelen zu »verkaufen«, als Gegenleistung für Gaben ohne wirklichen Wert.”
(EKIW: Kapitel 3, VII. 2. 6.-7.)
„Der größte Trick, den der Teufel je vollbracht hat, war, die Welt davon zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt.“
(Filmzitat aus Die üblichen Verdächtigen)
„Teufel“ ist lediglich eine alte Bezeichnung für das Ego-Denksystem. “Teufel“ klingt jedoch bedrohlicher als “Ego“. Der Begriff “Ego“ hingegen klingt harmlos und hat im Ego-Denksystem auch eine ziemlich harmlose Bedeutung. Das ist der größte Trick des Egos, um seinen eigenen Wahnsinn vor der Welt zu verstecken. Der Begriff “Teufel“ macht viel deutlicher, was wir da eigentlich tun, wenn wir uns mit dem Ego-Denksystem identifizieren: Wir haben uns mit dem Todeswunsch identifiziert, wir stehen mit dem “Teufel“ im Bunde.
“Der Geist kann den Glauben an die Trennung sehr wirklich und sehr schrecklich machen, und dieser Glaube ist der »Teufel«. Er ist mächtig, aktiv, destruktiv und eindeutig in Opposition zu GOTT, weil er buchstäblich SEINE VATERSCHAFT verleugnet. Schau dir dein Leben an und sieh, was der Teufel gemacht hat. Vergegenwärtige dir aber, dass dieses Machwerk sich mit Sicherheit im Licht der Wahrheit auflösen wird, weil sein Fundament eine Lüge ist.”
(EKIW: Kapitel 3, VII. 5. 1.-4.)
“Der Teufel täuscht durch Lügen und baut Reiche auf, in denen alles in direkter Opposition zu GOTT steht. Und doch zieht er die Menschen an, anstatt sie abzustoßen, und sie sind bereit, ihm ihre Seelen zu »verkaufen«, als Gegenleistung für Gaben ohne wirklichen Wert.”
(EKIW: Kapitel 3, VII. 2. 6.-7.)
Es gilt in diesem Zusammenhang nur zu verstehen, dass auch der Glaube an die Strafe Gottes, Teil der Illusion der Trennung, also Teil der Ego-Illusion ist und mit GOTT in Wirklichkeit nichts zu tun hat. Im Alten Testament heißt es, im Zusammenhang mit der Erschaffung der Welt: “Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.” (1.Mose 1,31) Gott gab Adam und Eva eine einzige Regel: Tut alles, was ihr wollt, Kinder, schlagt euch die Köpfe ein, aber wagt es ja nicht, die Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Jetzt kommt noch die Schlange ins Spiel und in der Folge wirft der zornige Schöpfer Adam und Eva aus dem Paradies. Dann sagt er Eva obendrein, sie werde beim Gebären schrecklich leiden. Das hat sie davon! Wenn Gott Gott ist, ist er dann nicht vollkommen? Und wenn er vollkommen ist, weiß er dann nicht alles? Sogar heute wissen Eltern, dass sie ihre Kinder am sichersten dazu bringen, etwas zu tun, was sie wollen, wenn sie es verbieten. Gott ist also Gott und weiß alles. Was hat er dann hier gemacht? Anscheinend hat Gott es so eingefädelt, dass seine eigenen Kinder ausrutschen, nur damit er sich darüber freuen kann, sie gnadenlos für etwas zu bestrafen, das er selbst so eingerichtet hat. Wie sieht es also wirklich aus? Die Antwort sollte jedem klar sein, der bereit ist, seine Scheuklappen abzulegen. Gott würde das nicht tun. Die Schöpfungsgeschichte stellt symbolisch dar, wie Welt und Körper vom unbewussten Geist gemacht wurden, und zwar aus Gründen, die wir uns klar machen müssen. Nur so können wir uns aus der Identifikation mit dem Ego-Denksystem befreien. Wir haben vom Baum der Erkenntnis gekostet, das heißt, wir wollten wissen, wie es ist, in Dualität zu leben. Nun gilt es zu erkennen, wie wahnsinnig die Idee der Trennung ist, um uns wieder vom HEILIGEN GEIST davon befreien zu lassen.
Die Geschichte im Alten Testament beschreibt die Sicht von Adam und Eva, also auch ihre Sicht von Gott. Die Welt ist der Ort, an dem sich Adam und Eva vor Gott verstecken, weil sie glauben, gesündigt zu haben. Das wird in der Genesis wunderbar beschrieben. Allerdings fehlt der Hinweis, dass es sich um den Blickwinkel von Adam und Eva handelt, während GOTT von Sünde nichts weiß. Die Sicht GOTTES ist eine grundsätzlich andere: GOTT weiß nichts von Schuld, denn er kennt nur unseren vollkommenen Zustand der grenzenlosen Liebe, so wie er uns erschaffen hat. Darum heißt es im Kurs: “GOTT vergibt nicht, weil ER nie verurteilt hat.” Wenn wir träumen, von GOTT getrennt zu sein, dann ist die Idee der Schuld Teil unseres Traumes. Dies entspricht einfach dem Gesetz der Dualität, eine Kraft erzeugt immer eine gleichwertige Gegenkraft, es gibt in der Welt des Ego nichts, was nicht sein Gegenteil in sich bürgen würde. In den Büchern von Gary Renard bezeichnen die beiden aufgestiegenen Meister Arten und Pursah die Erde als “Psychoplanet“.
Und es ist Ausdruck des wahnsinnigen Ego-Denksystems, sich einen Gott vorzustellen, der Wesen erschaffen hat, die nicht seiner eigenen Vollkommenheit entsprechen und deshalb erst geprüft werden müssen. Nur die Frucht eines einzigen Baumes war im symbolischen Garten »verboten«. Aber wenn GOTT SEINE Kinder kennt - und ER kennt sie -, hätte ER sie dann in eine Lage gebracht, in der ihre eigene Vernichtung möglich ist? Was wäre das für ein Schöpfer, der sich nicht einmal seiner eigenen Schöpfung sicher wäre? Ein solcher Schöpfer wäre offensichtlich nicht allmächtig und bedingungslos liebend. Ein wirklich allmächtiger GOTT kann auch keinen Widersacher wie einen Teufel haben, mit dem er um die Vorherrschaft kämpft. Der Teufel ist nur ein Symbol für das Denksystem des Egos, aber keine wirkliche äußere Macht. Das Ego - das Verlangen nach Trennung - ist keine Wirklichkeit GOTTES, sondern ein Traum im schlafenden Geist, der seine Wirklichkeit vergessen hat. Die Bedeutung des sogenannten Sündenfalls - das Verlangen und der Glaube an die Trennung - muss klar verstanden werden. Trennung ist ein Denksystem, das in der Zeit sehr real ist, aber nicht in der Ewigkeit. Jeder Glaube ist real für den, der daran glaubt. Wir dürfen die Kraft unseres Geistes nicht unterschätzen.
“Mythen gehören ganz dem Bereich der Wahrnehmung an und sind in ihrer Form derart doppeldeutig und ihrem Wesen nach so typisch gut und böse, dass sogar der wohlwollendste Mythos nicht ohne furchterregenden Beiklang ist. Mythen und Magie stehen in enger Verbindung zueinander, da Mythen sich gewöhnlich auf die Ursprünge des Ego beziehen und Magie auf die Kräfte, die sich das Ego zuschreibt. Mythologische Systeme enthalten gewöhnlich irgendeinen Bericht über die »Schöpfung« und bringen diesen mit ihrer besonderen Form der Magie in Verbindung. Der sogenannte »Kampf ums Überleben« ist nur das Ringen des Ego um Selbsterhaltung und seine Deutung seiner eigenen Anfänge. Diese Anfänge werden gewöhnlich mit der körperlichen Geburt in Verbindung gebracht, weil man schwerlich behaupten kann, dass das Ego schon vor jenem Zeitpunkt existierte. Die »religiöser« orientierten Egoanhänger glauben vielleicht, dass die Seele vorher existierte und dass sie nach einem vorübergehenden Fall in das Egoleben weiter existieren wird. Einige glauben sogar, dass die Seele für diesen Fehltritt bestraft werden wird. Die Erlösung betrifft jedoch nicht den reinen Geist, der nicht in Gefahr ist und nicht erlöst zu werden braucht.”
(EKIW: Kapitel 4, II. 9.)
Im 1. Buch Mose, auch Genesis genannt, des Alten Testaments wird die Erschaffung der Welt leider Gott zugeschrieben, aber in den meisten Religionen, die sich nicht auf das Alte Testament beziehen, kommt ganz klar zum Ausdruck, dass diese Welt nicht von Gott erschaffen wurde. Im Gnostizismus wird klar unterschieden zwischen einem transzendenten, verborgenen Gott und einen niederen Demiurg, der die sichtbare Welt schuf. Das buddhistische Lebensrad der Wiedergeburten wird von einem Dämon umklammert, wodurch die Zeit symbolisiert werden soll.
In der Bibel steht, dass Gott am siebten Tag ruhte. Das ist ein Symbol dafür, dass es verdammt anstrengend ist, diese Welt zu machen - diese Illusion von Welt aufrechtzuerhalten. Aber wir sind es, die das tun und dabei ins Burnout und in den Tod rennen. Das hat nichts mit GOTT zu tun, ER braucht keine Pause, wir sind es, die erschöpft sind von unserem wahnsinnigen Versuch die Trennung real erscheinen zu lassen.
Jesus stellt im Kurs auch völlig klar, dass Sünde ein Irrtum in unserem schlafenden Geist ist. Dass es Sünde im moralischen Sinn oder gegen GOTT nicht gibt, ist eine der Kernaussagen des Kurses. GOTT weiß nicht einmal etwas von unseren Irrtümern, er kennt nur unsere wahre IDENTITÄT als wahres SELBST.
Vom philosophischen Standpunkt des Universums aus lässt sich Sünde aber auch als die Haltung eines "individuellen Bewusstseins" betrachten, das sich bewusst der kosmischen Realität widersetzt. Die Sünde ist ein der göttlichen Wirklichkeit vorsätzlich geleisteter Widerstand, der einen Grad der Bewusstseinsdesintegration bedeutet, der an kosmische Verrücktheit - an Wahnsinn - grenzt. Das Ego ist eine narzisstische Störung kosmischen Ausmaßes. Wenn wir uns den Begriff Ego als Abkürzung für “Edging God Out” (Verdrängung GOTTES) vorstellen, verweist er wunderbar darauf, worum es dem Ego geht.
Es ist unser schlafender Geist der sich gegen GOTT auflehnt und sein Verlangen nach Trennung von GOTT träumt. Dieser totale Größenwahn, sich gegen GOTT zu erheben, ist spürbar, wenn wir in die Tiefen unseres Unterbewusstseins vordringen. Wir sind geradezu berauscht vom Gefühl einer von GOTT getrennten Identität. Es ist dieser Rausch, der das Erwachen aus der Illusion der Trennung verhindert. Doch hinter diesem Rausch verbergen sich Schuld und Angst! Dies zu erkennen ist der Beginn der Reise zurück in die Einheit mit GOTT, und diese Erkenntnis erfüllt uns wieder mit Ehrfurcht vor GOTT - und nur vor GOTT.
Schöpfung
“Die Schöpfung ist die Summe aller GEDANKEN GOTTES, unendlich an der Zahl und überall ohne jede Grenze. Nur die LIEBE erschafft und nur wie SICH selbst. Es gab nie eine Zeit, wo all das, was SIE schuf, nicht da war. Auch wird es niemals eine Zeit geben, in der irgend etwas, was SIE schuf, irgendeinen Verlust erleidet. Auf immer und auf ewig sind die GEDANKEN GOTTES ganz genau so, wie sie es waren und wie sie sind, unverändert durch die Zeit und nachdem die Zeit vorbei ist.”(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 11. 1.)
Darüber hinaus “gibt” es noch die Illusion von Schöpfung. In EKIW unterscheidet Jesus daher auch in der Wahl der Worte. Er verwendet “make” und “create” - machen und erschaffen. “Make” bezieht sich auf die Dualität und das, was das Ego innerhalb dieser Dualität hervorbringt; “create” auf die nondualen göttlichen SCHÖPFUNGEN. Es ist wichtig, beim Überdenken der eigentlichen Natur des Universums und der Welt ehrlich mit sich selbst zu sein. Jesus stellt ihm Kurs ganz klar dar, was das ist, was die meisten fälschlicherweise für eine wunderbare Schöpfung Gottes halten:
“Das ist der Antichrist: die merkwürdige Idee, es gebe eine Macht über der Allmacht, einen Ort jenseits des Unendlichen, eine Zeit, die über das Ewige hinausgeht. Hier ist die Welt der Götzen hingesetzt durch die Idee, dieser Macht und diesem Ort und dieser Zeit sei Form gegeben, und sie würde die Welt gestalten, in der das Unmögliche geschehen ist. Hierher kommen die Unsterblichen, um zu sterben, die Allumfassenden, um Verlust zu leiden, die Zeitlosen, um zu Sklaven der Zeit gemacht zu werden. Hier verändert sich das Unveränderliche: Der Friede GOTTES, der allen Lebewesen in alle Ewigkeit gegeben ist, macht dem Chaos Platz. Und GOTTES SOHN, der so vollkommen, sündenlos und liebend wie sein VATER ist, kommt, um eine kleine Weile lang zu hassen, Schmerz zu leiden und schließlich zu sterben.”
(EKIW: Kapitel 29, VIII. 6. 2.ff.)
Schon vor zweitausend Jahren sprach Jesus klar und deutlich darüber, was von dieser Welt zu halten ist. Im Thomasevangelium finden sich folgende Worte Jesu:
“Ein Weinstock wurde außerhalb des Vaters gepflanzt. Weil er nicht befestigt ist, wird er samt seiner Wurzel ausgerissen und zugrunde gehen.“
(Thomasevangelium, Logion 40)
“Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden; und wer einen Leichnam gefunden hat, ist der Welt überlegen.“
(Thomasevangelium, Logion 56)
Der folgende Text ist ein Versuch, diesen gesamten “Schöpfungsprozess” in Worte zu fassen:
* * *
[Dies ist eine Zusammenfassung der Lektion 4 des Buches Der Weg der Transformation - JESHUA (JESUS) in Gemeinschaft mit Jayem.]
Die allererste Stufe der SCHÖPFUNG ist, als DAS, was wir GOTT nennen, oder ABBA (aramäisch: „Vater“), erstmals begann, das unbeschreibliche, das unerklärbare Mysterium, SICH SELBST, aus der ewigwährenden Matrix seines SEINS heraus zu gebären. Diese erste Stufe der SCHÖPFUNG war REINER GEIST - eine zarte, fast unmerkliche Bewegung, in der ein sanfter SONNENSTRAHL beginnt, aus der SONNE hervorzukommen, oder ein Strahl von LICHT geräuschlos beginnt, aus dem LICHT SELBST auszustrahlen. Und das ist unsere Wirklichkeit. Wir sind GEIST. Wir sind das, was wie ein LICHT-Strahl aus dem GEISTE GOTTES hervorgekommen ist, wie ein Sonnenstrahl aus der Sonne. In REINEM GEIST sind wir unbegrenzt; wir sind ohne Form.
“GOTT kennt keine Form.”
(EKIW: Kapitel 30, III. 4. 5.)
“Es gibt ein Leben, und das teile ich mit GOTT.”
(EKIW: Lektion 167)
(EKIW: Kapitel 30, III. 4. 5.)
“Es gibt ein Leben, und das teile ich mit GOTT.”
(EKIW: Lektion 167)
Diese erste Ebene der SCHÖPFUNG ändert sich niemals. Sie ist wie GOTT SELBST.
Denn der SONNENSTRAHL ist wie die SONNE; der LICHTSTRAHL wie das LICHT. Jedoch hat ein Impuls begonnen - ein Impuls, der sich von dem REINEN POTENTIAL von ALLEM, WAS GOTT IST, ausdehnt. Denn LIEBE strebt nur danach, SICH SELBST auszudehnen. Es gab REINE GEDANKEN, REINE LIEBE, REINES SEIN, das begann, die Idee in Betracht zu ziehen, die Idee von reiner Ausdehnung in Betracht zu ziehen - unbegrenzt, grenzenlos, in Ewigkeit. Es gab REINEN GEIST. Das ist, was WIR SIND, jetzt und in alle Ewigkeit. GEIST verändert sich nicht.
“Das Sein muss ausgedehnt werden. Das ist die Art und Weise, wie es die Erkenntnis seiner selbst beibehält.”
(EKIW: Kapitel 7, IX. 2. 6.&7.)
(EKIW: Kapitel 7, IX. 2. 6.&7.)
Nun, in dieser unablässigen Bewegung von DEM, was sich niemals bewegt, wenn der LICHTSTRAHL aus dem GÖTTLICHEN LICHT hervorgeht - unbegrenzt, ewig, ungehindert - in ebendiesem Verlangen, kreativ zu sein und Kreativität unaufhörlich auszudehnen (und das ist, was SCHÖPFUNG ist), beginnt der GEIST, sich zu “komprimieren” oder “hinabzusteigen”. Es ist wichtig sich bei dieser Beschreibung immer bewusst zu sein, dass, wir nun eine Sprache benutzen, die ihre Quelle in der phänomenalen Welt hat, nicht auf der Ebene des GEISTES, wo Sprache nicht erforderlich ist. Der GEIST macht weiter in seinem Tanz, während der EINE GEIST, GOTT, der VATER die Ausdehnung der SCHÖPFUNG aufrechthält. Und der GEIST beginnt, sich in etwas zu verdichten, was noch niemals geschehen ist. Der Gedanke - und wichtig, wir arbeiten immer noch auf der Ebene von REINEN GEDANKEN, REINEM POTENTIAL - der Gedanke beginnt, sich in einen Gedanken von Individualisierung zu verdichten.
Wir kennen Bilder davon, wie eine Flüssigkeit wie beispielsweise Milch in Zeitlupe in ein Glas gegossen wird. Und wenn die Milch auf das Glas auftrifft, beginnt sie an den Seiten hochzusteigen, während das Glas sich zu füllen beginnt. Und im letzten Moment, wenn der Milchkarton zurückgeneigt wird und das Ausgießen stoppt, erschafft die Bewegung, die in Gang gesetzt worden ist, das Phänomen eines kreisrunden Michtropfens, der emporsteigt und für einen ganz kurzen Moment von dem Milchkörper im Glas getrennt zu werden scheint. Er steigt auf und in dem Bruchteil einer Sekunde haben wir, die wir den Bildschirm anschauen, das Gewahrsein eines individuellen Milchtropfens, der vollkommen unabhängig von dem Milchkörper selbst zu existieren scheint. Und dann im nächsten Moment tropft er zurück, in den Milchkörper selbst, und wir verlieren das Gewahrsein von ihm als ein getrenntes Ding, als ein getrennter Tropfen Milch. Doch er war die ganze Zeit über Milch. Von unserem Ort der Wahrnehmung aus hat es lediglich so ausgesehen, als ob er eine getrennte Existenz hätte.
Und warum? Alles nur aus Freude, die SCHÖPFUNG auszudehnen, damit DER EINE sich SEINER SELBST in einer endlosen Vielfalt an Form bewusst sein kann. Und das ist, wo es beginnt - die Freude der SCHÖPFUNG. Das ist, was WIR SIND! In der REINEN SEELE gibt es immer noch nur REINES POTENTIAL. Es gibt dort noch nicht das, was wir als Erfahrung kennen. Es gibt dort jedoch das erste zarte Bewusstsein des EINEN SELBST, das Sich SEINER SELBST bewusst ist.
Der Begriff SEELE bezieht sich hier also auf die Wirklichkeit des REINEN GEISTES - worauf Jesus auch in EKIW verweist. Um die SEELE von dem individualisierten Bewusstsein zu unterscheiden, das in die Menschwerdung, in die Verkörperung hinabsteigt, wird dafür die Kleinschreibung Seele verwendet. Die Seele selbst ist immer noch reines Bewusstsein, doch die Inkarnation ist für die Mehrheit von uns so dramatisch und solch eine Erschütterung, solch ein Schock, dass wir begonnen haben, unsere Verbindung zum GEIST zu vergessen, unsere Erkenntnis, dass wir Seele sind, reines Bewusstsein. Wir haben begonnen, die Bewusstheit unserer Freiheit zu verlieren. Man könnte sagen, wir sind unbewusst geworden oder eingeschlafen.
Während die SEELE mit der Ausdehnung von LICHT, von REINER KREATIVITÄT weitermacht, verdichtet sie sich. Sie steigt auf die nächste Ebene hinab, wenn man so will. Auf der Ebene der physischen Welt gibt es nicht viele andere Arten, darüber zu sprechen. Die SEELE steigt also hinab oder sie verdichtet sich und beginnt, eine tiefere Bewusstheit von SICH SELBST als einem individuellen Ding zu erschaffen.
Nun nimmt IHR Gewahrsein von SICH SELBST als REINER GEIST eine neue Färbung, eine neue Schwingung an. Das kommt dem sehr nahe, was viele von uns in ihren Meditationen und im Gebet erfahren haben - wenn unser Ego-Geist vorübergehend überwunden war und wir ein Gefühl unserer EINHEIT mit GOTT gehabt haben, und wir uns dennoch anders gefühlt haben als GOTT - ERSCHAFFENER und SCHÖPFER, SOHN und VATER - vereint und doch irgendwie verschieden.
Hier kann man sagen ist es, wo die Trennung begonnen hat. Es ist hier auf der ersten Ebene der zartesten Wahrnehmung des SELBST als eine individuelle Matrix von Bewusstsein, das Bewusstsein von SICH SELBST hat, und doch ist dieses SELBST, oder GOTT, irgendwie etwas anderes als das, als was die SEELE SICH SELBST wahrnimmt . . . Hier ist es, wo der erste einzigartige Gedanke der Trennung geboren wurde, an diesem sehr subtilen Punkt . . . lange bevor die Multi-Dimensionalität der Schöpfung ins Dasein kam.
Hier lässt die Kreativität die Macht der Gedanken entstehen. Und es ist von dem FELD DER GEDANKEN aus, der REINEN GEDANKEN, dass die Schöpfung nun beginnen wird, unmittelbar ins Dasein zu springen. Und hier, auf dieser subtilen Ebene, hat sich der Milchtropfen scheinbar selbst getrennt, und fühlt nun das Bewusstsein von SICH SELBST als getrennt von dem Körper der Milch. Und für einen Moment, nur für einen Moment, ist da reine Freude, denn es ist immer noch der EINE, DER das tut - aus Freude heraus, aus reinem Spiel heraus, aus dem reinen Überschwang heraus, SICH SELBST und SEINE grenzenlose KRAFT auszudehnen, unaufhörlich und ohne Begrenzung. Denn bedenken wir, wenn WIR den Gedanken halten würden, Nun, ich kann bestimmt nicht Mein SELBST von Meinem SELBST trennen, wäre das eine Begrenzung.
Und so erschafft der EINE einen Tropfen von SICH SELBST, einhergehend mit der Wahrnehmung, dass ER SICH SELBST als getrennt von etwas wahrnimmt, das nun, zum ersten Mal etwas anderes ist. Hier geschieht das Keimen, wird der Samen gepflanzt, für das Ego-Bewusstsein. Doch das kommt erst ein bisschen später in der Geschichte.
“Die Struktur eines »individuellen Bewusstseins« ist im wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den »Erbirrtum« oder die »Erbsünde« darstellt.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 1. 4.)
An dieser Stelle der scheinbaren Wahl hätten wir uns aber immer noch für die Deutung des HEILIGEN GEISTES entscheiden können und unser kleines Traumabenteuer wäre bereits vorbei. Das Ego hatte aber eine selbstsüchtige, sehr verführerische eigene Reaktion parat: Wenn wir weiterhin an die Trennung glauben, bietet es uns eine eigene, von GOTT getrennte, ganz besondere und einmalig wichtige individuelle Identität an. Wir hatten natürlich keine Ahnung, in was hinein wir uns verstricken, und treffen eine weitere törichte Wahl. Alles ist uns neu, und wir sind mehr als bereit, unserer Neugier nachzugehen. Wir haben uns für das Ego entschieden, um zu sehen, wie es sich anfühlt, besonders und getrennt zu sein.
Ist die Wahl auf dieser Ebene getroffen, so lässt unser neuer Zustand den alten völlig in Vergessenheit geraten, da er im Geist wie durch eine Mauer abgetrennt wird. Haben wir das Ego gewählt und die dritte Spaltung in Gang gesetzt, ist der HEILIGE GEIST nur noch eine Erinnerung.
“Du bemerkst das Ausmaß dieses einen Irrtums nicht. Er war so riesig und so völlig unglaubwürdig, dass aus ihm eine Welt der totalen Unwirklichkeit hervorgehen musste. Was sonst konnte daraus entstehen? Seine fragmentierten Aspekte sind Angst erregend genug, wenn du sie nur erst anzusehen beginnst. Doch nichts, was du gesehen hast, beginnt dir die Ungeheuerlichkeit des ursprünglichen Irrtums zu zeigen, der dich aus dem HIMMEL zu vertreiben, die Erkenntnis in bedeutungslose Stücke unverbundener Wahrnehmungen zu zerschlagen und dich zu zwingen schien, weitere Ersetzungen vorzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 18, I. 5. 2.-6.)
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 1. 4.)
An dieser Stelle der scheinbaren Wahl hätten wir uns aber immer noch für die Deutung des HEILIGEN GEISTES entscheiden können und unser kleines Traumabenteuer wäre bereits vorbei. Das Ego hatte aber eine selbstsüchtige, sehr verführerische eigene Reaktion parat: Wenn wir weiterhin an die Trennung glauben, bietet es uns eine eigene, von GOTT getrennte, ganz besondere und einmalig wichtige individuelle Identität an. Wir hatten natürlich keine Ahnung, in was hinein wir uns verstricken, und treffen eine weitere törichte Wahl. Alles ist uns neu, und wir sind mehr als bereit, unserer Neugier nachzugehen. Wir haben uns für das Ego entschieden, um zu sehen, wie es sich anfühlt, besonders und getrennt zu sein.
Ist die Wahl auf dieser Ebene getroffen, so lässt unser neuer Zustand den alten völlig in Vergessenheit geraten, da er im Geist wie durch eine Mauer abgetrennt wird. Haben wir das Ego gewählt und die dritte Spaltung in Gang gesetzt, ist der HEILIGE GEIST nur noch eine Erinnerung.
“Du bemerkst das Ausmaß dieses einen Irrtums nicht. Er war so riesig und so völlig unglaubwürdig, dass aus ihm eine Welt der totalen Unwirklichkeit hervorgehen musste. Was sonst konnte daraus entstehen? Seine fragmentierten Aspekte sind Angst erregend genug, wenn du sie nur erst anzusehen beginnst. Doch nichts, was du gesehen hast, beginnt dir die Ungeheuerlichkeit des ursprünglichen Irrtums zu zeigen, der dich aus dem HIMMEL zu vertreiben, die Erkenntnis in bedeutungslose Stücke unverbundener Wahrnehmungen zu zerschlagen und dich zu zwingen schien, weitere Ersetzungen vorzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 18, I. 5. 2.-6.)
Als dieser erste Gedanke der Trennung geträumt wurde, wurde eine neue Energie geboren. Das, was reine Freude gewesen war, das, was reine Freiheit, reine Sicherheit gewesen war, verändert nun ein wenig die Form. Man könnte sagen, ein Tropfen Milch innerhalb des Milchtropfens scheint sich zu trennen und seine eigene Energie anzunehmen. Und die haben wir Angst genannt. Hier wird nicht die Ausdehnung geboren, sondern Kontraktion, oder die Erfahrung von Kontraktion, wenn Angst im Bewusstsein aufsteigt. Und nun beginnt der Fluss sehr, sehr schnell hinabzustürzen - aus Angst heraus, aus der ersten Gründung des Gedankens heraus, Ich bin alleine. Ich bin getrennt von meinem SCHÖPFER. Und dabei, erinnern wir uns, ist es in Wirklichkeit der SCHÖPFER, der den SCHÖPFER wahrnimmt und die Wahrnehmung erschafft, dass GOTT von GOTT getrennt ist.
Mit diesem Gedanken geschieht eine Explosion - sehr ähnlich dem, was Wissenschaftler den „Big Bang" genannt haben. Sie wissen gar nicht, wie nahe sie dran sind! Sie müssen nur den Gedankensprung machen und sehen, dass der Big Bang im Bewusstsein selbst geschehen ist, und nicht aus Materie, was auch immer das ist. Stellen wir uns vor, wie in dem Big Bang des Bewusstseins dieser Milchtropfen plötzlich in den Raum explodiert, der mit dem Gedanken von Trennung ins Dasein kommt, und ein grenzenloses Feld oder eine Anzahl von Punkten wird - kleine Tröpfchen von Milch, kleine Tröpfchen von Bewusstsein, kleine Funken des GÖTTLICHEN, kleine Partikel von LICHT.
Um noch eine weitere Analogie aus dem Bereich der Wissenschaft zu gebrauchen: Die Welle des Lichtes wurde nun zu den Partikeln des Lichtes. Wann und warum - wer kann das sagen? Nur der EINE, der SICH SELBST gebärt, weiß das. Und wir sind DIESER EINE.
Während diese Partikel von Licht sich nun “ausbreiten” durch die unendlichen Weiten der REINEN POTENTIALITÄT DES GEISTES - was LICHT ist, was GOTT ist - besitzt jeder Partikel exakt genau das gleiche Potential. In der Tat ließe sich keinerlei Unterschied zwischen den Punkten des LICHTES finden - keiner.
Das bedeutet, es gibt das Gefühl, dass, während sie identisch sind in Qualität und Substanz, es einen feinen Unterschied gibt in dem “Raum”, den jeder einzelne besetzt, wie wenn wir zwei identische Bleistifte nehmen würden und einen auf die linke Seite des Tisches legen würdest und einen auf die rechte. Immer noch sind sie gemacht aus der gleichen Substanz, doch jetzt, im weiten Kontinuum des “Raumes”, besetzt das, was identisch ist, zwei Punkte im “Raum”, jeder mit der vollkommenen Freiheit, die vollkommene Freiheit des einen GOTTES widerzuspiegeln . . . Grenzenlose Strahlen von LICHT, nun die Vollkommenheit der Freiheit von REINER POTENTIALITÄT spiegelnd und reflektierend, die das LICHT Selbst ist - die REINE POTENTIALITÄT zu erschaffen. Jeder Einzelne trägt in sich den Gedanken, das Erkennen, die Wahrnehmung von Trennung. Angst wurde geboren: Ich bin alleine. Ich bin nicht jener LICHT-Punkt da drüben. Ich bin nur ich selbst.
Und während die Energie der Angst andauert, geht die Kontraktion, die Verdichtung, der Abstieg weiter. Und jetzt ist das, was explodiert ist - wieder einmal augenblicklich (das braucht noch keine Zeit) - die Vielzahl, die grenzenlose Multi-Dimensionalität, die die SCHÖPFUNG ist, mit der Ausnahme von einem Ding: Das physische Universum ist noch nicht geboren worden. Das physische Universum benötigt das Konzept der Zeit. Denn nur in der Zeit existiert die physische Dimension.
Und somit ist es hier, wo wir beginnen, das zu entdecken, was in der Sprache dieser Welt, die Rangordnung der Engelswesen, der Engelswelten genannt wird. Nur Punkte von LICHT, genau wie wir, doch weder in der Erfahrung von Zeit noch in der Verdichtung, die wir physische Körper nennen - noch nicht einmal die niedrigeren Astral-Körper. Noch ist die Multi-Dimensionalität der Kreativität ein strahlender Tanz mit nur einem Hauch eines Gefühls von Trennung oder “Anders-sein“ oder Angst.
In dieser Multi-Dimensionalität, die noch durchdrungen ist von LICHT und ist wie das LICHT SELBST, geht die Verdichtung weiter. Hier beginnt das LICHT sich in die Partikel von Materie zu verdichten. Und noch einmal, die Explosion geschieht, als das eine, wir könnten sagen, das eine Basis-Atom in den Big Bang explodiert. Und die Vielzahl von Körpern, von planetarischen Körpern ist geboren, die unsere zentrale Sonne unseres winzig kleinen Universums beinhalten.
Und das physische Universum, von dem wir als ein menschliches Wesen ein Teil davon sind, ist weit jenseits des Vorstellungsvermögens. Und doch ist es wie ein winziges Fleckchen Staub. Es ist wie ein winziger Fleck von LICHT, scheinbar frei schwebend - wie ein winziger Tropfen Milch, der sich selbst von dem Körper der Milch getrennt zu haben scheint - so scheint unser physisches Universum frei zu schweben, und ist sich der Multi-Dimensionalität des strahlenden LICHTES und GEISTES und GOTTES, in dem es schwebt, nicht bewusst, von dem aus ihm seine Existenz gegeben wurde. Wir sind daher nicht außerhalb vom GEIST. Wir könnten sagen, wir werden liebevoll gehalten - unsere gesamte physische Dimension - im Zentrum des GEISTES.
Während diese Verdichtung weitergeht, beginnt das, was die Welt „Leben“ nennt. Bedingungen werden festgelegt, hervorgehend aus der REINEN POTENTIALITÄT heraus, der MACHT und der VOLLKOMMENEN INTELLIGENZ zu erschaffen - obwohl jetzt diese Kreativität sich selbst mehr und mehr aus der Angst heraus ausdrückt, und nicht aus purer Freude.
Und Angst, die nur ein Tanz oder ein Spiel von Energie selbst ist, muss ein ganz und gar neutrales Ereignis sein, bis etwas auftaucht, um dies anders wahrzunehmen und zu erfahren. Und was ist das? Um keine Geschichte zu machen, die für unsere Bedürfnisse nicht wirklich dienlich ist, lautet die Antwort einfach und abgekürzt ausgedrückt: Es ist die Geburt des Ego-Bewusstseins.
Und hier hat sich die Angst in ihre endgültige Form verdichtet. Es kann keine weitere Verdichtung der Energie geben, die zu Angst geworden ist, denn Ego-Bewusstsein ist angst-volles Bewusstsein . . . Das Ego ist Angst. Und doch ist es gemacht aus PURER KRAFT, REINER POTENTIALITÄT, GRENZENLOSER KREATIVITÄT. Wir alle kennen die Erfahrung zu wissen, wie unaufhörlich kreativ der Ego-Geist sein kann. Denn ohne Unterlass weiß er, wie er unmittelbar auf einen Bruder oder eine Schwester schaut, auf ein Ereignis auf dem Planeten, wie er auf alles schauen kann, und blitzschnell, in einem Augenblick, in einem Raum, der noch nicht einmal einen Gedanken erfordert, kann das Ego-Bewusstsein seine Werte ändern, kann es seine Wahrnehmungen ändern, um zu erschaffen, was es erschaffen will. Und was es erschaffen will, ist das, was seine Existenz fortbestehen lässt.
“Die Raffiniertheit des Ego hinsichtlich seiner Selbsterhaltung ist enorm, stammt aber aus ebender Macht des Geistes, die das Ego verleugnet. Das bedeutet, dass das Ego das angreift, wodurch es erhalten wird, was extreme Angst zur Folge haben muss. Deshalb merkt das Ego nie, was es tut. Es ist vollkommen logisch, aber eindeutig wahnsinnig.”
(EKIW: Kapitel 7, VI. 3. 1.-3.)
(EKIW: Kapitel 7, VI. 3. 1.-3.)
So ähnlich, wie wenn in unserem physischen Körper eine Zelle kanzerogen wird und beschließt, Amok zu laufen und so zu handeln, als wäre sie selbst nicht von den Gesetzen des Körpers abhängig, die den Körper gesund erhalten. Und sie beginnt dann, was zu tun? Sie beginnt, Zellen zu erschaffen, wie sich selbst. Krebs ist lediglich eine Fehlwahrnehmung, die auf der Ebene des Körpers Amok läuft - indem die Zelle für sich selbst denkt und nach ihrem eigenen Bild erschafft, anstatt das Bild des SCHÖPFERS auszudehnen und aus der Harmonie mit dem EINEN GEIST heraus zu leben, der in strahlender Freude erschafft, aus keinem anderen Grund, als das Gute, das Heilige und das Schöne auszudehnen. Und doch erschafft GOTT keine Begrenzung. Er zieht seine Kreativität von der Macht des Ego nicht zurück. Vielmehr, weil GOTT LIEBE ist, ist alle Macht unter HIMMEL UND ERDE verfügbar, und kann vom Ego-Bewusstsein angezapft werden.
Was also ist Ego-Bewusstsein? Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, vollkommen sicher zu sein, dass wir getrennt und alleine sind, dass wir uns auf unseren eigenen Gedankenprozess verlassen müssen, und dass niemand jenseits davon - nicht nur jenseits der Grenze unseres Körpers oder unserer Haut - sondern niemand jenseits unseres einzigartigen, kontrahierten Gefühls von „ich“ irgendeine Verbindung zu uns hat, und dass niemand sich kümmert: Ich bin alleine. Ich bin getrennt. Wie um alles in der Welt kann ich es schaffen? Ich muss es selbst herausfinden. Ich muss herausfinden, wie die Welt funktioniert. Ich muss es für mich selbst geschehen machen!
Angst hat ihre endgültige Form angenommen. Jetzt ist hier ein vollkommenes Vergessen von GOTT, von dem EINEN, vom GEIST, und sogar von der SEELE. Der Körper repräsentiert eine Ebene der Schwingung, immer noch ziemlich intelligent, immer noch sehr intelligent. Er ist wie eine Matrix von Energie, der Gedanke von Verdichtung in menschlicher Form, aus der Formen immer weiter erschaffen werden, immer weiter erschaffen werden, immer weiter erschaffen werden, immer weiter erschaffen werden. Und wir haben das für uns selbst eine grenzenlose Anzahl von Malen getan - in diesem Traum von Trennung.
“Jene Träume, die du gern zu haben glaubst, halten dich ebenso zurück wie die, in denen die Angst gesehen wird. Denn jeder Traum ist nur ein Traum der Angst, ganz gleich, welche Form er anzunehmen scheint. Die Angst wird innen, außen oder beiderorts gesehen. Sie kann sich auch in eine angenehme Form verkleiden. Doch nie ist sie vom Traum abwesend, denn Angst ist der Stoff der Träume, aus dem sie allesamt gemacht sind. Die Form mag sich verändern, sie können jedoch nicht aus etwas anderem gemacht sein. [...] Depression oder Angriff müssen Thema eines jeden Traumes sein, denn sie sind aus Angst gemacht. Die fadenscheinige Verkleidung von Lust und von Freude, in welche sie verpackt sein mögen, kann den schweren Angstkloß, der ihr Kern ist, kaum verhüllen.”
EKIW: Kapitel 29, IV. 2.-3.
EKIW: Kapitel 29, IV. 2.-3.
Der Körper ist die Repräsentation des Ego. Denn so entsteht der Eindruck: Ich bin nur dieser Staubklecks, dieser getrennte Körper-Geist, der auf meinem Stuhl sitzt, oder auf dem Boden, oder auf einer Couch, und diese Aufzeichnung liest, die mit Worten gefüllt ist, die mit einer bestimmten Bedeutung schwingen und bestimmte Bilder und Einsichten in meinem Geist erschaffen. Doch diese werden in mich gelegt, und ich bin nicht derjenige, der dies alles in diesem Augenblick selbst erschafft.
Das ist Ego-Bewusstsein. Ich bin nicht derjenige. Ich bin nicht GÖTTLICH. Ich bin nicht REINER GEIST. Ich bin nicht REINE SEELE. Ich bin dieses Ding, das jetzt hier auf dem Stuhl sitzt.
Der Ego-Geist ist also das, was die getrennte Wahrnehmung erschafft, dass er nur ein winzig kleines Stückchen des Kuchens ist. Er erschafft eine Täuschung, eine Verdrehung im Bewusstsein selbst, wie ein kleiner Fleck auf einem Radarbildschirm - er erzeugt nur einen kleinen Fleck, der demjenigen, der den Bildschirm anschaut, mitteilt, dass dort irgendein Ding ist.
Und doch - die ganze Zeit über - sind wir der EINE. Die ganze Zeit über muss der Gedanke der Trennung die KRAFT des EINEN benutzen. Denn diese KRAFT ist LEBEN! Diese KRAFT ist REINES SEIN! Diese KRAFT ist die wirkliche Welt! Diese KRAFT ist das Einzige, was existiert - Punkt! Mit Hilfe der KRAFT DES EINEN haben wir den Gedanken des getrennten Selbst geträumt. Mit Hilfe der KRAFT DES EINEN werden wir, wenn wir uns dazu entscheiden, aus dem Denken des Ego-Bewusstseins erwachen.
Nun, warum ist all das wichtig? Weil der Weg der Erlösung erfordert, dass es das gibt, was in der Form scheinbar existiert. Wir existieren scheinbar in der Form. Das ist die Matrix, in die wir hinabgestiegen sind, immer und immer wieder, wenn wir gekommen sind, um uns selbst zu lehren, dass wir nur ein getrenntes, einsames, fehlerhaftes, schwaches Individuum sind. Beim Tod des Körpers haben wir uns selbst als SEELE entdeckt, und waren verängstigt von dem Glanz unseres LICHTES, weil dieses LICHT nicht das gleiche war, wie unsere Interpretation, die wir von uns selbst gelernt hatten. Angst verursacht Verdichtung, Kontraktion, Fallen, wenn man so will. [Deswegen finden wir auch in vielen spirituellen Traditionen das Bild vom gefallenen Engel.] Und wo wir hineinfallen, ist in eine Matrix von Energie, die am stärksten mit unserer eigenen Wahrnehmung und unserem Glauben über uns selbst in Resonanz ist. Glauben ist nicht nur ein Gedanke. Es ist eine Schwingungsqualität. Und dann fallen wir auch schon wieder in ein Feld von Energie, in einen Traum, in ein physisches Universum, in ein Zeitfenster, in eine Familienstruktur, die mit dem in Einklang ist und schwingt, wie wir gelernt haben, uns selbst wahrzunehmen.
“Die Wahrnehmung ist konsequent. Was du siehst, spiegelt dein Denken wider. Und dein Denken spiegelt nur deine Wahl dessen, was du sehen willst.”
(EKIW: Lektion 130, 1. 1.-3.)
(EKIW: Lektion 130, 1. 1.-3.)
Und die ganze Zeit über sind wir doch DIESER EINE: strahlend, vollkommen frei, der die MACHT GOTTES benutzt, um einen Traum von Kleinheit, Schwäche, Trennung, Einsamkeit zu erschaffen und ihn zu glauben. Genau jetzt, während wir diese Worte lesen, jetzt, ist dies das, was wir machen. Wir wählen gerade, wie wir über uns denken. Und wie wir über uns selbst denken, wird in der Welt widergespiegelt, die wir sehen, in den Erfahrungen, die innerhalb unseres eigenen, speziellen Universums des Bewusstseins manifestiert sind. Wir haften immer noch zum größten Teil an dem Glauben an, dass wir dieser kleine, unbedeutende Gedanke der Trennung sind, genannt Ego-Geist, der sich immer noch damit abmüht, GOTT zu finden, und nicht erkennt, dass es genau die MACHT von GOTTES Gegenwart ist, von der aus wir die Wahrnehmung erschaffen, die wir über uns selbst hegen.
Hier sind wir also - sitzen auf unserem Stuhl, liegen auf unserem Boden oder sitzen auf unserer Couch. Und wir sind DER EINE. Wir scheinen in der Form zu sein, das heißt, wir haben eine Wahrnehmung von uns selbst erschaffen, die die Erfahrung beinhaltet, ein Körper-Geist zu sein, der übrigens getrennt ist von allen anderen Körpern. Offensichtlich können wir aus unserem Fenster schauen und sagen, dass der Körper, mit dem wir uns identifizieren, an einem anderen räumlichen Punkt ist, als jedes andere Objekt. Das ist es, was diese Welt ist! Dieses Universum ist der Versuch, eine Widerspiegelung zu erschaffen, die uns davon überzeugt, dass der erste angstvolle Gedanke der Trennung die Wahrheit darüber ist, was wir sind! Wir benutzen unser physisches Universum, oder haben es unwissentlich benutzt, um uns beständig zu reflektieren, was die Wahrheit sein muss: dass wir getrennt sind von der gesamten SCHÖPFUNG.
Diese Welt ist nichts anderes als die Widerspiegelung dieses Gedankens. Und doch, selbst hier, durchdringt DER EINE alle Dinge, und die Erkenntnis unseres SELBST als DIESER EINE ist uns näher als unser eigener Atem - einfach eine Entscheidung entfernt. Hier wird großer Reichtum nicht in irgendeiner anderen Dimension gefunden, der Reichtum der Dramen der Trennung, des Suchens - Suchen, Suchen, Suchen.
Genau die Energie des Suchens ist die Ego-Energie. Denn nur das Ego kann suchen. REINER GEIST kann sich nur ausdehnen. Und das ist ein gewaltiger Unterschied!
Das Ego-Bewusstsein agiert sich selbst aus durch die Formen der besonderen Beziehungen. Aus dem Bedürfnis nach Besonderheit heraus versuchen wir, das Objekt unserer besonderen Beziehung zu besitzen. Die Welt ist die Widerspiegelung des Glaubens an das Bedürfnis nach einer besonderen Beziehung. Und die Suche danach ist die Unruhe, die wir fühlen und die sich auch im Körper spiegelt. Die Unruhe des Atems, die Angespanntheit der Muskeln, die Einsamkeit, wenn wir unseren Kopf abends auf das Kissen legen, weil wir glauben, dass wir dieser Körper-Geist sind, getrennt und alleine, abgesondert von allen anderen.
Und der unendliche, grenzenlose Strom der Kommunikation, der durch die gesamte SCHÖPFUNG hindurch geschieht, ungehindert, ist für unser Gewahrsein verloren. Doch das Ende allen Suchens geschieht, wenn man es wagt, im Geist einen anderen Gedanken zu halten. Hier, wie auch in Ein Kurs in Wundern, finden wir viele Gedanken, die auf die Wahrheit verweisen:
Nur LIEBE ist WIRKLICH.
Ich bin nicht der Körper.
Ich und mein VATER sind EINS.
Ich bin erwacht und wandele auf diesem Planeten als CHRISTUS.
Ich wähle LIEBE anstatt Angst.
Was bedeutet das? LIEBE ist REINER GEIST. Angst ist Kontraktion, Dichte, fehlerhafte Wahrnehmung - Ego-Bewusstsein. Wenn wir LIEBE anstatt Angst wählen, müssen wir uns entscheiden, nicht auf den Impuls des Ego-Bewusstseins zu reagieren. Wir müssen uns entscheiden, so zu leben, als ob wir nicht das Ego wären. Und auf diese Weise wird das, was geformt wurde, transformiert - das, was die Form durchdringt, und sich über das hinaus ausdehnt, was geformt wurde: transformiert.
Inkarnation
Schon die Struktur eines "individuellen Bewusstseins" ist im Wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den "Erbirrtum" darstellt. Den Irrtum selbst zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es uns fürwahr gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen Ein Kurs in Wundern abzielt.“Der Schwerpunkt dieses Kurses bleibt immer derselbe: Es ist dieser Augenblick, in dem dir die vollständige Erlösung angeboten wird, und dieser Augenblick ist es, in dem du sie annehmen kannst. Das ist nach wie vor deine einzige Verantwortung. Die SÜHNE könnte mit einem totalen Entrinnen aus der Vergangenheit und einem völligen Mangel an Interesse für die Zukunft gleichgesetzt werden. Der HIMMEL ist hier. Es gibt keinen andern Ort. Der HIMMEL ist jetzt. Es gibt keine andere Zeit. Kein Lehren, das nicht dahin führt, ist für GOTTES Lehrer von Belang.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 24. 6. 1.-8)
Daher ist auch das Thema Inkarnation beziehungsweise Reinkarnation im Wesentlichen unerheblich.
“Im eigentlichen Sinne ist Reinkarnation unmöglich. Es gibt keine Vergangenheit oder Zukunft, und die Idee der Geburt in einen Körper - ob einmal oder mehrere Male - hat keine Bedeutung. Reinkarnation kann also nicht in irgendeinem wirklichen Sinne wahr sein. Unsere einzige Frage sollte sein: Ist das Konzept hilfreich? Und das hängt natürlich davon ab, wofür es verwendet wird. Wenn es verwendet wird, um die Einsicht in das ewige Wesen des Lebens zu stärken, ist es in der Tat hilfreich. Ist irgendeine andere Frage dazu wirklich nützlich, um den Weg zu erhellen? Wie viele andere Überzeugungen kann es bitter missbraucht werden. Geringstenfalls bietet ein solcher Missbrauch Beschäftigung mit der Vergangenheit und vielleicht auch Stolz darauf an. Schlimmstenfalls ruft er Trägheit in der Gegenwart hervor. Dazwischen sind viele Arten von Torheit möglich.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 24. 1.)
Schon die Seele im herkömmlichen Verständnis - als individualisiertes Bewusstsein - ist Teil der Trennungsillusion. In spirituellen Konzepten wird oft die Ansicht vertreten, dass die Seele hier ist, um bestimmte Erfahrungen zu machen, und dass dies etwas grundsätzlich Positives ist. Ja - es ist unser Verlangen, das die Illusion eines persönlichen, physischen Lebens erzeugt. Es ist unser Wunsch, die Trennung von GOTT und unseren Mitmenschen zu erleben. Aber dieses Verlangen ist nichts Positives, es ist reiner Wahnsinn und alles, was wir scheinbar erfahren, ist eine große Illusion. Es gibt keine Personen und keine verschiedenen Leben, alles ist nur eine Illusion unseres schlafenden Geistes, der Trennung träumt. Sich dieser Erfahrung auszusetzen, macht nur Sinn, wenn an Schuld geglaubt wird.
Wir inkarnieren nicht in diese Welt, um tolle körperliche Erfahrungen zu machen, sondern um uns vor GOTT zu verstecken. Diese Welt ist der Ort, an dem wir versuchen, uns vor GOTT zu verstecken, weil wir glauben, gesündigt zu haben. Wir haben Angst vor GOTT, weil wir uns für unwürdig halten. Wir spüren - in seinem Licht - jeden noch so kleinen Schatten, der auf unserer Seele lastet. Unser Glaube an Schuld ist der Grund, warum wir versuchen, uns zu verstecken. Die gesamte Angst in unserem Geist rührt daher, dass wir glauben, es sei uns tatsächlich gelungen, uns vor GOTT zu verstecken. Wir glauben, die Trennung von GOTT wäre uns tatsächlich gelungen. Daraus folgt unser Glaube an Schuld und die Angst vor Strafe.
Die einzige in Bezug auf das Thema Reinkarnation wirklich hilfreiche Information ist daher folgende: Es ist der Glaube an Schuld, der Reinkarnation als wirklich erscheinen lässt. Auf dem spirituellen Weg geht es darum, sich von der Illusion der Schuld zu befreien, in den Worten des Konzepts der Reinkarnation, sich vom Glauben an den leidvollen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt zu befreien.
Der einzig wahre Zweck besteht darin, aus diesem Traum von Welt zu erwachen, diese Welt zu vergeben und uns an unsere wahre IDENTITÄT als SOHN GOTTES wieder zu erinnern. Die Stärke unserer wahren IDENTITÄT kommt nicht von brennenden Impulsen, die die Welt bewegen, sondern von der grenzenlosen LIEBE GOTTES SELBST. In einem Körper zu inkarnieren und damit die eigene Wirklichkeit als reiner, göttlicher Geist zu verleugnen, ist Ausdruck totalen Wahnsinns. Es gibt keinen vernünftigen Grund, länger darin zu verweilen, als es für die SÜHNE notwendig ist. Die lineare Zeit ist für den HEILIGEN GEIST lediglich ein Hilfsmittel für den Prozess der SÜHNE, den Berichtigungsprozess, aber kein Zweck an sich.
“Das Wunder ist eine Lerneinrichtung, die den Bedarf an Zeit vermindert. Es schafft eine Zeitspanne außerhalb des zeitlichen Musters, die den gewöhnlichen Zeitgesetzen nicht untersteht. In diesem Sinne ist es zeitlos.”
(EKIW: Kapitel 1, I. 47)
“Das Wunder ist die einzige Einrichtung, die dir zur Kontrolle der Zeit unmittelbar zur Verfügung steht. Nur die Offenbarung transzendiert es, da diese mit der Zeit gar nichts zu tun hat.”
(EKIW: Kapitel 1, I. 48)
“Heute versuchen wir, deinem Geist die Wirklichkeit noch näher zu bringen. Bei jeder Übung wird deren Gewahrsein wenigstens ein bisschen näher rücken; manchmal werden tausend Jahre oder mehr eingespart.”
(EKIW: Lektion 97, 3. 1.-2.)
Das Ego hat allerdings seinen eigenen “Heilsplan”, den es uns immer und immer wieder als „Lösung“ anbietet. Inkarnieren bedeutet - von den Meistern, deren einziger Zweck die Unterstützung des Erwachens ist, einmal abgesehen - dem Plan des Egos gefolgt zu sein. Das Ego will uns immer glauben machen, es gebe in dieser Welt noch eine Erfahrung, die wir unbedingt machen müssten. Das Ego lebt in und von der Zeit, daher wird es immer versuchen, uns ein Angebot in der Zeit zu machen. Die Erlösung erwartet uns jedoch jenseits der Zeit - im Jetzt.
Der zentrale Irrtum am Reinkarnationsglauben besteht darin, dass an eine zeitliche Abfolge von physischen Leben geglaubt wird. Doch es passiert alles gleichzeitig - in einem Augenblick. Der Glaube an Reinkarnation verschiebt die Hoffnung auf das Erwachen in die ferne Zukunft, in ein nächstes Leben und fördert somit die Bindung des Menschen an die Illusion der linearen Zeit und verhindert so das Erwachen im Jetzt.
“Du, der du nach wie vor glaubst, in der Zeit zu leben, und nicht erkennst, dass sie vergangen ist, dich lenkt der HEILIGE GEIST noch immer durch das endlos kleine und sinnlose Labyrinth, das du noch in der Zeit wahrnimmst, obgleich sie lange schon vergangen ist. Du glaubst in dem zu leben, was vergangen ist. Jedes Ding, auf das du schaust, sahst du nur einen Augenblick, vor langer Zeit, bevor seine Unwirklichkeit der Wahrheit Platz gemacht hat. Nicht eine Illusion bleibt in deinem Geist noch ohne Antwort. Die Ungewissheit wurde der Gewissheit vor so langer Zeit überbracht, dass es fürwahr schwerfällt, in deinem Herzen daran festzuhalten, als läge sie noch vor dir.”
(EKIW: Kapitel 26, V. 4.)
“Jeden Tag - jede Minute eines jeden Tages und jeden Augenblick, den jegliche Minute birgt - durchlebst du nur erneut den einen Augenblick, in dem die Zeit des Schreckens den Platz der Liebe einnahm. So stirbst du jeden Tag, um neu zu leben, bis du den Graben zwischen der Vergangenheit und Gegenwart überquerst, der überhaupt kein Graben ist. Und solcherart ist jedes Leben: ein scheinbares Intervall von der Geburt zum Tod und wieder hin zum Leben, die Wiederholung eines lange schon vergangenen Augenblicks, der nicht wiedererlebt werden kann. Und alle Zeit ist nur der verrückte Glaube, dass das, was vorbei ist, noch immer hier und jetzt ist.”
(EKIW: Kapitel 26, V. 13.)
Einige Würdenträger der Stadt waren in einem Zen Kloster zu einem einfachen Mal geladen. Um den Zen Meister zu beeindrucken, unterhielten sie sich über höchst spirituelle Themen, über Wiedergeburt und Karma. Schließlich ergriff der Bürgermeister das Wort: „Verehrter Meister, uns würde vor allem Ihre Meinung zum Thema Wiedergeburt interessieren.“ Der Meister schaute von seinem Teller auf und sagte: „Haben Sie schon gekostet? Der Rettich schmeckt ausgezeichnet.“
Für alle unter uns die noch keine Zen-Meister sind und sich nun mal in der Illusion einer Inkarnation befinden, mag eine Beschreibung des “Abstiegs” in die physische Dimension hilfreich sein, denn die Beschäftigung mit dem “Abstieg” kann uns helfen zu verstehen, warum es so viele unterschiedliche Konzepte von Spiritualität gibt, und uns damit helfen, Toleranz gegenüber diesen Konzepten zu entwickeln. Die Unterschiede sind in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich die Konzepte auf unterschiedliche Dimensionen beziehen.
* * *
[Das Folgende ist eine Zusammenfassung der Lektion 4 des Buches Der Weg der Transformation - JESHUA (JESUS) in Gemeinschaft mit Jayem.]
Bei all dem dürfen wir nie vergessen: Immer und in alle Ewigkeit ist die Welt, die wir wahrnehmen, von nichts anderem verursacht als von uns selbst.
“Die Welt an sich ist nichts. Dein Geist muss ihr Bedeutung geben. Und was du in ihr siehst, sind deine Wünsche, ausagiert, damit du sie anschauen und sie für wirklich halten kannst. Vielleicht meinst du, nicht du habest die Welt gemacht, sondern du seist ungewollt an einen Ort gekommen, der bereits gemacht war und schwerlich darauf gewartet hat, dass deine Gedanken ihm Bedeutung geben. In Wahrheit aber hast du genau das vorgefunden, wonach du Ausschau hieltest, als du kamst.”
(EKIW: Lektion 132, 4.)
(EKIW: Lektion 132, 4.)
Jetzt geht es speziell um dieses eine “Leben”, das wir jetzt leben. Auch in dem Moment vor unserer Inkarnation, waren wir in Existenz und haben in vollkommen klarer Bewusstheit innerhalb eines Zustandes oder einer Qualität oder Dimension von Bewusstsein verweilt. Und selbst dies war das Ergebnis von Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen worden sind.
In der Dimension vor unserer Inkarnation gibt es einfach keine physische Form. Wir verweilen dort als Bewusstsein selbst und ja, wir haben Form, doch diese Form von Energie hat sich nicht in die dritte Dimension verdichtet.
Nun, es gab einen Moment, für jeden Einzelnen von uns, als die Entscheidung in unserem Bewusstsein, in unserem Geist getroffen wurde, dass die Bedingungen für uns angemessen sind, um noch einmal zu inkarnieren. Es gibt viele, viele Faktoren, die die Seele dazu verlocken, sich noch einmal in die physische Form zu verdichten, doch der Hauptfaktor unter ihnen ist die Wahrnehmung und der Gedanke, dass es noch etwas gibt, was unerledigt geblieben ist, dass es noch eine Lektion gibt, die nur im physischen Bereich realisiert werden kann, dass es in der Tat eine Aufgabe gibt, die wir, als eine Seele, noch zu erfüllen wünschen.
“Stolz aber ist es, der behauptet, du seiest in eine Welt gekommen, die ganz getrennt von dir ist, die unzugänglich ist für deine Gedanken und völlig unabhängig davon, was du zufällig von ihr denkst. Es gibt keine Welt! Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht. Nicht jeder ist bereit, ihn anzunehmen, und jeder muss so weit gehen, wie er sich auf dem Weg zur Wahrheit führen lassen kann. Er wird wiederkehren und noch weiter gehen oder vielleicht eine Weile zurücktreten, um dann wiederzukehren.”
(EKIW: Lektion 123, 6.)
(EKIW: Lektion 123, 6.)
Es ist wohl wahr, dass einige von uns inkarniert sind, weil wir Mitgefühl hatten. Das heißt, wir haben auf den dreidimensionalen Bereich geschaut und sein Leid gesehen und uns danach gesehnt, LICHT in diese Dimension zu bringen, in der wir uns nun selbst befinden. Und selbst das rührt aus dem Grund oder der Auffassung, dass wir etwas tun müssten, um das, was geschieht, zu korrigieren. Wie vielen von uns bewusst ist, ist das eine Auffassung, die uns immer noch antreibt. Wenn wir auf die Welt schauen, wenn wir auf unsere Brüder und Schwestern schauen, gibt es diesen Zwang, dieses Bedürfnis, sich zu engagieren und in Ordnung zu bringen. Es gibt in vielen von uns einen Glauben, dass wir, wenn wir nicht handeln, dann irgendwie weniger wert sind, weil unser Gefühl von Identität, unser Gefühl von Sein damit verbunden ist, nach außen auf die Welt zu schauen und zu beurteilen, was richtig und was falsch ist, und Meinungen darüber zu haben, was getan werden sollte, und dann oft zu versuchen, andere davon zu überzeugen, es auf unsere Weise zu tun.
Wenn wir auf unsere Lebensumstände schauen, sind wir uns auch unserer Verbindung mit Seelen bewusst, die wir vorher gekannt haben, die zurzeit gerade in der physischen Ebene inkarniert sind. Uns ist die Qualität einer Resonanz ihres Bewusstseins mit unserem, das heißt, mit den Lektionen, die wir lernen möchten, bewusst und wir können sie spüren. Eine Entscheidung wird im Geist getroffen und uns keineswegs irgendwie aufgezwungen. Die Entscheidung zu inkarnieren, hätte überhaupt nicht jemals getroffen werden müssen. Das heißt, wir sind nicht von irgendeiner Macht außerhalb unserer selbst gezwungen worden, in diese Dimension zu kommen.
Während wir beginnen “hinabzusteigen”, was bedeutet, unsere Aufmerksamkeit dahin zu bringen, unsere Schwingung des Bewusstseins zu verlangsamen, während wir beginnen zu inkarnieren, sind wir nicht so sehr irgendwohin gegangen, als dass wir vielmehr sozusagen unser Thermostat herunter gedreht haben, so dass die Qualität unseres Bewusstseins, unserer Essenz, unserer Seele in einer Frequenz zu schwingen begann, die mit der dreidimensionalen Ebene in Resonanz war. Unsere Aufmerksamkeit, unsere Konzentration, unser Verlangen, begann mehr und mehr auf eine einzigartige, bestimmte Konstellation von Rahmenbedingungen fokussiert zu sein. Diese Rahmenbedingungen sind das Netz der Beziehungen, das durch die Eltern erschaffen wurde, und das durch das kulturelle Umfeld erschaffen wurde, in dem sie leben, durch die Qualität des Bewusstseins - dieses Feld von Energie, wenn man so will, ist wie ein wirbelnder Strudel, der selbst ein wirbelnder Strudel innerhalb eines größeren wirbelnden Strudels ist, genannt die Welt selbst. Die Welt ist nur eine andere Dimension von Schwingung, mit ihren eigenen, eigentümlichen Parametern, und das ist alles.
Und so beginnen wir als Seele, wir als individualisiertes Bewusstsein, in die Menschwerdung “hinabzusteigen”. Dies kann nicht vor dem Zeitpunkt der Konzeption im Leib unserer Mutter geschehen. Gewöhnlich ist es zu diesem Punkt der Konzeption, dass wir als eine Seele in den Vorgang, durch den die Konzeption geschieht, einbezogen werden. Und eine neue Lebensform beginnt, sich im Mutterleib zu entwickeln. In diesem Moment gibt es einen Lichtblitz, was wir einen Quantensprung nennen könnten, und unsere Aufmerksamkeit wird fast vollständig auf diese sonderbare Qualität von Energie fixiert, die diese neue Geburt einer physischen Form ist, und identifiziert sich mit ihr. Wir sind „in den Körper gekommen“, wie es genannt wird. In den Körper kommen, bedeutet einfach, dass wir unsere Aufmerksamkeit von allen anderen Dimensionen abgezogen haben, und wir, wenn man so will, die einzigartigen und besonderen und manchmal sehr seltsamen Parameter „angenommen“ haben, die an dieser physischen Form beteiligt sind. Diese physische Form ist keine regungslose Materie. Sie ist selbst ein Netz an Beziehungen, erschaffen durch die speziellen Schwingungsmuster der Mutter und des Vaters.
Wenn wir daher in diese Welt kommen, sind die allerersten Beziehungen, die wir haben, diejenigen mit der Mutter und dem Vater, und wir kennen und fühlen sie ganz vertraut. Denn wir sind nun mit einer wachsenden, physischen Form identifiziert, die selbst herauswächst aus - so wie eine Welle aus einem bestimmten Ozean hervorgeht - sie wächst heraus aus der Matrix von Energien, die die Mutter und den Vater bilden.
Und hier ist es auch, wo unser „Kampf“ beginnt, unser Kampf, uns selbst in der Welt zu erschaffen. Unser Kampf beginnt, uns selbst zu finden. Denn für die Mehrheit von uns war dieser Prozess, durch den die Aufmerksamkeit verschoben wird, von einem anderen Zustand des Bewusstseins in die physische Dimension, dieser Lichtblitz, dieser Quantensprung, dieses Verschieben der Aufmerksamkeit so dramatisch und bedingte solch eine Erschütterung, solch einen Schock, dass wir begonnen haben, unsere Verbindung zum GEIST zu vergessen, unsere Erkenntnis, dass wir Seele sind, reines Bewusstsein. Wir haben begonnen, die Bewusstheit unserer Freiheit zu verlieren. Man könnte sagen, wir sind unbewusst geworden oder eingeschlafen.
Die in der Dichte der irdischen Atmosphäre vorherrschenden Bedingungen sind nicht leicht zu meistern. Auch die physische Entwicklung braucht ihre Zeit. Unser irdisches Leben beginnt im Leib unserer Mutter, wir sind absolut abhängig von ihr und wenn wir dann geboren sind, sind wir auf der physischen Ebene vollkommen hilflos. Wir müssen erst lernen, allein zu essen, zu gehen, zu sprechen und unsere Umgebung zu beeinflussen. Blicken wir doch den Tatsachen ins Gesicht: Für jemanden der noch vor kurzem seine Erfahrungen in einer nicht physischen Umgebung machte, in welcher die Gedanken unmittelbare Wirkungen zeitigen, ist das die reine Folter.
Wenn das Bewusstsein in die Dimension der Zeit eintritt, zieht es sich zusammen und konzentriert sich darauf, sich mehr mit dem physischen Körper zu verbinden, wobei es gleichzeitig Wahrnehmungskanäle zu anderen Dimensionen mit ihren kreativen Möglichkeiten verschließt. Einfach ausgedrückt wird das Bewusstsein von der Dichte des physischen Umfelds aufgesogen und dort fühlt es sich gefangen, fühlt sich als Opfer. Es erinnert sich nicht an seinen grenzenlosen Seinszustand, es erinnert sich nicht daran, dass es nicht der Körper ist.
In sehr seltenen Fällen zieht sich das Bewusstsein nicht vollständig zusammen, wenn es das physische Klassenzimmer betritt. Diese Menschen leben in einem Körper, bewahren sich aber dennoch die Erinnerung an die nicht physische Dimension. Sie wissen, dass sie nicht auf ihren Körper beschränkt sind, sie wissen, dass sie nicht das Opfer der Gedanken und Handlungen anderer Menschen sind. Solche Menschen sind spirituelle Meister oder Lehrer. Jesus war einer von ihnen, einer von denen, die sich auf der physischen Ebene inkarnieren, um ihren Brüdern und Schwestern zu helfen, sich an ihre wahre nicht-physische Identität zu erinnern. Ohne die Präsenz solcher Lehrer würde die Dichte des irischen Umfeldes das kollektive Bewusstsein völlig überschatten und die Verbindung zu spirituellen Wissen größtenteils blockieren.
Wenn das Bewusstsein in die Dimension der Zeit eintritt, zieht es sich zusammen und konzentriert sich darauf, sich mehr mit dem physischen Körper zu verbinden, wobei es gleichzeitig Wahrnehmungskanäle zu anderen Dimensionen mit ihren kreativen Möglichkeiten verschließt. Einfach ausgedrückt wird das Bewusstsein von der Dichte des physischen Umfelds aufgesogen und dort fühlt es sich gefangen, fühlt sich als Opfer. Es erinnert sich nicht an seinen grenzenlosen Seinszustand, es erinnert sich nicht daran, dass es nicht der Körper ist.
In sehr seltenen Fällen zieht sich das Bewusstsein nicht vollständig zusammen, wenn es das physische Klassenzimmer betritt. Diese Menschen leben in einem Körper, bewahren sich aber dennoch die Erinnerung an die nicht physische Dimension. Sie wissen, dass sie nicht auf ihren Körper beschränkt sind, sie wissen, dass sie nicht das Opfer der Gedanken und Handlungen anderer Menschen sind. Solche Menschen sind spirituelle Meister oder Lehrer. Jesus war einer von ihnen, einer von denen, die sich auf der physischen Ebene inkarnieren, um ihren Brüdern und Schwestern zu helfen, sich an ihre wahre nicht-physische Identität zu erinnern. Ohne die Präsenz solcher Lehrer würde die Dichte des irischen Umfeldes das kollektive Bewusstsein völlig überschatten und die Verbindung zu spirituellen Wissen größtenteils blockieren.
Nun, das allererste Universum, das wir innerhalb der physischen Dimension erfahren, ist die Erfahrung oder das Universum des Mutterleibes. Hier sind wir in ständiger, konstanter Kommunikation mit allem, was durch das Energiefeld der Mutter hindurch läuft. Das bedeutet nicht nur die Fleischpastete, die sie zum Abendessen hatte, oder die Tasse Café, die sie morgens getrunken hat, die unser Herz zum Rasen brachte. Es ist auch die Qualität der Luft, die sie einatmet. Aber noch wichtiger als diese Dinge, ist die Qualität der emotionalen Energie, die die spezielle Matrix bildet, die sie in ihrem eigenen Universum erfährt. Denn diese Dinge beeinflussen unmittelbar den Hormonhaushalt, den Fluss der Chemikalien durch das physiologische System, und an diesem Punkt sind wir sehr wohl Teil dieses physiologischen Systems. Daher nehmen wir das psychische Feld der Mutter an, und wir beginnen, es zu fühlen und zu erfahren. Uns ist auch das psychische Feld des Vaters bewusst, und das von allen anderen, unmittelbaren Familienmitgliedern. Uns sind auch die Energien bewusst, jegliche bestimmten, dominanten Energien, die innerhalb der sozialen Struktur vor sich gehen. Erinnern wir uns, wir haben vorher über Netze von Beziehungen gesprochen. Wir sind ein Feld von Energie, innerhalb eines Feldes von Energie, innerhalb eines Feldes von Energie, innerhalb eines Feldes von Energie, selbst in unserem dreidimensionalen Bereich.
Viele haben das Wort “prägen” benutzt, um diesen Anfangszustand zu beschreiben, in dem wir mit der physiologischen Form identifiziert werden, die aus dem Energiefeld entsteht, das die spezielle Matrix der Mischung der Energien der Mutter und des Vaters ist. Das ist es, wo wir anfangen. Und noch einmal, wir haben das gemacht, um das hervorzubringen, was wir üblicherweise bestimmte Lektionen nennen. Wir haben das gemacht, um unser eigenes Lernen einem Test zu unterziehen. Wir haben das gemacht, aufgrund von bestimmten Mustern, die wir innerhalb des Bewusstseins getragen haben, bevor wir unsere Aufmerksamkeit dieser Dimension zugewandt haben.
“Niemand kann Verlust erleiden, außer wenn es seine eigene Entscheidung ist. Niemand erleidet Schmerz, außer wenn seine Wahl diesen Zustand für ihn aussucht. Niemand kann sich grämen oder ängstigen oder denken, er sei krank, außer wenn dies die Ergebnisse sind, die er haben will. Und niemand stirbt ohne seine eigene Zustimmung. Nichts geschieht, was nicht deinen Wunsch darstellte, und nichts wird weggelassen, was du wählst. Hier ist deine Welt, vollständig bis in alle Einzelheiten. Hier ist ihre ganze Wirklichkeit für dich. Und hier allein ist die Erlösung.”
(EKIW: Lektion 152, 1.)
“Es ist unmöglich, dass irgendetwas zu mir kommen könnte, was nicht von mir erbeten wurde. Sogar in dieser Welt bin ich es, der mein Schicksal beherrscht. Was geschieht, ist das, wonach ich verlange. Was nicht geschieht, ist das, wovon ich nicht will, dass es geschehe. Das muss ich akzeptieren. Denn so werde ich an dieser Welt vorbei zu meinen Schöpfungen geführt, den Kindern meines Willens im HIMMEL, wo mein heiliges SELBST mit ihnen weilt und mit IHM, DER mich schuf.”
(EKIW: Lektion 253, 1.)
(EKIW: Lektion 152, 1.)
“Es ist unmöglich, dass irgendetwas zu mir kommen könnte, was nicht von mir erbeten wurde. Sogar in dieser Welt bin ich es, der mein Schicksal beherrscht. Was geschieht, ist das, wonach ich verlange. Was nicht geschieht, ist das, wovon ich nicht will, dass es geschehe. Das muss ich akzeptieren. Denn so werde ich an dieser Welt vorbei zu meinen Schöpfungen geführt, den Kindern meines Willens im HIMMEL, wo mein heiliges SELBST mit ihnen weilt und mit IHM, DER mich schuf.”
(EKIW: Lektion 253, 1.)
Wenn wir sehr glücklich sind, sind wir hoffentlich zu der Zeit, wenn wir ungefähr zwanzig oder einundzwanzig Jahre alt sind, bereit herauszufinden, wer wir sind. Es ist sehr, sehr selten für ein Individuum, besonders in unserem kulturellen Zeitrahmen, im Alter von zehn oder zwölf oder vierzehn oder siebzehn Jahren mit einem tiefen Gefühl von sich selbst aufzutreten, getrennt von den Eltern, der Familie oder der Kultur. Wir denken, wir sind wir selbst, doch in Wirklichkeit sind wir ein Bündel Reaktivität auf der Suche, Bestätigung zu finden, auf der Suche, Sicherheit zu finden, und Überleben, und Freundschaft - in der Welt. Das heißt, wir sind schon in der Wahrnehmung gefangen, dass das, was wir erfahren, zu uns kommt, von außen, und dass wir daher versuchen müssen, uns selbst daran anzupassen. Wir sind noch nicht lebendig.
Wenn wir sehr, sehr glücklich sind, erfahren wir während der Zeit der Zwanziger größere Grade an Freiheit, größere Grade davon, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen und die Folgen davon zu erfahren. Das kann eine sehr turbulente Zeit sein. Immer noch werden wir glauben, dass wir uns selbst kennen, und doch haben wir noch nicht einmal damit begonnen, uns selbst zu kennen. Und noch einmal, das gilt für die Mehrheit.
Während wir in unsere Dreißiger gehen, kommt nun eine Gelegenheit. Der HEILIGE GEIST beginnt, zu uns zu sprechen. Situationen beginnen aufzutauchen, die ein tieferes Verständnis von uns erfordern. Wenn wir sehr, sehr glücklich sind, werden wir begonnen haben, den großen Einfluss zu erkennen, den die Eltern hatten. Gewöhnlich ist dies ein Stadium der Rebellion. Innerlich werden wir beginnen, uns klarer zu individualisieren. Die spirituelle Suche beginnt oft ernsthaft in den Dreißigern. Wir mögen uns dessen schon in den Zwanzigern bewusst gewesen sein. Noch einmal, dies ist keine feststehende Regel, aber üblicherweise ist es in den Dreißigern an der Zeit, wahrhaftig, wahrhaftig zu beginnen, die Sehnsucht der Seele zu erhören.
Nun, wenn das Ego-Bewusstsein grundlegend erfolgreich war, das heißt, wir haben einen Weg gefunden, unser Überleben zu sichern, wir haben das entwickelt, was wir die Persönlichkeit nennen, die uns erlaubt mit dem Wahnsinn des dreidimensionalen, menschlichen Bereiches zu interagieren, wenn wir keine größeren Katastrophen oder Traumen erlebt haben, wenn wir keine größeren Misserfolge hatten, dann mögen wir in unseren Vierzigern mit der Selbstgefälligkeit weitermachen zu denken, dass wir alles im Griff haben. Wenn wir Wege gefunden haben, die fundamentale, nagende Frage zu vermeiden: Was ist meine Bestimmung? Warum bin ich wirklich auf diesen Planeten gekommen? Ich bin mehr als nur dies. Ich bin REINE SEELE. Ich bin REINER GEIST. Ich weiß, dass es um mehr geht als das hier . . .
Wenn wir fähig waren, uns selbst erfolgreich abgelenkt zu halten, dann mag diese Frage noch nicht in vollem Umfang aufgetaucht sein.
Drogen
Wenn wir zu denen gehören, die es in dieser Welt “geschafft” haben, und auf diejenigen herabsehen, die es nicht geschafft haben, dann ist es an der Zeit zu erkennen, dass wir, die wir es im weltlichen Sinne geschafft haben, weiter von der Wahrheit entfernt sind als diejenigen, die an dieser Welt verzweifeln. Wenn wir zum Beispiel auf drogenabhängige Jugendliche in den Fußgängerzonen unserer Großstädte herabblicken und sie dafür verurteilen, dann ist es hilfreich, folgendes zu verstehen:Die westliche Gesellschaft bewegt sich von einer Gemeinschaft junger Seelen zu einer Gemeinschaft, die zunehmend auch reife Seelen beherbergt. Und diese Seelen sind es, die sich den Drogen öffnen, da sie sich beim Übergang vom Stadium der jungen Seele zum Stadium der reifen Seele häufig unsicher fühlen; sie haben neue Ziele, wissen aber nicht, wie sie sie erreichen sollen.
Die junge Seele findet ihre Erfüllung in der Erkundung der materiellen Welt. Und weil die Interessen der jungen Seele auf alle Aspekte des Materiellen gerichtet sind, sucht die junge Seele gesellschaftliche, moralische und religiöse Richtlinien, an denen sie sich orientieren kann und die sie nicht oder nur selten in Frage stellt. Die junge Seele fühlt sich wohl und geborgen, wenn sie weiß, was richtig und was falsch ist, was gut und was böse, was erlaubt ist und was verboten. Wenn der Zyklus der jungen Seele abgeschlossen wird, und eine Seele in das Stadium der Reife eintritt, verliert sie diese feste und beschützende Orientierung.
Die soeben gereifte Seele weiß nicht mehr, woran sie sich festhalten kann. Nichts ist mehr so sicher, wie es einst schien. Der Zweifel an den Angeboten, die die Gesellschaft ihr macht, der Zweifel an den Bedingungen von Liebe und Hass, der Zweifel am eigenen Selbst, der Zweifel an dem, was möglich ist und unmöglich, quält die soeben gereifte Seele. Es sind also jene reifen Seelen auf den frühen Stufen ihrer Entwicklung, die zu Drogen greifen. Da nun zunehmen reife Seelen unsere Gesellschaft bevölkern, wird auch das Bedürfnis, vor der Verunsicherung zu entfliehen, wo es wenig Probleme zu geben scheint, immer größer.
Aber zunächst einmal ist es auch die Sehnsucht der gereiften Seele, die Dimensionen zu schauen, in die hinein sie jetzt bereit ist, sich zu entfalten. Nicht umsonst verwenden auch Schamanen seit Jahrtausenden Psychedelika zur Bewusstseinserweiterung. Eine bewusstseinserweiternde Droge - je nach Art und Qualität - kann einer verwirrten Seele mit einer verunsicherten Psyche helfen, eine neue Sicherheit zu gewinnen und vorzudringen zu ihrer eigenen Wahrheit. Andere Drogen hingegen, wie z.B Alkohol, machen sie vergessen, wie stark die Angst ist, die durch die neue Verunsicherung ausgelöst wird. Wiederum andere Drogen wie Zigaretten oder laute Disco-Musik transformieren die angehobene Schwingungsfrequenz wieder runter, um es so scheinbar erträglicher zu machen.
Wenn ein Mensch hohe Bewusstseinsebenen erreicht, entsteht ein Energiefeld, das als Ekstase bezeichnet wird. Es handelt sich dabei nicht um eine Art emotionaler “Auf- und Ab-Bewegung”, sondern um eine innere Erfahrung extremer Freude, die sich schließlich zu Zuständen entwickelt, die allgemein als Glückseligkeit bezeichnet werden. Diese glückseligen Zustände äußern sich in Gefühlen von expansivem Wohlbefinden, von Einheit mit allem, von großzügiger Liebe und Vergebung und von extremer innerer Freude. Dieser Glückszustand ist wichtig für das Verständnis von Süchten, da die innere Erfahrung die beeindruckendste aller menschlichen Erfahrungen ist. Sie repräsentiert die Erfahrung dessen, was im eigenen Selbst möglich ist.
Bei reifen und alten Seelen ist es daher oft so, dass sie zunächst in einer mystischen Erfahrung, einem Augenblick der Erleuchtung die Glückseligkeit und Unbegrenztheit ihrer Wirklichkeit erkennen. Dann versuchen sie, diesen Zustand dauerhaft zu erreichen. Da das Angebot spiritueller Wege unüberschaubar und voller Irrwege ist, versuchen sie es oft auch mit Psychedelika wie LSD.
Die Erfahrung kann auch aus der Meditation hervorgehen. Ein Mensch, der eine meditative Technik praktiziert, kann plötzlich in einen expansiven Zustand der unendlichen Einheit und Glückseligkeit, auch Samadhi genannt, eintreten und sich dessen bewusst werden, was möglich ist. Das Wissen um das Mögliche weckt den Wunsch, in diesen Zustand zurückzukehren. Das Leben der Person verändert sich in der Regel durch diese Erfahrung erheblich. Viele Menschen verlassen ihren derzeitigen Lebensstil und gehen zu einem völlig anderen über, der auf spirituelles Erwachen und die Beseitigung aller Hindernisse ausgerichtet ist, die das Erleben dieses Zustands verhindern. Dies ist auch charakteristisch für Menschen, die Nahtoderfahrungen machen. In der Folge kommt es zu einer dramatischen Veränderung im Lebensstil der Person, die aus einem anderen Wissen, einer anderen Orientierung und einem anderen Kontext resultiert.
Jetzt können wir verstehen, was bei der Erfahrung mit Drogen geschieht. Dieses kraftvoll anziehende, freudvolle Energiefeld, das Energiefeld des Lebens selbst, ist wie die Sonne, die immer scheint. Die niedrigeren Energiefelder sind wie Wolken, die die Erfahrung dessen, was immer scheint, verdecken. Eine Droge blockiert die Erfahrung der niedrigeren Energiefelder und ermöglicht die Erfahrung eines höheren Energiefeldes. Wenn wir niedrige Energiefelder blockieren könnten, würden wir das erleben, was übrig bleibt, nämlich das Energiefeld der Ekstase. Es gibt sogar eine Designerdroge namens Ecstasy, die speziell dafür entwickelt wurde.
Wenn wir Menschen mit Suchtproblemen bitten, sich anzuschauen, wonach sie suchen, sich die Erfahrung anzuschauen, die zur Gewohnheit geworden ist und zu der sie immer wieder zurückkehren, egal was es kostet, stellen wir fest, dass sie einen inneren Bewusstseinszustand suchen. In Wirklichkeit interessiert sie die Droge selbst gar nicht. Die Droge ist nur das Mittel, die einzige Möglichkeit, die sie kennen, um zu diesem Zeitpunkt in diesen Zustand zu gelangen. Es ist eine bestimmte Art, ihr Wesen, ihre Existenz zu erfahren, und es ist ein angenehmer, hochenergetischer Zustand. Das ist es, was sie suchen.
Wir können sehen, dass die Person süchtig nach dem inneren Energiefeld ist, nach diesem Bewusstseinszustand, der den Wunsch weckt, dorthin zurückzukehren. Sie ist bereit, den Preis dafür zu zahlen, weil der Verstand beginnt, eine Rückkehr zu dieser Erfahrung zu fordern, egal was es kostet. Die Zahlungsbereitschaft steigt mit der Zeit, sodass sie schließlich am Ende den Körper selbst fordert. Die Person nimmt also den Tod des Körpers in Kauf. Das verwirrt Menschen (junge Seelen), die noch nicht auf diese hohe Bewusstseinsebene gelangt sind. Doch Menschen, die das erlebt haben, sind oft bereit, sogar den Körper zu opfern, um in dieses Energiefeld zurückzukehren, das wir Glückseligkeit nennen – das innere Shangri-La.
Es sei damit nicht gesagt, dass Drogen - gleich in welcher Form - die geeigneten Mittel sind, um eine Seele auf ihrem Weg wirklich voranschreiten zu lassen. Eine Drogensucht ist grundsätzlich ein falscher Ansatz, um die Wahrheit zu erfahren, weil sie nicht funktioniert. Die Leugnung der Wahrheit bedeutet den Niedergang. Die Leugnung der Wahrheit ist darauf zurückzuführen, dass man die Macht außerhalb von sich selbst legt. In der Sucht hat der Mensch die Quelle ihres Glücks und ihres Lebenssinns, indem sie es auf die Außenwelt projizieren und diese Macht der Droge, einer Substanz außerhalb ihrer selbst, übertragen.
Einige wenige psychedelische Drogenerfahrungen können allerdings jene kleine Bereitschaft darstellen, aus der Kleinheit herauszutreten, die der HEILIGE GEIST braucht. Der Glaube an die Macht der Drogen wird in diesem Fall genutzt, um den Geist für unbegrenzte Möglichkeiten der Vergebung zu öffnen. LSD wird beispielsweise erfolgreich bei Menschen mit unheilbaren Krebserkrankungen eingesetzt, um ihnen die Angst vor dem Sterben zu nehmen. Das Spüren der Energie, die der Wahrheit des eigenen Wesens näher kommt, ermöglicht es uns auch, dieses Wissen zum Verständnis der Genesung von Suchterkrankungen zu nutzen.
Es geht einfach darum, Verständnis zu entwickeln für die Bedürfnisse einer soeben gereiften Seele und für ihre Angst. Aber die Mittel, zu denen sie greifen, wirken sich oft zerstörerisch aus. Denn eine Seele, die soeben gereift ist, kann nicht in den Regionen bleiben, die die Drogen hier öffnen. Überdies ist eine Seele in diesem Stadium ihrer Entfaltung überaus empfindlich an Geist und Körper. Sie fühlt sich übermäßig leicht gekränkt. Sie fühlt sich gestört von allem, was ihren Bedürfnissen nach Zweifel entgegensteht. Sie neigt zur Verachtung all jener, die sich noch im jungen Seelenzyklus befinden und die Werte der materiellen Welt nicht anzweifeln.
In beiden Fällen handelt es sich also um den egoischen Glauben an Besonderheit. Die jungen Seelen fühlen sich besonders, weil sie es in dieser Welt “geschafft” haben, und die reiferen Seelen fühlen sich besonders, weil sie erkannt haben, dass es mehr gibt als die materielle Welt. Doch wir sind nicht besonders. Wenn wir denken, wir seien es, und unsere Besonderheit gegen die Wahrheit dessen verteidigen, was wir wirklich sind, wie können wir die Wahrheit dann erkennen?
Die alten Seelen sind nun dazu aufgerufen, jenen reifen Seelen auf den frühen Stufen ihrer Entwicklung - in dieser überaus schwierigen Phase - zu helfen und sie zu unterstützen. Die alte Seele hat die Möglichkeit, in ihrer unmittelbaren Umgebung vieles zu verändern und zu beeinflussen, was sich verändern und beeinflussen lässt. Die alte Seele kann mehr Liebe geben als die reife oder die junge, da sie beginnt, sich von den Fesseln der Angst zu befreien, und weil sie an sich selbst erfährt, wie sie ihre Schwingung, ihre Frequenz, verändern kann durch die Arbeit an ihrem Bewusstsein. und sie kann, wenn sie es wünscht, die Möglichkeiten ihrer Liebesfähigkeit ausschöpfen.
“Ich erfahre die Wirkungen meiner Gedanken nicht allein."
(EKIW: Lektion 19)
(EKIW: Lektion 19)
Dabei ist es wichtig, uns immer daran zu erinnern, dass wir alle gemeinsam unterwegs sind, um uns wieder als der EINE zu erkennen. Es geht letztendlich um das Erwachen aus der Illusion, eine Seele - ein individualisiertes Bewusstsein - zu sein!
Das Ego-Bewusstsein ist bloß dieser Teil des Körper-Geistes, der verantwortlich dafür ist, uns physisch am Leben zu erhalten. Es wird angetrieben von dem Wunsch zu überleben, dem Wunsch nach Sicherheit. Es wünscht sich, einen bestimmten Zustand an Ordnung um uns herum zu erschaffen, denn durch Ordnung kann es vorhersehen, was erforderlich sein wird, um den physiologischen Organismus am Funktionieren zu erhalten.
Nun, was geschieht, ist, dass wir irgendwo auf dem Weg, gewöhnlich sehr, sehr früh im Leben, damit beginnen, uns mit dem Ego-Geist zu identifizieren und wir unseren psychischen Zustand und unsere mentalen Vorstellungen verinnerlichen. Die Gedanken, die wir beginnen über die Welt zu lernen, beginnen, in dem physiologischen Individuum eingehüllt zu sein, welches das Zuhause des Ego ist. Der Körper ist das Zuhause des Ego, der Körper-Geist, einschließlich der Gehirnstruktur und den höheren Dimensionen der Funktionalität des Körpers, was alles ist, was das Gehirn ist - nur eine höhere Ebene von organisierenden Prinzipien und Charakteristiken - um was zu tun? Um dem Körper zu helfen, zu funktionieren.
Also ein weiterer Schritt des Vergessens, wer wir sind, geschieht, wenn wir beginnen, zu empfinden, dass wir selbst mit den speziellen Wahrnehmungen, den speziellen Glaubensstrukturen identifiziert sind. Wir haben die Seele vergessen. Wir haben den GEIST vergessen. Wir haben uns als einen Amerikaner bezeichnet, als einen Afro-Amerikaner, als einen Weißen, als einen Jungen, als ein Mädchen, als einen Fan irgendeiner Sportmannschaft, als einen Liebhaber von Eiscreme. Wir beginnen, das anzunehmen und zu erschaffen, was Prinzipien genannt wird, und erkennen dabei nicht, dass die Prinzipien oft bloß das Produkt oder das Ergebnis sind, von unserem sozialen Lernen aus der Zeit, als wir im Mutterleib gewesen sind, und aus der Zeit, in der wir durch die Erziehung von unserer Kultur konditioniert worden sind.
Viele von uns sind so weit gegangen zu glauben, dass sie ein Alabamer oder ein Washingtoner oder ein Kalifornier sind, weil jemand ihnen erzählt hat, dass das ist, wo sie leben. Und obwohl sie niemals eine Grenze auf der Oberfläche der Erde gefunden haben, die besagt, Hier ist Kalifornien und hier ist Nevada, haben sie ein Schild gefunden, das jemand erschaffen hat, und es gelesen, und es geglaubt, und eine Identifikation erschaffen mit einem kleinen Aspekt des Lebens. Viele von uns entwickeln sich erst jetzt dahin, sich selbst als globale Bürger zu fühlen, etwas, das es überwindet, ein Amerikaner oder ein Kanadier oder ein Südafrikaner oder ein Russe zu sein.
So beginnen wir durch das, was wir vom GEIST mitgeteilt bekommen, diesen Prozess zu spüren, durch den wir uns selbst immer kleiner und kleiner und kleiner und kleiner machen, psychische Muster von den Eltern übernehmen, von den Kollegen, von der Gesellschaft um uns herum. Der spirituelle Weg beginnt, wenn aus irgendeinem Grund etwas zu uns zu flüstern beginnt, Das ist nicht, wer du bist. Das ist nicht, warum du gekommen bist. Du bist gekommen, um dein Gefühl der Trennung von GOTT zu heilen. Du bist gekommen, um die WAHRHEIT zu erkennen.
Das Ego-Bewusstsein beginnt daher mit dem Schock zu dem Zeitpunkt der Konzeption, die unsere Aufmerksamkeit dahin bringt, vollkommen fixiert auf und als die physische Form zu sein, die beginnt, sich aus einem bestimmten Netz an Beziehungen zu entwickeln. Dies beginnt, unser Sehvermögen zu färben, unser Verständnis zu färben. Es gibt uns unsere einzigartige Individualität in der Welt. Wenn wir wachsen, wenn wir uns entwickeln, wenn wir uns durch bestimmte Erfahrungen bewegen, werden wir gefärbt von dem, was wir tun mussten, um zu überleben. Wir werden gefärbt durch die psychischen Eindrücke von denjenigen um uns herum. Wir denken, dass wir unsere eigenen Gedanken denken, wenn das, was oft der Fall ist, ist, dass wir bloß alles nachplappern, was in unsere Computer-Datenbank, in das Gehirn und in den Körper hineingelangt ist.
Und noch einmal, wir haben das alles selbst gemacht, um das hervorzubringen, was wir üblicherweise bestimmte Lektionen nennen. Wir haben das gemacht, aufgrund von bestimmten Mustern, die wir innerhalb des Bewusstseins getragen haben, bevor wir unsere Aufmerksamkeit dieser Dimension zugewandt haben. Das Enneagramm ist ein wunderbares Werkzeug, weil es uns zeigt, dass schon beim Eintritt in diese Welt ein Programm in uns abläuft, dass unsere Wahrnehmung der Welt extrem gefärbt ist. Selbst Geschwister, die die gleichen Eltern und das gleiche kulturelle Umfeld haben, weisen unterschiedliche psychologische Überlebensstrategien auf. Diese Überlebensstrategien werden im Enneagramm sehr genau beschrieben. Das Enneagramm zeigt sehr schön, dass es nie eine Person gibt, die mit einer anderen Person interagiert. Es sind nur Persönlichkeiten - sogenannte Charakterfixierungen -, die miteinander interagieren, nur Gedanken. Mir hat das Enneagramm zum ersten Mal gezeigt, dass mit meinem freien Willen und meiner Persönlichkeit etwas nicht stimmen kann, wenn man in jedem Enneagramm-Buch nachlesen kann, wie und warum ich immer wieder auf die gleiche Weise reagiere und handle. Und dass ich mit diesem Wissen die Reaktionen meiner Mitmenschen vorhersehen und steuern kann. Was hat das mit Willensfreiheit zu tun?
Nun ist es wohl wahr, dass dies alles begann, weil es eine Resonanz gab zwischen dem Netz an Beziehungen der Eltern und dem der Gesellschaft und dem, wo unsere eigene, einzigartige Qualität an Bewusstsein vor der Geburt gestanden hat. In diesem Sinne kann man sagen, dass Karma existiert. Karma bedeutet einfach „Wirkung“, „das Ergebnis von“, derart, dass wir, wenn wir einen Kieselstein in den Teich werfen, damit eine bestimmte Welle erschaffen. So lange, wie wir mit dieser Welle weitermachen, indem wir denselben Kiesel in den Teich werfen, bekommen wir dieselben Ergebnisse. Und Teil dieser Ergebnisse ist das Bedürfnis, nur mit diesem Schwingungsfeld der Energie identifiziert zu sein, das Körperlichkeit genannt wird.
Der Glaube an das so genannte Karma im weit verbreiteten religiösen Verständnis besagt, dass das, was wir in der Gegenwart erleben, die Folge unserer Handlungen in der Vergangenheit ist. Das ist nicht wahr! Das würde uns zu einem Opfer machen. Doch wir sind kein Opfer der Welt, die wir sehen. Wir können in Wirklichkeit nicht von irgendwem oder irgendetwas zu irgendeiner Zeit zum Opfer gemacht werden. Alles ist in Wahrheit die Wirkung unseres Geisteszustandes in diesem Augenblick. Und alles findet in Wahrheit gleichzeitig statt - in diesem einen Augenblick. Nur innerhalb der Illusion der linearen Zeit scheint es eine zeitliche Ursache-Wirkungsbeziehung zu geben. Und genau die gibt es in Wirklichkeit nicht!
“Durch die Auffassung, dass man für die Vergangenheit in der Zukunft bezahlen muss, wird die Vergangenheit zum bestimmenden Faktor für die Zukunft, der die beiden ohne eine dazwischenliegende Gegenwart zu etwas Kontinuierlichem macht. Denn das Ego betrachtet die Gegenwart nur als einen kurzen Übergang in die Zukunft, in der es die Vergangenheit der Zukunft dadurch überbringt, dass es die Gegenwart aus der Perspektive der Vergangenheit deutet.
»Jetzt« hat für das Ego keine Bedeutung. Die Gegenwart erinnert es lediglich an vergangene Verletzungen, und es reagiert auf die Gegenwart, als sei sie die Vergangenheit. Das Ego kann eine Befreiung von der Vergangenheit nicht ertragen, und obwohl die Vergangenheit vorbei ist, versucht das Ego, ihr Bild zu erhalten, indem es reagiert, als sei sie gegenwärtig. Es diktiert dir deine Reaktionen auf jene, denen du in der Gegenwart begegnest, von einem vergangenen Bezugspunkt aus und verschleiert ihre gegenwärtige Wirklichkeit.”
(EKIW: Kapitel 13, IV. 4.4.-5. & 5.1.-4.)
“Durch die Auffassung, dass man für die Vergangenheit in der Zukunft bezahlen muss, wird die Vergangenheit zum bestimmenden Faktor für die Zukunft, der die beiden ohne eine dazwischenliegende Gegenwart zu etwas Kontinuierlichem macht. Denn das Ego betrachtet die Gegenwart nur als einen kurzen Übergang in die Zukunft, in der es die Vergangenheit der Zukunft dadurch überbringt, dass es die Gegenwart aus der Perspektive der Vergangenheit deutet.
»Jetzt« hat für das Ego keine Bedeutung. Die Gegenwart erinnert es lediglich an vergangene Verletzungen, und es reagiert auf die Gegenwart, als sei sie die Vergangenheit. Das Ego kann eine Befreiung von der Vergangenheit nicht ertragen, und obwohl die Vergangenheit vorbei ist, versucht das Ego, ihr Bild zu erhalten, indem es reagiert, als sei sie gegenwärtig. Es diktiert dir deine Reaktionen auf jene, denen du in der Gegenwart begegnest, von einem vergangenen Bezugspunkt aus und verschleiert ihre gegenwärtige Wirklichkeit.”
(EKIW: Kapitel 13, IV. 4.4.-5. & 5.1.-4.)
Bis wir entscheiden, den Impuls der Wellen zu verändern, die wir in der Tiefe des Geistes erschaffen, können wir nicht damit beginnen, aus der dritten Dimension aufzusteigen. Das Verlangen, dies zu tun, ist immer in uns. Das heißt, es mag vielleicht schlummern, doch das Verlangen, GOTT zu kennen, muss zwangsläufig in jeder Seele vorhanden sein, weil GOTT unsere REALITÄT ist. Wir sind eingeschlafen, und an einem bestimmten Punkt kommt der Drang zu erwachen. Wenn er kommt, ist er unmissverständlich. Es geschehen vielleicht keine Feuerwerke, doch es geschieht eine Verschiebung im Innern unseres Wesens, und wir wissen, dass wir niemals mehr zu dem Zustand zurückkehren können, wie er vorher gewesen ist. Wir können niemals mehr so tun, als ob das Leben nur das ist, was wir durch die Sinne wahrnehmen.
Jetzt beginnt die Seele zu sprechen. Die Verbindung, die einst verloren war, beginnt wiederhergestellt zu werden. Sie war niemals wirklich verloren, sie war nur vergessen, sie war unterdrückt. Sie wurde zum Hintergrund, anstatt im Vordergrund zu sein. Die Seele beginnt, in der Tiefe unseres Wesens zu flüstern. Sie kommt in Form unserer Träume zu uns. Wir beginnen, Bücher zu bemerken, die wir nie zuvor bemerkt haben. Wir wandern vielleicht in die New-Age-Abteilung der Buchhandlung, und verstehen nicht einmal, was uns dazu verleitet, dies zu tun. Und dort greifen wir nach einem Exemplar von „Die Jeshua Briefe“ oder „Ein Kurs in Wundern“ oder ein anderes derartiges Buch, das beginnt, in uns einen Durst und ein Sehnen auszulösen. Oder ein Freund lädt uns plötzlich ein, zu einem seltsamen Workshop mitzukommen, so einer, auf dem wir nie zuvor gewesen sind. Und doch, wenn wir mitgehen, triggert uns etwas, etwas berührt uns. Etwas beginnt zu erwachen. Wir mögen es nicht bemerken, doch es löst tatsächlich einen physiologischen Zustand innerhalb des Körpers aus, innerhalb dessen, was das Chakra-System genannt wird. Das Herz beginnt, sich in seinem Schlummer zu regen. Und der Geist dürstet nach Wissen, einem Wissen, ganz anders als das, welches er in seiner Identifikation mit dem Ego-Bewusstsein gesammelt hat.
Das Verlangen zu erwachen ist gekommen. Und von diesem Moment an - auch wenn wir es nicht verstehen - beginnen wir, zu Beginn langsam und vielleicht hier und da ein wenig holprig, genau jene Situationen anzuziehen, die uns darauf stoßen, tiefer hinzuschauen. Ein Meditationslehrer kommt. Eine Gebetsgruppe taucht auf, und wir fühlen uns gerufen, uns ihr anzuschließen. Wir beginnen den Prozess unserer Erforschung. Und eine neue Frage taucht auf. Nicht mehr länger, Wie kann ich überleben? Nicht länger, Wie kann ich Geld machen? Wie kann ich all diese Dinge erledigen? Eine neue Frage kommt: Wer bin ich? Es mag viele Formen davon geben, doch die Frage bleibt die gleiche Wer bin ich? Was bin ich? Wo komme ich her? Was ist das Leben? … GOTT? Was ist GOTT? Wie kann es überhaupt irgendetwas geben?
Das ist auch ein Punkt der großen Herausforderung: Wem will ich mich verpflichten - der LIEBE oder der Angst? Wird Angst mich leiten? Werden die Prinzipien, mit denen ich mich selbst identifiziert habe, und die ich benutzt habe, um mein Überleben zu sichern, um mein Leben zu strukturieren - werden diese Dinge wichtiger sein, als das SELBST zu erkennen - den CHRISTUS im Innern zu erwecken?
Erwachen erfordert ein Auflösen der Strukturen des Bewusstseins, durch die wir unsere Wahrnehmungen der dritten Dimension geordnet haben. Und um letztendlich wirklich vollkommen zu erwachen, erfordert es das Auflösen der ganz feinen, tief eingebetteten Muster unserer Wahrnehmung, die bereits vor unserer Inkarnation in dieses Leben die Seele gebildet haben. Die Tafel muss sauber gewischt werden, so dass alles, was übrig bleibt, die WIRKLICHKEIT DES GEISTES ist, mit nicht einer Faser, nicht einer Spur von Ego-Bewusstsein übrig. Dies zu tun ist keine leichte Sache, und doch erfordert es keine Anstrengung, außer der Anstrengung zu LIEBEN. LIEBE ist der große Heiler. LIEBE - das, was die Prägungen in der Tiefe der Seele ausradiert.
Die Muster, die wir als Seele mitgebracht haben, sind wie ein Magnet, das heißt, sie ziehen Energiezustände in die Erfahrung der physischen Dimension, die mit diesen Mustern in Resonanz sind. Oft, wenn wir sagen, ich habe mich „ver-liebt“, heißt das nur, dass wir mit einem anderen Energiefeld in Kontakt gekommen sind, das genau passt - wie eine Hand in einen Handschuh - mit denselben Mustern des Bewusstseins, die wir in der Tiefe unseres Wesens tragen. Oder alte Erinnerungen von anderen Inkarnationen werden getriggert, wenn wir eine bestimmte, physische Örtlichkeit besuchen. Und die Emotion fühlt sich so gut und warm an im Herzen, Ganz sicher ist das hier der Ort, an dem ich auf diesem Planeten leben muss. Das ist der Mensch, mit dem ich mein Leben verbringen muss. Und doch entsteht das alles als das Ergebnis der Muster und der Wirkungen, die aus diesen Mustern hervorgegangen sind.
Erwachen erfordert Wachsamkeit. Erwachen erfordert, dass wir eher zu hinterfragen beginnen, als nur mit den Reaktionen des dreidimensionalen Wesens mitzulaufen, dass wir beginnen zu beobachten, dass wir beginnen zu fühlen, dass wir beginnen, tiefer zu denken. Wir beginnen uns mit irgendeiner Form der spirituellen Praxis zu beschäftigen. Und ob es Meditation ist oder Gebet - oder was auch immer - all diese Dinge sind Modalitäten, die den Impuls der Seele unterbrechen, die normalerweise in ihrer dreidimensionalen Erfahrung gefangen ist. Wir unterbrechen das Muster, in der Welt gefangen zu sein, lange genug, um für eine halbe Stunde stillzusitzen oder Mantren zu singen oder zu spazieren - wir machen irgendetwas auf eine andere Art und Weise. Wir beginnen, den Impuls des Geistes umzukehren, zurück auf sich selbst. Wir beginnen, mehr Selbst-beobachtend zu werden als Welt-beobachtend.
Nun, für alle von uns, die diesen Prozess gerne beschleunigen und vorantreiben möchten, ist die Antwort sehr einfach: Verbringe mehr Zeit damit, Selbst-beobachtend zu sein; und weniger Zeit damit, besorgt zu sein darüber, was in der Welt vor sich geht; und keine Zeit damit, die Welt für unseren Seins-Zustand zu beschuldigen - nicht die Eltern, nicht die Gesellschaft, nicht GOTT - sondern ihn als unser in Besitz zu nehmen. Und hier ist ein wichtiges Wort. Wir haben es viele Male zuvor gehört, aber wenn wir wirklich einen Punkt erreichen, zu einhundert Prozent - also die ganze - Verantwortung anzunehmen für das, was wir denken, was wir fühlen, was wir sehen, was wir erfahren, erschafft dies einen Quantensprung in die andere Richtung, hin zu Selbst-Beobachtung, hin zu der Freiheit, die wir suchen, hin zur Heilung der Seele, hin zum Erkennen unserer Bestimmung, hin zu Freiheit, hin zum Erwachen. Ohne die Annahme von Verantwortung hebt die spirituelle Reise erst gar nicht richtig vom Boden ab - buchstäblich sozusagen! Wir steigen niemals wirklich auf, und in der Tat können wir gar nicht aufsteigen, ohne das Übernehmen der kompletten Verantwortung. Wir müssen uns selbst von der psychischen Verstrickung mit anderen Beziehungsnetzen befreien, in dem Sinn, dass wir dahin gelangen wahrzunehmen, dass sie unsere Entscheidungen verursachen. Mit anderen Worten, wir müssen die Macht übernehmen.
Wir sind uns sehr wohl derer in unserer dreidimensionalen Welt bewusst, die Macht übernehmen. Manchmal lieben wir sie, manchmal hassen wir sie, aber sie sind machtvoll. [Anm.: Wenn wir uns zum Beispiel über Donald Trump ärgern, dann deshalb, weil er uns unsere eigene Machtlosigkeit widerspiegelt. Wenn wir uns über ihn ärgern, bedeutet das, dass er die Macht über unsere Gefühle hat. Wir sind also machtlos. Dann müssen wir uns ehrlich die Frage stellen:] Können wir dieselbe Macht in unserem eigenen Leben ergreifen? Können wir dahin gelangen und beispielsweise auf unseren Geliebten schauen - wenn wir in einer Beziehung sind - und sagen: Dieses Wesen verursacht nicht, wie ich mich fühle. Dieses Wesen hat nichts, was ich aus ihm herausziehen kann, um mein Gefühl von Mangel zu füllen. Ich bin ein individualisierter Funke Göttlichkeit. Es ist in mir. Das Himmelreich ist in mir. Was ich suche, ist in mir. Was mich erfüllt, muss aus meinem Innern kommen.
Wenn wir nicht hervorbringen, was in uns ist - und was in uns ist, ist LIEBE, ist CHRISTUS - dann werden wir uns belastet und unerfüllt fühlen. Und gewöhnlich gehen die meisten Menschen mit einem Gefühl des Unerfüllt-Seins durch ihr ganzes Leben, und sie klagen darüber, was die Welt ihnen angetan hat, und bedauern die Entscheidungen und Entschlüsse, die sie in der Vergangenheit getroffen haben. Sie werden von dem belastet, was außen ist, zusammen mit dem, was in der Vergangenheit gewesen ist. Und schließlich stirbt der Körper, und der Geist verwelkt am Rebstock. Und beim Tod geschieht dann ein anderer Quantensprung, der schockierend ist, wenn sie feststellen, dass sie in einen anderen Schwingungszustand zurückgeworfen werden, der oft große Angst auslöst.
Sehr wenige Wesen in der menschlichen Ebene sind bewusst in den Tod eingetreten. Es ist in der Tat Zeit einfach eine Entscheidung zu treffen: Ich werde in den Übergang, genannt der Tod, mit vollem Bewusstsein eintreten. Ich werde sichergehen, indem ich jetzt damit beginne, dass ich keinen Groll mit mir trage, dass ich jedem alles vergeben habe. Und wenn der Körper in dieses Stadium eintritt, werde ich die Welt entlassen und nichts von ihr fordern. Ich werde mich nicht danach sehnen, in Freiheit wegzulaufen, sondern ich werde den Tod bewusst erleben. Ich werde die feinen Energieveränderungen wahrnehmen, wenn ich in Lichtgeschwindigkeit von dieser Dimension in eine andere springe.
In den Ergänzungen zu Ein Kurs in Wundern im Das Lied des Gebets finden wir folgende Beschreibung der wahren Motivation für den “Tod”:
“Es gibt hingegen eine andere Art scheinbaren Todes, der eine andere Quelle hat. Er kommt nicht aufgrund von verletzenden Gedanken und rasender Wut dem Universum gegenüber. Er bekundet nur, dass das Ende der Nützlichkeit des körperlichen Funktionierens gekommen ist. Und somit wird er abgelegt aus freier Wahl, so wie man ein Gewand ablegt, das inzwischen abgetragen ist. Das ist es, was der Tod sein sollte: ein stiller Entschluss, freudig und mit einem friedlichen Gefühl getroffen, weil der Körper gütig dazu verwendet wurde, dem SOHN GOTTES auf dem Weg entlang zu helfen, den er zu GOTT geht. So danken wir denn dem Körper für alle Dienste, die er uns geleistet hat. Wir sind jedoch auch dankbar, dass die Notwendigkeit vorbei ist, die Welt der Grenzen zu durchwandern, den CHRISTUS in versteckten Formen zu erreichen und in höchstens in lieblichem Aufleuchten klar zu sehen. Jetzt können wir IHN ohne Scheuklappen erblicken, in dem Licht, auf das wir wieder schauen lernten. Wir nennen es Tod, doch es ist Freiheit.”
“Es gibt hingegen eine andere Art scheinbaren Todes, der eine andere Quelle hat. Er kommt nicht aufgrund von verletzenden Gedanken und rasender Wut dem Universum gegenüber. Er bekundet nur, dass das Ende der Nützlichkeit des körperlichen Funktionierens gekommen ist. Und somit wird er abgelegt aus freier Wahl, so wie man ein Gewand ablegt, das inzwischen abgetragen ist. Das ist es, was der Tod sein sollte: ein stiller Entschluss, freudig und mit einem friedlichen Gefühl getroffen, weil der Körper gütig dazu verwendet wurde, dem SOHN GOTTES auf dem Weg entlang zu helfen, den er zu GOTT geht. So danken wir denn dem Körper für alle Dienste, die er uns geleistet hat. Wir sind jedoch auch dankbar, dass die Notwendigkeit vorbei ist, die Welt der Grenzen zu durchwandern, den CHRISTUS in versteckten Formen zu erreichen und in höchstens in lieblichem Aufleuchten klar zu sehen. Jetzt können wir IHN ohne Scheuklappen erblicken, in dem Licht, auf das wir wieder schauen lernten. Wir nennen es Tod, doch es ist Freiheit.”
Es gilt in diesem Stadium unserer Reise dahin zu gelangen, die wahrhaftige Unermesslichkeit davon zu begreifen, wer wir sind und was wir sind, und dass wir in der Welt, nicht so sehr mit „Dingen“ zu tun haben, als vielmehr mit Energiemustern, die in einer gewissen Art das reflektieren, was in unserem Bewusstsein bereits geschieht. Wenn wir Dinge in der dreidimensionalen Ebene erfahren, kann das nur bedeuten, dass wir gewählt haben, in einer bestimmten Frequenz zu schwingen - ansonsten könnten wir die Erfahrung nicht machen.
Ist es möglich, die Schwingungsfrequenz des physischen Körpers zu verändern? Nein. Es ist nur möglich, die Schwingungsfrequenz unseres Bewusstseins zu verändern, aus dem der Körper hervorgegangen ist.
Dies erfordert eine Kehrtwendung auf dem Sitz der Seele, einen Wechsel des Impulses des Bewusstseins - nicht nach außen, sondern nach innen. Nicht als eine Flucht aus der Welt. Doch wir verbringen Zeit in Gebet und Meditation. Wir verbringen Zeit in Vergebung. Wir verbringen Zeit damit, bewusst zu atmen und uns zu entspannen. Wir beginnen zu erlauben, dass Veränderungen in den Entscheidungen geschehen, die wir treffen, so dass sie mehr in die Übereinstimmung gelangen mit unserem wachsenden Verständnis unserer Selbst als reiner Geist.
Die Seele, die wahrhaft dem Erwachen verpflichtet ist, flüchtet letztendlich nicht mehr aus unangenehmen Situationen, bis sie glaubt, dass sie die ganze Weisheit vollkommen herausgezogen hat, die sie herausziehen konnte. Es gibt eine Art zu wissen, wann dies der Fall ist. Wenn nur noch ein stilles Gefühl von Frieden da ist, und wir auf alle Beteiligten in den Erfahrungen, die wir gerade hatten, mit vollkommener Gelassenheit schauen können, und sie als vollkommen unschuldig sehen können, und wir feststellen, dass es nichts im Körper gibt, was nicht in Frieden ist - das Herz rast nicht, die Schultern sind nicht verspannt - und wir wirklich wissen, dass wir nicht in Angst sind, dann ist es Zeit weiterzugehen. Wenn es noch Reaktivität im Geist gibt, aufgrund von irgendetwas, was in unserer Beziehung mit unseren Brüdern und Schwestern auftaucht, dann sei uns versichert, dass die Lektion noch nicht vollständig ist.
Erinnern wir uns immer daran, dass alle Ereignisse neutral sind. Und in einem großen Ausmaß ist der Prozess des Erwachens ein Prozess, durch den wir den Wert auflösen, den wir bestimmten Gedanken und Sichtweisen verliehen hatten, darüber, was das Leben ist, und wofür das Leben da ist. Ja, es gibt Zeiten, in denen wir beunruhigt sein werden, während wir dahin gelangen zu erkennen, dass das, was wir gedacht haben, wofür die Welt da ist, und alles, in das wir unsere Energie gesetzt haben, nichts bedeutet. Oft führt dies einen Zeitraum herbei, der von einigen Mystikern als die dunkle Nacht der Seele bezeichnet worden ist. Es ist nicht wirklich die dunkle Nacht der Seele. Es ist die dunkle Nacht des Ego und die Heilung der Seele.
Der Weg der Transformation erfordert äußerste, persönliche Verantwortung, äußerste, persönliche Hingabe. Niemand kann das für uns tun. Und die Muster, von denen wir uns erdrückt fühlen, die Ängste, die noch immer im Geist sind, werden bis in alle Ewigkeit bei uns bleiben - bis wir entscheiden, sie zu heilen. Durch diesen Wunsch werden wir die Situationen, die Lehrer, die Bücher, die Erfahrungen anziehen, die uns die Gelegenheit liefern, dies zu tun. Es gibt in dem Heilungsprozess nur dann eine Beschleunigung, wenn wir jeglichen Wert des Opferdaseins vollkommen aufgeben - das heißt, den Glauben, Irgendwie hat mir irgendetwas oder irgendjemand etwas angetan.
Nun, das ist ein einfacher Gedanke, wenn man ihn hört, und man kann zustimmend mit dem Kopf nicken. Doch es ist eine ganz andere Sache, ehrlich auf unsere Reaktionen im Leben zu schauen, um sicherzugehen, dass wir uns zu keiner Zeit selbst als ein Opfer wahrnehmen. Die Praxis, LIEBE auszudehnen, kann uns oft lehren, dass dies so ist. Wenn wir eine Situation wahrnehmen, die unsere Knöpfe drückt, und wir entscheiden uns, nicht zu fliehen, sondern zu bleiben, dann lehrt uns das die WAHRHEIT unserer WIRKLICHKEIT.
Das ist es, warum das Praktizieren von Vergebung so außerordentlich wertvoll ist. In Wirklichkeit könnten wir sagen, dass letztendlich das Praktizieren von Vergebung die Gesamtheit der Spiritualität ist, da Vergebung bedeutet, die Welt vom Haken zu lassen, und aus jeglichem Gefühl von Opferbewusstsein auszusteigen, und dann sogar darüber hinaus, uns selbst die Wahrnehmungen zu vergeben, die wir fälschlicherweise erzeugt haben - Wahrnehmungen von unseren Brüdern und Schwestern, von der Welt und von GOTT. Letztendlich ist Vergebung Selbstvergebung, dafür, jemals erlaubt zu haben, dass Täuschung sich in unserem Geist niedergelassen hat, durch die wir uns selbst als von GOTT getrennt wahrgenommen haben, getrennt von unseren Brüdern und Schwestern, fähig, zum Opfer gemacht zu werden. Vergebung, wenn sie vollständig ist, ist die Etablierung von LIEBE.
“Dies ist die große Täuschung dieser Welt, und du bist der große Täuscher deiner selbst. Immer scheint es ein anderer zu sein, der böse ist, und in seiner Sünde bist du derjenige, der verletzt ist. Wie könnte Freiheit möglich sein, wenn dem so wäre? Du wärest eines jeden Sklave, denn was er tut, zieht dein Schicksal nach sich, deine Gefühle, deine Verzweiflung oder Hoffnung, dein Elend oder deine Freude. Du hast keine Freiheit, wenn er sie dir nicht gibt. Und da er böse ist, kann er nur von dem geben, was er ist. Du kannst nicht seine Sünden sehen und deine eigenen nicht. Doch kannst du ihn befreien und dich selbst ebenso.”
(EKIW: DIE ERGÄNZUNGEN, DAS LIED DES GEBETS, 2. I. 5.)
(EKIW: DIE ERGÄNZUNGEN, DAS LIED DES GEBETS, 2. I. 5.)
Die Haltung, ein Opfer zu sein, ist eine Haltung von Machtverlust. Und bei CHRISTUS handelt es sich nicht um Machtverlust. Letztendlich geht es auch nicht so sehr darum, irgendwohin zu gehen, als vielmehr darum, im Innern zu verweilen und zu erkennen, dass diese Welt nicht wirklich ist, dass diese Welt harmlos ist. Und in jeder Situation sind wir derjenige mit aller Macht unter HIMMEL und Erde, um nur LIEBE zu lehren.
Doch das erfordert, dass wir die Welt vom Haken lassen, so dass nichts und niemand länger für unsere Freude, für unser Glück und unseren Frieden verantwortlich ist. Denn wir haben unsere Einheit mit dem GEIST, mit GOTT etabliert. Wir haben das SELBST erkannt, und wir schauen mit Gelassenheit nach außen auf eine neutrale Welt. Und während dieses physische Universum zum letzten Mal aus der Sicht verblasst, wird in uns kein Drang sein, dies zu vermeiden oder zu beschleunigen, denn wir werden frei sein - frei, selbst wenn wir auf dieser Erde wandeln. Der Körper bewegt sich, die Seele nicht. Der Geist denkt, doch die Tiefe des Geistes ist so still wie der Ozean. Wir leben und doch nicht wir, sondern CHRISTUS lebt in uns. Und wo immer wir hingehen, betritt die Präsenz des Friedens vor uns den Raum. Wir sind erwacht, wir sind frei - alles, weil wir einst eine Entscheidung getroffen haben, das Opferdasein aufzugeben und die Verantwortung dafür zu übernehmen, zu lernen, wie wir in allen Situationen nur die Präsenz der LIEBE sind.
Wir werden also mit unserer Selbsterforschung weitermachen, bis es in unserem Bewusstsein geschehen ist, dass wir begonnen haben, uns an die Reise zu erinnern, die wir unternommen haben.
Drehen wir uns daher um, zu unseren Schöpfungen. Wenn es irgendetwas Unangenehmes gibt bezüglich unserer Vergangenheit, drehen wir uns zu ihm um, untersuchen es, fühlen es. Schauen uns all die Muster an, die es dazu gebracht haben, sich zu ereignen. Schauen uns die Entscheidungen an, die wir getroffen haben, für die wir uns vielleicht jetzt schämen. Doch schauen wir nicht mit Verurteilung auf sie. Schauen wir mit Neugier. Lernen wir, mit der Verwunderung und der Unschuld eines Kindes zu schauen: Nun, das war eine interessante Entscheidung, die ich getroffen habe, als ich zwölf war, das Fahrrad meines Nachbarn zu stehlen. Ich erinnere mich, wie ich beim Jugendamt gelandet bin. Was ging denn vor sich, unmittelbar bevor ich diese Entscheidung getroffen habe? Welches Muster hat mich angetrieben? Oh, du meine Güte! Ich habe versucht, Aufmerksamkeit von meinem Vater zu bekommen. Wow! Das Bedürfnis nach Anerkennung hat mich also angetrieben. Wie faszinierend! Inwiefern treibt mich dieses Muster jetzt immer noch an? Ist noch eine Spur davon übrig? Brauche ich immer noch die Anerkennung von anderen?
Jeder Moment der Erfahrung, den wir jemals hatten, ist für uns zugänglich, bis zurück zu dem Moment der Empfängnis, bis zurück zu dem Quantensprung, den wir aus einer bestimmten Schwingungsfrequenz in diese physische Ebene hinein gemacht haben. SELBST-Bewusstsein ist alles, denn es ist das SELBST mit Großbuchstaben, wonach es uns am meisten sehnt, es zu erkennen.
Das “Seelenleben“
“Es gibt keine Welt!
Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht.”
(EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.)
(EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.)
“Als Heim des HEILIGEN GEISTES und in GOTT allein zu Hause, bleibt CHRISTUS in Frieden im HIMMEL deines heiligen Geistes. Das ist der einzige Teil von dir, der in Wahrheit Wirklichkeit besitzt. Der Rest sind Träume.”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 6. 3. 1.-3.)
Unter dem, was gewöhnlich als Seele bezeichnet wird, wird meist etwas Persönliches verstanden: ein individuelles Bewusstsein, das durch die Zeit reist, Erfahrungen sammelt und sich entwickelt.
Diese “Seele” ist ein Aspekt der Dualität und damit der Illusion. Die individuelle Seele, die sich durch verschiedene Leben bewegt und dabei bestimmte Erfahrungen macht, ist ein Konzept des getrennten Selbst.
Für Schüler des Kurses ist dieses Kapitel deshalb letztlich nicht von Bedeutung.
“Der HEILIGE GEIST will nicht, dass du den Konflikt verstehst; ER möchte, dass dir klar wird, dass man ihn nicht verstehen kann, weil der Konflikt bedeutungslos ist.”
(EKIW: Kapitel 7, VI. 6. 5.)
Das klingt zunächst radikal. Und es ist radikal.
Denn der Kurs fordert uns nicht dazu auf, unsere Persönlichkeit immer besser zu verstehen, unsere Lebensgeschichte zu entschlüsseln oder den perfekten Lebensplan für unser individuelles Selbst zu finden. Er führt in eine andere Richtung: weg vom Konzept eines getrennten Selbst.
“Der Aufbau von einem Konzept des Selbst ist es, wozu das Lernen der Welt dient. Das ist sein Sinn und Zweck: dass du ohne Selbst kommst und nach und nach eins machst.”
(EKIW: Kapitel 31, V. 1. 5.-6.)
“Ein Konzept des Selbst wird von dir gemacht. Es hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit dir. Es ist ein Götze, der dazu gemacht ist, den Platz deiner Wirklichkeit als SOHN GOTTES einzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 31, V. 2. 1.-3.)
Auch die Beschäftigung mit einem vermeintlich “höheren seelischen Selbst” kann deshalb letztlich nur eine weitere Verfeinerung des Ego-Konzepts sein. Statt uns nur mit unserem Körper und unserer Persönlichkeit zu identifizieren, identifizieren wir uns dann eben mit einer “Seele“, die angeblich bestimmte Aufgaben, Eigenschaften, Entwicklungsstufen und Lebenspläne besitzt.
Das Handbuch für Lehrer bringt es auf den Punkt:
“Die Struktur eines »individuellen Bewusstseins« ist im Wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den »Erbirrtum« oder die »Erbsünde« darstellt. Den Irrtum selbst zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es dir fürwahr gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 1. 4.-6)
Für Menschen, die am Anfang eines spirituellen Weges stehen, kann eine Betrachtung des “individuellen Bewusstseins” hilfreich sein - als Vorbereitung auf die Beschäftigung mit dem Wesentlichen. Nicht als endgültige Wahrheit, sondern als vorläufiges Modell, das den Blick über die gewohnte Vorstellung eines rein persönlichen Lebens hinaus erweitert.
In vielen spirituellen Traditionen wird davon ausgegangen, dass ein Mensch nicht einfach zufällig in eine bestimmte Lebenssituation hineingeboren wird, sondern mit einer bestimmten Ausrichtung oder einem bestimmten Lebensplan inkarniert. Die Person erlebt sich dabei als frei entscheidendes Individuum. Aus dieser höheren Perspektive zeigt sich, dass wesentliche Stationen des Lebens bereits festgelegt sind.
Der freie Wille der Person ist selbst Teil der Illusion.
Um diese Sichtweise anschaulich zu machen, habe ich die Figur Wladimir Putin als Beispiel gewählt.
Der folgende Text über Wladimir Putins Rolle in einem möglichen Transformationsprozess ist eine Zusammenfassung eines Channelings von Stefan Schmid (solia-lichtraum.de).
Die Seelenmatrix Putins wurde von Varda Hasselmann übermittelt.
Ich stelle diese Inhalte hier nicht als überprüfbare Tatsachen dar. Sie gehören in den Bereich spiritueller Deutungsmodelle. Wer sich darauf einlässt, kann sie als Einladung verstehen, die gewohnte Perspektive auf einen Menschen zu verlassen und einmal zu betrachten, was sich hinter der sichtbaren Person vorstellen lässt.
“Zeit ist ein Kunstgriff, ein Taschenspielertrick, eine Riesenillusion, in der Figuren wie durch Zauberei kommen und gehen. Doch hinter den Erscheinungen gibt es einen Plan, der sich nicht ändert. Das Drehbuch ist geschrieben. Wann die Erfahrung eintreten wird, um dein Zweifeln zu beenden, das steht fest. Denn wir sehen die Reise nur von jenem Punkt, wo sie geendet hat, indem wir auf sie zurückblicken und uns einbilden, wir würden sie noch einmal unternehmen und im Geist Revue passieren lassen, was vergangen ist.”
(EKIW: Lektion 158, 4.)
Das bedeutet, dass wir selbst – auf einer höheren Ebene – die Autoren des Drehbuchs sind und uns mit der Inkarnation vollständig mit der Rolle identifizieren, die wir darin spielen.
Die Inkarnation ist für uns als Seele gewissermaßen ein solcher Schock, dass wir vergessen, dass wir nicht die Rolle sind. Wir werden zu dem Schauspieler, der sich so vollständig mit seiner Rolle identifiziert, dass er vergisst, dass er ein Schauspieler ist.
Spirituelles Erwachen bedeutet dann, diese Identifikation zu durchschauen und uns daran zu erinnern, wer wir wirklich sind.
Das Drehbuch muss sich dafür nicht verändern. Aber für uns als Schauspieler verändert sich alles.
Auch Jesus hat nicht versucht, das Drehbuch seines Lebens umzuschreiben. Seine Geschichte war wahrlich keine besonders angenehme. Aber er erkannte seine Wirklichkeit hinter der Rolle. Spätestens bei der Kreuzigung wusste er, wer er wirklich war. Im Theater des irdischen Lebens konnte man seinen Körper kreuzigen. Den SOHN GOTTES aber konnte man nicht kreuzigen.
Am spirituellen Weg kann es daher zunächst hilfreich sein, die eigene Perspektive zu erweitern und nach einem größeren Zusammenhang zu fragen.
Dabei kann auch das Konzept einer “Seele“ - im herkömmlichen Verständnis - eine gewisse Funktion erfüllen. Es verschiebt den Blick von der einzelnen Person auf eine größere Geschichte, in die diese Person eingebettet erscheint.
Besonders Menschen, die öffentlich im Mittelpunkt stehen, laden geradezu dazu ein, einen solchen Blick hinter die Kulissen zu wagen. Politiker, religiöse Führer, Unternehmer, Künstler – Menschen, die wir zu “wichtigen Persönlichkeiten“ machen – werden von uns gewöhnlich auf ihre Rolle in der Welt reduziert.
Wir sehen Putin. Wir sehen den Präsidenten Russlands, den Politiker, den Machtmenschen, den Aggressor.
Aber was, wenn die Person nicht die ganze Geschichte ist?
Was, wenn das, was wir als ein einzelnes Menschenleben betrachten, nur die Oberfläche eines viel größeren Geschehens ist?
Ein Mensch, der vollständig mit seinem Ego identifiziert ist, haftet am Vordergründigen. Er sieht Körper, Rollen, Eigenschaften, Handlungen und Ereignisse – und hält diese für die Wirklichkeit.
Auf dem Weg der Befreiung können wir lernen, tiefer zu schauen. Nicht, um eine neue Geschichte über die Person für wahr zu erklären.
Sondern um überhaupt zu erkennen, wie sehr wir Geschichten brauchen, um die Welt, die wir sehen, für wirklich zu halten.
Zum Thema “Seelenleben“ gibt es inzwischen eine schier unüberschaubare Zahl an Channelings und dementsprechenden Konzepten. Man findet Vorstellungen von den Bedürfnissen der Seele, von sieben Ebenen der Existenz, sieben Rollen einer Seele, Modus, Monaden, Overleaves, Seelenalter und Seelenalterstufen, Seelenfamilien, Zwillingsseelen, Seelenessenz, Entwicklungszielen, Lebensplänen und Lebensaufgaben.
Wer sich dafür interessiert, kann sich in dieser Welt nahezu unbegrenzt bewegen. Doch irgendwann stellt sich die entscheidende Frage:
Brauche ich wirklich noch ein schöneres, tieferes und Konzept von mir selbst – oder bin ich bereit, das Konzept von mir selbst überhaupt infrage zu stellen?
Genau an diesem Punkt beginnt der Kurs.
Aber jetzt – gewissermaßen als Vorbereitung auf den Kurs – wollen wir einmal hinter die Figur schauen, die auf der Bühne der Welt Wladimir Putin genannt wird.
* * *
Die Seelenrolle ist der wichtigste Baustein der sogenannten Seelenmatrix. Es gibt sieben Seelenrollen: Heiler, Künstler, Krieger, Gelehrter, Weiser, Priester, König. Wladimir Putin ist von der Seelenrolle her ein Krieger, hat aber auch sehr viele königliche Elemente in seiner Seelenmatrix. Bei ihm gibt es eine ganz spezielle Mischung, ein ganz spezielles Ineinanderwirken dieser beiden Energien.
Die Krieger sind von allen Seelenrollen die dynamischsten. Die Krieger brauchen immer eine Form der Auseinandersetzung, auch eine Form des Kämpfens, das ist das Prinzip, das dieser Archetyp in sich trägt, um sich für Ziele einzusetzen, für bewusste oder auch unbewusste Ziele.
Krieger zu sein bedeutet nicht, Krieg zu führen. Es bedeutet, sich in den Dienst eines Ziels zu stellen und dieses ausdauernd zu verfolgen. Krieger können sehr ausdauernd und akribisch sein, bis sie dieses Ziel erreicht haben. Sie brauchen jemanden, der ihnen diese Ziele vorgibt. Kämpfen ist etwas aufnehmendes. Der Krieger nimmt auf und führt dann aus. Bei Wladimir Putin geht es auch speziell darum, dass er bestimmte Ziele hat, die ihm gegeben wurden. Wie bewusst ihm das ist, steht auf einem anderen Blatt.
Das Entwicklungsziel der Seelenmatrix entspricht dem seelischen Ziel, das eine Seele speziell für dieses Leben gewählt hat. Es ist nicht inkarnationsüberdauernd, sondern kommt mit der Geburt und vergeht dann auch wieder. Das Entwicklungsziel ist so etwas wie ein Leuchtturm, den man quasi immer unbewusst vor sich hat und auf den man sich unbewusst oder auch bewusst zubewegt. Man muss diese Insel, auf der der Leuchtturm steht, nicht unbedingt erreichen. Es geht darum, sich immer in diesem energetischen Feld zu befinden und dieses Ziel in sich schwingen zu lassen, wenn man es sich einmal bewusst gemacht hat, und sich damit auseinanderzusetzen.
Der Modus ist das Element der Seelenmatrix, das auf das Entwicklungsziel folgt. Der Modus beschreibt also die Art und Weise, wie man sein Entwicklungsziel lebt. Es gibt verschiedene Entwicklungsziele wie Akzeptieren, Herrschen, Unterordnen usw. Verschiedene Energien ergießen sich hier in unterschiedliche Formen. Beim Modus gibt es sieben verschiedene Modi, die die Energien entsprechend abbilden. Der Modus verleiht dem Entwicklungsziel sozusagen seine bestimmte Farbe und bestimmt, wie man das Entwicklungsziel auslebt.
Das Entwicklungsziel von Wladimir Putin ist nicht überraschend. Er hat sich das Ziel “Herrschen” gesetzt. Herrschen ist eine königliche Energie, und man sieht bereits, wie seine Seelenrolle mit einem anderen Element aus seiner Seelenmatrix interagiert und wie der Krieger sozusagen seine königliche Entsprechung findet. Denn wie bereits erwähnt, braucht der Krieger jemanden, der ihm eine Weisung gibt. Wladimir Putin hat diesen König in sich und kann diese Energien somit sinngebend miteinander kombinieren.
Bei Donald Trump ist es spannenderweise genau umgekehrt. Er ist von der Seelenrolle her ein König und hat als Entwicklungsziel “Unterordnen“. Unterordnen ist eine kriegerische Energie.
Beim Herrschen geht es jedenfalls um zwei Pole, die man immer wieder oszillierend berührt. Der Pluspol eines Herrschers ist eine liebevolle Führung, der Minuspol Diktatur. Es ist immer so, dass es bei jedem Element diese zwei Pole gibt und dass man zwischen ihnen hin und her wandelt. Es lässt sich nicht vermeiden, mit beiden Polen in Kontakt zu kommen. Das ist auch bei Politikern so. Es geht auf dieser Ebene um die Balance.
[Anmerkung: Allein daran können wir erkennen, dass es sich um die Welt der Dualität, also die Welt des Egos, handelt. In Wahrheit ergibt “Balance“ keinen Sinn. Es geht um die Transzendenz der Dualität.]
Putin hat sich den Modus der “Ausdauer“ gewählt. Ausdauer ist wiederum eine kriegerische Energie. Putin hat von den sieben erwähnten Energien also nur zwei gewählt: Krieger und König. Bei diesem Modus haben wir im Pluspol die Beharrlichkeit und im Minuspol die Unverrückbarkeit. Es geht also bei dieser Energie darum, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und nicht locker zu lassen, bis die Sache gelöst ist. Menschen mit dem Modus “Ausdauer“ können deshalb einen sehr langen Atem haben und ihre Energie über lange Zeit gleichmäßig stark ausschütten.
Donald Trump ist eine Jung-2-Seele. Er befindet sich somit auf der zweiten Stufe des jungen Seelenzyklus. Wladimir Putin ist seelisch ein bisschen älter als Donald Trump. Er ist ebenfalls eine junge Seele, allerdings befindet er sich auf der letzten Stufe des jungen Seelenzyklus, der Jung-7.
Die Entfaltungsaufgabe lautet: „Ich trage Verantwortung.” In diesem kriegerisch geprägten Inkarnationszyklus zeigt der königliche Aspekt als wesentliche Sinnstruktur eine Verantwortlichkeit, die einer größeren Gruppe von Menschen zugutekommt. Jede Seele auf dieser Entfaltungsstufe trägt große Verantwortung, oft für zahlreiche Menschen.
Diese Entfaltungsstufe verknüpft die kriegerische Energie 3 des jungen Zyklus mit einer königlichen Abschluss Energie 7. Eine solche Kombination von kriegerischen und königlichen Kräften verbindet sich zu einer einzigartig aktionsbezogenen Ausstrahlung, die am Abschluss des jungen Zyklus die betreffenden Menschen zu Fähigkeiten und Leistungen anspornt, die zuvor nicht möglich oder nicht erstrebenswert waren. Energiegeladene königliche Krieger, oder kriegerische Könige, haben ein zentrales und all ihre Handlungen, Einsichten und Gefühle überstrahlendes Bedürfnis zu erobern und zu beherrschen. Es geht ihnen aber nicht um ein ehrgeiziges, skrupelloses oder gewaltsames Eindringen in neue Bereiche, sondern um ein Beschreiten von vorgezeichneten und vorbereiteten Pfaden.
Zur besseren Verständlichkeit seien noch einige prominente Vertreter von Jung-7 genannt. Da hätten wir beispielsweise Elvis Presley, Cat Stevens aus dem Bereich der Musik und den Moderator Thomas Gottschalk. Wir sehen daran, dass diese Menschen enorme Verantwortung tragen und enormen Einfluss haben.
* * *
Wladimir Putin ist ein Mann von einer gewissen Wichtigkeit im aktuellen Transformationsprozess. Es ist eine Figur, die Verantwortung übernommen hat, die sich als Figur zur Verfügung stellt, die sich dem öffentlichen Beschuss aussetzt. Es ist eine spezielle Seele, die durch eine ganz besondere Struktur besticht.
Transformation braucht immer Auslöser, Transformation braucht immer auch Reibung. Und so ist er einer, der für sehr viel Reibung sorgt. Reibung im Sinne von Auseinandersetzung, von Konflikt, ein nicht zurückschrecken vor dem, was sich reiben muss, um sich in Liebe zu transformieren.
Reibung verursacht immer auch Wunden und tiefe Verletzungen, die damit einhergehen. Doch diese Wunden bestanden schon seit jeher und nun werden sie sichtbar und können nicht mehr im Hintergrund bleiben. Dieses Blutvergießen, das wir in allen unseren Kriegen sehen, ist ein Blutvergießen, das eine lange Geschichte hat. Es ist seelisch gesehen momentan unvermeidlich, dass wir uns mit diesen Kriegen auseinandersetzen, wo auch immer sie stattfinden in unserer Welt. Denn diese Form des Wachstums wird noch eine Weile für uns von Bedeutung sein, da wir noch über diese Form lernen müssen. So werden wir gebeten diese Kriege und auch den in der Ukraine als etwas anzunehmen, was zwar im Kern nicht notwendig sein müsste, da wir dazu da erschaffen sind in Licht, Liebe und vollkommenen Frieden zu sein. Doch in unserem Gefüge in unserer Zeit ist es notwendig, dass wir die Kriege ausfechten, die noch auszufechten sind.
Es ist für uns schrecklich anzusehen, wie hier Menschenleben dahingehen, wie gemordet wird, wie geschlachtet wird, wie sich ganze Landstriche unter den Nagel gerissen werden, wie die Welt sich im Konflikt sieht und bekämpft. Doch die Wesen der höheren Ebene möchten uns sagen, dass sie diese Prozesse als einen notwendigen Wandlungsprozess erkennen, dass wir auf dem Weg sind zu einem friedlicheren Miteinander, zu einem Miteinander, dass diese Form des Krieges nicht mehr braucht, dass diese Dichte und diese Härte der Auseinandersetzung nicht mehr braucht, dass wir auf dem Weg sind, in den nächsten Jahrzehnten, eine neue Form von Frieden zu etablieren. Keinen erzwungenen Frieden, keinen Frieden der uns aufoktroyiert wird, sondern der wirklich aus einem inneren Friedenswillen heraus geboren wird. So werden wir gebeten all dies mit Mitgefühl für uns und fürs Kollektiv zu betrachten. Denn nur in diesem Mitgefühl können wir auch an unsere eigenen Wunden kommen, an unsere eigene Beteiligung an diesen Kriegen.
Wir sind verbunden mit diesen Auseinandersetzungen und so ist Wladimir Putin einer, der diese Auseinandersetzung sichtbar macht, der viel aufwirbelt, der auch standhaft genug ist, um sich diesem Gefecht zu stellen. Wie bei allen großen Führern von Nationen, wie bei großen Staatsmännern, ist es wichtig zu verstehen, dass sie diese Funktion freiwillig übernommen haben, dass sie sich seelisch dafür bereit erklärt haben und sich die dafür notwendigen Ingredienzien an Elementen, an Energien mitgenommen haben, um das zu bewirken, was zu bewirken ist.
Putin hat diese Aufgabe also als sein Ziel gesetzt. Es geht um ein höheres Ziel, um das Ziel der Auseinandersetzung der Auseinanderdividierung von Dingen die miteinander verquickt sind, es aber nicht mehr sein können und so geht es darum diese Dinge nun schmerzhaft auseinanderzusezieren und für Klarheit zu sorgen. Diese kriegerische Energie, die ihm seelisch mitgegeben worden ist, die sehr zielorientiert ist, hilft ihm dabei, diesen Auftrag auch auszuführen.
Krieger stehen immer auch im Dienst des Höheren, des Übergeordneten und Umfassenden. So kämpft er also an vorderster Front für die Belange von Vielen. Wir werden gebeten, dieses Ziel ins Auge zu fassen, dieses seelische Ziel. Es geht nicht so sehr darum, gewisse Landstriche zu erobern, es geht nicht um die Motive die uns in den Medien vermittelt werden, es geht seelisch gesehen um die Vereinigung, es geht um eine langfristige Einigung zwischen den Nationen und es geht um das Ziel, diesen fortwährenden Kampf zwischen den Supermächten, zwischen den Hauptenergien unserer Welt nach und nach in die Geschichtsbücher zu verweisen. Es geht also um einen langfristigen Wandel, den er hier initiiert. Dieses Ziel ist es, das Wladimir Putin im Grunde genommen durch seine Rolle verkörpert.
Er initiiert diesen Prozess, er ist ein Vorreiter für dieses langfristige Ziel. Es ist nicht unbedingt aus der jetzigen Perspektive erkennbar, ob er das Ende dieses Prozesses auch wirklich als Präsident mit begleiten kann. Doch er erfüllt nun hier und jetzt diese Aufgabe des Durcheinanderbringen, des Ringens um Klarheit, des Ringens um Zugehörigkeit und Zuständigkeit, um für die Zukunft eine neue Ordnung möglich zu machen.
Das, was im Moment so seltsam verbunden ist, die Verschmelzungen und Verquickungen von Ländern untereinander mit verschiedenen Abkommen, ist nicht das, was uns langfristig in den Frieden bringt. Wir brauchen eine ehrliche und eine tiefere und eine fundamentalere Verbindung auf unserem Planeten.
Es wird langfristig auch zum Zerfall dieser alten Bündnisse, dieser Kriegsbündnisse, wie NATO und dergleichen, kommen. Doch nun geht es darum, dies alles noch einmal schmerzhaft zu erfahren, durch die Systeme wandern zu lassen, bis wir auch bereit sind diese neue Ordnung in uns anzuerkennen, unseren eigenen Krieg zu beenden. Denn das was wir sehen ist auch ein Teilabbild von dem, was wir in uns tragen. So hält uns jeder Krieg dazu an, auf uns selbst zu schauen, auf unsere eigenen Gefechte und auf die Art und Weise, wie wir umgehen mit Konflikten. Denn das ist das, was wir auch im Außen sehen.
So ist Wladimir Putin auch einer der Dinge sichtbar macht, der sich nicht zu schade ist, um Dinge sichtbar zu machen, ob wir nun wollen oder nicht, ob die Welt es nun will oder nicht. Es ist notwendig. Seine Rolle ist wichtig als Mann, als Präsident, als Heersführer und als Seele, die nicht anders ist als die unsere. Hier treffen wir uns, hier sind wir alle miteinander verbunden in unseren Seelenplänen.
In diesen Seelenplänen finden wir uns und finden wir uns wieder, können wir uns begegnen. Im Vergleich werden wir hier nicht fündig, nur in der Bewunderung, in der Bewunderung dessen was andere Seelen können und was wir bewerkstelligen. In dieser Anerkennung können wir uns und sollten wir uns begegnen, in unseren ureigenen seelischen Gefilden, die so unterschiedlich sind und doch geeint sind mit dem Göttlichen.
So geht es um die Einheit, so geht es um das fortwährende Suchen nach dieser Einheit und dieser Wladimir Putin ist ein Wegbereiter hin zu dieser tieferen Verbindung, zu einer Neugestaltung und einer Neuordnung unserer Welt, die dann tiefer verbunden ist mit der göttlichen Ordnung als bis jetzt.
Die für uns sichtbare Trennung ist ein Merkmal unserer Zeit. Der Umgang mit Trennung und die Rückverbindung mit unserer Einheit ist das, was uns nun bewegt, weiter auf die Suche zu gehen. So sind wir aufgefordert zu suchen und alle Geschehnisse, die in dieser Welt passieren, auch alle Schreckensmeldungen einfließen zu lassen, in diesen Weg hin zur Einheit.
Dieser Weg ist geführt und in unserem Mitgefühl können wir fühlen, dass wir alle, jeder in dem Kollektiv, seine Funktion hat, die, die kämpfen, die, die nicht kämpfen, die, die im Kampf sterben, die, die diejenige beweinen die im Kampf gestorben sind. All dies ist eingebunden in eine Sinnhaftigkeit, all dies führt hin, zu dem, was wir sind. So sind wir Menschen, die sich bereit erklärt haben, diesen Weg der Liebe zu gehen. Wir sind also bereit für diese Zeit.
* * *
Mein Kommentar zum Channeling
Als Menschheit hatten wir 1991 möglicherweise eine historische Chance: Nach mehr als vier Jahrzehnten “Kalten Krieg” hätten wir die kriegerische Energie zwischen den beiden Machtblöcken NATO und Warschauer Pakt beenden können. Dies hätte einen wichtigen Schritt aus der Dualität heraus darstellen können.
Doch wir haben diese Chance nicht genutzt. Wir haben im Grunde das Gegenteil getan.
Der Nordatlantikpakt (NATO) wurde am 4. April 1949 im Zuge der amerikanischen “Eindämmungspolitik” gegenüber der Sowjetunion gegründet. Die Sowjetunion war damals der zentrale politische und militärische Gegenpol der westlichen Staaten.
Aber wie vernünftig ist es eigentlich, einen Staat dauerhaft als Bedrohung zu betrachten und zu versuchen, ihn einzudämmen, der selbst zuvor wiederholt Ziel westlicher Invasionen geworden war?
Russland beziehungsweise das Russische Reich war 1812 von Napoleon angegriffen worden.
Im Ersten Weltkrieg erklärte das Deutsche Kaiserreich am 1. August 1914 Russland den Krieg. Damit weitete sich der zunächst vor allem auf den Balkan konzentrierte Konflikt endgültig zu einem Weltkrieg aus.
Und am 22. Juni 1941 begann mit dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf die Sowjetunion der größte Vernichtungskrieg der Geschichte. Der Angriff erfolgte trotz des damals bestehenden deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes, des sogenannten Hitler-Stalin-Paktes. Das NS-Regime stellte den Angriff in seiner Propaganda dennoch als angebliche militärische Gegenmaßnahme gegen einen bevorstehenden sowjetischen Angriff dar.
“Du denkst, du würfest deinem Bruder das vor, was er dir angetan hat. Aber in Wirklichkeit weist du ihm die Schuld für das zu, was du ihm angetan hast. Es ist nicht seine Vergangenheit, sondern deine, die du ihm vorwirfst.”
(EKIW: Kapitel 17, VII. 8. 1.-3.)
Wir schauen immer zuerst nach innen und rufen dann im scheinbaren Außen die Zeugen auf, für das, was wir in unserem Inneren gesehen haben.
Das Muster ist bemerkenswert: Wir sehen den anderen als Bedrohung – und beginnen deshalb, uns gegen ihn zu verteidigen. Damit wird unsere eigene Angst und unsere eigenen Angriffsgedanken zur Rechtfertigung für genau jene Maßnahmen, die wir den anderen unterstellen.
“Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt, und über sie hinaus kannst du nicht schauen. Immer wieder hast du deinen Bruder angegriffen, weil du eine Schattengestalt in deiner privaten Welt in ihm gesehen hast. Und also ist es, dass du zuerst dich selbst angreifen musst, denn was du angreifst, ist nicht in anderen. Seine einzige Wirklichkeit ist in deinem eigenen Geist, und indem du andere angreifst, greifst du buchstäblich das an, was nicht vorhanden ist.”
(EKIW: Kapitel 13, V. 3. 5.-8.)
“Meine Gedanken sind Bilder, die ich gemacht habe.”
(EKIW: Lektion 15)
“Meine Angriffsgedanken greifen meine Unverletzlichkeit an.”
(EKIW: Lektion 26)
"Wenn ich mich verteidige, werde ich angegriffen."
(EKIW: Lektion 135)
(EKIW: Lektion 15)
“Meine Angriffsgedanken greifen meine Unverletzlichkeit an.”
(EKIW: Lektion 26)
"Wenn ich mich verteidige, werde ich angegriffen."
(EKIW: Lektion 135)
Am 14. Mai 1955 wurde in Warschau der Warschauer Pakt gegründet. Auslöser waren unter anderem die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und deren Aufnahme in die NATO. Der Warschauer Pakt entstand damit sechs Jahre nach der NATO als militärisches Gegenbündnis des Ostblocks.
Dann kam 1991.
Der Kalte Krieg war zu Ende. Der Ostblock zerfiel. Und am 1. Juli 1991 wurde der Warschauer Pakt in Prag offiziell aufgelöst.
Eigentlich hätte jetzt etwas völlig Neues beginnen können.
Wenn der eine militärische Machtblock verschwunden war – warum sollte dann der andere noch gebraucht werden?
Die einzig vernünftige Antwort wäre gewesen, auch die NATO aufzulösen.
Doch genau das geschah nicht.
Die NATO blieb bestehen und wurde in den folgenden Jahrzehnten sogar nach Osten erweitert. Damit verschwand der militärische Gegenpol nicht dauerhaft, sondern es entstand erneut ein Machtgefälle, das wiederum Ängste, Bedrohungswahrnehmungen und Gegenreaktionen hervorbringen konnte.
Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Bedeutung dessen, was uns die gegenwärtige Situation vor Augen führt.
Putin ist nicht die Ursache unseres Problems. Er ist – wie alle großen politischen Führer vor ihm – nur eine Projektionsfläche.
Wir sehen in ihm den Aggressor, den Bösen, den Bedroher. Und natürlich können wir sein Handeln politisch, historisch und moralisch beurteilen. Aber wenn wir glauben, dass der Frieden davon abhängt, den “richtigen“ Menschen auf der anderen Seite zu finden oder den “falschen“ zu beseitigen, bleiben wir im gleichen Denkmuster gefangen.
Denn genau darin besteht der Wahnsinn der Projektion: Wir sehen unsere eigene Angst nicht in unserem Geist, sondern in einem anderen Menschen.
Wir sehen unsere eigene Angriffslust nicht in uns, sondern beim Anderen.
Wir sehen unsere eigene Vorstellung von Trennung nicht in unserem Denken, sondern in der Welt.
Und dann bekämpfen wir im Außen das, was wir zuvor in unserem eigenen Geist akzeptiert haben.
Das bedeutet nicht, dass wir politische Entscheidungen gutheißen oder Angriff und Gewalt verharmlosen sollen. Es bedeutet etwas viel Radikaleres:
Wir müssen aufhören, unseren Frieden von der Veränderung des Außen abhängig zu machen.
Solange wir unseren Bruder zum Feind machen, werden wir immer einen Grund finden, uns zu bewaffnen. Solange wir glauben, dass die Bedrohung außerhalb von uns liegt, werden wir immer neue Bedrohungen entdecken.
Der Frieden, den wir suchen, kann deshalb nicht zuerst zwischen Staaten hergestellt werden.
Er muss in unserem eigenen Geist beginnen.
Solange wir die Welt als Beweis dafür benutzen, dass unsere Angst berechtigt ist, bleiben wir Gefangene dieser Projektion.
Solange wir die Welt dazu benutzen, Trennung für uns wahr werden zu lassen, werden wir keinen Frieden finden.
Vielleicht war 1991 deshalb tatsächlich eine historische Chance.
Nicht nur, um einen politischen Konflikt zu beenden.
Sondern um zu erkennen, dass wir den Konflikt, den wir im Außen bekämpfen, immer wieder selbst erzeugen.
Das muss nicht sein. Wir können damit aufhören.
Nicht indem wir den anderen verändern.
Sondern indem wir aufhören, ihn als das zu sehen, was wir selbst in ihn hineinprojiziert haben.
Doch es fällt uns meistens sehr schwer, den Mörder im eigenen Geist zu entdecken. Deshalb projizieren wir blindlings und wahllos Schuld nach außen, ohne ihre Quelle aufzudecken.
Denn das Ego will uns tatsächlich töten. Und wenn wir uns mit ihm identifizieren, müssen wir glauben, dass sein Ziel auch das unsere ist.
Also leugnen wir lieber, dass der Mörder Teil unseres eigenen gespaltenen Geistes ist. Wir „rechtfertigen seine Brutalität mit einem Lächeln, wenn er angreift“ (EKIW, Kapitel 23, III.1.).
Erst wenn wir bereit sind zu erkennen und uns einzugestehen, dass der Mörder in unserem eigenen Geist sitzt, wird wirkliche Veränderung möglich.
Solange wir das leugnen, projizieren wir den mörderischen Aspekt des Ego-Denksystems nach außen. Wir suchen einen Schuldigen – und finden ihn beispielsweise in Hitler.
Die Verbrechen des Nationalsozialismus wurden nicht von einem einzigen Menschen begangen. Nicht Hitler persönlich hat sechs Millionen Juden vergast, und nicht Hitler hat im Krieg russische Frauen vergewaltigt. Es waren ganz normale Menschen, die ganz normale Menschen ermordeten. Unsere Väter und Großväter waren darunter. Und auch unsere Mütter und Großmütter waren Teil dieser Gesellschaft – manche als Täterinnen und Täter, manche als Mitläufer, manche als Unterstützer, manche aus Angst und manche, weil sie sich persönliche Vorteile davon versprachen. Jüdische Nachbarn wurden verraten, Besitz wurde übernommen, Wohnungen wurden „frei“, während andere Menschen deportiert und ermordet wurden.
Das Entscheidende daran ist nicht die Frage, welcher Mensch besonders böse war.
Das Entscheidende ist die Erkenntnis, dass ein solches Denken überhaupt im menschlichen Geist möglich ist.
Denn genau das möchten wir normalerweise nicht sehen.
Wir möchten Hitler als Monster betrachten – und uns selbst als diejenigen, die mit ihm nichts zu tun haben. Wir möchten das Böse möglichst weit von uns entfernt wissen. Je größer die Distanz, desto sicherer fühlen wir uns.
Doch genau darin liegt die Projektion.
Das Ego-Denksystem steckt nicht nur in den “Bösen“. Es ist das Denksystem der Trennung selbst. Jeder Mensch, der sich noch für ein getrenntes Selbst hält, trägt diesen grundlegenden Irrtum in seinem Geist.
Solange wir Menschen als etwas außerhalb von uns selbst betrachten, werden wir weiterhin Konflikte erleben. Wir beschuldigen die andere Person. Wir suchen den Täter. Wir suchen den Feind.
Doch der eigentliche “Mörder“ ist nicht auf dem Schlachtfeld der Form zu finden.
Der Mörder ist die Identifikation mit dem Ego.
Der Glaube an die Trennung bringt die gesamte Welt der Zeit und des Raumes hervor – diese scheinbar getrennte Welt, in der wir uns als voneinander unabhängige Körper erleben und deshalb glauben, einander angreifen zu können.
Wenn wir glauben, dass das Ego wahr ist, glauben wir letztlich auch, dass es keinen GOTT gibt. Wir können nicht beides für wirklich halten.
Entweder ist die ewige LIEBE wirklich – oder die Trennung ist wirklich. Beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Das Ego ist der Todeswunsch. Der Stimme des Egos zu folgen, Schuld zu projizieren und andere anzugreifen bedeutet deshalb, Selbstmord auf Raten zu begehen.
Es ist, als würden wir Gift schlucken und gleichzeitig hoffen, dass der andere daran stirbt.
Warum tun wir das?
Weil wir uns ein falsches Selbst gemacht haben, indem wir uns mit etwas anderem als unserer Wirklichkeit identifiziert haben – und anschließend vergessen haben, dass wir es selbst gemacht haben.
Genau deshalb können wir die Quelle unseres Leidens nicht im Außen finden.
Wir können sie nur dort entdecken, wo sie tatsächlich verborgen ist: in unserem eigenen Geist.
Und genau dort beginnt Vergebung.
“Du wirst mit diesem Wunsch, dich selbst zu töten, fertig, indem du nicht erkennst, wer du bist, und dich mit etwas anderem identifizierst. Du hast blindlings und wahllos Schuld projiziert, aber du hast ihre Quelle nicht aufgedeckt. Denn das Ego will dich tatsächlich töten, und wenn du dich mit ihm identifizierst, musst du glauben, dass sein Ziel das deine ist.”
(EKIW: Kapitel 13, II. 5. 4.-6.)
Mein Gebet:
“Ich will der Anziehungskraft der Schuld widerstehen.
Ich will mich daran erinnern, dass es keine Sünde gibt!
Jesus, zeig mir die Wirklichkeit meines Bruders.”
Ich will mich daran erinnern, dass es keine Sünde gibt!
Jesus, zeig mir die Wirklichkeit meines Bruders.”
Eine Erfahrung
Diese Beschreibung einer mystischen Erfahrung stammt aus dem Buch Loslassen. Der Pfad widerstandsloser Kapitulation. von David R. Hawkins. Es ist eine Herausforderung, das Unbeschreibliche beschreiben zu wollen, aber soweit dies überhaupt möglich ist, ist es Hawkins gelungen.
* * *
Die äußerst hohen Gewahrseinszustände tauchen spontan und unerwartet auf und sie neigen dazu, sich zu wiederholen und von immer längerer Dauer zu sein. Haben wir diesen Zustand des Friedens einmal erfahren, wird es automatisch zu unserem Ziel, diesen dauerhaft zu etablieren. Wie dieser Bewusstseinszustand auftritt und wie er sich anfühlt, wird im folgenden Bericht aufgezeigt. Er beschreibt, was nach dreieinhalb Jahren beständigen inneren Loslassens geschah.
Es war ein kalter Wintertag, das innere Loslassen fand seit 11 vollen Tagen auf einer Bewusstseinsebene statt, die noch nie zuvor, nicht einmal während der Psychoanalyse, erreicht worden war. Es hatte mit der Überlebensgrundlage des Egos und seiner Identifikation als ein Individuum zu tun. Es hatte damit zu tun, wie wir unsere eigene Existenz erleben und es ging um das Verlangen danach, unser eigenes SEIN erfahren zu wollen. Während die Tage vergingen, erschien der Prozess endlos. Ein Zweifel kam zum Vorschein: War dies der Versuch des Unmöglichen? Es wurde offenbar, dass der Zweck dieses Zweifels selbst ein Abwehrmechanismus war. Er wurde aufgegeben und das innere Loslassen ging in großer Tiefe weiter.
Dann plötzlich, an einem kalten verregneten Sonntag Nachmittag, alleine an einem Tisch in einem Restaurant sitzend, wurde plötzlich die Welt auf wundersame Weise verwandelt. Ein tiefes Gefühl innerer Stille und inneren Friedens tauchte auf. Es war größer als alles Vorstellbare, es war ein Erleben jenseits von Zeit. Tatsächlich hatte Zeit überhaupt gar keine Bedeutung mehr, noch existierte Raum auf die Art und Weise, wie wir ihn gewöhnlich erfahren. Alle Dinge waren miteinander verbunden. Es gab nur noch ein Leben, dass sich mit einem SELBST durch alle lebenden Dinge zum Ausdruck bringt.
Es gab keine Identifizierung mit dem Körper, auch bestand kein Interesse mehr daran. Der Körper war, wie jeder andere Körper im Raum, nicht mehr interessant. Alle Emotionen und Ereignisse waren miteinander verbunden und alle Phänomene traten deshalb auf, weil jedes Ding seine eigene innere Natur spontan offenbarte, als ob Bewegung und Wachstum das spontane Entfalten von Potenzial wären.
Die Stille war unerschütterlich, wie ein Fels in der Brandung. Es war offensichtlich, dass das wahre SELBST unsichtbar war, ohne Anfang und ohne Ende und das zuvor nur eine vergängliche Identifikation mit dem Körper und mit der Geschichte, die mit der Identifikation als ein Individuum zusammenhing, stattgefunden hatte.
Es erschien absolut eigenartig zuvor geglaubt zu haben, dass man ein isolierter Körper, getrennt von anderen, mit einem begrenzten Anfang und einem endlichen Ende ist. Der Gedanke schien absurd. Es gab nicht mehr länger ein Empfinden eines getrennten Selbst und das Pronomen “Ich” verschwand und wurde bedeutungslos. Stattdessen existierte das Gewahrsein dessen, alles zu sein. Es war schon immer so und würde immer so sein. Das wahre SEIN existierte außerhalb von Zeit. Die Zeitspanne, die der Körper auf der Erde hat, erschien wie ein Sekundenbruchteil, in der die Wahrheit der Zeitlosigkeit aufgrund der Verblendung durch das kleine Selbst vergessen wurde.
Wie es dazu kommen konnte, offenbarte sich plötzlich. Es kam zu dem Wunschgedanken, eine getrennte Existenz zu erleben, und dieser Wunschgedanke hatte sich als individuelle Person mit einer individuellen Identität und einem physischen Körper manifestiert.
Die innere Verbundenheit aller Dinge war schonungslos offensichtlich. Es war das holographische Universum, wie es von Buddha und von der modernen fortgeschrittenen theoretischen Physik beschrieben wurde, welche beide mit der eigentlichen Beschaffenheit des Universums übereinstimmen.
Weil alles perfekt war, gab es nichts, das man sich wünschen oder wonach man hätte verlangen können, nichts was es zu erschaffen gäbe und nichts was man hätte werden wollen. Dort war nur DAS, die Essenz des SEINS, aus der heraus Existenz entspringt. Dieses SEIN ist die Quelle der Existenz und seltsamerweise doch nicht ihre Ursache. Es herrschte eine profunde Vertrautheit gegenüber dem Gewahrsein. Es war, als ob man es schon immer gewusst hatte, als ob man endlich zu Hause angekommen war. Hier gab es keine Emotionen oder Gefühle und auch kein Gewahrsein von Sinneseindrücken. Obwohl es so schien, als ob sie weiter bestehen, waren sie nicht mehr länger persönlich oder von Belang.
Als Experiment wurde ein Gedanke für einen Sekundenbruchteil gedacht, um zu sehen, was passieren würde. Fast unverzüglich kam es zu einer Wirkung in der physischen Welt. Der Gedanke an Butter oder Kaffee führte z.B dazu, dass der Kellner sofort mit den Sachen herbei kam, obwohl kein Wort gesprochen worden war. Es schienen keine Wörter notwendig zu sein. Die Kommunikation fand mit jedem auf der Ebene von Stille statt.
Am Abend fuhr der Körper das Auto zu einem Treffen, bei dem niemand irgendetwas bemerkte. Jeder schien intensiv lebendig zu sein. Ihre Lebendigkeit leuchtete aus ihrem SEIN hervor und das SELBST, welches für alle das gleiche war, offenbarte sich durch ihre Augen. Der Körper sprach mit anderen, führte spontan normale Unterhaltungen und verhielt sich auf eine gewohnte Art und Weise.
Mit der Zeit erschien der Körper, angetrieben durch all seine gewohnten Muster und Programme, wie ein karmisches Aufziehspielzeug, das nicht im geringsten irgendwelcher Aufmerksamkeit bedurfte. Es schien, als ob er wusste, was zu tun ist und tat dies auch ohne Aufwand und sehr effektiv. Alle Unterhaltungen und Interaktionen wurden lediglich als Phänomene bezeugt und nicht gelenkt. Es schien wie eine fremdartige Eitelkeit einst geglaubt zu haben, dass es dort ein kleines Selbst als Schöpfer der körperlichen Tätigkeit gegeben hatte.
Phänomene waren wie Schwingungen des Geistes, die keine getrennte Existenz oder Realität aufwiesen. Es existierte nur ALLHEIT, nur dieses EINSSEIN existierte in Wirklichkeit.
Am nächsten Nachmittag kam ein Gedanke auf, jetzt da sich der Weg zur Wirklichkeit offenbart hatte, könnte doch eine Rückkehr zu dem Bewusstsein möglich sein, wo diese individuelle Person, die zuvor als wirklich akzeptiert worden war, noch vorhanden war. So wie die Luft in einem Raum, die das Mobiliar des Raumes nicht erfährt, existierte kein Ich mehr, das meine eigene Existenz erfahren konnte. In diesem Raum gab es kein Ich, um das ICH BIN zu erfahren. Zum individuellen Bewusstsein zurückzukehren bedeutete, dass eine Wahl getroffen werden musste. In Wahrheit wurde die Wahl von selbst getroffen, da es ja kein Ich gab, das eine Entscheidung hätte treffen können. Das Verlangen, das individuelle Selbst zu erfahren, wurde von alleine erneut energetisiert. Die Möglichkeit, es loszulassen, war da, doch es kehrten Erinnerungen von Dingen zurück, die in der Welt noch nicht erledigt waren. Als das Gefühl der Ich-Haftigkeit zurückkehrte, wurden die Wahlmöglichkeiten bezeugt und nicht aktiv entschieden. Der Vorgang zurückzukehren vollzog sich. Dies konnte zugelassen oder losgelassen werden. Es wurde zugelassen und so schritt der Rückkehrprozess voran.
Als der nächste Morgen heranbrach, war die Wiederkehr vollständig vollzogen, doch nun mit einem anderen Gefühl einer persönlichen Identität. Die Wahrheit des SELBSTES hatte sich offenbart. Die Verantwortung, sich dafür entschieden zu haben, das Leben erneut als ein Individuum zu erfahren, wurde akzeptiert. Jedoch ohne dem Glauben an eine individuelle Existenz ausgeliefert zu sein. In der Tat existierte durch bewusste Wahl eine vollständige Verantwortung demgegenüber. Auf dem Erleben basierend, geschah all dies selbstständig.
“Du bist nicht das Opfer der Welt, die du siehst, weil du sie erfunden hast. Du kannst sie ebenso leicht aufgeben, wie du sie erfunden hast. Du wirst sie sehen oder nicht sehen, ganz nach deinem Wunsch. Solange du sie willst, wirst du sie sehen; wenn du sie nicht mehr willst, wird sie für dich nicht mehr zu sehen sein.”
(EKIW: Lektion 32, 1. 2.-5.)
“Wie lange, o SOHN GOTTES, willst du das Spiel der Sünde weiterführen? Sollen wir dieses scharfkantig Kinderspielzeug nicht beiseite legen? Wie bald wirst du bereit sein, heimzukommen? Vielleicht heute? Es gibt keine Sünde. Die Schöpfung ist unverändert. Möchtest du die Rückkehr in den HIMMEL immer noch aufhalten? Wie lange, o heiliger SOHN GOTTES, wie lange noch?”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH TEIL II, 4. 5.)
(EKIW: Lektion 32, 1. 2.-5.)
“Wie lange, o SOHN GOTTES, willst du das Spiel der Sünde weiterführen? Sollen wir dieses scharfkantig Kinderspielzeug nicht beiseite legen? Wie bald wirst du bereit sein, heimzukommen? Vielleicht heute? Es gibt keine Sünde. Die Schöpfung ist unverändert. Möchtest du die Rückkehr in den HIMMEL immer noch aufhalten? Wie lange, o heiliger SOHN GOTTES, wie lange noch?”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH TEIL II, 4. 5.)
Besonderheit
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| (Narziss - Caravaggio) |
Wenn wir die Raum-Zeit-Illusion für die Wirklichkeit halten und sie ausschließlich mit den Augen des Körpers betrachten, ist die scheinbare Bedeutungslosigkeit unseres Planeten – und erst recht die unseres persönlichen Lebens – angesichts der unvorstellbaren Dimensionen von Raum und Zeit kaum auszuhalten.
Solange wir mit dem Ego identifiziert sind, versuchen wir deshalb unablässig, jemand zu sein. Wir wollen gesehen werden. Wir wollen bedeutsam sein. Und vor allem wollen wir als jemand Besonderes erkannt und anerkannt werden.
Unser mit dem Ego identifizierter Geist ist dabei ständig damit beschäftigt, sein fragiles Selbstbild zu schützen und zu bestätigen. Er vergleicht, bewertet, inszeniert und manipuliert, um die Vorstellung aufrechtzuerhalten, jemand Bestimmtes zu sein. Doch hinter diesem unablässigen Bemühen verbirgt sich eine viel tiefere Angst: die Angst, dass das, was unter all diesen Bildern zum Vorschein kommen könnte, nicht liebenswert ist.
Also erschaffen wir ein besonderes Selbst.
Wir schmücken es mit Eigenschaften, Fähigkeiten, Erfolgen und Geschichten. Wir präsentieren es der Welt und hoffen, dass die Welt uns dafür bestätigt. So wird die Welt des Egos zu einem absurden Theater, in dem unzählige Figuren um Aufmerksamkeit, Bedeutung und Anerkennung ringen.
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| (Narziss 2.0) |
Doch das Ego schickt uns damit auf eine Reise, die letztlich nur in Vergeblichkeit enden kann. Denn wie viel Aufmerksamkeit wir auch bekommen, wie außergewöhnlich wir uns darstellen und wie sorgfältig wir unser Selbstbild pflegen – wir können damit niemals die grundlegende Unsicherheit unseres Egos beseitigen.
Das Besondere muss ständig verteidigt und erneuert werden. Der Erfolg von gestern reicht heute nicht mehr. Die Anerkennung von gestern verlangt nach neuer Anerkennung. Aus dem Wunsch, jemand Besonderes zu sein, wird ein endloser Kreislauf des Vergleichens, Bewertens und Sich-selbst-Beweisens.
Das immer intensivere Streben nach Besonderheit spiegelt sich in der zunehmenden Zahl von Depressionen und sonstigen Erschöpfungskrankheiten wider.
Was wir für die Suche nach uns selbst halten, wird zur permanenten Anstrengung, ein Selbst aufrechtzuerhalten, das überhaupt erst durch unsere Gedanken und Überzeugungen geschaffen wurde. Die zunehmende Erschöpfung und Verzweiflung unserer Zeit können deshalb auch als Ausdruck einer tieferen Verwechslung verstanden werden: Wir versuchen, in einer Welt der Vergänglichkeit ein dauerhaftes und besonderes Selbst zu finden.
Die unerträgliche Anstrengung der Weigerung, der Wahrheit Glauben zu schenken und ihre offensichtliche Wirklichkeit zu sehen, erzeugt Verzweiflung und Erschöpfung, Leid und Depression, Krankheit und Schmerz, Dunkelheit und kalte Angstphantasien. Es ist nicht vernünftig, Glück von irgendetwas zu erwarten, was das Ego jemals vorschlug.
The Depleted Self: Sin in a Narcissistic Age
„The Depleted Self: Sin in a Narcissistic Age“ (Das erschöpfte Selbst: Sünde in einem narzisstischen Zeitalter) von Donald Capps (1939 – 2015) aus dem Jahr 1993 ist ein wichtiges Werk der pastoralen Psychologie und Theologie. Capps hat viele Aspekte des persönlichen Selbst erkannt, auch wenn er metaphysisch eine „konservative Sicht“ vertrat.
Er vertrat ein therapeutisches und beziehungsorientiertes Gottesbild. Er sah Gott nicht als strafenden Richter, sondern als heilendes Gegenüber. Als ordinierter lutherischer Theologe zweifelte er jedoch nicht an der klassischen christlichen Schöpfungslehre – aus seiner Sicht hat Gott die Welt erschaffen. Dies thematisierte er jedoch nicht naturwissenschaftlich oder dogmatisch, sondern fokussierte sich auf die psychologische Bedeutung der Schöpfung.
Wunderbarerweise vertrat er das Bild eines bedingungslos annehmenden Gottes. Gott wird als Quelle begriffen, die die innere Erschöpfung des Menschen, im Sinne einer geistigen Verarmung (Depletion), auffüllen kann. Gott ist für Capps das ultimative Gegenüber, das den Menschen aus seiner narzisstischen Isolation herausholt, ohne ihn für seine Schwächen zu verurteilen. Wie recht er damit doch hat!
„The Depleted Self: Sin in a Narcissistic Age“ (Das erschöpfte Selbst: Sünde in einem narzisstischen Zeitalter) von Donald Capps (1939 – 2015) aus dem Jahr 1993 ist ein wichtiges Werk der pastoralen Psychologie und Theologie. Capps hat viele Aspekte des persönlichen Selbst erkannt, auch wenn er metaphysisch eine „konservative Sicht“ vertrat.
Er vertrat ein therapeutisches und beziehungsorientiertes Gottesbild. Er sah Gott nicht als strafenden Richter, sondern als heilendes Gegenüber. Als ordinierter lutherischer Theologe zweifelte er jedoch nicht an der klassischen christlichen Schöpfungslehre – aus seiner Sicht hat Gott die Welt erschaffen. Dies thematisierte er jedoch nicht naturwissenschaftlich oder dogmatisch, sondern fokussierte sich auf die psychologische Bedeutung der Schöpfung.
Wunderbarerweise vertrat er das Bild eines bedingungslos annehmenden Gottes. Gott wird als Quelle begriffen, die die innere Erschöpfung des Menschen, im Sinne einer geistigen Verarmung (Depletion), auffüllen kann. Gott ist für Capps das ultimative Gegenüber, das den Menschen aus seiner narzisstischen Isolation herausholt, ohne ihn für seine Schwächen zu verurteilen. Wie recht er damit doch hat!
Die seit jeher erfolgreichste Strategie des Egos ist es, unser Augenmerk von GOTT weg auf unser eigenes Ich zu richten. Das Ego lädt uns ein, nur auf unseren Gemütszustand zu achten und in sich durch eigene Anstrengung gewisse Gefühle zu erregen. Das Ego macht uns so zu Jägern und Sammlern im emotionalen Sinne. Dies führt dazu, dass sich unsere Gedanken durch die Anstrengung, das Unmögliche zu erreichen, endlos um uns selbst drehen.
Das Ego fördert alles Übertriebene, mit Ausnahme einer völligen Hingabe an GOTT. Jede kleine Clique, zusammengehalten durch ein gemeinsames Interesse, das von andern verworfen oder ignoriert wird, hat die Tendenz, nach innen eine Treibhaushitze gegenseitiger Bewunderung, nach außen aber einen großen Hochmut und Hass zu entwickeln. Wie minderwertig wir uns bewusst oder unbewusst auch fühlen mögen, um uns besonders fühlen zu können, brauchen wir nur, andere noch kleiner zu machen. In scheinbar spirituellen Kreisen werden die Mitglieder der eigenen Clique als besonders „hoch schwingende Herzensmenschen“ bezeichnet, während alle anderen als “niedrig schwingend” verurteilt werden. Dies entspricht einem Kastensystem, einem religiös begründeten Phänomen der hierarchischen Einordnung und Abgrenzung gesellschaftlicher Gruppen. Abgrenzung ist das Ziel derartiger Urteile, egal, ob wir die Betroffenen nun die „Unberührbaren“ oder die „Niedrigschwingenden“ nennen. So versucht das Ego – selbst unter dem Deckmantel der Spiritualität – Dualität und damit Trennung wahr zu machen.
Das Absurde am Streben nach Besonderheit
Das Absurde an diesem Streben ist, dass wir durch unser angestrengtes Bemühen um ein bestimmtes Image letztlich genau das Gegenteil von dem zum Ausdruck bringen, was wir zeigen wollen. Je mehr wir darum bemüht sind, anderen unsere Besonderheit, unsere Bedeutung oder unsere Überlegenheit zu beweisen, desto deutlicher verraten wir, wie minderwertig wir uns in Wahrheit fühlen.
Denn nur wer seinen eigenen Wert nicht wirklich kennt, wird versuchen, etwas nach außen darzustellen. Die unausgesprochene Botschaft hinter all dem ganzen Aufwand lautet: “Wenn ich es nur schaffe, dass mein Leben um mich herum erfolgreich aussieht, dann werde ich akzeptiert werden und dann kann ich mich selbst lieben, zumindest ein wenig. Und vielleicht kann ich dann auch andere dazu bringen, mich zu lieben.”
Wer hingegen in sich ruht und seinen wahren Wert kennt, macht sich keine Gedanken um sein Image. Er braucht keine auffällige Kleidung, keine teuren Autos und auch keine Website, die seine Person und seine Leistungen ins rechte Licht rückt. Nicht, weil all das grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil er nichts davon benötigt, um sich selbst etwas zu beweisen. Er hat bereits, was er braucht, weil für ihn SEIN und HABEN eins sind.
“Es ist unmöglich, dass irgendetwas verloren geht, wenn das, was du hast, das ist, was du bist.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 11. 4.)
Und deshalb lässt er sich auch von den Äußerlichkeiten anderer nicht beeindrucken. Er muss weder auf Statussymbole reagieren noch sich mit anderen vergleichen. Was jemand besitzt, darstellt oder aus sich macht, berührt seinen eigenen Wert nicht.
Letztlich können wir uns nur selbst davon überzeugen, dass wir großartig, besonders oder überlegen sind. Das erklärt auch, warum manche Menschen sich für ein außergewöhnliches oder überlegenes Wesen halten können, obwohl ihre Umwelt diese Einschätzung keineswegs teilt. Das Ego benötigt für seine Selbstüberhöhung keine objektive Bestätigung. Es genügt ihm, wenn es selbst an seine eigene Geschichte glaubt.
Wir können andere Menschen vielleicht eine Zeit lang beeindrucken oder manipulieren. Täuschen können wir jedoch letztlich nur denjenigen, der bereit ist, sich täuschen zu lassen, weil er sich selbst minderwertig fühlt. Doch das ist eine andere Geschichte.
Das Absurde an diesem Streben ist, dass wir durch unser angestrengtes Bemühen um ein bestimmtes Image letztlich genau das Gegenteil von dem zum Ausdruck bringen, was wir zeigen wollen. Je mehr wir darum bemüht sind, anderen unsere Besonderheit, unsere Bedeutung oder unsere Überlegenheit zu beweisen, desto deutlicher verraten wir, wie minderwertig wir uns in Wahrheit fühlen.
Denn nur wer seinen eigenen Wert nicht wirklich kennt, wird versuchen, etwas nach außen darzustellen. Die unausgesprochene Botschaft hinter all dem ganzen Aufwand lautet: “Wenn ich es nur schaffe, dass mein Leben um mich herum erfolgreich aussieht, dann werde ich akzeptiert werden und dann kann ich mich selbst lieben, zumindest ein wenig. Und vielleicht kann ich dann auch andere dazu bringen, mich zu lieben.”
Wer hingegen in sich ruht und seinen wahren Wert kennt, macht sich keine Gedanken um sein Image. Er braucht keine auffällige Kleidung, keine teuren Autos und auch keine Website, die seine Person und seine Leistungen ins rechte Licht rückt. Nicht, weil all das grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil er nichts davon benötigt, um sich selbst etwas zu beweisen. Er hat bereits, was er braucht, weil für ihn SEIN und HABEN eins sind.
“Es ist unmöglich, dass irgendetwas verloren geht, wenn das, was du hast, das ist, was du bist.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 11. 4.)
Und deshalb lässt er sich auch von den Äußerlichkeiten anderer nicht beeindrucken. Er muss weder auf Statussymbole reagieren noch sich mit anderen vergleichen. Was jemand besitzt, darstellt oder aus sich macht, berührt seinen eigenen Wert nicht.
Letztlich können wir uns nur selbst davon überzeugen, dass wir großartig, besonders oder überlegen sind. Das erklärt auch, warum manche Menschen sich für ein außergewöhnliches oder überlegenes Wesen halten können, obwohl ihre Umwelt diese Einschätzung keineswegs teilt. Das Ego benötigt für seine Selbstüberhöhung keine objektive Bestätigung. Es genügt ihm, wenn es selbst an seine eigene Geschichte glaubt.
Wir können andere Menschen vielleicht eine Zeit lang beeindrucken oder manipulieren. Täuschen können wir jedoch letztlich nur denjenigen, der bereit ist, sich täuschen zu lassen, weil er sich selbst minderwertig fühlt. Doch das ist eine andere Geschichte.
Das Ego an sich - das Verlangen nach mehr als EINHEIT, nach mehr als ALLES - ist das Verlangen nach Besonderheit. Dieser Wahnsinn wird dann in die Welt projiziert und kommt auf unterschiedlichsten Ebenen zum Ausdruck. Besonderheit bedeutet Fragmentierung und Trennung. Und das ist die Basis für die Idee der Sünde.
“Besonderheit ist die Idee der Sünde, der Wirklichkeit verliehen wurde.
Ohne diese Basis ist Sünde nicht einmal vorstellbar.”
(EKIW: Kapitel 24, II. 3. 1.-2.)
Ohne diese Basis ist Sünde nicht einmal vorstellbar.”
(EKIW: Kapitel 24, II. 3. 1.-2.)
Das Ego tarnt seinen Glauben an die eigene Besonderheit mit immer neuen Verkleidungen, aber es ist immer das gleiche Spiel. Vor einigen Jahrzehnten fühlten wir uns als germanische Herrenrasse anderen Völkern kollektiv überlegen, zurzeit erlebt der Glaube an die individuelle Besonderheit einen Höhepunkt, aber im Kern ist es immer das gleiche Spiel mit Besonderheit. Einst bezeichneten wir uns, die wir uns für besonders hielten, als “Herrenmenschen“. Nun bezeichnen wir uns als “Herzensmenschen“, aber es ist immer derselbe Versuch, Trennung wahr zu machen.
Wenn wir Menschen unterschiedlich beurteilen, versuchen wir, Trennung wahrzumachen. Jede Fragmentierung ist Ausdruck des Ego-Denksystems. Dies erkennen wir auch daran, dass jede Fragmentierung Ausdruck unseres Festhaltens an der Vergangenheit ist. Wenn wir jemanden als unseren besonderen Herzensmenschen bezeichnen, dann geschieht dies aufgrund der Vergangenheit. Wir können niemanden als besonderen Herzensmenschen beurteilen, wenn wir nichts über ihn zu wissen glauben. Wenn wir glauben, etwas Persönliches über jemanden zu wissen, dann befinden wir uns ganz grundsätzlich im Irrtum, denn alles Persönliche ist eine Illusion. Ein erleuchteter Geist hingegen ist eine tabula rasa für alle neuen Sinneseindrücke. Im erleuchteten Geist findet Begegnung im heiligen Augenblick statt, und er sieht in jedem den CHRISTUS.
In den Geschichten, Legenden und Mythen dieser Welt finden wir immer wieder die gleichen Muster, die alle gleich sind, weil sie dem gleichen Ego-Denksystem entspringen. Im Kurs heißt es dazu: “Mythen gehören ganz dem Bereich der Wahrnehmung an und sind in ihrer Form derart doppeldeutig und ihrem Wesen nach so typisch gut und böse, dass sogar der wohlwollendste Mythos nicht ohne furchterregenden Beiklang ist.“ Motive, die weltweit zu finden sind, sind völkischer und nationaler Natur und beginnen meist mit dem Aufbruch eines Volkes in ein neues Land - in die wahre Heimat. An sich ist dies auch eine Metapher für den spirituellen Weg, aber das Ego benutzt es zur Abgrenzung.
Auch für Jesus wurde ein Mythos erfunden, die Vorstellung eines von einer Jungfrau geborenen weltlichen Führers. Alle diese Mythen postulieren Besonderheit und werden benutzt, um die Vorherrschaft über andere Völker zu rechtfertigen. Jede Form von Nationalismus, Patriotismus, Vaterlandsliebe, Heimatverbundenheit oder Heimatstolz ist vom Ego. Es macht keinen Unterschied, ob wir stolz darauf sind, Österreicher, Deutscher, Türke oder Jude zu sein, ob wir stolz auf unsere sexuelle Orientierung sind oder Wert darauf legen, dass unsere Lebensmittel das AMA-Gütesiegel tragen. Dahinter verbirgt sich immer der Glaube an die eigene Besonderheit, der in Wahrheit Ausdruck von Schwäche und Kleinheit ist.
“Das Ego glaubt, es sei völlig auf sich gestellt, was lediglich eine andere Beschreibung dessen ist, wie es entstanden zu sein vermeint. Das ist ein so beängstigender Zustand, dass es sich nur noch an andere Egos wenden, und versuchen kann, sich mit ihnen in einem schwachen Identifikationsversuch zu vereinigen oder sie in einer ebenso schwachen Kraftdemonstration anzugreifen.”
(EKIW: Kapitel 4, II. 8. 1.-2.)
Das Selbst, das individuelle Ich-Gefühl, ist eine Illusion, es ist totale Leere. Um dieser Leere, Sinnlosigkeit und völligen Bedeutungslosigkeit zu entkommen, erfinden wir ein besonderes Selbstbild. Doch damit nicht genug, dieses Selbstbild muss ständig erweitert werden, um attraktiv zu bleiben und erfolgreich von der Wahrheit abzulenken. So investieren wir viel in unser Aussehen, in unsere Ausbildung, ganz allgemein in unsere Besonderheit. Mit einem neuen Look, einem neuen Diplom und am besten noch mit einem neuen spirituellen Namen ersetzen wir immer wieder unser altes Selbstbild durch ein neues, um uns selbst von der Wahrheit abzulenken.
Wer denkt, er sei besser oder anders als die anderen, muss sich zum Friedhof begeben. Dort wird er sehen, was seine Besonderheit wirklich ist. Er wird erkennen, dass das, was er für seine Besonderheit hielt, nur ein Häufchen Staub ist.
„Du bist nicht besonders.
Wenn du denkst, du seist es, und deine Besonderheit gegen die Wahrheit dessen verteidigst, was du wirklich bist,
wie kannst du die Wahrheit dann erkennen?“
(EKIW: Kapitel 24, II. 4. 1.-2.)
Wenn du denkst, du seist es, und deine Besonderheit gegen die Wahrheit dessen verteidigst, was du wirklich bist,
wie kannst du die Wahrheit dann erkennen?“
(EKIW: Kapitel 24, II. 4. 1.-2.)
Viel Widerstand gegen Ein Kurs in Wundern kommt daher, weil er uns lehrt, dass wir und unser Bruder gleich sind und dass absolut jeder unserer Bruder ist, ob wir ihn persönlich kennen oder nicht.
Was GOTT erschaffen hat, das kann nicht angegriffen werden, denn es gibt nichts im Universum, das sich nicht gleich ist. Aus Sicht der Wahrheit ist Verschiedenheit der zentrale Irrtum. In der Welt des Egos ist Verschiedenheit hingegen positiv besetzt. Doch was verschieden ist, verlangt nach einem Urteil, und dieses muss von jemand „Besserem“ kommen, von jemandem, der unfähig ist, so zu sein wie das, worüber er urteilt, jemandem, der „darübersteht“ und im Vergleich zu diesem ohne Fehler ist. Und so wird die Besonderheit zum Mittel und zum Zweck in einem. Denn die Besonderheit sondert nicht nur aus, sondern dient auch als Grundlage, von der aus Angriff auf diejenigen, die unter dem Besonderen zu sein scheinen, „natürlich“ und „gerecht“ ist. Die Besonderen fühlen sich schwach und gebrechlich aufgrund von Unterschieden, denn was sie besonders macht, ist ihr Feind. Dennoch schützen sie diese Feindschaft und nennen sie „Freund“. Zu ihren Gunsten kämpfen sie gegen das Universum, denn nichts in der Welt schätzen sie höher.
Besonderheit ist ein Mangel an Vertrauen in irgend jemand anderen als an das eigene Selbst. Glaube wird in die eigene Person allein investiert. Alles andere wird zu einem Feind, der gefürchtet wird und angegriffen, der tödlich und gefährlich ist, gehasst und nur der Zerstörung würdig. Ganz gleich, welche Sanftheit die Besonderheit anbietet, sie ist nur Täuschung, ihr Hass jedoch ist echt.
“Wie verbittert verteidigt jeder, der an diese Welt gebunden ist, die Besonderheit, von der er wünscht, dass sie die Wahrheit sei! Sein Wunsch ist ihm Befehl, und er gehorcht. Nichts, was seine Besonderheit verlangt, versagt er ihr. Nichts, was sie braucht, verweigert er dem, was er liebt. Und während sie ihn ruft, hört er keine andere STIMME. Keine Mühe ist zu groß, keine Kosten sind zu hoch, kein Preis ist zu teuer, um seine Besonderheit vor der geringsten Kränkung, dem winzigsten Angriff, einem geraunten Zweifel, dem Andeuten einer Drohung oder irgend etwas, was nicht tiefste Ehrerbietung ist, zu retten.”
(EKIW: Kapitel 24, VII. 1. 1.-6.)
Besonderheit muss verteidigt werden. Illusionen können sie angreifen, und sie tun es. Wenn das wirklich verstanden und integriert ist, ist ein großer Schritt in Richtung Erlösung getan.
Solange wir nicht in der Erkenntnis ruhen, dass wir von der LIEBE GOTTES erhalten werden, glauben wir uns selbst erhalten zu müssen. Besonders deutlich wird dies im Konzept der Selbstversorgung. Fehlt jegliches Gottvertrauen, ist die Angst besonders groß. Dies äußert sich in ständiger Angst vor möglichen Krisen und Katastrophen. Prepper bezeichnet Personen, die sich mittels individueller Maßnahmen auf verschiedene Arten von Katastrophen vorbereiten. Dahinter steckt immer Angst, die sich an der Oberfläche als Hass auf andere zeigt.
“Die Anwesenheit von Angst ist ein sicheres Zeichen, dass du Vertrauen in deine eigene Stärke setzt.”
(EKIW: Lektion 48, 3. 1.)
(EKIW: Lektion 48, 3. 1.)
Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei.
Der deutsche Schriftsteller Jean Paul (1763 - 1825) drückte es in seiner "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei." folgendermaßen aus: "Das ganze geistige Universum wird durch die Hand des Atheismus zersprengt und zerschlagen in zahlenlose quecksilberne Punkte von Ichs, welche blinken, rinnen, irren, zusammen und auseinander fließen, ohne Einheit und Bestand. Niemand ist im All so sehr allein als ein Gottesleugner - er trauert mit einem verwaiseten Herzen, das den größten Vater verloren."
Jean Paul, schrieb als Begleitnotiz zu seinem Text: "Wenn einmal mein Herz so unglücklich und ausgestorben wäre, daß in ihm alle Gefühle, die das Dasein Gottes bejahen, zerstöret wären: so würd’ ich mich mit diesem meinem Aufsatz erschüttern und - er würde mich heilen und mir meine Gefühle wiedergeben."
Zwei mystische Erfahrungen in frühen Jahren gaben dem Gang seiner geistigen Entwicklung eine unverlierbare Richtung. Und so beschrieb Jean Paul bereits im 18. Jahrhundert genau das, was wir als Menschheit derzeit im großen Stil erleben - zahlenlose quecksilberne Punkte von Ichs, welche blinken, rinnen, irren, zusammen und auseinander fließen, ohne Einheit und Bestand.
Der deutsche Schriftsteller Jean Paul (1763 - 1825) drückte es in seiner "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei." folgendermaßen aus: "Das ganze geistige Universum wird durch die Hand des Atheismus zersprengt und zerschlagen in zahlenlose quecksilberne Punkte von Ichs, welche blinken, rinnen, irren, zusammen und auseinander fließen, ohne Einheit und Bestand. Niemand ist im All so sehr allein als ein Gottesleugner - er trauert mit einem verwaiseten Herzen, das den größten Vater verloren."
Jean Paul, schrieb als Begleitnotiz zu seinem Text: "Wenn einmal mein Herz so unglücklich und ausgestorben wäre, daß in ihm alle Gefühle, die das Dasein Gottes bejahen, zerstöret wären: so würd’ ich mich mit diesem meinem Aufsatz erschüttern und - er würde mich heilen und mir meine Gefühle wiedergeben."
Zwei mystische Erfahrungen in frühen Jahren gaben dem Gang seiner geistigen Entwicklung eine unverlierbare Richtung. Und so beschrieb Jean Paul bereits im 18. Jahrhundert genau das, was wir als Menschheit derzeit im großen Stil erleben - zahlenlose quecksilberne Punkte von Ichs, welche blinken, rinnen, irren, zusammen und auseinander fließen, ohne Einheit und Bestand.
Wenn man in die Tiefe geht, erkennt man, dass Besonderheit nicht wirklich etwas zwischen Menschen ist, sondern dass das Ego an sich, der Glaube an Trennung, der Glaube, eine von den anderen getrennte Person zu sein, von GOTT getrennt zu sein, das ist, was Besonderheit ausmacht. Es ist das Autoritätsproblem. Es ist der Glaube, es gäbe mehr als ALLES, mehr als den HIMMEL, das ist das Ego. Über diesen zentralen Irrtum hat das Ego Schichten über Schichten von Vorstellungen gelegt. Jede Fragmentierung ist Ausdruck von Besonderheit. Der Glaube, als Seele in dieser Welt zu inkarnieren, ist Ausdruck von Besonderheit.
Die Aufspaltung des weißen Lichts, des Symbols für GOTT und damit für EINHEIT, in die Farben des Regenbogens ist ein wunderbares Symbol für die Welt des Egos. Der Regenbogen ist das Symbol für das wahnsinnige Verlangen nach mehr als ALLES. Auf diese Weise schuf der Trennung träumende Geist eine Welt der Dualität. Das Ego liebt die bunte Vielfalt der Regenbogenfarben, denn sie sind das Symbol für Trennung, für eine fragmentiert wahrgenommene Welt und damit für Individualität.
In dieser Welt des Egos, in dieser Welt der Illusion ist nichts wirklich. Diese Welt ist wie ein Regenbogen: Er scheint da zu sein, ist es aber nicht. Von ganz weit weg ist er scheinbar da, aber je näher wir kommen, desto mehr löst er sich auf. Je näher wir kommen, desto weniger ist er. Wenn wir an dem Punkt ankommen, wo wir den Regenbogen gesehen haben, ist er nicht mehr da.
Das Ego in seinem individuellem Ausdruck ist äußerst raffiniert in seiner Vorgehensweise: Zuerst entwickelt es ein Gefühl für seine eigene Besonderheit und versucht, sich selbst und der Welt zu beweisen, dass es etwas Besonderes und daher anders ist, und ist auch stolz darauf, anders zu sein. Dann - der Gipfel der Verrücktheit - versucht es, die Anerkennung der Gleichheit von denen zu fordern, von denen es sich zuvor durch sein Anderssein abgegrenzt und unterschieden hat.
“Du lebst mit Hilfe von Symbolen. Du hast Namen für alles, was du siehst, erfunden. Ein jedes wird zu einer separaten Wesenheit, die du mit ihrem eigenen Namen identifizierst. Dadurch meißelst du es aus der Einheit heraus. Dadurch kennzeichnest du seine besonderen Eigenschaften und hebst es ab von anderen Dingen, indem du die Betonung auf den Raum legst, der es umgibt. Und diesen Raum legst du zwischen alle Dinge, denen du verschiedene Namen gibst, zwischen alle Geschehnisse hinsichtlich Ort und Zeit und zwischen alle Körper, die du mit einem Namen grüßt.”
(EKIW: Lektion 184, 1.)
Fragmentierung ist das zentrale Bestreben des Egos und damit macht es immer weiter und weiter. Das entsprechende Gesetz in der Physik lautet Entropie. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass die Entropie eines isolierten Systems niemals abnimmt, d.h. die Unordnung in einem abgeschlossenen System nimmt immer zu oder bleibt gleich. Der Begriff "spirituelle Entropie" wird daher manchmal verwendet, um die Tendenz des Geistes zu beschreiben, sich von der EINHEIT (GOTT) zu entfernen. Das Ego fragmentiert die Welt in immer kleinere Teile, Menschen werden nach immer mehr Details beurteilt (Rassen, Ethnien, spirituell-unspirituell, Geschlechtsidentitäten, sexuelle Vorlieben, emotionale Empfindlichkeit, Begabungen, ...) und dann versucht das Ego, seine Vorstellung von weltlicher Gerechtigkeit zwischen all diesen Fragmenten herzustellen. Doch Ungerechtigkeit ist die Basis für alle Urteile der Welt. In der Form gibt es nur Unterschiede, Gleichheit in der Form ist unmöglich. Eine weltliche Gerechtigkeit ist daher ein Ding der Unmöglichkeit und genau mit dem Versuch, etwas Unmögliches zu schaffen, hält uns das Ego in der Illusion gefangen.
“Nur die können angreifen, die verschieden voneinander sind. Also ziehst du den Schluss, du und dein Bruder müsstet verschieden sein, weil du angreifen kannst. Der HEILIGE GEIST jedoch erklärt das anders. Weil du und dein Bruder nicht verschieden seid, könnt ihr nicht angreifen. Beide Standpunkte sind logische Schlüsse. Jeder konnte vertreten werden, aber niemals beide. Die einzige Frage, die zu beantworten ist, um zu entscheiden, welcher wahr sein muss, ist die, ob du und dein Bruder verschieden seid. Vom Standpunkt dessen aus, was du verstehst, sieht es so aus, als wärt ihr es und könntet deswegen angreifen. Von beiden Alternativen scheint diese die natürlichere zu sein und mit deiner Erfahrung besser übereinzustimmen. Und deshalb ist es nötig, dass du andere Erfahrungen machst, die der Wahrheit besser entsprechen, um dich zu lehren, was natürlich und was wahr ist.”
(EKIW: Kapitel 22, VI. 13.)
Vielfalt ist die Würze des Lebens, sagt die Stimme des Egos. In Wahrheit ist Vielfalt die Würze des Todes, denn nur ein Todeswunsch kann versucht sein, die absolute EINHEIT, die bedingungslose LIEBE, den grenzenlosen GEIST mit einem Schleier des Vergessens und der Illusion von Trennung zu überdecken.
“Die Angst hat alles, was du zu sehen meinst, gemacht: Jede Trennung, alle Unterscheidungen und die Vielzahl der Unterschiede, von denen du glaubst, dass sie die Welt ausmachen. Sie alle gibt es nicht.”
(EKIW: Lektion 130, 4. 1.-3.)
Die wahre Symbolik des Regenbogens ist, dass wir trotz aller scheinbaren Unterschiede, die uns die Augen des Körpers zeigen, aus einer Quelle stammen, dass es nur eine Wirklichkeit, dass es nur Ganzheit gibt. Die Schau CHRISTI schaut auf alles im Licht GOTTES, in diesem Zustand erstrahlt die Welt und erscheint sogar noch viel bunter, allerdings findet im Geist keine Unterscheidung der Farben statt, es findet keine Fragmentierung statt. Wir nehmen alle Farben in einem Zustand innerer Stille wahr. Wir sagen nicht: "Rot, orange, braun, grün". Wir beobachteten die Buntheit von einem Ort der völligen Unbefangenheit aus, aus dem Zeugenbewusstsein heraus, jenseits aller Urteile.
Wobei der moderne Trend zur Individualisierung auch einem höheren Zweck unter SEINER Führung dient, nämlich als Vorbereitung darauf, dass wahre Spiritualität eine individuell durch den HEILIGEN GEIST gelenkte Bruderschaft im Geiste ist und keine soziale Gemeinschaft in Form einer Kirche. Sie ist eine persönliche Erfahrung des Menschen mit seinesgleichen auf Erden und mit dem VATER im HIMMEL.
Und wir können uns erst dann wahrhaftig gegen das Ego und für GOTT entscheiden, wenn wir uns der Trennung und des daraus resultierenden Leidens bewusst geworden sind, wenn wir uns als “zahlenlose quecksilberne Punkte von Ichs, welche blinken, rinnen, irren, zusammen und auseinander fließen, ohne Einheit und Bestand” erfahren haben. Bevor ein echter spiritueller Weg überhaupt beginnen kann, bedarf es daher der Befreiung aus der Identifikation mit dem Kollektiv, mit der kulturellen und religiösen Gruppe, mit sozialen Gruppen und mit der Familie. Der spirituelle Weg ist das widersprüchlichste Phänomen, das es gibt. Ja, man braucht ein gewisses Maß an Individualität - aber im vollen Bewusstsein, dass diese Individualität zu nichts führt. Man muss diese Erfahrung der Individualität machen, nur um zur Nicht-Individualität zu gelangen, nur um auf einem ganz individuellen Weg zur Erfahrung der EINHEIT zu gelangen.
Hochsensibilität
Das psychophysiologische Konstrukt der Hochsensibilität stammt von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron. Nach ihrer „Vorstellung bedeutet Hochsensibilität sowohl eine hohe Sensitivität für subtile Reize als auch eine leichte Übererregbarkeit“. Mehrere hundert Forschungsstudien zu Themen im Zusammenhang mit Hochsensibilität zeigen auch, dass hochsensible Personen (HSP) derzeit sehr beliebt bzw. „in Mode“ sind. Wenn sich jemand als hochsensibel erlebt, ist es wichtig, nicht der Einladung des Egos zu folgen und daraus eine Besonderheit zu machen. Richtig verstanden bedeutet Hochsensibilität, dass jemand die Auswirkungen seiner eigenen Urteile auf sich selbst sehr intensiv wahrnimmt, und das ist eine wunderbare Voraussetzung für die Arbeit mit dem Kurs.
Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt, und wir schauen nach innen, bevor wir nach außen schauen. Während wir nach innen schauen, wählen wir den Führer für unser Sehen - das Ego oder den HEILIGEN GEIST, und dann schauen wir nach außen und sehen seine Zeugen. Deshalb finden wir, was wir suchen. Was wir innerlich wollen, das werden wir durch Projektion manifest machen, und wir werden es von der Welt akzeptieren, weil wir es dadurch in sie hineingelegt haben, dass wir es wollen. Alles, was wir an Unstimmigkeiten in der Welt wahrnehmen, sind Unstimmigkeiten in unserem eigenen Geist, Ausdruck unseres egoischen Wollens.
Schon im III. Abschnitt des 2. Kapitels beschreibt Jesus im Kurs sehr genau, dass ein im Ego-Denksystem gefangener Wille eine Situation verursacht, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag groß sein, sie ist aber nicht grenzenlos. Schließlich beginnt ein jeder zu begreifen - wie undeutlich auch immer -, dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt. Dies erweckt schließlich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht. Abwechselnd in die beiden Ebenen der Wahrnehmung zu investieren wird gewöhnlich als Konflikt erfahren, der sich stark zuspitzen kann.
Doch die Stärke der geistigen Schau bringt den Geist in ihren Dienst. Das stellt die Macht des Geistes wieder her und macht ihn zunehmend unfähig, Verzögerungen zu ertragen, da er begreift, dass dies nur zu unnötigem Schmerz beiträgt. Als Folge davon wird der Geist zunehmend empfindlicher für das, was er einst als ganz geringfügiges Eindringen von Unbehagen angesehen hätte.
Vergebung ist das einzige Mittel, durch welches die Schau CHRISTI zu uns kommt. Die Schau CHRISTI - die Wahrnehmung unter SEINER Führung - sieht alles im Licht. Die Schau CHRISTI sieht alles mit Liebe an. Wo alles klar ist, ist es ganz heilig.
Das psychophysiologische Konstrukt der Hochsensibilität stammt von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron. Nach ihrer „Vorstellung bedeutet Hochsensibilität sowohl eine hohe Sensitivität für subtile Reize als auch eine leichte Übererregbarkeit“. Mehrere hundert Forschungsstudien zu Themen im Zusammenhang mit Hochsensibilität zeigen auch, dass hochsensible Personen (HSP) derzeit sehr beliebt bzw. „in Mode“ sind. Wenn sich jemand als hochsensibel erlebt, ist es wichtig, nicht der Einladung des Egos zu folgen und daraus eine Besonderheit zu machen. Richtig verstanden bedeutet Hochsensibilität, dass jemand die Auswirkungen seiner eigenen Urteile auf sich selbst sehr intensiv wahrnimmt, und das ist eine wunderbare Voraussetzung für die Arbeit mit dem Kurs.
Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt, und wir schauen nach innen, bevor wir nach außen schauen. Während wir nach innen schauen, wählen wir den Führer für unser Sehen - das Ego oder den HEILIGEN GEIST, und dann schauen wir nach außen und sehen seine Zeugen. Deshalb finden wir, was wir suchen. Was wir innerlich wollen, das werden wir durch Projektion manifest machen, und wir werden es von der Welt akzeptieren, weil wir es dadurch in sie hineingelegt haben, dass wir es wollen. Alles, was wir an Unstimmigkeiten in der Welt wahrnehmen, sind Unstimmigkeiten in unserem eigenen Geist, Ausdruck unseres egoischen Wollens.
Schon im III. Abschnitt des 2. Kapitels beschreibt Jesus im Kurs sehr genau, dass ein im Ego-Denksystem gefangener Wille eine Situation verursacht, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag groß sein, sie ist aber nicht grenzenlos. Schließlich beginnt ein jeder zu begreifen - wie undeutlich auch immer -, dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt. Dies erweckt schließlich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht. Abwechselnd in die beiden Ebenen der Wahrnehmung zu investieren wird gewöhnlich als Konflikt erfahren, der sich stark zuspitzen kann.
Doch die Stärke der geistigen Schau bringt den Geist in ihren Dienst. Das stellt die Macht des Geistes wieder her und macht ihn zunehmend unfähig, Verzögerungen zu ertragen, da er begreift, dass dies nur zu unnötigem Schmerz beiträgt. Als Folge davon wird der Geist zunehmend empfindlicher für das, was er einst als ganz geringfügiges Eindringen von Unbehagen angesehen hätte.
Vergebung ist das einzige Mittel, durch welches die Schau CHRISTI zu uns kommt. Die Schau CHRISTI - die Wahrnehmung unter SEINER Führung - sieht alles im Licht. Die Schau CHRISTI sieht alles mit Liebe an. Wo alles klar ist, ist es ganz heilig.
Es ist eine der zentralen Lernaufgaben des Kurses, zu erkennen, dass wir die Ursache all dessen sein müssen, was uns die Welt scheinbar ungefragt und ungebeten aufzwingt. Wir können die Wirklichkeit unserer Träume erst dann in Frage stellen, wenn wir die Rolle sehen, die wir dabei spielen, sie zu machen und wirklich scheinen zu lassen.
Erlauben wir uns nicht, an den eingebildeten Folgen dessen zu leiden, was nicht wahr ist. Befreien wir unseren Geist vom Glauben, dass das möglich sei. In dessen völliger Unmöglichkeit liegt unsere einzige Hoffnung auf Befreiung. Freiheit von Illusionen liegt nur darin, dass wir sie nicht glauben. Es gibt keinen Angriff, aber es gibt unbegrenzte Kommunikation und daher unbegrenzte Macht und Ganzheit. Die Macht der Ganzheit ist Ausdehnung. Halten wir das, was wir mit GOTT denken, nicht in dieser Welt zurück, dann werden wir unseren Geist für die Schöpfung in GOTT öffnen.
Das Ego ist ein Symbol der Unmöglichkeit, eine Entscheidung für Wahlmöglichkeiten, die nicht existieren. Das Ego hat Angst vor GOTT, vor dem strahlenden weißen Licht und SEINER EINHEIT. Eine der Strategien des Egos, die Illusion der Trennung aufrechtzuerhalten, besteht daher darin, sich von der Masse abzuheben. Alles, was irgendwie nach Masse klingt, wird verurteilt, und nur das Besondere wird gewürdigt. Gerade im religiösen und spirituellen Kontext ist die Idee von der eigenen Besonderheit weit verbreitet. In diesem Zusammenhang ist manchmal von “Auserwählten” die Rede. In EKIW verweist Jesus darauf, dass der Satz aus der Bibel „Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt“ (Matthäus 22,14) richtigerweise lauten sollte: “Alle sind berufen, aber wenige wählen es, zu hören.“ Deshalb wählen sie nicht richtig.
Einer der bekanntesten Sprüche aus der Zen-Mystik lautet: “Wenn du es schaffst, einfach nur gewöhnlich zu sein, bist du außergewöhnlich geworden.” Nur wer keinen Hehl aus seiner Gewöhnlichkeit macht, ist außergewöhnlich - weil jeder darauf aus ist, außergewöhnlich zu sein, und somit der Wunsch nach Außergewöhnlichkeit sehr gewöhnlich ist. Diese ganze Welt ist ein sich Abmühen, um außergewöhnlich zu sein. Die einen versuchen es mit Politik, die anderen versuchen es mit Geschäften, wieder andere versuchen es mit Sport und wenn all das nicht mehr funktioniert, dann versuchen sie es sogar mit Spiritualität. Aber die Gier bleibt dieselbe.
Mystische Erfahrungen, also außergewöhnliche subjektive Wahrheitserfahrungen sind für die Mehrheit der Menschheit nicht verständlich und daher nur für andere spirituell Suchende von Bedeutung. Dies führt im Geist eines spirituell gereiften Menschen - der schon mystische Erfahrungen gemacht hat - zu dem Bestreben, gewöhnlich zu sein, denn gerade das Gewöhnliche an sich ist Ausdruck der Göttlichkeit; die Wahrheit des eigenen wahren SELBST kann auf dem Weg des Alltags entdeckt werden. Mit Sorgfalt und Freundlichkeit zu leben ist alles, was notwendig ist. Der Rest offenbart sich zu gegebener Zeit. Das Alltägliche und GOTT sind nicht voneinander zu trennen.
"GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist."
(EKIW: Lektion 30)
(EKIW: Lektion 30)
Im Kurs werden im Kapitel über die Entwicklung des Vertrauens sechs Phasen beschrieben. Die vierte Stufe, die der Lehrer GOTTES durchlaufen muss, wird als eine »Phase des Zur-Ruhe-Kommens« bezeichnet. In der Beschreibung dieser Phase heißt es: ”Doch wenn er bereit ist, weiterzugehen, geht er mit mächtigen Gefährten an seiner Seite.” Auch diese “mächtigen Gefährten“ sind keine auserwählten, besonderen Personen, denn jeder Bruder ist ein mächtiger Gefährte – wir müssen ihn nur als solchen erkennen. Mit der Aussage von den mächtigen Gefährten wird darauf hingewiesen, dass wir genau das nun erkannt haben.
Stolz
Es ist ironisch, dass Menschen mit starken spirituellen Überzeugungen oft viel starrer sind, viel unbewusster urteilen und sich in ihrer Umgebung unwohler fühlen als Menschen, die wenig Interesse an spirituellen Lehren haben. Denjenigen, die das Konzept der Einheit schätzen, fehlt oft der Wunsch, Einheit und Gleichheit mit allen Menschen zu fühlen. So ist auch die Einteilung in spirituelle und unspirituelle Menschen ein Urteil aus dem dualen Gedankensystem des Egos. Es ist der Glaube an die eigene Besonderheit, der Glaube an und das Verlangen nach Trennung, das sich hinter einem solchen Urteil verbirgt.Die größte Gefahr am Weg des spirituellen Erwachens ist Stolz - der Glaube an die eigene Besonderheit. Das liegt unter anderem daran, dass es bei der persönlichen Entwicklung, wie sie die Welt lehrt, darum geht, Selbstvertrauen zu entwickeln, während es auf dem spirituellen Weg darum geht, Vertrauen in das wahre SELBST - in GOTT - zu entwickeln. Dies sind zwei grundlegend verschiedene Ausrichtungen. Stolz ist berauschend, aber trügerisch, das Vertrauen in die Führung durch den HEILIGEN GEIST hingegen führt zu wahrem inneren Frieden.
Wir sind nicht besonders, wir sind heilig. Nur kann das Ego das nicht begreifen und nutzt es für seine Zwecke, indem es versucht, uns einzureden, wir könnten unser persönliches Selbst zu unserer Heiligkeit erklären. Unsere Wirklichkeit ist Heiligkeit, jenseits aller Gedanken der Heiligkeit, die wir uns jetzt vorstellen können, aber nicht unser persönliches Selbst - das ist eine Illusion. Unser Glaube an unsere persönliche Großartigkeit ist in Wahrheit der Glaube an unsere Kleinheit. Alles in dieser Welt ist klein, denn es ist eine Welt, die aus Kleinheit gemacht ist im seltsamen Glauben, dass Kleinheit uns zufriedenstellen kann.
Besonderheit vergleicht immer, denn sie wird durch einen Mangel, der im anderen gesehen wird, begründet und beibehalten. Und immer würde der, den sie auf diese Weise klein macht, unser Erlöser sein, hätten wir uns nicht entschieden, ihn stattdessen zu einem kleinen Maßstab für unsere Besonderheit zu machen. Gegen die Kleinheit, die wir in ihm sehen, stehen wir groß und stattlich da, rein und ehrlich, lauter und unbefleckt im Vergleich zu dem, was wir sehen. Und wir verstehen nicht, dass wir es selbst sind, den wir auf diese Weise klein machen.
Der Glaube an die eigene persönliche Großartigkeit ist Größenwahn und Größenwahn ist immer ein Deckmantel der Verzweiflung. Er ist hoffnungslos, weil er nicht wirklich ist. Er ist ein Versuch, unserer Kleinheit entgegenzuwirken, und beruht auf dem Glauben, dass die Kleinheit wirklich ist. Ohne diesen Glauben ist der Größenwahn bedeutungslos, und wir könnten ihn unmöglich wollen. Es ist ein wahnhafter Versuch, jemand anderen zu übertreffen, nicht aber den Irrtum hinsichtlich unserer Identität aufzuheben. Es der Versuch Größe in Kleinheit zu finden. Es ist der Glaube, Kleinheit könne zu einem Gefühl von Größe aufgeblasen werden, das uns zufriedenstellen kann. Doch Größe ist in Kleinheit nicht zu finden.
Was die Welt unter Selbstverwirklichung lehrt, ist der Übergang vom Minderwertigkeitsgefühl zum Größenwahn. Wenn dieser Übergang zu gelingen scheint, ist das im ersten Moment ein berauschendes Gefühl, etwas, das sich gut anfühlt. Betrachtet man die von David R. Hawkins ermittelten unterschiedlichen Energieniveaus von Emotionen, so zeigt sich, dass Stolz ein wesentlich höheres Energieniveau als Hilflosigkeit und Apathie hat. Doch auch Stolz ist immer noch eine negative Emotion und damit destruktiv. Irgendwann lässt dieser Rausch nach und es bleibt eine innere Leere zurück, denn Größenwahn ist nicht der tiefe Frieden, den wir in Wahrheit von ganzem Herzen suchen. Beides - Minderwertigkeit und Größenwahn - sind immer noch egoische Zustände, und hinter beiden verbirgt sich Angst. In beiden Zuständen ist wahre Liebe unmöglich. Wir alle wissen aus Erfahrung, dass eine PrinzessIn sich in einen Frosch verwandelt, wenn man sie küsst.
Es ist leicht, Größe von Größenwahn zu unterscheiden, weil Liebe erwidert wird, Stolz aber nicht. Stolz erzeugt keine Wunder und entzieht uns daher die wahren Zeugen unserer Wirklichkeit. Unsere Kleinheit täuscht uns, aber unsere Größe ist von IHM, DER in uns wohnt und in DEM wir wohnen. Das Scheinwerferlicht des Egos, mit dem wir unser persönliches Selbst zu beleuchten versuchen, wirft harte Schatten. Das Licht GOTTES hingegen löst alle Schatten auf, es erleuchtet uns und lässt uns in Liebe strahlen.
Der heilige Augenblick birgt die ganze Befreiung von der Kleinheit. Wir dürfen jedoch nicht glauben, dass wir die Erlösung auf unsere eigene, ganz persönliche Weise finden und haben können. Es gilt, jeden Plan, den wir für unsere Erlösung gemacht haben, aufzugeben, im Tausch für GOTTES Plan. SEINER wird uns zufrieden stellen, und nichts sonst kann uns Frieden bringen. Denn Friede ist von GOTT und von niemandem außer IHM. Seien wir demütig vor IHM und dennoch groß in IHM. Die Demut wird nie verlangen, dass wir uns weiterhin mit Kleinheit zufriedengeben. Vielmehr erfordert sie, dass wir uns nicht mit weniger zufriedengeben als mit einer Größe, die nicht von uns kommt.
Aufrichtige Bescheidenheit fließt aus der tiefsitzenden Erkenntnis, dass wir uns nicht selbst erlösen können, dass wir erschaffen sind und nicht unser SCHÖPFER sind, dass wir Wirkung sind und nicht Ursache (im absoluten Sinn), dass das, was LEBEN genannt wird, nicht unseres ist, dass es da etwas jenseits unseres Vermögens an Kontrolle und intellektuellem Verständnis gibt. Und wenn wir das realisieren, dass wir - so sehr wir auch danach streben mögen - mit unserem Selbst, unserem kleinen Selbst, niemals diese QUELLE, diesen OZEAN UNENDLICHER TIEFE, umfassen werden, dann werden wir in Bescheidenheit ruhen - in aufrichtiger Bescheidenheit.
Bescheidenheit ist absolut wesentlich. Denn paradoxerweise ist - sobald Größe durch uns ausgedrückt wird - immer noch die Versuchung da, den Ego-Energien zu erlauben, sich in unserem Geist niederzulassen. Ein wahrer Meister empfängt die LIEBE und die Dankbarkeit, die von jenen dargebracht wird, die von seinen Lehren berührt worden sind, und gibt das alles an GOTT weiter, in der Erkenntnis, dass von ihm selbst aus diese Dinge nicht hätten getan werden können. Und wenn wir nichts für uns selbst beanspruchen, können alle Dinge durch uns fließen. Und der HEILIGE GEIST kann Millionen von Wesen herbeiziehen, die auf vielen Ebenen zu uns kommen, weil er weiß, wir werden die LIEBE GOTTES nicht verzerren, indem wir GOTTES Position einnehmen und uns selbst auf den Thron setzen.
Ein wahrer Meister verleugnet niemals die Notwendigkeit der Disziplin, die auf der Grundlage von Bescheidenheit basiert. Wir werden erkennen, was uns dazu gebracht hat, die Energie des Verlangens zu fürchten, weil wir uns in der Vergangenheit (und das kann lange Zeit zurückliegen) entschieden haben herauszufinden, wie es wäre, alle Macht für uns selbst zu beanspruchen - um sie zu benutzen, der Stimme des Ego zu dienen. Und das ist es, was wir fürchten. Doch wenn wir Verlangen, Absicht, Erlauben, Hingabe und Verantwortlichkeit kultivieren und sie auf Bescheidenheit gründen, werden wir niemals den Missbrauch von Verlangen fürchten müssen.
Der einzige Unterschied dazwischen, ein Meister zu sein oder ein Schüler zu sein, besteht darin, dass der Meister die Kunst gemeistert hat, immer ein Schüler zu sein.
Unsere besondere Funktion in der Erlösung
Auf dem Weg des spirituellen Erwachens ist unsere einzige wahre Funktion Vergebung. Das bedeutet, die Berichtigung unseres gespaltenen Geistes durch den HEILIGEN GEIST anzunehmen. In diesem Prozess der Berichtigung, im Heilsplan des HEILIGEN GEISTES, ist für uns eine ganz besondere Funktion vorgesehen. Diese Funktion ist einzigartig und in diesem Sinne besonders, aber es ist die Funktion und nicht wir als Person, daher trennt uns diese besondere Funktion nicht von unseren Brüdern, sondern verbindet uns mit ihnen. Sie erhebt uns nicht über unsere Brüder und Schwestern. Vielmehr erinnert sie uns an unsere Ebenbürtigkeit und daran, dass wir alle auf einer Stufe stehen. Es ist wie ein riesiges Puzzle, wir sind ein ganz bestimmtes Teil in diesem Puzzle und auch wenn dieser einzelne Aspekt im großen Ganzen winzig ist, so ist er doch notwendig, um das Bild komplett zu machen.
“Das ist die gütige Wahrnehmung des HEILIGEN GEISTES von der Besonderheit; so verwendet ER das, was du gemacht hast, zum Heilen statt zum Schaden. Jedem gibt ER eine besondere Funktion in der Erlösung, die er allein erfüllen kann, eine Rolle nur für ihn. Und der Plan ist nicht vollständig, so lange er seine besondere Funktion nicht findet und die Rolle nicht erfüllt, die ihm zugewiesen wurde, um sich in einer Welt, in der Unvollständigkeit herrscht, vollständig zu machen.”
(EKIW: Kapitel 25, VI. 4.)
“Der HEILIGE GEIST braucht deine besondere Funktion, damit die SEINE erfüllt werde. Denke nicht, es mangle dir hier an einem besonderen Wert. Du wolltest ihn, und er ist dir gegeben. Alles, was du gemacht hast, kann leicht und gut der Erlösung dienen. Der GOTTESSOHN kann keine einzige Wahl treffen, die der HEILIGE GEIST nicht zu seinen Gunsten nutzen könnte anstatt gegen ihn. Nur in der Dunkelheit sieht deine Besonderheit wie Angriff aus. Im Licht siehst du sie als deine besondere Funktion im Plan, den GOTTESSOHN von jedem Angriff zu erlösen und ihm verständlich zu machen, dass er sicher ist, wie er es immer war und in der Zeit als auch in Ewigkeit gleichermaßen bleiben wird. Das ist die Funktion, die dir für deinen Bruder gegeben ist. So nimm sie daher sanft aus deines Bruders Hand, und lass die Erlösung in dir vollkommen erfüllt werden. Tu dieses eine, damit alles dir gegeben werde.”
(EKIW: Kapitel 25, VI. 7.)
Achtung Ego-Falle
Die besondere Funktion, dieses eine, das zu tun ist, ist nicht eine konkrete Rolle in der Welt, die uns einmal von IHM zugewiesen wird und dann immer gleich bleibt. Es geht nicht darum, eine bestimmte Rolle in der Welt einzunehmen und damit ist die Sache erledigt. Die besondere Funktion ist ein ständiges Gebet, eine ständige Kommunikation mit dem HEILIGEN GEIST. Heilung beruht auf Zusammenarbeit mit IHM. ER kann uns sagen, was wir tun sollen, aber unsere Mitarbeit muss darin bestehen, IHM zu glauben, dass ER weiß, was wir tun sollen. Das Geschehen auf der Ebene der Form wird sich weiterhin verändern, aber unsere Geisteshaltung ist konstant auf Heilung ausgerichtet – in jedem Moment und gegenüber jedem Bruder.
Die besondere Funktion, dieses eine, das zu tun ist, ist nicht eine konkrete Rolle in der Welt, die uns einmal von IHM zugewiesen wird und dann immer gleich bleibt. Es geht nicht darum, eine bestimmte Rolle in der Welt einzunehmen und damit ist die Sache erledigt. Die besondere Funktion ist ein ständiges Gebet, eine ständige Kommunikation mit dem HEILIGEN GEIST. Heilung beruht auf Zusammenarbeit mit IHM. ER kann uns sagen, was wir tun sollen, aber unsere Mitarbeit muss darin bestehen, IHM zu glauben, dass ER weiß, was wir tun sollen. Das Geschehen auf der Ebene der Form wird sich weiterhin verändern, aber unsere Geisteshaltung ist konstant auf Heilung ausgerichtet – in jedem Moment und gegenüber jedem Bruder.
Es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern: Es gibt keine Menschen, die mich nichts angehen. Alle Menschen sind meine Brüder. Was immer ich sehe, spiegelt meine Gedanken wider. Meine Gedanken sind es, die mir sagen, wo ich stehe und was ich bin.
“Es gibt eine Tendenz zu denken, die Welt könne Trost und Entrinnen aus Problemen bieten, die zu behalten ihr Zweck ist. Weshalb sollte dies sein? Weil sie ein Ort ist, wo die Wahl zwischen Illusionen die einzige Wahl zu sein scheint. Und wo du die Kontrolle über die Ergebnisse deines Wählens hast. Also glaubst du, in der engen Spanne von Geburt bis Tod sei dir ein wenig Zeit gegeben, die du für dich alleine nutzen kannst; eine Zeit, in welcher jeder mit dir in Konflikt ist, du aber wählen kannst, welcher Weg dich aus Konflikt und weg von Schwierigkeiten führen wird, die nicht deine Sache sind. Doch sind sie deine Sache. Wie also kannst du ihnen dann dadurch entrinnen, dass du sie hinter dir lässt? Was mit dir gehen muss, das wirst du mit dir nehmen, welchen Weg entlangzugehen du auch die Wahl triffst.”
(EKIW: Kapitel 31, IV. 1.)
Die Tatsache wahrer Spiritualität besteht ganz und gar in der spirituellen Erfahrung und diese Erfahrung ist immer auch eine Erfahrung von Einheit. Sie trägt den Menschen aus sich heraus und weit über sich hinaus, sobald er sich voll bewusst wird, dass in ihm etwas lebt, das ewig und göttlich ist. Und so kommt es, dass das lebendige Wissen um unseren übermenschlichen Ursprung und die Vorstellung, dass wir alle Kinder Gottes sind, das Gefühl echter Mitmenschlichkeit bestätigt und verwirklicht.
Wenn wir im Frieden Gottes ruhen, so ist dieser Frieden völlig unabhängig davon, ob wir uns gerade in einem tibetischen Kloster am Fuße des Kailash oder in einem Einkaufszentrum am Samstagnachmittag befinden. In diesem Geisteszustand werden wir uns in der Gegenwart anderer Menschen nie unwohl fühlen. Solange unser Geistesfrieden jedoch von scheinbar äußeren Umständen abhängt, hat dies nichts mit spirituellem Erwachen zu tun. Erwacht sein bedeutet, von der Illusion der Trennung erlöst zu sein. Wer sich im erwachten Geisteszustand befindet, ist in Frieden und bringt Frieden mit, wohin auch immer er geht. Dunkelheit, Aufruhr und Angst sind verschwunden. Das Licht ist gekommen.
Gesetze des Chaos
Es ist wichtig, die “Gesetze” des Chaos ans Licht zu bringen und zu verstehen, wozu sie da sind. Es sind die Gesetze, die die vom Ego gemachte Welt beherrschen. Und dennoch herrschen sie über nichts und sind bedeutungslos. Sie brauchen nicht gebrochen, sondern nur betrachtet und überschritten werden.-
Die Wahrheit ist für jeden eine andere.
Wie alle diese Grundsätze behauptet dieses, dass jeder separat ist und eine andere Gedankenausrichtung hat, die ihn von den andern abhebt. Dieser Grundsatz entspringt dem Glauben, es gebe eine Hierarchie der Illusionen; einige seien wertvoller und deshalb wahr. Jeder legt dies für sich selbst fest und macht es wahr durch seinen Angriff auf das, was ein anderer wertschätzt. Und das ist gerechtfertigt, weil die Werte sich voneinander unterscheiden und die, die sie haben, scheinbar nicht gleich und deshalb Feinde sind.
Wann immer wir glauben, eine bessere politische oder wirtschaftliche Lösung zu kennen als unser Bruder, wann immer wir glauben, uns gesünder zu ernähren oder umweltfreundlicher zu verhalten als unser Bruder, glauben wir an eine Hierarchie der Illusionen. Doch Illusionen sind Illusionen - eine Hierarchie ergibt keinen Sinn. Es gibt keine persönliche Wahrheit, nur eine persönliche Wahrnehmung, aber keine Wahrnehmung erreicht die Wirklichkeit, die uns jenseits aller Illusionen erwartet. -
Jeder muss sündigen und verdient deshalb Angriff und den Tod.
Dieser Grundsatz, der mit dem ersten eng verwandt ist, ist die Forderung, dass Irrtümer nach Strafe und nicht nach Berichtigung verlangen. Denn die Zerstörung dessen, der den Irrtum begeht, stellt ihn jenseits der Berichtigung und der Vergebung. So wird, was er getan hat, als unwiderrufliches Urteil über ihn gedeutet, welches zu überwinden selbst GOTT machtlos ist.
Der Gedanke der Strafe zieht sich durch unser gesamtes Leben, von der Kindererziehung über den Sport und die Wirtschaft bis hin zum staatlichen Strafvollzug. Eine Welt ohne Strafe scheint kaum vorstellbar zu sein. -
GOTT muss den Glauben SEINES SOHNES darüber, was er ist, akzeptieren und ihn dafür hassen.
Die Angst vor GOTT wird durch diesen dritten Grundsatz noch verstärkt. Jetzt kann es keine Befreiung, kein Entrinnen geben. So wird die SÜHNE nun zum Mythos, und Rache ist der WILLE GOTTES, nicht Vergebung. Die Bibel ist voll von Verweisen auf den Zorn Gottes und in anderen Religionen ist es nicht viel anders. Wir dürfen nicht glauben, dass das Ego es uns möglich machen wird, ein Entrinnen aus dem, was es will, zu finden. Es ist die Funktion dieses Kurses, der dem, was dem Ego lieb und teuer ist, keinen Wert beimisst. -
Wir haben, was wir genommen haben.
Für das Ego ist nur wertvoll, was es nimmt. Dadurch wird der Verlust des anderen unser Gewinn, und so wird nicht wahrgenommen, dass wir nie jemandem etwas nehmen können als uns selbst. Alle anderen Gesetze müssen zu diesem führen. Denn Feinde geben einander nicht bereitwillig, noch würden sie die Dinge mit andern zu teilen suchen, die sie selber schätzen.
Hier sieht man alle Mechanismen der Verrücktheit zutage treten: der "Feind", der dadurch stark gemacht wird, dass er das wertvolle Erbe, welches unser sein sollte, versteckt hält; unser gerechtfertigter Standpunkt und Angriff wegen dem, was vorenthalten worden ist; und der unvermeidliche Verlust, den der Feind erleiden muss, damit wir gerettet werden. Auf diese Art beteuern die Schuldigen ihre "Unschuld". Wären sie durch das skrupellose Verhalten des Feindes nicht zu diesem gemeinen Angriff gezwungen worden, würden sie nur mit Güte reagieren. Indessen können Gütige in einer brutalen Welt nicht überleben, deshalb müssen sie nehmen, sonst wird ihnen genommen.
Das Ego fordert immer gegenseitige Rechte, weil es konkurriert, statt zu lieben. Es ist immer bereit, einen Handel abzuschließen, kann aber nicht verstehen, dass wie ein anderer zu sein bedeutet, dass es nicht möglich ist, einen Handel abzuschließen. Bei dem egoischen Versuch, einen Handel abzuschließen, gibt es keinen Unterschied zwischen einem Handel mit Hilfe von Geld oder einem regionalen Tauschkreis ohne Geld. Auch Tauschkreise sind nur eine subtile Strategie des Egos, um seinen Wahnsinn zu verschleiern und zu beschönigen. Nicht das Geld an sich ist das Problem, sondern die Idee des Tauschens. Geld vereinfacht lediglich diesen Vorgang und darin liegt sein großer Vorteil.
Geistige Entwicklung bedeutet nicht, das Tauschen zu verkomplizieren, indem wir das Geld abschaffen, sondern mit dem Tauschen aufzuhören und ins Teilen zu kommen. Mit Menschen, mit denen man in Liebe verbunden ist, tauscht und handelt man nicht, sondern man teilt. Eltern teilen ihr Einkommen mit ihren Kindern. Auch innerhalb eines Indianerstammes wurde nicht getauscht: Der Jäger, der den Hirsch gejagt hat, hat nicht mit den anderen getauscht, sondern einfach seinen Beitrag zur Gemeinschaft geleistet. Getauscht wurde immer nur mit Feinden, also mit Menschen, die nicht zur eigenen Gemeinschaft gehörten, mit anderen Stämmen oder den weißen Eindringlingen.
In höher entwickelten Zivilisationen tauschen Wesen nicht, sondern sie teilen. Jeder leistet freudig den seinen Fähigkeiten entsprechenden Beitrag. Diese Beiträge werden weder bewertet noch verglichen. Ein mit dem GEIST DER LIEBE verbundener Geist leistet seinen Beitrag aus reiner Freude, Inspiration und Begeisterung. Er weiß, dass Geben und Empfangen eins sind. Allein dadurch fällt der riesige Verwaltungsaufwand, den wir derzeit auf der Erde noch für notwendig halten, ganz von selbst weg (Finanzamt, Steuerberater, Hartz-IV-Regelungen und dergleichen). Auch alles, was wir an Ressourcen für Werbung und Marketing verschwenden, fällt dann weg, da es keinen Sinn ergibt, den Besitz und Verbrauch von Ressourcen – und damit das Gefühl des Mangels – durch psychologische Beeinflussung, also bewusste Täuschung, zu fördern. In der Werbung ist Lügen sogar gesetzlich erlaubt, dafür gibt es einen eigenen Paragrafen.
Im Kurs heißt es: "Die Einführung der Vernunft in das Gedankensystem des Ego ist der Anfang von dessen Aufhebung, denn die Vernunft und das Ego widersprechen einander." Ein Beispiel dafür, dass Vernunft und Ego sich widersprechen, ist das Thema Werbung und Marketing im Allgemeinen sowie Neuromarketing im Besonderen. Dabei nutzen wir all unser modernes wissenschaftliches Wissen (Neurowissenschaft, Psychologie, Verhaltensforschung) und eine Unmenge an Arbeitszeit, um uns gegenseitig zu manipulieren und zu täuschen. Das ist nicht vernünftig, denn sowohl Zeit als auch wissenschaftliches Wissen könnten wesentlich hilfreicher eingesetzt werden.
Der Wahnsinn des Ego-Denksystems zeigt sich ganz deutlich daran, dass wir nicht merken, wie verschwenderisch und ineffizient der wirtschaftliche Wettbewerb ist. Diese Form des Wirtschaftens produziert eine Unmenge an Arbeit, die niemandem nützt. Schätzungsweise 80 % aller derzeit von Menschen verrichteten Arbeit sind allein dem Glauben an Trennung geschuldet und ergeben ohne diesen überhaupt keinen Sinn. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist ein Aspekt dieses Wahnsinns, an den wir uns bereits so sehr gewöhnt haben, dass er uns kaum noch auffällt.
Wir haben uns bereits einmal in großem Stil von der Idee der Arbeitsplatzbeschaffung vom Ego verführen lassen. Die Große Depression der 1930er Jahre wurde beendet, indem wir uns zunächst mit der Waffenproduktion, dann mit dem Kriegshandwerk und schließlich mit dem Wiederaufbau beschäftigten. Wie lange wollen wir dieses wahnsinnige Spiel noch spielen?
Dieses vierte Gesetz steht hinter jeder Form des Wettbewerbs. Das Wesen des Größenwahns ist Konkurrenzdenken, weil er immer Angriff beinhaltet. Jede Form des Wettbewerbs ist Krieg, ob es sich nun um einen militärischen Konflikt, wirtschaftliches Konkurrenzdenken oder künstlerischen Wettstreit handelt.
Die École de guerre économique (deutsch: Schule für Wirtschaftskrieg) in Paris wurde 1997 gegründet. Sie ist die erste europäische Institution, die eine Ausbildung für „Angriffs- und Verteidigungsmethoden“ anbietet, mit denen sich die Unternehmen im Kontext der Globalisierung scheinbar auseinandersetzen müssen.
“Ich habe schon gesagt, dass der Freund des Ego kein Teil von dir ist, weil das Ego sich als im Krieg befindlich wahrnimmt und daher glaubt, Verbündete zu brauchen. Du, der du nicht im Krieg bist, musst nach Brüdern Ausschau halten und alle, die du siehst, als Brüder wiedererkennen, weil nur diejenigen, die gleich sind, in Frieden sind. Weil GOTTES gleiche SÖHNE alles haben, können sie nicht konkurrieren. Wenn sie jedoch in irgendwelchen ihrer Brüder irgendetwas anderes wahrnehmen als ihnen vollkommen Gleichgestellte, hat die Idee der Konkurrenz [im engl. Orig.: competition] Einlass in ihren Geist gefunden. Unterschätze nicht, wie nötig es ist, wachsam zu sein gegen diese Idee, weil all deine Konflikte daraus stammen.”
(EKIW: Kapitel 7, III. 3. 1.-5.)
“Jede Wahl in der Welt hängt von diesem ab: Du wählst zwischen deinem Bruder und dir, und du gewinnst so viel, wie er verliert, und das, was du verlierst, ist das, was ihm gegeben wird. Wie steht das doch der Wahrheit ganz und gar entgegen, wo der ganze Zweck der Lektion der ist, zu lehren, dass das, was dein Bruder verliert, du verloren hast, und dass das, was er gewinnt, dir gegeben ist.”
(EKIW: Kapitel 31, IV. 8. 4.-5)
Das vierte Gesetz des Chaos ist die Grundlage unseres modernen Kapitalismus. Der zentrale Ausdruck dieses Denksystems ist unser Geldsystem, das darauf beruht, dass das Guthaben des einen immer die Schuld des anderen ist. Seit Anfang der 1970er Jahre befinden wir uns endgültig in einem Schuldgeldsystem. Das Ego-Denksystem spiegelt sich immer deutlicher in unserem Geldsystem wider und wird damit immer offensichtlicher. Von der Ökonomik (Hausverwaltungskunst) sind wir zur Chrematistik (Kunst des Gelderwerbs) gewechselt und sind uns meist gar nicht mehr bewusst, dass Zinsgewinne ganz grundsätzlich nichts zum Gemeinwohl beitragen, weil der Gewinn des einen immer der Verlust des anderen ist (vgl. Aristoteles). Mit dem Konzept der Zinsen haben wir uns auch noch fest an die Illusion der Zeit gekettet (“Zeit ist Geld.”). Indem es sich an die Zeit klammert, versucht das Ego, dem heiligen Augenblick, dem Jetzt, zu entkommen.
Das einzige Maß für Fortschritt im Denken der westlichen Welt ist das mehr, das unkontrollierte Streben nach mehr, nach endlosem materiellem Wachstum. Ein Wirtschaftswachstum, das sich in einem jährlich konstanten Prozentsatz ausdrückt, ist noch dazu ein exponentielles Wachstum, da sich der Prozentsatz auf einen immer höheren Ausgangswert bezieht. Unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten anzustreben ist reiner Wahnsinn. Es ist eine Störung, eine Krankheit, es ist die gleiche Störung wie sie sich bei Krebszellen zeigt, deren einziges Ziel die Vermehrung ist und die nicht ahnen, dass sie sich selbst zerstören, wenn sie den Organismus zerstören, indem sie leben. Manche Ökonomen sind der Idee des grenzenlosen Wachstums so verhaftet, dass sie nicht mehr ohne das Wort auskommen und eine Rezession als eine Zeit des negativen Wachstums bezeichnen. Wirtschaftswachstum als gesellschaftliches Ziel zu definieren, ist ganz offensichtlich völliger Wahnsinn, und trotzdem fällt es kaum jemandem auf. Das liegt daran, dass es ein zentrales Element des Ego-Denksystems darstellt.
"Jeder Götzenanbeter hegt die Hoffnung, dass seine besonderen Götter ihm mehr geben werden, als andere Menschen haben. Mehr muss es sein. Es spielt nicht wirklich eine Rolle, mehr wovon - mehr Schönheit, mehr Intelligenz, mehr Wohlstand oder sogar mehr Bedrängnis und mehr Schmerz. Für mehr von etwas ist ein Götze da. Und wenn einer versagt, dann nimmt ein anderer dessen Platz ein mit der Hoffnung, mehr von etwas anderem zu finden. Lass dich nicht täuschen von den Formen, die dieses »Etwas« annimmt. Ein Götze ist ein Mittel, um mehr zu bekommen. Und ebendies ist gegen GOTTES WILLEN."
(EKIW: Kapitel 29, VIII. 8. 6.-13.)
In der Welt des Egos folgt unser Streben einem Gesetz, das einst der schottische Ökonom und Moralphilosoph Adam Smith (1723-1790) formulierte. Die unsichtbare Hand (Lehnübersetzung von invisible hand) ist ein metaphorischer Ausdruck, mit dem er die unbewusste Förderung des Gemeinwohls beschrieb. Wenn alle Akteure an ihrem eigenen Wohl orientiert seien, führe die Selbstregulierung des Wirtschaftslebens zu einer optimalen Produktionsmenge und -qualität sowie zu einer gerechten Verteilung. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass wenn jeder maximal egoistisch ist, dies zum Wohle aller führen wird. Einfach formuliert ist diese Lüge sofort zu durchschauen, daher braucht es eine komplizierte Wirtschaftstheorie, um das Offensichtliche zu verschleiern.
Obwohl Wettbewerb eine äußerst verschwenderische und höchst ineffiziente Form des Wirtschaftens ist, hat er in der Praxis zu scheinbar besseren Ergebnissen geführt als der Kommunismus, der auf Ideen der sozialen Gleichheit, des gemeinsamen Eigentums und der kollektiven Problemlösung beruht. Dies liegt ganz einfach daran, dass der Kapitalismus dem Denksystem des Egos entspricht. Der vom Ego getriebene Mensch ist bereit, sich zu seinem vermeintlichem Vorteil bis zum Burnout zu arbeiten, aber für das Gemeinwohl ist er es nicht. Das praktische Scheitern des Kommunismus (Realsozialismus) in vielen Ländern dieser Welt zeigt eines sehr deutlich: Brüderlichkeit ohne GOTT funktioniert nicht, weil ihr die Grundlage fehlt. Für den gottlosen, vom Ego getriebenen Menschen gibt es keine andere Motivation zu wettbewerbsfreier Zusammenarbeit als Angst, und Angst ist keine gute Basis.
In dieser Welt ist daher während der früheren Entwicklungsphasen der Wettbewerb für den Fortschritt der Zivilisation unerlässlich. Erst mit fortschreitender Evolution der Menschheit wird Zusammenarbeit immer wirksamer. In fortgeschrittenen Zivilisationen ist Zusammenarbeit leistungsstärker als Wettbewerb. Die frühen Menschen werden durch den Wettbewerb stimuliert. Die frühe Evolution charakterisiert sich durch das Überleben der biologisch am besten Ausgerüsteten, aber spätere Zivilisationen werden durch intelligente Zusammenarbeit, verstehende Brüderlichkeit und geistige Bruderschaft gefördert. Als Menschheit sind wir noch immer eine äußerst primitive Zivilisation.
Die Betrachtung von Entwicklung erzeugt zwangsläufig eine Hierarchie der Illusionen. Da Entwicklung ein zeitliches Phänomen ist und die Zeit Teil der Illusion ist, ist natürlich auch Entwicklung eine Illusion und damit jede Art von Hierarchie. Die Betrachtung einer "Entwicklung" ist lediglich ein Hilfsmittel auf dem Weg aus der Illusion. Sie hilft uns zu erkennen, wie tief wir noch im Gedankensystem des Egos verstrickt sind und dass wir erst lernen müssen, was die Gerechtigkeit des HIMMELS ist.
“Der Grundsatz, dem zufolge Gerechtigkeit bedeutet, dass niemand verlieren kann, ist für diesen Kurs entscheidend.”
(EKIW: Kapitel 25, IX. 5. 4.) -
Es gibt einen Ersatz für die Liebe.
Das ist die Magie, die all unseren Schmerz „kurieren“ wird, der Faktor, der in unserer Verrücktheit noch gefehlt hat und sie "vernünftig" macht. Das ist der Grund, weswegen wir angreifen müssen. Hier ist das, was unsere Rache rechtfertigt. Alle unsere besonderen Beziehungen bezwecken nur, uns des Ersatzes für die Liebe zu bemächtigen und sie uns anzueignen. Doch die besondere „Liebe“ des Egos ist immer mit Angst verbunden, die Angst um den „geliebten“ Menschen, denn Angst bildet die Basis des Egos. Die "Liebe" des Egos ist immer exklusiv. Wahre Liebe ist GOTTES LIEBE, sie ist absolut inklusive - allumfassend. Es gibt keine Liebe außer der LIEBE GOTTES.
Die besondere Beziehung ist der Verzicht auf GOTTES LIEBE und der Versuch, die Besonderheit für das Selbst zu sichern. Die besondere Beziehung ist ein Ritual der Form, das darauf abzielt, die Form auf Kosten des Inhalts auf den Platz GOTTES zu erheben. In der Form liegt keine Bedeutung und wird sie niemals liegen.
Die Suche nach besonderen Beziehungen (zum eigenen Kind, zum "Herzensmenschen", zum Seelenpartner, zu Gleichgesinnten, ...) ist das Zeichen dafür, dass wir uns mit dem Ego und nicht mit GOTT gleichsetzen. Denn die besondere Beziehung hat nur für das Ego einen Wert. Ist eine Beziehung nicht von besonderem Wert, so ist sie für das Ego bedeutungslos, denn es nimmt alle Liebe als besonders wahr. Doch das kann nicht natürlich sein, denn es gleicht nicht der Beziehung zwischen GOTT und SEINEM SOHN, und alle Beziehungen, die dieser nicht gleichen, müssen unnatürlich sein. Denn GOTT schuf die Liebe, wie ER sie haben wollte, und gab sie, wie sie ist. Die Liebe hat keine Bedeutung, außer wie sie ihr SCHÖPFER durch SEINEN WILLEN definierte. Es ist unmöglich, sie anders zu definieren und zu verstehen.
Auch wenn wir bereits einsehen, dass das Denksystem, das die besondere Beziehung schützt, nur ein Wahnsystem ist, scheint uns dennoch die besondere Beziehung noch immer irgendwie anders zu sein. Die besondere Beziehung hat den imposantesten und täuschendsten Rahmen aller Abwehrmechanismen, deren das Ego sich bedient. Sein Denksystem wird hier angeboten, von einem Rahmen umgeben, der derart schwer und kunstvoll ist, dass das Bild durch seine imposante Beschaffenheit beinahe ausgelöscht wird. In den Rahmen sind vielerlei Arten phantastischer und fragmentierter Liebesillusionen eingeflochten, eingefasst in Opferträume und Träume der Selbsterhöhung, verwoben mit Goldfaden der Selbstzerstörung. Das Glitzern des Blutes leuchtet wie Rubine, die Tränen sind geschliffen, Diamanten gleich, und funkeln in dem trüben Licht, in dem die Gabe dargeboten wird.
Niemand will Verrücktheit, noch klammert jemand sich an seine Verrücktheit, wenn er sieht, dass es sich darum handelt. Was die Verrücktheit schützt, ist der Glaube, sie sei wahr. Es ist die Funktion des Wahnsinns, den Platz der Wahrheit einzunehmen. Er muss als Wahrheit angesehen werden, um geglaubt zu werden. Wenn er aber die Wahrheit ist, dann muss sein Gegenteil, das vorher Wahrheit war, jetzt Verrücktheit sein. Eine solche Umkehrung, die vollständig auf dem Kopf steht, bei der der Wahnsinn geistige Gesundheit, die Illusion wahr, Angriff Güte, Hass Liebe und Mord ein Segen ist, ist das Ziel, dem die Gesetze des Chaos dienen. Das sind die Mittel, durch die GOTTES Gesetze scheinbar umgekehrt werden.
Und dennoch, wie kann es sein, dass man Gesetzen glaubt wie diesen? Es gibt einen seltsamen Trick, der das ermöglicht. In Wahrheit funktioniert er nicht, in Träumen aber, in denen bloß Schatten die Hauptrollen spielen (siehe Platons Höhlengleichnis), scheint er höchst wirkungsvoll zu sein. Kein Gesetz des Chaos könnte den Glauben durch etwas anderes erzwingen als dadurch, dass die Form betont und der Inhalt außer acht gelassen wird. Keiner, der glaubt, dass eines dieser Gesetze wahr ist, sieht, was es aussagt. Einige Formen, die es annimmt, scheinen Bedeutung zu haben, aber das ist alles.
Wenn wir nach einem der Welt immanenten Sinn suchen oder versuchen konkrete weltliche Ereignisse zu verstehen, sind wir wieder einmal der Stimme des Egos gefolgt. Die Gesetze des Egos können niemals verstanden werden, aber es ist wichtig, sie ans Licht zu bringen. Aus den Gesetzen des Chaos folgen dann all die anderen wahnsinnigen Vorstellungen des Ego-Denksystems:
“Denk an die Freiheit in der Einsicht, dass du an all die sonderbaren und verdrehten Gesetze nicht gebunden bist, die du aufgestellt hast, um dich zu retten. Du meinst tatsächlich, dass du verhungerst, wenn du nicht Stapel farbiger Papierschnipsel und Haufen kleiner Scheiben aus Metall besitzt. Du meinst tatsächlich, dass ein kleines rundes Kügelchen oder eine Flüssigkeit, die durch eine spitze Nadel in deine Adern gedrückt wird, Krankheit und Tod abwendet. Du meinst tatsächlich, du seiest allein, wenn nicht ein anderer Körper bei dir ist.
Es ist der Wahnsinn, der diese Dinge denkt. Du sagst, dass sie Gesetze sind, und reihst sie unter verschiedenen Bezeichnungen in einen langen Katalog von Ritualen ein, die nutzlos sind und keinen Zweck erfüllen. Du denkst, du müsstest den »Gesetzen« der Medizin, der Wirtschaft und Gesundheit folgen. Schütze den Körper, und du bist gerettet.
Dies sind keine Gesetze, sondern es ist Wahnsinn. Der Körper wird durch den Geist gefährdet, der sich selbst verletzt. Der Körper leidet bloß, damit der Geist nicht sieht, dass er sein eigenes Opfer ist. Des Körpers Leiden ist eine Maske, die vom Geist emporgehalten wird, um das zu verbergen, was wirklich leidet. Er will nicht verstehen, dass er sein eigener Feind ist; dass er sich selber angreift und sterben will. Das ist es, wovor deine »Gesetze« den Körper schützen wollen. Das ist der Grund, weshalb du meinst, du seiest ein Körper.”
(EKIW: Lektion 76, 3.-5.)
Es gibt kein Leben außerhalb des HIMMELS. “Der HIMMEL ist weder ein Ort noch ein Zustand. Er ist nur ein Gewahrsein vollkommenen EINSSEINS und die Erkenntnis, dass es sonst nichts gibt, nichts außerhalb dieses EINSSEINS und nichts anderes darin.” (EKIW: Kapitel 18, VI. 1. 5.-6.) Wo GOTT das Leben schuf, da muss das Leben sein. In jedem Zustand, der getrennt vom HIMMEL ist, ist Leben eine Illusion. Im besten Fall sieht es so aus wie Leben, im schlimmsten Fall wie Tod. Doch beides sind Urteile über etwas, was nicht Leben ist, und gleich in ihrer Unrichtigkeit und ihrer fehlenden Bedeutung. Leben, das nicht im HIMMEL ist, ist unmöglich, und was nicht im HIMMEL ist, ist nirgendwo. Außerhalb des HIMMELS besteht nur der Konflikt von Illusionen, sinnlos, unmöglich und jenseits jeder Vernunft und dennoch wahrgenommen als eine ewige Schranke vor dem HIMMEL. Illusionen sind nur Formen. Ihr Inhalt ist nie wahr.
Urteilen
Quantenphysik
Die Physik hat bereits im Jahr 1802 mit dem berühmten Doppelspaltexperiment erkannt, dass die Beobachtung, die Physik spricht von Messung, die Welt der Formen beeinflusst. Die Quantenphysik hat später erkannt, dass das, was wir Materie nennen, überhaupt erst im Moment der Beobachtung entsteht.
Außerdem hat die Physik schon lange erkannt, dass es so etwas wie eine feste Materie nicht gibt. Alles ist Energie, alles ist Schwingung. Information - also eine Idee - ist die Basis aller Schwingungen. Unter Quanteninformation versteht man in quantenmechanischen Systemen Information, die nicht mit den Gesetzen der klassischen Informationstheorie beschrieben werden kann. Bei Phänomenen wie Superposition und Verschränkung von Zuständen spielt sie eine zentrale Rolle.
Anders gesagt, es gibt keine Trennung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, dem Subjekt und dem Objekt. Die ganze Welt ist subjektiv. Es gibt keine objektive Welt außerhalb des Bewusstseins; es gibt nichts Beobachtetes, was vom Beobachter getrennt ist. Mystische Erfahrungen offenbaren, dass alles, was wir wahrnehmen, nur so ist, wie wir es erwarten.
“Ideen verlassen ihre Quelle nicht, und ihre Wirkungen sind nur dem Scheine nach getrennt von ihnen. Gedanken sind vom Geist. Das, was nach außen projiziert wird und scheinbar außerhalb des Geistes ist, ist überhaupt nicht außen, sondern eine Wirkung dessen, was innen ist und seine Quelle nicht verlassen hat.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 4. 7.- 9.)
In einer Lektion des Kurses heißt es: “Es gibt keine Welt! Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht.” (EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.) Auch der Physiker Paul Davies schreibt in einem seiner Bücher wortwörtlich: "Es gibt keine Welt." Davies beschäftigt sich neben der Kosmologie und Quantenfeldtheorie (speziell Quantenfeldtheorie in gekrümmten Raum-Zeiten) auch mit Astrobiologie, SETI und Fragen des Ursprungs des Lebens. Seine Forschungsgebiete sind Themen seiner zahlreichen allgemeinverständlich gehaltenen Bücher, in denen er auch weltanschauliche und religiöse Fragen anspricht. In englischsprachigen Ländern ist er für seine Fernseh- und Radiosendungen bekannt, zum Beispiel im Radioprogramm der BBC und im australischen Fernsehen.
Die Physik hat bereits im Jahr 1802 mit dem berühmten Doppelspaltexperiment erkannt, dass die Beobachtung, die Physik spricht von Messung, die Welt der Formen beeinflusst. Die Quantenphysik hat später erkannt, dass das, was wir Materie nennen, überhaupt erst im Moment der Beobachtung entsteht.
Außerdem hat die Physik schon lange erkannt, dass es so etwas wie eine feste Materie nicht gibt. Alles ist Energie, alles ist Schwingung. Information - also eine Idee - ist die Basis aller Schwingungen. Unter Quanteninformation versteht man in quantenmechanischen Systemen Information, die nicht mit den Gesetzen der klassischen Informationstheorie beschrieben werden kann. Bei Phänomenen wie Superposition und Verschränkung von Zuständen spielt sie eine zentrale Rolle.
Anders gesagt, es gibt keine Trennung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, dem Subjekt und dem Objekt. Die ganze Welt ist subjektiv. Es gibt keine objektive Welt außerhalb des Bewusstseins; es gibt nichts Beobachtetes, was vom Beobachter getrennt ist. Mystische Erfahrungen offenbaren, dass alles, was wir wahrnehmen, nur so ist, wie wir es erwarten.
“Ideen verlassen ihre Quelle nicht, und ihre Wirkungen sind nur dem Scheine nach getrennt von ihnen. Gedanken sind vom Geist. Das, was nach außen projiziert wird und scheinbar außerhalb des Geistes ist, ist überhaupt nicht außen, sondern eine Wirkung dessen, was innen ist und seine Quelle nicht verlassen hat.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 4. 7.- 9.)
In einer Lektion des Kurses heißt es: “Es gibt keine Welt! Das ist der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht.” (EKIW: Lektion 132, 6. 2.-3.) Auch der Physiker Paul Davies schreibt in einem seiner Bücher wortwörtlich: "Es gibt keine Welt." Davies beschäftigt sich neben der Kosmologie und Quantenfeldtheorie (speziell Quantenfeldtheorie in gekrümmten Raum-Zeiten) auch mit Astrobiologie, SETI und Fragen des Ursprungs des Lebens. Seine Forschungsgebiete sind Themen seiner zahlreichen allgemeinverständlich gehaltenen Bücher, in denen er auch weltanschauliche und religiöse Fragen anspricht. In englischsprachigen Ländern ist er für seine Fernseh- und Radiosendungen bekannt, zum Beispiel im Radioprogramm der BBC und im australischen Fernsehen.
Stellen wir uns einen Moment lang einen wachen Geist vor. Dieser Geist ruht in der Ganzheit, Gleichheit und Beständigkeit der Einheit des HIMMELS. Plötzlich scheint ein Gedanke des Zweifels aufzutauchen. Jetzt hat der Geist zwei unversöhnliche Gedankensysteme - eines der Liebe und eines der Angst. Die Spannung, die entsteht, wenn man versucht, diese Spaltung zusammenzuhalten, ist unerträglich, da die beiden Gedankensysteme keine Gemeinsamkeit haben und einander völlig entgegengesetzt sind. Deshalb versucht der Geist, die Spaltung im Außen zu sehen, anstatt im Inneren, wo sie entstanden ist. So entsteht eine Welt der Dualität und der Gegensätze: ein Ort mit gegensätzlichen Ansichten und wechselnden Wünschen.
Das Ego sagt: "Ich weiß, wie du diese schreckliche Spannung lindern kannst: Du musst nur deine Gefühle von Schmerz und Schuld loswerden, indem du sie auf die Welt projizierst." Auf diese Weise wurden Schmerz, Angst und Kummer zur allgemeinen Erfahrung in dieser Welt. Auf diese Weise schuf der Trennung träumende Geist eine Welt der Dualität, des Oben und Unten, des Guten und Schlechten, des Richtigen und Falschen. Der einzige Grund, warum wir scheinbar Gesundheit und Krankheit, Krieg und Frieden, Leben und Tod und all die Variationen, Abstufungen und Extreme erleben, ist das Urteilen. Das ist der Trick dieser Welt. Wann immer wir urteilen oder verurteilen, projiziert der schlafende Geist und sagt: "Diese Person, Sache oder Situation da draußen ist schuld." Er tut dies, um die Schuld der Trennung von Gott zu verdecken, die, ob wir es glauben oder nicht, der Kern jedes erdachten Problems in dieser Welt ist. Das Urteilen ist die Ur-Teilung, der Ursprung der Trennungsillusion.
“Derjenige, der nicht vergeben will, muss urteilen, denn er muss sein Versagen, zu vergeben, rechtfertigen.”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 1. 4. 4.)
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 1. 4. 4.)
Dies ist eine Welt, in der Urteilen normal zu sein scheint - und als gerechtfertigt angesehen wird. Auf immer mehr Internetplattformen werden wir aufgefordert, eine Bewertung abzugeben. All diese Aufforderungen sind Einladungen des Egos zu urteilen. Auch alle auf den ersten Blick gerechtfertigt erscheinenden moralischen Urteile, wie die folgenden, sind nur Projektionen unserer Ängste und unseres Glaubens an Schuld. "Amazon ist böse, aber der Bioladen um die Ecke ist gut", "Monsanto ist böse, aber Urban Gardening ist das Beste", "Hollywood-Filme sind schlecht, aber die Videos auf meinem YouTube-Kanal sind toll", "Massenmedien sind schlecht, aber der Blog meiner Yogalehrerin ist besonders gut", “Bill Gates ist an allem schuld, doch der Spitzenkandidat meiner alternativen Partei weiß es besser”, “die Mächtigen sind der Feind, doch Anarchie ist die Lösung“, „Politiker sind macht- und geldgierig, aber die Menschen in meiner Kursgruppe sind ganz besonders tolle Menschen“.
Mit jedem dieser Urteile und überhaupt mit jedem Urteil versuchen wir, Trennung wahr zu machen. Jedes Urteil ist Ausdruck unseres Verlangens nach Trennung. Urteilen bedeutet lieblose Wahrnehmung im Gegensatz zur wahren Wahrnehmung. Nicht die Wahrnehmung an sich ist ein Urteil, sondern nur die falsche Wahrnehmung. Wahre Wahrnehmung schaut auf die Wahrheit, die kein Gegenteil kennt. Wahre Wahrnehmung ist ein Heilmittel mit vielen Namen. Vergebung, Erlösung, SÜHNE, wahre Wahrnehmung - sie sind alle eins. Sie sind der eine Anfang mit dem Ziel und Ende, zum EINSSEIN weit jenseits ihrer selbst zu führen. Wahre Wahrnehmung ist das Mittel, durch das die Welt erlöst wird von der Sünde und Schuld, denn Sünde und Schuld existieren nicht. Und das ist es, was die wahre Wahrnehmung sieht.
“Des Körpers Augen werden weiter Unterschiede sehen.
Aber der Geist, der sich hat heilen lassen, wird sie nicht länger anerkennen.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 8. 6. 1.-2.)
Aber der Geist, der sich hat heilen lassen, wird sie nicht länger anerkennen.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 8. 6. 1.-2.)
„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
“GOTTES Lehrer urteilen nicht. Urteilen heißt, unehrlich zu sein, denn urteilen heißt, eine Position einzunehmen, die man nicht hat. [...] Ohne Urteil sind alle Dinge gleichermaßen annehmbar, denn wer könnte anders urteilen? Ohne Urteil sind alle Menschen Brüder, denn wen gibt es, der abseits steht? [...]”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 4. III. 1.)
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 4. III. 1.)
Dass Urteilen in dieser Welt nicht nur wahnsinnig, sondern in Wahrheit unmöglich ist, zeigt sich allein schon daran, dass wir uns immer wieder über offensichtliche Kleinigkeiten ärgern, während uns die elf Kinder, die jede Minute auf diesem Planeten verhungern, die meiste Zeit des Tages nicht weiter zu stören scheinen, denn sonst wäre ja überhaupt kein glücklicher Moment mehr möglich. Denke einmal an einen heiligen Augenblick vollkommener Glückseligkeit. Wenn du so etwas noch nicht erlebt hast, dann denke einfach an einen ganz normalen glücklichen Moment. Versuche, noch einmal in dieses Gefühl einzutauchen, und mache dir klar, dass sich in der scheinbar äußeren Welt währenddessen überhaupt nichts verändert hat. Jede Minute sind weiterhin elf Kinder verhungert. Monsanto, Amazon und Hollywood sind ihren Geschäften weiter nachgegangen. Alle Politiker haben weiter ihre Rolle als Politiker gespielt. Und trotz alledem warst du für einen Augenblick lang glücklich. Was ist der Unterschied zwischen diesem Augenblick und der restlichen Zeit?
Ein Beispiel
Durch unser Urteil manifestieren wir in jedem Augenblick unsere ganz und gar einmalige Erfahrung. Unsere Wirklichkeit wurde von GOTT erschaffen und ist unveränderlich, aber wir als Individuen im Traum der Trennung "erschaffen" in jedem Moment unsere Erfahrung in dieser Welt. Weil es so wichtig ist, noch einmal mit anderen Worten: Wir sind die Ursache unserer Wahrnehmung und damit unserer Erfahrung in der Welt, aber nicht die Schöpfer unserer Wirklichkeit. GOTT allein ist der Schöpfer unserer Wirklichkeit! Unser wahres SELBST ist SEINE Schöpfung. Dieses SELBST ist nicht von dieser Welt. Die Verwechslung von Wahrnehmung und Wirklichkeit ist der zentrale Irrtum in den meisten spirituellen New-Age-Konzepten.
“Es ist nicht deine Aufgabe, die Wirklichkeit zu machen. Sie ist ohne dein Machen da, aber nicht ohne dich.”
(EKIW: Kapitel 14, IV. 8. 1.-2.)
Sobald wir irgendetwas benannt haben, haben wir uns damit all die Assoziationen mit hervorgebracht, die wir uns in unserer Erfahrung dessen angezogen haben, das wir benannt haben. Wenn wir beispielsweise etwas „Baum“ nennen, machen wir die Erfahrung all unserer mit diesem Begriff verbundenen Assoziationen. Diejenigen in der Welt, die Umweltschützer genannt werden und diejenigen in der Welt, die wir als Holzfäller bezeichnen, erleben definitiv eine unterschiedliche Erfahrung, obwohl sie beide das Wort „Baum“ benutzen.
Was ist nun richtig und was ist falsch? Darum geht es nicht. Alles ist absolut neutral. Was Erfahrung erschafft, ist, wie wir uns entscheiden, ein Objekt zu sehen. Das Ergebnis dieser Entscheidung ist ebenfalls vollkommen neutral. Wir sind derjenige, der ihnen den Wert verleiht.
Am Weg des spirituellen Erwachens bedeutet dies, Urteile über andere loszulassen, die den Baum anders betrachten wollen als wir. Dann erkennen wir, dass der Körper, den wir aus einem Feld grenzenloser Energie herauskristallisiert haben, nur einen Zweck hat. Er ist ein Kommunikationsmittel. Das bedeutet, dass wir unaufhörlich damit beschäftigt sind, die Welt zu lehren, was wir glauben, was die größte Wahrheit, den größten Wert enthält.
Und wenn ein Umweltschützer auf einen Holzfäller schaut und sich über ihn aufregt und diesen Holzfäller verurteilt oder umgekehrt, wird der Körper benutzt, um den Wert der Verurteilung zu kommunizieren. Das erschafft Angst und Anspannung. Und das Ergebnis davon, das wir in unserer Welt sehen, wenn viele, viele Geister wählen, das Recht zu Urteilen wertzuschätzen, ist das Resultat, das wir unsere Welt nennen, in der alles Konflikt und Kampf auszudrücken scheint und das, was wir „sich gegenseitig die Köpfe einschlagen“ nennen - der Konflikt, das Armageddon von gegensätzlichen Ansichten, die aufeinanderprallen. Und genau unterhalb von alldem verbleiben alle Ereignisse vollkommen neutral.
Und selbst wenn die Wälder unseres Planeten restlos abgeholzt würden, wäre dies ein neutrales Ereignis! Und warum? Weil, wenn alle Bäume verschwunden wären, wenn jener physische Planet, den wir Erde nennen, sterben würde, aus der Sicht verschwinden würde, das LEBEN weitergehen würde. Das LEBEN würde einfach neue Welten erschaffen. Es tut das die ganze Zeit über. Wir tun das die ganze Zeit über.
Es ist immer weise, liebevoll hinzuschauen, um zu sehen, wo wir die Grenze gezogen haben, um zu sehen, was wir als neutral ansehen und woran wir hängen und es mit Bedeutung und Wert gefüllt haben, die nicht infrage gestellt werden können. Denn dort werden wir das finden, was der Vergebung in uns bedarf. Meisterschaft ist ein Zustand von Angstfreiheit. Schauen wir also genau hin, um zu sehen, wo wir mit dem Wert emotional verstrickt sind, den wir irgendetwas oder irgendjemandem verliehen haben.
Wenn wir etwas benennen, definieren wir es dadurch. Und wenn wir es definieren, ziehen wir uns selbst alle Assoziationen darüber mit herbei. Das ist der Grund, warum es sehr weise ist, immer und immer wieder zu vergeben. Vergebung bedeutet, die Welt von unseren eigenen Urteilen zu befreien. Denn wenn wir glauben jemand täte uns Unrecht und wir unsere Energie darauf verwenden, ihn davon zu überzeugen, dass er uns Unrecht getan hat und wir daher ein Recht haben, wütend zu sein und auf irgendeine Art und Weise anzugreifen, ziehen wir uns, sogar bis in die Zellen des Körpers, die Energie von Konflikt, Verurteilung, Krieg, Tod, Krankheit, Elend und Trennung herbei - so schnell!
Doch wenn wir immer und immer wieder vergeben - das was ohnedies nie wirklich geschehen ist - dann ziehen wir uns in jedem dieser Momente der Vergebung das in unser Energiefeld, was uns an bedingungslose LIEBE erinnert, an vollkommenen Frieden, an eine Kraft, die alles transzendiert, was in der Welt auftaucht. Wir ziehen uns die Wirklichkeit CHRISTI herbei. Und all das ist von nichts anderem abhängig als von unseren Gedanken.
Durch unser Urteil manifestieren wir in jedem Augenblick unsere ganz und gar einmalige Erfahrung. Unsere Wirklichkeit wurde von GOTT erschaffen und ist unveränderlich, aber wir als Individuen im Traum der Trennung "erschaffen" in jedem Moment unsere Erfahrung in dieser Welt. Weil es so wichtig ist, noch einmal mit anderen Worten: Wir sind die Ursache unserer Wahrnehmung und damit unserer Erfahrung in der Welt, aber nicht die Schöpfer unserer Wirklichkeit. GOTT allein ist der Schöpfer unserer Wirklichkeit! Unser wahres SELBST ist SEINE Schöpfung. Dieses SELBST ist nicht von dieser Welt. Die Verwechslung von Wahrnehmung und Wirklichkeit ist der zentrale Irrtum in den meisten spirituellen New-Age-Konzepten.
“Es ist nicht deine Aufgabe, die Wirklichkeit zu machen. Sie ist ohne dein Machen da, aber nicht ohne dich.”
(EKIW: Kapitel 14, IV. 8. 1.-2.)
Sobald wir irgendetwas benannt haben, haben wir uns damit all die Assoziationen mit hervorgebracht, die wir uns in unserer Erfahrung dessen angezogen haben, das wir benannt haben. Wenn wir beispielsweise etwas „Baum“ nennen, machen wir die Erfahrung all unserer mit diesem Begriff verbundenen Assoziationen. Diejenigen in der Welt, die Umweltschützer genannt werden und diejenigen in der Welt, die wir als Holzfäller bezeichnen, erleben definitiv eine unterschiedliche Erfahrung, obwohl sie beide das Wort „Baum“ benutzen.
Was ist nun richtig und was ist falsch? Darum geht es nicht. Alles ist absolut neutral. Was Erfahrung erschafft, ist, wie wir uns entscheiden, ein Objekt zu sehen. Das Ergebnis dieser Entscheidung ist ebenfalls vollkommen neutral. Wir sind derjenige, der ihnen den Wert verleiht.
Am Weg des spirituellen Erwachens bedeutet dies, Urteile über andere loszulassen, die den Baum anders betrachten wollen als wir. Dann erkennen wir, dass der Körper, den wir aus einem Feld grenzenloser Energie herauskristallisiert haben, nur einen Zweck hat. Er ist ein Kommunikationsmittel. Das bedeutet, dass wir unaufhörlich damit beschäftigt sind, die Welt zu lehren, was wir glauben, was die größte Wahrheit, den größten Wert enthält.
Und wenn ein Umweltschützer auf einen Holzfäller schaut und sich über ihn aufregt und diesen Holzfäller verurteilt oder umgekehrt, wird der Körper benutzt, um den Wert der Verurteilung zu kommunizieren. Das erschafft Angst und Anspannung. Und das Ergebnis davon, das wir in unserer Welt sehen, wenn viele, viele Geister wählen, das Recht zu Urteilen wertzuschätzen, ist das Resultat, das wir unsere Welt nennen, in der alles Konflikt und Kampf auszudrücken scheint und das, was wir „sich gegenseitig die Köpfe einschlagen“ nennen - der Konflikt, das Armageddon von gegensätzlichen Ansichten, die aufeinanderprallen. Und genau unterhalb von alldem verbleiben alle Ereignisse vollkommen neutral.
Und selbst wenn die Wälder unseres Planeten restlos abgeholzt würden, wäre dies ein neutrales Ereignis! Und warum? Weil, wenn alle Bäume verschwunden wären, wenn jener physische Planet, den wir Erde nennen, sterben würde, aus der Sicht verschwinden würde, das LEBEN weitergehen würde. Das LEBEN würde einfach neue Welten erschaffen. Es tut das die ganze Zeit über. Wir tun das die ganze Zeit über.
Es ist immer weise, liebevoll hinzuschauen, um zu sehen, wo wir die Grenze gezogen haben, um zu sehen, was wir als neutral ansehen und woran wir hängen und es mit Bedeutung und Wert gefüllt haben, die nicht infrage gestellt werden können. Denn dort werden wir das finden, was der Vergebung in uns bedarf. Meisterschaft ist ein Zustand von Angstfreiheit. Schauen wir also genau hin, um zu sehen, wo wir mit dem Wert emotional verstrickt sind, den wir irgendetwas oder irgendjemandem verliehen haben.
Wenn wir etwas benennen, definieren wir es dadurch. Und wenn wir es definieren, ziehen wir uns selbst alle Assoziationen darüber mit herbei. Das ist der Grund, warum es sehr weise ist, immer und immer wieder zu vergeben. Vergebung bedeutet, die Welt von unseren eigenen Urteilen zu befreien. Denn wenn wir glauben jemand täte uns Unrecht und wir unsere Energie darauf verwenden, ihn davon zu überzeugen, dass er uns Unrecht getan hat und wir daher ein Recht haben, wütend zu sein und auf irgendeine Art und Weise anzugreifen, ziehen wir uns, sogar bis in die Zellen des Körpers, die Energie von Konflikt, Verurteilung, Krieg, Tod, Krankheit, Elend und Trennung herbei - so schnell!
Doch wenn wir immer und immer wieder vergeben - das was ohnedies nie wirklich geschehen ist - dann ziehen wir uns in jedem dieser Momente der Vergebung das in unser Energiefeld, was uns an bedingungslose LIEBE erinnert, an vollkommenen Frieden, an eine Kraft, die alles transzendiert, was in der Welt auftaucht. Wir ziehen uns die Wirklichkeit CHRISTI herbei. Und all das ist von nichts anderem abhängig als von unseren Gedanken.
“Das ist die Welt, die du siehst: ein Urteil über dich, und zwar von dir gefällt.”
(EKIW: Kapitel 20, III. 5. 5.)
(EKIW: Kapitel 20, III. 5. 5.)
“[...] Die Welt, die du siehst, bildet genau das ab, was du getan zu haben dachtest. Nur dass du jetzt denkst, dass dir das angetan wird, was du getan hast. Die Schuld für das, was du gedacht hast, wird aus dir hinaus in eine schuldige Welt verlegt, die statt deiner deine Träume träumt und deine Gedanken denkt. [...] Die Welt zeigt nur eine uralte Wahrheit auf: Du wirst glauben, dass andere dir genau das antun, was du ihnen angetan zu haben glaubst. Lässt du dich erst einmal dahingehend irreführen, ihnen die Schuld zuzuweisen, dann siehst du die Ursache dessen, was sie tun, nicht mehr, weil du willst, dass die Schuld auf ihnen liege. Wie kindisch ist das störrische Manöver, deine Unschuld dadurch zu bewahren, dass du Schuld nach Außen abschiebst, sie aber niemals loslässt! Es ist nicht leicht, den Witz wahrzunehmen, wenn deine Augen überall um dich herum seine schwerwiegenden Folgen sehen, aber ohne ihre geringfügige Ursache. Ohne Ursache sehen ihre Wirkungen tatsächlich ernst und fürwahr traurig aus. Doch sind sie nur die Folge. Und ihre Ursache ist es, die auf nichts folgt und die nichts als ein Witz ist.”
(EKIW: Kapitel 27, VIII. 7.-8.)
Urteilen bedeutet immer projizieren. Und jede Projektion ist in Wahrheit ein Bild dessen, was wir zu sein denken und wie wir uns selber sehen. Wir können unsere Projektionen daher nur zurücknehmen, wenn wir erkennen, dass wir in Wirklichkeit nicht das sind, was wir projiziert haben, denn wir haben dieses Bild von uns gerade deswegen projiziert, weil es so schrecklich ist. Wenn wir jemanden als Mörder oder Verrückten verurteilen oder ganz allgemein in irgendeiner Art und Weise für schuldig halten, dann ist das in Wirklichkeit unser Bild von uns selbst. Natürlich können wir diese Projektion nicht zurücknehmen, solange wir daran glauben. Damit wir diese Projektionen zurücknehmen können, müssen wir uns vom HEILIGEN GEIST berichtigen lassen.
Der HEILIGE GEIST beginnt damit, uns als vollkommen wahrzunehmen. Da ER erkennt, dass wir alle diese Vollkommenheit miteinander teilen, erkennt ER sie in Anderen wieder und stärkt sie so in uns und ihnen. Statt Ärger erweckt dies Liebe zu uns und anderen, weil es Einschluss - anstatt Ausschluss - schafft. Indem ER Gleichheit wahrnimmt, nimmt der HEILIGE GEIST auch gleiche Bedürfnisse wahr. Das lädt automatisch die SÜHNE ein, weil SÜHNE das eine Bedürfnis in dieser Welt ist, das universell ist. Uns auf diese Weise wahrzunehmen ist die einzige Art, wie wir in der Welt glücklich werden können. Das liegt daran, dass es die Anerkennung ist, dass wir nicht in dieser Welt sind, denn die Welt ist unglücklich.
Mehr zu diesem Thema findet sich im Kapitel “Vergebung”, denn das ist es, worum es bei Vergebung in Wahrheit geht!
Wahre Vergebung bedeutet, dass alles, was auch immer in dieser vergänglichen Welt auftaucht, wirklich, wahrhaftig, buchstäblich kein Problem mehr für uns ist, weil wir es als Fehlwahrnehmung unseres gespaltenen Geistes erkennen. Das bedeutet nicht, dass wir es gutheißen, denn damit wären wir wieder bei der Beurteilung von Gut und Böse. Es bedeutet, zu erkennen, dass es unsere Wirklichkeit als reine LIEBE nicht berührt.
Lektion 347 lautet: “Ärger muss von Urteil kommen. Urteil ist die Waffe, die ich gegen mich verwende, um das Wunder von mir fernzuhalten.” Wir können nicht gleichzeitig ärgerlich und glücklich sein, wir können nicht gleichzeitig ärgerlich und liebevoll sein. Unterschätzen wir das nicht. Es gibt keine Grade von Illusionen. Es besteht kein Unterschied zwischen leicht genervt sein und blankem Hass. Das Wunder unterscheidet nicht zwischen Graden der Fehlwahrnehmung. Es geht um jedes Stirnrunzeln, um jeden Ärger, um jeden Menschen, dem wir lieber aus dem Weg gehen oder von dem wir hoffen, dass er sich eines Tages ändern wird. Solange wir wollen, dass unser Ärger gerechtfertigt ist, sei es der Ärger über die christliche Sprache des Kurses, sei es der Ärger über die Ideen politisch motivierter Menschen, sei es der Ärger über eine Krankheit, von der wir glauben, dass wir sie haben, sei es der Ärger über unsere Kindheit, von der wir glauben, dass wir sie durchlebt haben, werden wir leiden. Wenn wir mit unserem Ärger recht haben wollen, wenn wir mit unseren Urteilen recht haben wollen, dann verweigern wir uns selbst das Wunder der Berichtigung unseres Geistes, das Wunder der Liebe.
“Die Anstrengung, die durch ständiges Urteilen entsteht, ist geradezu unerträglich. Es ist sonderbar, dass eine derart kräftezehrende Fähigkeit so hochgehalten wird.”
(EKIW: Kapitel 3, VI. 5. 5.-7.)
Achtung Ego-Falle
Als Kurs-Schüler ist die Sichtweise, dass eine scheinbare Außenwelt für unseren Ärger verantwortlich ist, sehr schnell verändert oder taucht erst gar nicht mehr auf. Aber dafür ist es dann in der Kurs-Community manchmal so, dass wir uns fragen: "Oh, womit hab ich das denn kreiert?” oder “Warum mach ich das denn immer noch?” Das ist aber auch eine subtile Art, uns selbst zu beschuldigen und uns selbst anzugreifen und uns selbst für falsch zu halten. Auch dies ist ein falsches Selbstkonzept, das Ärger verursacht, weil wir die Verantwortung für den Irrtum übernehmen. Manchmal hilft es dann, uns einfach an die folgenden Aussagen aus dem Kurs zu erinnern:
“Alle Dinge sind Lektionen, von denen GOTT möchte, dass ich sie lerne.”
“Alle Dinge dienen dem Besten. Es gibt keine Ausnahmen, außer im Urteil des Ego.”
“Auch die Vergangenheit barg keine Fehler, nichts, was der Welt nicht zum Guten diente, genau wie ihm, dem es zu widerfahren schien.”
Es geht dann darum, eine gütigere und damit wahrere Sicht auf uns selbst und andere zu gewinnen, um damit der Wahrheit den Weg zu bereiten. Es gilt zu erkennen, dass Ärger uns nie etwas bringt, was wir wirklich haben wollen und dass wir uns durch die Rechtfertigung unseres Ärgers nicht schützen können.
Als Kurs-Schüler ist die Sichtweise, dass eine scheinbare Außenwelt für unseren Ärger verantwortlich ist, sehr schnell verändert oder taucht erst gar nicht mehr auf. Aber dafür ist es dann in der Kurs-Community manchmal so, dass wir uns fragen: "Oh, womit hab ich das denn kreiert?” oder “Warum mach ich das denn immer noch?” Das ist aber auch eine subtile Art, uns selbst zu beschuldigen und uns selbst anzugreifen und uns selbst für falsch zu halten. Auch dies ist ein falsches Selbstkonzept, das Ärger verursacht, weil wir die Verantwortung für den Irrtum übernehmen. Manchmal hilft es dann, uns einfach an die folgenden Aussagen aus dem Kurs zu erinnern:
“Alle Dinge sind Lektionen, von denen GOTT möchte, dass ich sie lerne.”
“Alle Dinge dienen dem Besten. Es gibt keine Ausnahmen, außer im Urteil des Ego.”
“Auch die Vergangenheit barg keine Fehler, nichts, was der Welt nicht zum Guten diente, genau wie ihm, dem es zu widerfahren schien.”
Es geht dann darum, eine gütigere und damit wahrere Sicht auf uns selbst und andere zu gewinnen, um damit der Wahrheit den Weg zu bereiten. Es gilt zu erkennen, dass Ärger uns nie etwas bringt, was wir wirklich haben wollen und dass wir uns durch die Rechtfertigung unseres Ärgers nicht schützen können.
Jesus weist im Kurs auf Folgendes hin: “Ungerechtigkeit ist die Basis für alle Urteile der Welt”. Er sagt nicht: “Ungerechtigkeit ist die Basis der Welt.” Sondern er sagt weiters: “Was diese Ungerechtigkeit dir antut, der du ungerecht beurteilst und so siehst, wie du geurteilt hast, kannst du gar nicht abschätzen.” Das heißt, die Welt der Formen an sich ist völlig neutral, die Buddhisten würden von Leerheit sprechen, nur unsere Urteile sind falsch. Das ist wesentlich!
“Wenn die Ursache der Welt, die du siehst, Angriffsgedanken sind, dann musst du lernen, dass es diese Gedanken sind, die du nicht willst. Es hat keinen Sinn, über die Welt zu jammern. Es hat keinen Sinn, zu versuchen, die Welt zu verändern. Sie ist nicht imstande, sich zu verändern, weil sie bloß eine Wirkung ist. Hingegen hat es in der Tat einen Sinn, deine Gedanken über die Welt zu ändern. Damit veränderst du die Ursache. Die Wirkung wird sich von selbst verändern.”
(EKIW: Lektion 23, 2.)
(EKIW: Lektion 23, 2.)
Wir besitzen genau in diesem Moment die Macht, jedes Energiefeld zu beobachten und es als einen Tanz von Energie zu sehen, ein Mysterium, aufsteigend aus einer unsichtbaren Quelle. Und wir könnten es mit Neugier und mit Verwunderung anschauen, wenn wir es anders definieren würden. Das gilt für alle Dinge, die auftauchen. Sogar das, was als die großen Krankheiten des Körpers bezeichnet wird, die das Leben des Körpers in unserer Welt zu bedrohen scheinen, kann mit vollkommener Neutralität angeschaut werden. Aber wenn wir sie auf eine bestimmte Art definieren, dann werden wir uns die Angst dieses Ereignisses mit herbeirufen, die von all den Assoziationen stammt, die wir von der Welt und von unseren eigenen Erfahrungen gelernt haben.
Ereignisse sind neutral, doch unsere Gedanken sind es nicht. Denn unsere Gedanken sind buchstäblich mit der Macht der Schöpfung getränkt. Sie erschaffen nicht neutral.
Es war einmal …
Am Strand des Meeres wohnten drei alte Mönche. Sie waren so weise und fromm, dass jeden Tag ein kleines Wunder für sie geschah. Wenn sie nämlich morgens ihre Andacht verrichtet hatten und zum Bade gingen, hängten sie ihre Mäntel in den Wind. Und die Mäntel blieben im Wind schweben, bis die Mönche wiederkamen, um sie zu holen. Eines Tages, als sie sich wieder in den Wellen erfrischten, sahen sie einen großen Seeadler übers Meer fliegen. Plötzlich stieß er auf das Wasser herunter, und als er sich wieder erhob, hielt er einen zappelnden Fisch im Schnabel. Der eine Mönch sagte: „Böser Vogel!“ Da fiel sein Mantel aus dem Wind zur Erde nieder, wo er liegenblieb. Der zweite Mönch sagte: „Du armer Fisch!“ – Und auch sein Mantel löste sich und fiel auf die Erde. Der dritte Mönch sah dem enteilenden Vogel nach, der den Fisch im Schnabel trug. Er sah ihn kleiner und kleiner werden und endlich im Morgenlicht verschwinden. Der Mönch schwieg – sein Mantel blieb im Winde hängen.
Am Strand des Meeres wohnten drei alte Mönche. Sie waren so weise und fromm, dass jeden Tag ein kleines Wunder für sie geschah. Wenn sie nämlich morgens ihre Andacht verrichtet hatten und zum Bade gingen, hängten sie ihre Mäntel in den Wind. Und die Mäntel blieben im Wind schweben, bis die Mönche wiederkamen, um sie zu holen. Eines Tages, als sie sich wieder in den Wellen erfrischten, sahen sie einen großen Seeadler übers Meer fliegen. Plötzlich stieß er auf das Wasser herunter, und als er sich wieder erhob, hielt er einen zappelnden Fisch im Schnabel. Der eine Mönch sagte: „Böser Vogel!“ Da fiel sein Mantel aus dem Wind zur Erde nieder, wo er liegenblieb. Der zweite Mönch sagte: „Du armer Fisch!“ – Und auch sein Mantel löste sich und fiel auf die Erde. Der dritte Mönch sah dem enteilenden Vogel nach, der den Fisch im Schnabel trug. Er sah ihn kleiner und kleiner werden und endlich im Morgenlicht verschwinden. Der Mönch schwieg – sein Mantel blieb im Winde hängen.
Für alles, was in unserem Bewusstsein auftaucht, sind wir in jedem Moment vollständig, zu einhundert Prozent verantwortlich. Wir haben es gewählt. Der Grund, warum wir unglücklich sind, ist, dass wir mit unserer “Schöpfung” im Urteil sind. Doch es ist möglich, genau das Gegenteil zu kultivieren, indem wir lernen, mit vollkommener Unschuld auf alle Dinge zu schauen, die in diesem Feld, das unsere Erfahrung ist, auftauchen - mit Unschuld und mit dem, was man „Verwunderung“ nennen kann, von einem Ort der Neugier aus auf jedes Gefühl zu schauen, so wie wir eine Wolke anschauen würden, die durch den Himmel zieht. Schauen wir sie an und bestaunen sie, ihre Form, ihre Farbe, „Na, wo kam die denn her? Hmm?“. Um sie dann anzunehmen, in dem Wissen, dass sie die Reinheit des Himmels, durch den sie vorübergehend zieht, nicht beeinflusst.
Und welche Gefühle auch immer auftauchen, sie kommen und gehen. Doch irgendwie beginnen wir zu erkennen, dass wir viel größer sind, als die Dinge, die kommen und gehen, dass wir einen Tanz von Schatten beobachten, einen Traum, der sanft vorüberzieht, der in einem Augenblick vorbei ist. Das wird nicht ein Weg, bei dem wir unsere Erfahrung verleugnen, doch er gibt uns die Freiheit, sie anzunehmen und sie zu leben, voll und ganz, mit Leidenschaft, mit Ziel, mit Kraft und in vollkommener Freiheit - keine Angst, kein Druck, nur die Bereitschaft, in der Welt der Träume zu tanzen und dabei wach zu bleiben.
Der Wahnsinn, den wir sehen, kommt nicht daher, dass wir gewählt haben, etwas anderes als die Wirklichkeit zu sehen. Der Wahnsinn, den wir als unseren Schmerz und als unser Leiden, unser Suchen und unsere Dramen erfahren, kommt nur von unserer irrigen Wahl, uns mit dem zu identifizieren, was in dem Feld unseres Bewusstseins auftaucht. Dadurch verlieren wir die Sicht der Unschuld. Denn in Wahrheit sind alle Ereignisse vollkommen neutral und wir sind frei, sie in der Weise zu sehen, wie auch immer wir wollen.
“Unschuld ist Weisheit, weil sie des Bösen nicht gewahr ist, und das Böse existiert nicht. Hingegen ist sie all dessen vollkommen gewahr, was wahr ist.”
(EKIW: Kapitel 3, I. 7. 4.-5.)
Unsere Urteile sind nichts anderes als unser persönliches Wissen, mit dem wir uns identifizieren. Auf dem Weg der spirituellen Befreiung, des spirituellen Erwachens geht es darum, uns davon zu lösen, um zu erkennen, wie es einst Sokrates tat: „Wahre Weisheit besteht darin, zu wissen, was man nicht weiß.“ Deswegen sagte Buddha: “Leere deinen Geist.” Am Ende dieses Prozesses werden wir im glückseligen Zustand des Nichtwissens ankommen. Erst im Zustand des Nichtwissens sind wir bereit für wahre Erkenntnis - für die Offenbarung unseres Einsseins und den Frieden GOTTES.
“Jedes Mal, wenn du zu wissen glaubst, scheidet der Frieden von dir, weil du den LEHRER des Friedens verlassen hast. Jedes Mal, wenn dir vollauf klar wird, dass du nicht weißt, kehrt der Frieden wieder, denn du hast IHN dazu eingeladen, indem du das Ego zu SEINEN Gunsten aufgegeben hast.”
(EKIW: Kapitel 14, XI. 13. 3.-4.)
Es war einmal …
Ein armer chinesischer Bauer hatte nur ein Pferd und einen Sohn. Eines Tages lief ihm sein Hengst davon und die Nachbarn bedauerten ihn sehr und sagten, was für ein Unglück er doch habe. Der Bauer antwortete darauf: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Tage später kam der Hengst mit einem Rudel Wildpferden zurück und der Bauer war auf ein Mal der Reichste von allen. Wieder kamen die Nachbarn zum Bauern und sagten, was das wohl für ein Glück sei und der Bauer antwortete: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Am nächsten Tag versuchte der Sohn eines der Wildpferde zu zähmen, stürzte dabei vom Pferd und brach sich das Bein. Wieder kamen die Nachbarn zum Bauern und bedauerten ihn und meinten, was für ein Unglück er doch habe. Der Bauer antwortete darauf: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Tage später brach ein Krieg aus und alle jungen Männer wurden zum Militär eingezogen und mussten in den Krieg ziehen. Der Sohn des Bauers wurde wegen seines gebrochenen Beines nicht eingezogen. Aus dem Krieg kamen nur wenige wieder zurück. ...
Ein armer chinesischer Bauer hatte nur ein Pferd und einen Sohn. Eines Tages lief ihm sein Hengst davon und die Nachbarn bedauerten ihn sehr und sagten, was für ein Unglück er doch habe. Der Bauer antwortete darauf: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Tage später kam der Hengst mit einem Rudel Wildpferden zurück und der Bauer war auf ein Mal der Reichste von allen. Wieder kamen die Nachbarn zum Bauern und sagten, was das wohl für ein Glück sei und der Bauer antwortete: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Am nächsten Tag versuchte der Sohn eines der Wildpferde zu zähmen, stürzte dabei vom Pferd und brach sich das Bein. Wieder kamen die Nachbarn zum Bauern und bedauerten ihn und meinten, was für ein Unglück er doch habe. Der Bauer antwortete darauf: "Ob es ein Glück ist oder ein Unglück, wer kann das schon sagen?"
Tage später brach ein Krieg aus und alle jungen Männer wurden zum Militär eingezogen und mussten in den Krieg ziehen. Der Sohn des Bauers wurde wegen seines gebrochenen Beines nicht eingezogen. Aus dem Krieg kamen nur wenige wieder zurück. ...
"Möchtest du lieber recht haben oder Glücklich sein?"
(EKIW: Kapitel 29, VII. 8.)
(EKIW: Kapitel 29, VII. 8.)
Die Entscheidung, zu urteilen, statt zu erkennen, ist die Ursache für den Verlust des Friedens. Urteilen ist der Prozess, auf dem die Wahrnehmung, nicht aber die Erkenntnis, beruht. Urteilen beinhaltet immer Zurückweisung. Letztlich spielt es keine Rolle, ob unser Urteil richtig oder falsch ist. So oder so setzen wir unseren Glauben in das Unwirkliche. Das ist bei jeder Art von Urteil unvermeidlich, weil es die Überzeugung voraussetzt, es stehe uns frei, aus der Wirklichkeit auszuwählen. Wir haben keine Ahnung von der außerordentlichen Befreiung und dem tiefen Frieden, die eintreten, wenn wir uns selber und unseren Brüdern völlig ohne jedes Urteil begegnen. Sobald wir begreifen, was wir sind und was unsere Brüder sind, werden wir einsehen, dass es bedeutungslos ist, sie in irgendeiner Weise zu beurteilen. Tatsächlich ist ihre Bedeutung für uns verloren, gerade weil wir über sie urteilen.
“Urteil und Liebe sind Gegenteile.
Von dem einen kommen alle Kümmernisse der Welt.
Doch von dem andern kommt der Frieden GOTTES SELBST.”
(EKIW: Lektion 352)
Von dem einen kommen alle Kümmernisse der Welt.
Doch von dem andern kommt der Frieden GOTTES SELBST.”
(EKIW: Lektion 352)
Das Aufgeben des Urteils, die offensichtliche Voraussetzung für das Hören der STIMME GOTTES, ist gewöhnlich ein ziemlich langsamer Prozess, nicht weil es schwierig ist, sondern weil es leicht als persönlich kränkend wahrgenommen wird. Die Schulung der Welt ist darauf ausgerichtet, ein Ziel zu erreichen, das in direktem Gegensatz zum wahren Lehrplan steht. Die Welt schult, sich auf sein eigenes Urteil als Kriterium für Reife und Stärke zu verlassen. Der wahre Lehrplan schult uns im Aufgeben des Urteils als notwendiger Bedingung der Erlösung.
Wir können uns selbst immer und immer wieder an unsere einzig wahre Funktion erinnern, indem wir uns sagen: "Ich bin der Erlöser. Ich erlöse die Welt von meinen Urteilen."
Wenn wir in dieser Welt aufwachsen, gibt es eine Menge Druck und hohe Erwartungen, etwas Konstruktives zu tun und spezielles Wissen zu erlangen, um Fähigkeiten zu entwickeln, mit deren Hilfe wir uns selbst versorgen können. Es wird uns gesagt, dass es wichtig ist, immer höhere Ausbildungsabschlüsse zu erwerben und immer mehr Spezialwissen anzuhäufen. Das ist anstrengend und entspringt einem starken kulturellen Glauben an die persönliche Verantwortung, der im Kern Schuld beinhaltet. Er ist in das System eingebaut, und es scheint edel und gut zu sein, doch der Druck zur Selbstverantwortung schadet uns.
Das Ego hat uns dazu gebracht, ständig gestresst zu sein und immer zu denken, dass es etwas gibt, das wir ändern oder besser machen könnten. Das ist ein seltsames, erlerntes Verhalten, aber es gibt eine andere Perspektive, ein vollkommen anderes und vollkommen sanftes Mittel.
In Ein Kurs in Wundern heißt es in Lektion 24: „In keiner Situation, die sich ergibt, bist du dir des Ergebnisses bewusst, das dich glücklich machen würde.“ - nicht in manchen - in keiner! Aber wir werden nicht im Stich gelassen; denn es heißt weiter: „Es ist demnach unvermeidlich, dass du nicht deinem eigenen Besten dienst.“ Dies bedeutet, dass alles zu unserem eigenen Besten ist. Alles! Das kann sich genauso schockierend anfühlen wie die erste Botschaft.
“Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, …;”
(Bibel, Einheitsübersetzung, Römer 8,28)
(Bibel, Einheitsübersetzung, Römer 8,28)
“Alle Dinge dienen dem Besten.
Es gibt keine Ausnahmen, außer im Urteil des Ego.”
(EKIW: Kapitel 4, V. 1. 1.-2.)
Es gibt keine Ausnahmen, außer im Urteil des Ego.”
(EKIW: Kapitel 4, V. 1. 1.-2.)
Alle Dinge wirken zusammen zum Guten, ohne Ausnahmen, außer in der Beurteilung des Egos. Das ist die Entmachtung des analytischen Verstandes! Plötzlich hat es keinen Sinn mehr, irgendetwas zu analysieren oder zu beurteilen. Was für eine Erleichterung! In den Worten der berühmten Gestalttherapeutin Barry Stevens ausgedrückt: "Don't Push the River, it Flows by Itself."
Das gewaltigste Problem, das wir haben, ist das Denken, die Stereotypisierung, der Mechanismus, der alles fragmentiert. Man könnte es auch den vom Ego gesteuerten "Ich-weiß"-Verstand nennen. Das Ego ist immer fragmentiert; es hat für sich selbst eine fragmentierte Welt geschaffen, und es ist immer dabei, Dinge zu kategorisieren, zu analysieren, zu diagnostizieren und zu reparieren. Es ist ein sehr dysfunktionales Denksystem, das auf dem Mythos der Trennung basiert.
In der traditionellen Genesis-Geschichte sagte Gott zu Adam: „Doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tag, da du davon isst, wirst du sterben.“ (1Mo 2,17) Doch die Schlange verleitete Eva dazu, einen Apfel zu essen, und sie gab ihn Adam. Nach dem biblischen Mythos wurden sie daraufhin aus dem Garten Eden vertrieben. Dies ist der Sündenfall - die Trennung von Gott, nach der eine Menge Dunkelheit und Angst im Geist der Menschen entstand, die sich in Form von Kriegen, Spaltung in der Religion und allen möglichen verrückten Bestrebungen niederschlug. Die Religionen versuchen fast alle durch Rituale und Traditionen einen Weg zurück zu Gottes Liebe zu finden.
Es gibt einen anderen Weg als Rituale und Traditionen, eine andere Geschichte über einen Gott, der niemanden hinausgeworfen hat. Wir können dies die metaphysische Version der traditionellen Geschichte nennen: Gott hat uns nie im Stich gelassen. Der "Sündenfall" ist nichts weiter als eine Wahrnehmungsstörung, eine gewaltige Illusion, in der der Geist glaubte, etwas geschafft zu haben, was in Wirklichkeit unmöglich ist: die Trennung von einem allwissenden, über alles liebenden Schöpfer.
Wir haben einen sehr mächtigen Geist, der in der Lage ist, sich dieses ganze Universum vorzustellen oder "auszudenken". In dieser Korrektur der Genesis gibt es keinen Apfel. Wir haben einfach eine Frage gestellt: Könnte es etwas geben, das mehr ist als der Himmel oder die Einheit, mehr als alles? Diese Frage war wie ein kleiner Hauch von Wahnsinn, denn "mehr als alles", mehr als vollkommene Liebe und Harmonie, ist natürlich völlig unmöglich. Stellen wir uns diese Idee, diese Frage oder diesen zweifelnden Gedanken als eine dieser kleinen weißen Löwenzahnsamen vor, die über die Straße wehen. Unser mächtiger Geist hat es zugelassen, dass sich der Gedanke, dieser Löwenzahnsame, ausbreitet. Es war natürlich eine völlig lächerliche Idee, aber anstatt sie mit unserem allmächtigen, göttlichen Geist wegzulachen, haben wir sie ernst genommen. Indem wir diese Idee ernst nahmen, vergaßen wir die Wahrheit, dass wir alles haben und eins mit GOTT sind. Wir verschlossen uns und begannen zu träumen, wir seien ein winziger Teil einer unmöglichen Welt. Viele Menschen fragen sich, wie das passieren konnte, wenn unser Geist Teil von GOTTES Geist ist und wir göttlich sind. Die Wahrheit ist, dass es nicht geschehen ist, abgesehen von unserem Glauben daran, und dass es ein wahres Wissen oder Bewusstsein darüber gibt, sobald alle unsere falschen Überzeugungen in Frage gestellt und losgelassen werden.
“GOTT ist nicht in Konflikt. [...] Die Trennung war kein Verlust der Vollkommenheit, sondern ein Versagen der Kommunikation.”
(EKIW: Kapitel 6, IV. 12. 3.&5.)
(EKIW: Kapitel 6, IV. 12. 3.&5.)
Die “Schöpfung” der Welt wird im Kurs wie folgt beschrieben:
„In die Ewigkeit, wo alles eins ist, kam eine winzig kleine Wahnidee geschlichen, und GOTTES SOHN erinnerte sich nicht daran, sie auszulachen. Und weil er das vergaß, ist der Gedanke zu einer ernsten Idee geworden und sowohl der Umsetzung als auch realer Wirkungen fähig. Gemeinsam können wir sie beide weglachen und verstehen, dass die Zeit sich nicht in die Ewigkeit eindrängen kann. Es ist ein Witz, zu glauben, die Zeit könne kommen, um die Ewigkeit zu überlisten - was bedeutet, dass es keine Zeit gibt.“
„Es ist nur vernünftig zu fragen, wie der Geist je das Ego machen konnte. Tatsächlich ist das die beste Frage, die du überhaupt stellen kannst. Allerdings hat es keinen Sinn, eine Antwort mit Bezug auf die Vergangenheit zu geben, weil die Vergangenheit keine Rolle spielt und es keine Geschichte geben würde, wenn dieselben Fehler in der Gegenwart nicht wiederholt würden.“
Wenn wir auf der Ebene des Verstandes akzeptiert haben, dass all dies in Wahrheit nicht geschehen ist, abgesehen von unserem Glauben daran, dann folgt darauf häufig die Frage, warum wir uns als Sohn GOTTES entschieden haben, überhaupt an diese Illusion zu glauben. Der letzte Satz im obigen Zitat beantwortet auch diese Frage. Wir haben uns nicht irgendwann entschieden, an die Illusion zu glauben, wir tun es jetzt - in diesem Augenblick. Daher können wir auch nur in diesem Augenblick aus dem Traum erwachen und nicht irgendwann in der Zukunft.
Viele Mystiker nennen dies die Welt der Dualität. Das ist es, worauf die Geschichte von Adam und Eva und dem Garten Eden hinweist. Der Glaube an die Dualität von Gut und Böse - generell das Urteilen - ist der Sündenfall oder die Trennung. Es ist dies auch der Glaube an Schuld und dieser Glaube beinhaltet den Glauben an den Tod. Danach wollten sich Adam und Eva im Garten verstecken, also bedeckten sie sich und ihre "privaten Teile" mit Feigenblättern. Sie fühlten sich schuldig und schämten sich für das, was sie getan hatten. In dieser Analogie projiziert der Geist, weil sich diese Schuld so schrecklich anfühlt, die Schuld nach außen als den Raum-Zeit-Kosmos, der dann zu einem riesigen Feigenblatt wird, unter dem der Geist versucht, sich vor seinem Schöpfer zu verstecken. Der in der Illusion der Trennung gefangene Geist möchte das, was er für seine privaten Gedanken hält, verbergen, weil er Angst vor GOTTES Liebe hat, und so schafft er eine falsche Identität, die Persona. Auch wenn es im ersten Moment noch so unglaublich klingt, es ist die Gottesfurcht - die Angst vor GOTT -, die uns in der Illusion der Trennung gefangen hält. Wenn wir GOTT wirklich lieben würden, würden wir augenblicklich aus dem Alptraum der Trennung erwachen.
GOTT ist reine Liebe und Einheit. ER hat kein Bewusstsein von Trennung; daher kann ER nicht in die Dualität kommen. Die Welt der Dualität ist das illusorische Versteck für den schlafenden Geist, der glaubt, sich von GOTT getrennt zu haben. Zu diesem Geist sagt das Ego: "Sei zufrieden mit dem Körper, und die Welt ist dein neues Zuhause. Wir werden alles wiederherstellen, was du in der Einheit zu haben schienst. Wir werden eine neue Art von Liebe mit Körpern erschaffen. Wir werden eine neue Art von Freiheit mit der Bewegung von Körpern erschaffen. Wir werden eine neue Art von Glück mit Sinnesfreuden erschaffen, die den Platz deines HEIMS im HIMMEL einnehmen wird. Und GOTT kann nicht hereinkommen und dich hier finden, du wirst deine Privatsphäre haben und du kannst alles tun, was du willst." So wurde der Körper zum zentralen Fokus für das Ego.
Audi bringt die Einflüsterungen des Egos in fünf Minuten auf den Punkt. Eine Einladung in eine private - von GOTT getrennte - Welt voller illusionärer Möglichkeiten. Das Ego versucht uns Nichts als das Wesentliche zu verkaufen: „Audi urbansphere concept“.
Das Ego möchte, dass GOTT seine neue Welt segnet und dem Traum von Zeit und Raum Wirklichkeit verleiht. Tief im Inneren des Geistes herrscht Ärger, weil GOTT dies nicht tun kann. GOTT kann einem projizierten Traum von Form keine Wirklichkeit geben! GOTT ist göttliche Liebe. GOTT kennt uns nur als göttliche Liebe. Diese Liebe ist totale Freude, ständige Kommunikation und Frieden. Sie ist unendlich und vollkommen. GOTT wäre nicht GOTT, wenn ER den Wunsch des Egos erfüllen würde, dieser Welt Wirklichkeit zu geben. Deshalb beruht aller Ärger auf dem Wunsch, dass das Vergängliche wahr und wirklich sein soll. Das Ego versucht, uns vorzugaukeln, dass wir in einer Welt der Form frei sind, aber es sagt uns nicht, dass es der Herrscher ist. Es denkt, solange wir damit beschäftigt sind, die Zukunft zu planen, von einer besseren Form zu träumen (oder die Vergangenheit zu beklagen), werden wir nicht an GOTT und die Einheit denken, die unsere wahre Identität ist. Dies zeigt uns, dass das Ego ein Gedankensystem in unserem Geist ist, das uns nicht zu einer wahren Erfahrung dessen führt, wer wir sind. Es sorgt nur dafür, dass wir in der Welt der Form, in Zeit und Raum beschäftigt bleiben.
“Willst du die Freiheit des Körpers oder die des GEISTES?
Denn beides kannst du nicht haben.
Welche ist für dich von Wert?
Welche ist dein Ziel?”
(EKIW: Kapitel 22, VI. 1. 1.-4.)
Denn beides kannst du nicht haben.
Welche ist für dich von Wert?
Welche ist dein Ziel?”
(EKIW: Kapitel 22, VI. 1. 1.-4.)
Wir können unsere Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, die sie geschaffen hat. Wir können die Lösung nicht auf der Ebene des Problems, auf der Ebene der Trennung finden; die Antwort muss ein Denken höherer Ordnung sein, das uns aufrichtet und zurück in die Harmonie bringt. Man kann sich einer Lösung nicht mit dem schlafenden Geist nähern, denn es war der Geist, der überhaupt erst an das Problem geglaubt hat. Man muss sich über die Ebene des Problems erheben, über die Ebene, auf der das Problem wahrgenommen wird, um die Antwort zu finden. Wir haben ein Wahrnehmungsproblem, und solange wir versuchen, die Dinge zu verbessern und auf der Ebene des Egos zu lösen, kommen wir nicht weiter. Wir drehen uns nur im Kreis wie ein Hamster im Hamsterrad, und es gibt überhaupt keinen Fortschritt. Aber wenn wir aufhören, alles zu fragmentieren, zu kategorisieren, zu etikettieren und zu ordnen, kommen wir zur Ruhe. Wir identifizieren uns mit unserem wahren SELBST und nicht mit einer separaten Identität. Der Frieden, den wir finden, ist ein Geisteszustand, in dem wir wahrnehmen, dass alles perfekt ist, dass es schon immer perfekt war und dass nichts aus der Ordnung geraten ist. Unser Geist braucht nur etwas Training, um dieses Bewusstsein zu erreichen.
Der Sündenfall, die Trennung, die eine Idee im Geist und kein Punkt auf der Zeitlinie ist, hat uns nicht für immer verloren und ohne Antwort gelassen. Im Moment der winzigen verrückten Idee - der Trennung - gab GOTT sofort eine Antwort. Als allwissende Liebe antwortete ER auf diesen zweifelhaften Gedanken, diese winzige verrückte Idee, mit dem Bewusstsein, dass dies niemals geschehen ist, dass es unmöglich ist. Wir können diese Antwort den HEILIGEN GEIST nennen. Der HEILIGE GEIST kann als die stille, kleine Stimme in unserem Geist bezeichnet werden, oder als Intuition, die uns leitet. Er ist wie eine Präsenz, die wir spüren können, wenn wir still genug werden, um uns einzustimmen und nach innen zu lauschen. Wir müssen das wissen und uns auch bewusst machen, wie leicht Abwehrmechanismen wie Verurteilung, weltliches Wissen, Verleugnung und Verdrängung vom Ego eingesetzt werden, um unseren Geist zu vernebeln und uns daran hindern, GOTTES Antwort zu erfahren.
Wir gehen nicht von der Fragmentierung und dem Urteilen in die Vollkommenheit über, ohne die Bereitschaft zu sagen: "Zeig es mir HEILIGER GEIST; ich muss es sehen." Selbst in Momenten, in denen wir mit GOTT, mit dem Leben, mit der Art und Weise, wie wir die Situationen, in die wir verwickelt sind, wahrnehmen, unzufrieden sind, müssen wir bereit sein, die Dinge anders wahrzunehmen und uns dafür öffnen, uns auf die geheilte Wahrnehmung des Geistes zu verlassen.
Wir brauchen Hilfe, um wirklich eine andere Welt zu sehen als die, die wir aus der Angst, dem Zweifel und der Sorge unseres Egos projiziert haben. Wir können frei sagen: "Du musst mich überzeugen", und alles dem HEILIGEN GEIST überlassen. Bitten wir darum, dass uns eine andere Welt gezeigt wird. Lassen wir es eine Überzeugungsarbeit für die Vielzahl der Engel sein, die jedes Mal jubeln, wenn wir eine Bewegung in Richtung Vertrauen in unsere Intuition machen. Das sollte unsere Aufmerksamkeit erregen und uns auf das Wunder in unserem Geist lenken. Wir brauchen die Hilfe des HEILIGEN GEISTES, um die Dinge so zu sehen, wie sie sind, um klar zu sehen, ohne Projektion, Beurteilung und Interpretation.
Sobald das Ego einen anderen Menschen als mangelhaft beurteilt, vergleicht es immer und sagt uns: "Nun, du bist nicht so, du stehst darüber." Das fördert Ungleichheit, Spaltung und Trennung. Wir müssen den HEILIGEN GEIST bitten, den Filter, durch den wir sehen, zu reinigen, denn das ist die einzige Hoffnung, die wir haben, wirklich nicht zu urteilen. Sobald wir diese Hilfe in Anspruch nehmen, ist es herrlich. Jeder Moment ohne Filter ist herrlich. Aber wenn ein Konzept oder ein Urteil im Spiel ist, dann ist es besser, einfach innezuhalten und sich bewusst zu machen, was dieser Filter ist. Wir können die Bereitschaft kultivieren, jeden Wert und jedes Konzept, das wir haben, zu hinterfragen. Wenn wir uns dabei ertappen, dass wir urteilen oder glauben, etwas zu wissen, ist es ratsam, folgendes zu praktizieren: "Anhalten, loslassen, und folgen." Zuerst halten wir unsere laufenden Gedanken und unsere Reaktionen an; wir halten inne! Zweitens üben wir uns in der Bereitschaft, unsere Gedanken los zu lassen. Und drittens, lassen wir uns vom HEILIGEN GEIST leiten.
Je klarer unser Filter wird und je intuitiver und weniger wertend wir werden, desto mehr ernten wir die emotionalen Vorteile. Wir merken es daran, wie wir uns fühlen: Wir sind stabiler, wir sind ruhiger, und so wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Daraus entwickelt sich Akzeptanz und ein empfänglicher Geist, ein offener Geist, ein Geist, der nicht "schon alles weiß". Dann kann das innere Wunder geschehen.
Es ist normal in dieser Welt, Meinungen zu fördern, aber Meinungen blockieren die Erfahrung des Friedens. Meinungen haben nichts mit der Wahrheit oder der Wirklichkeit zu tun. Der "Ich-weiß-nicht"-Zustand ist demütig. In der Zen-Tradition wird er als Geist des Anfängers bezeichnet. Es ist eine großartige Erfahrung, jeden Tag aufzuwachen und das Gefühl zu haben, nichts zu wissen. Es ist ein schönes Gefühl, keine Meinung zu haben, sondern offen dafür zu sein, sich etwas zeigen zu lassen.
Wenn wir in einem Zustand des Nicht-Urteilens leben, leben wir ganz natürlich in einem Zustand der ultimativen Freiheit und des Mitgefühls, weil wir jeden und alles akzeptieren, egal, was passiert. In einem Zustand des Nichtwissens zu sein, eröffnet eine Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks. Der Ich-weiß-nicht Geist ist der höchste Zustand des Geistes, höher als "Ja" oder "Nein". Dies ist wesentlich.
Dieser Geisteszustand urteilt nicht. Er interpretiert nicht: gut, schlecht, richtig, falsch. Er ist der wahren Erkenntnis nahe, der Erkenntnis GOTTES. Alles, was wir bereits zu wissen glauben, ist ein Hindernis für wahre Erkenntnis. Alles, wovon wir eine vorgefasste Meinung haben, blockiert wahre Erkenntnis. Das liegt daran, dass Meinungen und Vorurteile uns von der Erfahrung einer unschuldigen Wahrnehmung abhalten. Wir verpassen auch den gegenwärtigen Moment und die Führung, die uns zur Verfügung steht, wenn wir damit beschäftigt sind, etwas intellektuell zu "wissen" oder im Autopilot-Modus zu leben. Wenn wir glauben, dass wir es am besten wissen und dass unser Wissen wertvoll ist, identifizieren wir uns mit den Meinungen, die wir vertreten. Unsere Identität wird zu einem kleinen Selbst. Alle persönlichen Interpretationen von absolut allem in Zeit, Raum und Geschichte sind falschgesinnt und fehlerhaft. Eine Meinung zu haben ist dasselbe, wie nicht zu wissen, wer man ist und nicht zu wissen, wer GOTT ist.
Jetzt können wir uns entspannen, wenn wir uns die Gewohnheit der persönlichen Beurteilung und Interpretation abgewöhnen wollen. Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass wir kein Urteil oder eine Meinung über unsre Identität als Person mit uns herumtragen müssen - gut oder schlecht, spirituell oder nicht spirituell, und so weiter. Wir müssen die Welt auch nicht interpretieren, beurteilen oder gar verstehen, obwohl wir wählen können, wie wir sie wahrnehmen - aber dazu im folgenden Kapitel mehr. Tatsächlich ist die einzige Möglichkeit, zur göttlichen Unschuld zurückzukehren, wenn wir sagen können: "Wow! Ich habe mich in absolut allem geirrt. Ich habe mich nicht zu 99,9 Prozent geirrt. Ich bin völlig hinters Licht geführt worden; ich bin völlig getäuscht worden. Ich habe mich in allem geirrt!"
Deshalb sollten wir uns nicht mit dem Aufgeben des Urteils abmühen, denn die einzige Erkenntnis, zu der wir kommen können, ist, dass wir überhaupt nie dazu fähig waren. Wir sind wirklich nicht fähig, zu urteilen. Das ist die gute Nachricht!
“Es ist notwendig, dass es dem Lehrer GOTTES klar wird, nicht dass er nicht urteilen sollte, sondern dass er es nicht kann. Indem er das Urteilen aufgibt, gibt er lediglich etwas auf, was er nicht hatte. Er gibt eine Illusion auf, oder besser: Er hat eine Illusion des Aufgebens. Tatsächlich ist er nur ehrlicher geworden. Indem er begreift, dass Urteilen für ihn immer unmöglich war, versucht er es nicht länger. Das ist kein Opfer. Im Gegenteil: er versetzt sich selbst in eine Lage, in der das Urteil durch ihn statt von ihm geschehen kann. Und dieses Urteil ist weder »gut« noch »schlecht«. Es ist das einzige Urteil, das es gibt, und es ist nur ein einziges: »GOTTES SOHN ist schuldlos, und Sünde existiert nicht.«”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 10. 2.)
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 10. 2.)
Wahrnehmung
“Der GOTTESSOHN hat wahrgenommen, was er zu sehen wünschte, weil die Wahrnehmung ein Wunsch ist, der in Erfüllung ging.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 3. 3.)
(EKIW: Lektion 15, 1.)
Auch wenn wir einem spirituellen Weg folgen, begehen wir meist einen zentralen Fehler. Wir »sehen« eine Welt voller Herausforderungen und Probleme und wenden uns entweder durch Meditation von der Welt ab, um Frieden zu finden, oder wir bitten GOTT um inneren Frieden angesichts dieser verrückten Welt. Das heißt, wir beurteilen die Welt zunächst nach dem Gedankensystem des Egos und versuchen dann erst inneren Frieden zu erreichen. Doch es ist unsere Wahrnehmung von Herausforderungen und Problemen, die einer Berichtigung bedarf. Es ist verrückt, inneren Frieden im Angesicht einer falsch und fragmentiert wahrgenommen Welt zu erwarten.
“Du kannst dich nicht angemessen verhalten, wenn du nicht richtig wahrnimmst.”
(EKIW: Kapitel 1, III. 6. 5.)
Wir reden immer wieder gerne von herausfordernden Zeiten. Am Anfang erleben wir einen spirituellen Weg immer als große Herausforderung. Doch auch jede Wahrnehmung einer Herausforderung ist eine Fehlwahrnehmung. Es wird eine Zeit kommen, in der wir keine Herausforderungen mehr wahrnehmen werden.
“Es gibt keine Herausforderung für einen Lehrer GOTTES. Herausforderung beinhaltet Zweifel, und das Vertrauen, auf dem GOTTES Lehrer sicher ruhen, macht Zweifel unmöglich.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 4. II. 2. 5.-6.)
Wenn wir denken, dass das, was uns aufregt, eine beängstigende Welt oder eine traurige Welt oder eine gewalttätige Welt oder eine wahnsinnige Welt ist, dann ist das allein unsere eigene Projektion. All diese Eigenschaften werden ihr von uns verliehen. Und wir sehen sie, weil wir sie sehen wollen, das ist das Grundgesetz der Wahrnehmung. Die Welt an sich ist bedeutungslos.
(EKIW: Kapitel 26, VII. 3. 3.)
"Meine Gedanken sind Bilder, die ich gemacht habe.
Gerade weil dir die Gedanken, von denen du denkst, dass du sie denkst, als Bilder erscheinen, erkennst du sie nicht als nichts. Du denkst, dass du sie denkst, und deshalb denkst du, dass du sie siehst. So wurde dein »Sehen« gemacht. Das ist die Funktion, die du den Augen deines Körpers gegeben hast. Es ist nicht Sehen. Es ist Bildermachen. Es nimmt den Platz des Sehens ein, indem es die Schau durch Illusionen ersetzt."
(EKIW: Lektion 15, 1.)
Auch wenn wir einem spirituellen Weg folgen, begehen wir meist einen zentralen Fehler. Wir »sehen« eine Welt voller Herausforderungen und Probleme und wenden uns entweder durch Meditation von der Welt ab, um Frieden zu finden, oder wir bitten GOTT um inneren Frieden angesichts dieser verrückten Welt. Das heißt, wir beurteilen die Welt zunächst nach dem Gedankensystem des Egos und versuchen dann erst inneren Frieden zu erreichen. Doch es ist unsere Wahrnehmung von Herausforderungen und Problemen, die einer Berichtigung bedarf. Es ist verrückt, inneren Frieden im Angesicht einer falsch und fragmentiert wahrgenommen Welt zu erwarten.
“Du kannst dich nicht angemessen verhalten, wenn du nicht richtig wahrnimmst.”
(EKIW: Kapitel 1, III. 6. 5.)
Wir reden immer wieder gerne von herausfordernden Zeiten. Am Anfang erleben wir einen spirituellen Weg immer als große Herausforderung. Doch auch jede Wahrnehmung einer Herausforderung ist eine Fehlwahrnehmung. Es wird eine Zeit kommen, in der wir keine Herausforderungen mehr wahrnehmen werden.
“Es gibt keine Herausforderung für einen Lehrer GOTTES. Herausforderung beinhaltet Zweifel, und das Vertrauen, auf dem GOTTES Lehrer sicher ruhen, macht Zweifel unmöglich.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 4. II. 2. 5.-6.)
Wenn wir denken, dass das, was uns aufregt, eine beängstigende Welt oder eine traurige Welt oder eine gewalttätige Welt oder eine wahnsinnige Welt ist, dann ist das allein unsere eigene Projektion. All diese Eigenschaften werden ihr von uns verliehen. Und wir sehen sie, weil wir sie sehen wollen, das ist das Grundgesetz der Wahrnehmung. Die Welt an sich ist bedeutungslos.
“Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt. Die Welt, die du siehst, ist das, was du ihr gegeben hast, nicht mehr als das. Doch wenn sie auch nicht mehr als das ist, ist sie auch nicht weniger. Deswegen ist sie für dich wichtig. Sie ist das Zeugnis für den Zustand deines Geistes, das äußere Bild eines inneren Zustands. Wie ein Mensch denkt, so nimmt er wahr. Suche deshalb nicht, die Welt zu ändern, sondern entscheide dich, dein Denken über die Welt zu ändern. Die Wahrnehmung ist eine Folge und nicht eine Ursache.”
(EKIW: Kapitel 21, Einleitung, 1. 1.-8.)
(EKIW: Kapitel 21, Einleitung, 1. 1.-8.)
Es liegt an uns, was wir projizieren, doch solange wir wahrnehmen, können wir nicht entscheiden, ob wir projizieren, denn Projektion ist ein Gesetz des Geistes. Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt, und wir schauen nach innen, bevor wir nach außen schauen. Während wir nach innen schauen, wählen wir den Führer für unser Sehen - das Ego oder den HEILIGEN GEIST, und dann schauen wir nach außen und sehen seine Zeugen. Deshalb finden wir, was wir suchen. Was wir innerlich wollen, das werden wir durch Projektion manifest machen, und wir werden es von der Welt akzeptieren, weil wir es dadurch in sie hineingelegt haben, dass wir es wollen. Wir sind nicht Opfer einer externen Welt, sondern unterliegen nur dem, was in unserem Geist ist.
Projektion ist der Kunstgriff des Egos, durch den wir uns anders als unsere Brüder und getrennt von ihnen fühlen sollen. Das Ego rechtfertigt das mit der völlig fadenscheinigen Begründung, dass wir dadurch “besser” erscheinen als sie, und verschleiert dadurch unsere Ebenbürtigkeit mit ihnen noch mehr. Projektion und Angriff stehen unweigerlich miteinander in Beziehung, weil Projektion immer ein Mittel ist, um Angriff zu rechtfertigen. Ärger ohne Projektion ist unmöglich.
“Die Wahrnehmung ist ein Spiegel, keine Tatsache.
Und das, worauf ich schaue, ist mein Geisteszustand,
der sich außen spiegelt.”
(EKIW: Lektion 304, 1. 3.&4.)
Und das, worauf ich schaue, ist mein Geisteszustand,
der sich außen spiegelt.”
(EKIW: Lektion 304, 1. 3.&4.)
Es gibt nie etwas, das an sich falsch ist an dem, was in der Welt vor sich geht, oder an der Art und Weise, wie sich die Dinge entwickeln. Wann immer wir ein Problem bei der Arbeit, in einer Beziehung oder sonst wo haben, haben wir ein Wahrnehmungsproblem. Die Art und Weise, wie wir es sehen, ist das Problem. Das, worauf wir schauen, ist unser Geisteszustand, der sich außen spiegelt. Alle Dinge, von denen wir denken, dass wir sie sehen, spiegeln nichts anderes als unsere eigenen Ideen wider. Jede Idee beginnt im Geist des Denkenden und dehnt sich nach außen aus. Daher ist das, was sich vom Geist ausdehnt, noch immer in ihm. Und anhand dessen, was der Geist ausdehnt, erkennt er sich selbst.
„Dein Bruder ist der Spiegel, in dem du das Bild deiner selbst siehst, solange die Wahrnehmung währt. Und die Wahrnehmung wird so lange währen, bis die SOHNSCHAFT sich als ganz erkennt. Du hast die Wahrnehmung gemacht, und sie muss so lange währen, wie du sie haben willst.“
(EKIW: Kapitel 7, VII. 3. 9.- 11.)
Wir haben die Wahl, entweder Angst und Schuld zu projizieren oder die Liebe auszudehnen.
“Wir sagten, dass es ohne Projektion keinen Ärger geben kann, aber es ist auch wahr, dass es ohne Ausdehnung keine Liebe geben kann. Dies entspricht einem grundlegenden Gesetz des Geistes, und daher einem, das immer wirksam ist. [...] Das Ego nimmt das Gesetz als ein Mittel wahr, etwas loszuwerden, was es nicht will. Für den HEILIGEN GEIST ist es das grundlegende Gesetz des Miteinanderteilens, durch das du gibst, was du wertschätzt, um es in deinem Geist zu bewahren. [...] Jeder Geist muss projizieren oder ausdehnen, weil er auf diese Weise lebt, und jeder Geist ist Leben.”
(EKIW: Kapitel 7, VIII. 1.)
Das Ego hält die Illusion der Dualität aufrecht, indem es die äußere Welt beschuldigt, und dazu gehört auch die eigene Person, meist sind es jedoch andere Personen oder scheinbar äußere Umstände. Wenn wir wütend werden, dann deshalb, weil das Ego sagt: "Gib dieser Person die Schuld, oder gib dieser Sache die Schuld." Wir können unseren Chef beschuldigen, Bill Gates, Donald Trump, Vladimir Putin, die Regierung, die „Mächtigen“, die großen Konzerne, unsere Mutter, unsere Vergangenheit oder den Hund unseres Nachbarn. Dies ist eine Welt, in der die Schuld überall zu sein scheint - und als gerechtfertigt angesehen wird. Der schlafende Geist benutzt Schuldzuweisungen, um seinen Glauben an die Trennung nicht betrachten zu müssen. Er beschuldigt alles, was sich für ihn unangenehm anfühlt, ohne die Verantwortung für die Trennung zu übernehmen und ohne die Heilung der Trennung durch den HEILIGEN GEIST zu akzeptieren. Wenn wir jedoch erkennen, dass der Ärger von unseren eigenen Angriffsgedanken und Groll herrührt, hinter denen immer der ängstliche Glaube an die Trennung steckt, können wir diese Gedanken loslassen.
"Ich rege mich auf, weil ich eine bedeutungslose Welt sehe.
Dieser Gedanke ist deswegen so wichtig, weil er eine Berichtigung einer der wichtigsten Wahrnehmungsverzerrungen enthält. Du denkst, dass das, was dich aufregt, eine beängstigende Welt oder eine traurige Welt oder eine gewalttätige Welt oder eine wahnsinnige Welt ist. All diese Eigenschaften werden ihr von dir verliehen. Die Welt an sich ist bedeutungslos."
(EKIW: Lektion 12, 1.)
Wahrnehmungsprobleme sind niemals wirkliche Probleme, obwohl sie uns auf das eine Problem des Glaubens an die Trennung zurückführen können. Letztendlich sind unsere Wahrnehmungen im Geist nur Assoziationen aus der Vergangenheit - Erinnerungen und Glaubenssätze. Schon Lektion 2 des Kurses lehrt uns, dass wir allem, was wir sehen, die ganze Bedeutung gegeben haben, die es für uns hat. Das ist alles, was geschieht. Nichts anderes geschieht jemals. Unser Geist ist voller vergangener Gedanken, und diese vergangenen Gedanken projizieren wir auf die Welt.
Die Welt spielt sich in unserem Bewusstsein ab: die Welt der Bilder und der Gedanken, die wir denken. Dies ist die Grundlage dafür, wie wir die äußere Welt wahrnehmen. Die äußere Welt und die innere Welt sind dasselbe. Sie sind identisch. Es spielt keine Rolle, ob uns jemand bei der Arbeit anschreit, oder ob wir gerade zu Hause sitzen und darüber nachdenken, wie es war, als uns jemand anschrie, oder ob wir uns unserer Gedanken gar nicht bewusst sind und wir nur wissen, dass wir uns schlecht und deprimiert fühlen. Es sind Gedanken der Vergangenheit - Gedanken, die nicht von GOTT geschaffen wurden.
“Du machst, indem du projizierst, doch GOTT erschafft, indem ER sich ausdehnt.”
(EKIW: Kapitel 11, Einleitung, 3. 1.)
(EKIW: Kapitel 11, Einleitung, 3. 1.)
Wenn wir das wissen, können wir erkennen, dass wir unsere Wahrnehmung klären müssen, denn es gibt keine objektive Welt von Ereignissen und Umständen, die von unserer Wahrnehmung und Interpretation getrennt ist. Die Erkenntnis lautet: "Meine Gedanken sind Bilder, die ich gemacht habe." Die Welt, die wir wahrnehmen, ist ein Bild dessen, was wir zu sein denken und wie wir uns selber sehen. Eine einfache Frage bleibt und braucht eine Antwort von uns: Mögen wir, was wir gemacht haben - eine Welt des Mordes und des Angriffs, in der wir uns zaghaft durch ständige Gefahren schlängeln, einsam und verängstigt, allenfalls hoffend, dass der Tod doch noch ein wenig wartet, bevor er uns ereilt und wir verschwinden?
“Verdammung ist dein Urteil über dich selbst, und dieses wirst du auf die Welt projizieren. Siehst du sie als verdammt an, so wirst du nur das sehen, was du getan hast, um den SOHN GOTTES zu verletzen. Wenn du Unglück und Katastrophen siehst, so hast du ihn zu kreuzigen versucht. Wenn du Heiligkeit und Hoffnung siehst, so hast du dich dem WILLEN GOTTES angeschlossen, ihn zu befreien. Es gibt keine Wahl, die zwischen diesen beiden Entscheidungen liegt. Und du wirst das Zeugnis ebenjener Wahl erblicken, die du getroffen hast, und daraus klar erkennen lernen, welche du gewählt hast. Die Welt, die du siehst, zeigt dir nur, wie viel Freude du dir erlaubt hast in dir zu sehen und als die deine anzunehmen. Und wenn dies ihre Bedeutung ist, dann muss die Macht, ihr Freude zu geben, in dir liegen.”
(EKIW: Kapitel 21, Einleitung, 2.)
“Erwäge sorgsam deine Antwort auf die letzte Frage [Und will ich sehen, was ich verleugnet habe, weil es die Wahrheit ist?], die du noch immer unbeantwortet gelassen hast. Und lass deine Vernunft dir sagen, dass sie beantwortet werden muss und mit den andern drei beantwortet ist. Dann wird dir klar, wenn du die Wirkungen der Sünde in irgendeiner Form betrachtest, dass das einzige, was du zu tun brauchst, einfach dich zu fragen ist:
Ist es das, was ich sehen möchte? Will ich das?
Das ist deine einzige Entscheidung; das ist die Bedingung für das, was geschieht. Es ist belanglos dafür, wie es geschieht, aber nicht weshalb. Du hast Kontrolle darüber. Wenn du die Wahl triffst, eine Welt ohne Feind zu sehen, in der du nicht hilflos bist, werden die Mittel, sie zu sehen, dir gegeben werden.”
(EKIW: Kapitel 21, VII. 8.-9.)
Ebenen des Geistes
Die moderne Psychologie entspringt dem Denksystem des Egos. Sie lehrt uns, dass die Welt und unsere Erfahrungen in der Welt die Ursache für unsere grundlegenden Überzeugungen und unserer Probleme sind. Doch in Wahrheit ist es genau umgekehrt. Das Modell der Ebenen des Geistes nach David Hoffmeister, einem amerikanischen Kurs in Wundern Lehrer, beschreibt den wahren Zusammenhang. Das Ego möchte, dass wir denken, die Ursache liege auf der Ebene der Wahrnehmung, der äußeren Schicht. Auf diese Weise möchte das Ego, dass wir denken, dass Ereignisse ursächlich sind. In Wahrheit ist es genau umgekehrt. Die Ursache befindet sich in der Mitte, wo das Verlangen ist, und die Wirkung befindet sich auf dem äußeren Ring. Alles folgt aus dem Verlangen unseres Herzens.
"Wonach du verlangst, das wirst du sehen.
Das ist das wirkliche Gesetz von Ursache und Wirkung,
so wie es sich in der Welt auswirkt."
(EKIW: Lektion 20, 5, 5.&6.)
Das ist das wirkliche Gesetz von Ursache und Wirkung,
so wie es sich in der Welt auswirkt."
(EKIW: Lektion 20, 5, 5.&6.)
- Die Wahrnehmung ist die Art und Weise, wie wir die Welt sehen und mit ihr interagieren, und umfasst auch das, was wir in der Welt wahrnehmen. Sie umfasst alles, was die fünf Sinne an uns zurückmelden.
- Gefühle bestimmen unsere Wahrnehmungen. Sie können auf Angst beruhen, wie beispielsweise Gier, Scham, Neid, Sorge, Zorn - oder auf Liebe, wie beispielsweise Frieden, Freude, Glück, Freiheit.
- Gedanken bestimmen unsere Gefühle. Sie sind die unaufhörliche, von Moment zu Moment stattfindende Bewegung von Ideen und Bildern in unserem Geist. Sie können vom HEILIGEN GEIST inspiriert oder vom Ego gesteuert sein.
- Überzeugungen sind die Grundlage unseres Denkens. Überzeugungen sind Konzepte. Sie können sich beispielsweise auf die Rolle im Beruf und die berufliche Identität beziehen oder auf die Identität in der Familie als Vater, Mutter, Ehemann, Ehefrau, Schwester, Bruder, Tochter oder Sohn. Sie können sich auf die Rolle in Freundschaften oder auf kulturelle, religiöse oder klassenbezogene Rollen beziehen. Sie umfassen Meinungen über den Planeten, die Gesellschaft, Psychologie, Philosophie und Politik, sowie Überzeugungen über Ernährung, Gesundheit und Bildung. Auch Zeit und Raum sind tatsächlich nur Glaubenssätze. Alle Überzeugungen basieren auf dem Ego, bis auf eine - Vergebung.
- Das Verlangen steht im Mittelpunkt und bestimmt unsere Überzeugungen. Es geht darum, was wir im Kern unseres Wesens suchen. Wir können immer nur zwischen Liebe oder Angst, GOTT oder Ego wählen. Mit dem Glauben an die Trennung wurde das Verlangen gespalten. Gespaltenes Verlangen ist egoisch, während das einzige Verlangen nach LIEBE geeint ist und das Verlangen nach GOTT ist.
“Die Wahrnehmung ist konsequent.
Was du siehst, spiegelt dein Denken wider.
Und dein Denken spiegelt nur deine Wahl dessen, was du sehen willst.”
(EKIW: Lektion 130, 1. 1.-3.)
Was du siehst, spiegelt dein Denken wider.
Und dein Denken spiegelt nur deine Wahl dessen, was du sehen willst.”
(EKIW: Lektion 130, 1. 1.-3.)
Was wir mit Hilfe des Modells der Ebenen des Geistes noch sehr leicht erkennen können ist Folgendes: Das Wahrnehmen von Gefühlen ist wichtig, weil es der Orientierung dient hinsichtlich unseres Verlangens. Aber das so beliebte „reinspüren“ in bestimmten Situationen als Grundlage für Entscheidungen beruht häufig auf einem zentralem Irrtum. Wenn wir „reinspüren“, nehmen wir nur unsere eigenen Urteile über eine Situation wahr und nicht irgendeine "Energie" außerhalb von uns. Wenn sich also eine Situation nicht gut anfühlt, sind unsere eigenen Urteile über die Situation dafür verantwortlich, nicht eine von uns getrennte Situation. Nicht die Situation ist das Problem, sondern wir haben ein Wahrnehmungsproblem.
“Es gibt keine Welt losgelöst von deinen Wünschen, und darin liegt deine letztendliche Befreiung. Du brauchst nur dein Denken über das zu ändern, was du sehen willst, und die ganze Welt muss sich entsprechend auch verändern. Ideen verlassen ihre Quelle nicht.”
(EKIW: Lektion 132, 5. 1.-3.)
Um etwas zu erkennen, müssen wir es kennen. Und wenn wir wahrnehmen, wie ein anderer aus Feindseligkeit heraus handelt oder aus Angst oder was auch immer, ist der einzige Grund, dass wir dies erkennen können, weil wir auch schon dort gewesen sind. Ein mit dem Ego identifizierter Geist glaubt, dass er ein Opfer der Umstände ist, dass er in einer Welt ist, die ihm tatsächlich Dinge zufügen kann und die ihn dazu bringen kann - ihn provozieren kann - Entscheidungen zu treffen, die er ansonsten nicht getroffen hätte. Das ist immer Verleugnung. Und es ist eine Lüge.
Auch wenn ein anderes Bewusstseinsfragment anders wählt, beeinflusst dies unsere Wahl nicht im Geringsten, selbst wenn es so scheint. In jedem Moment unserer Erfahrung kommt das, was wir erfahren, aus unserem Inneren. es wird nicht von einer Quelle außerhalb unserer selbst in uns gelegt. Und in jedem Moment verbleiben wir frei, zu beobachten und zu bemerken, wie wir uns in diesem Moment fühlen - das bedeutet, in unserer Wahrnehmung des Lebens zu sein und zu erkennen, dass wir die Macht haben, anders zu denken.
Ein erleuchteter Geist ist frei von der Identifikation mit allen Formen der Angst und wird daher auch davon nicht mehr getriggert, d.h. es ändert nichts an seinem Geistesfrieden, wenn ein Bruder aus Angst heraus reagiert. Anders ausgedrückt: Ein erleuchteter Geist projiziert nicht seine eigene Angst nach außen.
Ein Erleuchteter und ein Nicht-Erleuchteter - beide leben und bewegen sich in derselben Welt; die Welt bleibt auf der Ebene der Form dieselbe. Der Unterschied liegt nicht in der Welt, der Unterschied kommt aus dem Inneren des Erleuchteten: Er bewegt sich zwar unter den selben Dingen, aber er tut es auf eine andere Art und Weise. Sein Geist bleibt fernab und unberührt. Das ist das Geheimnis. Nichts vermag ihn zu beeindrucken; nichts in der äußeren Welt kann ihn beeinflussen, nichts kann ihn überwältigen.
Nur jemandem, der sich selbst nicht ändern kann, ist viel daran gelegen, die Umstände zu verändern. Hieran erkennt man eine schwache Persönlichkeit. Ein starker Mensch, wach und bewusst, wird anfangen, sich selbst zu ändern und nicht die Situation, in der er sich befindet. Denn in Wirklichkeit lassen sich die Umstände in der Ego-Identifikation gar nicht ändern. Und selbst wenn wir die Umstände ändern könnten, würden neue Umstände an ihre Stelle treten. Jeden Augenblick verändern sich die Umstände, also stellt sich das Problem jeden Augenblick von neuem.
Wenn wir uns jedoch auch nur für einen einzigen Augenblick in den inneren Zustand des Zeugeseins versetzen, werden wir plötzlich spüren, dass nichts uns beeindrucken kann. Jedenfalls kann in diesem Augenblick nichts einen Wunsch in uns wecken. Und es kommt der Moment, wenn wir es gar nicht mehr zu tun brauchen; denn diese innere Macht wird uns eine solche Stärke verleihen, dass die Dinge ganz einfach ihren Reiz verlieren. Es ist nur unsere Schwäche, die diesem Reiz verfällt. Entwickeln wir mehr Kraft, dann wird uns nichts mehr reizen. Erst dann sind wir - zum allerersten Mal - in unserem eigenen Sein der Hausherr. Das wird uns wirkliche Freiheit geben.
Ein erwachter Geist führt in der Folge zu veränderten Umständen, aber die Veränderung der Umstände war nicht das Ziel, sondern ist lediglich die Folge. Die Situationen um einen Erleuchteten herum verändern sich plötzlich; nicht, dass er sie absichtlich veränderte, aber er übt Macht aus. Diese Macht kommt aus der Wachheit, aus Bewusstheit, aus dem heiligen Augenblick - diese Macht ist nicht von dieser Welt.
Gefangenschaft in Illusionen
Eine hilfreiche Metapher, um zu beschreiben, wie unsere auf einem verrückten Verlangen basierenden Überzeugungen uns einschränken, ist die folgende: Das Ego ist der Gefangene und das Gefängnis. “Ich habe das Gefängnis, in dem ich mich selbst sehe, erfunden.” (EKIW; Lektion 57, 2. 2.) Mauersteine in der Gefängnismauer sind Rollen, Identitäten, Erinnerungen, Glaubenssätze, Meinungen, Urteile, Vorlieben, und dergleichen - entsprechend dem Song von Pink Floyd "Another Brick in the Wall". Was dabei häufig übersehen wird, ist, dass jede Art von Vorliebe auch ein Mauerstein in der Gefängnismauer ist. Jedes liebgewonnene Ritual, wie der tägliche Latte Macchiato im Lieblingscafé um die Ecke, ist eine Beschränkung - ein Schleier, der den Geist von der Vollkommenheit des heiligen Augenblicks trennt.Jede Vorliebe ist ein Ausdruck von Angst, denn nur das Ego fragmentiert und urteilt. In der dualen Welt des Egos enthält alles bereits sein Gegenteil und so enthält jede Vorliebe gleichzeitig eine Ablehnung. Damit bestätigen wir unseren Glauben an Unvollständigkeit und sagen Nein zur Vollkommenheit des heiligen Augenblicks. Wahre Liebe hingegen fragmentiert und unterscheidet nicht, sie umfasst alles, sie verströmt sich gleichermaßen über alles.
“Alles, was eine Hierarchie von Illusionen zeigen kann, sind Vorlieben und nicht die Wirklichkeit. Wie relevant sind Vorlieben für die Wahrheit? Illusionen sind Illusionen und sind falsch. Deine Vorlieben verleihen ihnen keine Wirklichkeit. Keine ist in irgendeiner Weise wahr, und alle müssen mit gleicher Leichtigkeit dem weichen, was GOTT als Antwort auf sie alle gab. GOTTES WILLE ist eins. Und jeglicher Wunsch, der SEINEM WILLEN zuwiderzulaufen scheint, hat keine Basis in der Wahrheit.”
(EKIW: Kapitel 26, VII. 6. 5.-11.)
Gerade das, was wir aus egoischer Sicht für unseren größten Schatz und die Quelle unseres Glücks halten, ist unser Gefängnis. Der ganz besonders geliebte Mensch, das ganz besonders liebevoll eingerichtete Haus an einem ganz besonders schönen Ort, all das hält uns in der Welt der Illusionen gefangen und versperrt uns den Blick auf die wirkliche Welt.
“Götzen sind Grenzen. Sie sind der Glaube, dass es Formen gibt, die Glück bringen werden, und dass durch Begrenzung alles zu erreichen sei.”
(EKIW: Kapitel 30, III. 1. 4.&5.)
“Wenn du über die Form dessen, was du willst, entscheidest, verlierst du das Verständnis seines Zweckes.”
(EKIW: Kapitel 30, III. 2. 9.)
Immer wenn wir von etwas Konkretem Glück erwarten, verleugnen wir unsere Grenzenlosigkeit und damit unsere Ganzheit und Vollkommenheit. Mit allem, dem wir eine Wirkung auf uns zugestehen, verleugnen wir unsere Macht und Herrlichkeit und laden stattdessen die Angst ein.
Wir leben in Gefängnissen, mit unseren Lebensweisheiten und den Ideen davon, was man darf und was man nicht darf, was wir uns erlauben und was wir uns verbieten, was uns gefällt und was nicht, was wir okay finden und was gar nicht geht, was wir uns wünschen und was auf gar keinen Fall passieren darf. Jede Regel, jedes Gesetz, jede verfestigte Meinung ist ein Mauerstein unseres persönlichen Gefängnisses. Wir wollen das so, weil uns die Freiheit des Jetzt, die vollkomme Unschuld des heiligen Augenblicks, ohne Zukunft und Vergangenheit und den darauf aufbauenden Urteilen, Angst macht, weil die Freiheit uferlos ist, weil sie voller Gefahren zu sein scheint, voller unverlangter Wendungen. Wir sind den ganzen Tag damit beschäftigt, eine Mauer um uns herum zu errichten, eine Mauer aus politisch korrekten Wörtern und Gedanken, aus Ideen und Regeln, aus Vorlieben und Abneigungen, die immer höher wird und hinter der wir nie wieder hervorkommen wollen. Wir sind Gefangene unseres eigenen geistigen Horizonts, weil wir uns davon Sicherheit versprechen. Wir klammern uns an unsere Einteilung der Welt in Gut und Böse, weil uns das Halt zu geben scheint. Auf diese Weise wiederholen wir ständig die Vergangenheit, weil wir nur die Vergangenheit sehen.
Wir haben also eine Grenze um uns gezogen, weil wir uns davon Sicherheit versprechen. Je enger die Grenze ist, desto mehr Sicherheit bietet sie uns scheinbar, denn je enger die Grenze, desto besser können wir sie beobachten. Wir können verschlossen bleiben, dann sind wir scheinbar unverletzbar, dann fühlen wir uns sicher. Unser Bedürfnis nach Sicherheit, nach Schutz hat die Grenze geschaffen. Aber dann fühlen wir uns gleichzeitig auch gefesselt. Das ist das Paradox des Ego-Geistes: Wir wollen immer mehr Sicherheit, und gleichzeitig wollen wir mehr Freiheit! Beides zusammen geht nicht. Wenn wir Freiheit wollen, werden wir dafür die scheinbare Sicherheit, den scheinbaren Schutz aufgeben müssen. Diese Sicherheit ist ohnehin nur eine Illusion, es gibt sie tatsächlich gar nicht. Denn der Tod muss kommen: Was immer wir als Person anstellen, wir müssen sterben. All unsere Sicherheiten, unsere Schutzmaßnahmen sind reine Fassade, sie werden nichts nützen. Aber aus Angst vor Unsicherheit ziehen wir Grenzen, verkriechen uns hinter riesigen Mauern und können dann den offenen Himmel nicht mehr sehen. Und dann leiden wir und sagen: “Wo ist der offene Himmel?”, und “Ich will Freiheit, und ich will mich bewegen können!” Doch diese Grenzen haben wir selbst errichtet. All diese Grenzen sind eine Folge unseres mangelnden Vertrauens. Wie wichtig es ist, Vertrauen zu entwickeln, zeigt sich auch daran, wie genau und ausführlich Jesus diesen Prozess im Kurs beschreibt.
“Die Lehrer GOTTES haben Vertrauen in die Welt, weil sie gelernt haben, dass sie nicht durch die Gesetze regiert wird, die die Welt erfunden hat. Sie wird regiert durch eine MACHT, DIE in ihnen, aber nicht von ihnen ist. Es ist diese MACHT, DIE alle Dinge sicher bewahrt. Es ist diese MACHT, durch DIE die Lehrer GOTTES auf eine Welt schauen, der vergeben ist.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, 4. I. 1. 4.-7.)
Wer sich Sorgen um Sicherheit und Schutz macht, der muss die Enge in Kauf nehmen. Schließlich ist nichts sicherer als ein Gefängnis. Da kann einem niemand etwas tun. Niemand draußen ist so sicher, wird so gut bewacht wie ein Gefangener. Ein Gefangener ist keinen Totschlägern, ist keinen Mördern ausgesetzt. Er hat es “gut”. Er wird besser bewacht als ein König. Einen Präsidenten oder einen König kann man ermorden, das ist nicht so schwer. Das passiert alle Tage. Aber einen Gefangenen kann man nicht ermorden. Außerhalb der Gefängnismauern ist das Leben gefährlich, kann alles Mögliche passieren! Also haben wir uns in geistigen Gefängnissen verschanzt, in psychischen Gefängnissen verschanzt, und diese Gefängnisse nehmen wir überall mit, sie sind tragbar. Man braucht nicht da zu wohnen, wo die Gefängnisse sind, sie kommen mit einem mit. Was wir auch tun, unser Gefängnis begleitet uns. Wir sitzen ständig hinter einer Mauer. Und es ist nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar kontraproduktiv, unsere Zellwände bunt anzumalen, um uns besser zu fühlen, denn damit belügen wir uns nur selbst.
Wenn wir uns allzu sehr schützen, allzu sehr auf Sicherheit erpicht sind, sind wir bereits tot. Nur wer als Mensch bereit ist, in weltlicher Unsicherheit zu leben, weil er auf GOTT vertraut, wird lebendig sein. Nur wer bereit ist, es mit Unsicherheit, ständiger Unsicherheit aufzunehmen, wird eines Tages wahrhaft frei und sicher sein - frei und sicher in GOTT. Es gibt ein wunderbares Buch von Alan Watts mit dem Titel “Weisheit des ungesicherten Lebens”. Es geht jedoch nicht um “Freiheit” als Gegensatz zu “Gefangenschaft” auf der Ebene der Form, sondern um wahre Freiheit jenseits der Dualität von Gefangenschaft und Freiheit - um die Freiheit des Geistes.
Also: Vertrau auf GOTT und sei bereit, in Unsicherheit hinsichtlich des Geschehens auf der Ebene der Form zu leben. Und das Schöne ist: Selbst wenn du gar nicht bereit bist, in Unsicherheit zu leben, du tust es dennoch. Du hast gar keine Wahl! Und so wirst du mit der Zeit erkennen, dass die Form immer zweitrangig ist, dass es einzig und allein um den Inhalt geht - also um die Ausdehnung der LIEBE im gegenwärtigen Moment.
Ein weiteres Phänomen in diesem Zusammenhang ist, dass wir unsere inneren Konflikte, für die wir in unserem Geist nicht betrachten wollen und daher auch nicht der Erlösung übergeben können, in den Körper projizieren. Solange wir uns dieses Ursache-Wirkungs-Prinzips nicht bewusst sind, solange wir nicht wissen, dass allein der Geist ursächlich ist, bringen wir unsere körperlichen Beschwerden mit einem Geschehen auf der Ebene der Form in Verbindung. Wenn wir zum Beispiel auf einem Segeltörn einen Konflikt mit einem oder mehreren Besatzungsmitgliedern haben, diesen Konflikt aber im Geist verdrängen und auf den Körper projizieren, wird uns schlecht. Oder wir haben Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren und projizieren diese Angst in den Körper. Doch obwohl es immer ein Konflikt in unserem Geist ist, schließen wir daraus, dass wir das Segeln körperlich nicht vertragen. Im Laufe unseres Lebens projizieren wir eine Vielzahl von Konflikten in unseren Körper, und irgendwann wird unser Gefängnis immer enger, wir können nicht mehr segeln, wir können vielleicht nicht mehr fliegen, und wir haben die unterschiedlichsten Abneigungen gegen die unterschiedlichsten äußeren Situationen und vielleicht auch gegen bestimmte Nahrungsmittel. Besonders der Glaube an die negative Wirkung bestimmter Nahrungsmittel ist eine Ebenenverwechslung, die immer häufiger zu beobachten ist. Unsere geistige Erstarrung manifestiert sich immer mehr auf der Ebene der Form. Solange wir nicht erkennen, dass nur der Geist ursächlich ist, sind wir Gefangene ohne Chance auf Befreiung.
“Nichts, was ein Kind GOTTES gemacht hat, ist ohne Macht. Dir dieses zu vergegenwärtigen ist wesentlich, weil es dir sonst nicht gelingen wird, aus dem Gefängnis, das du gemacht hast, zu entkommen.”
(EKIW: Kapitel 3, VII. 1. 7.-8.)
Das Licht kann nicht durch die Mauern dringen, die wir errichtet haben, um es auszusperren, und es ist nie und nimmer gewillt, das, was wir gemacht haben, zu zerstören. Es braucht daher unsere Bereitschaft zur Umkehr, die es dem Licht ermöglicht, uns zu erreichen. Und es braucht unsere vollkommene Offenheit, in der nichts verborgen und deshalb nichts angsterregend ist. Es gibt keine Dunkelheit, die das Licht der Liebe nicht auflösen würde, es sei denn, sie wird vor der Mildtätigkeit der Liebe geheimgehalten.
Es gilt die Fähigkeit zu kultivieren, alle Dinge zu erlauben. Denn der Geist, der frei ist, kann dies tun. Der Geist, der gefangen ist, kann das nicht. Denn der Geist, der gefangen ist, ist so, weil er darauf besteht, dass das, was er wahrnimmt, in sich selbst anders werden sollte, der Wahrnehmende sich jedoch nicht ändern muss. Und genau das ist die Essenz von Gefangensein.
Eine hilfreiche spirituelle Übung ist es, uns immer wieder möglichst unvorbereitet völlig neuen Situationen auszusetzen. Jede Reise in ein unbekanntes Land ohne Plan ist eine Übung in diesem Sinne. Wenn wir innerlich bereit dazu sind, dann sind derartige Situationen wunder-volle Gelegenheiten, um uns von Urteilen, Meinungen, Rollen und Vorlieben zu lösen und ganz auf GOTT zu vertrauen.
Verschiebung unseres zentralen Verlangens
Wenn wir unser Denken dahingehend ändern, dass es vom GEIST inspiriert ist und nicht vom Ego, dann hat sich unser zentrales Verlangen geändert. Es ist singulär und nicht mehr gespalten. Diese Veränderung durchdringt alle Schichten des Geistes. Dies ist das Wunder, das zur folgenden Transformation führt: Der Glaube ist Vergebung, die Gedanken sind wahre Gedanken, die Emotion ist Liebe und die Wahrnehmung ist wahre Wahrnehmung und damit friedliche Wahrnehmung. Mit Hilfe des Wunders wird das Denksystem auf den Kopf gestellt, weg von seiner früheren verkehrten egoischen Art. Das Wunder ist eine Veränderung auf der Ebene des Geistes. Wunder sind Äußerungen der Liebe, aber möglicherweise haben sie nicht immer beobachtbare Wirkungen.Die Wahrnehmung muss in Ordnung gebracht werden, bevor wir irgend etwas erkennen können. Erkennen heißt gewiss sein. Erkenntnis ist Macht, weil sie gewiss ist, und Gewissheit ist Stärke. Wahrnehmung ist etwas Vorübergehendes. Als ein Attribut des Glaubens an Raum und Zeit ist sie entweder der Angst oder der Liebe unterworfen. Fehlwahrnehmungen erzeugen Angst, und wahre Wahrnehmungen fördern die Liebe, aber keine von beiden bringt Gewissheit, weil jede Wahrnehmung sich verändert. Deshalb ist sie nicht Erkenntnis. Wahre Wahrnehmung ist die Grundlage für die Erkenntnis, Erkennen aber ist die Bejahung der Wahrheit und liegt jenseits aller Wahrnehmungen. Wahrnehmung beinhaltet immer einen gewissen Missbrauch des Geistes, weil sie den Geist in Bereiche der Ungewissheit bringt. Der Geist ist sehr aktiv. Wenn er sich entscheidet, getrennt zu sein, entscheidet er sich, wahrzunehmen. Bis dahin will er nur erkennen. Danach kann er nur doppeldeutig entscheiden, und der einzige Ausweg aus der Doppeldeutigkeit heraus ist die klare Wahrnehmung. Der Geist kehrt erst dann zu seiner eigentlichen Funktion zurück, wenn er erkennen will.
Erleuchtung oder Heilung ist eine Frage des Verlangens. Dies ist die Welt der Ablenkung, der Isolation und des Versteckens vor dem Licht. Wenn es aber das Gebet unseres Herzens ist, die LIEBE zu erfahren, dann können uns die Symbole oder die Mittel dafür recht schnell gegeben werden.
“Die Wahrheit wird dir durch dein Verlangen wiedergegeben,
so wie sie durch dein Verlangen nach etwas anderem für dich verloren war.”
(EKIW: Kapitel 20, VIII. 1. 2.)
so wie sie durch dein Verlangen nach etwas anderem für dich verloren war.”
(EKIW: Kapitel 20, VIII. 1. 2.)
Das einzige Problem in der Welt ist das des Geistes. Ein klares Verständnis der Ebenen des Geistes hilft uns, uns dessen bewusst zu werden - was unsere Wahrnehmung verursacht, wenn wir alle unsere Projektionen bis zum zentralen Verlangen zurückverfolgen. Dabei können wir Überzeugungen und Annahmen aufdecken, von denen wir vielleicht gar nicht wussten, dass sie existieren. Der Geist wird weiter in diese Überzeugungen investieren, bis klar wird, dass sie nicht das bieten, was wir wirklich wollen. Wenn wir bereit sind, das, was wir glauben, mit dem HEILIGEN GEIST zu hinterfragen, sind die Ergebnisse nichts weniger als wundervoll. Alles, was es braucht, ist ein wenig Bereitschaft, die Dinge anders zu sehen. Um alte, wenig hilfreiche Konditionierungen aufzudecken und loszulassen, müssen wir uns Schritt für Schritt durch alle Ebenen des Geistes hindurcharbeiten.
Die Macht des Verlangens bestimmt unseren Geisteszustand. Kleine Schritte können zu großen Verschiebungen in unserem Bewusstsein führen. Es ist wichtig, auf unsere Wahrnehmung und die Tendenz zu achten, beunruhigende Dinge als echte Probleme wahrzunehmen. Dies ist ein Prozess, in dem wir unseren Geist ehrlich betrachten und gleichzeitig zulassen, dass das Verlangen unseres Herzens geläutert wird.
Um es mit den Worten aus den berühmten Star Wars-Filmen zu sagen: “Möge die Macht mit dir sein.” Das Diagramm der Ebenen des Geistes besteht aus fünf Ringen. Im Sinne einer weiteren Film-Metapher bedeutet dies: Wenn wir unseren Geist SEINER Führung unterstellen, werden wir zum Herrn der Ringe. Unsere spirituelle Sehnsucht nach einer Erfahrung, die weit über diese Welt hinausgeht, spiegelt sich auch in unseren Fantasy- und Science-Fiction-Filmen wider.
Obwohl Ein Kurs in Wundern uns dabei hilft, uns von der besonderen Beziehung zu befreien, um zur heiligen Beziehung zu gelangen, ist das Verlieben an sich ein wunderbares Beispiel für eine sprunghafte Veränderung unserer Wahrnehmung. Ein kleiner Moment verändert unsere Wahrnehmung der Welt blitzartig. Wenn wir uns wirklich voll und ganz auf das Verlieben einlassen, sind wir glücklich und fühlen uns frei und lebendig wie eine Feder im Wind, die vollkommen damit einverstanden ist, wohin der Wind sie trägt. Unsere Urteile über die Welt werden plötzlich deutlich milder.
Die Frage, die wir uns also stellen sollten, lautet: Warum sind wir nicht ständig verliebt? Hinter der Sehnsucht nach dem Zustand der Verliebtheit verbirgt sich die Sehnsucht nach der LIEBE GOTTES. Die Verliebtheit in eine andere Person ist vom Ego, aber das Gefühl weist in die richtige Richtung - den Zustand des glücklichen Traums, zu dem uns Ein Kurs in Wundern führt.
Die Verliebtheit in eine bestimmte Person ist naturgemäß nicht dauerhaft, während der glückliche Traum unabhängig von äußeren Bedingungen ist. Das liegt einfach daran, dass die veränderte Wahrnehmung der Welt im Zustand der Verliebtheit selbst eine Projektion ist, wenn auch eine äußerst angenehme. Solange wir nicht bewusst und wach sind, projizieren wir unsere aufkommenden Gefühle bei der Begegnung mit einem anderen Menschen auf diesen. Wir vergessen das innere Zentrum unseres Seins, und der andere wird zum Zentrum. In Wahrheit gilt immer und für jedes Gefühl: Wir selbst sind die Quelle dieses Gefühls.
Wir selbst sind die Quelle. Der geliebte Mensch ist nur ein Bildschirm, auf den wir unsere Liebe projizieren, der andere Mensch ist nur eine Leinwand; wir projizieren unsere Liebe auf ihn und sagen, dass er die Quelle unserer Liebe ist. Das ist keine Tatsache, es ist Einbildung. Wir holen unsere Liebesenergie hoch und projizieren sie auf den anderen. In dieser Liebesenergie, die wir auf den anderen projizieren, wird der andere “liebenswert”. Für einen anderen mag er es nicht sein, für einen anderen mag er absolut abstoßend sein. Und warum? Wenn er tatsächlich die Quelle unserer Liebe wäre, dann müsste jeder ihn lieben, aber er ist es nicht. Wir projizieren die Liebe, und dadurch wird der andere attraktiv. Ein anderer projiziert Hass, und dadurch wird der andere abstoßend. Und wieder ein anderer projiziert gar nichts; er ist gleichgültig. Was geht vor? Wir projizieren unsere eigenen Stimmungen auf andere.
Darum erscheint uns der Mond in den Flitterwochen so schön, so wundervoll, so märchenhaft. Die ganze Welt erscheint anders. Und zur gleichen Zeit existiert diese märchenhafte Nacht für unseren Nachbarn überhaupt nicht. Sein Kind ist gestorben, und der gleiche Mond erscheint ihm sehr traurig, ja unerträglich. Aber für uns ist er bezaubernd, wahnsinnig betörend. Warum? Ist der Mond die Quelle? Oder ist der Mond nur ein Bildschirm, auf den wir unsere eigene Stimmung projizieren?
Wenden wir uns also nicht dem anderen zu, sondern der Quelle. Gehen wir zum Zentrum, nach innen. Nutzen wir unsere Gefühle der Verliebtheit für die Reise zum inneren Zentrum, zur Quelle. Gehen wir zur Quelle und bleiben dort zentriert.
“Obschon du die SOHNSCHAFT nur als eins lieben kannst, kannst du sie als fragmentiert wahrnehmen. Es ist jedoch unmöglich, etwas in einem ihrer Teile zu sehen, was du ihr nicht als ganzer zuschreibst. Das ist der Grund, weshalb Angriff nie vereinzelt ist und völlig aufgegeben werden muss. Wird er nicht völlig aufgegeben, so wird er überhaupt nicht aufgegeben. Angst und Liebe machen oder erschaffen, je nachdem, ob das Ego oder der HEILIGE GEIST sie erzeugt oder inspiriert, aber sie werden zum Geist des Denkenden zurückkehren und seine ganze Wahrnehmung beeinflussen. Das schließt seine Vorstellung von GOTT, von DESSEN Schöpfungen und von seinen eigenen ein. Er wird keine davon würdigen, wenn er sie mit Angst betrachtet. Er wird sie alle würdigen, wenn er sie mit Liebe betrachtet.”
(EKIW: Kapitel 7, VI. 1.)
Wenn unser Leben also nicht so verläuft, wie wir es uns wünschen, wenn wir uns also nicht in einem Zustand sich ausdehnender LIEBE befinden, müssen wir lernen, immer zu hinterfragen - nicht nach außen in der Welt, sondern in uns selbst: Wenn ich diese Erfahrung mache, wovon muss ich geglaubt haben, dass es über mich und über die Welt wahr ist? Die Wahrheit wird kommen, durch Gebet und durch Ehrlichkeit. Und dann können wir die unumschränkte Macht der freien Wahl nutzen, die uns gegeben ist, die in der Tat die WAHRHEIT DES HIMMELREICHES ist, anders zu wählen.
“Das ist das Einzige, was du dafür zu tun brauchst, damit dir Schau, Glück, Befreiung von Schmerz und das vollständige Entrinnen aus der Sünde gegeben werden. Sage nur dies, aber meine es ohne Vorbehalt, denn hierin liegt die Macht des Heils:
Ich bin verantwortlich für das, was ich sehe.
Ich wähle die Gefühle, die ich erfahre, und ich entscheide mich für das Ziel, das ich erreichen möchte.
Ich bitte um alles, was mir zu widerfahren scheint, und ich empfange, wie ich gebeten habe.
Gib dich nicht länger der Täuschung hin, dass du hilflos bist angesichts dessen, was dir angetan wird. Erkenne nur an, dass du dich geirrt hast, und alle Wirkungen deiner Irrtümer werden verschwinden.”
(EKIW: Kapitel 21, II. 2.)
Ich bin verantwortlich für das, was ich sehe.
Ich wähle die Gefühle, die ich erfahre, und ich entscheide mich für das Ziel, das ich erreichen möchte.
Ich bitte um alles, was mir zu widerfahren scheint, und ich empfange, wie ich gebeten habe.
Gib dich nicht länger der Täuschung hin, dass du hilflos bist angesichts dessen, was dir angetan wird. Erkenne nur an, dass du dich geirrt hast, und alle Wirkungen deiner Irrtümer werden verschwinden.”
(EKIW: Kapitel 21, II. 2.)
Und kann es eine mächtigere Erfahrung geben, die wir uns selbst herbeirufen, als die Macht zu sehen, dass in jedem Moment uns nichts von dem tiefen Frieden und der Freude abhält, zu wählen zu LIEBEN. Denn LIEBE ist nicht bedingt durch die Umstände der Welt. Wie könnte das sein, wenn die Welt nicht existiert? Nur wir existieren, als ein Feld des Gewahrseins, das wählt, Wahrnehmung und Überzeugung zu erschaffen.
Die spirituelle Reise erreicht ihren Höhepunkt, wenn wir uns für die spirituelle Sicht, die Schau CHRISTI, öffnen, die uns über den Körper hinaus in einen erwachten Zustand versetzt. Die geistige Sicht ist eine gewaltige Erfahrung. Der Beobachter und der Beobachtete sind durch geheilte, friedliche Wahrnehmung eins. Wenn wir den gesamten Kosmos als einheitlich und neutral wahrnehmen, haben wir die wahre Wahrnehmung erreicht. Es ist wie ein glücklicher Film, der alles und jeden einschließt. Das Ziel ist, alles durch die friedliche Perspektive oder Interpretation des HEILIGEN GEISTES zu sehen. Daher entsteht die friedliche Wahrnehmung der Welt aus dem Frieden unseres Geistes. In dieser Wahrnehmung ist nichts ein Kampf. Das Wunder ist eine Lektion in totaler Wahrnehmung.
“Es kann nicht oft genug betont werden, dass die Berichtigung der Wahrnehmung lediglich ein vorübergehender Notbehelf ist. Er ist nur deshalb nötig, weil Fehlwahrnehmung eine Blockade für die Erkenntnis ist, während die korrekte Wahrnehmung ein Sprungbrett zu ihr hin ist. Der ganze Wert der richtigen Wahrnehmung liegt in der unvermeidlichen Einsicht, dass jegliche Wahrnehmung unnötig ist. Das beseitigt die Blockade gänzlich.”
(EKIW: Kapitel 4, II. 11. 1.-4.)
Erkenntnis
“Bisher haben wir die Wahrnehmung betont und sehr wenig über die Erkenntnis gesagt. Der Grund dafür liegt darin, dass die Wahrnehmung in Ordnung gebracht werden muss, bevor du irgend etwas erkennen kannst. Erkennen heißt gewiss sein. Ungewissheit bedeutet, dass du nicht erkennst. Erkenntnis ist Macht, weil sie gewiss ist, und Gewissheit ist Stärke. Wahrnehmung ist etwas Vorübergehendes. Als ein Attribut des Glaubens an Raum und Zeit ist sie entweder der Angst oder der Liebe unterworfen. Fehlwahrnehmungen erzeugen Angst, und wahre Wahrnehmungen fördern die Liebe, aber keine von beiden bringt Gewissheit, weil jede Wahrnehmung sich verändert. Deshalb ist sie nicht Erkenntnis. Wahre Wahrnehmung ist die Grundlage für die Erkenntnis, Erkennen aber ist die Bejahung der Wahrheit und liegt jenseits aller Wahrnehmungen.”(EKIW: Kapitel 3, III. 1.)
Auch das Wunder ist eine Art des Wahrnehmens und daher nicht Erkenntnis. Es ist die richtige Antwort auf eine Frage, wir fragen aber nicht, wenn wir erkennen. Erkenntnis ist zeitlos, weil Gewissheit nicht zweifelhaft ist. Wenn wir aufgehört haben, Fragen zu stellen, dann erkennen wir. Erkenntnis ist das Ergebnis von Offenbarung. Solange jemand noch keine Offenbarung und damit Erkenntnis erfahren hat, kann er die Erkenntnis nicht verstehen, weil sie etwas ist, das jenseits des menschlichen Verstandes liegt. Die Erkenntnis liegt jenseits der Ziele, die wir im Rahmen des Kurses in Wundern zu lehren suchen.
Die Erkenntnis war sowohl vor der Wahrnehmung als auch vor der Zeit da und wird sie schließlich ersetzen. Das ist die wirkliche Bedeutung von »das A und das O, der Anfang und das Ende« und »Ehe Abraham wurde, bin ich«. Die Wahrnehmung kann und muss stabilisiert werden, Erkenntnis aber ist stabil.
Offenbarung
“Die Offenbarung bewirkt eine vollständige, aber zeitweilige Aufhebung von Zweifeln und von Angst. Sie spiegelt die ursprüngliche Form der Kommunikation zwischen GOTT und SEINEN Schöpfungen wider, die das äußerst persönliche Gefühl des Erschaffens einbegreift, [...] Die Offenbarung vereint dich unmittelbar mit GOTT.”(EKIW: Kapitel 1, II. 1. 1.-5.)
“Die Offenbarung ist zutiefst persönlich und lässt sich nicht auf bedeutungsvolle Weise übersetzen. Aus diesem Grund ist jeder Versuch, sie mit Worten zu beschreiben, unmöglich. Die Offenbarung bewirkt nur Erfahrung.”
(EKIW: Kapitel 1, II. 2. 1.-3.)
Jesus weist darauf hin, dass sich eine Offenbarung nicht wirklich beschreiben lässt, aber ich möchte dennoch von einer persönlichen Offenbarung berichten. Mein Ziel ist es, derartige Erfahrungen zumindest ein wenig mehr in die Reichweite möglichst vieler Mitmenschen zu rücken. In einem solchen Moment der Erkenntnis erlebte ich im November 2013 einen Augenblick göttlicher Vollkommenheit, während ich das Geschehen vor meinen Augen als absolut einheitlich und neutral in der Form wahrnahm, aber gleichzeitig in vollkommener Reinheit und Unschuld strahlend. All dies geschah in einem Augenblick während einer Tanzveranstaltung und verschwand danach, aber die Gewissheit blieb. Dass es während einer Tanzveranstaltung geschah, empfinde ich im Nachhinein als ein wunderbares Symbol für den "Tanz des Lebens", der in absolute Vollkommenheit eingehüllt ist.
Was ich da erfahren habe, ist das Ende der Wahrnehmung. Üblicherweise leben wir mit Hilfe von Symbolen. Wir haben Namen für alles, was wir sehen, erfunden. Ein jedes wird zu einer separaten Wesenheit, die wir mit seinem eigenen Namen identifizieren. Dadurch meißeln wir es aus der Einheit heraus. Wir heben es ab von anderen Dingen, indem wir die Betonung auf den Raum legen, der es umgibt. Dieser Raum, den wir wahrnehmen als das, was alle Dinge voneinander abhebt, ist das Mittel, durch das die Weise, wie die Welt wahrnimmt, erreicht wird. Wir erfahren im Zustand der Ego-Identifikation die Einheit nicht. Während der Offenbarung gab es nur noch Einheit – auch alle für die scheinbaren Fragmente erfundenen Namen waren verschwunden. (Siehe Lektion 184)
Ich habe mich danach immer wieder bei Gott beklagt, dass ich, obwohl ich eine Offenbarung und mehrere heilige Augenblicke erlebt habe, immer noch in der Illusion feststecke. Doch Jesus weist schon im ersten Kapitel des Kurses auf etwas hin, das ich lange Zeit nicht akzeptieren wollte:
“Heilung ist letztlich von GOTT. Die Mittel werden dir sorgsam erklärt. Die Offenbarung mag dir zuweilen das Ziel enthüllen, doch um es zu erreichen, sind die Mittel nötig.”
(EKIW: Kapitel 1, VII. 5.)
Der Vergleich mit bereits erlebten Zuständen ist ein raffinierter Trick des Egos, um uns vom Hier und Jetzt, dem einzigen Moment, in dem Befreiung möglich ist, abzulenken und uns in Selbstmitleid und Klagen zu verlieren. Dieser subtile Trick des Egos stellt auch für Menschen mit einer glückseligen Nahtoderfahrung eine große Herausforderung dar. Viele von ihnen sind danach nicht mehr am weltlichen Leben interessiert. So wird aus einem wunderbaren Geschenk eine der subtilsten Ego-Fallen überhaupt. In einer solchen Situation ist es daher wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass wir aus einem bestimmten Grund noch hier sind, dass noch die Mittel nötig sind, um unser Ziel endgültig zu erreichen. Wenn wir jedoch der Einladung des Egos folgen, bestätigen wir unsere Opferrolle und leugnen, dass wir es sind, die die Trennung aufrechterhalten. Wir verleugnen unsere wahre Größe. Wir verleugnen unsere SOHNSCHAFT. Das kann nicht unser wahrer Wille sein.
“GOTT hat dein Reich für dich bewahrt, aber ER kann SEINE Freude nicht mit dir teilen, solange du sie nicht mit deinem ganzen Geist erkennst. Offenbarung ist nicht genug, weil sie nur Kommunikation von Seiten GOTTES ist. GOTT hat es nicht nötig, dass IHM die Offenbarung zurückgegeben wird, was eindeutig unmöglich wäre, aber ER will, dass sie Anderen gebracht wird. Das kann man mit der eigentlichen Offenbarung nicht tun; ihr Inhalt kann nicht ausgedrückt werden, weil er dem Geist, der sie empfängt, zutiefst persönlich gilt. Er kann jedoch von jenem Geist anderen Geistern zurückgegeben werden: durch die Haltung, die die Erkenntnis aus der Offenbarung mit sich bringt.”
(EKIW: Kapitel 4, VII. 7.)
“Heilung ist ein Gedanke, durch den zwei Geister ihr Einssein wahrnehmen und froh werden. Diese Freude ruft jeden Teil der SOHNSCHAFT auf, mit ihnen zu frohlocken, und lässt GOTT in sie eingehen und sie durchdringen. Nur der geheilte Geist kann die Offenbarung mit dauerhafter Wirkung erfahren, weil Offenbarung eine Erfahrung reiner Freude ist.”
(EKIW: Kapitel 5, I. 1. 1.-3.)
Angst
“Die Angst minimieren - nicht aber sie aufheben - ist des Ego ständiges Bemühen, und das ist in der Tat eine Fertigkeit, in der es sehr raffiniert ist.”
(EKIW: Kapitel 11, V. 9. 2.)
(EKIW: Kapitel 11, V. 9. 2.)
Eine Metapher
Wir befinden uns in einer Wüste, in einer lebensfeindlichen Umgebung. Was tun? In unserem Bewusstsein gibt es zwei Stimmen.
Ego:
“Trage Kleidung, die deinen Schweißverlust minimiert. Helle Kleidung reflektiert mehr Hitze, aber dunkle Kleidung bietet normalerweise einen besseren Schutz vor UV-Strahlen, welche einen Sonnenbrand verursachen kann. Sei sparsam mit dem Wasser und sammle den morgendlichen Tau. Achte auf Anzeichen einer Dehydrierung. Suche nährstoffreiche Nahrung. Bewege dich nur nachts, suche tagsüber Schatten auf oder verstecke dich in einer Höhle. Wenn du einen einigermaßen erträglichen Ort gefunden hast, bleib an Ort und Stelle. Sende Hilfssignale an vorbeifliegende Flugzeuge. Halte dich von gefährlichen Tieren fern. Halte dich von stacheligen Pflanzen fern. Orientiere dich nach den Sternen. Du schaffst das.”
Stimme für GOTT:
“Verlass die Wüste. Wenn du mir deine Hand gibst, führe ich dich auf dem schnellsten Weg raus.”
Wir befinden uns in einer Wüste, in einer lebensfeindlichen Umgebung. Was tun? In unserem Bewusstsein gibt es zwei Stimmen.
Ego:
“Trage Kleidung, die deinen Schweißverlust minimiert. Helle Kleidung reflektiert mehr Hitze, aber dunkle Kleidung bietet normalerweise einen besseren Schutz vor UV-Strahlen, welche einen Sonnenbrand verursachen kann. Sei sparsam mit dem Wasser und sammle den morgendlichen Tau. Achte auf Anzeichen einer Dehydrierung. Suche nährstoffreiche Nahrung. Bewege dich nur nachts, suche tagsüber Schatten auf oder verstecke dich in einer Höhle. Wenn du einen einigermaßen erträglichen Ort gefunden hast, bleib an Ort und Stelle. Sende Hilfssignale an vorbeifliegende Flugzeuge. Halte dich von gefährlichen Tieren fern. Halte dich von stacheligen Pflanzen fern. Orientiere dich nach den Sternen. Du schaffst das.”
Stimme für GOTT:
“Verlass die Wüste. Wenn du mir deine Hand gibst, führe ich dich auf dem schnellsten Weg raus.”
“Doch jeder Versuch, den Irrtum dadurch aufzulösen, dass du versuchst, die Angst zu meistern, ist nutzlos. Tatsächlich wird die Macht der Angst durch ebendie Annahme bekräftigt, sie müsse gemeistert werden. Die wahre Lösung beruht voll und ganz auf Meisterung durch Liebe.”
(EKIW: Kapitel 2, VII. 4. 2.-4.)
Versuche die Angst zu meistern
- spezielle Ernährung um Krankheiten vorzubeugen
- Gesundheitsvorsorge generell
- Versicherungen abschließen
- ein großes Auto kaufen um sicherer zu sein
- sich ein Haus in einer “sicheren” Gegend kaufen
- Alarmanlage installieren
- Selbstverteidigungstechniken lernen
- usw.
Die Stimme des Egos, also die Stimme der Angst, ist diejenige, die wir im unbewussten Zustand am häufigsten und am lautesten hören. Und viele, wenn nicht die meisten unter uns, verwechseln die Stimme der Angst - die Ratschläge, die diese Stimme gibt - mit dem, was üblicherweise als Intuition bezeichnet wird, der Stimme für GOTT. Die Stimme der Angst suggeriert uns ununterbrochen, was als nächstes zu tun oder zu lassen sei, damit wir uns wohlfühlen und uneingeschränkt entfalten können. Sie sagt uns auch, wo wir Schutz vor der Stimme für GOTT finden. Sie macht uns Vorschläge, wie wir uns verhalten sollen, damit wir die Kontrolle über unsere Lebenssituation behalten können.
Die Stimme der Angst ist dann am lautesten, wenn wir glauben, keine Angst zu haben. Sie schmeichelt und lobt. Sie gibt sich freundschaftlich und schützend, und oft nimmt sie gerade den Ton an, der eigentlich derjenige der Stimme für GOTT ist. Die Stimme der Angst ist flexibel und anpassungsfähig wie ein Chamäleon. Doch solange wir nicht aus dem Traum der Trennung erwacht sind, empfinden wir immer Angst, auch wenn sie unbewusst ist.
“Jeder empfindet Angst.”
(EKIW: Kapitel 2, VI. 9. 1.)
(EKIW: Kapitel 2, VI. 9. 1.)
Wenn in unserem Leben im Zustand der Ego-Identifikation alles so läuft, wie wir es zu wollen glauben, und unsere Mitmenschen sich so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten, dann sind wir uns unserer tief im Unbewussten sitzenden Angst nicht bewusst. Aber egal, ob wir unseren Traum gerade als angenehm oder unangenehm erleben, Angst ist die Grundlage jedes Traums von Trennung. Allein die Idee, dass der Traum wirklich sei, ist die Quelle der Angst.
“Jene Träume, die du gern zu haben glaubst, halten dich ebenso zurück wie die, in denen die Angst gesehen wird. Denn jeder Traum ist nur ein Traum der Angst, ganz gleich, welche Form er anzunehmen scheint. Die Angst wird innen, außen oder beiderorts gesehen. Sie kann sich auch in eine angenehme Form verkleiden. Doch nie ist sie vom Traum abwesend, denn Angst ist der Stoff der Träume, aus dem sie allesamt gemacht sind. Die Form mag sich verändern, sie können jedoch nicht aus etwas anderem gemacht sein. [...] Depression oder Angriff müssen Thema eines jeden Traumes sein, denn sie sind aus Angst gemacht. Die fadenscheinige Verkleidung von Lust und von Freude, in welche sie verpackt sein mögen, kann den schweren Angstkloß, der ihr Kern ist, kaum verhüllen.”
EKIW: Kapitel 29, IV. 2.-3.
“Die Träume, welche du zu mögen glaubst, sind die, in denen die Funktionen, die du zugewiesen hast, erfüllt worden sind, in denen den Bedürfnissen, die du dir zuschreibst, entsprochen worden ist. Es ist nicht von Belang, ob sie Erfüllung finden oder bloße Wünsche sind. Es ist die Idee, sie existierten, aus der die Ängste aufsteigen.”
(EKIW: Kapitel 29, IV. 4. 3.-5.)
Es ist unmöglich, Liebe zu erkennen, zu fühlen und zu identifizieren, wenn wir die Angst nicht kennen. Angst ist ein Kontrastmittel. Wir kommen aus der EINHEIT und bewegen uns zurück in die EINHEIT, und die Angst ist das Mittel, um zu überprüfen, wo wir stehen.
“Unter jedem Eckstein der Angst, auf dem du dein wahnsinniges Glaubenssystem errichtet hast, liegt die Wahrheit verborgen. Das kannst du jedoch nicht erkennen, denn dadurch, dass du die Wahrheit in der Angst verborgen hast, siehst du keinen Grund zu glauben, dass du, je länger du die Angst anschaust, sie um so weniger siehst und dass dann desto klarer wird, was sie verbirgt.”
(EKIW: Kapitel 14, VII. 2. 7.&8.)
Der erste Schritt auf dem Weg ist also zu lernen, die Stimme der Angst von der Stimme für GOTT zu unterscheiden und uns unserer Angst überhaupt erst einmal bewusst zu werden. Wenn wir wirklich Befreiung wollen, dann ist es unumgänglich, uns unserer Angst zu stellen, wir müssen durch die Angst gehen, um der LIEBE zu begegnen.
“Es ist dir niemals wirklich in den Sinn gekommen, jede Idee aufzugeben, die du jemals hattest und die sich der Erkenntnis widersetzt. Du behältst Tausende kleiner Reste der Angst zurück, die den HEILIGEN daran hindern einzutreten. Das Licht kann nicht durch die Mauern dringen, die du errichtest, um es auszusperren, und es ist nie und nimmer gewillt, das, was du gemacht hast, zu zerstören. Niemand kann durch eine Mauer sehen, aber ich kann um sie herumgehen. Halte Ausschau nach den Resten der Angst in deinem Geist, sonst wirst du mich nicht bitten können, es zu tun. Ich kann dir nur so helfen, wie uns unser VATER schuf. Ich werde dich lieben und ehren und vollkommene Achtung vor dem, was du gemacht hast, wahren, aber ich werde es nicht unterstützen, es sei denn, es ist wahr. Ich werde dich genauso wenig je im Stich lassen wie GOTT, aber ich muss so lange warten, wie du es wählst, dich selbst im Stich zu lassen. Weil ich in Liebe und nicht in Ungeduld warte, wirst du mich sicher wahrhaft bitten. Ich werde auf einen einzigen eindeutigen Ruf hin kommen.”
(EKIW: Kapitel 4, III. 7.)
Die Strategie des Egos, mit der Angst umzugehen, besteht darin, sie nach außen zu projizieren. Wir können sie die unheilige Dreifaltigkeit nennen:
Schuld, Angst und Ärger.
Sie kommen aus dem Glaubenssystem des Egos und führen zu Projektion. Projektion ist der egoische Versuch, unsere eigene Angst und unsere eigenen Schuldgefühle nicht wahrnehmen zu müssen, was in Wirklichkeit nur die Angst, die Schuldgefühle und unseren Ärger aufrechterhält.
“Die Beziehung zwischen Ärger und Angriff ist augenfällig, während die Beziehung zwischen Ärger und Angst nicht immer so deutlich zutage tritt. Ärger beinhaltet immer die Projektion der Trennung, wofür man letztlich die Verantwortung selber übernehmen muss, statt andern die Schuld zuzuweisen. Ärger kann nur dann auftreten, wenn du glaubst, dass du angegriffen worden bist, dein Gegenangriff gerechtfertigt ist und du in keiner Weise dafür verantwortlich bist. Sind diese drei völlig irrationalen Voraussetzungen gegeben, muss der ebenso irrationale Schluss daraus folgen, dass ein Bruder des Angriffs und nicht der Liebe wert ist. Was kann von wahnsinnigen Voraussetzungen anderes erwartet werden als eine wahnsinnige Schlussfolgerung? Eine wahnsinnige Folgerung hebt man auf, indem man die Vernünftigkeit der Voraussetzungen erwägt, auf denen sie beruht. Du kannst nicht angegriffen werden, für Angriff gibt es keine Rechtfertigung, und du bist für das verantwortlich, was du glaubst.”
(EKIW: Kapitel 6, Einleitung, 1.)
Die Corona-Pandemie hat uns wieder einmal gezeigt, auf welch dünnem Eis wir uns auf der Ebene des Egos bewegen. In einer Krisensituation brechen Angst und Schuldgefühle durch und erscheinen ungefiltert als Projektionen. Die Angst vor dem Virus, die Angst vor Krankheit an sich, die Angst vor dem Verlust von Freunden und Verwandten, die Angst vor den Folgen der Krise, die Angst vor dem Alleinsein, die Angst vor den Maßnahmen, die Angst vor Überwachung, die Angst vor der Impfung - all das haben wir nach außen in vermeintlich Schuldige projiziert. Wenn “spirituell sein" zu einem Teil unseres persönlichen Selbstbildes geworden ist und wir daher glaubten frei von Angst zu sein, dann haben wir unseren Mitmenschen auch noch Angstmache vorgeworfen, denn das Ego ist nicht bereit, die Angst im eigenen Inneren zu betrachten.
Die Corona-Pandemie hat uns außerdem wieder einmal vor Augen geführt, welche Begrenzung die Identifikation mit dem Körper darstellt und dass gerade diese Identifikation mit dem Körper die zentrale Quelle unserer Angst ist. Die Identifikation mit dem Körper beruht ganz offen auf Trennung, der Körper scheint uns von anderen zu trennen. Die Abstandsregeln waren keine wirkliche Einschränkung, sondern ein ausdrucksstarkes Symbol für unsere Angst vor dem scheinbar Anderen. Die Abkürzung COVID weist bemerkenswerterweise auch darauf hin, worum es wirklich geht: COVID = Concept Of Vast Individual Delusion (Konzept des riesigen Wahns von Individualität)
Zu Beginn des spirituellen Erwachens brauchen wir eine Unterbrechung unserer täglichen Routinen, Aktivitäten und Rituale, die vorhersehbaren Mustern folgen und uns ein Gefühl der Sicherheit vorgaukeln. Die Corona-Pandemie war für viele Menschen eine Unterbrechung, die einmal mehr die Illusion einer weltlichen Sicherheit aufzeigte, und kann so für viele zum Ausgangspunkt des spirituellen Berichtigungsprozesses werden.
Solange wir mit unserem Körper identifiziert sind, glauben wir an den Tod, und all unser hektisches Treiben in der Welt dient dazu, uns von der Angst vor dem Tod und der damit verbundenen völligen Bedeutungslosigkeit dieser Welt abzulenken. Wir sorgen auf die unterschiedlichste Weise für unser Überleben in dieser Welt, um uns davon abzulenken, dass es kein Überleben in dieser Welt gibt. Wir wollen nicht wahrhaben, dass jeder Mensch, den wir lieben, jeden Moment sterben kann. Wir glauben an den Tod und deswegen wollen wir nicht an ihn denken. Immer wieder sagen wir uns: "Unsere Kinder sind die Zukunft". Doch in der Zukunft wartet der Tod. Zum Glück hat das wirkliche Leben nichts mit dem Körper zu tun, und es kennt weder Vergangenheit noch Zukunft. Der englische Begriff für Angst „Fear“ liefert eine wunderbare Abkürzung für das was Angst ist: False Evidence Appearing Real (Falsche Zeugnisse, die echt erscheinen).
“Ich habe gesagt, dass du nur zwei Gefühle hast:
Liebe und Angst.”
(EKIW: Kapitel 13, V. 1. 1.-2.)
Liebe und Angst.”
(EKIW: Kapitel 13, V. 1. 1.-2.)
Jesus verweist im Kurs darauf, dass wir nur zwei Gefühle haben, Angst und Liebe. Angst und Liebe machen oder erschaffen, je nachdem, ob das Ego oder der HEILIGE GEIST sie erzeugt oder inspiriert, aber sie werden zum Geist des Denkenden zurückkehren und seine ganze Wahrnehmung beeinflussen. Alles, was nicht Liebe ist, ist Angst. Wir sprechen hier von der wirklichen Liebe und nicht von dem Ersatz, den das Ego geschaffen hat. Es ist sehr wichtig, das zu verstehen! Langeweile, Nervosität, Trauer, Ärger, Stolz, das Gefühl, krank zu sein und auch das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, all das ist Angst! Erkennen wir, dass es Angst ist.
Meisterschaft
In der Welt des Egos wird uns gelehrt, dass Angst ein ganz normales Gefühl ist. Die Welt lehrt uns, dass wir Angst kontrollieren und meistern müssen. Aber wenn wir versuchen, die Angst zu meistern, bestätigen wir sie und verleihen ihr so Wirklichkeit. Jesus lehrt uns jedoch etwas völlig anderes: die Transzendenz der Angst, also die Meisterung durch Liebe. Das bedeutet, dass wir nicht versuchen, der Illusion von Angst Wirklichkeit zu verleihen, sondern uns auf die Wirklichkeit der Liebe konzentrieren.
“Es wurde schon gesagt, dass du glaubst, du könnest die Angst nicht kontrollieren, weil du sie selbst gemacht hast, und dein Glaube an sie scheint sie deiner Kontrolle zu entziehen. Doch jeder Versuch, den Irrtum dadurch aufzulösen, dass du versuchst, die Angst zu meistern, ist nutzlos. Tatsächlich wird die Macht der Angst durch ebendie Annahme bekräftigt, sie müsse gemeistert werden. Die wahre Lösung beruht voll und ganz auf Meisterung durch Liebe. In der Zwischenzeit ist allerdings ein Gefühl des Konflikts unvermeidlich, da du dich selbst in eine Lage gebracht hast, in der du an die Macht dessen glaubst, was nicht existiert.”
(EKIW: Kapitel 2, VII. 4.)
In der Welt des Egos wird uns gelehrt, dass Angst ein ganz normales Gefühl ist. Die Welt lehrt uns, dass wir Angst kontrollieren und meistern müssen. Aber wenn wir versuchen, die Angst zu meistern, bestätigen wir sie und verleihen ihr so Wirklichkeit. Jesus lehrt uns jedoch etwas völlig anderes: die Transzendenz der Angst, also die Meisterung durch Liebe. Das bedeutet, dass wir nicht versuchen, der Illusion von Angst Wirklichkeit zu verleihen, sondern uns auf die Wirklichkeit der Liebe konzentrieren.
“Es wurde schon gesagt, dass du glaubst, du könnest die Angst nicht kontrollieren, weil du sie selbst gemacht hast, und dein Glaube an sie scheint sie deiner Kontrolle zu entziehen. Doch jeder Versuch, den Irrtum dadurch aufzulösen, dass du versuchst, die Angst zu meistern, ist nutzlos. Tatsächlich wird die Macht der Angst durch ebendie Annahme bekräftigt, sie müsse gemeistert werden. Die wahre Lösung beruht voll und ganz auf Meisterung durch Liebe. In der Zwischenzeit ist allerdings ein Gefühl des Konflikts unvermeidlich, da du dich selbst in eine Lage gebracht hast, in der du an die Macht dessen glaubst, was nicht existiert.”
(EKIW: Kapitel 2, VII. 4.)
Angst am spirituellen Weg
Wenn wir bereit sind, unsere Angst nicht mehr nach außen zu projizieren, dann beginnt die Reise nach innen, dann beginnt der spirituelle Weg. Die Angst, die dem Ego zugrunde liegt, bezieht sich auf etwas viel Wesentlicheres, als all die scheinbaren Bedrohung im Außen, tatsächlich ist es die Angst, nach innen zu schauen und die Sünde zu erblicken, von der wir denken, dass sie dort sei. Wir hätten keine Angst, das zuzugeben. Angst in Verbindung mit der Sünde hält das Ego für ganz angemessen, und es lächelt Beifall. Es hat keine Angst zuzulassen, dass wir uns schämen. Es zweifelt nicht an unserer Überzeugung und an unserem Glauben an die Sünde. Seine Tempel geraten deshalb nicht ins Wanken. Unter unserer Angst, nach innen zu schauen, weil wir die Sünde fürchten, liegt noch eine andere Angst, und das ist eine, die das Ego zittern lässt. Was wäre, wenn wir nach innen schauten und keine Sünde sähen? Diese furchterregende Frage ist eine Frage, die das Ego niemals stellt. Wenn wir aber, die Frage jetzt stellen, bedrohen wird das ganze Abwehrsystem des Ego zu ernstlich, als dass es sich noch Mühe geben würde, so zu tun, als wäre es unser Freund.
“Die Raffiniertheit des Ego hinsichtlich seiner Selbsterhaltung ist enorm, stammt aber aus ebender Macht des Geistes, die das Ego verleugnet. Das bedeutet, dass das Ego das angreift, wodurch es erhalten wird, was extreme Angst zur Folge haben muss. Deshalb merkt das Ego nie, was es tut. Es ist vollkommen logisch, aber eindeutig wahnsinnig.”
(EKIW: Kapitel 7, VI. 3. 1.-3.)
(EKIW: Kapitel 7, VI. 3. 1.-3.)
Wenn wir uns wahrhaftig auf die Suche nach der Wahrheit, auf die Suche nach GOTT, nach unserer Wirklichkeit machen, dann dürfen wir eines nicht vergessen: Die Wahrheit ist das Ende des Egos und damit auch unseres persönlichen Selbst. Das Ego wird auf diese Bedrohung seines Abwehrsystems reagieren.
In der Bibel heißt es: “Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.” (Bibel, Hebräer 12,6) Auch das ist einer der Irrtümer der Bibel, aber anders konnten sich die Menschen damals nicht erklären, was passiert, wenn man sich GOTT nähert. Natürlich prüft und straft uns GOTT nicht. In Wahrheit bezieht sich diese Aussage auf die Reaktion des Egos, wenn wir uns GOTT nähern, dann tut das Ego nicht mehr so, als wäre es unser Freund, sondern greift uns massiv an. Es werden Dinge geschehen, die unseren Glauben auf die Probe stellen, wie in dem Film Die Truman Show. Truman gerät am Ende des Films in einen heftigen Sturm, der ihn mit seiner Angst vor dem Ertrinken konfrontiert, doch Truman bleibt standhaft und schreit dem Sturm des Egos entgegen: ”Das ist alles, was du hast?!”
“Solange es [das Ego] nach seiner Logik mit dir leidlich zufrieden ist, bietet es dir Vergessen. Wenn es ungeschminkt brutal wird, bietet es dir die Hölle.”
(EKIW: Kapitel 13, IV. 1. 6.-7.)
Wenn wir uns der Angst vor dem Erwachen, dieser für das Ego existentiellen, aber gleichzeitig unbewussten Angst nähern, ist dies in der persönlichen Wahrnehmung eine scheinbar grundlose Angst, eine Angst völlig ohne Geschichte. Der "Grund" ist die Illusion der Trennung in der sich der schlafende Geist befindet. Das persönliche Selbst ist der Eindruck, ganz allein im Universum zu sein. Das ist pure Todesangst, die wir im Zustand der Ego-Identifikation jedoch verdrängen. Wenn wir uns vom Ego lösen, werden wir dieser Angst begegnen und wenn wir dieser Angst begegnen, so ist dies eine äußerst intensive Phase. Auch Vipassana-Meditations-Meister berichten immer wieder von dieser Erfahrung. Viele Meditierende glauben im ersten Moment etwas falsch gemacht zu haben, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir uns der Basis unseres persönlichen Ich-Gefühls - der Illusion der Trennung von GOTT - nähern, begegnen wir der Angst (→ Der Ring der Angst).
Es braucht einige Vorbereitung, um die Angst vor GOTT anzuschauen. Nur die geistig Gesunden können den nackten Wahnsinn und die rasende Verrücktheit mit Erbarmen und mit Mitgefühlt betrachten, aber ohne Angst. Denn nur wenn sie daran teilhaben, scheinen diese furchterregend zu sein, und wir haben so lange daran teil, bis wir unseren Bruder mit vollkommenem Glauben und vollkommener Liebe und Zärtlichkeit ansehen. Vor der vollständigen Vergebung stehen wir und haben noch immer nicht vergeben. Wir haben Angst vor GOTT, weil wir unseren Bruder fürchten. Diejenigen, denen wir nicht vergeben, fürchten wir. Und niemand gelangt zur Liebe mit Angst an seiner Seite.
SEINE Führung ist SEINE Antwort auf unsere Angst.
Wenn wir uns mit unseren Brüdern verbunden haben, haben wir uns von der Überzeugung losgesagt, dass unsere Identität im Ego liegt. Eine heilige Beziehung ist eine Beziehung, in der wir uns mit dem verbinden, was in Wahrheit Teil von uns ist.
Angst und Liebe können nicht nebeneinander existieren und es ist unmöglich, ganz von Angst erfüllt zu sein und lebendig zu bleiben, daher ist der einzig mögliche Zustand der Ganzheit derjenige der Liebe. Es gibt keinen Unterschied zwischen Liebe und Freude. Daher ist der einzig mögliche Zustand der Ganzheit einer der vollkommenen Freude. Heilen oder froh machen ist demnach dasselbe wie integrieren und eins machen.
In Lektion 50 des Kurses heißt es :
„Ich werde von der LIEBE GOTTES erhalten.
1. Hier ist die Antwort auf jedes Problem, dem du - heute und morgen und in aller Zeit - begegnen wirst. In dieser Welt glaubst du, dass alles mögliche dich erhält, nur nicht GOTT. Du vertraust auf die trivialsten und wahnsinnigsten Symbole: auf Pillen, Geld, »schützende Kleidung«, Einfluss, Ansehen, Beliebtheit, Beziehungen zu den »richtigen« Menschen und auf eine endlose Liste von Formen des Nichts, die du mit magischen Kräften ausstattest.
2. All diese Dinge sind dein Ersatz für die LIEBE GOTTES. All diese Dinge werden gehegt, um die Identifikation mit dem Körper sicherzustellen. Sie sind Loblieder auf das Ego. Vertraue nicht auf Wertloses. Es wird dich nicht erhalten.
3. Nur die LIEBE GOTTES wird dich in allen Umständen schützen. Sie wird dich aus jeder Anfechtung erheben, hoch empor über all die von dir wahrgenommenen Gefahren dieser Welt, hinauf in eine Atmosphäre vollkommenen Friedens und vollkommener Sicherheit. Sie wird dich in einen Geisteszustand versetzen, den nichts bedrohen, nichts stören kann und wo nichts in die ewige Ruhe des SOHNES GOTTES eindringen kann.“
“Es gibt keine Zeit, keinen Ort und keinen Zustand,
von denen GOTT abwesend ist.
Es gibt nichts zu fürchten.”
(EKIW: Kapitel 29, I. 1. 1.-2.)
“Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte:
Steht auf und fürchtet euch nicht!”
(Bibel EÜ, Matthäus 17,7)
“Er sagte zu ihnen:
Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?”
(Bibel EÜ, Markus 4,40)
von denen GOTT abwesend ist.
Es gibt nichts zu fürchten.”
(EKIW: Kapitel 29, I. 1. 1.-2.)
“Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte:
Steht auf und fürchtet euch nicht!”
(Bibel EÜ, Matthäus 17,7)
“Er sagte zu ihnen:
Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?”
(Bibel EÜ, Markus 4,40)
Angst und Konflikt
Die Angst kann nicht vom HEILIGEN GEIST kontrolliert werden, aber sie kann von uns selbst kontrolliert werden. Die Angst hindert uns daran, IHM die Kontrolle zu geben. Die Gegenwart der Angst zeigt an, dass wir Körpergedanken auf die Ebene des Geistes gehoben haben. Das entzieht sie SEINER Kontrolle und führt dazu, dass wir uns persönlich für sie verantwortlich fühlen. Das ist eine offensichtliche Verwechslung der Ebenen.Immer wenn wir sagen ”Ich bin erschöpft”, “Ich habe Schmerzen”, “Ich bin pleite” oder “Ich bin Mutter von zwei Kindern” heben wir Körpergedanken auf die Ebene des Geistes und verleihen damit der Illusion scheinbare Wirklichkeit. Lassen wir nichts, was mit Körpergedanken in Verbindung steht, unseren Fortschritt zur Erlösung verzögern, sondern übergeben jeden Körpergedanken SEINER Berichtigung.
Wir müssen uns zur Berichtigung dieser Verwechslung der Ebenen entscheiden. Möglicherweise glauben wir, dass wir verantwortlich sind für das, was wir tun, aber nicht für das, was wir denken. Die Wahrheit ist, dass wir verantwortlich sind für das, was wir denken, weil wir nur auf dieser Ebene eine Wahl treffen können. Was wir tun, kommt von dem, was wir denken.
Sobald wir das, was wir denken, SEINER Führung unterstellen, wird automatisch auch unser Verhalten von IHM kontrolliert. Jedes Mal, wenn wir Angst haben, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass wir unserem Geist erlaubt haben, fehlzuerschaffen, und IHM nicht erlaubt haben, dass ER uns lenkt.
Es ist sinnlos, zu glauben, dass die Folgen unseres falschen Denkens zu kontrollieren zu Heilung führen kann. Wenn wir angsterfüllt sind, haben wir uns falsch entschieden. Das ist der Grund, weshalb wir uns dafür verantwortlich fühlen. Wir müssen anderen Geistes werden, nicht unser Verhalten ändern, und das ist eine Frage der Bereitwilligkeit. Wir brauchen keine Führung außer auf der Ebene des Geistes. Die Berichtigung gehört nur auf die Ebene, auf der Veränderung möglich ist. Veränderung bedeutet nichts auf der Ebene der Symptome, auf der sie nicht wirksam sein kann.
Für die Berichtigung der Angst sind wir verantwortlich. Wenn wir um Befreiung von der Angst bitten, sagen wir damit, dass wir es nicht sind. Stattdessen sollten wir in jenen Umständen um Hilfe bitten, die die Angst verursacht haben. Auf dieser Ebene können wir etwas ändern. Wir sind viel zu nachsichtig gegenüber dem Umherschweifen von Gedanken und entschuldigen stillschweigend die Fehlschöpfungen unseres Geistes. Das jeweilige Ergebnis ist nicht von Belang, der grundlegende Irrtum jedoch ist es. Die Berichtigung ist immer dieselbe. Bevor wir beschließen, irgendetwas zu tun, fragen wir IHN, ob unsere Entscheidung mit der SEINEN in Einklang ist. Wenn wir sicher sind, dass das der Fall ist, wird keine Angst da sein.
Angst ist stets ein Zeichen von Anstrengung, die immer dann entsteht, wenn das, was wir wollen, mit dem in Konflikt steht, was wir tun. Diese Situation entsteht auf zweierlei Arten:
Erstens können wir beschließen, miteinander in Konflikt stehende Dinge zu tun, entweder gleichzeitig oder nacheinander. Das führt zu einem konflikthaften Verhalten, das für uns unerträglich ist, weil jener Teil des Geistes, der etwas anderes tun will, entrüstet ist. Wohin dieser Konflikt führen kann zeigt das Beispiel eines Passauer Pfarrers, der im November 2015 wegen Pornosucht Selbstmord beging. In seinem Abschiedsbrief hatte der Pfarrer den Wunsch geäußert, dass alle in seiner Gemeinde den Grund für seinen Freitod erfahren sollten. Dieser Fall zeigt auch eindrucksvoll das seltsame Paradox im Denksystem des Ego in Bezug auf den Tod. Er zeigt, dass nicht Lebenswille, sondern Todeswunsch die Motivation für diese Welt ist. Ihr einziges Ziel ist, zu beweisen, dass Schuld wirklich ist. Selbstmord ist ein letzter verzweifelter Versuch, die Schuld nach außen zu projizieren.
Zweitens können wir uns so verhalten, wie wir glauben, es tun zu müssen, ohne es aber voll und ganz zu wollen. Das erzeugt ein beständiges Verhalten, bringt aber große Anstrengung mit sich.
In beiden Fällen sind Denken und Handeln nicht in Einklang miteinander, was eine Situation zur Folge hat, in der wir etwas tun, das wir nicht wirklich tun wollen. Das löst ein Gefühl von Zwang aus, welches gewöhnlich Wut erzeugt, und darauf folgt mit einiger Wahrscheinlichkeit Projektion. Jedes Mal, wenn Angst da ist, liegt es daran, dass wir uns nicht entschieden haben. Unser Geist ist deswegen gespalten, und es ist unvermeidlich, dass unser Verhalten sprunghaft wird. Eine Berichtigung auf der Verhaltensebene kann den Irrtum von der ersten Art zur zweiten verschieben, wird aber die Angst nicht auslöschen.
Es ist möglich, einen Zustand zu erreichen, in dem wir unseren Geist ohne bewusste Anstrengung SEINER Führung unterstellen, doch setzt das eine Bereitwilligkeit voraus, die wir erst entwickeln müssen. Der HEILIGE GEIST kann nicht mehr verlangen, als wir zu tun bereit sind. Die Stärke, es zu tun, entsteht aus unserem ungeteilten Entschluss. Es liegt keine Anstrengung darin, GOTTES WILLEN zu tun, sobald wir begreifst, dass es auch unser eigener ist. Diese Lektion ist ganz einfach, wird aber besonders leicht übersehen.
Jeder empfindet Angst. Dabei bräuchte es nur ein klein wenig richtiges Denken, um zu begreifen, warum Angst auftritt. Wenige schätzen die wirkliche Macht des Geistes richtig ein, und niemand bleibt sich ihrer die ganze Zeit hindurch völlig bewusst. Wenn wir indessen hoffen, uns Angst zu ersparen, so gibt es einige Dinge, über die wir uns im Klaren sein müssen, und zwar voll und ganz. Der Geist ist sehr machtvoll und büßt seine schöpferische Kraft nie ein. Er schläft nie. Jeden Augenblick erschafft er. Es ist schwer zu begreifen, dass Gedanke und Glaube sich miteinander zu einer Kraftwoge verbinden, die buchstäblich Berge versetzen kann. Wir ziehen es häufig vor zu glauben, dass unsere Gedanken keinen wirklichen Einfluss ausüben können, weil wir nämlich Angst vor ihnen haben. Das mag zwar das Schuldbewusstsein verringern, aber zu dem Preis, den Geist als ohnmächtig wahrzunehmen. Wenn wir glauben, das, was wir denken, sei wirkungslos, hören wir möglicherweise auf, Angst davor zu haben, aber wir werden es wahrscheinlich auch kaum achten. Es gibt keine nichtigen Gedanken. Alles Denken bringt Form auf irgendeiner Ebene hervor.
Die Angst vor dem Jetzt
Diese Angst vor dem Jetzt, vor dem Heiligen Augenblick, ist die Angst vor der Wahrheit, die Angst vor dem HEILIGEN GEIST.Was wäre, wenn wir wüssten, dass alles, was wir tun - all die Pläne, all die Geschäftigkeit, aber auch das Drama, die Verwirrung, die Verzweiflung und der Konflikt - von einem Geist gewählt wird, der Angst davor hat, präsent zu sein? Diese Angst vor dem Jetzt tarnt sich als viele andere Ängste. Es kann die Angst vor dem Alleinsein sein, die Angst, jemanden zu verlieren, die Angst davor, was andere Menschen über uns denken, die Angst vor Unfällen und Katastrophen oder die Angst vor Drohungen, Gewalt und Missbrauch, um nur einige zu nennen.
Angst dient einem egoischen Zweck: uns davon abzuhalten, das Wunder, die Schönheit und die ewige Ruhe des gegenwärtigen Augenblicks zu spüren. Der getrennte Geist ist untrainiert und unwillig, auf das Jetzt konzentriert zu sein, da er Angst davor hat. Er hat Angst vor dem HEILIGEN GEIST. Der Grund dafür ist, dass der getrennte Geist glaubt, das Ego, und damit die Trennung von GOTT, sei wirklich. Dies ist der Glaube, dass die Sünde wirklich sei. Dieser Glaube an die Sünde ist die Hölle.
Wir alle haben schon einmal Angst verspürt; es ist eine universelle Erfahrung. Es ist eine Erfahrung, die in unserem Geist existiert, aber aufgrund der Projektion scheint sie immer äußere Ursachen und auch Lösungen zu haben, aber diese Lösungen sind nie dauerhaft. Angst sperrt uns ein, schottet uns ab und isoliert uns von der Welt. Solange sie nicht hinterfragt wird, hält sie uns in einer kleinen und getrennten Existenz gefangen. Die Angst entspringt dem Glauben an eine Welt der Dualität. Sobald die Angst in Frage gestellt wird, wird sie unseren Geist nicht mehr beherrschen.
Auf dem spirituellen Weg werden wir wahrscheinlich feststellen, dass wir uns berufen fühlen, einige Veränderungen in unserem Leben vorzunehmen. Aber aus Angst finden wir vielleicht Gründe, uns nicht zu bewegen oder gar einen Schritt zu tun. Auch wenn wir anfangs zögern, werden wir, wenn wir uns bereit fühlen, feststellen, dass es sich lohnt, uns unbehaglich zu fühlen, unsere Routinen loszulassen, um die ganze Freude der Liebe Gottes zu finden, die verfügbar ist. Es kann sich manchmal wie eine einsame Reise anfühlen, weil man in sich gehen muss, um die Antworten zu finden. Zu anderen Zeiten tauchen Begleiter auf, die uns auf dem Weg helfen.
Der Verstand kann von einem der beiden Gedankensysteme gelenkt werden: entweder von der Angst oder von der Liebe. Das Ego-Gedankensystem erzeugt Angst. Das Gedankensystem des HEILIGEN GEISTES erzeugt Liebe. Das Ego spricht zuerst, weil es impulsiv ist. Es ist normalerweise sehr hart und kritisch. Und die Stimme des GEISTES muss geduldig warten, und dann, wenn unser Geist offen ist, können wir erleben, wie ER da ist, unaufhörlich und sehr sanft uns an die Wahrheit dessen erinnert, wer wir sind. Das Ego möchte, dass wir an sein Gedankensystem und seine Tricks glauben, um uns im Schlaf und in unseren Träumen zu halten, während der GEIST möchte, dass wir unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Überzeugungen sehen, damit wir uns ihrer bewusst werden und beginnen, die Fesseln zu lösen, die uns einschränken. Dies zu wissen, vereinfacht die Dinge, da wir erkennen, dass wir wählen können, welches Gedankensystem wir benutzen. Es ist eine Entscheidung im Geist.
Wir werden sehen, dass wir auf dem ganzen Weg Entscheidungen treffen. Wir schwanken zwischen zwei Gedankensystemen und zwischen zwei Emotionen, und es muss einen Weg geben, dem ein Ende zu setzen. Wir können eine Entscheidung treffen. Es geht darum, darauf zu achten, welcher Stimme wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. Diejenige, der wir mehr Aufmerksamkeit schenken, wird im Bewusstsein stärker werden. Es ist ähnlich wie in der alten Geschichte über den schwarzen und den weißen Wolf im Kopf: Der eine steht für die Angst, der andere für die Liebe. Die Frage ist: Welchen Wolf werden wir füttern?
Der Ring der Angst
Kapitel 18, IX. 3. 9.: „Du bist ernstlich versucht, IHN am äußeren Ring der Angst zu verlassen, ER aber möchte dich sicher dort hindurch und weit darüber hinaus führen.“Kapitel 18, IX. 4. 1.-4.: „Der Kreis der Angst liegt genau unterhalb der Ebene, die der Körper sieht, und scheint das ganze Fundament zu sein, auf das die Welt sich gründet. Hier sind alle Illusionen, alle verdrehten Gedanken, alle wahnsinnigen Angriffe, die Wut, die Rache und der Verrat, die gemacht sind, um die Schuld an ihrem Platz zu halten, so das die Welt aus ihr entstehen und sie verborgen halten konnte. Ihr Schatten steigt zur Oberfläche auf, gerade weit genug, um ihre äußerlichsten Manifestationen in der Dunkelheit zu halten, ihm Verzweiflung und Einsamkeit zu bringen und ihn freudlos zu erhalten. Doch ihre Intensität wird verschleiert durch ihre schweren Hüllen und ferngehalten von dem, was gemacht ward, um sie versteckt zu halten.“
Bei der Erklärung der Ebenen des Geistes haben wir gesehen, dass sich unter der groben Wahrnehmungswelt eine Gefühlsebene befindet. Ein Kurs in Wundern nennt dies "den Ring der Angst". Diese ganze Welt - alles, was wir mit den fünf Sinnen wahrnehmen - ist auf unbewusster Angst aufgebaut. Wie kann das sein? Wie übersetzt sich unsere Angst in Objekte von Zeit und Raum: Häuser, Gebäude, Straßen und Menschen? Durch die Macht unseres Geistes. Der Geist kann einfach nur sehen, was er glaubt, und deshalb müssen wir falsche Überzeugungen loslassen. Letztendlich geht es am spirituellen Weg darum, sich dieser unbewussten Angst zu stellen. Dies ist die Umwandlung der projizierten Welt in Frieden.
Wenn wir auf dem Weg zur Entdeckung von Frieden und wahrer Freiheit Schritte nach innen machen, stoßen wir zuerst auf den Ring der Angst, und der wird gewöhnlich ziemlich intensiv. Neben der Angst befinden sich auch all unsere anderen Emotionen direkt unter dem äußersten Wahrnehmungsring. Das bedeutet, dass wir als Ausgangspunkt wirklich mit unseren Emotionen in Kontakt kommen müssen. Wenn wir jemals den Punkt der Wahrheit tief in unserem Geist erreichen wollen, müssen wir uns auf den natürlichen Prozess des Zulassens unserer Emotionen einlassen. Das Ego versucht, uns zu kontrollieren, indem es uns mit vielen hypothetischen Konsequenzen Angst einjagt, so dass wir all unsere Emotionen zurückstellen und unterdrücken.
Die meisten von uns sind nicht dazu erzogen worden, mit unseren Gefühlen und Gedanken in Kontakt zu kommen. Vielen von uns wurde, wenn wir uns ärgerlich, wütend oder streitsüchtig fühlten, gesagt: "Geh auf dein Zimmer!" oder "Du hast Hausarrest!" Die Antwort war nicht: "Oh, Schatz, sag mir, was du denkst." Unsere Eltern waren meist keine spirituellen Psychotherapeuten, die von bedingungsloser Liebe und positiver Wertschätzung erfüllt waren. Sie haben wahrscheinlich nicht gesagt: "Lass uns mit den Gedanken in Kontakt kommen, die hinter der Tatsache stecken, dass du gerade ein Loch in die Wand geschlagen hast." Sie sagten: "Du hast Hausarrest! Du wirst das Loch in der Wand reparieren, und wir werden dir dein Taschengeld wegnehmen." Wenn unsere Emotionen hochkamen, wurden sie der Regel mit viel Härte empfangen.
Es gibt eine andere Art, mit Gefühlen umzugehen, und wenn wir die Metaphysik des Geistes verstehen, entdecken wir, was jenseits unsrer Wahrnehmung in den unteren Ebenen des Geistes liegt. Wir können viel sensibler für das werden, was unter der Oberfläche liegt. Manchmal, wenn wir in der Meditation beginnen, sehr tief nach innen zu sinken, kann eine sehr überraschende Angst auftauchen, und sie scheint aus dem Nichts zu kommen. Wir kommen in Kontakt mit der Dunkelheit des Unterbewusstseins. Das ist eine Angst, die sehr tief vergraben ist. Sie ist der Grund, warum eine persönliche Identität geschaffen wurde. Die persönliche Identität wurde geschaffen, um eine sehr tiefe Angst zu überdecken, dass wir von GOTT, von allem, von unserem SELBST getrennt sein könnten - dass wir uns von unserem VATER und von der Einheit entfremden und völlig verloren sein könnten. Mystiker und Heilige haben oft erzählt, dass sie dieser Angst begegnen, wenn sie beginnen, ihre persönliche Identität loszulassen und sich der Verschmelzung mit GOTT nähern. Die innere Stille ist so mächtig, dass sie das "Selbst" zu verbrennen scheint. Dies ist eine große Bedrohung für das Ego, weshalb es sich wie ein Verbrennen oder Auflösen anfühlt.
Das angstbasierte Ego-Glaubenssystem beruht darauf, dass wir in einer dunklen Welt der Verletzungen und Bedürfnisse keine Sicherheit haben und an die Realität von Opfern und Täter glauben. Dies ist nur deshalb so, weil wir uns im Geist mit dem Selbst als Körper identifizieren. Aber wie könnten wir wirklich von Sicherheit und Trost wissen, wenn wir uns nicht mit etwas Wirklichem und Wahrem identifizieren, etwas, das nicht sterben oder sich verändern kann?
Jeder, der in dieser Welt schläft und träumt, hat genau genommen Angst vor dem HEILIGEN GEIST. Denn obwohl das Leben der Menschen in der Zeit nicht glücklich und erfüllt ist, gibt es eine Vertrautheit mit der linearen Zeit. Die Dinge und Aktivitäten der linearen Zeit werden als sicher angesehen, während der HEILIGE GEIST mit dem Unbekannten assoziiert wird und etwas völlig anderes ist als alles in der Zeit. Im Zustand des Einsseins ist der Geist natürlich in Frieden. Die erste Angst war der Sündenfall. Es war eine gewaltige Veränderung des Geistes, von liebevoll, friedlich und glücklich zu erschreckend und beängstigend. Jeder Schritt, den wir mit dem HEILIGEN GEIST unternehmen, wird also mit einem gewissen Nachhall von Angst verbunden sein. Denn auch wenn wir aus einem Alptraum erwachen, hat das Ego Angst vor diesem Erwachen. Das Ego hat Angst, dass es ausgelöscht wird, dass es aufhört zu existieren.
Wenn wir etwas Beängstigendes wahrnehmen, können wir uns immer erlauben, einen Moment innezuhalten, anstatt zu reagieren. Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, um unseren Geist zu öffnen und den HEILIGEN GEIST in unsere Wahrnehmung einzuladen, laden wir eine wunderbare Veränderung in unserer Sicht der Dinge ein, und wir können beginnen, gewohnte Reaktionen und konditionierte Verhaltensweisen loszulassen. Wir öffnen uns für Inspiration.
Das Schöne an der Reise zu Glück und Freiheit ist, dass wir alle die Macht haben, unserer Inspiration und unserem GEIST zu folgen. Wir entscheiden uns dafür und leben nicht länger aus Angst vor den Konsequenzen. Wie könnten wir sonst jemals diese Angst vor der Liebe überwinden? Wir treffen die Entscheidung, nicht mehr die scheinbar vorsichtige, sichere Wahl zu treffen, die auf unseren bisherigen Erfahrungen beruht. Wir entscheiden uns gegen den geschlossenen Kreislauf der Vergangenheit und lassen das Wunder zu.
Ängste können zu Möglichkeiten werden
Angst im Geist ist nichts anderes als ein aktiver Angriff des Egos auf unseren Geistesfrieden. Das bedeutet, dass wir häufig eine Menge Angriffsgedanken und Gedanken des Zweifels erleben. In diesen Momenten ist es wichtig, sich den Ängsten zu stellen und wirklich zu fragen: "Wovor habe ich Angst?" Wenn wir in der Lage sind, unsere Ängste zu sehen und zu erkennen, was dahinter steckt, können wir wirklich in die Kraft kommen, uns dafür zu entscheiden, mit dem GEIST zu sein und zu erkennen, dass es nichts gibt, was uns bedrohen könnte. Die Angst wird verschwinden. Dann leben wir ein völlig angstfreies Leben, weil wir der ganzen Dunkelheit erlaubt haben, ans Licht zu kommen. Wir haben aufgehört, sie zu verstecken und zu schützen. Wir benutzen keine Verteidigungsmechanismen mehr. Wenn wir uns weigern, die Dunkelheit zu verdrängen und sie ganz hochkommen lassen, dann kommt sie, und wir kehren zurück ins Licht des heiligen Augenblicks.Dies ist in jeder Situation wichtig, in der wir die Berufung unseres Herzens und unseren Weg zurück zum Frieden finden wollen. Wir müssen sehr ehrlich zu uns selbst sein und uns ansehen, wovor wir Angst haben, es zu verlieren. Wenn wir sehen, wovor wir Angst haben, sind wir in der Lage, dem HEILIGEN GEIST zu sagen: "Zeig mir einfach, ob es dein Wille ist." Unser Geist ist jetzt offen für alle Möglichkeiten und alle Optionen. Von einem Ort, an dem wir die Freude und den Frieden fühlen, können wir dann leicht Zugang zu tieferer Inspiration finden. Und wir werden in der Lage sein, eine Menge Zeichen und Symbole zu sehen, denn der HEILIGE GEIST gibt uns nicht nur Führung, ER gibt uns auch immer die Mittel, um tiefere Inspiration zu erreichen!
Wir dürfen den nächsten Schritt auf unserer Reise annehmen, und uns ermutigen lassen, unserem Herzen zu folgen, trotz aller Ängste, die wir vielleicht haben. Unsere Reise ist eine Reise der Inspiration - der Öffnung für alles, was mit dem HEILIGEN GEIST möglich ist.
Schuld
“Wenn du dich mit dem Ego identifizierst, musst du dich als schuldig wahrnehmen. Jedes Mal, wenn du auf dein Ego reagierst, wirst du Schuld verspüren und Bestrafung fürchten. Das Ego ist ganz wörtlich ein furchteinflößender Gedanke.”
(EKIW: Kapitel 5, V. 3. 5.-7.)
Das Erleben von sich als Person bedeutet, sich mit dem Ego zu identifizieren. Daher ist die persönliche Sichtweise grundsätzlich immer mit der Idee von Schuld verknüpft. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Überzeugung, dass wir persönlich schuldig sind, und dem Versuch, die Schuld nach außen zu projizieren und anderen die Schuld zu geben. Am Ende ist es immer der Glaube an die eigene Schuld.
“Es ist unvermeidlich, dass diejenigen, die unter Schuldgefühlen leiden, diese zu verschieben suchen, weil sie ja an sie glauben. Wenn sie auch leiden, wollen sie doch nicht nach innen schauen und sie loslassen. Sie können nicht erkennen, dass sie lieben, und können nicht verstehen, was lieben ist. Ihre Hauptsorge ist, die Quelle der Schuld außerhalb von sich selbst wahrzunehmen, jenseits ihrer eigenen Kontrolle.”
(EKIW: Kapitel 13, X. 3. 4.-6.)
Wir fühlen uns schuldig, weil wir glauben, uns von GOTT getrennt zu haben und außerdem glauben, GOTT hätte ein Problem damit. Es ist letztendlich immer noch der Glaube an einen rachsüchtigen Gott. Im ersten Moment werden wir eine solche Aussage immer von uns weisen, mit so einer irrsinnigen Idee wollen wir nichts zu tun haben. Ja, es gibt den einen oder anderen Moment, in dem wir uns ein wenig schuldig fühlen, aber das ist doch normal, oder? Nein - das ist nicht normal, der Glaube an Schuld ist Wahnsinn.
“Das Ende der Schuld kommt so lange nicht, wie du glaubst, es gebe einen Grund für sie. Denn du musst lernen, dass Schuld immer total wahnsinnig und grundlos ist.”
(EKIW: Kapitel 13, X. 6. 2.&3.)
Was ist also die Blockade, die uns daran hindert, das wahrzunehmen, was offensichtlich da ist - die Heiligkeit und Unschuld des heiligen Augenblicks? Wenn wir uns also ehrlich die Frage stellen, was das Gegenteil von Heiligkeit ist, woran wir stattdessen glauben, ist die offensichtliche Antwort Unheiligkeit. Aber was bedeutet Unheiligkeit? Der Kurs verwendet Unheiligkeit synonym mit dem Festhalten an der Sünde, dem Glauben an die Sünde, dem Glauben an die Sündhaftigkeit.
Sünde
Es ist sehr wichtig, den Irrtum nicht mit Sünde zu verwechseln, und es ist diese Unterscheidung, die die Erlösung möglich macht. Denn Irrtum kann berichtigt und das Falsche richtiggestellt werden. Die Sünde ist kein Irrtum, denn die Sünde bringt eine Arroganz mit sich, die der Idee des Irrtums fehlt. Die Sünde verkündet, dass Angriff wirklich und Schuld gerechtfertigt ist. Die Sünde verlangt nach Strafe, wie der Irrtum nach Berichtigung verlangt, und die Überzeugung, Strafe sei Berichtigung, ist eindeutig wahnsinnig. Strafe ist nur eine weitere Form des Schutzes für die Schuld, denn das, was Strafe verdient, muss wirklich getan worden sein.
Die Sünde ist die größenwahnsinnige Illusion, die dem gesamten Größenwahn des Ego zugrunde liegt. Die Idee der Sünde ist das »allerheiligste« Konzept im Denksystem des Ego. Hierin liegt sein Panzer, sein Schutz und der fundamentale Zweck der besonderen Beziehung, wie es sie deutet. Man kann tatsächlich sagen, dass das Ego seine Welt auf der Sünde machte. Die Anziehungskraft der Schuld ist in der Sünde zu finden, nicht im Irrtum.
Die Tatsache, dass Jesus in Ein Kurs in Wundern weiterhin den Begriff Sünde verwendet, kann leicht missverstanden werden, ist aber einfach zu erklären. Jesus verwendet diesen Begriff nicht als Hinweis auf die Wirklichkeit, sondern als Hinweis auf die Illusion des Egos. Wann immer es also darum geht, die Vorstellungen des Egos zu beschreiben, taucht der Begriff Sünde auf. GOTT kennt keine Sünde. Wenn wir uns aber in der Identifikation mit dem Ego befinden, dann leben wir in der Illusion von Sünde.
Es ist sehr wichtig, den Irrtum nicht mit Sünde zu verwechseln, und es ist diese Unterscheidung, die die Erlösung möglich macht. Denn Irrtum kann berichtigt und das Falsche richtiggestellt werden. Die Sünde ist kein Irrtum, denn die Sünde bringt eine Arroganz mit sich, die der Idee des Irrtums fehlt. Die Sünde verkündet, dass Angriff wirklich und Schuld gerechtfertigt ist. Die Sünde verlangt nach Strafe, wie der Irrtum nach Berichtigung verlangt, und die Überzeugung, Strafe sei Berichtigung, ist eindeutig wahnsinnig. Strafe ist nur eine weitere Form des Schutzes für die Schuld, denn das, was Strafe verdient, muss wirklich getan worden sein.
Die Sünde ist die größenwahnsinnige Illusion, die dem gesamten Größenwahn des Ego zugrunde liegt. Die Idee der Sünde ist das »allerheiligste« Konzept im Denksystem des Ego. Hierin liegt sein Panzer, sein Schutz und der fundamentale Zweck der besonderen Beziehung, wie es sie deutet. Man kann tatsächlich sagen, dass das Ego seine Welt auf der Sünde machte. Die Anziehungskraft der Schuld ist in der Sünde zu finden, nicht im Irrtum.
Die Tatsache, dass Jesus in Ein Kurs in Wundern weiterhin den Begriff Sünde verwendet, kann leicht missverstanden werden, ist aber einfach zu erklären. Jesus verwendet diesen Begriff nicht als Hinweis auf die Wirklichkeit, sondern als Hinweis auf die Illusion des Egos. Wann immer es also darum geht, die Vorstellungen des Egos zu beschreiben, taucht der Begriff Sünde auf. GOTT kennt keine Sünde. Wenn wir uns aber in der Identifikation mit dem Ego befinden, dann leben wir in der Illusion von Sünde.
Das heißt, alles was im Kurs unheilig genannt wird, alles was uns davon abhält, die Heiligkeit zu erfahren, ist in der Tat die Anziehungskraft der Schuld. Vielleicht geht's dir auch manchmal so. Ich denke immer wieder mal, klar fühle ich mich manchmal ein bisschen schuldig, aber doch nicht so, dass dies so eine riesen Blockade ist, dass sie die ganze wirkliche Welt vor mir verbergen kann. Na klar fühle ich mich manchmal schuldig, aber es sind doch Kleinigkeiten, na klar fühle ich mich manchmal schuldig, weil ich denke, ich habe jetzt irgendwelche Erwartungen nicht erfüllt, oder ich fühle mich schuldig, weil ich denke ich habe irgendwas nicht gut genug gemacht, ich habe zu viel gegessen, zu wenig den Kurs gemacht, habe ich vielleicht mir selber mal was angetan oder jemandem was gesagt, was ich eigentlich gar nicht so gemeint habe, war ich vielleicht irgendwie komisch in einer Situation?
Wenn wir uns einmal wirklich intensiver mit dem Thema Schuld befassen, findet etwas ziemlich Verrücktes statt, etwas was vielleicht in unserem Alltagsbewusstsein überhaupt gar keinen Zugang findet. Wir werden feststellen, dass wir uns schon Milliarden Geschichten von Schuld erzählt haben und die meisten davon scheinen irgendwie harmlos oder natürlich zu sein. Die Schuldgeschichten über andere Menschen sind schier endlos. Aber auch uns selbst betreffend sind wir enorm kreativ, wenn es um das Thema Schuld geht.
In jeder Situation können wir uns irgendwie eine Schuld daraus basteln, beim Essen, Trinken, Schlafen, Autofahren, Einkaufen, egal wo wir anfangen und wo wir aufhören. Wir fühlen uns jetzt hier ein bisschen schuldig, dann ist uns das ein bisschen peinlich, das ein bisschen unangenehm, hier fühlen wir uns wieder unvollkommen und nicht richtig. Diese Gedanken tauchen immer und immer wieder auf, wenn wir ganz ehrlich sind. Und hier dürfen wir anfangen zu graben, hier sehen wir die Oberfläche, hier sehen wir die Spitze des Eisbergs.
Hier spüren wir, warum es im Kurs heißt: “Deine Heiligkeit ist deine Erlösung.” Weil wir noch überhaupt keine Vorstellung haben, wie sehr die Idee von Schuld unser Leben beeinträchtigt und unsere Liebe, unsere Natürlichkeit, unser Vertrauen in andere, einfach nur begrenzt, einfach nur untergräbt.
Scham
Das Ego ist äußerst raffiniert. Es findet etwas, wofür du dich schämst, und beginnt genau dort seinen kleinen Garten anzulegen. Es hegt und pflegt ihn, damit du ihn möglichst gut verborgen hältst.
So bleibt immer etwas, das du zu verstecken suchst. Etwas, von dem du glaubst: Das darf niemand wissen. So darf mich niemand sehen. Und solange du diesen persönlichen Aspekt geheim halten musst, kannst du niemals wirklich transparent sein. Du musst einen Teil dessen, was in deinem Geist vorgeht, vor anderen verbergen – und letztlich auch vor dir selbst.
Es ist die alte Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden: Kaum glaubten sie, etwas Falsches getan zu haben, erkannten sie ihre Nacktheit und versteckten sich.
Erst wenn wir zumindest ansatzweise erkennen, dass wir nicht diese scheinbare Person sind, für die wir uns halten, können wir uns Selbst-Ehrlichkeit erlauben. Dann müssen wir nichts mehr verteidigen und nichts mehr verstecken.
Wir können mit unseren Brüdern und Schwestern über das sprechen, was uns beschäftigt: über unsere Gedanken, unsere Anhaftungen, unsere Ängste, unsere Wünsche und all das, worüber wir lange Zeit vor Scham nicht zu sprechen wagten.
Nicht, weil all das wahr wäre.
Sondern weil wir aufhören, es geheim halten zu müssen.
Da beginnt Vergebung: nicht indem wir uns für unsere Gedanken verurteilen, sondern indem wir sie ans Licht bringen.
Das Ego ist äußerst raffiniert. Es findet etwas, wofür du dich schämst, und beginnt genau dort seinen kleinen Garten anzulegen. Es hegt und pflegt ihn, damit du ihn möglichst gut verborgen hältst.
So bleibt immer etwas, das du zu verstecken suchst. Etwas, von dem du glaubst: Das darf niemand wissen. So darf mich niemand sehen. Und solange du diesen persönlichen Aspekt geheim halten musst, kannst du niemals wirklich transparent sein. Du musst einen Teil dessen, was in deinem Geist vorgeht, vor anderen verbergen – und letztlich auch vor dir selbst.
Es ist die alte Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden: Kaum glaubten sie, etwas Falsches getan zu haben, erkannten sie ihre Nacktheit und versteckten sich.
Erst wenn wir zumindest ansatzweise erkennen, dass wir nicht diese scheinbare Person sind, für die wir uns halten, können wir uns Selbst-Ehrlichkeit erlauben. Dann müssen wir nichts mehr verteidigen und nichts mehr verstecken.
Wir können mit unseren Brüdern und Schwestern über das sprechen, was uns beschäftigt: über unsere Gedanken, unsere Anhaftungen, unsere Ängste, unsere Wünsche und all das, worüber wir lange Zeit vor Scham nicht zu sprechen wagten.
Nicht, weil all das wahr wäre.
Sondern weil wir aufhören, es geheim halten zu müssen.
Da beginnt Vergebung: nicht indem wir uns für unsere Gedanken verurteilen, sondern indem wir sie ans Licht bringen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass wir uns schuldig fühlen, wenn wir uns mit dem Ego identifizieren. Jedes Mal, wenn wir auf unser Ego reagieren, werden wir Schuld verspüren und Bestrafung fürchten. Damit ist auch völlig klar, dass alles Persönliche stets mit Schuld behaftet ist. Alle persönlichen Beziehungen sind besondere Beziehungen und somit grundsätzlich schuldbeladen. Das gilt damit auch für jede Freundschaft im üblichen Sinne. Erst die heilige Beziehung befreit uns davon. Nur wenn wir uns der tief im Unbewussten vergrabenen Idee stellen, dass uns die Trennung von GOTT tatsächlich gelungen wäre, und sie als Illusion erkennen, werden wir wahren Frieden erfahren.
Es geht also nicht darum, die Schuld von der “Spitze des Eisbergs“ zu entfernen, sondern zu erkennen, dass es unsere Vorstellung von “ontologischer“ Schuld ist, die wir auf viele verschiedene Dinge projizieren. Der Schwerpunkt liegt jedoch häufig immer noch auf der Veränderung “schlechter“ Überzeugungen auf individueller Ebene, anstatt auf der Aufhebung des ontologischen Schuldgefühls über die scheinbare Trennung.
Dieses Schuldgefühl bildet die Basis des gesamten Ego-Denksystems und spiegelt sich auf individueller Ebene in ganz konkreten Themen und Situationen wider. Es ist wichtig, diesen Themen und Situationen auf den Grund zu gehen – jedoch immer vor dem Hintergrund des Wissens um den grundlegenden Ursprungsirrtum. Wir betrachten also unsere ganz individuelle Strategie, Trennung wahrzumachen. Dabei müssen wir die Anziehungskraft der Schuld in unserem gespaltenen Geist mit radikaler Selbst-Ehrlichkeit betrachten.
Ein häufiges Missverständnis
Auch wenn die Schuld selbst eine wahnsinnige Idee aus dem Ego-Denksystem ist, bedeutet das nicht, dass wir unsere Schuldgefühle unterdrücken oder leugnen sollten – ganz im Gegenteil. Es ist wichtig, sie bewusst wahrzunehmen, denn sie sind ein Hinweis darauf, dass wir uns im Ego-Denksystem befinden.
“Wenn du dich mit dem Ego identifizierst, musst du dich als schuldig wahrnehmen. Jedes Mal, wenn du auf dein Ego reagierst, wirst du Schuld verspüren und Bestrafung fürchten. Das Ego ist ganz wörtlich ein furchteinflößender Gedanke.”
(EKIW: Kapitel 5, V. 3. 5.-7.)
Wenn wir beispielsweise einen anderen Menschen mit Lust betrachten und uns dabei schuldig fühlen, ist das Schuldgefühl an sich nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass wir uns im Zustand der Ego-Identifikation befinden. Lust ist nicht Liebe. Wenn wir einen Menschen mit Lust betrachten, denken wir in Wirklichkeit daran, wie wir diesen Körper nutzen können, wie wir ihn besitzen können, wie wir diesen Körper zu einem Instrument unseres Glücks machen können. Wenn wir voller Lust auf eine Person blicken, wird ein Gegenstand daraus, ein Ding. In einer Lustbeziehung wird der Mensch zum Ding. Er wird zu einem Gegenstand, zum Objekt - zum Lustobjekt. Und das gehört zum Unmenschlichsten, das ein Mensch tun kann: jemanden zum Ding machen.
Aus diesem Grund sind Kleider so wichtig geworden. Deswegen gibt es religiöse Kleidungsvorschriften und Verhüllung. Nur mit jemandem, den wir lieben, können wir ungezwungen nackt sein, denn wenn wir uns nicht lieben, dann machen unsere Augen uns, den ganzen Körper, das ganze Wesen zum Objekt. Der ganze Körper wird zum Ding. Aber wenn wir jemanden lieben, können wir in seiner Gegenwart nackt sein, ohne uns nackt vorzukommen.
Das Ego möchte jeden für seine eigenen Zwecke auf einen Körper begrenzen. Aber wenn wir unseren Bruder als Körper wahrnehmen, ist seine Wirklichkeit für uns verloren und somit auch unsere eigene. “Es ist unmöglich, deinen Bruder sündenlos zu sehen und ihn dennoch als Körper zu betrachten.” (EKIW: Kapitel 20, VII. 4. 1.)
Darum sind lustvolle Augen abstoßend und hässlich. Wenn wir hingegen jemanden mit Liebe anschauen, erhöhen wir den anderen. Plötzlich wird er zum CHRISTUS. Deshalb können wir nur dann jemanden lange anschauen, wenn wir ihn lieben. Ohne Liebe ist Anstarren hässlich und gewaltsam. Wenn wir lieben, dann ist etwas sehr Schönes daran, denn unser langer Blick macht aus dem anderen keine Sache. Dann können wir ihm direkt in die Augen schauen; dann können wir tief in die Augen des anderen hineingehen. Wir machen den anderen nicht zur Sache, sondern umgekehrt macht ihn unser liebevoller Blick zum CHRISTUS.
Das Ziel des spirituellen Weges ist es nicht, mit Lust auf andere zu schauen und sich dabei nicht schuldig zu fühlen, sondern jeden mit LIEBE zu betrachten und in jedem den CHRISTUS zu sehen. Denn es ist uns gegeben, uns mit unserem Bruder zu verbinden und durch den CHRISTUS in uns seine Augen zu entschleiern und ihn auf den CHRISTUS in sich schauen zu lassen. Und jeder, der auf den CHRISTUS schaut, wird frohlocken.
Auch wenn die Schuld selbst eine wahnsinnige Idee aus dem Ego-Denksystem ist, bedeutet das nicht, dass wir unsere Schuldgefühle unterdrücken oder leugnen sollten – ganz im Gegenteil. Es ist wichtig, sie bewusst wahrzunehmen, denn sie sind ein Hinweis darauf, dass wir uns im Ego-Denksystem befinden.
“Wenn du dich mit dem Ego identifizierst, musst du dich als schuldig wahrnehmen. Jedes Mal, wenn du auf dein Ego reagierst, wirst du Schuld verspüren und Bestrafung fürchten. Das Ego ist ganz wörtlich ein furchteinflößender Gedanke.”
(EKIW: Kapitel 5, V. 3. 5.-7.)
Wenn wir beispielsweise einen anderen Menschen mit Lust betrachten und uns dabei schuldig fühlen, ist das Schuldgefühl an sich nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass wir uns im Zustand der Ego-Identifikation befinden. Lust ist nicht Liebe. Wenn wir einen Menschen mit Lust betrachten, denken wir in Wirklichkeit daran, wie wir diesen Körper nutzen können, wie wir ihn besitzen können, wie wir diesen Körper zu einem Instrument unseres Glücks machen können. Wenn wir voller Lust auf eine Person blicken, wird ein Gegenstand daraus, ein Ding. In einer Lustbeziehung wird der Mensch zum Ding. Er wird zu einem Gegenstand, zum Objekt - zum Lustobjekt. Und das gehört zum Unmenschlichsten, das ein Mensch tun kann: jemanden zum Ding machen.
Aus diesem Grund sind Kleider so wichtig geworden. Deswegen gibt es religiöse Kleidungsvorschriften und Verhüllung. Nur mit jemandem, den wir lieben, können wir ungezwungen nackt sein, denn wenn wir uns nicht lieben, dann machen unsere Augen uns, den ganzen Körper, das ganze Wesen zum Objekt. Der ganze Körper wird zum Ding. Aber wenn wir jemanden lieben, können wir in seiner Gegenwart nackt sein, ohne uns nackt vorzukommen.
Das Ego möchte jeden für seine eigenen Zwecke auf einen Körper begrenzen. Aber wenn wir unseren Bruder als Körper wahrnehmen, ist seine Wirklichkeit für uns verloren und somit auch unsere eigene. “Es ist unmöglich, deinen Bruder sündenlos zu sehen und ihn dennoch als Körper zu betrachten.” (EKIW: Kapitel 20, VII. 4. 1.)
Darum sind lustvolle Augen abstoßend und hässlich. Wenn wir hingegen jemanden mit Liebe anschauen, erhöhen wir den anderen. Plötzlich wird er zum CHRISTUS. Deshalb können wir nur dann jemanden lange anschauen, wenn wir ihn lieben. Ohne Liebe ist Anstarren hässlich und gewaltsam. Wenn wir lieben, dann ist etwas sehr Schönes daran, denn unser langer Blick macht aus dem anderen keine Sache. Dann können wir ihm direkt in die Augen schauen; dann können wir tief in die Augen des anderen hineingehen. Wir machen den anderen nicht zur Sache, sondern umgekehrt macht ihn unser liebevoller Blick zum CHRISTUS.
Das Ziel des spirituellen Weges ist es nicht, mit Lust auf andere zu schauen und sich dabei nicht schuldig zu fühlen, sondern jeden mit LIEBE zu betrachten und in jedem den CHRISTUS zu sehen. Denn es ist uns gegeben, uns mit unserem Bruder zu verbinden und durch den CHRISTUS in uns seine Augen zu entschleiern und ihn auf den CHRISTUS in sich schauen zu lassen. Und jeder, der auf den CHRISTUS schaut, wird frohlocken.
Die zwei Mönche und die Frau am Fluss
Ein junger und ein alter Mönch machen eine Pilgerreise. Sie kommen an einen Fluss mit starker Strömung. Dort steht eine junge hübsche Frau, die sich offenbar davor fürchtet, den Fluss zu durchqueren.
Ohne zu zögern geht der alte Mönch zu der Frau, hebt sie auf seine Schultern und trägt sie zum anderen Ufer. Sie bedankt sich und geht ihres Weges. Daraufhin setzen die beiden Mönche ihre Pilgerreise fort.
Stunden später fängt der junge Mönch an, den anderen zu kritisieren und sagt wütend:
"Du weißt doch, dass es uns als Mönchen nicht erlaubt ist, Frauen anzufassen! Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?"
Der alte Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hört sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortet er:
"Ich habe die Frau vor Stunden am Ufer des Flusses gelassen – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?"
Ein junger und ein alter Mönch machen eine Pilgerreise. Sie kommen an einen Fluss mit starker Strömung. Dort steht eine junge hübsche Frau, die sich offenbar davor fürchtet, den Fluss zu durchqueren.
Ohne zu zögern geht der alte Mönch zu der Frau, hebt sie auf seine Schultern und trägt sie zum anderen Ufer. Sie bedankt sich und geht ihres Weges. Daraufhin setzen die beiden Mönche ihre Pilgerreise fort.
Stunden später fängt der junge Mönch an, den anderen zu kritisieren und sagt wütend:
"Du weißt doch, dass es uns als Mönchen nicht erlaubt ist, Frauen anzufassen! Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?"
Der alte Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hört sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortet er:
"Ich habe die Frau vor Stunden am Ufer des Flusses gelassen – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?"
Das Ego agiert mit Schuldgefühlen. Deshalb verstärken wir das Gefühl der Schuld immer dann, wenn wir die Welt für die Zwecke des Egos benutzen. Der Körper an sich ist beispielsweise völlig neutral. Es ist nur der Zweck, den wir dem Körper geben, der bestimmt, ob wir Schuld oder Frieden fühlen. Der Zweck, den wir irgendetwas geben, kann entweder die Trennung verstärken oder er kann zur Heilung und Vergebung genutzt werden. Wenn wir uns für die Berichtigung durch den HEILIGEN GEIST öffnen und unseren Geist ehrlich erforschen, werden wir auf eine Menge Schuldgefühle stoßen. Wir brauchen uns jedoch nicht auch noch dafür schuldig zu fühlen, dass wir lernen. Wir sind schuldlos, wenn wir uns entscheiden, das Annehmen der SÜHNE zu bezeugen.
“Der glückliche Schüler kann sich nicht schuldig fühlen, dass er lernt. Das ist so wichtig für das Lernen, dass man es nie vergessen sollte. Der schuldlose Schüler lernt leicht, weil seine Gedanken frei sind. Doch zieht dies die Einsicht nach sich, dass Schuld Störung ist, nicht Erlösung, und überhaupt keinerlei nützliche Funktion erfüllt.”
(EKIW: Kapitel 14, III. 1. 1.-4.)
“Wenn du zulässt, dass du dich schuldig fühlst, wirst du den Irrtum verstärken, statt zuzulassen, dass er für dich aufgehoben wird.”
(EKIW: Kapitel 5, VII. 5. 5.)
Heiligkeit ist unsere Erlösung. Wie wir uns in dieser Heiligkeit fühlen, das ist in der Tat so, als könnten wir Berge versetzen, weil uns unsere Idee der Schuld überhaupt gar keine Grenzen mehr auferlegen kann, weil uns die Heiligkeit immer von Ewigkeit und von Unverletzlichkeit und auch von unserer eigenen Harmlosigkeit erzählt. Wenn wir wirklich von Herzen daran glauben könnten, dass wir ganz und gar harmlos sind, wie frei können wir dann sein, wenn wir wüssten, dass wir in der Tat nicht verletzen können und auch nicht verletzen wollen, dass Angriff eine völlig absurde Idee ist.
Schuld ist die Mutter der Angst.
Wenn Schuld die Hölle ist, was ist dann ihr Gegenteil?
“Wenn Schuld die Hölle ist, was ist dann ihr Gegenteil?
[...]
Wenn Schuld die Hölle ist, was ist dann ihr Gegenteil? Das ist sicherlich nicht schwierig zu beantworten. Das Zögern, das du beim Antworten empfinden magst, ist nicht auf die Vieldeutigkeit der Frage zurückzuführen. Aber glaubst du, dass Schuld die Hölle ist? Wenn du es tätest, würdest du sofort sehen, wie direkt und einfach das Textbuch ist, und du würdest eines Übungsbuches überhaupt nicht bedürfen. [...]”
(EKIW: Lektion 39)
“Wenn Schuld die Hölle ist, was ist dann ihr Gegenteil?
[...]
Wenn Schuld die Hölle ist, was ist dann ihr Gegenteil? Das ist sicherlich nicht schwierig zu beantworten. Das Zögern, das du beim Antworten empfinden magst, ist nicht auf die Vieldeutigkeit der Frage zurückzuführen. Aber glaubst du, dass Schuld die Hölle ist? Wenn du es tätest, würdest du sofort sehen, wie direkt und einfach das Textbuch ist, und du würdest eines Übungsbuches überhaupt nicht bedürfen. [...]”
(EKIW: Lektion 39)
Jesus drückt sich im Textbuch des Kurses absolut unmissverständlich aus, wenn er Folgendes sagt:
"Die Schuld in den Geist des GOTTESSOHNES anzunehmen war der Anfang der Trennung, genauso wie die SÜHNE anzunehmen ihr Ende ist. Die Welt, die du siehst, ist das Wahnsystem derjenigen, die die Schuld verrückt gemacht hat. Sieh dir diese Welt sorgfältig an, dann wird dir klar, dass es so ist. Denn diese Welt ist das Symbol der Strafe, und alle Gesetze, die sie zu regieren scheinen, sind die Gesetze des Todes. Kinder werden unter Schmerzen und durch Schmerzen in sie hineingeboren. Von Leiden begleitet wachsen sie auf und lernen, was Kummer, Trennung und Tod sind. Ihr Geist scheint in ihrem Gehirn gefangen zu sein, und seine Kräfte scheinen abzunehmen, wenn ihr Körper verletzt wird. Sie scheinen zu lieben, doch sie verlassen und werden selbst verlassen. Sie scheinen zu verlieren, was sie lieben; das ist vielleicht die wahnsinnigste aller Überzeugungen. Und ihr Körper welkt dahin und röchelt, wird in die Erde gelegt und ist nicht mehr. Und keinen gibt es unter ihnen, der nicht gedacht hat, dass GOTT grausam ist.
Wäre das die wirkliche Welt, dann wäre GOTT tatsächlich grausam. Denn kein VATER könnte SEINE Kinder als Preis für die Erlösung solchem unterwerfen und dennoch liebevoll sein. Die Liebe tötet nicht, um zu erlösen. Wenn sie es täte, wäre Angriff Erlösung, das aber ist des Ego Deutung und nicht diejenige GOTTES. Nur die Welt der Schuld könnte solches fordern, denn nur für die Schuldigen wäre dies denkbar. Die »Sünde« Adams hätte niemanden berühren können, hätte er nicht geglaubt, dass es der VATER war, DER ihn aus dem Paradies verstieß. Mit diesem Glauben nämlich ging die Erkenntnis des VATERS verloren, weil nur jene, die IHN nicht verstehen, dieses glauben konnten.
(EKIW: Kapitel 13, Einleitung, 2.-3.)
Wir werden geboren, wachsen auf, lernen, was man von uns erwartet, suchen einen Partner, bekommen vielleicht Kinder und beginnen, Geld zu verdienen – damit wir wohnen, essen, funktionieren und irgendwann unsere Pension finanzieren können. Wir erleben vergängliche “Liebe” und Trennung, vergängliches “Glück” und Enttäuschung, Krankheit und Verlust, werden älter und sterben – und nennen das Leben.
Das Erstaunliche ist, dass die meisten Menschen diesen Weg einfach weitergehen und ihn ihren Kindern als selbstverständlich weitergeben, ohne jemals ernsthaft zu fragen: Wozu das alles? Warum sind wir hier? Und kann es wirklich der Sinn unseres Lebens sein, geboren zu werden, um zu arbeiten, zu leiden, zu konsumieren, alt zu werden und zu sterben?
Jesus sagt: Wenn das die ganze Wahrheit wäre, dann wäre GOTT tatsächlich grausam.
Doch nicht GOTT ist verrückt – sondern unsere Vorstellung davon, was Leben ist.
Wir sind nicht hier, um dieses Spiel immer perfekter mitzuspielen, sondern um aufzuwachen und uns daran zu erinnern, wer wir wirklich sind.
Diese Welt ist ein Bild der Kreuzigung von GOTTES SOHN. Und solange dir nicht klar ist, dass GOTTES SOHN nicht gekreuzigt werden kann, ist das die Welt, die du sehen wirst. Doch wird dir dies erst dann klar werden, wenn du die ewig gültige Tatsache akzeptiert hast, dass GOTTES SOHN nicht schuldig ist. Er verdient nur Liebe, weil er nur Liebe gegeben hat. Er kann nicht verurteilt werden, weil er niemals verurteilt hat. Die SÜHNE ist die letzte Lektion, die er zu lernen hat, denn sie lehrt ihn, dass er der Erlösung nicht bedarf, weil er nie gesündigt hat."
(EKIW: Kapitel 13, Einleitung, 4.)
Unschuld
Wenn wir auf Unschuld schauen, tauchen sofort Liebe und ihre Derivate wie Freude und Dankbarkeit auf. Augenblicklich entsteht eine heilige Beziehung. Wir brauchen nur an etwas Unschuldiges zu denken und sofort erscheint ein Lächeln auf unseren Lippen. Wir erkennen diese Unschuld beispielsweise leicht bei Babys und auch bei Sterbenden. Das Ziel des spirituellen Weges ist es, nur noch auf Unschuld und damit auf Sündenlosigkeit zu schauen, indem wir erkennen, dass dies eine Entscheidung in unserem Geist ist. Es ist eine Wahl zwischen zwei Stimmen in unserem Bewusstsein - der des HEILIGEN GEISTES oder der des Egos. Lektion 335 lautet daher: “Ich wähle, meines Bruders Sündenlosigkeit zu sehen.”
Das Ego hingegen verwechselt Ursache und Wirkung und das Ego kann Unschuld nicht verstehen. Wenn es von Unschuld spricht, dann immer nur in Verbindung mit Kleinheit und Verletzlichkeit, kleinen Kindern, kleinen Tieren, “unschuldigen” Opfern von Gewalt, ... Deshalb ist die Kreuzigung Jesu ein so wichtiges Lehrbeispiel, das aber gleichzeitig vom Ego wieder nur in seinem Sinne, also im Sinne eines Opfers, interpretiert wird. Jesus hingegen wollte uns zeigen, dass Unschuld und Stärke eins sind.
“Man hat mich richtig als »das Lamm GOTTES, das hinwegnimmt die Sünden der Welt« bezeichnet, aber diejenigen,die das Lamm blutbefleckt darstellen, verstehen die symbolische Bedeutung nicht. Richtig verstanden ist es ein ganz einfaches Symbol, das meine Unschuld ausdrückt. Der Löwe und das Lamm, die beieinander liegen, symbolisieren, dass Stärke und Unschuld nicht miteinander in Konflikt sind, sondern von Natur aus in Frieden miteinander leben. »Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden GOTT schauen« ist eine andere Art, dasselbe zu sagen. Ein lauterer Geist erkennt die Wahrheit, und das ist seine Stärke. Er verwechselt Zerstörung nicht mit Unschuld, weil er Unschuld mit Stärke und nicht mit Schwäche assoziiert.”
(EKIW: Kapitel 3, I. 5.)
“Die Botschaft der Kreuzigung ist vollkommen klar:
Lehre nur Liebe, weil du nur Liebe bist.”
(EKIW: Kapitel 6, I. 13.)
“Die Kreuzigung war die Folge einander klar entgegengesetzter Denksysteme, das vollkommene Symbol des »Konflikts« zwischen dem Ego und dem SOHN GOTTES. Dieser Konflikt erscheint jetzt genauso wirklich, und seine Lektionen müssen jetzt genauso wie damals gelernt werden.”
(EKIW: Kapitel 6, I. 16. 7.-8.)
Für das Ego ist die Vorstellung von wirklicher Schuldlosigkeit Gotteslästerung, die mit dem Tod bestraft wird. Deshalb wurde Jesus - als Symbol für den SOHN GOTTES - gekreuzigt, und solange wir uns mit dem Ego identifizieren, glauben wir, es selbst getan zu haben.
“Der finsterste deiner verborgenen Ecksteine hält deinen Glauben an die Schuld aus deinem Bewusstsein fern. An diesem finsteren und geheimen Ort liegt nämlich die Einsicht, dass du GOTTES SOHN verraten hast, indem du ihn zum Tod verurteilt hast. Du vermutest nicht einmal, dass diese mörderische, aber wahnsinnige Idee dort versteckt liegt, denn der Zerstörungsdrang des Ego ist so stark, dass nichts weniger als die Kreuzigung des GOTTESSOHNES das Ego letzten Endes zufrieden stellen kann. Es weiß nicht, wer der SOHN GOTTES ist, weil es blind ist. Doch lass es irgendwo Schuldlosigkeit wahrnehmen, und es wird versuchen, sie zu zerstören, weil es Angst hat.
Lass uns im stillen Licht der Wahrheit begreifen, dass du glaubst, du hättest GOTTES SOHN gekreuzigt. Du hast dieses »schreckliche« Geheimnis nicht eingestanden, weil es immer noch dein Wunsch wäre, ihn zu kreuzigen, wenn du ihn finden könntest. Doch der Wunsch hat ihn vor dir verborgen, weil dieser Wunsch sehr furchterregend ist, und deshalb fürchtest du dich, ihn zu finden. Du wirst mit diesem Wunsch, dich selbst zu töten, fertig, indem du nicht erkennst, wer du bist, und dich mit etwas anderem identifizierst. Du hast blindlings und wahllos Schuld projiziert, aber du hast ihre Quelle nicht aufgedeckt. Denn das Ego will dich tatsächlich töten, und wenn du dich mit ihm identifizierst, musst du glauben, dass sein Ziel das deine ist.
Ich sagte, dass die Kreuzigung das Symbol des Ego ist. Als es mit der wirklichen Schuldlosigkeit des GOTTESSOHNES konfrontiert wurde, versuchte es, ihn zu töten, und der Grund, den es vorgab, war der, dass Schuldlosigkeit eine Gotteslästerung sei. Für das Ego ist das Ego Gott, und Schuldlosigkeit muss als die endgültige Schuld gedeutet werden, die Mord völlig rechtfertigt. Du verstehst noch nicht, dass jede Angst, die du vielleicht im Zusammenhang mit diesem Kurs verspürst, letztlich von dieser Deutung herrührt; wenn du aber überdenkst, wie du auf ihn reagierst, wirst du immer mehr zur Überzeugung kommen, dass dem so ist.”
(EKIW: Kapitel 13, II. 3.&5.-6.)
Wenn wir auf Unschuld schauen, tauchen sofort Liebe und ihre Derivate wie Freude und Dankbarkeit auf. Augenblicklich entsteht eine heilige Beziehung. Wir brauchen nur an etwas Unschuldiges zu denken und sofort erscheint ein Lächeln auf unseren Lippen. Wir erkennen diese Unschuld beispielsweise leicht bei Babys und auch bei Sterbenden. Das Ziel des spirituellen Weges ist es, nur noch auf Unschuld und damit auf Sündenlosigkeit zu schauen, indem wir erkennen, dass dies eine Entscheidung in unserem Geist ist. Es ist eine Wahl zwischen zwei Stimmen in unserem Bewusstsein - der des HEILIGEN GEISTES oder der des Egos. Lektion 335 lautet daher: “Ich wähle, meines Bruders Sündenlosigkeit zu sehen.”
Das Ego hingegen verwechselt Ursache und Wirkung und das Ego kann Unschuld nicht verstehen. Wenn es von Unschuld spricht, dann immer nur in Verbindung mit Kleinheit und Verletzlichkeit, kleinen Kindern, kleinen Tieren, “unschuldigen” Opfern von Gewalt, ... Deshalb ist die Kreuzigung Jesu ein so wichtiges Lehrbeispiel, das aber gleichzeitig vom Ego wieder nur in seinem Sinne, also im Sinne eines Opfers, interpretiert wird. Jesus hingegen wollte uns zeigen, dass Unschuld und Stärke eins sind.
“Man hat mich richtig als »das Lamm GOTTES, das hinwegnimmt die Sünden der Welt« bezeichnet, aber diejenigen,die das Lamm blutbefleckt darstellen, verstehen die symbolische Bedeutung nicht. Richtig verstanden ist es ein ganz einfaches Symbol, das meine Unschuld ausdrückt. Der Löwe und das Lamm, die beieinander liegen, symbolisieren, dass Stärke und Unschuld nicht miteinander in Konflikt sind, sondern von Natur aus in Frieden miteinander leben. »Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden GOTT schauen« ist eine andere Art, dasselbe zu sagen. Ein lauterer Geist erkennt die Wahrheit, und das ist seine Stärke. Er verwechselt Zerstörung nicht mit Unschuld, weil er Unschuld mit Stärke und nicht mit Schwäche assoziiert.”
(EKIW: Kapitel 3, I. 5.)
“Die Botschaft der Kreuzigung ist vollkommen klar:
Lehre nur Liebe, weil du nur Liebe bist.”
(EKIW: Kapitel 6, I. 13.)
“Die Kreuzigung war die Folge einander klar entgegengesetzter Denksysteme, das vollkommene Symbol des »Konflikts« zwischen dem Ego und dem SOHN GOTTES. Dieser Konflikt erscheint jetzt genauso wirklich, und seine Lektionen müssen jetzt genauso wie damals gelernt werden.”
(EKIW: Kapitel 6, I. 16. 7.-8.)
Für das Ego ist die Vorstellung von wirklicher Schuldlosigkeit Gotteslästerung, die mit dem Tod bestraft wird. Deshalb wurde Jesus - als Symbol für den SOHN GOTTES - gekreuzigt, und solange wir uns mit dem Ego identifizieren, glauben wir, es selbst getan zu haben.
“Der finsterste deiner verborgenen Ecksteine hält deinen Glauben an die Schuld aus deinem Bewusstsein fern. An diesem finsteren und geheimen Ort liegt nämlich die Einsicht, dass du GOTTES SOHN verraten hast, indem du ihn zum Tod verurteilt hast. Du vermutest nicht einmal, dass diese mörderische, aber wahnsinnige Idee dort versteckt liegt, denn der Zerstörungsdrang des Ego ist so stark, dass nichts weniger als die Kreuzigung des GOTTESSOHNES das Ego letzten Endes zufrieden stellen kann. Es weiß nicht, wer der SOHN GOTTES ist, weil es blind ist. Doch lass es irgendwo Schuldlosigkeit wahrnehmen, und es wird versuchen, sie zu zerstören, weil es Angst hat.
Lass uns im stillen Licht der Wahrheit begreifen, dass du glaubst, du hättest GOTTES SOHN gekreuzigt. Du hast dieses »schreckliche« Geheimnis nicht eingestanden, weil es immer noch dein Wunsch wäre, ihn zu kreuzigen, wenn du ihn finden könntest. Doch der Wunsch hat ihn vor dir verborgen, weil dieser Wunsch sehr furchterregend ist, und deshalb fürchtest du dich, ihn zu finden. Du wirst mit diesem Wunsch, dich selbst zu töten, fertig, indem du nicht erkennst, wer du bist, und dich mit etwas anderem identifizierst. Du hast blindlings und wahllos Schuld projiziert, aber du hast ihre Quelle nicht aufgedeckt. Denn das Ego will dich tatsächlich töten, und wenn du dich mit ihm identifizierst, musst du glauben, dass sein Ziel das deine ist.
Ich sagte, dass die Kreuzigung das Symbol des Ego ist. Als es mit der wirklichen Schuldlosigkeit des GOTTESSOHNES konfrontiert wurde, versuchte es, ihn zu töten, und der Grund, den es vorgab, war der, dass Schuldlosigkeit eine Gotteslästerung sei. Für das Ego ist das Ego Gott, und Schuldlosigkeit muss als die endgültige Schuld gedeutet werden, die Mord völlig rechtfertigt. Du verstehst noch nicht, dass jede Angst, die du vielleicht im Zusammenhang mit diesem Kurs verspürst, letztlich von dieser Deutung herrührt; wenn du aber überdenkst, wie du auf ihn reagierst, wirst du immer mehr zur Überzeugung kommen, dass dem so ist.”
(EKIW: Kapitel 13, II. 3.&5.-6.)
Der Idee der Schuld begegnen
Schauen wir uns das Thema Schuld einmal genauer an. Wir alle wissen, wie es sich anfühlt, Schuld- und Schamgefühle zu haben. Meistens verbinden wir Schuld- und Schamgefühle mit etwas in der Form, etwas, von dem wir glauben, dass wir es falsch gemacht haben, oder etwas, das wir nicht getan haben, was aber von uns erwartet wurde, oder wir haben das Gefühl, dass wir zu kurz gekommen sind. Das zeigt uns, dass Schuldgefühle immer mit einem Verhalten zusammenhängen, sei es unser Verhalten oder das Verhalten eines anderen.Wenn wir uns weigern, uns der Schuld der Trennung zu stellen, projizieren wir diese Schuld, diese "ontologische" Schuld, auf viele verschiedene Dinge. Wir können uns wegen des Essens schuldig fühlen. Wir können uns schuldig fühlen in Bezug auf Sexualität, Körperbild oder vergangener Erinnerungen an Verhaltensweisen. Wenn wir einen Menschen treffen, der uns in die Augen sieht und uns im Geiste fragt: "Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen? Und wirst du mich danach immer noch lieben?" Sobald er erkennt, dass wir das tun, erzählt er uns sein tiefstes, dunkelstes Geheimnis, was ihn am meisten beschämt. Wenn jemand seine Schuld auf diese Weise offenbart, bleiben wir in der Gegenwart der Liebe und verurteilen nicht, was immer er getan hat. Und indem der Mensch es offenlegt, wird es automatisch dem HEILIGEN GEIST übergeben. Der erste Schritt, die ontologische Schuld zu enthüllen, ist getan.
Das war auch der ursprüngliche und sinnvolle Zweck der Beichte. Sie sollte dazu dienen, durch das Aussprechen privater Gedanken vor GOTT die Seele von der Last der Schuld zu befreien. Aber das Ego hat auch dieses Konzept entsprechend seinem wahnsinnigen Glaubenssystem verdreht und erst recht wieder eine Schuld und Strafe Geschichte daraus gemacht.
Beichte
Mit vollkommener Selbst-Ehrlichkeit auf die Dunkelheit im eigenen Geist zu schauen, bringt den Geist zu geistiger Gesundheit zurück. Und die Beichte ist genau die Idee von dieser Übung - obwohl sie vom Ego dazu benutzt wird, um Schuld erst recht als wirklich erscheinen zu lassen. Darum geht es dabei aber nicht. Beichte bedeutet, bereit zu sein, ehrlich zu sein. Der Pfarrer (Lehrer GOTTES) sollte eine Repräsentation sein, lediglich ein Symbol, für GOTT oder den CHRISTUS-GEIST, so dass wir in unserer kleinen Kabine sitzen können - die in Wirklichkeit ein Symbol dafür ist, in unsere eigene, innere Zurückgezogenheit zu gehen, und unserem HÖHEREN SELBST die Wahrheit zu erzählen, dem SELBST, das uns sowieso liebt, dem GEIST, der alle Dinge annimmt und alle Dinge überwindet. Nun, in WAHRHEIT wird dieser GEIST uns nicht sagen, dass wir neunhundertsiebenundvierzig „Ave Maria“ sprechen müssen und die Straßen der Stadt kehren müssen. Er wird bloß sagen, GELIEBTES KIND, dir ist bereits vergeben. Denn du bist zu geistiger Gesundheit zurückgekehrt, einfach indem du dem tiefsten Teil deines SELBST das bekannt hast, was innerhalb des niederen Geistes, dem Geist, der im Feld der Zeitlichkeit mit dem Körper verbunden ist, aufgetaucht und vergangen ist.
Mit vollkommener Selbst-Ehrlichkeit auf die Dunkelheit im eigenen Geist zu schauen, bringt den Geist zu geistiger Gesundheit zurück. Und die Beichte ist genau die Idee von dieser Übung - obwohl sie vom Ego dazu benutzt wird, um Schuld erst recht als wirklich erscheinen zu lassen. Darum geht es dabei aber nicht. Beichte bedeutet, bereit zu sein, ehrlich zu sein. Der Pfarrer (Lehrer GOTTES) sollte eine Repräsentation sein, lediglich ein Symbol, für GOTT oder den CHRISTUS-GEIST, so dass wir in unserer kleinen Kabine sitzen können - die in Wirklichkeit ein Symbol dafür ist, in unsere eigene, innere Zurückgezogenheit zu gehen, und unserem HÖHEREN SELBST die Wahrheit zu erzählen, dem SELBST, das uns sowieso liebt, dem GEIST, der alle Dinge annimmt und alle Dinge überwindet. Nun, in WAHRHEIT wird dieser GEIST uns nicht sagen, dass wir neunhundertsiebenundvierzig „Ave Maria“ sprechen müssen und die Straßen der Stadt kehren müssen. Er wird bloß sagen, GELIEBTES KIND, dir ist bereits vergeben. Denn du bist zu geistiger Gesundheit zurückgekehrt, einfach indem du dem tiefsten Teil deines SELBST das bekannt hast, was innerhalb des niederen Geistes, dem Geist, der im Feld der Zeitlichkeit mit dem Körper verbunden ist, aufgetaucht und vergangen ist.
Das Ego agiert mit Schuldgefühlen. Deshalb verstärken wir das Gefühl der Schuld immer dann, wenn wir den Körper oder die Welt für die Zwecke des Egos benutzen. Der Zweck des Egos könnte Besitzdenken oder "bekommen" sein. Es kann sich verteidigen, angreifen, konkurrieren oder den Körper für Stolz oder Vergnügen benutzen. Die Schuld ist nicht mit irgendetwas verbunden. Es ist nur der Zweck, den wir den Dingen geben, der bestimmt, ob wir Schuld oder Frieden fühlen. Der Zweck, den wir irgendetwas geben, kann entweder die Trennung verstärken oder er kann zur Heilung und Vergebung genutzt werden.
Wenn wir unseren Körper beispielsweise im Sinne des Egos benutzen, um Ziele zu erreichen, bei denen die Verbesserung des Körpers zum Hauptnutznießer wird, werden wir jedes Mal Schuld verspüren, wenn wir uns nicht an unsere egoistischen Vorstellungen von körperlicher Gesundheit und Fitness halten.
Es ist die Aufgabe des HEILIGEN GEISTES, den Geist zu läutern. Wir müssen IHM erlauben, alles neu zu interpretieren, was das Ego geschaffen hat, einschließlich des Körpers. Das ist nichts, was wir überspringen können; es wird eine Menge Schuldgefühle geben, die auftauchen werden, während wir in dieser Welt leben.
Das Ego versucht Angst und Schuld zu minimieren, ohne sie wirklich loszulassen. Stattdessen minimiert das Ego die Angst und die Schuldgefühle so weit, dass sie erträglich sind - damit wir sie behalten!
Das Ego-Denksystem will sie nicht loswerden, also handelt es raffiniert: Es minimiert die Intensität, um uns gefangen zu halten. Es ist so, als ob wir gezwungen würden, einen Becher mit tödlichem Gift zu trinken, uns aber der Wunsch gewährt würde, zu entscheiden, wie wir es trinken mögen. Unser Wunsch war es, das Gift zuerst mit dem Ozean zu vermischen, es sich vermischen zu lassen und dann den Becher zu füllen. Das ist es, was das Ego tut; es lässt uns das Gift verdünnen, bevor wir es trinken. Es verdünnt die Schuld, damit sie unerkennbar und für den schlafenden Geist akzeptabel wird. Aber verdünntes Gift ist immer noch Gift, auch wenn es schwieriger zu erkennen ist.
Schuldprojektion
Der zentrale Mechanismus des Egos, um Schuld erträglich zu machen, ist die Projektion nach außen. Immer ist es jemand anderes, der für unseren Ärger verantwortlich ist und somit Schuld an unserem Unglück trägt. In den Nachrichten, in den sozialen Medien und in fast jedem persönlichen Gespräch geht es um Schuldzuweisungen. Selbst sogenannte Liebesbeziehungen sind davon geprägt. In der Identifikation mit dem Ego-Denksystem, ist das Gefühl der Schuld so unerträglich, dass wir scheinbar keine andere Wahl haben, als es nach außen zu projizieren. Wenn wir uns tatsächlich von der Schuld befreien wollen, müssen wir also auch bereit sein, die Idee der Schuld in unserem eigenen Geist zu betrachten – ein Prozess, der nicht ohne Angst vonstattengeht. Das Entrinnen aus der Angst wird dadurch herbeigeführt, dass wir die SÜHNE für uns annehmen, was uns in die Lage versetzt einzusehen, dass unsere Irrtümer niemals wirklich stattgefunden haben.“Die Welt zeigt nur eine uralte Wahrheit auf: Du wirst glauben, dass andere dir genau das antun, was du ihnen angetan zu haben glaubst. Lässt du dich erst einmal dahingehend irreführen, ihnen die Schuld zuzuweisen, dann siehst du die Ursache dessen, was sie tun, nicht mehr, weil du willst, dass die Schuld auf ihnen liege. Wie kindisch ist das störrische Manöver, deine Unschuld dadurch zu bewahren, dass du Schuld nach außen abschiebst, sie aber niemals loslässt! Es ist nicht leicht, den Witz wahrzunehmen, wenn deine Augen überall um dich herum seine schwerwiegenden Folgen sehen, aber ohne ihre geringfügige Ursache. Ohne Ursache sehen ihre Wirkungen tatsächlich ernst und fürwahr traurig aus. Doch sind sie nur die Folge. Und ihre Ursache ist es, die auf nichts folgt und die nichts als ein Witz ist.”
(EKIW: Kapitel 27, VIII. 8.)
“Schuld muss aufgegeben, nicht verborgen werden. Auch kann dies nicht ohne einigen Schmerz geschehen, und auf einen Schimmer von der Barmherzigkeit dieses Schrittes mag eine Zeitlang ein Rückzug tief in die Angst hinein erfolgen. Denn die Abwehrmechanismen der Angst sind in sich selbst Angst erregend, und wenn sie wahrgenommen werden, bringen sie ihre Angst mit sich.”
(EKIW: ERGÄNZUNGEN, DAS LIED DES GEBETS, 1. III. 4. 1.-3.)
Der Ursprung der Schuld
Schuldgefühle sind das Gefühl, dass etwas falsch gelaufen ist. Der Verstand ist darauf fixiert, er greift ganz automatisch nach etwas, das nicht liebevoll ist. Aber wie werden wir uns dieses Gefühls des Nicht-richtig-seins bewusst und lassen es los?Schuld ist auch mit linearer Zeit verbunden. Projektion und Schuld sind die "Macher" der Zeit, denn ohne sie gibt es nur die zeitlose Ewigkeit, in der alles eins ist. Weil das Ego die lineare Zeit erfunden hat, sagt es uns, dass wir in der Vergangenheit schuldig waren, dass es in der Vergangenheit viel Unrecht gegeben hat und dass der gegenwärtige Moment nichts oder unbedeutend ist. Das Ego überrollt oder überspringt den gegenwärtigen Moment, in dem die Antwort des Friedens liegt, und bewegt sich in die Zukunft und lässt uns glauben, dass die Zukunft genauso sein wird wie die Vergangenheit. Diese Schuldgefühle kommen von ganz tief innen. Sie haben ihren Ursprung in dem Glauben, dass wir von GOTT getrennt sind. Das Ego-Gedankensystem benutzt die lineare Zeit, um den Geist in der Schuld gefangen zu halten, und dann hält es die Schuld durch die Wiederholung desselben Fehlers der Trennung aufrecht, immer und immer wieder. Aber das ist alles nur ein großer Trick, um das Gefühl aufrechtzuerhalten, dass wir etwas falsch gemacht haben.
Auf diese Weise hat Schuld nichts mit Verhaltensweisen zu tun. Schuld entsteht aus der zentralen Spaltung im Geist, nicht aus den Dingen in der Welt, obwohl sie sofort als die Welt der Formen nach außen projiziert wird. Das bedeutet, dass die Erfahrung von Schuld einzig und allein ein Ergebnis des Zwecks ist, den das Ego den Dingen gibt.
Der Zweck ist entscheidend, nicht das Verhalten auf der Ebene der Form. Wir können zum Beispiel essen, um unseren Körper gesund und attraktiv zu halten, und damit dem Ego folgen. Dann fühlen wir uns jedes Mal schuldig, wenn wir beim Essen über die Stränge schlagen. Wir können das Essen aber auch als Gelegenheit für heilende Begegnungen sehen, um uns mit anderen Menschen zu verbinden, mit dem einzig wahren Zweck - der Vergebung, dem Erwachen aus der Illusion der Trennung. Wenn GOTT unser Ziel ist, bei allem was wir tun, wird kein Schuldgefühl da sein.
Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewusst, und egal wie sehr wir versuchen, unser Verhalten zu ändern, die Schuld ist immer noch da. Der Glaube an die Hölle, den Teufel oder irgendeine dunkle Macht trennt den Geist von der Erfahrung, eins mit GOTT zu sein. Metaphysisch gesehen, ist es unsere eigene Schuld, die die ganze Idee einer externen dunklen Macht oder Hölle projiziert. Da das Ego an Gegensätze glaubt und Angst vor GOTT und der Liebe hat, erfindet es Ideen wie die Hölle, den Teufel und die Sünde. Es ist, als ob das Ego das, was das Heiligste sein sollte, benutzt, um den Verstand mit entgegengesetzten Ideen zu erschrecken.
Zum Beispiel ist das Christentum in seinem Kern rein. Es soll die Menschen zu GOTT führen. Die reinen Lehren Jesu - die im mystischen Christentum, im Gnostizismus und im Urantia-Buch IV zu finden sind - haben genau das zum Inhalt. Und das Ego scheint das, was am reinsten ist, zu nehmen und es dunkel zu machen, um Angst zu erzeugen. Moderne esoterische Konzepte tun genau dasselbe: Statt vom Teufel ist nun von dunklen Mächten oder einfach von den Mächtigen die Rede. Das Ego tarnt seine Strategie einfach durch neue Worte, aber es ist immer das gleiche Spiel.
Diese Trennungsschuld ist völlig unbewusst. Die meisten Menschen kommen nicht von einem emotional schlechten Tag nach Hause und sagen zu ihrem Partner: "Verdammt, es ist dieser Glaube, dass ich mich von GOTT getrennt habe; ich habe ihn den ganzen Tag über ausgelebt." Wir kommen nicht in erhöhtes Verkehrsaufkommen und sagen: "Der Kerl hat versucht, mir den Weg abzuschneiden! Ah ... schon wieder Trennung von GOTT!" Und wir essen nicht zu Mittag und sagen: "Oh, ich habe zu viel gegessen; ich fühle mich aufgebläht ... ahhh ... Trennung von GOTT." Diese Trennung von GOTT taucht auf, und wir fühlen uns so schuldig. Aber wir gehen nicht mit dem Bewusstsein durch den Tag, dass wir uns von GOTT getrennt haben. Wir sind uns nicht bewusst, dass diese Trennung unser einziges Problem ist, noch fragen wir uns, warum wir dieses Spiel immer wieder spielen. Wir sind uns nicht bewusst, dass es die ontologische Schuld ist, die all die spezifischen Probleme verursacht.
Wenn wir versuchen, unser Leben in Ordnung zu bringen oder zu heilen, konzentrieren wir uns fälschlicherweise sehr stark auf bestimmte Dinge. Der Verstand wird verworren und kompliziert; deshalb können wir jahrelang mit einem Psychotherapeuten arbeiten und nur sehr wenig Fortschritte machen - weil wir uns auf die falsche Sache konzentrieren. Es ist, als würde man die Liegestühle auf der Titanic neu arrangieren, während das Schiff untergeht. Solange wir Schuldgefühle haben, ist die tiefe Angst vor der Liebe tief in unserem Geist verankert. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, es gibt eine enorme Angst vor der Liebe. Natürlich ist es der Terror des Egos, und solange wir mit dem Ego identifiziert sind, werden wir seine Emotionen spüren. Wir werden die Schuld des Egos fühlen.
Wie das Ego Schuldgefühle ausnutzt, um uns gefangen zu halten
Wir müssen uns vom Ego trennen, es entlarven und seine Nichtigkeit zeigen. Sobald wir uns vom Ego losgelöst haben, sind wir für immer frei von Schuld. Wie also hält das Ego die Schuld aufrecht?Es gibt eine Menge Schuldgefühle im schlafenden Geist. Das Ego nutzt Schuldgefühle, um uns in einem kleinen Selbstkonzept gefangen zu halten, das sehr begrenzt und erfahrungsgemäß sehr weit von unserem wahren SELBST entfernt ist. Es tut dies durch Erinnerungen, Konditionierung und Erwartung. Wir haben einfach immer wieder bestimmte Erinnerungen und erleben Ereignisse, die die Schuldgefühle immer wieder verstärken. Das liegt daran, dass Schuldgefühle an Verhaltensweisen gebunden sind. Aber egal, wie sehr wir uns bemühen, uns richtig zu verhalten und ein guter Junge oder ein gutes Mädchen zu sein, und egal, wie alt wir werden, wegen der Schuldgefühle scheinen wir immer noch Fehler zu machen. Und wir scheinen immer noch Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die wir mit Schuldgefühlen in Verbindung bringen. Es scheint, als wären wir mit einem Bein in einer Falle gefangen, aus der wir nicht mehr herauskommen, weil die Schuldgefühle durch die Erinnerungen und die Konditionierung immer wiederkehren. Und unsere Erwartung, dass es nun einmal so ist, projiziert die Schuld auf die Zukunft, und wir erleben sie immer wieder.
Ein Kurs in Wundern lehrt uns, dass Schuld immer völlig verrückt ist und keinen Grund hat. Das ist eine ziemlich klare Lehre von Jesus: Es gibt keinen Grund für Schuld. Andererseits heißt es: "Jeder Ärger ist nichts anderes als ein Versuch, jemanden dazu zu bringen, dass er sich schuldig fühlt." Wir können das die unheilige Dreifaltigkeit nennen: Schuld, Angst und Ärger. Sie kommen aus dem Glaubenssystem des Egos und führen zu Projektion. Projektion ist der egoische Versuch, unsere eigenen Schuldgefühle nicht wahrnehmen zu müssen, was in Wirklichkeit nur unsere Idee von Schuld und unseren Ärger aufrechterhält. Wenn also diese Emotionen in uns auftauchen, ist es wichtig, uns nicht auf Ego-Rechtfertigungen oder Rationalisierungen für sie einzulassen oder nach Ursachen in der Welt zu suchen, denen wir die Schuld geben können.
Wir können uns nur wütend, schuldig oder ängstlich fühlen, solange wir noch am Glauben an die Trennung in unserem Geist festhalten. Alle Schuld entsteht aus dem Versuch, anders zu denken, als GOTT denkt. GOTT ist Liebe und die Illusion von Schuld kann nur dadurch entstehen, dass wir Gedanken haben, die nicht von GOTT sind. Es müssen Ego-Gedanken sein, denn das ist der Glaube an die Trennung von GOTT. Ein Kurs in Wundern besagt, dass Schuldgefühle nur ein Zeichen dafür sind, dass wir nicht wissen, dass GOTT SELBST unsere Gedanken ordnet und dass wir glauben, wir könnten getrennt von IHM denken.
Was hat das mit all den Problemen zu tun, die wir in der Welt sehen? Zu glauben, wir könnten unabhängig von GOTT denken, ist "das Autoritätsproblem". Es ist der Glaube, dass wir uns selbst erschaffen können. Das Autoritätsproblem ist also eine Frage der Urheberschaft: Bin ich der Autor von mir, oder ist GOTT der Autor von mir? Bin ich so, wie GOTT mich geschaffen hat, als GEIST, oder kann ich mich selbst zu etwas anderem als GEIST machen: physischer Körper, getrennt, winzig und klein? Dies geschieht im Geist, aber es wird in die Form projiziert. Dieses egoische Spiel beginnt, wenn Kinder Probleme mit ihren Eltern haben. Denken wir an zweijährige Kinder und das erste "Nein!" in Richtung Mama oder Papa. In den Teenagerjahren intensiviert sich der Prozess noch weiter. Der Krieg beginnt vielleicht gegen die Eltern und überträgt sich auf Mitschüler und Lehrer, und dann, wenn der Mensch erwachsen wird, gibt es Autoritätsprobleme mit Polizisten, Politikern, Anwälten und Chefs. So geht es immer weiter. Es ist alles eine Projektion des ursprünglichen Autoritätsproblems, des Denkens, dass wir der Autor unseres Selbst sind.
Schuld und Urteil gehen immer zusammen. Wir urteilen, weil wir uns schuldig fühlen. Aber woher kommt die Schuld? Woher kommt dieses tiefe ontologische Gefühl der Ungerechtigkeit, der Trennung? Ich meine jetzt nicht die persönliche Schuld, dass wir persönlich unwürdig sind oder nicht gut genug, mit der die meisten Menschen ihr ganzes Leben lang zu kämpfen haben. Ich meine das grundsätzliche Gefühl der Ungerechtigkeit, dass etwas dramatisch schief gelaufen ist, dass diese ganze Fragmentierung nicht gewollt war - die Kernschuld. Es kommt von dem Glauben, dass wir unsere eigenen Gedanken ordnen können, dass wir urteilen können. Es kommt davon, dass wir glauben, wir könnten tun was wir wollen.
Es ist fast wie die New-Age-Lehre, die besagt: "Erschaffe deine eigene Realität." Das ist es, was dahinter steckt: der Glaube, dass wir eine Auswahl in Zeit und Raum haben und aus all den verschiedenen Möglichkeiten auswählen und ein synthetisches persönliches Selbst schaffen können.
Mit einem Gespür für diese Dynamik, die im schlafenden Geist abläuft, können wir lernen, den HEILIGEN GEIST für uns urteilen zu lassen. Der HEILIGE GEIST, DER uns so kennt, wie wir wirklich sind, beurteilt jeden und alles als unschuldig. Wir können uns auch auf den biblischen Ausdruck beziehen: “Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden!” (Lk 6,37) Darauf wurde von Jesus also schon vor zweitausend Jahren hingewiesen, aber wer lebt das wirklich? Jesus stellt uns jetzt - in diesem heiligen Augenblick - die Frage: „Möchtest du die Rückkehr in den HIMMEL immer noch aufhalten? Wie lange, o heiliger SOHN GOTTES, wie lange noch?“
Heimkehr zu unserem VATER
Jesus erzählte das Gleichnis vom verlorenen Sohn, in dem ein Sohn wegging, nachdem er um sein Erbe gebeten hatte. Er machte sich auf den Weg und verbrauchte sein gesamtes Erbe für ein ausschweifendes Leben, bis er nichts mehr hatte, bis er hungrig war, bis seine einzige Aufgabe darin bestand, die Schweine zu füttern. Der junge Mann war so hungrig, dass er die Schoten, die er an die Schweine verfütterte, am liebsten selbst gegessen hätte. Aber niemand gab ihm etwas. Und nach einiger Zeit sagte er: "Sogar die Knechte meines Vaters haben mehr als ich. Vielleicht sollte ich zurückgehen." Und er ging beschämt zurück, er ging mit Schuldgefühlen zurück. Er ging mit gesenktem Kopf zurück.Aber noch bevor er sich seinem Zuhause näherte, kam sein Vater die Straße heruntergerannt, um ihn willkommen zu heißen, um ihn zu feiern. Auf die gleiche Weise werden unsere Scham, unsere Schuld und unsere vermeintlichen Fehler mit offenen Armen empfangen. Der Vater kann nur die Unschuld des Sohnes sehen, also feiert er ein Fest, indem er ein gemästetes Kalb schlachtet. Und dann sieht der andere Sohn, der pflichtbewusste Sohn, der Sohn, der versucht hat, auf Nummer sicher zu gehen und alles richtig zu machen, den verurteilten Bruder zurückkommen. Er sagt: "Was ist hier los? Eine Party? Ich bin hier die ganze Zeit pflichtbewusst an deiner Seite geblieben, und nicht ein einziges Mal hast du ein Kalb für mich getötet. Dieser Wanderer, dieser Verräter, dieser Schwächling, der alles vermasselt hat, den nimmst du wieder auf und feierst ein Fest?" Der pflichtbewusste Sohn ist zornig. Und der Vater sagt zu ihm: "Lieber Sohn, alles, was ich habe, gehört dir; es war schon immer deins. Aber dein Bruder, mein Sohn, er war verloren, und jetzt ist er gefunden." Es gibt nichts Wichtigeres, als gefunden zu werden, unser wahres Erbe wiederzufinden, unabhängig davon, was zu geschehen schien, als wir verloren waren.
“Höre die Geschichte des verlorenen SOHNES und erfahre, was der Schatz GOTTES und der deine ist: Dieser Sohn eines liebenden Vaters verließ sein Heim und dachte, er habe alles für Dinge ohne jeden Wert verschleudert, auch wenn er deren Wertlosigkeit damals nicht verstand. Er schämte sich, zu seinem Vater zurückzukehren, weil er ihn verletzt zu haben glaubte. Doch als er heimkam, hieß ihn der Vater freudig willkommen, denn der Sohn selber war des Vaters Schatz. Er wollte gar nichts sonst. GOTT will nur SEINEN SOHN, weil SEIN SOHN SEIN einziger Schatz ist.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 4. & 5.1.)
“Dies ist das LETZTE URTEIL GOTTES: »Du bist nach wie vor MEIN heiliger SOHN, ewig unschuldig, ewig liebend und ewig geliebt, so grenzenlos wie dein SCHÖPFER, völlig unveränderbar und ewig rein. Erwache deshalb, und komm zu MIR zurück. Ich bin dein VATER, und du bist MEIN SOHN.«”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, 10. 5.)
Diese Erkenntnis ist es, was die Wiederkunft CHRISTI bedeutet. Es ist unsere SELBST-Erkenntnis. Wenn das Bewusstsein des wahren SELBST aufdämmert - das Wissen, dass alles vergeben ist und dass wir eins sind in GOTT, wo wir schon immer waren - wissen wir, dass wir nichts anderes sind als Geist. Dieser Geist ist ganz und vollständig. Er hat nie von Angst, Verlust und Trennung geträumt. Er ist frei und glücklich in GOTT. Er ist schuldlos - unschuldig!
Der andere verlorene Sohn
Das bekannte Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11–32), in dem der zweite Sohn in seinem Leben scheinbar alles richtig macht, tatsächlich aber komplett danebenliegt; vermittelt uns eine tiefgehende Botschaft. Schauen wir uns also dieses Gleichnis noch ein wenig genauer an.
"Sünden", also Irrtümer, können wir ohnehin nicht vermeiden, und wenn wir dies allzu fieberhaft versuchen, verursacht dies oft noch schlimmere Probleme. Die Idee vom eigenen „gut sein“ basiert immer auf der Idee von den bösen Anderen, immer ist es jemand anderer der Schuld ist. Hier ist die zentrale Lektion, die sicherstellt, dass unser Bruder ewiglich verurteilt ist. Denn was wir sind, das wurde nun zu seiner Sünde. Vergebung dafür ist nicht möglich. Und was er tut, spielt keine Rolle mehr, denn unser anklagender Finger zeigt, in seinem Ziel unerschütterlich und tödlich, auf ihn hin. Der Finger zeigt zugleich auf uns, doch das wird in den Nebeln unter dem Gesicht der Unschuld noch tiefer versteckt. Der egoische Versuch, ein guter Mensch sein zu wollen, ist eine subtilere und raffiniertere Form der Selbsterhöhung, der Gier nach mehr, nach einer Stärkung der eigenen eingebildeten Identität oder Selbstbildes.
Es ist eine Torheit, die Versuchungen des Egos durch das Bemühen überwinden zu wollen, mit bloßer persönlicher menschlicher Willenskraft das eine Verlangen durch ein anderes, angeblich höher stehendes Verlangen zu verdrängen. Wir müssen zuerst an jenen Punkt geistiger Entwicklung gelangen, an dem wir wirklich und wahrhaftig tatsächliches Interesse und Liebe zum Neuen und Höheren verspüren. Die Schönheit des reinen Geistes triumphiert immer über Hässlichkeit in den Herzen derer, die von der Liebe zur Wahrheit erleuchtet sind.
Die Erfahrung, dass der Weg zuerst nach unten führen muss, bevor er uns nach oben bringen kann, passt weder in unsere westliche Philosophie des Fortschritts noch zu unserem Streben nach sozialem Aufstieg oder zu unserer egoischen Auffassung von Vollkommenheit oder Heiligkeit. Doch lehren uns alle Weisheitstradition, dass es immer zutrifft. Der heilige Augustinus nannte es das «Pessachmysterium», das Mysterium des Durchgangs (durch das Schilfmeer). Es liegt in der Natur der Sache, dass der Schmerz, den die Illusion der Trennung verursacht, erst erfahren werden muss, damit der Wunsch nach Erlösung wirklich entstehen kann. Oder wie es im Kurs heißt: “Wer aber kann eine Wahl zwischen dem Wunsch nach dem HIMMEL und dem Wunsch nach der Hölle treffen, solange er nicht sieht, dass sie nicht dasselbe sind?”
“Eine wirkliche Wahl ist keine Illusion. Die Welt hat jedoch keine anzubieten. Alle ihre Wege führen nur in die Enttäuschung, in das Nichts und in den Tod.”
(Kapitel 31, IV, 2. 1.-3.)
“Die Zahl der Wege, die die Welt anbieten kann, scheint ziemlich groß zu sein; die Zeit muss aber kommen, wo jeder zu sehen beginnt, wie ähnlich sie einander sind. Manche Menschen sind gestorben, als sie dieses sahen, weil sie keinen Weg erblickten außer jenen Pfaden, die angeboten werden von der Welt. Und als sie lernten, dass sie nirgendwohin führen, verloren sie die Hoffnung. Und dennoch war dies ebenjene Zeit, in der sie ihre größte Lehre hätten lernen können. Alle müssen diesen Punkt erreichen und über ihn hinausgehen.”
(Kapitel 31, IV, 3. 3.-7.)
“Denn von diesem tiefsten Punkt an wird das Lernen zu des Glückes Höhen führen, in denen du den Sinn und Zweck der Lehre deutlich leuchten siehst, vollkommen greifbar für dein Lernvermögen.”
(Kapitel 31, IV, 4. 8.)
Niemand würde sich freiwillig für einen solchen Umbruch entscheiden; wir müssen irgendwie «hineinfallen». Wenn wir besonders sorgfältig an den Systemen zur Aufrechterhaltung unserer Überlegenheit herumtüfteln, wollen wir so etwas natürlich nicht zulassen. Manchmal sind nichtreligiöse Menschen für einen solchen Strategiewandel viel offener als religiöse Menschen, die ihren eigenen Erlösungsplan schon minutiös ausgearbeitet haben. Der pflichtbewusste Bruder im Gleichnis vom verlorenen Sohn stellt eine Verbindung zu den Pharisäern und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu her, die sich über Jesu Gemeinschaft mit Sündern und Zöllnern empörten und durch diese Figur angesprochen werden sollen.
Und so können auch wir uns immer wieder ehrlich die Frage stellen: Wann bin ich selbst der pflichtbewusste Sohn, der Pharisäer, der glaubt, besser oder spiritueller zu sein als jemand anderer? Wann benutze ich einen Bruder, um mich schlecht behandelt zu fühlen oder um mir Besonderheit zu beweisen?
Die erlösende Erkenntnis besteht darin: “Bruder, ich habe dir diese Rolle zugewiesen. Ich sehe das im Außen, was ich im Inneren nicht sehen will. Und dafür benutze ich dich, ja - ich benutze dich dafür, um mich schlecht behandelt zu fühlen. Im Zustand der Ego-Identifikation liebe ich Menschen nicht, sondern ich benutze sie, ich weise ihnen Rollen zu, um mir Trennung zu beweisen. Ich benutze meinen heimkehrenden Bruder, um mir Besonderheit zu beweisen, um mich besser zu fühlen. Ich benutze meinen Bruder, um meine eigenen Schuldgefühle nicht betrachten zu müssen. Damit verhindere ich Vergebung.”
Dann können wir uns ehrlich eingestehen und beten: “Dass ich dich benutzt habe, um mir Trennung zu beweisen, das tut mir leid. Ja - in meinem Leben löst das Leid aus und ich will das nicht mehr. Ich will das nicht mehr. VATER ich will mich belehren lassen, wie du uns siehst, dass wir beide aus deiner Quelle strömen, gleichermaßen nebeneinander als Brüder ewig im Geiste verbunden und einander so zu Dank verpflichtet. Lass mich das fühlen. Und lass mich spüren, wie alles andere einfach nur ein Albtraum ist. Ich öffne mich ganz und gar. Danke, danke, danke, dass uns hier nie etwas passiert ist und unsere wahre Unschuld von diesem Albtraum nie berührt wurde.“
Das bekannte Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11–32), in dem der zweite Sohn in seinem Leben scheinbar alles richtig macht, tatsächlich aber komplett danebenliegt; vermittelt uns eine tiefgehende Botschaft. Schauen wir uns also dieses Gleichnis noch ein wenig genauer an.
"Sünden", also Irrtümer, können wir ohnehin nicht vermeiden, und wenn wir dies allzu fieberhaft versuchen, verursacht dies oft noch schlimmere Probleme. Die Idee vom eigenen „gut sein“ basiert immer auf der Idee von den bösen Anderen, immer ist es jemand anderer der Schuld ist. Hier ist die zentrale Lektion, die sicherstellt, dass unser Bruder ewiglich verurteilt ist. Denn was wir sind, das wurde nun zu seiner Sünde. Vergebung dafür ist nicht möglich. Und was er tut, spielt keine Rolle mehr, denn unser anklagender Finger zeigt, in seinem Ziel unerschütterlich und tödlich, auf ihn hin. Der Finger zeigt zugleich auf uns, doch das wird in den Nebeln unter dem Gesicht der Unschuld noch tiefer versteckt. Der egoische Versuch, ein guter Mensch sein zu wollen, ist eine subtilere und raffiniertere Form der Selbsterhöhung, der Gier nach mehr, nach einer Stärkung der eigenen eingebildeten Identität oder Selbstbildes.
Es ist eine Torheit, die Versuchungen des Egos durch das Bemühen überwinden zu wollen, mit bloßer persönlicher menschlicher Willenskraft das eine Verlangen durch ein anderes, angeblich höher stehendes Verlangen zu verdrängen. Wir müssen zuerst an jenen Punkt geistiger Entwicklung gelangen, an dem wir wirklich und wahrhaftig tatsächliches Interesse und Liebe zum Neuen und Höheren verspüren. Die Schönheit des reinen Geistes triumphiert immer über Hässlichkeit in den Herzen derer, die von der Liebe zur Wahrheit erleuchtet sind.
Die Erfahrung, dass der Weg zuerst nach unten führen muss, bevor er uns nach oben bringen kann, passt weder in unsere westliche Philosophie des Fortschritts noch zu unserem Streben nach sozialem Aufstieg oder zu unserer egoischen Auffassung von Vollkommenheit oder Heiligkeit. Doch lehren uns alle Weisheitstradition, dass es immer zutrifft. Der heilige Augustinus nannte es das «Pessachmysterium», das Mysterium des Durchgangs (durch das Schilfmeer). Es liegt in der Natur der Sache, dass der Schmerz, den die Illusion der Trennung verursacht, erst erfahren werden muss, damit der Wunsch nach Erlösung wirklich entstehen kann. Oder wie es im Kurs heißt: “Wer aber kann eine Wahl zwischen dem Wunsch nach dem HIMMEL und dem Wunsch nach der Hölle treffen, solange er nicht sieht, dass sie nicht dasselbe sind?”
“Eine wirkliche Wahl ist keine Illusion. Die Welt hat jedoch keine anzubieten. Alle ihre Wege führen nur in die Enttäuschung, in das Nichts und in den Tod.”
(Kapitel 31, IV, 2. 1.-3.)
“Die Zahl der Wege, die die Welt anbieten kann, scheint ziemlich groß zu sein; die Zeit muss aber kommen, wo jeder zu sehen beginnt, wie ähnlich sie einander sind. Manche Menschen sind gestorben, als sie dieses sahen, weil sie keinen Weg erblickten außer jenen Pfaden, die angeboten werden von der Welt. Und als sie lernten, dass sie nirgendwohin führen, verloren sie die Hoffnung. Und dennoch war dies ebenjene Zeit, in der sie ihre größte Lehre hätten lernen können. Alle müssen diesen Punkt erreichen und über ihn hinausgehen.”
(Kapitel 31, IV, 3. 3.-7.)
“Denn von diesem tiefsten Punkt an wird das Lernen zu des Glückes Höhen führen, in denen du den Sinn und Zweck der Lehre deutlich leuchten siehst, vollkommen greifbar für dein Lernvermögen.”
(Kapitel 31, IV, 4. 8.)
Niemand würde sich freiwillig für einen solchen Umbruch entscheiden; wir müssen irgendwie «hineinfallen». Wenn wir besonders sorgfältig an den Systemen zur Aufrechterhaltung unserer Überlegenheit herumtüfteln, wollen wir so etwas natürlich nicht zulassen. Manchmal sind nichtreligiöse Menschen für einen solchen Strategiewandel viel offener als religiöse Menschen, die ihren eigenen Erlösungsplan schon minutiös ausgearbeitet haben. Der pflichtbewusste Bruder im Gleichnis vom verlorenen Sohn stellt eine Verbindung zu den Pharisäern und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu her, die sich über Jesu Gemeinschaft mit Sündern und Zöllnern empörten und durch diese Figur angesprochen werden sollen.
Und so können auch wir uns immer wieder ehrlich die Frage stellen: Wann bin ich selbst der pflichtbewusste Sohn, der Pharisäer, der glaubt, besser oder spiritueller zu sein als jemand anderer? Wann benutze ich einen Bruder, um mich schlecht behandelt zu fühlen oder um mir Besonderheit zu beweisen?
Die erlösende Erkenntnis besteht darin: “Bruder, ich habe dir diese Rolle zugewiesen. Ich sehe das im Außen, was ich im Inneren nicht sehen will. Und dafür benutze ich dich, ja - ich benutze dich dafür, um mich schlecht behandelt zu fühlen. Im Zustand der Ego-Identifikation liebe ich Menschen nicht, sondern ich benutze sie, ich weise ihnen Rollen zu, um mir Trennung zu beweisen. Ich benutze meinen heimkehrenden Bruder, um mir Besonderheit zu beweisen, um mich besser zu fühlen. Ich benutze meinen Bruder, um meine eigenen Schuldgefühle nicht betrachten zu müssen. Damit verhindere ich Vergebung.”
Dann können wir uns ehrlich eingestehen und beten: “Dass ich dich benutzt habe, um mir Trennung zu beweisen, das tut mir leid. Ja - in meinem Leben löst das Leid aus und ich will das nicht mehr. Ich will das nicht mehr. VATER ich will mich belehren lassen, wie du uns siehst, dass wir beide aus deiner Quelle strömen, gleichermaßen nebeneinander als Brüder ewig im Geiste verbunden und einander so zu Dank verpflichtet. Lass mich das fühlen. Und lass mich spüren, wie alles andere einfach nur ein Albtraum ist. Ich öffne mich ganz und gar. Danke, danke, danke, dass uns hier nie etwas passiert ist und unsere wahre Unschuld von diesem Albtraum nie berührt wurde.“
Schuld und Scheinheiligkeit
Im Mai 2012 war ich auf einem super spirituellen Seminar in einem super spirituellen Seminarzentrum mit vegetarischer Ernährung und so weiter. Es war ein spirituelles Tantra-Seminar mit Daniel Odier im Seminarzentrum Die Lichtung. Tantra wird von Odier in seinem ursprünglichen Sinn gelehrt: als Weg der absoluten Liebe, der zur Freiheit des Seins führt. Wir Teilnehmer waren alle so von unserer scheinbaren Heiligkeit überzeugt, dass Daniel Odier sich über unser Getue lustig machte, indem er am Abend demonstrativ mit einem Glas Rotwein in der Hand umher spazierte und uns einlud, in das nahegelegene Restaurant eines Golfplatzes zu gehen und ein Steak zu essen und Wein zu trinken. Das haben wir zwar nicht gemacht, aber abends saß ich mit ein paar Teilnehmern am Lagerfeuer und wir haben ein paar Flaschen Wein herumgehen lassen. Ich war schon total betrunken, aber plötzlich, ohne dass ich wusste, wie mir geschah, tauchte ich ein in den heiligen Augenblick und in totale Glückseligkeit. Ich war reines Bewusstsein und nahm wahr, wie ich trinkend mit einer mir fremden Frau im Arm am Lagerfeuer saß und gleichzeitig auf einer tieferen Ebene totale Stille und Glückseligkeit in mir herrschte.
Erst mehr als ein Jahrzehnt später, als ich mich immer ernsthafter mit dem Kurs beschäftigte, erkannte ich die tiefere Bedeutung dieses Ereignisses und das Geschenk hinter dieser Erfahrung. Je näher wir dem Licht kommen, desto aktiver wird das Ego in unserem Geist und bietet uns Dinge an, die es als sündig empfindet. Das liegt natürlich irgendwie in der Natur der Sache, denn so wie der HEILIGE GEIST einfach lehrt, dass Angriff unmöglich ist, dass es uns niemals gelingen wird, uns selbst oder irgendjemanden anzugreifen, dass wir auch GOTT nicht angegriffen haben, so ist es die Aufgabe des Ego-Denksystems, immer wieder zu beweisen, dass Angriff möglich ist.
Seit Jahrtausenden wird in den unterschiedlichsten spirituellen Traditionen versucht, gegen die Versuchungen des Egos anzukämpfen, aber zu einem Teil bestätigen wir genau damit, dass Angriff möglich und Sünde wirklich ist. Denn jedes Mal, wenn wir einer Einladung des Egos folgen und uns zum Beispiel betrinken, dann kann das Ego das wunderbar nutzen, um uns wieder die Geschichte zu erzählen, dass wir doch sündig und verletzlich und klein und schwach sind. Und in der Tat ist es so, wenn wir zum Beispiel betrunken waren oder was auch immer, dann haben wir auf einmal auch wieder mehr Angst vor GOTT, überhaupt mehr Angst im System. Das ist normal, denn immer wenn wir glauben, dass etwas von außen auf uns wirkt, ist es keine Liebe und dann haben wir Angst und fühlen uns schuldig. Dies wird für uns wie eine Art Beweis sein, dass wir etwas Wirkliches angegriffen haben.
Wie kommen wir nun also zur Erkenntnis, dass ganz grundsätzlich nichts Wirkliches bedroht werden kann und nichts Unwirkliches existiert, wenn das Ego nicht aufhört, uns in Versuchung zu führen. Wir müssen uns auch beim Thema mit allem scheinbar “Sündhaften” oder “Unspirituellem” entspannen und uns ganz SEINER Führung anvertrauen, und dann kann es geschehen, dass wir geführt werden, uns ab und zu ganz bewusst den Versuchungen des Egos hinzugeben, um uns dann zeigen zu lassen, dass wir jetzt - genau in diesem Moment - unverletzt sind, genau in diesem Moment können wir erfahren, wirklich erfahren, dass Angriff überhaupt nicht gelingen kann, nie gelungen ist und nie gelingen wird. Genau in diesem Augenblick können wir uns völlig wehrlos machen und das Ewige in uns erreichen und für einen Augenblick NACH HAUSE gehen.
Wir lernen durch Kontraste. Aber wenn wir uns immer nur vor dem schützen, was Angriff ist, was angeblich sündig und unheilig ist, dann machen wir den Angriff nur wahr, wir machen ihn wahr und wir halten ihn für wahr, weil wir sagen, GOTT geht bis hierher und nicht weiter. Wir sagen dann, na gut, die Ewigkeit kann nicht angegriffen werden, es sei denn, ich trinke oder tue sonst etwas ganz Unheiliges. Aber das stimmt einfach nicht - unsere Wirklichkeit kann grundsätzlich nicht angegriffen werden, durch nichts und niemanden, das einzige, was wir tun können, ist es, dies nicht mitzubekommen und von Angriff zu träumen. Um aus diesem Alptraum zu erwachen und nicht erst recht in Scheinheiligkeit zu erstarren, kann es also durchaus hilfreich sein, hin und wieder unter SEINER Führung ganz bewusst im Sinne des Egos zu “sündigen”, um gleichzeitig mitzubekommen, dass nichts Wirkliches bedroht ist.
Angriff ist praktisch jede Idee, die Wirklichkeit verzerren, zerstören oder in irgendeiner Weise verändern zu wollen. Und die Erlösung von jedem Angriff ist die Erkenntnis, dass wir das nicht können, dass es absolut unmöglich ist. Solange wir glauben, die LIEBE verzehren, zerstören oder verändern zu können, solange werden wir einfach glauben, angegriffen zu haben und angreifen zu müssen. Und jedes Mal, wenn uns gezeigt wird, dass wir es nicht können, hören wir auf anzugreifen, weil wir merken, dass es unmöglich ist. Uns die ganze Zeit dafür anzugreifen, dass wir angreifen, kann einfach nicht die Lösung sein - das ist nur eine weitere Verrücktheit. Es geht einfach darum, zu merken, hey, ich habe Ideen von Angriff und jedes Mal, wenn ich merke, dass ich darunter leide und Angst bekomme, dann lasse ich mir zeigen, dass Angriff nicht möglich ist und das funktioniert - weil es keine Rangordnung der Schwierigkeit bei Wundern gibt - wirklich immer.
Im Mai 2012 war ich auf einem super spirituellen Seminar in einem super spirituellen Seminarzentrum mit vegetarischer Ernährung und so weiter. Es war ein spirituelles Tantra-Seminar mit Daniel Odier im Seminarzentrum Die Lichtung. Tantra wird von Odier in seinem ursprünglichen Sinn gelehrt: als Weg der absoluten Liebe, der zur Freiheit des Seins führt. Wir Teilnehmer waren alle so von unserer scheinbaren Heiligkeit überzeugt, dass Daniel Odier sich über unser Getue lustig machte, indem er am Abend demonstrativ mit einem Glas Rotwein in der Hand umher spazierte und uns einlud, in das nahegelegene Restaurant eines Golfplatzes zu gehen und ein Steak zu essen und Wein zu trinken. Das haben wir zwar nicht gemacht, aber abends saß ich mit ein paar Teilnehmern am Lagerfeuer und wir haben ein paar Flaschen Wein herumgehen lassen. Ich war schon total betrunken, aber plötzlich, ohne dass ich wusste, wie mir geschah, tauchte ich ein in den heiligen Augenblick und in totale Glückseligkeit. Ich war reines Bewusstsein und nahm wahr, wie ich trinkend mit einer mir fremden Frau im Arm am Lagerfeuer saß und gleichzeitig auf einer tieferen Ebene totale Stille und Glückseligkeit in mir herrschte.
Erst mehr als ein Jahrzehnt später, als ich mich immer ernsthafter mit dem Kurs beschäftigte, erkannte ich die tiefere Bedeutung dieses Ereignisses und das Geschenk hinter dieser Erfahrung. Je näher wir dem Licht kommen, desto aktiver wird das Ego in unserem Geist und bietet uns Dinge an, die es als sündig empfindet. Das liegt natürlich irgendwie in der Natur der Sache, denn so wie der HEILIGE GEIST einfach lehrt, dass Angriff unmöglich ist, dass es uns niemals gelingen wird, uns selbst oder irgendjemanden anzugreifen, dass wir auch GOTT nicht angegriffen haben, so ist es die Aufgabe des Ego-Denksystems, immer wieder zu beweisen, dass Angriff möglich ist.
Seit Jahrtausenden wird in den unterschiedlichsten spirituellen Traditionen versucht, gegen die Versuchungen des Egos anzukämpfen, aber zu einem Teil bestätigen wir genau damit, dass Angriff möglich und Sünde wirklich ist. Denn jedes Mal, wenn wir einer Einladung des Egos folgen und uns zum Beispiel betrinken, dann kann das Ego das wunderbar nutzen, um uns wieder die Geschichte zu erzählen, dass wir doch sündig und verletzlich und klein und schwach sind. Und in der Tat ist es so, wenn wir zum Beispiel betrunken waren oder was auch immer, dann haben wir auf einmal auch wieder mehr Angst vor GOTT, überhaupt mehr Angst im System. Das ist normal, denn immer wenn wir glauben, dass etwas von außen auf uns wirkt, ist es keine Liebe und dann haben wir Angst und fühlen uns schuldig. Dies wird für uns wie eine Art Beweis sein, dass wir etwas Wirkliches angegriffen haben.
Wie kommen wir nun also zur Erkenntnis, dass ganz grundsätzlich nichts Wirkliches bedroht werden kann und nichts Unwirkliches existiert, wenn das Ego nicht aufhört, uns in Versuchung zu führen. Wir müssen uns auch beim Thema mit allem scheinbar “Sündhaften” oder “Unspirituellem” entspannen und uns ganz SEINER Führung anvertrauen, und dann kann es geschehen, dass wir geführt werden, uns ab und zu ganz bewusst den Versuchungen des Egos hinzugeben, um uns dann zeigen zu lassen, dass wir jetzt - genau in diesem Moment - unverletzt sind, genau in diesem Moment können wir erfahren, wirklich erfahren, dass Angriff überhaupt nicht gelingen kann, nie gelungen ist und nie gelingen wird. Genau in diesem Augenblick können wir uns völlig wehrlos machen und das Ewige in uns erreichen und für einen Augenblick NACH HAUSE gehen.
Wir lernen durch Kontraste. Aber wenn wir uns immer nur vor dem schützen, was Angriff ist, was angeblich sündig und unheilig ist, dann machen wir den Angriff nur wahr, wir machen ihn wahr und wir halten ihn für wahr, weil wir sagen, GOTT geht bis hierher und nicht weiter. Wir sagen dann, na gut, die Ewigkeit kann nicht angegriffen werden, es sei denn, ich trinke oder tue sonst etwas ganz Unheiliges. Aber das stimmt einfach nicht - unsere Wirklichkeit kann grundsätzlich nicht angegriffen werden, durch nichts und niemanden, das einzige, was wir tun können, ist es, dies nicht mitzubekommen und von Angriff zu träumen. Um aus diesem Alptraum zu erwachen und nicht erst recht in Scheinheiligkeit zu erstarren, kann es also durchaus hilfreich sein, hin und wieder unter SEINER Führung ganz bewusst im Sinne des Egos zu “sündigen”, um gleichzeitig mitzubekommen, dass nichts Wirkliches bedroht ist.
Angriff ist praktisch jede Idee, die Wirklichkeit verzerren, zerstören oder in irgendeiner Weise verändern zu wollen. Und die Erlösung von jedem Angriff ist die Erkenntnis, dass wir das nicht können, dass es absolut unmöglich ist. Solange wir glauben, die LIEBE verzehren, zerstören oder verändern zu können, solange werden wir einfach glauben, angegriffen zu haben und angreifen zu müssen. Und jedes Mal, wenn uns gezeigt wird, dass wir es nicht können, hören wir auf anzugreifen, weil wir merken, dass es unmöglich ist. Uns die ganze Zeit dafür anzugreifen, dass wir angreifen, kann einfach nicht die Lösung sein - das ist nur eine weitere Verrücktheit. Es geht einfach darum, zu merken, hey, ich habe Ideen von Angriff und jedes Mal, wenn ich merke, dass ich darunter leide und Angst bekomme, dann lasse ich mir zeigen, dass Angriff nicht möglich ist und das funktioniert - weil es keine Rangordnung der Schwierigkeit bei Wundern gibt - wirklich immer.
Lassen wir Wunder anstelle von Schuldgefühlen treten
Nichts, was wir wahrnehmen, ist zufällig da; es ist genau so, wie es ist, weil unser Geist es so haben will. Indem wir uns unsere unbewusste Schuld bewusst machen und sie dann loslassen, können wir heilen und beginnen, die Welt anders wahrzunehmen. Wir haben die Wahl, wie wir die Dinge interpretieren. In Wahrheit gibt es überhaupt keine Schuld. Sie hat keinen Zweck. Nur solange wir noch ein unbewusstes Verlangen nach Schuld haben, interpretieren wir die Welt auf eine harte Art und Weise. Wir können lernen, sanfter mit uns selbst umzugehen und uns von diesen harten Interpretationen befreien und unbeschwert sein! Wir können lachen und vor Freude singen und wirklich spüren, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Warum nicht jeden Tag so sein lassen?In unseren Herzen können wir die Unschuld finden, auch wenn die Dinge auseinanderzufallen und zu implodieren scheinen. Versuchen wir nicht, unser altes Selbst- und Weltbild zusammenzuhalten! Wir gehen nach HAUSE. Wir wachen auf. Es gibt keinen Grund, es noch komplizierter zu machen als das. Wir sind hier, um das Schuldspiel des Egos zu entlarven. Alles, was das Ego tut - jede Scham, jede Verteidigung, jeder Trick - zielt darauf ab, die Schuld aufrecht zu erhalten. Lassen wir sie aufkommen und lassen wir sie los.
Wir sind so sehr mit unseren Gedanken identifiziert, dass wir uns schuldig fühlen für unsere Angriffsgedanken. Aber wir sind nicht für den Irrtum verantwortlich und all unsere Irrtümer wurden bereits von IHM berichtigt. Unsere einzige Verantwortung besteht darin, SEINE Berichtigung zu akzeptieren! Wir haben uns nicht selbst erschaffen, sondern GOTT hat uns erschaffen. Was wir wirklich sind, ist nicht der Denker der Angriffsgedanken. Nicht umsonst erinnert uns der Kurs 22 Mal mit folgendem Übungssatz an die Wahrheit: “Mein Geist birgt nur, was ich mit GOTT denke.”
Wir müssen erkennen, wie sehr wir mit den Gedanken, die wir denken, identifiziert sind. Wenn wir Urteile auf die Welt projizieren, wie könnten wir uns dann nicht schuldig fühlen? Natürlich sind wir in Wahrheit nicht schuldig, denn GOTT hat die Schuld nicht erschaffen. GOTT hat nicht einen Strom von Schuldgedanken erschaffen und gesagt: "Das ist mein geliebter Strom von Schuldgedanken, an dem ich Wohlgefallen habe!" GOTT arbeitet nicht auf diese Weise! Nein, ER sagt: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." GOTT ist erfreut über den CHRISTUS, den CHRISTUS der reinen Liebe, der reinen Unschuld, der wir sind, und nicht ein Strom von Schuldgedanken!
Während das Ego darauf abzielt, uns schuldig zu machen, ist es die Aufgabe des GEISTES, unsere Unschuld zu beweisen. Deshalb müssen wir nach innen gehen und die Schuld zum HEILIGEN GEIST bringen. Bringen wir diese Dunkelheit ans Licht, damit wir sehen, dass die Schuld überhaupt nichts mit der Welt oder unserem Verhalten zu tun hat. Wenn wir tiefer gehen, beginnen wir zu erkennen, dass es nie einen Grund gibt, uns schuldig zu fühlen - es ist nur ein Teil des falschen Ego-Glaubenssystems. Wir beginnen zu erkennen, dass der Ausweg in Wundern liegt. Je wundersamer unser Leben wird, desto mehr werden wir gewohnheitsmäßig auf Wunder bedacht, und wir erleben die Unschuld, die aus dem Wunderbewusstsein entsteht.
Wir haben einen Schimmer dieser Unschuld bereits gehabt. Wir brauchen uns nicht zu ändern. Wir müssen nicht besser in etwas werden. Wir müssen nichts in Ordnung bringen. Wir sind einfach perfekt.
Im nächsten Kapitel werden wir noch mehr Klarheit schaffen, wenn wir uns mit der Bedeutung unserer Gedanken und der Macht unseres Geistes beschäftigen.
Denken wir an alle unsere Beziehungen. Wie würde es sich anfühlen, wenn wir sehen würden, dass jeder perfekt ist? Was wäre, wenn jemand zu uns käme und sagte: "Oh, ich fühle mich so schlecht wegen dem, was ich getan habe", und wir könnten einfach lächeln, ihn umarmen und sagen: "Ich liebe dich so sehr." Wenn wir uns selbst dieses Geschenk machen können, haben wir die Kraft, es allen zu geben: all unseren Freunden, Familienmitgliedern, Mitarbeitern und den Leuten im Supermarkt. Und es fühlt sich so gut an, dieses Geschenk zu machen. Es muss vom HEILIGEN GEIST kommen, denn das Ego könnte sich ein solches Geschenk niemals vorstellen. Es ist die größte Freude in unserem Leben, das Geschenk der Unschuld zu verschenken: "Du bist nicht schuldig; du bist unschuldig. Ich sehe dich als unschuldig, ich werde dich als unschuldig behandeln und ich werde an dich als unschuldig denken." Nur wenn wir das verschenken, was wir für uns selbst wollen, können wir der Schuld entkommen!
Private Gedanken
Wir kommunizieren durch Worte, durch Sprache und durch den Austausch unserer Gedanken. Das geschieht jeden Tag: in unseren Familien, in der Schule und am Arbeitsplatz. Wenn wir unsere Gedanken mit anderen teilen, erweitern wir unsere Sichtweise, knüpfen Verbindungen und wachsen. Die Kommunikation kann auch wortlos erfolgen und dennoch deutlich vermittelt werden, zum Beispiel durch die Körpersprache. Aber wenn wir niemanden haben, mit dem wir reden können, glauben wir, dass unsere Gedanken nicht geteilt werden. Es scheint, als könnten wir über alles nachdenken, was wir wollen, und niemand sonst weiß davon. Das ist der Glaube, dass wir in unseren Gedanken eine Privatsphäre haben. Aber unsere Gedanken allein machen die ganze (scheinbar private) Welt aus, die wir sehen.Ein privater Geist mit privaten Gedanken scheint die Grundlage der menschlichen Existenz zu sein: Der Mensch schätzt Privatsphäre, Autonomie und Unabhängigkeit. Es wird gesagt, dass diese Dinge den Menschen ausmachen, aber das ist ein Spiel der Täuschung, eine Finte. Diese unwirklichen Konzepte und Ideen erzeugen eine Fiktion der menschlichen Rasse, eine Fiktion der Individualität und des Getrenntseins. In dieser Fiktion scheint jeder Mensch seinen eigenen Weg zu gehen und ein Leben in Abgeschiedenheit zu führen, nur um sich zu bestimmten Zeiten mit anderen zu treffen. Das hat uns noch nie dauerhaft Freude, Glück, Frieden oder Zufriedenheit gebracht. Der Glaube an die Abgeschiedenheit führt dazu, dass wir mit unseren privaten Gedanken umherwandern und uns in Zeit und Raum verlieren. Wir müssen uns einfach öffnen und teilen.
Der Drang, Dinge für sich zu behalten und nicht zu teilen, entspringt unserem Bedürfnis, uns zu verteidigen und zu schützen. Aber das Bedürfnis, sich zu verteidigen, kann nur entstehen, wenn wir uns mit einer Illusion von unserem Selbst identifiziert haben. Wenn wir einen Gedanken nehmen, der uns kommt, ein Gefühl von leichter Beunruhigung oder ein bisschen Sorge, und ihm in unserem Geist folgen, werden wir ein Bild von uns finden, das nicht unser wahres SELBST ist. Es ist ein Bild, das geschaffen wurde, um den Platz unseres wahren SELBST einzunehmen.
Es geht nicht darum, dass uns gute oder schlechte Dinge widerfahren. Wir können lernen, die Form nicht zu beurteilen und stattdessen zu sehen, dass alles eine Gelegenheit ist, unsere Ängste, Zweifel und Überzeugungen zu offenbaren. Wir haben uns daran gewöhnt, Dinge anzunehmen, sie persönlich zu nehmen, uns schlecht zu fühlen und das Gefühl zu haben, dass wir es nicht wert sind, etwas mitzuteilen, nicht wert zu sein.
Das Erleben und Wahrnehmen einer äußeren Welt hat seine Wurzeln im Verstecken und Festhalten an privaten Gedanken. Wenn wir uns unserer Gedanken und Überzeugungen bewusster werden, werden wir feststellen, dass das, was in der Form zu geschehen scheint, mit unserer inneren Gefühlserfahrung verbunden ist. Die innere und die äußere Welt sind nicht wirklich verschieden; sie verschmelzen. Es scheint, als gäbe es eine Welt außerhalb des Geistes, aber in Wirklichkeit ist sie nicht da draußen. Sie ist ein Synonym für den Geist. Das bedeutet, dass wir wirklich keine zwischenmenschlichen Beziehungsprobleme haben. Wir haben wirklich keine körperlichen Probleme. Wir haben wirklich keine Probleme mit dem, was mit der Umwelt passieren könnte. Es ist alles in unserem Geist. Es ist alles geistig.
Der zentrale private Gedanke
Auf unserem Weg der Befreiung geschieht die große Veränderung, wenn wir unsere privatesten Gedanken ans Licht bringen, um sie SEINER Berichtigung zu übergeben. Unter all den anderen gibt es ein zentrales Geheimnis, das unerträglich ist, wenn man es versteckt behält, und das ist diese Idee: "Ich bin von Gott getrennt." Dieser zentrale private Gedanke markiert die Geburt eines Glaubens an die Zeit und projiziert eine ganze Welt. Dieser Gedanke bringt alles, was Angst macht, "nach draußen", ebenso wie das, was als angenehm empfunden wird. Hier kommen Überzeugungen wie Freude und Schmerz ins Spiel, die versuchen, die Vorstellung zu verstärken, dass wir ein Körper sind. Wir können sagen, dass Gedanken der Wertschätzung des Körpers und der Identifikation mit ihm verwässerte private Gedanken sind, die den zentralen privaten Gedanken der Trennung überdecken. Im Grunde genommen sind alle Gedanken, die ein "Ich" und ein "Du" trennen, private Gedanken.Gedanken, die uns von der Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks wegführen, oder alle Gedanken, die mit Zeit zu tun haben, sind private Gedanken. Das liegt daran, dass die Zeit, wie sie vom Ego verwendet wird, die Erfahrung der Gegenwart, das Wunder, ausschließt. Ein privater Gedanke bezieht immer die Vergangenheit oder die Zukunft auf die eine oder andere Weise mit ein. Das Bedauern über etwas, das in der Vergangenheit geschehen zu sein scheint, oder die Sorge über etwas, das in einer hypothetischen Zukunft geschehen kann, sind Beispiele dafür. Diese Gedanken, oft Sorgen, Befürchtungen oder sogar Hoffnungen, betreffen nur die Wahrnehmung einer einzelnen Person. Sie werden daher auch als hypothetische Gedanken bezeichnet. Hypothetisch gesprochen, als ob in der Zukunft etwas eintreten könnte oder nicht. Wenn wir unsere Gedanken wirklich beobachten, werden wir feststellen, dass es eine Menge hypothetischer, privater Gedanken gibt. Einige davon werden als sehr wünschenswert eingestuft, was erklärt, warum wir immer wieder an sie denken. Manche sind sehr ängstlich oder besorgniserregend und mit vielen Zweifeln, Ärger und Schuldgefühlen verbunden. Aber sie sind alle Teil eines Mechanismus, der uns ablenkt und uns davon abhält, den gegenwärtigen Moment zu erleben.
Der HEILIGE GEIST weiß, dass der schlafende Geist stark in private Gedanken investiert ist. Wenn das SELBST verwirklicht ist und es eine Erfahrung des reinen Einsseins gibt, gibt es keine Erfahrungen mit privaten Gedanken mehr, aber die Bedingung, in dieser Welt zu sein, ist, an diese Gedanken zu glauben. Man glaubt sogar, dass sie die einzige Realität sind. In Wahrheit haben wir also keine privaten Gedanken, aber als getrenntes Selbst sind uns nur die privaten Gedanken bewusst. Das muss bedeuten, dass das getrennte Selbst nicht das ist, was wir sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass private Gedanken aus einem individuellen Geist kommen, mit Erinnerungen und Gedanken an die Vergangenheit sowie Zukunftsplänen und Vorfreude auf Dinge. Indem wir also all unsere Gedanken dem HEILIGEN GEIST und vielleicht einem sehr vertrauenswürdigen Freund offenlegen, öffnen wir uns für eine ganz andere Erfahrung, als wir sie je zuvor gemacht haben.
Wir bemerken immer wieder, dass mit privaten Gedanken viele Emotionen verbunden sind, und deshalb kann es den Anschein haben, dass die menschliche Existenz eine einzige emotionale Achterbahnfahrt ist. Auf und ab. Oft wird sogar gesagt: "Das Leben ist dazu bestimmt, eine Reihe von Herausforderungen zu meistern" und "Es ist unvermeidlich, dass jeder Tag voller Herausforderungen ist." Und das ist eine Erfahrung, die die meisten Menschen machen, die sich ausschließlich auf diese privaten Gedanken und die damit verbundenen Gefühle stützen. Wenn wir den Willen GOTTES für uns definieren müssten, dann wäre es vollkommenes Glück. GOTTES Wille ist definitiv nicht eine Achterbahnfahrt der Gefühle und schmerzhafte Erfahrungen. Deshalb scheint es viel bewusste Bereitschaft zu erfordern, private Gedanken ins Bewusstsein zu lassen und dann bereit zu sein, sie nicht zu schützen, sie nicht zu unterdrücken oder zu verdrängen und sie nicht zu leugnen. Erlauben wir ihnen einfach, ins Bewusstsein zu kommen, und lassen wir sie dann los, um sie dem HEILIGEN GEIST zu übergeben.
Das ist nicht wie bei vielen spirituellen Konzepten, wo uns beigebracht wurde, das Positive zu betonen und das Negative zu eliminieren oder positive Affirmationen zu verwenden. Das ist ein beliebtes Konzept auf dem spirituellen Weg, als ob man einfach das Negative eliminieren könnte und dann nur noch positive Gedanken in seinem Geist hätte. Aber die positiven und die negativen Gedanken kommen beide aus einer dualistischen Perspektive, sie sind Teil eines Kontinuums, und genau dieses Kontinuum ist die Blockade.
Die Erlangung von Glück und innerem Frieden ist also eine Frage der Bereitschaft, private Gedanken nicht zu verstecken und zu schützen. Weil wir unsere privaten Gedanken als schrecklich oder falsch beurteilen, verstecken wir sie. Es gibt eine Maske, die der Geist trägt. Er trägt die Maske der Persönlichkeit mit den zugrunde liegenden Überzeugungen und Gedanken, vor denen er zu viel Angst hat, weil er sie für real hält. Wir glauben, wenn die Menschen von diesen Gedanken wüssten, würden sie nicht in unserer Nähe sein wollen.
Aber wenn wir diese privaten Gedanken mehr und mehr preisgeben, kommen wir an einen Punkt, an dem wir sagen: "Aaah, das sind nur Gedanken in meinem Kopf. Ich kann nicht glauben, dass ich so lange an ihnen festgehalten habe." Der einzige Weg zu unserem wahren Selbst oder zu diesem Gefühl der Unverwundbarkeit und des ständigen Glücklichseins besteht darin, die Maske loszulassen, den Teil von uns, der eine Rolle als persönliches Selbst spielt. Lassen wir den Glauben los, dass diese Gedanken wirklich das sind, was wir sind, und hinterfragen wir die Gültigkeit dieser Gedanken. Das Ego hat sie so eingerichtet, um die Wahrheit darüber, wer wir sind, zu verschleiern. “Und doch ist es nur das Verborgene, das erschrecken kann, und nicht um dessentwillen, was es ist, sondern um seiner Verborgenheit willen.” Das Ego hat all die Unterschiede geschaffen, die zu all den privaten Gedanken geführt haben. Deshalb können wir nur durch das Bewusstsein, dass es keine privaten Gedanken gibt, die Freiheit und die Liebe erkennen, wie sie wirklich ist, die Liebe, die im Kern unseres Wesens ist, die Liebe, die unser wahres, göttliches SELBST ist.
Sich öffnen, teilen und frei sein
Wir verstecken unsere Gedanken nur aus Angst und Schuldgefühlen, und das ist nur ein Festhalten an einer vorgetäuschten Identität der Schuld. Wenn wir private Gedanken wirklich dem HEILIGEN GEIST überlassen, lassen wir sie für immer los. Es ist wie ein Gespräch mit dem besten Freund. Der beste Freund nimmt diese Gedanken nicht ernst und lacht vielleicht, wenn wir sie ihm mitteilen, und dann lachen auch wir, weil wir sehen, wie albern sie sind. Auf diese Weise geschieht Heilung.Wir haben vom tiefen Wert der Kommunikation gehört und ihn oft gespürt. Der heilige Augenblick ist die Erfahrung der totalen Kommunikation. Wir können es Kommunion nennen. Kommunion mit GOTT ist totale Kommunikation, bei der alles offen ist. Auf dem ganzen Weg zur Erleuchtung und SELBSTverwirklichung geht es darum, die privaten Gedanken freiwillig, bereitwillig und sanft in unser Bewusstsein zu lassen. Wenn wir sehen, dass sie uns nicht mehr dienen, erkennen wir, dass wir sie nicht zum Überleben brauchen. Wir brauchen sie nicht, um uns wohl zu fühlen. Wir werden uns entspannen, in den gegenwärtigen Moment eintauchen und erfahren, dass alles, was wir jemals wollen oder brauchen könnten, in diesem Moment ist.
Es braucht viel Vertrauen, um Gedanken loszulassen, von denen wir glauben, sie brächten Sicherheit, Geborgenheit und viele, viele wünschenswerte Dinge. Aber sie haben nicht wirklich zu Sicherheit geführt. Sie haben uns nur vom gegenwärtigen Moment der Erfahrung ferngehalten. Wenn wir tiefer gehen, erhalten wir Einsichten darüber, dass unser tägliches Leben nur das widerspiegeln kann, was in unserem Geist ist - unsere Gedanken. Arbeiten wir mit den Gedanken, die immer wieder auftauchen; es sind Themen und Möglichkeiten, die nur darauf warten, aufgelöst zu werden. Versuchen wir, die Heilung, die immer stattfindet, nicht zu stören.
Wenn wir offenen Herzens sind und wir uns in einem rechtgesinnten Geisteszustand befinden, werden manchmal Menschen den starken Wunsch verspüren, sich uns zu öffnen und mitzuteilen, was in ihrem Herzen ist. Manche Menschen legen ihre dunkelsten Geheimnisse, ihre tiefste Scham oder ihre tiefste Angst offen. Dies ist ungeheuer aufrichtig und schön. Es ist wunderschön, vom HEILIGEN GEIST als Instrument der Unschuld und der Heilung eingesetzt zu werden. Wenn wir in dieser Geisteshaltung mit jemandem zusammensitzen, sagen seine Augen oft: "Kann ich dir vertrauen? Wirst du mich noch lieben, wenn ich die nächsten Worte zu dir sage?" Und dann tun sie es. Was auf diese Gespräche folgt, ist in der Regel ein Moment funkelnder Augen, und wir sind beide in Glück und Liebe, weil die Liebe GOTTES alles übersteigt, was das Ego sich ausdenken kann, jede Erinnerung, jede Wahrnehmung. Wir machen die Erfahrung unserer göttlichen Unschuld, und das ist es, was wir uns alle wünschen.
Ein sehr hilfreicher Schritt, um die Welt nicht so ernst zu nehmen und die Dinge nicht persönlich zu nehmen, ist ein sicheres Umfeld, eine sichere Atmosphäre wie ein bester Freund, bei dem wir unsere privaten Gedanken und Sorgen loswerden können. Stellen wir uns vor, wir hätten jemanden, vielleicht unseren Ehepartner, einen Arbeitskollegen, einen engen Freund oder einen Verwandten, dem wir einfach unser Herz ausschütten können, weil wir wissen, dass er uns liebt. Wir vertrauen ihm und wissen, dass er nichts von dem, was wir sagen, persönlich nehmen wird; wir können all die dunklen Dinge aussprechen. Ich sehe darin, den ursprünglichen Sinn des Beichtstuhls in der katholischen Kirche - sich zu entlasten. Mit jemandem zu sprechen, der liebevoll und fürsorglich ist, ist ein Symbol dafür, dass man alles GOTT überlässt und an nichts mehr festhält. Je mehr wir sagen: "Ich will heilen; ich will das zur Sprache bringen, loslassen und übergeben", desto mehr hören wir, wie andere genau die gleichen Gedanken und Gefühle äußern. Und wenn wir derjenige sind, der ihnen zuhört, denken wir: "Oh, wie können sie das von sich denken? Wie konnten sie das glauben? Ich fühle Liebe für sie; sie sind wunderbar.” Und das Gefühl ist: “Ich liebe dich,” wenn die privaten Gedanken ausgedrückt werden!
Der Film Wie im Himmel ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie das Aussprechen privater Gedanken unter SEINER Führung zur Befreiung aller Beteiligten führt.
Ganz gleich, ob wir Gedanken preisgeben oder hören, wie jemand anderes private Gedanken äußert, wir sehen klar, dass es das Ego ist, das entblößt wird, und dass es nicht das ist, was wir oder sie sind. Wir können diese Gedanken wirklich sehen, und sie werden leichter und leichter und lustiger und lustiger. Was wirklich kraftvoll ist, ist, dass wir nicht versuchen, die Gedanken zu korrigieren oder die Geschichte anzupassen. Wir lassen sie einfach los, damit ein tieferes Bewusstsein an die Stelle der geschäftigten Gedanken treten kann. Die Probleme lösen sich einfach auf, und wir erkennen, dass der HEILIGE GEIST wirklich der Heiler ist. Es ist das Üben des Gebets, Illusionen der Wahrheit zu bringen und zu beten, die Dunkelheit zum Licht der Liebe zu bringen, das die Heilung bringt!
Übung: Private Gedanken ausdrücken
Ein großes Missverständnis in Bezug auf private Gedanken ist die Vorstellung, dass wir all den Wahnsinn, den wir in unserem Geist haben, vor allen anderen - und das bei jeder Gelegenheit - aussprechen müssten. Was Jesus uns im Kurs sagt, ist, dass wir keine privaten Gedanken gegenüber dem HEILIGEN GEIST verstecken oder schützen dürfen, wenn wir Erlösung wollen. Wann es hilfreich ist, diese privaten Gedanken auch einem anderen Menschen gegenüber auszusprechen, sollten wir auch SEINER Führung überlassen. Außerdem geht es beim Aussprechen privater Gedanken nicht darum, unsere Urteile über andere Menschen als persönliche Wahrheit verkaufen zu wollen. Wenn es etwas zum Aussprechen gibt, dann ist es der Umstand, dass der eigene Geist immer noch voller Urteile ist, und das Eingeständnis der Angst, die mit diesen Urteilen verbunden ist. Aber in der Regel geht es nicht darum, die konkreten Urteile über andere Menschen auszusprechen, denn dadurch würde ihnen nur eine Wirklichkeit verliehen, die sie nicht haben. Es geht beim Aussprechen um unsere eigenen dunkelsten Geheimnisse, unsere eigene tiefste Scham oder unsere eigene tiefste Angst. Eine hilfreiche Übung im Umgang mit privaten Gedanken ist es, private Gedanken aufzuschreiben:Teil 1: Schreiben wir einen Brief
Stellen wir uns eine Person vor, der wir voll und ganz vertrauen können, der wir alles sagen können und die uns nicht verurteilen wird. Diese Person kann real oder imaginär sein; wir könnten sogar an den HEILIGEN GEIST schreiben. Dieser Freund hört uns liebevoll zu und lässt sich von nichts, was wir sagen, oder von den Gedanken, für die wir uns schämen, beeinflussen. Es ist jemand, der uns mit einem fürsorglichen Herzen zuhört und uns bedingungslose Liebe schenkt.
Wir werden nun einen Brief an diesen Freund schreiben. Setzen wir uns ruhig hin und lassen wir alle privaten Gedanken in unseren Kopf kommen. Schreiben wir unsere Gedanken in diesem Brief auf: Gedanken, die wir versteckt haben, Gedanken, die Angst verursachen, Gedanken, die wir verurteilen, Gedanken, von denen wir glauben, dass sie andere dazu bringen würden, uns zu verurteilen, Gedanken, für die wir uns schämen, lieblose Gedanken, die wir anderen oder uns selbst gegenüber haben, Gedanken, von denen wir befürchten, dass sie eine Person dazu bringen würden, uns ihre Liebe zu entziehen.
Erinnern wir uns daran, wie wichtig es ist, private Gedanken ans Licht zu bringen: Wenn etwas verborgen ist, kann es nicht geheilt werden. Atmen wir tief durch und schreiben wir weiterhin alle versteckten Gedanken und Gedanken auf, die so unerträglich sind, dass wir es vermieden haben, sie aufzuschreiben. In der Aufdeckung dieser Gedanken liegt die Heilung. Sie können jetzt aufgegeben werden. Dieser Brief ist ein Beweis dafür, dass wir bereit sind, alles anzuschauen, was auf unserem Weg zur Heilung auftaucht.
Wenn wir mit dem Schreiben fertig sind, setzen oder stellen wir uns vor einen Spiegel und lesen wir unseren Brief laut vor. Erlauben wir uns, die auftauchenden Emotionen zu fühlen, in dem Wissen, dass es eine liebevolle Präsenz gibt, die uns unabhängig von diesen Gedanken bedingungslos annimmt.
Die nächsten Schritte sind uns überlassen. Wir können diesen Brief aufbewahren, ihn mit einem vertrauenswürdigen Freund teilen oder ihn sogar verbrennen, wenn uns nach einem symbolischen Akt des Loslassens dieser alten Gedanken der Sinn steht. Diese Gedanken haben keinen Einfluss auf unseren Wert. Wichtig ist, dass wir unseren privaten Gedanken erlaubt haben, an die Oberfläche zu kommen, sie anzuerkennen und sie dann loszulassen.
Nehmen wir uns nach dieser Übung viel Zeit, um uns zu erholen und auszuruhen. Lassen wir alle verbleibenden Emotionen, Gedanken oder Selbstverurteilungen vorüberziehen; lassen wir sie den Frieden, der unser Geburtsrecht ist, nicht behindern. Wenn wir in der Lage waren, uns dieser Übung vollständig hinzugeben, werden wir eine tiefere Akzeptanz unserer selbst und eine Würdigung der Heilung spüren, die wir erfahren.
Teil 2: Sich ins Freie wagen
Gehen wir die folgenden Fragen langsam durch, eine nach der anderen. Schreiben wir in unserem Tagebuch andächtig unsere Gedanken und Antworten auf, ohne die nächste Frage vorher zu lesen.
- Wählen wir eine intime Beziehung oder eine Freundschaft, in der wir bemerken, dass wir uns zurückhalten, unsere Gedanken und Gefühle zu äußern.
- Fragen wir uns, warum wir glauben, dass wir uns in dieser Beziehung zurückhalten, unsere Gedanken auszudrücken.
- Wie fühlen wir uns, wenn wir uns zurückhalten? Wie reagieren wir?
- Was befürchten wir, was passieren wird, wenn wir authentisch und transparent mit unseren Gedanken sind?
- Wie würde sich unser Leben verändern, wenn wir uns erlauben würden, das, was wir denken und fühlen, den Menschen, die uns am nächsten stehen, mitzuteilen?
Im Licht der Liebe löst Kommunikation das Ego auf
Sobald wir alles offengelegt haben, wird der HEILIGE GEIST in uns sich ausdehnen wollen, aber das Ego hat Angst davor, so dass dies ein weiteres Hindernis sein kann, das es zu überwinden gilt. Das Ego wird wollen, dass wir uns zurückhalten, dass wir unsere Liebe, unsere Freude und unser Glück verschlossen halten. Erlauben wir uns, uns mitzuteilen, es einfach herausfließen zu lassen, damit wir erkennen können, dass wir keine Angst vor dieser Liebe haben müssen. Die Liebe strömt durch uns hindurch, drückt sich durch uns aus, wie eine reinigende, läuternde Erfahrung, und es ist nur das Ego, das sich fürchtet. Machen wir uns bewusst, dass das Ego weiß, dass es aufgelöst wird, wenn die Liebe weiter aus uns herausströmt. Das Ego will existieren, also wird das Verstecken für das Ego zu einer Frage des Überlebens.Die Entscheidung für das Ego, indem wir selbst liebevolle private Gedanken für uns behalten, ist oft eine unbewusste Entscheidung. Es ist der Glaube, dass man Gedanken hegen kann, die man nicht teilen möchte, und dass es sicher ist, die Gedanken für sich zu behalten. Denn mit privaten Gedanken teilen wir nur das mit, was wir selbst mit anderen teilen möchten. Dadurch wird das Potenzial für eine vollständige Kommunikation mit den Menschen um uns herum und mit GOTT, der uns alle gemeinsam umgibt, ausgeschaltet. Jeder Gedanke, den wir versteckt halten, verschließt die Kommunikation. Öffnen wir uns also weiterhin für den Austausch und die Ausdehnung der Liebe, und die Hindernisse und die Angst des Egos werden verschwinden.
Solange wir der Vorliebe des Egos nachgeben, private Gedanken zu haben und sie zu behalten, können wir den heiligen Augenblick nicht erleben. Der heilige Augenblick findet im gegenwärtigen Moment statt, ohne die Ego-Gedanken an die Vergangenheit und die Zukunft. Der heilige Augenblick ist eine Zeit, in der wir vollkommene Kommunikation empfangen und geben. Es ist ein Moment in der Zeit, in dem unser Geist offen ist, sowohl zu empfangen als auch zu geben. Der heilige Augenblick ist die Akzeptanz des einzigen Willens, der alle Gedanken beherrscht. Auf diese Weise erfahren wir die Wunder, derer wir uns bisher nicht bewusst waren. In der heiligen Erfahrung dieses Augenblicks versucht der Geist, nichts zu verändern, sondern lediglich alles zu akzeptieren. Dieser heilige Augenblick, dieser Moment, ist die Erkenntnis, dass alle Geister in Kommunikation sind.
Achtung Ego-Falle
Die Aussage des Kurses, dass unsere Erlösung darin besteht, keine privaten Gedanken mehr zu haben, wird vom Ego gerne für seine Zwecke missbraucht. Das Ego interpretiert dies als Aufforderung, alle Gedanken mit allen zu teilen, weil dadurch die Läuterung stattfinden soll. Wenn wir unsere Urteile über andere Menschen mit anderen teilen, dann sei das auch Läuterung. Aber das ist es nicht. Jedes Urteil über einen anderen Menschen ist ein Irrtum in unserem Geist und kann gar nicht wirklich geteilt werden. Wann es hilfreich ist, unsere Irrtümer auch einem anderen Menschen gegenüber auszusprechen, sollten wir einzig und allein SEINER Führung überlassen. In erster Linie geht es darum, unsere Irrtümer nicht vor dem HEILIGEN GEIST zu verbergen, sondern sie SEINER Berichtigung zu übergeben. Wenn der HEILIGE GEIST unsere Gedanken neu gedeutet hat, sind sie des Miteinanderteilens wert gemacht worden. Dann kommen wir an den Punkt, an dem wir im anderen nur noch den strahlenden, liebenden CHRISTUS sehen und der Gedanke “Wir sind eins” in unserem Geist auftauchen kann.
Der Ausdruck "privat” bezieht sich nicht darauf, Gedanken nicht auszusprechen, sondern darauf, dass es sich um Gedanken handelt, die wir ohne GOTT denken, die wir nicht mit GOTT teilen, die wir also vor GOTT verbergen und damit privat halten.
Mit anderen Worten, es geht darum keine privaten Gedanken, also keine Gedanken, die wir nicht mit GOTT denken, in unserem Geist zu haben. Wenn wir nur noch Gedanken in unserem Geist haben, die wir mit GOTT denken, können wir alle Gedanken mit allen teilen.
“Jeder liebevolle Gedanke, der von irgendeinem Teil der SOHNSCHAFT gehegt wird, gehört jedem Teil. Er wird mit Anderen geteilt, weil er liebevoll ist. Miteinanderteilen ist GOTTES Art zu erschaffen und auch die deine. Das Ego kann dich fern vom HIMMELREICH in der Verbannung halten, aber im HIMMELREICH selbst hat es keine Macht. Ideen des reinen Geistes verlassen den Geist nicht, der sie denkt, noch können sie miteinander in Konflikt stehen. Ideen des Ego jedoch können miteinander in Konflikt stehen, weil sie auf verschiedenen Ebenen auftreten und auch gegensätzliche Gedanken auf derselben Ebene einschließen. Es ist unmöglich, einander zuwiderlaufende Gedanken mit anderen zu teilen. Du kannst nur die Gedanken mit anderen teilen, die von GOTT sind und die ER für dich bewahrt. Und aus solchen ist das HIMMELREICH. Die anderen bleiben bei dir, bis der HEILIGE GEIST sie im Licht des HIMMELREICHES neu gedeutet und auch sie des Miteinanderteilens wert gemacht hat. Wenn sie genug geläutert worden sind, lässt ER zu, dass du sie weggibst. Die Entscheidung, sie mit Anderen zu teilen, ist ihre Läuterung.”
(EKIW: Kapitel 5, 4. 3.)
Die Aussage des Kurses, dass unsere Erlösung darin besteht, keine privaten Gedanken mehr zu haben, wird vom Ego gerne für seine Zwecke missbraucht. Das Ego interpretiert dies als Aufforderung, alle Gedanken mit allen zu teilen, weil dadurch die Läuterung stattfinden soll. Wenn wir unsere Urteile über andere Menschen mit anderen teilen, dann sei das auch Läuterung. Aber das ist es nicht. Jedes Urteil über einen anderen Menschen ist ein Irrtum in unserem Geist und kann gar nicht wirklich geteilt werden. Wann es hilfreich ist, unsere Irrtümer auch einem anderen Menschen gegenüber auszusprechen, sollten wir einzig und allein SEINER Führung überlassen. In erster Linie geht es darum, unsere Irrtümer nicht vor dem HEILIGEN GEIST zu verbergen, sondern sie SEINER Berichtigung zu übergeben. Wenn der HEILIGE GEIST unsere Gedanken neu gedeutet hat, sind sie des Miteinanderteilens wert gemacht worden. Dann kommen wir an den Punkt, an dem wir im anderen nur noch den strahlenden, liebenden CHRISTUS sehen und der Gedanke “Wir sind eins” in unserem Geist auftauchen kann.
Der Ausdruck "privat” bezieht sich nicht darauf, Gedanken nicht auszusprechen, sondern darauf, dass es sich um Gedanken handelt, die wir ohne GOTT denken, die wir nicht mit GOTT teilen, die wir also vor GOTT verbergen und damit privat halten.
Mit anderen Worten, es geht darum keine privaten Gedanken, also keine Gedanken, die wir nicht mit GOTT denken, in unserem Geist zu haben. Wenn wir nur noch Gedanken in unserem Geist haben, die wir mit GOTT denken, können wir alle Gedanken mit allen teilen.
“Jeder liebevolle Gedanke, der von irgendeinem Teil der SOHNSCHAFT gehegt wird, gehört jedem Teil. Er wird mit Anderen geteilt, weil er liebevoll ist. Miteinanderteilen ist GOTTES Art zu erschaffen und auch die deine. Das Ego kann dich fern vom HIMMELREICH in der Verbannung halten, aber im HIMMELREICH selbst hat es keine Macht. Ideen des reinen Geistes verlassen den Geist nicht, der sie denkt, noch können sie miteinander in Konflikt stehen. Ideen des Ego jedoch können miteinander in Konflikt stehen, weil sie auf verschiedenen Ebenen auftreten und auch gegensätzliche Gedanken auf derselben Ebene einschließen. Es ist unmöglich, einander zuwiderlaufende Gedanken mit anderen zu teilen. Du kannst nur die Gedanken mit anderen teilen, die von GOTT sind und die ER für dich bewahrt. Und aus solchen ist das HIMMELREICH. Die anderen bleiben bei dir, bis der HEILIGE GEIST sie im Licht des HIMMELREICHES neu gedeutet und auch sie des Miteinanderteilens wert gemacht hat. Wenn sie genug geläutert worden sind, lässt ER zu, dass du sie weggibst. Die Entscheidung, sie mit Anderen zu teilen, ist ihre Läuterung.”
(EKIW: Kapitel 5, 4. 3.)
Führung
Solange wir noch völlig mit dem Ego identifiziert sind, glauben wir, Herr unseres Geistes zu sein und wollen von Führern und Führung nichts wissen. In Wahrheit ist es aber genau umgekehrt, wir folgen bereits völlig blind und unbewusst einem Führer - dem Denksystem des Egos, dem Glauben an und dem Verlangen nach Trennung.Solange wir mit dem Ego identifiziert sind, gilt die Aussage des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer: "Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will." In diesem Zustand sind wir Marionetten des Egos, Gefangene des Egos. Im Zustand der Ego-Identifikation wird die Gefangenschaft im egoischen Wollen allerdings als freier Wille erlebt, auch wenn es das nicht ist. Es ist weder ein freier Wille, noch ist es unser wahrer Wille.
Auf der Ebene der Identifikation mit dem Ego gibt es keinen wahren Frieden und keine wahre Freiheit. Um uns aus dieser Gefangenschaft zu befreien, brauchen wir die Führung einer höheren Ebene, denn Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Im Vorwort zum Textbuch des Kurses, das Helen Schucman etwa ein Jahr nach Erscheinen des Kurses schrieb, hielt sie fest: Er ist nicht als Grundlage für einen weiteren Kult gedacht. Sein einziger Zweck ist, einen Weg zur Verfügung zu stellen, der es einigen Menschen ermöglichen wird, ihren eigenen inneren Lehrer zu finden.
Der spirituelle Weg lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Pray, listen and follow. (Beten, zuhören und folgen.) Geistesschulung und Führung bringen den Kurs auf die Ebene der praktischen Anwendbarkeit. Geistesschulung ist auch Teil vieler anderer spiritueller Wege, aber die Führung durch den HEILIGEN GEIST wird nur selten betont. Dabei ist gerade dies der entscheidende Aspekt auf dem Weg des spirituellen Erwachens, denn Führung befreit uns am schnellsten von Zeit, Schuld und Angst. Ob wir diese innere Führung nun Intuition, höheres Selbst, SPIRIT oder HEILIGER GEIST nennen und ob wir sie konkret als Jesus erfahren, spielt keine Rolle.
Doch denken wir an die vielen Arten, auf die wir versucht haben, Erlösung unter der Führung des Ego zu finden. Haben wir sie gefunden? Waren wir wirklich glücklich? Haben wir beständigen Geistesfrieden erreicht? Haben wir den glückseligen Zustand völliger Unschuld erfahren, der unser wahres Erbe ist? Wir brauchen sehr viel Ehrlichkeit, um uns einzugestehen, dass es niemals vernünftig war, Glück von irgendetwas zu erwarten, was das Ego jemals vorschlug. Wir können uns vom Ego nicht die Befreiung vom Ego erwarten. Und doch ist das Ego die einzige Alternative zur STIMME des HEILIGEN GEISTES. Wenn wir nicht auf IHN hören, hören wir auf das Ego.
“Alles Unwichtige kann meiner Kontrolle überlassen werden, während alles Wichtige von meiner Führung gelenkt werden kann, wenn du das willst.”
(EKIW: Kapitel 2, VI. 1. 3.)
(EKIW: Kapitel 2, VI. 1. 3.)
“Jünger sind solche, die nachfolgen, und wenn das Vorbild, dem sie nachfolgen, beschlossen hat, ihnen Schmerz in jeder Hinsicht zu ersparen, handeln sie unklug, wenn sie ihm nicht folgen.”
(EKIW: Kapitel 6, I. 8. 7.)
GOTTES Heilsplan gelingt einfach deshalb, weil, wenn wir SEINER Führung folgen, wir dort nach der Erlösung suchen, wo sie ist. Wenn wir aber Erfolg haben wollen, wie GOTT es uns verspricht, müssen wir bereit sein, sie nur dort zu suchen. Sonst ist unser Sinn und Zweck gespalten, und wir versuchen, zwei Heilsplänen zu folgen, die einander in jeder Hinsicht diametral entgegengesetzt sind. Das Ergebnis können nur Verwirrung, Elend und ein tiefes Gefühl des Versagens und der Verzweiflung sein.
Die letzten Lektionen des Kurses 361-365 lauten daher alle gleich:
„Diesen heiligen Augenblick möchte ich DIR geben.
Hab Du die Führung. Denn DIR möchte ich folgen,
gewiss, dass DEINE Anleitung mir Frieden bringt.“
Hab Du die Führung. Denn DIR möchte ich folgen,
gewiss, dass DEINE Anleitung mir Frieden bringt.“
Am Anfang des Weges ist es oft so, dass wir die innere STIMME für GOTT selten direkt hören, aber wenn wir uns SEINER Führung anvertrauen, wird ER Wege finden, uns zu erreichen. Wir können IHN jederzeit fragen, was auch immer. Er wird einen Weg finden, um uns die Antwort zu geben. Dazu wird ER sich des ganzen Universums bedienen. Also seien wir wachsam. Wir können den Kurs selbst als Orakel verwenden. Aber auch ohne Buch wird ER uns immer erreichen, wenn wir bereit dafür sind. Wir halten einfach die Augen offen. Wir hören zu: den Worten des nächsten Liedes, dem wir lauschen. Wir achten auf die Information im nächsten Artikel, den wir lesen. Das Thema des nächsten Films, den wir uns anschauen. Die beiläufige Äußerung der nächsten Person, die wir treffen. Oder das Flüstern des nächsten Flusses, des nächsten Ozeans, der nächsten Brise, die unser Ohr liebkost - all das sind SEINE Mittel -, all diese Wege stehen IHM offen. ER wird zu uns sprechen, wenn wir zuhören. ER wird zu uns kommen, wenn wir IHN einladen. ER wird uns dann zeigen, dass ER immer da war. Überall.
Am Anfang erscheint es oft leichter, die innere Stimme für GOTT für jemand anderen zu hören. Dadurch wird unsere Fähigkeit, sie zu hören, stärker. Es ist leichter, sie für jemand anderen zu hören, weil wir scheinbar weniger persönlich involviert sind. Wir sind GOTTES heilige Boten, die für IHN sprechen. Und trotzdem sind die Botschaften, die wir überbringen, in erster Linie für uns selbst bestimmt. Wir üben unsere Rolle dadurch aus, dass wir SEINE Botschaften als für uns selbst bestimmt akzeptieren, und dadurch, dass wir die Botschaften weggeben, zeigen wir, dass wir sie verstanden haben.
Oberst Petrow
Der russische Oberst Petrow ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie jemand auf den HEILIGEN GEIST hört, ohne es überhaupt so zu benennen.
1981 wurde der Schauspieler Ronald Reagan als 40. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er war telegen und konnte mit herausragender Rhetorik die Herzen und Gefühle vieler Amerikaner für sein Ziel gewinnen, die Sowjetunion, das von ihm damals so bezeichnete "Reich des Bösen", ideologisch und militärisch herauszufordern. Amerika verbreitete die größte Militärpropaganda aller sogenannter Friedenszeiten, und dann passierte etwas völlig Unvorhergesehenes. Am 26. September 1983 führte ein Softwarefehler in Russland dazu, dass die dortigen Computer von Wolken reflektierte Sonnenstrahlen in anfliegende amerikanische Raketen umdeuteten. Die Sowjets standen kurz vor einem Totalangriff. Hätten sie das getan, wären sofort hundert Millionen Menschen auf beiden Seiten gestorben. Jede größere Stadt, sowohl in den USA wie der Sowjetunion, wäre völlig zerstört und die Welt nur noch eine qualvolle Hülle für die Überlebenden gewesen, die ihre Toten beneidet hätten. Was die Welt vor dieser Katastrophe gerettet hat, war ein einziger Mensch. Er hieß Oberst Petrov, und er stellte sich als Einziger mutig gegen die Vorschriften, bestand darauf, es handle sich um einen Computerfehler und brach den Angriff ab. Dabei standen ihm keine aussagekräftigen technischen Daten zur Verfügung, um seine Einstufung im maßgeblichen Zeitraum überprüfen zu können. Er hatte auch nur etwa 20 Minuten Zeit für eine Entscheidung. Er vertraute der inneren Stimme für GOTT. Erst am Morgen danach stellte sich heraus, dass das satellitengestützte sowjetische Frühwarnsystem Sonnenreflexionen auf Wolken als Raketenstarts fehlinterpretiert hatte.
Oberst Petrow hörte auf Liebe statt Angst. Ihm ist es zu verdanken, dass wir und unsere Lieben seit vier Jahrzehnten weiterleben konnten und so die Zeit weiterhin für Vergebung nutzen können.
Der russische Oberst Petrow ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie jemand auf den HEILIGEN GEIST hört, ohne es überhaupt so zu benennen.
1981 wurde der Schauspieler Ronald Reagan als 40. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er war telegen und konnte mit herausragender Rhetorik die Herzen und Gefühle vieler Amerikaner für sein Ziel gewinnen, die Sowjetunion, das von ihm damals so bezeichnete "Reich des Bösen", ideologisch und militärisch herauszufordern. Amerika verbreitete die größte Militärpropaganda aller sogenannter Friedenszeiten, und dann passierte etwas völlig Unvorhergesehenes. Am 26. September 1983 führte ein Softwarefehler in Russland dazu, dass die dortigen Computer von Wolken reflektierte Sonnenstrahlen in anfliegende amerikanische Raketen umdeuteten. Die Sowjets standen kurz vor einem Totalangriff. Hätten sie das getan, wären sofort hundert Millionen Menschen auf beiden Seiten gestorben. Jede größere Stadt, sowohl in den USA wie der Sowjetunion, wäre völlig zerstört und die Welt nur noch eine qualvolle Hülle für die Überlebenden gewesen, die ihre Toten beneidet hätten. Was die Welt vor dieser Katastrophe gerettet hat, war ein einziger Mensch. Er hieß Oberst Petrov, und er stellte sich als Einziger mutig gegen die Vorschriften, bestand darauf, es handle sich um einen Computerfehler und brach den Angriff ab. Dabei standen ihm keine aussagekräftigen technischen Daten zur Verfügung, um seine Einstufung im maßgeblichen Zeitraum überprüfen zu können. Er hatte auch nur etwa 20 Minuten Zeit für eine Entscheidung. Er vertraute der inneren Stimme für GOTT. Erst am Morgen danach stellte sich heraus, dass das satellitengestützte sowjetische Frühwarnsystem Sonnenreflexionen auf Wolken als Raketenstarts fehlinterpretiert hatte.
Oberst Petrow hörte auf Liebe statt Angst. Ihm ist es zu verdanken, dass wir und unsere Lieben seit vier Jahrzehnten weiterleben konnten und so die Zeit weiterhin für Vergebung nutzen können.
Die Entscheidung
“Der einzige Weg aus dem Irrtum heraus ist die Entscheidung, dass du nichts zu entscheiden brauchst.”(EKIW: Kapitel 7, X. 6. 8.)
Wenn wir keine konkrete Führung hören, haben wir Angst vor der Führung durch den HEILIGEN GEIST. Das bedeutet, dass wir die Kontrolle persönlich behalten wollen. Das Ego ist das Streben nach Autonomie. Wenn wir den Frieden von IHM haben wollen, müssen wir uns für SEINE Führung entscheiden. Wir müssen die Führung aus unserem Inneren annehmen. Wir müssen die Führung wollen, denn sonst wird sie uns nichts bedeuten. Deshalb beruht Heilung auf Zusammenarbeit. ER kann uns sagen, was wir tun sollen, aber unsere Mitarbeit muss darin bestehen, IHM zu glauben, dass ER weiß, was wir tun sollen. Nur dann wird unser Geist sich entscheiden, IHM nachzufolgen. Ohne diese Entscheidung können wir nicht geheilt werden, weil wir uns gegen die Heilung entschieden haben, und diese Zurückweisung SEINER Entscheidung für uns macht die Heilung unmöglich.
Wenn wir das Gefühl haben, die STIMME FÜR GOTT nicht zu hören, haben wir diesen entscheidenden Punkt übersehen, dass es etwas gibt, das dem Hören der STIMME FÜR GOTT vorausgeht. Es gibt etwas, das der Führung vorausgeht, etwas, das nötig ist, damit diese überhaupt wahrgenommen werden kann. Was der Führung vorausgeht, ist unser Ja! Es muss da ein Ja in uns geben, ein Ja, ich will DEINE Führung hören. Ja, ich will DEINEM Plan folgen. Und dieses Ja ist die Einladung an die Fähigkeit, die STIMME FÜR GOTT zu hören. Dabei geht es nicht um ein Ja zu einer konkreten Wahl, sondern um ein Ja zu unserer Berufung. Es geht darum, den Ruf GOTTES von ganzem Herzen zu beantworten. Das ist ein wirklich großes Ja! Ja, ich will DICH in meinem Leben. Ja, mein Leben ist nicht mein Leben, ich will das wahre LEBEN, das DU mir geschenkt hast. Ich will DIR mehr als alles andere auf der Welt nachfolgen. Und das ist alles, was es wirklich braucht: dieses eine bedingungslose Ja. Auch dann, wenn wir beginnen, die Auswirkungen unseres Ja zu erfahren – die Liebe, den Frieden, die Kommunikation –, gilt es, wachsam zu bleiben und dieses Ja immer wieder zu bestätigen. Sonst übernimmt wieder das Ego die Kontrolle.
"Dies ist jetzt dein Hauptproblem. Immer noch fasst du Entschlüsse, und dann entscheidest du dich, nachzufragen, was du tun sollst. Und was du hörst, mag das Problem nicht lösen, wie du es zuerst gesehen hast. Das führt zu Angst, weil es dem, was du wahrnimmst, widerspricht, und so fühlst du dich angegriffen."
(Kapitel 30, I. 3. 1.-4.)
Es ist ein häufiges Problem, aus Gewohnheit zu entscheiden, was zu tun ist, bevor wir um Führung bitten. Es ist eine Gewohnheit eines Geistes, der glaubt, ein menschliches Wesen zu sein - ein Geist, der glaubt, ein "Handelnder" zu sein. Eine besonders raffinierte Variante dieser Strategie ist, den HEILIGEN GEIST um Hilfe bei der Entscheidung zwischen zwei Wahlmöglichkeiten zu bitten. Das bedeutet, dass wir uns bei der Durchführung unseres Egotrips Unterstützung vom HEILIGEN GEIST wünschen. So ist Führung nicht gemeint. Seelenfrieden kann nur entstehen, wenn wir die Gewohnheit ablegen, erst zu entscheiden, was wir tun wollen, und dann um Führung zu bitten. Wir müssen es uns zur Gewohnheit machen, den HEILIGEN GEIST wirklich zu fragen, was ER von uns möchte, das wir tun und sagen. Die Offenheit, um Führung zu bitten, macht die schreckliche Unabhängigkeit und Autonomie der Trennung rückgängig und öffnet uns für eine natürliche Erfahrung der GOTT-Abhängigkeit.
In einem kindlichen Zustand des Nichtwissens zu sein, ist einer der wichtigsten Schritte, um zu lernen, die innere Stimme des GEISTES zu hören und ein Leben ohne Angst zu beginnen. Kinder sind ein wunderbares Beispiel für ihr großes Vertrauen. Kleine Kinder, die mit ihren Eltern spazieren gehen, sind wunderbar zu beobachten, weil sie ihre Hand heben und darum bitten, geführt zu werden. Ihr Geist ist offen und aufnahmebereit, um zu entdecken und zu lernen, weil sie darauf vertrauen, dass sie sicher geführt werden und ihnen der Weg gezeigt wird. Ein erster Schritt zu diesem Zustand des "Ich weiß nicht" und des Geführtwerdens besteht darin, den Geist zu öffnen und bereit zu sein, unsere Vorstellungen darüber zu lockern, was irgendetwas bedeutet. Das Ziel ist es, von dieser Stimme so innerlich geführt zu werden, dass wir keine "Hinweise" mehr von der äußeren Welt annehmen, es sei denn, wir erkennen sie als GEIST-voll.
“Führe unser Üben, so wie ein Vater ein kleines Kind auf einem Weg führt, den es nicht versteht. Doch folgt es ihm in der Gewissheit, dass es sicher ist, weil sein Vater ihm vorangeht auf dem Weg.”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, FÜNFTE WIEDERHOLUNG, Einleitung, 2. 5.-6.)
“Wenn du gelernt hast, wie man mit GOTT entscheidet, werden alle Entscheidungen so leicht und richtig wie das Atmen. Es bedarf keiner Mühe, und du wirst so sanft geleitet, als würdest du im Sommer einen ruhigen Weg entlang getragen. Nur dein eigenes Wollen scheint das Entscheiden so schwer zu machen. Der HEILIGE GEIST wird nicht zögern, dir jede deiner Fragen zu dem, was du tun sollst, zu beantworten. ER weiß es. Und ER wird es dir sagen und es dann für dich tun. Du, der du müde bist, wirst sehen, dass das erholsamer als Schlaf ist. Du kannst deine Schuld in den Schlaf mitnehmen, aber nicht in dies hinein.”
(EKIW: Kapitel 14, IV. 6.)
Führung bedeutet nicht, unser weltliches Leben in den Griff zu bekommen und zu verbessern. Das Ziel der Führung ist nicht die Verbesserung der persönlichen Situation, sondern das Ende der Illusion einer Person. Damit ist auch völlig klar, warum wir Führung brauchen: Wir haben genau davor die größte Angst. Wir können die Illusion einer Person nicht aus der Illusion heraus beenden. Wir benötigen die Hilfe einer höheren Ebene. Das Ziel ist somit auch das Ende der linearen Zeitwahrnehmung. Ziel und Zweck der Führung ist der heilige Augenblick.
Ein häufiges Missverständnis beim Thema Führung
“Die Zielsetzung des HEILIGEN GEISTES ist allgemein. Jetzt wird ER mit dir arbeiten, um sie konkret zu machen, denn Anwendung ist konkret. Es gibt gewisse ganz konkrete Richtlinien, die ER für jede Situation bereitstellt, doch erinnere dich daran, dass dir ihre universelle Anwendbarkeit noch nicht klar ist. Daher ist es an diesem Punkt wesentlich, sie in jeder Situation für sich anzuwenden, bis du mit größerer Sicherheit über jede Situation hinausschauen kannst, mit einem sehr viel weiteren Verständnis, als du es jetzt besitzt.”
(EKIW: Kapitel 17, VI. 1. 4.-7.)
Auch wenn die Führung des HEILIGEN GEISTES anfangs noch sehr konkret ist, zielt sie nicht auf eine Verbesserung des persönlichen Lebens ab, sondern immer darauf, die Illusion einer handelnden Person zu beenden. Die Führung ist nie für das persönliche Selbst, sondern für die Erlösung aus der Illusion eines persönlichen Selbst. Sie dient nicht der Verbesserung des Körpers, sondern der Erkenntnis, dass der Körper nichts ist. Es geht um die Vergebung des Körpers und der Welt. Ziel und Zweck der Führung ist der heilige Augenblick. Die letzten fünf Lektionen des Kurses lauten exakt gleich und bringen exakt das zum Ausdruck.
“Die Zielsetzung des HEILIGEN GEISTES ist allgemein. Jetzt wird ER mit dir arbeiten, um sie konkret zu machen, denn Anwendung ist konkret. Es gibt gewisse ganz konkrete Richtlinien, die ER für jede Situation bereitstellt, doch erinnere dich daran, dass dir ihre universelle Anwendbarkeit noch nicht klar ist. Daher ist es an diesem Punkt wesentlich, sie in jeder Situation für sich anzuwenden, bis du mit größerer Sicherheit über jede Situation hinausschauen kannst, mit einem sehr viel weiteren Verständnis, als du es jetzt besitzt.”
(EKIW: Kapitel 17, VI. 1. 4.-7.)
Auch wenn die Führung des HEILIGEN GEISTES anfangs noch sehr konkret ist, zielt sie nicht auf eine Verbesserung des persönlichen Lebens ab, sondern immer darauf, die Illusion einer handelnden Person zu beenden. Die Führung ist nie für das persönliche Selbst, sondern für die Erlösung aus der Illusion eines persönlichen Selbst. Sie dient nicht der Verbesserung des Körpers, sondern der Erkenntnis, dass der Körper nichts ist. Es geht um die Vergebung des Körpers und der Welt. Ziel und Zweck der Führung ist der heilige Augenblick. Die letzten fünf Lektionen des Kurses lauten exakt gleich und bringen exakt das zum Ausdruck.
Wenn wir lernen, auf die innere Führung zu hören und ihr zu folgen, gilt es zu Beginn darauf zu achten, dass es nicht zwanghaft wird. Es ist nicht nötig, für jede einzelne Entscheidung des Tages zu fragen. "Soll ich meine Schuhe ausziehen? Soll ich vor die Tür gehen?” Werden wir nicht zwanghaft davon besessen, sondern entwickeln wir ein Grundvertrauen in den HEILIGEN GEIST. Spüren wir, dass wir uns der Führung öffnen, und vertrauen wir darauf, dass wir es gut machen werden, dass der HEILIGE GEIST alles im Griff hat. Auch bei der Entwicklung unserer Fähigkeit, uns führen zu lassen, lassen wir uns von IHM führen. Wir sind einfach bereit, in SEINE Richtung zu gehen, und wir werden sehen, dass es uns immer leichter fällt. Es wird mehr wie ein Fluss sein, wenn wir anfangen, unseren Geist auf IHN auszurichten.
Es ist hilfreich, sich einmal vor Augen zu führen, wie viele unserer alltäglichen Handlungen auf der Angst vor Konsequenzen beruhen. Nehmen wir zum Beispiel unseren Job. Würden wir jeden Tag zu dieser Arbeit gehen, wenn wir keine Angst vor den Konsequenzen hätten? Die Angst vor Konsequenzen blockiert das Gefühl, geführt zu werden. Gehen wir nun alle Situationen durch, die zu jedem Tag zu gehören scheinen, einschließlich der sehr subtilen Aspekte, wie z.B. andere nicht enttäuschen zu wollen, die Gefühle anderer nicht verletzen zu wollen und niemandem auf die Füße treten zu wollen. Schauen wir, was sonst noch auf der Angst vor Konsequenzen beruht.
Wenn wir uns ehrlich auf diesen Prozess unter SEINER Führung einlassen, werden wir irgendwann erkennen, dass das Gegenteil von Furcht vor Konsequenzen darin besteht, durch Liebe motiviert zu sein. Stellen wir uns vor, wir wären nur durch Liebe motiviert und durch nichts anderes. Stellen wir uns vor, wie anders es wäre, wenn kein Gefühl der Angst uns antreiben würde. Wie würde unser Leben verlaufen? Wir würden anfangen zu untersuchen, wozu wir Dinge tun. Von der Liebe motiviert zu sein, hilft uns, die Führung unseres Egos von GOTTES Führung zu unterscheiden.
Wenn wir beginnen, der Liebe zu folgen, werden wir erstaunt feststellen, wie praktisch und einfach es ist, diese wahre Führung zu hören. Wenn wir ein Wort der Aufmunterung oder des Trostes brauchen, ist es da. Wenn wir eine konkrete Anweisung brauchen, ist sie da. Wenn wir glauben, dass wir etwas brauchen, hat diese Stimme, diese eine Stimme, immer die praktische Antwort für uns. Wir werden herausfinden, dass das Einstimmen auf unsere innere Stimme, das Einstimmen auf den HEILIGEN GEIST, wirklich das einzige Ziel ist, das es wert ist. Das Leben wird dadurch sehr einfach. Der Versuch, auf das Ego zu hören, ist der Punkt, an dem die Komplexität zu liegen scheint. Aber sobald wir verstehen, wie das Ego funktioniert, können wir es beiseite legen!
“What is guided is provided.”
(David Hoffmeister)
(David Hoffmeister)
Wenn wir SEINER Führung folgen, wird uns alles zur Verfügung gestellt, was wir zu brauchen glauben. “Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?” Mit diesen berühmten Worten wies Jesus bereits vor zweitausend Jahren darauf hin, dass für alles Notwendige gesorgt ist, wenn wir SEINER Führung folgen.
Abkehr von der Ego-Führung
Das Ego ist sehr einfallsreich. Es will sogar auf dem spirituellen Weg mitkommen. Das Ego kann aus uns ein ausgefeiltes spirituelles Selbstkonzept (“spirituelles Ego”) machen. Es kann jedes Konzept übernehmen, nur um sich selbst zu erhalten. Es kann sehr heimtückisch sein. Um herauszufinden, ob wir dem HEILIGEN GEIST oder dem Ego folgen, müssen wir erkennen, wie wir uns wirklich fühlen. Wenn wir uns glücklich, leicht und friedlich fühlen, ist das der Zeitpunkt, an dem wir Führung erfahren. Wenn wir versuchen, auf die Führung zu hören und ihr zu folgen, aber keine Freude empfinden, erfahren wir vielleicht gerade eine Lektion in Unterscheidung, denn der HEILIGE GEIST inspiriert immer ein echtes Gefühl der Freude.Ein klassisches Beispiel für die Raffiniertheit des Egos ist, wenn es uns einflüstert, wir könnten alles tun, was wir gerne tun, und es einfach Führung nennen. Dies führt dann zu Schwierigkeiten im Zusammenleben mit anderen Menschen, die ebenfalls versuchen, der inneren Führung zu folgen: "Also, mein heiliger Geist hat mir gesagt..." "Nun, eigentlich hat mir mein heiliger Geist gesagt...". Wir können erkennen, dass wir dem Ego zuhören, wenn wir anfangen, das Wort "mein" zu benutzen. Das ist der Versuch des Ego, die Idee der Führung für seine eigenen Zwecke zu nutzen.
Das Ego möchte nicht, dass wir irgendetwas mit Führung zu tun haben, es sei denn, es ist seine eigene Führung - und es möchte, dass wir ein Sklave dieser Führung sind. Dem Ego gefällt das, aber es fühlt sich durch die Führung des HEILIGEN GEISTES beleidigt. Es möchte sich selbst schützen, da die Führung des HEILIGEN GEISTES es auflösen würde. Deshalb will es, dass wir in allem von ihm abhängig sind. Es will nicht, dass wir erkennen, dass der Geist ursächlich ist und dass nichts geschehen kann, was der Geist nicht gewollt hat, dass nichts von "außen" kommt. Wenn wir erkennen, dass nichts extern ist und dass es keine externen Ursachen oder Wirkungen gibt, ist das Spiel für das Ego vorbei. Dann haben wir seine Tyrannei, diese falsche Herrschaft, effektiv beendet und wir haben die Stärke und Macht genau so akzeptiert, wie sie ist, im Geist und als Geist.
Eine der tiefsten Wahrheiten, die in der Welt nicht wirklich bekannt ist, besteht darin, dass aus einer falsch verstandenen Wahrnehmung immer ein falsches Verhalten folgt. Das liegt daran, dass Gedanken und Bilder von Formen ein und dasselbe sind. Wenn wir falsch gesinnte Gedanken haben, werden wir unweigerlich fehlgeleitet. Handlungen und Verhaltensweisen sind nicht autonom oder getrennt von unseren Gedanken und Überzeugungen. Was wir tun, kommt von dem, was wir denken. Das ist ausnahmslos so. Was wir tun, wird durch unsere Wahrnehmung einer Situation bestimmt. Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass das, was wir tun, nur von dem kommt, was wir denken und glauben, und dass es nichts außerhalb unseres Geistes gibt. Deshalb brauchen wir die Führung einer Weisheit, die über unsere eigenen Gedanken und Glaubenssysteme hinausgeht. Mit der Führung des HEILIGEN GEISTES im Innern können wir uns entspannen und unseren Weg in die neue Ausrichtung erleichtern.
Die Schwierigkeit besteht nicht wirklich darin, herauszufinden, welche Stimme die des HEILIGEN GEISTES und welche die des Egos ist. Wenn wir Angst in unserem Geist haben, wird das Ego die Führung des HEILIGEN GEISTES aktiv angreifen. Es könnten also eine Menge Angriffsgedanken oder Gedanken des Zweifels bei einer bestimmten Führung auftauchen. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, statt zu fragen, ob es der HEILIGE GEIST oder Ego ist, zu hinterfragen, wovor wir Angst haben, wenn wir Führung in einer bestimmten Situation wollen. Und wir können uns entscheiden, sehr ehrlich zu uns selbst zu sein und zu schauen, was wir zu verlieren fürchten. Wenn das, was wir zu verlieren fürchten, nicht versteckt ist, ist unser Geist offen für alle Möglichkeiten und alle Optionen. Wir werden in der Lage sein, dem HEILIGEN GEIST zu sagen: "Zeig mir einfach, ob es Dein Wille ist." Dann können wir die Freude und den Frieden spüren, der sich einstellt, wenn wir die Führung durch den HEILIGEN GEIST spüren. Wir werden in der Lage sein, eine Menge Zeichen und Symbole zu sehen. Symbole und Metaphern der Harmonie und Vereinigung bringen den Geist mit dem HEILIGEN GEIST in Einklang.
Wenn wir unseren Geist für die Führung öffnen, können wir sehen, dass die Führung immer eine sehr offensichtliche und einfache Option anbietet. Die Frage, ob sie vom Ego oder vom HEILIGEN GEIST kommt, erübrigt sich, nachdem wir uns unseren spezifischen Ängsten gestellt haben. Wahre Führung kommt immer vom HEILIGEN GEIST. Das Ego liefert nur Ängste und Zweifel, aber niemals wahre Führung.
Im Fluss sein
Die Erfahrung, auf wahre Führung zu hören, ist wie ein ständiger Zustand des Gebets. Plötzlich spüren wir, wie natürlich das ist, und wir verstehen, dass wir keine eigenen Entscheidungen treffen müssen. Wir werden den HEILIGEN GEIST für uns entscheiden lassen. Sei Du der Verantwortliche, HEILIGER GEIST! Du kennst den Weg. Du kennst den Weg aus dem Traum der Trennung. Es findet eine Veränderung statt, wenn wir uns dem HEILIGEN GEIST auf diese Weise hingeben. Wir kommen von einem autonomen, getrennten Selbstgefühl in einer anderen Welt und verschmelzen mit einem herrlichen Fluss, der schon immer unser natürlicher Zustand war. Es ist absolut reizvoll, mit einem offenen Geist in den Tag zu gehen, der keine To-Do-Liste hat und nicht auf Ergebnisse fixiert ist - weit offen zu sein, um den Tag wie eine leere Leinwand sein zu lassen, die mit all den schönen leuchtenden Farben bemalt werden kann. Wie frei und wie wunderbar! Wir können das Gemälde so betrachten, wie es direkt vor uns erscheint, und wirklich in der Herrlichkeit des Bildes sein, ohne zu versuchen, es zu kontrollieren, ohne zu versuchen, der Künstler zu sein. Wir sind einfach der Beobachter.Der Führung zu folgen ist ein Weg zu dieser ultimativen Erfahrung. Wir kommen ohne Vorurteile, wir kommen ohne Vorstellungen vom Ergebnis, aber wir kommt mit der Bereitschaft, uns etwas zeigen zu lassen, zu empfangen, was uns gegeben wird, und darauf zu vertrauen, dass alles für unser Erwachen ist. Das ist es, was uns höher und höher zu dieser ultimativen Erfahrung trägt.
Spiritualität muss praktisch sein. Deshalb kommt es darauf an, uns wirklich für die tägliche Führung zu öffnen, uns vom HEILIGEN GEIST leiten zu lassen und uns bei den Entscheidungen in unserem Leben führen zu lassen. Wir treffen Entscheidungen, um uns vom Ego-Denksystem zu lösen. Die einzige Möglichkeit, uns authentisch zu lösen, besteht darin, mit GOTT zu entscheiden, mit dem HEILIGEN GEIST zu entscheiden, während wir uns vorwärts bewegen. Das ist schön und sehr, sehr praktisch. Es kann fast wie das Lied unseres Herzens werden: "Heute werde ich keine eigenen Entscheidungen treffen. Stattdessen möchte ich geführt werden. Ich bin bereit, mich führen zu lassen." Wenn wir uns auf die Freude des Mitmachens einlassen, wird klar, dass dies wirklich der richtige Weg ist, weil er mit Leichtigkeit und Glück verbunden ist.
Wir können diese sanfte Gegenwart und Führung gemeinsam mit anderen erfahren. Wenn zwei Menschen tief aufeinander und auf den HEILIGEN GEIST eingestimmt sind, können sie tatsächlich dieselbe Führung gleichzeitig hören. Das ist eine wunderbare Erfahrung. Es ist, als würde man mit einem anderen Wesen eins werden. Dies ist eine Erfahrung jenseits der Zeit, ein heiliger Augenblick, in dem wir keinen Unterschied zwischen uns und dem anderen sehen. In diesem Moment gibt es keine Körper oder Personen. Es ist ein wahrer Moment, in dem wir ein Geist sind. Wir erleben eine große Harmonie, wenn wir solche Synchronizitäten haben. Wir schauen uns in die Augen und müssen kaum etwas sagen, weil wir beide das intuitive Ja spüren.
Süße Demut
Es ist die Antwort auf die innere Frage "Wie fühle ich mich?", zusammen mit der Verpflichtung, der Stimme des HEILIGEN GEISTES zu folgen, die es letztendlich ermöglicht, zwischen den beiden gegensätzlichen Gedankensystemen zu unterscheiden. Je mehr wir heilen und präsent werden, desto mehr werden wir in der Lage sein zu erkennen, dass die Richtung des Egos immer auf Angst basiert, während die Richtung des HEILIGEN GEISTES immer mit Frieden kommt, wie eine allumfassende göttliche Welle der Liebe.Vielleicht beginnen wir jetzt zu erkennen, dass das, was wir wirklich wollen und brauchen, wenn wir unser Herz für diese ultimative Erfahrung öffnen, wahre Demut ist, die Demut zu erkennen, dass "ich nicht weiß". Wenn wir denken, dass wir schon alles wissen, werden wir niemals um Führung bitten. Deshalb ist der Zustand des Nichtwissens so mächtig, wenn es darum geht, zu lernen, die innere Stimme GOTTES zu hören und ihr zu folgen. Uns selbst zu erlauben, nichts zu wissen, ist entspannend, und das ist der Punkt, an dem wir anfangen können, uns in Vertrauen zu üben, etwas, das wir im nächsten Kapitel erkunden und vertiefen werden.
Wenn wir uns auf ein Leben der Führung zubewegen, werden wir wie ein Kind, das sein altes Spielzeug bereitwillig beiseite legt, um sich einem viel erfüllenderen und umfassenderen Ziel zu widmen. Der Führung zu folgen führt zum Frieden. Es führt zu allem, was das Beste für das ganze Universum ist. Bei jeder Entscheidung, die uns leicht fällt, können wir darauf vertrauen, dass der HEILIGE GEIST uns führt. Wir sind dazu bestimmt, ein leichtes Leben zu haben. Es ist das Ego, das uns vor Herausforderungen stellen und die Dinge kompliziert und schwierig machen will. Die Leichtigkeit und Einfachheit des HEILIGEN GEISTES sind immer verfügbar und wir können sie spüren, wenn wir in einem demütigen Zustand der Bereitschaft sind, zu folgen. Mit etwas Übung wird es ganz natürlich, der inneren Führung zu vertrauen und zu folgen.
"Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben."
(Gebet des heiligen Franziskus)
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben."
(Gebet des heiligen Franziskus)
Ja, aber …
Eine Frage, die im Zusammenhang mit dem Thema Führung irgendwann zwangsläufig auftaucht, ist: Wenn das Drehbuch geschrieben ist, warum spielt Führung dann eine Rolle? Wenn alles, was wir wahrnehmen, nur Vergangenheit ist, wozu brauchen wir dann Führung? Das-Drehbuch-ist-geschrieben ist ein sehr, sehr hoher Geisteszustand, und der einzige Weg, diesen Geisteszustand zu erreichen, ist ganz praktisch, auf Führung zu hören - durch all unsere Filter und Vorstellungen von dem, was wir glauben, wer wir sind. Solange wir glauben, eine Person zu sein, und solange wir glauben, in Zeit und Raum zu sein, ist Führung etwas sehr Praktisches, denn sie kommt durch unsere Filter und erreicht uns in einer Sprache, die wir verstehen können, auf eine Weise, die uns relevant erscheint, und auf eine Weise, die uns hilfreich erscheint. Die Metapher “Drehbuch” verweist auf eine lineare Angelegenheit und ist damit selbst Teil der Illusion von Raum und Zeit und damit nicht der heilige Augenblick, in dem alles simultan geschieht. Und natürlich gibt es im HIMMEL, im vereinten, reinen GEIST, keine Führung, weil es keine Notwendigkeit dafür gibt.“Drehbuch”, “Schicksal”, all das sind Metaphern auf der Ebene der Illusion linearer Zeit und damit keine Wirklichkeit. Die Aussage "Das Drehbuch ist geschrieben.” ist nur ein Hilfsmittel. In Indien hat man seit jeher mit dem Begriff “Schicksal” als Hilfsmittel gearbeitet. Es ist ein Hilfsmittel, weil uns alles zum Traum wird, wenn wir die Dinge für vorherbestimmt halten. Es hilft uns zu erkennen, dass wir als Person nicht der Handelnde sind, dass die getrennte Person selbst nur ein Traum ist.
Der erwachte GEIST braucht keine Hilfe, aber wir, die wir Trennung träumen, brauchen Hilfe. Daher beten wir: “Ich glaube, ein Mensch zu sein, HEILIGER GEIST, hilf mir, erreich mich durch diesen Filter, zeige mir den Weg, führe mich, mache es offensichtlich, damit ich erkennen kann, was mich blockiert und scheinbar trennt von meiner Wirklichkeit als SOHN GOTTES.”
“GOTT führt nicht, weil ER nur vollkommene Erkenntnis teilen kann. Führung ist wertend, weil sie besagt, dass es einen rechten und auch einen falschen Weg gibt, einen, der gewählt, und den anderen, der gemieden werden sollte. Indem du einen wählst, gibst du den anderen auf. Die Entscheidung für den HEILIGEN GEIST ist die Entscheidung für GOTT. GOTT ist nicht im wörtlichen Sinn in dir, du bist Teil von IHM. Als du dich entschieden hast, IHN zu verlassen, gab ER dir eine STIMME, DIE für IHN sprechen sollte, weil ER SEINE Erkenntnis nicht mehr ungehindert mit dir teilen konnte. Die direkte Kommunikation war abgebrochen, weil du eine andere Stimme gemacht hattest.”
(EKIW: Kapitel 5, II. 5.)
Ein besonders berührendes Beispiel für Führung ist Svavas Reise mit Ein Kurs in Wundern und ihre Beziehung zu Jesus:
“VATER, all meine Gedanken gebe ich heute DIR. Ich möchte keine eigenen haben. An ihrer Statt gib DU mir DEINE EIGENEN. Ich gebe DIR ebenso alle meine Taten, auf dass ich DEINEN WILLEN tun möge, statt nach Zielen zu suchen, die nicht zu erlangen sind, und Zeit mit nichtigen Einbildungen zu verschwenden. Heute komme ich zu DIR. Ich will zurücktreten und DIR einfach folgen. Sei DU der FÜHRER und ich der, der geführt wird und weder die Weisheit des UNENDLICHEN infrage stellt noch die LIEBE, deren Zärtlichkeit ich nicht verstehen kann und die dennoch DEINE vollkommene Gabe an mich ist”
(EKIW: Lektion 233, 1.)
Vertrauen
Vertrauen ist die wichtigste Eigenschaft, die wir kultivieren müssen, wenn wir unsere spirituelle Reise beginnen. Dann werden andere Eigenschaften folgen, wie Ehrlichkeit, Sanftmut und Freude. Sie alle beruhen auf Vertrauen. Deshalb ist Vertrauen in den HEILIGEN GEIST so wichtig.Lektion 24 “Ich nehme nicht wahr, was zu meinem Besten ist.” und Lektion 25 “Ich weiß nicht, wozu irgendetwas dient.” weisen uns gleich zu Beginn des Kurses darauf hin, warum Vertrauen im Prozess des spirituellen Erwachens wichtig ist. Auf dem spirituellen Weg können viele Dinge geschehen, die wir aus der Sicht des Ego-Denksystems vielleicht als Katastrophe empfinden, und gerade in diesen Momenten ist das Vertrauen in den HEILIGEN GEIST enorm wichtig. Der Verlust des Arbeitsplatzes oder das Ende einer Beziehung können für unseren Befreiungsprozess hilfreich sein, auch wenn wir es im Moment des Geschehens als Katastrophe erleben.
Der größere Plan des Heiligen Geistes
Wenn es um Arbeit, Karriere, Beziehungen, Häuser und unsere körperliche Gesundheit geht, scheinen wir unseren persönlichen Entscheidungen eine große Bedeutung beizumessen. Es ist, als ob wir alles selbst in die Hand nehmen wollen. Wir sagen zum HEILIGEN GEIST: "Du hilfst mir einfach, friedlich zu sein, und den Rest erledige ich schon selbst. Ich kümmere mich um die Kinder, den Job, das Haus und die Menschen." Es ist, als würden wir sagen: "Du gibst mir den Frieden, und ich werde mein Leben führen." Wir erkennen nicht, dass diese Ziele nicht zusammenpassen. Wenn wir versuchen, einige Aspekte unseres Lebens zu steuern, stellen wir unsere Persönlichkeit an die erste Stelle und den HEILIGEN GEIST an die zweite.
"Vertraue Gott, aber binde dein Kamel an"
Das Sprichwort ist auch im deutschen Sprachgebrauch bekannt und geht auf eine Überlieferung des Propheten Muhammad zurück. Hintergrund ist, dass ein Beduine, der eine Rede des Propheten Muhammad über das Vertrauen in Gott gehört hatte, diesen fragte, ob es bei diesem Vertrauen in Gott notwendig sei, sein Kamel anzubinden, damit es nicht weglaufe.
Im Original der Überlieferung, heißt es allerdings nicht "aber", sondern "und". Zudem ist die Reihenfolge anders, also: "Binde dein Kamel an und vertraue Gott". Der Wechsel von "und" zu "aber" ist wahrscheinlich bei der interkulturellen Übertragung vom Islam zum Christentum erfolgt, da die beiden Religionen damals eine unterschiedliche Einstellung zur Naturwissenschaft hatten.
Dieses Zitat richtig verstanden bedeutet, dass ein Leben der Hingabe zu führen nicht bedeutet, die Verantwortung abzugeben. Die Übung besteht darin, darauf zu vertrauen, dass wir innerhalb unserer Verantwortlichkeiten auf eine Weise geführt werden, die Angst und Kontrolle abbaut. Unsere einzige wahre Verantwortung besteht darin, SEINE Berichtigung zu akzeptieren!
Aber das Ego benutzt diesen Spruch gerne für seine Zwecke, um die sogenannten weltlichen Dinge unter seine Kontrolle zu bringen und gleichzeitig von Gott zu erwarten, dass er sich ganz unabhängig davon um den Geistesfrieden kümmert. Wenn aber unser Geist mit alltäglichen Sorgen um Haus, Job, Geld, Kinder und Kamele vollgestopft ist, wie kann sich dann der Friede GOTTES in unserem Geist ausbreiten? Wenn wir ständig auf die ängstliche Stimme des Egos hören, wie können wir dann jemals die Stimme für GOTT hören? Wenn unser Geist so sehr in der Welt gefangen ist, wie kann er sich jemals darüber erheben?
Solange wir auch nur mit einem Finger an dieser Welt hängen, ziehen wir die ganze Welt hinter uns her.
Das Sprichwort ist auch im deutschen Sprachgebrauch bekannt und geht auf eine Überlieferung des Propheten Muhammad zurück. Hintergrund ist, dass ein Beduine, der eine Rede des Propheten Muhammad über das Vertrauen in Gott gehört hatte, diesen fragte, ob es bei diesem Vertrauen in Gott notwendig sei, sein Kamel anzubinden, damit es nicht weglaufe.
Im Original der Überlieferung, heißt es allerdings nicht "aber", sondern "und". Zudem ist die Reihenfolge anders, also: "Binde dein Kamel an und vertraue Gott". Der Wechsel von "und" zu "aber" ist wahrscheinlich bei der interkulturellen Übertragung vom Islam zum Christentum erfolgt, da die beiden Religionen damals eine unterschiedliche Einstellung zur Naturwissenschaft hatten.
Dieses Zitat richtig verstanden bedeutet, dass ein Leben der Hingabe zu führen nicht bedeutet, die Verantwortung abzugeben. Die Übung besteht darin, darauf zu vertrauen, dass wir innerhalb unserer Verantwortlichkeiten auf eine Weise geführt werden, die Angst und Kontrolle abbaut. Unsere einzige wahre Verantwortung besteht darin, SEINE Berichtigung zu akzeptieren!
Aber das Ego benutzt diesen Spruch gerne für seine Zwecke, um die sogenannten weltlichen Dinge unter seine Kontrolle zu bringen und gleichzeitig von Gott zu erwarten, dass er sich ganz unabhängig davon um den Geistesfrieden kümmert. Wenn aber unser Geist mit alltäglichen Sorgen um Haus, Job, Geld, Kinder und Kamele vollgestopft ist, wie kann sich dann der Friede GOTTES in unserem Geist ausbreiten? Wenn wir ständig auf die ängstliche Stimme des Egos hören, wie können wir dann jemals die Stimme für GOTT hören? Wenn unser Geist so sehr in der Welt gefangen ist, wie kann er sich jemals darüber erheben?
Solange wir auch nur mit einem Finger an dieser Welt hängen, ziehen wir die ganze Welt hinter uns her.
Alles verändert sich ständig in dieser Welt. Bei einigen dieser Veränderungen denken wir: "Hmm... das gefällt mir", und manchmal denken wir: "Das ist eine Bedrohung, und es könnte sehr, sehr gefährlich oder riskant sein.” Wenn wir unseren Geist beobachten, können wir sehen, dass das Gefühl der Bedrohung von einer Art Interpretation oder Bedeutung herrühren muss, die wir den Situationen geben. Wenn wir beispielsweise Angst haben, etwas zu verlieren, dann liegt dies an der Bedeutung und Wichtigkeit, die wir diesen Dingen gegeben haben. Die Frage ist: Kann ich meine Wahrnehmung ändern und zu dem Vertrauen kommen, das zu der Erfahrung führt, dass ich buchstäblich von der Liebe GOTTES erhalten werde?
Irgendwann kommen wir an einen Punkt, an dem wir erkennen, dass wir darauf vertrauen müssen, dass alle unsere Bedürfnisse erfüllt werden. Dann gilt es, darauf zu vertrauen, dass man sich um uns kümmern wird. Und wenn wir später zurückblicken, werden wir sehen, dass unsere Bedürfnisse seitdem immer erfüllt wurden. Der spirituelle Weg wird zu einer wunderbaren Reise des Vertrauens und der Öffnung des Bewusstseins. Wenn wir auf dieser Reise nach innen sanft zu uns selbst sind und die Symbole, die uns begegnen, mit Freude und Wertschätzung annehmen, entdecken wir die Schönheit der Absicht des HEILIGEN GEISTES.
Vom Überleben zur göttlichen Fürsorge
Wir Menschen wenden so viel Energie und Mühe auf, nur um zu überleben. Es geht ums Überleben, um Sicherheit und um die Planung der Zukunft. Es wird so viel Mühe darauf verwendet, den Körper am Leben zu erhalten. Wir müssen unser Bewusstsein von der Anstrengung und Energie, die wir in die Aufrechterhaltung des Körpers stecken, auf die Anstrengung und Energie verlagern, die wir in die Vergebung unserer illusorischen Gedanken, Gefühle und Überzeugungen stecken, und uns an unsere natürliche spirituelle Wirklichkeit erinnern.
Nur das Chaos regiert eine Welt, die das Abbild des Ego-Denksystems ist - und das Chaos kennt keine Ordnung. Das völlig Wahnsinnige erzeugt Angst, weil es gänzlich unzuverlässig ist und keine Grundlage für Vertrauen bietet. Nichts in der Verrücktheit ist verlässlich. Es bietet keine Sicherheit und keine Hoffnung. Aber eine solche Welt ist nicht wirklich. Wir haben ihr die Illusion der Wirklichkeit verliehen und gelitten, weil wir an sie glaubten. Jetzt können wir beschließen, diesen Glauben zurückzunehmen und unser Vertrauen in die Wirklichkeit zu setzen.
Wir brauchen Vertrauen, um von einem Leben im Nirgendwo zu einem Leben in der Freude, dem Glück und der Vitalität unseres wahren SELBST, zu gelangen. Wenn wir unser Vertrauen vertiefen, erkennen wir, dass alles, was wir brauchen, ohne unsere eigene Anstrengung bereitgestellt wird; wir müssen nicht einmal daran denken. Das ist neu und wunderbar. Man kann es wie ein Experiment behandeln, aber nicht wie einen Test, bei dem man z. B. ohne Geld in eine weit entfernte Stadt reist, um zu sehen, ob man dort versorgt wird. Es geht um mehr als das. Es heißt: "Was wäre, wenn ich mich entscheide, von jetzt an, genau hier in diesem Moment, darauf zu vertrauen, dass alles, was ich für Heilung und Glück brauche, bereitgestellt wird, wenn ich authentisch bin, wenn ich transparent bin und wenn ich offen für Heilung und Glück bin?" Dies ist das Versprechen der Einheit, der Liebe, dass alles, was wir brauchen, um Glück zu erfahren, bereitgestellt wird.
“Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?” Mit diesen berühmten Worten antwortete Jesus schon vor zweitausend Jahren auf die Sorge um das tägliche Überleben.
Was das Leben kompliziert macht und das Vertrauen behindert, ist der Ehrgeiz, "mehr" zu wollen oder etwas anders zu wollen, als es gerade ist. Wann immer wir uns von der Einfachheit des Augenblicks entfernen, wird es sehr kompliziert. Jegliche Wünsche können uns quälen, wenn sie sich in unserem Kopf zu drehen beginnen, weil wir verwirrt sind, weil wir denken, dass diese Wünsche irgendetwas von Wert mit sich bringen. Der Schlüssel ist, sich zu entspannen und zu vertrauen. Und damit meine ich nicht das Vertrauen in das Geldsystem, das Vertrauen in Regierungen oder das Vertrauen in einen bestimmten Menschen. Ich spreche vom göttlichen Vertrauen, dem Vertrauen darauf, dass der HEILIGE GEIST uns alles geben wird, was wir brauchen, um glücklich zu werden. Natürlich sind auch andere Menschen daran beteiligt, aber wir wissen, dass es letztlich keine anderen Menschen gibt, sondern dass alles ein einziger Traum mit scheinbar verteilten Rollen ist.
Vertrauen zu wagen, ebnet den Weg für Wunder
Glaube und Vertrauen, die synonym sind, lassen sich nicht quantifizieren. Entweder wir vertrauen oder wir vertrauen nicht. Entweder wir haben Vertrauen oder nicht. Wir können nicht sagen, dass wir ein wenig oder viel Vertrauen haben. Um den Wechsel von unserer gewöhnlichen Lebenserfahrung zur Erfahrung der Herrlichkeit des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren, müssen wir Vertrauen in das Göttliche entwickeln. Das göttliche Vertrauen, von dem wir sprechen, beinhaltet, dass wir unsere Anziehung zu einer persönlichen Perspektive loslassen und allmählich den Raum schaffen, um eine ganz und gar einheitliche Perspektive anzunehmen. Um zu vertrauen und ein wirklich hingebungsvolles Leben zu führen, brauchen wir einen schrittweisen Prozess, so wie Kinder es tun, wenn sie wachsen. Kinder brauchen viel Vertrauen, um zu lernen. Sie müssen ihren Bezugspersonen vertrauen. Diese Art von Vertrauen ist der Schlüssel für die gesamte spirituelle Reise.
Vertrauen hängt davon ab, wessen Hand uns führt. Deshalb arbeiten wir an der Unterscheidung zwischen unserem wahren SELBST und dem Hochstapler-Selbst, dem Ego. In dem Maße, in dem wir dem Hochstapler Glauben und Vertrauen schenken, kennen wir unsere wahre Identität nicht. Wir lernen, zwischen dem Hochstapler und unserem wahren SELBST zu unterscheiden, indem wir uns bewusst machen, wie wir uns fühlen. In jedem Moment können wir fragen: "Wie fühle ich mich?", und die Antwort wird uns erlauben zu erkennen, woher die Führung kommt. Unsere Unterscheidungsfähigkeit wird gestärkt, wenn wir dies mehr und mehr praktizieren, und wenn unser göttliches Vertrauen wächst, löst sich die Angst auf.
Je vertrauensvoller wir werden, desto entspannter werden wir. Wenn wir dann bemerken, dass eine Reaktion oder eine Emotion auftaucht, können wir erkennen, dass das eine gute Sache ist, denn es hilft uns zu sehen, wo das Ego noch einen Einfluss auf unseren Geist hat. Wir sind hier, um das Unbewusste willkommen zu heißen, damit wir es loslassen können. Wir sind nicht hier, um zu versuchen, eine Show abzuliefern. Wir sind nicht einmal hier, um die Dinge richtig zu machen, denn der Versuch, die Dinge in der Form richtig zu machen, war Teil des Spiels, um unsere Gefühle der Unwürdigkeit zu überdecken.
Vertrauen in den HEILIGEN GEIST zu entwickeln, kann als herausfordernd, beunruhigend und unangenehm erlebt werden. Wenn manche Menschen das im Voraus wüssten, hätten sie vielleicht Angst und würden sich etwas suchen, das sie für etwas sanfter halten. Aber wenn man tiefer geht, ist der Gewinn an Erfahrung immens.
Der Plan des HEILIGEN GEISTES ist es, den Geist von dem zu befreien, was er zu brauchen glaubt, ohne ein Gefühl des Opferns. Da die egoische Interpretation der Nachfolge des HEILIGEN GEISTES durch die Linse des Verlustes erfolgt, wird sie selten als sanft erlebt, aber es ist gut zu wissen, dass Sanftmut und Opferlosigkeit möglich sind.
Der Glaube an das Opfern kann sich auf viele verschiedene Arten auswirken. Da wir uns in einer Welt der offensichtlichen Wahlmöglichkeiten befinden, scheint es, dass die Entscheidung für eine Sache bedeutet, dass wir auf andere Dinge verzichten müssen. Die Möglichkeit, auf diese Weise "zu kurz zu kommen", gibt uns das Gefühl, dass wir immer auf die eine oder andere Weise zu kurz kommen. Um einen Zustand des Vertrauens zu entwickeln, müssen wir die Wichtigkeit der Wahl der richtigen Form loslassen und stattdessen erkennen, dass die wirkliche Wahl auf einem glücklichen Geisteszustand beruht. Das Ergebnis in der Form ist nicht so wichtig, aber das Gefühl der Wichtigkeit unseres Ziels ist es, wo unser Glück liegt.
Der Inspiration zu folgen und sich bei allen täglichen Entscheidungen leiten zu lassen, schafft Vertrauen und ebnet den Weg für eine wunderbare Geistesverfassung. Denn wenn wir tiefer gehen, werden wir sehen, dass wir nichts verloren haben. Es ist kein Opfer erforderlich, und die Belohnung in Form von Geistesfrieden ist unermesslich. Wenn wir die Fähigkeit entwickeln, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie in unser Leben kommen, scheinen sich die Türen des Glücks vor uns zu öffnen, eine nach der anderen.
Stressoren offenbaren unseren Grad an Vertrauen
Es kann Herausforderungen im Leben geben, die uns zeigen, wo wir mit unserem Vertrauen stehen. Wir können sie als Barometer dafür nutzen, wie sehr wir vertrauen, wenn es um etwas wie den Tod eines geliebten Menschen, den Tod eines Haustiers, eine Trennung, eine Naturkatastrophe oder andere psychische Stressfaktoren geht. Wie reagieren wir? Bewegt es uns zu Glauben, Vertrauen und einem tieferen Gebet? Werden wir durch diese Prüfungen und Schwierigkeiten stärker, oder knicken wir ein und fühlen uns erdrückt? Haben wir das Gefühl, dass es keine Hoffnung gibt? Diese Erfahrungen können zu Chancen werden. Wir können uns öffnen und zulassen, dass sie uns zu einem viel tieferen Vertrauen anspornen, bei dem wir uns viel mehr auf den HEILIGEN GEIST als auf die Umstände verlassen.
Der Weg mit dem Kurs ist ein sehr direkter Weg; es ist wirklich ein Weg der Erfahrung. Wir brauchen Erfahrungen, die uns zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass wir weiterhin vertrauen können. Wenn wir Schritte gemacht haben und keine Leichtigkeit, Unbeschwertheit oder Ausbrüche von Freude und Glück gespürt haben, dann könnten wir sogar den Verdacht haben: "Okay, ich habe diesen Schritt gemacht, und...?" Es muss eine erfahrungsbasierte Reise sein. Wir brauchen Erfahrungen, um die vergangenen Konditionierungen zu ersetzen. Wir brauchen freudvolle Erfahrungen, die uns weiterführen, wie ein Kind, das geführt wird: "Gut, gut, gut, jetzt komm, mach noch einen Schritt. Komm weiter, komm weiter!"
Indem wir loslassen und dem HEILIGEN GEIST die Führung überlassen, kehren wir die Ego-Mentalität um, die besagt, dass wir, wenn wir etwas tun wollen, uns die Mittel einfallen lassen müssen. GOTT kennt das Gebet unseres Herzens, bevor wir auch nur ein Wort sprechen. Wir sind eingeladen, an einen Ort der Stille tief im Inneren unseres Geistes zu gelangen, um eine Erfahrung von Zweck und Absicht zu machen. Bei Zweck und Absicht geht es um eine innere Verbindung mit dem HEILIGEN GEIST. Es ist eine Erfahrung von Kraft und Klarheit, die uns den Weg zeigt.
Vertrauen ist die Bereitschaft, in die Gegenwart einzutauchen und authentisch "loszulegen". Wir kommen in einen Zustand, in dem wir nichts mehr planen; wir folgen dem starken inneren Kompass, der der HEILIGE GEIST ist, von Augenblick zu Augenblick. Wir wissen vielleicht nicht, wohin uns das führt, aber eines ist sicher: Es wird ein Wunder sein!
Das ist unser Thema: GOTTES Wille für uns ist vollkommenes Glück, und wir sind wie Kinder, die sich für diese Erfahrung öffnen. Das Gebet unseres Herzens lautet: "Zeig mir, zeig mir!" So lernen wir, GOTT zu vertrauen und von ihm abhängig zu werden. “Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.” (Matthäus 18, 3) bedeutet, dass wir die wahre Kraft unserer wahren Beziehung zu GOTT nicht erkennen können, wenn wir nicht unsere völlige Abhängigkeit von ihm erkennen.
Ich liebe die Neugierde von Kindern, weil sie ein Zeichen von Offenheit ist. Wenn man neugierig ist, denkt man nicht, dass man schon alles weiß. Das ist so wichtig; das ist eines dieser Dinge, die man bewusst kultivieren sollte, einfach neugierig zu bleiben und offen dafür zu sein, sich etwas zeigen zu lassen. Es ist ähnlich wie bei einer Vertrauenswanderung, bei der einem die Augen verbunden werden, und man streckt die Arme aus und vertraut darauf, dass der Führer einen führt und einem etwas zeigt. Es ist einfach fantastisch, weil man wirklich loslassen muss, was man mit seinen Sinnen zu wissen glaubt. Man hat die Augen verbunden, die Hand ausgestreckt, und der Führer begleitet einen bei jedem Schritt. Es ist das intuitive Vertrauen, das uns von Augenblick zu Augenblick an einen Ort des tiefen Friedens und der Freude bringt.
Eine Methode, die mich immer besonders berührt hat, ist Wasser-Shiatsu. Es nährt die Seele, lässt Gottvertrauen wachsen und hilft, mit Ängsten umzugehen. Wasser-Shiatsu - kurz Watsu® genannt - macht sich die gefühlte Schwerelosigkeit des Körpers im Wasser zunutze, entscheidend ist jedoch das Vertrauen in den Übungspartner. Richtig verstanden bedeutet es, mit dem anderen zu SEIN, nicht etwas zu tun. Es ist daher auch eine wunderbare, heilsame Methode für Paare.
Diese Reise mit dem HEILIGEN GEIST erfordert Vertrauen und Sanftmut, und wenn wir für jede kleine Bereitschaft, die wir aufbringen können, dankbar sind, werden wir ganz natürlich im Vertrauen wachsen und uns für Wunder öffnen. Wenn wir anfangen, im Wunder zu leben, verschwinden unsere Sorgen und Kämpfe und kommen nicht mehr zurück.
Übung: Sprung des Vertrauens
Nehmen wir uns jetzt etwas Zeit, um nach innen zu schauen. Bitten wir den HEILIGEN GEIST, uns bei der Vorbereitung auf diese Aufgabe zu begleiten.
Uns an die Wunder zu erinnern, die wir erlebt haben, und sie dann mitzuteilen, ist eine sehr hilfreiche Methode, um die Wahrheit in unserem Geist zu festigen und Vertrauen aufzubauen. Erlauben wir es, uns eine Zeit vor Augen zu führen, in der wir angeleitet wurden, einen "Vertrauenssprung" zu machen. Es könnte der Zeitpunkt sein, an dem wir uns gezwungen fühlten, mit jemandem Kontakt aufzunehmen, oder an dem wir das Gefühl hatten, dass es an der Zeit war, den Arbeitsplatz zu wechseln. Notieren wir unsere Antworten auf diese Fragen in unserem Tagebuch.
Gebet: “HEILIGER GEIST, hier bin ich”
Ein sehr kurzes Gebet, das uns für das Vertrauen öffnen kann, ist "HEILIGER GEIST, hier bin ich." Sprechen wir dieses Gebet und warten still mit offenem Geist. Bleiben wir aufmerksam und entspannt. Beobachten wir, was kommt. Benutzen wir dieses Gebet, um uns mit der tiefen, stillen Erfahrung des HEILIGEN GEIST in unserem Geist zu verbinden. Unser Fokus liegt darauf, die stille Mitte in unserem Inneren zu finden, wo das Licht in unserem Geist willkommen geheißen und offenbart werden kann. Lassen wir jedes Gefühl los, etwas tun zu müssen. Seien wir stattdessen einfach da und beobachten diesen Moment. Wenn wir in der Lage sind, den Ort der wachen Stille in unserem Geist zu finden, bemerken wir, wie es sich ganz natürlich anfühlt, zu vertrauen. HEILIGER GEIST, hier bin ich.
Seien wir ruhig und wissen wir, dass Vertrauen jedes Problem jetzt löst!
Nehmen wir uns jetzt etwas Zeit, um nach innen zu schauen. Bitten wir den HEILIGEN GEIST, uns bei der Vorbereitung auf diese Aufgabe zu begleiten.
Uns an die Wunder zu erinnern, die wir erlebt haben, und sie dann mitzuteilen, ist eine sehr hilfreiche Methode, um die Wahrheit in unserem Geist zu festigen und Vertrauen aufzubauen. Erlauben wir es, uns eine Zeit vor Augen zu führen, in der wir angeleitet wurden, einen "Vertrauenssprung" zu machen. Es könnte der Zeitpunkt sein, an dem wir uns gezwungen fühlten, mit jemandem Kontakt aufzunehmen, oder an dem wir das Gefühl hatten, dass es an der Zeit war, den Arbeitsplatz zu wechseln. Notieren wir unsere Antworten auf diese Fragen in unserem Tagebuch.
- Beschreiben wir eine Situation, in der wir aufgefordert wurden, eine Entscheidung zu treffen oder etwas zu unternehmen.
- Erinnern wir uns daran, was wir befürchteten zu verlieren, wenn wir diesen Schritt wagen würden? Beschreiben wir etwaige Gedanken und Gefühle des Zögerns.
- Was hat uns dazu bewogen, diesen Vertrauensvorschuss zu geben, obwohl wir uns des Ergebnisses nicht sicher sein konnten?
- Welche Erfahrungen haben wir danach gemacht? Wie haben wir und alle anderen in dieser Situation von unserer Bereitschaft zu vertrauen profitiert?
- Gibt es weitere Schritte, vor denen wir uns fürchten? Erforschen wir alle unsere Gedanken und Gefühle in unserem Tagebuch, damit sie sich auflösen können.
Gebet: “HEILIGER GEIST, hier bin ich”
Ein sehr kurzes Gebet, das uns für das Vertrauen öffnen kann, ist "HEILIGER GEIST, hier bin ich." Sprechen wir dieses Gebet und warten still mit offenem Geist. Bleiben wir aufmerksam und entspannt. Beobachten wir, was kommt. Benutzen wir dieses Gebet, um uns mit der tiefen, stillen Erfahrung des HEILIGEN GEIST in unserem Geist zu verbinden. Unser Fokus liegt darauf, die stille Mitte in unserem Inneren zu finden, wo das Licht in unserem Geist willkommen geheißen und offenbart werden kann. Lassen wir jedes Gefühl los, etwas tun zu müssen. Seien wir stattdessen einfach da und beobachten diesen Moment. Wenn wir in der Lage sind, den Ort der wachen Stille in unserem Geist zu finden, bemerken wir, wie es sich ganz natürlich anfühlt, zu vertrauen. HEILIGER GEIST, hier bin ich.
Seien wir ruhig und wissen wir, dass Vertrauen jedes Problem jetzt löst!
Vertrauen in das, was gegeben wird
Wenn wir uns im Vertrauen üben, werden wir die Dinge, die auf uns zukommen, als echte Geschenke und nicht als Bedrohungen oder Probleme betrachten. Wir alle haben Wunder, die in der Gegenwart auf uns warten. Wunder wollen auf eine sehr schöne Weise geschehen, aber wir müssen sie zulassen. Wenn wir in "sollte ich" und "könnte ich" erstarren, dann sind wir in den Zweifeln und Vergleichen des Egos gefangen, und wir verschließen uns dem Vertrauen.
Sicherlich kann es Phasen der Orientierungslosigkeit geben. Diese kommen, weil wir uns vom Einfluss des Egos auf unser Leben und seinen Gesetzen von Knappheit, Mangel, Verteidigung und Gegenseitigkeit lösen. Wir werden eine Menge Reaktionen haben, die aus der Angst vor dem Licht kommen. Aber die gute Nachricht ist, dass wir aus diesen Phasen der Desorientierung segelnd und schwebend herauskommen werden, in dem herrlichsten Geisteszustand, den wir uns nur wünschen können.
Anfangs können Wunder ein wenig seltsam erscheinen, weil wir nicht daran gewöhnt sind. Wir sind es nicht gewohnt, pünktlich zu einem Treffen zu erscheinen, das unmöglich zu sein schien. Wir sind es nicht gewohnt, dass der HEILIGE GEIST Zeit und Raum für uns arrangiert und das Leben wie ein wunderbarer Fluss ist. Das Ego mag versuchen, die Wunder abzutun und diese Erfahrungen aus dem Bewusstsein zu verdrängen, aber je länger wir dabei bleiben, desto beständiger wird die Erfahrung von Geistesfrieden und Freude.
Ich wurde in meinem Leben von einem Job zum nächsten geführt, bei allen handelte es sich um sehr unterschiedliche Positionen und Aufgaben und in keinem verweilte ich länger als sieben Jahre. Zu Beginn erkannte ich noch nicht, dass die Jobs mir helfen sollten, einen sehr zentralen Aspekt meines persönlichen Selbst zu erkennen, zu heilen und mehr vom HEILIGEN GEIST abhängig zu werden. Einerseits war ich immer schon von einem relativ starken Urvertrauen erfüllt, ohne mir dessen bewusst zu sein und andererseits war da immer noch ein großer Teil Vertrauen in mein falsches Selbst. Erst als ein wirklich großer Lernschritt in Form von großen Schwierigkeiten in meinem Leben auftauchte, wurde ich mir meines noch immer mangelnden Vertrauens in GOTT bewusst und musste erst ein noch tieferes, bewusstes Vertrauen in die Führung durch den HEILIGEN GEIST entwickeln. Und vor allem musste ich mein Vertrauen in mein falsches Selbst völlig aufgeben. Denn bei all dem, was in unserem Leben so geschieht, können wir nicht immer beurteilen, was für unsere Heilung am förderlichsten ist.
Ein Leben der Hingabe zu führen bedeutet nicht, die Verantwortung abzugeben. Die Übung besteht darin, darauf zu vertrauen, dass wir innerhalb unserer Verantwortlichkeiten auf eine Weise geführt werden können, die Angst und Kontrolle abbaut. Wenn unsere Überzeugungen stark sind, müssen sie durchschaut und vollständig übergeben werden, sonst bleiben sie im Hintergrund unseres Bewusstseins bestehen und lenken unsere Gedanken und Handlungen. Und ja, die Hingabe an GOTT wird uns letztlich völlig von weltlichen Pflichten und Sorgen befreien. Wir werden unser Leben mit solcher Hingabe leben wollen, dass wir die Sorgen dieser Welt tatsächlich verblassen lassen. Wenn die Dinge im Fluss sind und wir Vertrauen haben, werden wir flexibel sein, zum Beispiel in Bezug auf unsere täglichen Pflichten und Zeitpläne. Das liegt daran, dass sich unsere Wahrnehmung verändert hat und wir uns geöffnet haben, um die Dinge aus der Perspektive des HEILIGEN GEISTES zu sehen, aus tiefer Akzeptanz und Frieden. Wir beginnen alles für dieses Ziel, für diese Erfahrung des Vertrauens zu nutzen.
Sobald diese Verbindung mit unserem inneren Lehrer hergestellt ist, ist unser Weg geebnet. Wir erleben einen klaren Weg. Im Vertrauen spüren wir, dass der HEILIGE GEIST vor uns geht, Er führt, leitet und gibt uns alles ein, was wir sagen und tun sollen, jeden Menschen, den wir treffen sollen, und jeden Ort, an den wir gehen sollen. Wir erleben unseren Lebensweg so, als gäbe es bereits einen ganz bestimmten Plan und wir müssten ihn nicht erst herausfinden. Wir müssen nicht das Für und Wider abwägen oder versuchen, die Zukunft vorauszusehen, und es gibt auch keinen Grund, uns zu fürchten. Wir bewegen uns in die Richtung, das Bedürfnis nach persönlicher Kontrolle aufzugeben, weil wir uns auf die Erfahrung einlassen, dass der HEILIGE GEIST alles für uns plant und organisiert und wir von dem Glauben befreit, dass wir selbst planen müssen. Wir werden von dieser schweren Last der Kontrolle, der Planung und des Managements unseres Lebens befreit. Jede Sekunde, die wir im Vertrauen verbringen, wird uns enorm belohnen: mit Zufriedenheit und Frieden.
Wenn wir alles mit dem HEILIGEN GEIST in unserem Geist annehmen, können wir alles für Frieden und Heilung nutzen. Wir werden erkennen, dass wir nicht in der Lage sind zu beurteilen, welche Aktivitäten und Beziehungen am hilfreichsten für unsere Öffnung ins Jetzt sind. Wir wollen nicht länger das Spiel des Aussuchens und Wählens spielen. Wenn wir darauf vertrauen und akzeptieren, dass unser ganzes Leben vom HEILIGEN GEIST gegeben wird, kommen wir in eine solche Empfänglichkeit und einen solchen Fluss, dass wir alles als perfekte Unterstützung sehen, als nur für uns gegeben!
Zum Abschluss eine Metapher
Wenn Vertrauen da ist, können wir unsere Flügel ausbreiten und losfliegen, um in den Himmel einzugehen, aber wenn kein Vertrauen da ist, klammern wir uns an die Erde und versuchen uns zu „erden“. Mit der Entwicklung von Vertrauen, wie sie im Kurs sehr genau beschrieben wird, ist es wie mit dem Start einer Rakete. Der Start ist schwierig, weil zu diesem Zeitpunkt der Ballast noch groß und die Erdanziehungskraft sehr stark ist. Erst wenn der meiste Ballast abgeworfen ist, wird es leichter. Die Schwerelosigkeit der Erdumlaufbahn symbolisiert den glücklichen Traum.
Akzeptanz
“Das Ego analysiert, der HEILIGE GEIST akzeptiert.
Nur durch Akzeptanz kann die Ganzheit gewürdigt werden,
denn analysieren heißt zerlegen oder heraustrennen.”
(EKIW: Kapitel 11, V. 13. 1.&2.)
Nur durch Akzeptanz kann die Ganzheit gewürdigt werden,
denn analysieren heißt zerlegen oder heraustrennen.”
(EKIW: Kapitel 11, V. 13. 1.&2.)
Wenn wir mit der Bereitschaft in unserem Herzen vertrauen, geheilt zu werden, sind wir offen, alles anzunehmen, was auf uns zukommt. Aber müssen wir alles so akzeptieren, wie es in dieser Welt ist? Schließlich ist diese Welt im wahrsten Sinne des Wortes aus der Weigerung entstanden, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, aus der Weigerung, die Vollkommenheit des HIMMELS als alles was ist, zu akzeptieren. Es scheint so viele Probleme zu geben. Die Menschheit scheint sich viel zu beklagen, es gibt so viel Protest und Widerstand gegen alles und jeden. Es ist zum Beispiel sehr verbreitet, sich über die Umwelt zu beklagen. Es scheint normal und vernünftig, sich über laute Geräusche, Umweltverschmutzung, Erderwärmung, heißes oder kaltes Wetter oder grauen Himmel zu beklagen. Aus diesem Grund wird es auch als wertvoll und wichtig angesehen, ein Aktivist zu sein, sich für die Rettung der Umwelt einzusetzen usw. Abgesehen von dem Versuch, alles zu ändern und ein Aktivist zu sein, scheint die einzige andere Option, sich zurückzuziehen und sich um die Dinge, so wie sie wahrgenommen werden, nicht weiter zu kümmern. Oder gibt es eine dritte Option? Gibt uns der HEILIGE GEIST einen anderen Weg?
Ich versuche immer wieder, mich ganz bewusst gerade mit den Dingen zu verbinden, die aus weltlicher Sicht üblicherweise als Missstände wahrgenommen werden, mit Umweltverschmutzung, Industrieanlagen, Einkaufszentren, überfüllten Fast Food Restaurants, Lärm, Krawall, trübem Regenwetter, etc. In meinem Geist verbinde ich mich mit allem, weil alles in meinem Bewusstsein vereinigt ist. Wenn wir in unserem Wunsch nach GOTT oder nach Frieden allumfassend werden, machen wir die Erfahrung, dass es nichts außerhalb gibt, dass es nichts anderes gibt und dass es daher nichts zu beurteilen gibt.
Umweltverschmutzung ist völlig neutral. Aber wenn wir dieses Konzept nehmen und es beurteilen, indem wir zum Beispiel sagen: "Verschmutzt ist das Gegenteil von sauber", dann projizieren wir diese Überzeugung und finden Beweise für unser Urteil. Wir müssen über etwas geurteilt haben, damit Ärger, Irritation und Verärgerung auftreten können. Dann sehen wir den Beweis für das, was wir beurteilt haben. Die Entscheidung, etwas nicht zu mögen, führt einfach dazu, dass es auf unserem mentalen Bildschirm erscheint.
Auch der Versuch, positiv zu denken, basiert auf einem vorausgehenden Urteil in der Dualität von positiv und negativ. Wenn es in unserem Geist nicht grundsätzlich negative Urteile geben würde, bräuchten wir dem überhaupt keine positiven Urteile gegenüberstellen. Mit positivem Denken bestätigen wir nur unsere völlige Abhängigkeit von äußeren Umständen. Wenn sich unsere Akzeptanz nur auf das Positive in der Welt konzentriert, werden wir eine Zeit lang glücklich sein, dann kommt der Kummer und der Schmerz zurück. Wir pendeln zwischen Schmerz und Glück hin und her, und das Leben ist wie ein emotionales Jo-Jo. Aber es gibt etwas in uns, das weiß, dass wir ein Recht auf mehr als das haben, dass wir ein Recht auf ein Gefühl der Beständigkeit als Geisteszustand haben, auf wahren Geistesfrieden. Wenn wir aus einem Zustand der vom GEIST inspirierten Akzeptanz leben, wird dies unsere Wahrnehmung vereinheitlichen und unsere Gefühle stabilisieren.
Wenn wir hingegen Ziele und Ergebnisse der Form anstreben, die in einer Welt der Gegensätze und Konflikte entstehen, bedarf es einer Unmenge an Positivem in dieser Welt, um diesen Zustand der Identifikation mit dem Ego-Denksystem einigermaßen erträglich zu machen, während der Zustand der Erleuchtung Glück ohne Gegensatz ist.
“Alles in dieser Welt, von dem du glaubst, es sei gut, wertvoll und erstrebenswert, kann dich verletzen und wird es tun. Nicht, weil es die Macht, dich zu verletzen, hat, sondern nur, weil du geleugnet hast, dass es nur eine Illusion ist, und ihm Wirklichkeit verliehen hast. Und es ist für dich wirklich. Es ist nicht nichts. Durch seine wahrgenommene Wirklichkeit ist die ganze Welt der kranken Illusionen eingetreten. Der ganze Glaube an die Sünde, an die Macht des Angriffs, an Verletzung und an Schaden, an Opfer und an Tod, ist zu dir gekommen. Denn niemand kann eine einzige Illusion wirklich machen und dennoch allen übrigen entrinnen.”
(EKIW: Kapitel 26, VI. 1. 1.-7.)
Wahrer Geistesfrieden ist ein Frieden, der von innen kommt, aus der QUELLE. In diesem Geisteszustand brauchen wir uns nicht zu bemühen, den scheinbar äußeren Umständen etwas Positives abzugewinnen, denn keine Umstände auf der Ebene der Form haben dann noch Einfluss auf unseren Geisteszustand - den Zustand vollkommener Glückseligkeit im heiligen Augenblick.
Bewusste Akzeptanz wird unter SEINER Führung zu unserem Weg. Bewusste Akzeptanz ist eine Praxis, die zu Freude führt, so sicher wie die Weigerung, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, zu Schmerz und Elend führt. Um bewusste Akzeptanz wirklich zu verstehen, müssen wir das Problem des Urteils verstehen. Das Urteilen ist die Geburt aller Wahrnehmung. In unserem Glauben an die Trennung haben wir metaphysisch gegen GOTT geurteilt, und so entstanden Vielfalt und Wahlmöglichkeiten in der Form. Deshalb ist die Wahrnehmung immer selektiv, und wir scheinen in der Lage zu sein, das zu akzeptieren, was wir wollen, und das abzulehnen, was wir nicht wollen, gewöhnlich auf der Grundlage des Schmerz-und-Freude-Mechanismus - auf der Grundlage subjektiver und persönlicher "Vorlieben" und "Abneigungen". Aber wissen wir wirklich, was wir wollen? Können wir erkennen, dass wir in einem Zustand der geglaubten Trennung nicht wirklich wissen, was wir wollen? Die Grundlage unseres Gedankensystems besteht aus einer ursprünglichen Opposition gegen das, was ist, und so ist die Akzeptanz und das Bewusstsein von dem, was ist - GOTT - zu einem fremden Konzept geworden.
Akzeptanz im wahren spirituellen Sinne bedeutet, nach innen zu gehen und Projektion und Beurteilung aufzugeben, indem wir die äußeren Bedingungen so sein lassen, wie sie sind. Sie sind nicht das eigentliche Problem. In diesem Zustand des Bewusstseins hat es keinen Sinn, sich über Umweltverschmutzung oder schlechtes Wetter zu beklagen. In diesem Zustand des Vertrauens und der Akzeptanz zu sein, ist keine passive Erfahrung. Es ist vielmehr ein Zustand, in dem wir aktiv präsent sind mit dem, was das Leben bietet. In diesem Zustand sind wir das Licht der Welt. In diesem Zustand sind wir in unserer einzig wahren Funktion. Wenn wir unser Leben aus einem Zustand geistig inspirierter Akzeptanz heraus leben, gelangen wir tiefer in unsere Bestimmung. Wir erkennen, dass wir nur mit einem Glück wahrhaft zufrieden sein werden, das ewig ist.
Das Gefühl der Akzeptanz ist das eines empfänglichen Geistes, eines offenen Geistes. Es ist eine Schlüsseleigenschaft, um das innere Wunder zu erfahren. Das Wunder ist im Grunde eine Verschiebung der Wahrnehmung von der Opposition des Egos zum wirklichen Leben, um alles als zu unserem höchsten Wohl gegeben wahrzunehmen.
Gelassenheitsgebet
Die Weisheit besteht in der Erkenntnis, dass wir nur eine Sache ändern können. Und zwar unsere Geisteshaltung. Innerhalb der Welt gibt es gar keine Wahl. Die einzig wirkliche Wahl besteht zwischen den zwei Stimmen in unserem Bewusstsein - vom HEILIGEN GEIST oder vom Ego. Anders ausgedrückt: Der Zweck ist die Wahl.
"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Die Weisheit besteht in der Erkenntnis, dass wir nur eine Sache ändern können. Und zwar unsere Geisteshaltung. Innerhalb der Welt gibt es gar keine Wahl. Die einzig wirkliche Wahl besteht zwischen den zwei Stimmen in unserem Bewusstsein - vom HEILIGEN GEIST oder vom Ego. Anders ausgedrückt: Der Zweck ist die Wahl.
Durch bewusste Akzeptanz mit allem verschmelzen
Es ist wunderbar, wenn wir erkennen, dass wir uns im Geist mit allem in diesem Universum verbinden können: einem Anblick, einem Klang, einer Erinnerung, einem Objekt. Die Übung besteht darin, zum GEIST zurückzukehren, zu einem tieferen Punkt zu gelangen, an dem wir nicht wissen, wie oder was wir beurteilen sollen, zu dem Ort im Inneren, an dem wir tatsächlich nicht wissen, was gut oder schlecht ist. Das bringt uns zurück zum Zustand des ICH BIN (“I-am-ness”), der vor dem Urteil steht. In dieser Akzeptanz liegt unsere Stärke. Unsere Unverwundbarkeit liegt im SEIN, im Zustand des ICH BIN.
"Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch:
Noch ehe Abraham wurde, bin ich."
(Bibel Einheitsübersetzung, Joh 8,58 )
Noch ehe Abraham wurde, bin ich."
(Bibel Einheitsübersetzung, Joh 8,58 )
Wenn wir den Weg aus unserem Urteil nicht kennen, führt der Weg zu unserer eigenen Heilung über bewusste Akzeptanz. Bewusstes Annehmen bedeutet, einen Schritt zurückzutreten, sich einzustimmen und sich führen zu lassen. Nicht, weil es gut oder richtig ist, sondern weil es der einzige Weg ist, der funktionieren wird. Letztendlich werden wir mit der inneren Führung in Resonanz kommen, denn das ist es, was uns befreien wird. Sie wird uns zurück in die wahre Freiheit führen.
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass alles zu unserem Besten zusammenarbeitet. Für die meisten von uns ist das nicht die Art und Weise, wie wir unser tägliches Leben erleben, denn alle Ziele des Egos - Ziele, die mit Form, Erscheinungen, Ergebnissen und Vorlieben zu tun haben - haben nichts mit der Wahrheit oder der Wirklichkeit zu tun. Wir können nicht wahrnehmen, was in unserem eigenen Interesse ist, wenn wir Ziele und Ergebnisse der Form anstreben, die in einer Welt der Gegensätze und Konflikte entstehen.
Bereits in Lektion 24 von Ein Kurs in Wundern heißt es: "In keiner Situation, die sich ergibt, bist du dir des Ergebnisses bewusst, das dich glücklich machen würde." In keiner Situation. In keiner! Und so ist es: Es gibt niemals ein bestimmtes Ergebnis, das uns dauerhaft glücklich machen würde - niemals -, weil es keines gibt, das existiert. Wir werden gebeten, sehr aufrichtig zu sein und uns diese entscheidende Erkenntnis einzugestehen, dass unsere allgemeinen Ziele nicht wirklich in unserem besten Interesse sind. Wir verfolgen Ziele, bei denen es ums Überleben, um Komfort, um materiellen Gewinn, um zwischenmenschliche Liebe und um Situationen, Menschen, Orte und Ereignisse geht, die unsere Erwartungen erfüllen: "Ich werde glücklich sein, wenn die Welt so aussieht, wenn mein persönliches Leben so aussieht." Wir legen dem GÖTTLICHEN unsere eigenen Grenzen auf. GOTT ist so viel größer, weiter, reicher, freier und glücklicher, als wir es uns vorstellen können. Wäre es also nicht besser, all das anzunehmen, was er gibt und was immer nur aus der göttlichen Liebe kommen kann?
Übung: Ich nehme meine eigenen Interessen nicht wahr
Nehmen wir uns jetzt etwas Zeit, um nach innen zu schauen, zu atmen und uns zu entspannen, und laden wir den HEILIGEN GEIST ein, uns bei der Vorbereitung auf unsere nächste Aufgabe zu begleiten.
Diese Übung erfordert viel mehr Ehrlichkeit, als wir es vielleicht gewohnt sind. Wir werden unsere form- und zeitbezogenen Ziele direkt ansprechen. Das können Ziele sein, denen wir viel Bedeutung beigemessen haben. Im Licht und aus der Perspektive des HEILIGEN GEISTES verlieren sie jedoch sehr wahrscheinlich einen Großteil ihrer früheren Bedeutung. Wir werden vielleicht bemerken, dass wir eine Reihe von Zielen haben, die aus Vorstellungen darüber resultieren, wie die Welt funktionieren sollte.
Wählen wir ein paar ungelöste Situationen oder Konflikte in unserem Leben. Schreiben wir mehrere gewünschte Ergebnisse auf, die uns unserer Meinung nach helfen würden, diese Situationen zu lösen. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, das Ergebnis, das wir uns erhoffen, herauszuarbeiten. Dabei werden wir vielleicht feststellen, dass einige unserer Wunschergebnisse sogar im Widerspruch zueinander stehen. Der Zweck des Aufschreibens besteht einzig und allein darin, die Vorstellung aufzugeben, dass unser Glück von unseren eigenen Wunschergebnissen abhängt. Wenn wir mehrere Minuten lang unseren Geist durchsucht haben und keine gewünschten Ergebnisse mehr finden können, halten wir inne und denken über die Lektion 24 aus dem Kurs nach:
“Ich nehme nicht wahr, was zu meinem Besten ist.
In keiner Situation, die sich ergibt, bist du dir des Ergebnisses bewusst, das dich glücklich machen würde. Deshalb hast du keine Richtschnur für angemessenes Handeln und keinerlei Möglichkeit, das Ergebnis zu beurteilen. Was du tust, wird durch deine Wahrnehmung der Situation bestimmt, und diese Wahrnehmung ist falsch.”
Gehen wir nun die folgenden Fragen durch:
Öffnen wir uns nun dafür, das Streben nach diesen Zielen und die Befriedigung unserer Vorstellungen darüber, wie unser Leben verlaufen sollte, aufzugeben. Der HEILIGE GEIST lädt uns ständig ein, auf diese Weise loszulassen und den Geistesfrieden als unser Ziel und einziges Ergebnis in jeder Situation zu akzeptieren.
Es braucht Vertrauen, um zu erkennen, dass wir das Ergebnis weder kontrollieren müssen noch können. Entspannen wir uns und akzeptieren wir, dass wir in keiner Situation das Ergebnis kennen, das uns glücklich machen würde. Lassen wir uns von der Führung des HEILIGEN GEISTES leiten, und in der Akzeptanz sehen wir, dass wir das haben, was wir immer wollten - Frieden.
Nehmen wir uns jetzt etwas Zeit, um nach innen zu schauen, zu atmen und uns zu entspannen, und laden wir den HEILIGEN GEIST ein, uns bei der Vorbereitung auf unsere nächste Aufgabe zu begleiten.
Diese Übung erfordert viel mehr Ehrlichkeit, als wir es vielleicht gewohnt sind. Wir werden unsere form- und zeitbezogenen Ziele direkt ansprechen. Das können Ziele sein, denen wir viel Bedeutung beigemessen haben. Im Licht und aus der Perspektive des HEILIGEN GEISTES verlieren sie jedoch sehr wahrscheinlich einen Großteil ihrer früheren Bedeutung. Wir werden vielleicht bemerken, dass wir eine Reihe von Zielen haben, die aus Vorstellungen darüber resultieren, wie die Welt funktionieren sollte.
Wählen wir ein paar ungelöste Situationen oder Konflikte in unserem Leben. Schreiben wir mehrere gewünschte Ergebnisse auf, die uns unserer Meinung nach helfen würden, diese Situationen zu lösen. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, das Ergebnis, das wir uns erhoffen, herauszuarbeiten. Dabei werden wir vielleicht feststellen, dass einige unserer Wunschergebnisse sogar im Widerspruch zueinander stehen. Der Zweck des Aufschreibens besteht einzig und allein darin, die Vorstellung aufzugeben, dass unser Glück von unseren eigenen Wunschergebnissen abhängt. Wenn wir mehrere Minuten lang unseren Geist durchsucht haben und keine gewünschten Ergebnisse mehr finden können, halten wir inne und denken über die Lektion 24 aus dem Kurs nach:
“Ich nehme nicht wahr, was zu meinem Besten ist.
In keiner Situation, die sich ergibt, bist du dir des Ergebnisses bewusst, das dich glücklich machen würde. Deshalb hast du keine Richtschnur für angemessenes Handeln und keinerlei Möglichkeit, das Ergebnis zu beurteilen. Was du tust, wird durch deine Wahrnehmung der Situation bestimmt, und diese Wahrnehmung ist falsch.”
Gehen wir nun die folgenden Fragen durch:
- Haben wir bei unserer Untersuchung widersprüchliche persönliche oder formale Ziele gefunden?
- Sind wir in der Lage zu erkennen, dass die Betonung von Ergebnissen vom Ziel des Geistesfriedens ablenkt?
- Sind wir bereit, uns von der Vorstellung zu lösen, dass wir glauben zu wissen, was in unserem eigenen Interesse ist, damit wir lernen können, was unser bestes Interesse ist?
Öffnen wir uns nun dafür, das Streben nach diesen Zielen und die Befriedigung unserer Vorstellungen darüber, wie unser Leben verlaufen sollte, aufzugeben. Der HEILIGE GEIST lädt uns ständig ein, auf diese Weise loszulassen und den Geistesfrieden als unser Ziel und einziges Ergebnis in jeder Situation zu akzeptieren.
Es braucht Vertrauen, um zu erkennen, dass wir das Ergebnis weder kontrollieren müssen noch können. Entspannen wir uns und akzeptieren wir, dass wir in keiner Situation das Ergebnis kennen, das uns glücklich machen würde. Lassen wir uns von der Führung des HEILIGEN GEISTES leiten, und in der Akzeptanz sehen wir, dass wir das haben, was wir immer wollten - Frieden.
Die Leichtigkeit des wundersamen Flusses
Was könnten wir nicht akzeptieren, wenn wir wüssten, dass alles, was geschieht, alle Ereignisse, vergangene, gegenwärtige und zukünftige, sanft von EINEM geplant sind, DESSEN einziges Ziel unser Wohl ist? Vielleicht haben wir SEINEN Plan missverstanden, denn ER würde uns niemals Schmerz zufügen. Aber unsere Abwehr ließ uns nicht erkennen, dass SEIN liebevoller Segen in jedem unserer Schritte leuchtet. Während wir Pläne für den Tod gemacht haben, hat ER uns sanft zum ewigen Leben geführt.
Oder wie es der spirituelle Sucher John Lennon einmal formulierte: “Leben ist das, was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.”
Wir alle haben Zeiten erlebt, in denen wir geweint haben und verzweifelt waren. Aber wir kommen an einen Punkt, an dem wir wirklich lachen können. Es wird immer lustiger und lustiger. Das ist Akzeptanz. Das ist, mit dem HEILIGEN GEIST in Einklang zu sein.
Wir wissen, dass wir in Akzeptanz sind, wenn wir uns in unserem Leben hingeben: weg von Meinungen, weg von Plänen, weg von dem Versuch, die Welt, Ereignisse und Situationen zu kontrollieren. Akzeptanz fördert eine wundervolle Erfahrung des mühelosen Flusses (“flow”). Wir können erkennen, dass wir die Kontrolle losgelassen haben und uns in Akzeptanz befinden, wenn wir unser Leben und die Welt mit Leichtigkeit erleben. Wenn alles in einem Rhythmus zu sein scheint, wenn sich alles einfach einfügt und an seinen Platz fällt, und wenn wir völlig mühelos durch die Welt gleiten, dann wissen wir, dass wir in der Akzeptanz sind.
Dann befinden wir uns in jenem Geisteszustand, der im Daoismus mit dem Begriff Wu wei beschrieben wird. Die beste Übersetzung des Begriffes Wu Wei wäre wohl „Nicht-Eingreifen“, „tätiges Nichthandeln“ bzw. „Handeln durch Nicht-Handeln“.
In dem Maße, in dem das Vertrauen in die Führung wächst, nimmt auch die Fähigkeit zur Akzeptanz zu, was letztlich zu der Erfahrung führt, dass alle Dinge gleichermaßen akzeptabel sind. Dieser Zustand des Nicht-Urteilens bedeutet, dass wir alle Dinge und Erscheinungen als wirklich hilfreich für unsere Heilung sehen und akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass wir eine Art Verpflichtung gegenüber jeder Situation haben, die uns begegnet. Aber unsere Haltung wird einladend und offen, statt misstrauisch gegenüber den Dingen, die geschehen. Wir entwickeln unsere Intuition, um Unterscheidungsvermögen zu nutzen, während wir lernen, dass alles auf uns zukommt, um zu heilen.
Dieser Geisteszustand führt dazu, dass wir mehr und mehr Wunder erleben. Akzeptanz in Verbindung mit Vertrauen ist das Rezept für Wunder. Es ist unvermeidlich, dass wir Wunder erleben werden, sobald wir beginnen, dem Fluss und der Inszenierung aller Ereignisse zu vertrauen. Wir haben uns für eine ganz andere Wahrnehmung geöffnet. Wir erkennen, dass alles einen wahren Sinn und Zweck hat. Wir haben die Bedingungen für unser Leben mit dem GEIST des Wunders erfüllt, und die LIEBE siegt!
Geistesfrieden
Erst die jahrzehntelange Berufsausbildung, dann die Phase der psychologischen Selbstoptimierung. Im Beruf erfolgreich, aber die To-do-Listen werden immer länger und die zu beantwortenden E-Mails häufen sich. Und dann die Frage nach dem Sinn der beruflichen Tätigkeit, die immer drängender wird. Das erschöpft. Es nimmt die Freude und mancher wacht irgendwann auf und fragt sich: "Warum stehe ich eigentlich jeden Morgen auf und tue mir diese Tretmühle an?”Die Anstrengung, der Wahrheit den Glauben zu verweigern, ist gewaltig und weitaus größer, als uns klar ist. Merkwürdigerweise scheint für uns, die wir den Ruf unseres ERLÖSERS anerkannt haben, die Anstrengung, nicht auf SEINEN Ruf zu antworten, größer zu sein als zuvor. Doch dem ist nicht so. Zuvor war die Anstrengung da, aber wir haben sie etwas anderem zugeschrieben, da wir glaubten, dieses andere - der Beruf, die Familie, eine verrückte Welt, oder was auch immer - habe sie erzeugt. Das traf nie zu. Es war nichts als die unerträgliche Anstrengung der Weigerung, der Wahrheit Glauben zu schenken und ihre offensichtliche Wirklichkeit zu sehen.
Wenn unbewusste Überzeugungen nicht in den Vordergrund unseres Denkens gerückt werden, um sie zu betrachten und loszulassen, wiederholt sich die Vergangenheit immer wieder. Das ist kein Leben. Es ist, als wäre man ein Roboter - man steht morgens auf, putzt sich die Zähne, macht sich für die Arbeit fertig und geht einfach zur Tagesordnung über. Doch irgendwann tauchen die Fragen wieder auf: "Was mache ich hier eigentlich? Was ist der Zweck von all dem?" Oft werden diese Fragen beiseite geschoben durch all die Dinge, die man meint, tun zu müssen, die so genannten "praktischen Dinge", die einer tieferen Untersuchung im Wege stehen. Wir können diese Fragen auch einfach als Midlife-Crisis abtun und uns mit lustigen, aber bedeutungslosen Vergnügungen ablenken, aber in stillen Momenten werden wir erkennen, dass uns auch das keinen wirklichen Frieden bringt. Wir können erst dann in einen Zustand des Friedens gelangen, wenn wir tiefer gehen und uns radikal der Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens stellen.
Alles was wir brauchen ist Bereitschaft
Wir brauchen die Bereitschaft, unseren Geist zu heilen. Wir müssen bereit sein zu erkennen, wo wir Nein zum Frieden sagen. Wenn wir mit Bereitschaft und Aufrichtigkeit zu GOTT kommen, dann werden wir eine Erfahrung des Friedens, der Freiheit und der Klarheit machen, die wir uns nie vorstellen konnten oder die wir nie für möglich gehalten haben. Wir werden wirklich erkennen, wer wir sind.
Das Ego ist auf formale Ergebnisse fixiert, auf das Setzen bestimmter äußerer Ziele und das anschließende Streben nach deren Erreichung. Wenn wir das tun, sind wir dabei immer noch nicht glücklich. Dann stellt sich die Frage: "Was kommt als Nächstes?" Das Spiel "Ich werde glücklich sein, wenn..." geht weiter und weiter. Erst wenn wir erkennen, dass wir auf der Ebene der Form niemals wahres Glück finden werden, können wir uns ein ganz neues Ziel setzen - den Frieden des Geistes.
Worum wir wirklich bitten
Der Friede ist nicht immer in unserem Bewusstsein, er ist vielmehr tief in unserem Geist vergraben, überdeckt von Glaubenssätzen und Anhaftungen. Deshalb ist es auf dem Weg zum Frieden notwendig, alle unsere unbewussten Überzeugungen aufzudecken. Ganz gleich, was im Einzelnen, an der Oberfläche oder in unserem Herzen vor sich zu gehen scheint, wir fragen nie wirklich nach "Dingen". Worum wir wirklich immer bitten, ist eine Erfahrung oder ein Geisteszustand.
Selbst wenn wir uns scheinbar ein ganz bestimmtes “Ding” wünschen, sei es ein großes Auto, ein Paar neue Schuhe, eine schöne Yogamatte oder einen “Seelenpartner”, ist es nie wirklich das “Ding” an sich, das wir uns wünschen, sondern es ist ein bestimmtes Gefühl, ein bestimmter Geisteszustand, den wir uns von diesem “Ding” erhoffen. Es geht also nie um das “Ding” an sich, sondern darum, glücklich zu sein. Wenn wir das erkannt haben, ist es nur ein weiterer logischer Schritt, uns den Umweg über das “Ding” zu ersparen - der ohnehin nie wirklich funktioniert hat - und uns direkt auf den Geisteszustand zu konzentrieren.
Wie wir uns fühlen, hängt nicht davon ab, was auf der Ebene der Form geschieht. Es sind nicht die Umstände, unter denen wir leben, zum Beispiel als Single oder verheiratet. Wir fühlen uns so, weil das unser aktueller Bewusstseinszustand ist. Wir fühlen uns so, weil wir den Überzeugungen unseres Egos folgen wollen, die uns sagen, dass wir uns beispielsweise einsam, leer oder isoliert fühlen können. Wir bekommen immer das, worum wir bitten oder beten. Das bedeutet, dass wir immer genau das bekommen, worauf wir unseren Geist ausrichten. Mit anderen Worten: Wir bekommen immer das, was unserem zentralen Verlangen entspricht - Trennung oder Einheit. Die Form unseres Lebens ist einfach ein Abbild unserer inneren Überzeugungen und Wünsche, die ausnahmslos von einem inneren Geisteszustand zeugen.
Zum Glück sind wir nie machtlos gegenüber unseren Überzeugungen, denn wir können sie ändern. Wir können unsere Meinung im Handumdrehen ändern. Wir brauchen nur andere Menschen beobachten, um zu erkennen, dass Glück, Freude und Liebe nicht von den Umständen abhängig sind. Jeder, der ein Land der sogenannten Dritten Welt besucht, erkennt dies sofort. Nichts ist wirklich von den Umständen abhängig. Beispielsweise fühlen sich Menschen manchmal in einer Menschenmenge sehr einsam, aber wenn sie ganz allein im Wald spazieren gehen, empfinden sie Freude und eine Verbindung zum ganzen Universum.
Nun, es wäre wirklich seltsam, wenn Gott eine Welt erschaffen würde, in der einige Menschen glückliche Umstände und andere unglückliche Umstände haben könnten. Wäre es nicht viel vernünftiger zu denken, dass die Welt, die wir wahrnehmen, durch unsere eigene Wahl entstanden ist? Wir haben unser Leben so gewählt, wie wir es kennen. Wir haben es gemacht. Es ist wie bei dem kleinen Kind mit den Bauklötzen, das eine Burg baut, eine kleine Festung oder so etwas, das baut und dann auf das schaut, was gebaut wurde. Es hat wirklich keinen Sinn, die Umstände zu beklagen. Wir sind aus freien Stücken da. Wir haben alles in unserem Film so gewählt, wie wir es wollten. Selbst wenn es uns unerwünscht erscheint, wollte unser Ego-Selbst es auf einer gewissen Ebene so haben. Und deshalb können wir lernen, wieder zu wählen - neu zu wählen. Wir sind nicht an die Umstände gebunden, aber indem wir immer konsequenter den Frieden wählen, erhalten wir eine ganz neue Erfahrung aller Umstände und Situationen.
Die Macht des Wollens
Wenn alles, was wir erleben, da ist, weil wir es auf irgendeiner Ebene wollen, dann folgt daraus, dass nichts, was wir erleben, davon abhängt, dass wir es auf eine bestimmte Weise wollen. Anstatt uns also mit Schwächen aufzuhalten, ist es wichtig zu erkennen, wie mächtig unser Geist ist. Selbst das, was wir als ständiges Geplapper in unserem Kopf bezeichnen, dem wir sagen, es solle einfach verschwinden, hat eine starke Wirkung darauf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen.
Sobald wir die Macht unseres Wollens und die Macht unseres Gebets anerkennen, können wir anfangen, tiefer in uns zu gehen und uns zu fragen: "Hmmm... Was will ich wirklich? Was ist meine Priorität?" Wenn wir damit tiefer in uns gehen, beginnen wir zu erkennen, dass wir die Kraft unseres Wollens wirklich nutzen und auf den Geistesfrieden ausrichten wollen. Sobald wir mit der Macht unseres Wollens in Kontakt kommen, fangen wir an, unser Unterscheidungsvermögen einzusetzen. Und das ist es, wohin wir gehen, in die Zone der Unterscheidung, indem wir mehr und mehr an einen Ort gelangen, an dem wir erkennen: "Oh, ich will einen Zustand des Geistes. Was ich wirklich will, ist der Friede Gottes."
Die Worte "Ich will Frieden" zu sagen, bedeutet nichts. Aber sie zu meinen, ist alles. Wir müssen mit dem, was wir wollen, in Berührung kommen, denn es gibt keine spirituellen Klischees oder Phrasen, die uns auf magische Weise echten Frieden bringen können. Die Erfahrung des Friedens liegt nicht in einem "Abrakadabra", bei dem wir die richtigen Worte sagen müssen, um den Zauber zu lösen. Stattdessen müssen wir die gute Angewohnheit kultivieren, uns unserem Herzen zuzuwenden und wirklich aufrichtig zu sein, wenn wir etwas wollen. Fragen wir unser Herz: "Was ist es, was ich wirklich, wirklich will?" Wir kommen nicht in den HIMMEL, wenn wir sterben, denn der HIMMEL ist in uns.
“Gib die Welt auf!
Nicht aber, um zu opfern.
Du hast sie nie gewollt.
Gibt es ein Glück, das du hier suchtest, das dir nicht Schmerz gebracht hat?
War da ein Augenblick der Zufriedenheit, den du dir nicht erkauft hast mit des Leidens Münze, zu einem fürchterlichen Preis?
Die Freude kostet nichts.
Sie ist dein heiliges Recht, und das, wofür du zahlst, das ist nicht Glück.
Lass Ehrlichkeit dich auf dem Weg beflügeln, und lass deine Erfahrungen hier dich nicht nachträglich täuschen.
Sie waren nicht von einem bitteren Preis und von freudlosen Konsequenzen frei.”
(EKIW: Kapitel 30, V. 9. 4.-12.)
Nicht aber, um zu opfern.
Du hast sie nie gewollt.
Gibt es ein Glück, das du hier suchtest, das dir nicht Schmerz gebracht hat?
War da ein Augenblick der Zufriedenheit, den du dir nicht erkauft hast mit des Leidens Münze, zu einem fürchterlichen Preis?
Die Freude kostet nichts.
Sie ist dein heiliges Recht, und das, wofür du zahlst, das ist nicht Glück.
Lass Ehrlichkeit dich auf dem Weg beflügeln, und lass deine Erfahrungen hier dich nicht nachträglich täuschen.
Sie waren nicht von einem bitteren Preis und von freudlosen Konsequenzen frei.”
(EKIW: Kapitel 30, V. 9. 4.-12.)
Gegenwärtiger Frieden
Sobald wir unsere innere Untersuchung durchgeführt haben, können wir uns für die Entscheidung für echten Frieden öffnen. Dies ist eine Perspektive, die sich von modernen Formen der Spiritualität abhebt, die sich oft darauf konzentrieren, "die eigene Realität zu erschaffen oder zu manifestieren!" Sie unterscheidet sich von vielen Psychotherapien und Beratungspraktiken, die uns in unsere Vergangenheit führen, um mit unbewussten Erinnerungen und Ereignissen in Kontakt zu kommen, von denen man annimmt, dass sie die Ursache für unsere Probleme sind. Die Wahrheit ist, dass nichts aus unserer Vergangenheit oder unserer Zukunft die Ursache für ein Problem ist. Das mag radikal erscheinen, vor allem wenn wir uns auf schmerzhafte Erinnerungen oder Traumata konzentriert haben und sogar damit in Berührung gekommen sind. Die Enthüllung verdrängter Erinnerungen kann ein sehr wichtiges Sprungbrett für unsere Heilung sein und sollte nicht außer Acht gelassen werden. Diese Erinnerungen können einen wesentlichen Beitrag zur tieferen Heilung unseres Geistes und zur Öffnung unseres Bewusstseins leisten. Aber denken wir daran: Unser egoischer Geist wollte jede Erfahrung, die er jemals gemacht hat, und das Beste, was wir jetzt tun können, ist, diese Erfahrungen als Einstieg zu nutzen, um das grundlegende Problem der Trennung zu lösen und uns auf dem Weg zurück - zu dem was wir wirklich sind - zu machen.
Die Entdeckung der Macht unseres Geistes ist wichtig, um zu erkennen, dass unsere Gedanken uns immer eine Erfahrung von Frieden oder Aufruhr vermitteln. Geistesfrieden - ebenso wie Schuld, Angst und Wut - beruht auf einer gegenwärtigen Entscheidung, einer Entscheidung, die wir in diesem Augenblick treffen. Anstatt auf Hexenjagd in die Vergangenheit zu gehen oder zu versuchen, eine bessere Zukunft zu manifestieren, liegt der Fokus auf einer gegenwärtigen Entscheidung für Frieden.
In Ein Kurs in Wundern sagt Jesus: “Es muss dir aufgefallen sein, dass ein hervorstechendes Merkmal eines jeden Ziels, welches das Ego als das seine akzeptiert, das ist: Wenn du es erreicht hast, befriedigt es dich nicht. Und deshalb sieht das Ego sich gezwungen, unablässig von einem Ziel zum anderen zu wechseln, damit deine Hoffnung bestehen bleibt, es könne dir doch noch etwas bieten.” Denken wir an all die Ziele, die wir uns setzen. Man sagt uns, dass es gut ist, sich Ziele zu setzen, oder? Was sind wir also, wenn wir keine Ziele haben? Ein fauler, nichtsnutziger, mieser Penner! Jetzt arbeiten wir mit dem Kurs, und was verlangt er von uns zu tun? Gib alle Ziele auf! Es kann eine Weile dauern, so zu leben, als würden wir alle unsere Ziele aufgeben, mit Ausnahme des einzigen Ziels des gegenwärtigen Friedens. Wir assoziieren Ziele mit der Zukunft, daher fühlt sich der gegenwärtige Frieden wie eine ganz andere Art von Ziel an. Deshalb kann es am Anfang ein bisschen schwierig sein. Außerdem können wir uns darauf verlassen, dass uns das Ego sagt: "Ach was, das ist doch Verschwendung! Du könntest etwas wirklich Produktives tun. Gegenwärtiger Frieden?" Das ist es, womit wir uns auseinandersetzen müssen. Und solange wir diesen Gedanken des Zweifels hegen, wird die Welt uns diesen Zweifel spiegeln. Sei es von unseren Eltern, unseren Nachbarn oder unserem Ehepartner: "Was? Was ist dein Ziel? Dein Ziel ist der gegenwärtige Frieden?" Jeder kann es uns vorspielen, denn die Welt, die wir wahrnehmen, ist ein Spiegelbild unserer Überzeugungen. Wenn wir also Zweifel am gegenwärtigen Frieden haben, raten wir mal, wo sie auftauchen werden: überall!
Wenn wir akzeptieren, dass es unser göttliches Geburtsrecht ist, in einem beständigen Zustand des Friedens zu sein, werden wir in eine ganz neue Richtung geführt. Wir beginnen, unsere wahre Stärke anzuerkennen, und diese Stärke ist Freiheit. Das Licht wird so stark und so hell, dass die Gedanken des Egos nicht einmal mehr eindringen können! Denn die Gedanken des Egos, die Gedanken der Versuchung, können niemals in unseren unberührten, heiligen Geist eindringen, es ist lediglich unser gespaltener Geist, der uns immer wieder Unfrieden erfahren lässt.
Wachsam sein für den Frieden
Auf dem Weg gibt es viele Momente, in denen wir beobachten können, wie sich ein Teil unseres Geistes von dem Frieden, mit dem wir beginnen, in Kontakt zu kommen, entfernen will. Diese Momente auf der Reise sind wichtig, denn sie sind Gelegenheiten, die Angst zuzulassen und trotzdem dem zu folgen, was unser Herz uns wirklich sagt. Wenn wir der inneren Stimme oder dem Gefühl in unserem Herzen vertrauen, stärken wir unser Vertrauen in die Richtung des Friedens.
Diese Welt besteht aus unzähligen Ablenkungen und vorübergehenden Vergnügungen, um sich für eine kurze Zeit gut zu fühlen. Wenn wir erkennen, dass das Schwelgen in vorübergehenden Vergnügungen ein Hindernis für einen Zustand des beständigen Friedens ist, erkennen wir, dass wir einen tiefen Blick auf das werfen müssen, was wir Tag für Tag, von Moment zu Moment, wählen. Unser wahres Ziel ist es, glücklich zu sein, und nicht, etwas zu erreichen oder Besitztümer anzuhäufen. Das zu verstehen führt zu geistigem Frieden. Die Erfahrung von Freiheit ist die des Geistes und in keiner Weise von den Umständen abhängig.
Wir können uns darüber klar werden, was das Ego ist, und dann unseren Geist davon zurückziehen, indem wir konsequent den Frieden im gegenwärtigen Moment wählen. Solange wir glauben, dass das Ego uns etwas Wertvolles zu bieten hat, wird unser Geist des Friedens beraubt sein. Wir müssen sehr wachsam sein, um keine Ausnahmen zu machen. Wir sollten auch nicht akzeptieren, dass es bei jedem Problem, das uns begegnet, eine bestimmte Rangordnung der Schwierigkeiten gibt: eine Illusion ist eine Illusion, unabhängig von ihrer scheinbaren Größe. Wenn wir tiefer gehen, erkennen wir, dass wir nur das aufgeben können, was ohnehin nie wirklich war. Wir erkennen das Falsche als falsch und die Illusion als Illusion. Wenn der Widerstand gegen den Frieden beseitigt ist, leuchtet das Licht des Geistes ungehindert im Bewusstsein.
Was den Geistesfrieden möglich macht, ist das Vertrauen in den HEILIGEN GEIST. Das Vertrauen in vergangenes Lernen und Konstruktionen der linearen Zeit bedeutet, dass es eine Angst vor dem HEILIGEN GEIST gibt, eine Angst vor der Liebe. In dem Maße, in dem wir an vergangenem Lernen festhalten wollen, werden wir nicht in der Lage sein, im gegenwärtigen Frieden zu ruhen. Dies sind die Phasen, die die meisten von uns durchlaufen, bevor sie zum Frieden zurückfinden:
- Zuerst kommen die Vorlieben und Abneigungen. Wir beginnen, uns ihrer bewusst zu werden und zu sehen, wie wir mehr von unseren Vorlieben und weniger von unseren Abneigungen haben möchten.
- Dann gehen wir ein wenig weiter und beginnen zu spüren, dass unser Geist mächtig ist und dass wir mehr von dem, was wir mögen, und weniger von dem, was wir nicht mögen, hervorbringen können (Manifestation).
- Dann gehen wir noch ein bisschen höher und beginnen zu erkennen, dass unser Geist sehr mächtig ist; er ist der Schöpfer dieses Traums.
- Wenn wir erkennen, dass wir dachten, wir mögen dies und wir mögen jenes nicht, aber wir wissen wirklich nicht, was wir wollen, wird es demütig. Jetzt sind wir offen für Geistesfrieden und dafür, dass uns eine Erfahrung geschenkt wird, die weit über unser bisheriges Lernen hinausgeht. Wir fangen an, unseren mächtigen Geist zu benutzen, um nur das zu erfahren, was wir wirklich wollen: Geistesfrieden.
Die einzige Möglichkeit, diese Welt richtig und friedlich zu erleben, ist die Einheit des Ganzen. Aber das ist im Allgemeinen nicht unsere Erfahrung, wenn wir uns mit alltäglichen Problemen und Situationen auseinandersetzen. Denken wir an die 1001 Erfahrungen, die wir in letzter Zeit gemacht haben. Wenn wir eines dieser Erlebnisse abspalten und denken, dass daran etwas falsch ist oder dass etwas besser oder anders hätte sein können, dann sehen wir mit dem Ego, das immer versucht, Situationen durch Abspaltung zu lösen. Jesus verwendet dafür im Kurs häufig das Wort Fragmentierung.
Wenn wir unser Ziel auf Frieden und Wahrheit umstellen, verändert sich die gesamte Perspektive des Universums. Auch wenn die Probleme scheinbar fortbestehen, werden wir sie nicht aus einer Perspektive der Fragmentierung erleben und sie nicht als fragmentierte Themen an und für sich sehen. Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, die Blockaden des Geistesfriedens zu lösen, werden wir einen Fluss der Führung erfahren, wie wir mit jedem einzelnen Problem umgehen können, das auftaucht. Wir werden Probleme nur als ein Drehbuch sehen, das sich auf einer Leinwand abspielt und uns zurück zum Frieden bringt. Wir werden unsere Macht nicht mehr an etwas abgeben wollen, das uns den Frieden raubt. Damit haben wir unsere Perspektive völlig verändert.
Da das Problem im Geist liegt, kann es nur im Geist gelöst werden. Das Ego hat die Welt geschaffen, um spezifische Probleme zu erzeugen, die keine Antworten haben. Es schafft unmögliche Probleme ohne echte Lösungen.
Wenn wir unseren Geist dem HEILIGEN GEIST überlassen und nach einer ganz neuen Sichtweise - einer neuen Vision - fragen, dann gehen wir wirklich nach innen zur wahren Lösung. Wir sind hier, um zu einer friedlichen Grundlage und Erfahrung zurückzukehren. Das ist sehr praktisch. Wir müssen nur vertrauen und bereit sein, Dinge und Ideen zu verlernen, die wir für solide Fakten über uns und die Welt hielten. Das Ergebnis ist ein ruhiger Geist. Geistesfrieden ist kein kleines Geschenk an uns selbst - er ist alles. Können wir uns überhaupt vorstellen, wie es wäre, immer vollkommen friedlich, ruhig und gelassen zu sein? Genau dafür ist die Zeit da - um genau das zu lernen und nichts weiter. Wir können es uns erlauben, aufgeschlossen und flexibel zu sein, wenn wir tiefer und tiefer in unsere Praxis einsteigen. Wir können loslassen und in einem Zustand heiterer Gelassenheit sehr friedlich sein.
Wenn wir nach innen gehen, um Frieden im Geiste zu erfahren, indem wir uns in ihn hineinsinken lassen und fühlen, wie er uns umschließt, mag die Versuchung aufkommen, diese Bemühungen mit Rückzug zu verwechseln. Der Unterschied ist aber leicht erkennbar. Wenn wir Erfolg haben, werden wir ein Gefühl der intensiven Freude und erhöhten Wachheit spüren statt des Gefühls der Schläfrigkeit und Schwächung. Freude ist das Merkmal des Friedens. Diese Erfahrung gibt uns zu erkennen, dass wir ihn erlangt haben.
Das Ziel setzen, um den Frieden zu erreichen
In Ein Kurs in Wundern gibt es einen Abschnitt mit dem Titel "Das Ziel festsetzen", in dem erklärt wird, dass wir, wenn wir in jeder Situation das Ziel des Friedens in den Vordergrund stellen, alles und jeden als Unterstützung für dieses Ziel wahrnehmen werden. Frieden als Ziel festzusetzen ist etwas, das wir ganz am Anfang jeder Aktivität tun können. Der Wert der Entscheidung für den Frieden im Voraus besteht einfach darin, dass wir die Situation als Mittel wahrnehmen, um die Entscheidung (den Frieden des Geistes) zu verwirklichen. Das bedeutet, dass die Wahrnehmung nicht mehr für unseren Geisteszustand ausschlaggebend sein muss.
Wenn wir unseren Geist im Voraus einstellen, konzentrieren wir uns auf das, was wir wollen. Auf diese Weise können wir die Zeit für den einzig wahren Zweck - für Heilung - nutzen. Der getrennte Geist glaubt an die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, obwohl es eigentlich nur das ewige Jetzt gibt. Der Glaube, dass Probleme durch vergangene Ereignisse verursacht werden, ist ein Zugeständnis an die Vorstellung des Egos von Trennung und lenkt den Geist davon ab, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein. Frieden ist in Wirklichkeit eine gegenwärtige Entscheidung, und der Glaube, dass vergangene Ereignisse uns beeinflussen oder daran hindern können, jetzt Frieden zu erleben, ist nur Widerstand gegen den gegenwärtigen Augenblick. Wenn unser Geist auf Frieden als unser einziges Ziel ausgerichtet ist, können wir nicht anders, als den Kosmos als einheitlich und daher friedlich zu sehen. Das zeigt, wie mächtig unser Geist wirklich ist! Es zeigt, wie wichtig es ist, uns auf das zu konzentrieren, was wir wirklich wollen, auf das, was wirklich hilfreich für uns ist.
Geistfrieden ist unser einzig wahres Ziel und damit zugleich auch der Prüfstein auf dem Weg des spirituellen Erwachens. Wenn wir völlig frei von jeder Art von Angst sind und all jene, die uns begegnen, an unserem vollkommenen Frieden teilhaben, dann können wir sicher sein, dass wir GOTTES Lektion gelernt haben. Der Prüfstein, an dem wir erkennen, ob wir verstanden haben, wird sein, wenn wir merken, dass nichts über unseren Geistesfrieden obsiegen kann.
Der beobachtende Geist
Unbewusste Überzeugungen ins Bewusstsein zu heben, ist tiefe, innere Arbeit. Es erfordert eine Menge Bereitschaft und Demut. Das ist der Grund, warum Affirmationen nicht wirklich funktionieren. Zum Beispiel ist die Bestätigung, dass man geliebt wird, dass man liebt und glücklich ist, ohne einen tiefen Blick auf die Dunkelheit und den Selbsthass zu werfen, nicht mehr als eine vorübergehende Lösung, die bestenfalls die Inspiration anspornen kann, etwas tiefer zu gehen.
Es bedarf einer Menge Übung, Entleerung und Klärung, um herauszufinden, was sich hinter den kleinen Unzufriedenheiten verbirgt, die wir spüren. Es gibt eine Wurzel, die viel tiefer geht, die Wurzel, die uns in die Erfahrung von Schuld hinabführt.
Vielleicht beginnen wir zu erkennen, dass der Weg, Frieden zu erfahren, darin besteht, die Welt einfach zu beobachten. Das Zurücksinken in die weiche und sanfte Präsenz des inneren Beobachters ist der ganze Zweck der spirituellen Reise. Der Beobachter zu sein und in der Lage zu sein, alles zu beobachten, sich nicht in die sterbliche Aufregung zu verstricken und nicht einmal eine Meinung darüber zu haben oder das Gefühl zu haben, daran teilnehmen zu müssen, ist unser Ziel. Wenn wir im GEIST sind, sind wir wirklich jenseits der Zeit. Die Zeit vergeht, ohne dass sie uns berührt. Wir sind nicht wirklich ein Reisender durch Zeit und Raum, sondern wir reisen durch Ideen, Konzepte und Überzeugungen, bis wir das Ufer der Ruhe und des tiefen Friedens erreichen.
“Jesus spricht: »Werdet Vorübergehende.«”
(Thomas-Evangelium, Logion 42)
(Thomas-Evangelium, Logion 42)
“Hab heute keine Angst, die Stimmen der Welt zu übergehen. Geh leichtfüßig an ihrer bedeutungslosen Überredungskunst vorbei. Hör nicht auf sie. Sei heute still und höre auf die Wahrheit. Geh an allem vorbei, was nicht von IHM spricht, DER dein Glück in SEINER HAND hält, die ER dir in Willkommen und in Liebe entgegenstreckt.”
(EKIW: Lektion 106, 3. 1.-5.)
“Der einzige Zweck, den diese Welt enthält und der deines Geistes würdig ist, ist der, dass du an ihr vorbeigehst, ohne dich damit aufzuhalten, dort Hoffnung wahrzunehmen, wo es keine gibt.”
(EKIW: Lektion 128, 2. 3.)
“Des HIMMELS Unveränderlichkeit ist in dir, so tief im Innern, dass alle Dinge dieser Welt einfach nur unbemerkt und ungesehen vorübergehen. Die stille Unendlichkeit des Friedens ohne Ende umgibt dich sanft mit ihrer zärtlichen Umarmung, die so stark und ruhig und so friedlich ist in ihres SCHÖPFERS Macht, dass nichts den heiligen SOHN GOTTES in dir stören kann.”
(EKIW: Kapitel 29, V. 2. 3.-.)
Der WILLE GOTTES
Das Ego erschrickt, wenn es vom WILLEN GOTTES hört, denn das Ego versteht die Wahrheit nicht. Die Projektion des Ego lässt es so erscheinen, als sei der WILLE GOTTES außerhalb von uns und somit nicht der unsere. Nach dieser Deutung erscheint es möglich, dass der WILLE GOTTES und der unsere miteinander in Konflikt sind. Es mag dann den Anschein haben, als fordere GOTT etwas von uns, was wir nicht geben wollen, und als entzöge ER uns dadurch das, was wir haben wollen.“Angst vor dem WILLEN GOTTES ist eine der sonderbarsten Überzeugungen, die der menschliche Geist jemals gemacht hat. Sie hätte unmöglich auftreten können, wenn der Geist nicht bereits zutiefst gespalten gewesen wäre, wodurch es möglich wurde, dass er vor dem Angst empfinden konnte, was er wirklich ist. Die Wirklichkeit kann nur Illusionen »bedrohen«, da die Wirklichkeit nur die Wahrheit aufrechterhalten kann. Gerade die Tatsache, dass der WILLE GOTTES - der das ist, was du bist - als furchterregend wahrgenommen wird, zeigt auf, dass du vor dem, was du bist, Angst hast. So ist es denn nicht der WILLE GOTTES, vor dem du Angst hast, sondern der deine.”
(EKIW: Kapitel 9, I. 1.)
Der Glaube, wir könnten tatsächlich gegen den WILLEN GOTTES wollen und handeln, ist die größenwahnsinnige Illusion, die dem gesamten Größenwahn des Ego zugrunde liegt. Denn durch sie wird GOTT SELBST verändert und unvollständig gemacht. Die Erlösung dieser wahnsinnigen Idee ist der WILLE GOTTES. Der WILLE GOTTES kann in nichts versagen. Letztendlich muss sich jeder an den WILLEN GOTTES erinnern, weil letztendlich jeder sich selbst wiedererkennen muss. Dieses Wiedererkennen ist das Wiedererkennen, dass sein Wille und der WILLE GOTTES eins sind. Der WILLE GOTTES ist in Wirklichkeit der einzige WILLE. Der WILLE GOTTES ist alles, was es gibt.
“Hier ist das Paradox, das dem Machen der Welt zugrunde liegt. Diese Welt ist nicht der WILLE GOTTES, und somit ist sie nicht wirklich. Die aber denken, sie sei wirklich, müssen dennoch glauben, dass es einen andern Willen gibt, und zwar einen, der zu gegenteiligen Wirkungen führt als jene, die ER will. Fürwahr unmöglich; doch jeder Geist, der auf diese Welt schaut und sie als gewiss, fest, vertrauenswürdig und wahr beurteilt, glaubt an zwei Schöpfer - oder an einen: sich allein. Nie aber an einen GOTT.”
(EKIW: Lektion 166, 2.)
Was ist der WILLE GOTTES? ER will, dass SEIN SOHN alles hat. Und dafür hat ER gebürgt, als ER ihn als alles schuf. GOTTES WILLE ist die Ausdehnung vollkommenen Glücks, gleichbedeutend mit der Ausdehnung der LIEBE GOTTES. Es gibt keinen Willen außer dem WILLEN der LIEBE. Unser wahrer Wille ist der WILLE GOTTES. Wir sind der WILLE GOTTES. Und wenn wir nach innen gehen, spüren wir sehr deutlich, dass wir nur das wahrhaftig wollen, was auch GOTT will. Wenn wir gelernt haben, dass unser Wille GOTTES WILLE ist, könnten wir ebenso wenig ohne IHN sein wollen, wie ER wollen könnte, ohne uns zu sein. Das ist Freiheit, und das ist Freude.
Glück
Was wir im Zustand der Ego-Identifikation unter Glück und Zufriedenheit verstehen, hat zwei Ursachen. Die erste ist eine völlige Unbewusstheit und Abstumpfung des gespaltenen Geistes, die dazu führt, dass wir den Schmerz der Trennung einfach nicht fühlen. Wir verlieren uns in den Spielen dieser Welt, um unsere Zeit zu füllen und unsere Trauer von uns fernzuhalten. Oder wir verleugnen, dass wir traurig sind und sehen unsere Tränen nicht.
"You remind me, I live in a shell
Safe from the past and doin' okay
But not very well
No jolts, no surprises
No crisis arises, my life goes along as it should
It's all very nice
But not very good"
(Ready to Take a Chance Again - Barry Manilow)
Safe from the past and doin' okay
But not very well
No jolts, no surprises
No crisis arises, my life goes along as it should
It's all very nice
But not very good"
(Ready to Take a Chance Again - Barry Manilow)
Die zweite Ursache für die egoische Erfahrung von Glück und Zufriedenheit speist sich aus dem Vergleichen und dem Konzept des positiven Denkens. Es bedeutet einerseits, sein Glück in einem Gewinn zu sehen, der auf dem Verlust eines anderen beruht, oder andererseits, zu versuchen, zufrieden zu sein, weil ein anderer mehr als wir zu leiden scheint. Wie jämmerlich und wie missbilligend solche Gedanken sind! Denn wer könnte weniger leiden, weil er einen anderen mehr leiden sieht?
“Du, der du dem Elend hingegeben bist, musst zuerst begreifen, dass du elend und nicht glücklich bist. Der HEILIGE GEIST kann ohne diesen Kontrast nicht lehren, denn du glaubst, Elend sei Glück.”
(EKIW: Kapitel 14, II. 1. 2.-3.)
Der Kern der Lehre des Buddha sind „Die Vier Edlen Wahrheiten“. Die erste Wahrheit besagt: Das Leben ist Leiden. Buddha meint damit genau das, was Jesus mit dem oben zitierten Text meint, nämlich dass das, was das Ego und damit die Welt unter Leben versteht, unvollkommen, unbefriedigend und dem Leiden unterworfen ist. Dies ist zu durchschauen! Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Anhaftungen (Form/Körper, Gefühle, Wahrnehmungen, mentale Formation, Bewusstsein) sind Leiden.
Was das Ego unter Glück und Frieden versteht, ist nicht das Glück und der Frieden GOTTES. Solange wir noch keine mystische Erfahrung gemacht haben, bleibt uns nichts anderes übrig, als das zu glauben. Wenn wir einmal einen Moment der Verbindung mit GOTT erlebt haben, haben wir erkannt, dass das Ziel unserer Reise mit nichts in dieser Welt zu vergleichen ist, aber auch dann müssen wir wachsam und im Geist hungrig bleiben, um uns nicht wieder von den Angeboten des Egos einlullen zu lassen.
Vollkommene Freude, ewige und grenzenlose Liebe sowie reine Glückseligkeit sind ein und dasselbe. Es ist unsere Wirklichkeit als KIND GOTTES. Doch wir haben uns mit dem Ego identifiziert und eine Ersatzwelt gemacht. Nun suchen wir in dieser Ersatzwelt nach Freude, Liebe und Glück. Das ist Wahnsinn, denn hier sind sie nicht zu finden.
Wir haben uns also für Wahrnehmung statt Erkenntnis entschieden. Das Grundgesetz der Wahrnehmung lässt sich folgendermaßen in Worte fassen: “Wir freuen uns über das, was wir sehen, weil wir es sehen, um uns zu freuen.” Und solange wir glauben, Leiden und Sünde würden uns Freude bringen, so lange werden sie für uns zu sehen sein. Nichts ist, getrennt von unseren Wünschen, schädlich oder wohltätig. Es ist unser Wunsch, der es zu dem macht, was es in seiner Wirkung auf uns ist. Weil wir es als ein Mittel wählten, um ebendiese Wirkungen zu erzielen, von denen wir glauben, sie würden Freude und Frohlocken bringen.
Solange wir von irgendetwas in dieser Welt Freude – und damit Glück – erwarten, werden wir auch Situationen (-> Mittel) schaffen, die uns das scheinbar bringen. Solange wir an diesem Spiel festhalten, werden wir nie erkennen, dass wir in Wahrheit vollkommene Freude, ewige und grenzenlose Liebe sowie reine Glückseligkeit sind. Wir bleiben dann weiterhin Sklaven scheinbar äußerer Umstände.
Es zeigt im Grunde eine falsche Sicht der Dinge, wenn wir sagen: "Das und das macht mich glücklich." Dann sieht es nämlich so aus, als entspringe das Glück dem, was wir tun, und das stimmt nicht. Das Glück entspringt nicht dem, was wir tun, sondern sie fließt ein in das, was wir tun, und dadurch fließt sie aus unserem tiefsten Inneren in die Welt. Der Trugschluss, dass Glück von dem abhängt, was wir tun, ist weit verbreitet, aber gefährlich, weil er uns glauben lässt, dass unser Glück von etwas anderem, etwas außerhalb von uns selbst kommen kann. Das ist eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.
Ein Beispiel: Wir versuchen ständig, eine Umgebung zu schaffen, die wir mit Glück in Verbindung bringen, und sind daher ständig am Machen und Tun, anstatt uns im Hier und Jetzt einfach unserer göttlichen Glückseligkeit in unserem Innersten bewusst zu werden. Wir organisieren nette Abende mit Kerzen und Räucherstäbchen und unseren sogenannten Lieblingsmenschen, um uns zumindest für ein paar Stunden glücklich zu fühlen. Wenn wir am nächsten Morgen in der U-Bahn zur Arbeit sitzen, ist das jedoch alles wieder vorbei.
Die Suche nach weltlichem Glück führt immer ins Leid, führt immer in den Tod, führt immer zum Scheitern, einfach weil wir versuchen, dort Glück zu finden, was nur existiert, um wahres, d.h. vollkommenes Glück zu verhindern. Und alles, was nicht vollkommene Liebe und Glückseligkeit ist, ist Leiden.
Erst wenn wir erkennen, dass dieser grundsätzliche Irrtum das Problem ist, werden wir einen Punkt erreichen, an dem wir noch vor jeder Handlung, auf die wir uns einlassen, ohne Ritual, ohne Anstrengung, ohne die großen Shows und Darstellungen, dem Abbrennen von Räucherstäbchen und dem Entzünden von zig Kerzen, und all die Gregorianischen Gesänge oder hinduistischer Mantren oder was immer wir wählen - ohne irgendetwas davon - im stillen Tempel unseres Herzens, die einfache Wahl treffen werden in diesem Moment nur LIEBE (= GLÜCK) zu lehren.
“GOTTES WILLE für mich ist vollkommenes Glück.”
(EKIW: Lektion 101)
(EKIW: Lektion 101)
Wir müssen uns bewusst machen, dass wir in unserem Leben genau eine “Sünde“ begangen haben, und zwar immer wieder dieselbe “Sünde“. Diese “Sünde“ besteht darin, dass alles, was wir jemals getan haben (unsere Absichten und Ziele), aus dem naiven und im Grunde unschuldigen Gedanken heraus entstanden ist, dass es uns Glück bringen würde. Es ist sehr wichtig, dies zu wissen und zu erkennen, dass wir damals so gehandelt haben, weil wir dachten, dass es notwendig für unser Überleben war, und dass unser Überleben notwendig für unser Glück war.
Das Streben nach Glück ist die Grundlage aller menschlichen Emotionen. Tatsächlich ist die Grundannahme, die grundlegendste und ursprünglichste Illusion von allen, dass der Körper die Quelle unseres Glücks ist. Daher ist die Angst vor dem Tod in Wirklichkeit: “Wenn ich den Körper verliere, verliere ich die Quelle des Glücks. Ich verliere das Bewusstsein selbst.“
Somit gilt für alle unsere Mitmenschen, dass sie entsprechend ihres aktuellen Weltbildes ihr Bestes geben, um glücklich zu werden. Das gilt absolut für jeden Menschen, selbst für einen Bankräuber oder einen Mörder. Im Moment weiß sich der Mensch nicht anders zu helfen. Er kennt keine bessere Lösung, denn würde er eine kennen, würde er sie wählen. Akzeptieren wir, dass das, was wir alle ersehnen, Glück ist. Die Suche danach ist absolut berechtigt; die meisten suchen nur an der falschen Stelle. Wenn wir eines Tages in Folge einer mystischen Erfahrung oder auch nur durch Glauben erkennen, dass das wahre Glück, das vollkommene Glück, nicht von dieser Welt ist und gleichbedeutend mit der LIEBE GOTTES ist, dann werden wir nur noch danach trachten.
Die einzige Frage, die wir uns dann bei allem stellen werden, ist: „Wozu dient es?” Ziele, die auf ein bestimmtes Ergebnis ausgerichtet sind, werden uns nicht glücklich machen. Glück hängt davon ab, ob wir unseren Zweck der Heilung im Auge behalten. Es hat nichts mit der Welt zu tun. Diesem ZWECK zu folgen, bringt uns direkt zur SÜHNE (Prozess der Berichtigung).
Schließlich erreichen wir einen Punkt, an dem wir jeden Gedanken an zukünftige Ziele, Analysen der Vergangenheit und Versuche, die Welt zu verändern oder eine bessere Zukunft zu gestalten, aufgeben. Das sind alles schlechte Gewohnheiten, weil sie egoische Gewohnheiten sind. Sie sind allesamt Versuche, das zu ändern, was einfach nur Vergangenheit ist. Letzten Endes können wir die Vergangenheit nicht ändern, wir können ihr nur vergeben. Wir können sie nur loslassen.
Das geht wirklich in die Tiefe. Unser Alltag beginnt, mehr wie ein Märchen zu erscheinen. Er wird immer surrealer, weil unser Geist nicht mehr auf das Ergebnis ausgerichtet ist. In der Tat erkennen wir, dass wir nicht einmal wissen, was ein gutes Ergebnis ist. Was würde das überhaupt bedeuten? Wenn alle Ergebnisse gleich sind, warum sollten wir dann denken, dass es bessere Ergebnisse gibt, die wir anstreben, und schlechtere, die wir vermeiden sollten? Wir geben diesen Glauben auf. Wir geben unsere Ziele für die Zukunft auf, die mit Produktivität oder der Weltverbesserung zu tun haben. Stattdessen entscheiden wir uns dafür, im Moment zu sein und ihn in vollen Zügen zu genießen.
Wir sind also wieder bei der Freude. Der HEILIGE GEIST sagt: „Genieße, genieße, genieße! Nimm es nicht ernst. Nimm keine der scheinbaren Entscheidungen in der Welt ernst. Akzeptiere, akzeptiere, akzeptiere.” Es ist sehr erholsam. Wir können es nicht vermasseln. Am Ende kommen wir zur völligen Akzeptanz und sehen, dass wir nie wirklich einen Fehler gemacht haben. Es gibt keine Sünde. Diese Erkenntnis ist die Akzeptanz der SÜHNE.
Der glückliche Schüler
Bin ich bereit, den Willen Gottes zu erfüllen? Lektion 101: “GOTTES WILLE für mich ist vollkommenes Glück.” Wenn ich den Zustand des vollkommenen Glücks noch nicht erreicht habe, muss ich mir zumindest ehrlich die Frage stellen: Bin ich ein glücklicher Schüler? Was ist ein glücklicher Schüler? Ein glücklicher Schüler ist ein bereitwilliger Schüler.
Es ist wie im Schwimmbad an der großen Wasserrutsche. Der Bademeister erklärt uns ganz genau, was zu tun ist: Wir dürfen keine Körperteile außerhalb der Rutsche haben und wir dürfen nicht mit den Händen nach der Rutsche greifen. Stattdessen sollen wir uns einfach vom Strom des Wassers tragen lassen. Ganz egal, ob das Wasser nun schneller oder langsamer fließt, ob die Rutsche gerade verläuft oder eine Kurve macht. Einfach von der Rutsche führen lassen und dem vorgegebenen Weg folgen. Das Ergebnis wird sein, dass wir unten im warmen, wohligen Wasser landen – glücklich wie ein zufriedenes Baby im Mutterleib. Es wird nur anstrengend, wenn wir versuchen, einzugreifen, zu bremsen oder einen anderen Weg als den vorgegebenen zu nehmen.
Alles Weitere zu diesem Thema findet sich unter: EKIW: Kapitel 14, II. “Der glückliche Schüler”
Bin ich bereit, den Willen Gottes zu erfüllen? Lektion 101: “GOTTES WILLE für mich ist vollkommenes Glück.” Wenn ich den Zustand des vollkommenen Glücks noch nicht erreicht habe, muss ich mir zumindest ehrlich die Frage stellen: Bin ich ein glücklicher Schüler? Was ist ein glücklicher Schüler? Ein glücklicher Schüler ist ein bereitwilliger Schüler.
Es ist wie im Schwimmbad an der großen Wasserrutsche. Der Bademeister erklärt uns ganz genau, was zu tun ist: Wir dürfen keine Körperteile außerhalb der Rutsche haben und wir dürfen nicht mit den Händen nach der Rutsche greifen. Stattdessen sollen wir uns einfach vom Strom des Wassers tragen lassen. Ganz egal, ob das Wasser nun schneller oder langsamer fließt, ob die Rutsche gerade verläuft oder eine Kurve macht. Einfach von der Rutsche führen lassen und dem vorgegebenen Weg folgen. Das Ergebnis wird sein, dass wir unten im warmen, wohligen Wasser landen – glücklich wie ein zufriedenes Baby im Mutterleib. Es wird nur anstrengend, wenn wir versuchen, einzugreifen, zu bremsen oder einen anderen Weg als den vorgegebenen zu nehmen.
Alles Weitere zu diesem Thema findet sich unter: EKIW: Kapitel 14, II. “Der glückliche Schüler”
Das Verlangen nach vollkommenem Glück wird in der Welt des Egos als arrogant angesehen, aber in Wahrheit ist es umgekehrt: Es ist arrogant, sich dem WILLEN GOTTES widersetzen zu wollen.
“Wenn GOTTES WILLE für dich vollkommener Frieden und vollkommene Freude ist und du nicht nur dies erfährst, dann lehnst du es offenbar ab, SEINEN WILLEN anzuerkennen.”
(EKIW: Kapitel 8, IV. 1. 1.)
GOTT, DER die LIEBE ist, ist auch das Glück. Wer das göttliche Glück sucht, kann nicht scheitern, weil er die Wahrheit sucht und weil GOTT alles ist, was wirklich ist. Die Suche nach dem Glück und damit nach der LIEBE ist das, was uns Menschen alle vereint. Vollkommenes Glück und damit wahre LIEBE sind unser gemeinsames Erbe.
“GOTT will, dass du jetzt vollkommen glücklich bist. Kann es sein, dass das nicht auch dein Wille ist? Und kann es sein, dass das nicht auch der Wille deiner Brüder ist? Bedenke also, dass ihr in diesem gemeinsamen Willen alle vereint seid, und nur darin. Es mag Meinungsverschiedenheiten über alles andere geben, aber nicht darüber.”
(EKIW: Kapitel 9, VII. 1. 8.-10. & 2. 1.-2.)
Und so erinnern wir uns, dass die Träume dieser Welt nichts enthalten, was wir wirklich wollen, weil sie uns nicht das vollkommene Glück GOTTES bringen, und wir beten:
“VATER, die Wahrheit gehört mir. Mein Zuhause ist im HIMMEL festgesetzt durch DEINEN WILLEN und den meinen. Können Träume mich zufrieden stellen? Können Illusionen mir Glück bringen? Was außer der Erinnerung an DICH kann DEINEN SOHN befriedigen? Ich will nicht weniger annehmen, als was DU mir gegeben hast. Ich bin von DEINER LIEBE umgeben, ewig still, ewig sanft und ewig sicher. Der SOHN GOTTES muss so sein, wie DU ihn schufst.”
(EKIW: Lektion 272, 1.)
“Mein Teil ist wesentlich für GOTTES Heilsplan.”
“Der WILLE GOTTES für dich ist vollkommenes Glück. Weshalb solltest du beschließen, dich SEINEM WILLEN zu widersetzen?”
“Deine Freude muss vollkommen sein, damit SEIN Plan für die verständlich wird, zu denen ER dich schickt. Sie werden ihre Funktion in deinem strahlenden Antlitz sehen und in deinem glücklichen Lachen hören, wie GOTT sie ruft.”
“Du bist tatsächlich wesentlich für GOTTES Plan. Ohne deine Freude ist SEINE Freude unvollständig. Ohne dein Lächeln kann die Welt nicht erlöst werden. Solang du traurig bist, ist das Licht, das GOTT SELBST zum Mittel bestimmte, die Welt zu erlösen, trüb und glanzlos, und niemand lacht, weil jedes Lachen nur ein Echo deines Lachens sein kann.”
“Die Boten GOTTES sind voller Freude, und ihre Freude heilt Leid und Verzweiflung. Sie sind Beweis dafür, dass GOTT vollkommenes Glück für alle will, die ihres VATERS Gaben als die ihren akzeptieren.”
(EKIW: Lektion 100, Auszug)
Liebe
Stimmt es nicht, dass das, wonach wir uns am meisten sehnen, Liebe ist? Ist es nicht wahr, dass wir versuchen oder zumindest hoffen, dass jede Beziehung, egal wie kurz, egal welcher Form, dass jede Reise, dass jede Unternehmung uns die Erfahrung von Liebe erlauben wird? Ist es nicht wahr, dass die großartigsten Erfahrungen, die wir gemacht haben, solche waren, die die Zellen des Körpers mit Liebe zu überfluten schienen, mit einer großartigen Glückseligkeit und Liebe? Alles, was wir brauchen, ist Liebe. Liebe erfüllt alle Dinge. Liebe nimmt alle Dinge an. Liebe heilt alle Dinge und Liebe transformiert alle Dinge.
“All You Need Is Love”
(The Beatles)
(The Beatles)
All You Need Is Love, der Song von John Lennon und Paul McCartney aus dem Jahr 1967, wurde innerhalb eines Monats komponiert und veröffentlicht. Es repräsentierte perfekt die Atmosphäre des Summer of Love im Jahr 1967, jener Zeit, in der auch Ein Kurs in Wundern in die Welt kam. Die Hippies repräsentierten den Ruf einer ganzen Generation nach Liebe. Ein Kurs In Wundern ist die Antwort darauf.
[Anmerkung: Im Kurs wird die Großschreibung von “LIEBE” nur dann verwendet, wenn sich der Begriff direkt auf GOTT bezieht. Im Folgenden verwende ich die Großschreibung auch für jene menschliche Erfahrung von Ekstase, die nicht vom Ego stammt. Auf dem Weg des spirituellen Erwachens geht es zunächst einmal um die Unterscheidung zwischen dem, was das Ego unter Liebe versteht, und jener völlig unpersönlichen Ekstase unseres Herzens, wenn wir uns GOTT nähern. Die LIEBE GOTTES entzieht sich ohnehin jeder Beschreibung.]
Akzeptieren wir diese WAHRHEIT, dass das, was wir über alle Dinge hinaus ersehnen, die lebendige Erfahrung von LIEBE ist. Dann sind wir motiviert, nur noch danach zu suchen, dann sind wir bereit, alle Blockaden, die uns von dieser Erfahrung zu trennen scheinen, auflösen zu lassen! Ja - es gibt sie, die große LIEBE! Wir müssen nur akzeptieren, dass wir bisher nicht nach der wahren LIEBE gesucht haben. Wir haben nach dem Ersatz des Egos für die Liebe gesucht, aber nicht nach der einzigen LIEBE die es gibt, der LIEBE GOTTES. Was also scheint uns von der LIEBE GOTTES zu trennen?
“Du erkennst die Bedeutung der Liebe nicht, und das ist deine Behinderung.”
(EKIW: Kapitel 12, V. 6. 1.)
(EKIW: Kapitel 12, V. 6. 1.)
Zwei Grundüberzeugungen bilden die Basis dessen, was das Ego unter Liebe versteht: Die erste ist, dass die Liebe begrenzt ist - Freunde, Familie, Kinder, Ehemann, Ehefrau. Und die zweite ist, dass es verschiedene Arten von Liebe gibt. Unseren Ehemann oder unsere Ehefrau lieben wir auf die eine Art, unsere Kinder lieben wir auf eine andere Art, und unsere Eltern, unsere Familie, unsere Lehrer lieben wir wieder anders, und dann unsere Freunde wieder anders.
Die vielleicht wahnsinnigste aller Überzeugungen zum Thema Liebe ist die, dass wir scheinbar verlieren können, was wir lieben. Wenn wir an eine Mutter denken, deren kleines Kind stirbt, oder an ein kleines Kind, dessen Mutter stirbt, dann wird klar: Eine derart grausame Welt hätte GOTT, der die LIEBE ist, nie erschaffen.
Sex wird häufig auch mit Liebe verwechselt. Wir sprechen dann von “Liebe machen”. Die “Liebe” des Egos ist voller Leidenschaft und Anhaftung. Diese “Liebe” ist nicht wirkliche LIEBE. Diese “Liebe” ist nur ein Vorhang, hinter dem sich Leidenschaft, Anhaftung und Sex verbergen. Nach außen hin nennen wir es Liebe, innen ist es etwas anderes.
Dass „Liebe“ für das Ego bestenfalls eine Art Tauschhandel ist und immer mit Tun und wenig mit SEIN zu tun hat, zeigt auch das Modell der Fünf Sprachen der Liebe des baptistischen Pastors, Beziehungsberaters und Bestsellerautors Gary Chapman. Es zeigt darüber hinaus den zentralen Glauben des Egos an verschiedene Arten von Liebe und seine Verknüpfung von Liebe und Opfer. Dahinter steht die Vorstellung, dass der andere Mensch dazu da ist, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Chapmans Buch gilt zwar als Standardwerk in der Paarberatungs- und Coaching-Szene, eignet sich aber hervorragend für Unterstellungen von Liebesmangel, Forderungen nach artgerechter Liebe und alle anderen Manipulationsversuche des Egos. Es ist die “Liebe”, die der Beweise auf der Ebene der Form bedarf: “Wenn er mir Geschenke macht, dann liebt er mich!“, „Wenn wir jede Woche vier Mal Sex haben, dann liebt sie mich!“, „Wenn wir täglich stundenlange Gespräche führen und er mir immer wieder sagt, wie sehr er mich bewundert, dann liebt er mich!“ Dieses Verständnis von Liebe ist das Problem, nicht die Lösung.
“Das Ego stellt Beziehungen nur her, um etwas zu bekommen.
Und es möchte den Gebenden durch Schuld an sich gebunden halten.”
(EKIW: Kapitel 15, VII. 2. 1.-2.)
“Liebe ist Freiheit.
Nach ihr Ausschau zu halten, indem du dich in Knechtschaft begibst,
heißt, dich von ihr zu trennen.”
(EKIW: Kapitel 16, VI. 2. 1.-2.)
Und es möchte den Gebenden durch Schuld an sich gebunden halten.”
(EKIW: Kapitel 15, VII. 2. 1.-2.)
“Liebe ist Freiheit.
Nach ihr Ausschau zu halten, indem du dich in Knechtschaft begibst,
heißt, dich von ihr zu trennen.”
(EKIW: Kapitel 16, VI. 2. 1.-2.)
Im Zustand der Ego-Identifikation sind wir auf der Suche nach der egoischen Vorstellung von Liebe, und ein Teil dieser Idee ist, dass wir glauben, dass unser Beziehungspartner uns zu dieser Vorstellung von besonderer Liebe verpflichtet ist. Hier beginnt der Wahnsinn, denn in dem Moment, in dem ich glaube, jemand sei mir zu besonderer Liebe verpflichtet, schließe ich im Geiste einen Schuldvertrag ab. Und nun halte ich den anderen in diesem Schuldverhältnis gefangen.
Was die meisten der 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten betrifft, haben wir kein Interesse daran, ihr Glück zu begrenzen. Doch gerade das Glück der Menschen, die wir angeblich am meisten lieben, wollen wir begrenzen – auf das kleine Glück mit uns. Wenn sie hingegen glückselige Ekstase mit einem anderen Menschen erleben, ertragen wir das nicht. Dieser wahnsinnige Geisteszustand wird häufig mit Liebe in Verbindung gebracht, doch Eifersucht ist kein Ausdruck von Liebe, sondern ein Ausdruck von Angst. Schriftsteller Franz Grillparzer hat Eifersucht wie folgt definiert: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“
Die “Liebe” des Egos versucht, den anderen einzufangen, ist ein Greifen nach dem anderen, weil sie etwas vom anderen für sich haben will, sie versucht, den anderen zu begrenzen; die LIEBE dagegen will freisetzen, die LIEBE will unterstützen, die LIEBE will fördern, die LIEBE will das vollkommene Glück des anderen, weil sie nicht zwischen sich und dem anderen unterscheidet.
Die “Liebe”, die die Welt lehrt, ist nicht die LIEBE, über die Jesus spricht. Die weltliche “Liebe” ist bestenfalls ein Tauschhandel, meist aber ein Verlustgeschäft, ein Opfer. In der Identifikation mit dem Ego-Denksystem glauben wir tatsächlich, uns für unsere “Lieben” aufopfern zu müssen und glauben deshalb auch, dass Jesus sich für uns geopfert hat. Das ist reiner Wahnsinn.
Das folgende Video zeigt besonders deutlich, was das Ego unter Liebe versteht. Für das Ego ist die reine Ausdehnung von Fülle keine Liebe, sondern es muss weh tun, damit es als Liebe akzeptiert wird. Das Video macht außerdem deutlich, dass wir im Zustand der Ego-Identifikation noch so lange Bewusstseinsforschung betreiben können – wir bleiben ein “Blinder unter Blinden“, was das Thema Liebe angeht. Immer wenn wir den Menschen auf tierisches Verhalten reduzieren, befinden wir uns im Denksystem des Egos.
“Deine Verwechslung von Opfern und Liebe geht so tief, dass du dir Liebe ohne Opfer nicht vorstellen kannst. Und genau das musst du dir ansehen: Opfern ist Angriff, keine Liebe. Wenn du nur diese eine Idee akzeptieren wolltest, deine Angst vor der Liebe würde schwinden. Schuld kann nicht andauern, wenn die Idee des Opferns beseitigt worden ist.”
(EKIW: Kapitel 15, X. 5. 9.-13.)
(EKIW: Kapitel 15, X. 5. 9.-13.)
“Es ist nicht Liebe, die ein Opfer fordert. Die Angst hingegen heischt der Liebe Opfer, denn in der Gegenwart der Liebe kann die Angst nicht weilen. Damit der Hass aufrechterhalten werde, muss man die Liebe fürchten - und nur manchmal darf sie gegenwärtig, manchmal muss sie fort sein. So wird die Liebe als verräterisch gesehen, weil es so aussieht, als sei ihr Kommen und ihr Gehen ungewiss und biete dir keine Stabilität. Du siehst nicht, wie begrenzt und schwach deine Treue ist und wie häufig du gefordert hast, dass die Liebe sich entferne und dich still allein in »Frieden« lasse.” (EKIW: Kapitel 29, I. 7.)
Die weltliche “Liebe” ist nichts anderes als die Kehrseite von Angst, es ist der Ersatz des Egos für die LIEBE GOTTES. Daher braucht sie einen Grund: Gestern ist jemand freundlich zu uns gewesen, er war so nett, dass wir ihn “lieben”. Das ist nicht LIEBE, das ist die Kehrseite von Angst - der Grund beweist es. Das ist Angst in der Verkleidung der Liebe - darum kann diese “Liebe” in jedem Moment in Angst umschlagen. Wenn jemand ein bisschen an unserem Selbstbild kratzt, dann verschwindet die “Liebe” und Angst keimt auf. Diese Angst zeigt sich an der Oberfläche als Scham, Schuldgefühl, Enttäuschung, Ärger, Wut oder Hass.
“Ich habe gesagt, dass du nur zwei Gefühle hast: Liebe und Angst.”
(EKIW: Kapitel 13, V. 1. 1.-2.)
(EKIW: Kapitel 13, V. 1. 1.-2.)
Angst ist die Idee, dass es einen Mangel an Liebe gibt. Angst ist so etwas wie Dunkelheit - sie existiert nur durch die Vorstellung, dass es einen Mangel an Licht gibt. Sie hat keine Substanz an sich, weil sie keine Ursache an sich hat. Das heißt also, wenn wir in irgendeiner unserer Beziehungen, in irgendeiner unserer Begegnungen etwas anderes als LIEBE und die Derivate der LIEBE, wie Freude, wie Glück, wie Wohlwollen, Güte, Wonne, Fülle, spüren, dann können wir ganz ehrlich zu uns sagen: Ich habe Angst. Ich habe Angst vor diesen Menschen und da wird sich das Ego einmischen und sagen, warte mal, ich habe keine Angst vor ihm, ich finde ihn nur dumm, ich habe keine Angst vor ihm, ich fühle mich nur gestört, ich habe wirklich keine Angst vor ihm, aber ich kann mich nicht wirklich mit allem abfinden und solche Argumente werden kommen. Aber erinnern wir uns, die Liebe liebt, sie freut sich, sie ist im Überfluss, sie wünscht nur Gutes und sie akzeptiert, ja sie lässt wirklich SEIN und genießt es und alles andere ist Angst, bei allem anderen glauben wir, wir müssten jetzt etwas verteidigen und wir wissen: Verteidigung ist einfach unsere Art, anzugreifen und uns gleichzeitig unschuldig zu fühlen - was für ein Wahnsinn.
Wir begeben uns in einen ängstlichen Zustand, weil wir uns nicht in einen liebevollen Zustand begeben, weil jemand etwas sagt, das uns nicht zu passen scheint, das nicht zu unserem Lernen zu passen scheint. Deshalb fühlen wir uns angegriffen, wir fühlen uns ängstlich, weil jemand unsere Stille zu stören scheint, wir fühlen uns angegriffen, weil Menschen sich einfach anders ausdrücken, an etwas anderes glauben, ein anderes Lernen haben. Wir haben Angst, wenn wir versuchen, jemanden zu korrigieren, jemanden zu verändern, jemanden aus unserem Leben zu vertreiben, uns vor jemandem zurückzuziehen. Wenn wir tatsächlich GOTTES LIEBE wählen statt Schmerz, dann können wir uns einfach klar machen, hey, ich habe Angst vor dieser Person, ich glaube, diese Person bedroht mich, bedroht etwas, was mir wichtig ist, hier versuche ich, die Illusion wahr zu machen.
Wofür benutze ich diesen Kurs oder einen anderen spirituellen Weg?
Will ich ihn verwenden, um mich besonders gescheit zu fühlen oder überlegen? Will ich ihn dafür verwenden mich einsam zu fühlen, weil ich denke andere Menschen denken nicht das, was ich denke, die wollen nicht das, was ich will, die fühlen nicht das, was ich fühle, die verstehen nicht das, was ich verstehe?
Oder nutze ich meinen spirituellen Weg, um mir mein komplettes erfahrungsmäßiges Erleben an der Basis anzuschauen und mir die einfache Frage zu stellen: Ist es gerade Liebe was ich fühle, oder ist es Angst? Dann kann ich mich neu entscheiden, dann kann ich mir erstmals eingestehen, okay, ich benutze hier diese Menschen, ich benutze das was sie sagen, ich benutze das was sie tun, ich benutze das was ich von ihnen wahrnehme, um der Angst eine Basis zu geben, um den Mangel an Liebe eine Basis zu geben. Jedes Mal, wenn ich jemand anderen anschaue und ihn analysieren muss, gibt es etwas, was ich fürchte. Alles, was meine Knöpfe drückt, ist ein Zeichen, dass etwas noch meiner Liebe bedarf. Hier versuche ich getrennt von Gott zu erschaffen, genau hier liegt meine Beurteilung, hier liegt die Verurteilung, die ich dauernd aufrecht erhalte und das ist doch wirklich der reine Wahnsinn.
Das heißt, schauen wir uns unsere Beziehungen an und fragen uns für einen Moment, was darf ich mir heute noch mal neu anschauen, wo kann ich heute noch ein bisschen Angst verlieren, wo will ich vielleicht jemanden und vor allem mich nicht frei sein lassen, denn genau das ist die Liebe ja. In dem Moment wo es gleich-gültig ist, was meine Mitmenschen glauben, was sie sagen, oder wie sie sich ausdrücken. In dem Moment in dem ich meinen spirituellen Weg dafür benutze das ewige wundervolle reine Unschuldige in ihnen zu lieben, in dem Moment verändert sich die komplette Welt und die Menschen werden mir ganz von selbst zuhören, sich mir ganz von selber öffnen.
Stellen wir uns vor, wir gehen auf jemanden zu und dieser jemand meint, er wisse etwas besser als wir, so werden unsere Widerstände sofort hochfahren. Und nun stellen wir uns vor, dass jemand auf uns zugeht und während er auf uns zugeht, bekommt sein Gesichtsausdruck etwas Weiches, etwas Herzliches, etwas Wiedererkennendes, etwas Harmloses und Freudiges. Ist es nicht allein schon von diesem kleinen Bild eine wundervolle Begegnung, ist nicht allein dieser Prozess schon ein Weg des Lehrens und ein Weg ist Verbindens und unser Weg der völligen Entwaffnung? Fragen wir uns also immer wieder, wie lerne ich, wie nutze ich meinen spirituellen Weg? Machen wir uns klar, hä, ich bin in einigen Beziehungen bewaffnet und kämpfe einen Kampf, die nicht gewonnen werden kann.
Wenn wir versuchen, der Angst eine Grundlage zu geben, die sie nicht hat, dann treffen wir eine neue Entscheidung und sagen, hey Bruder, ich will keine Angst mehr vor dir haben. Nein, ich will dich sehen, ich will dich einfach nur sehen und ich will alles, was ich hier lerne und gelernt habe, dazu benutzen, dich zu lieben und nichts anderes. Halleluja! Es kann so einfach und so leicht und so wunderbar sein, wenn wir die Dinge einfach so sein lassen, wie sie wirklich sind.
Daher erfordert der Weg der Heilung, dass wir uns umdrehen, um unsere Schöpfungen anzuschauen, dass wir in unseren eigenen Geist schauen, und LIEBE bringen zu allem, was auch immer gerade auftaucht, aus dem Verlangen heraus, die Präsenz von CHRISTUS zu sein. Wir werden wissen, dass wir vollkommen frei sind, wenn wir nicht länger irgendeinen Widerstand demgegenüber fühlen, was auch immer im Feld unserer Erfahrung auftaucht.
Jedes Mal, wenn wir den Impuls des Geistes unterbrechen können, nichts als Probleme wahrzunehmen, werden wir beginnen zu entdecken, dass die Untergrund-Strömung des CHRISTUS-GEISTES noch immer in uns ist. Und wenn wir dies immer tiefer spüren, dann baut das wiederum unser Verlangen auf, weiter in dieser Strömung zu leben. Und Moment für Moment, Tag für Tag, werden wir die Kraft kultivieren, die notwendig ist, nur mit diesem GEIST identifiziert zu sein.
Zeit ist eine Illusion. Und die Dinge, die vorüberziehen, die Phänomene in Raum und Zeit, sind nur Schatten, die wir auf eine bestimmte Weise interpretiert haben. Es gibt keinen Gewinn; es gibt keinen Verlust. Es gibt nichts zu fürchten. Die Welt kann uns nichts hinzufügen, noch kann sie uns irgendetwas wegnehmen. Wir sind bloß hier in diesem vorübergehenden Klassenzimmer, mit einer Gelegenheit, das zu tun, was jeder Meister in jeder Dimension tun kann, denn wir besitzen die gleiche Macht wie Jesus - wir besitzen die Macht, nur LIEBE zu lehren. Und was wir lehren, müssen wir zwangsläufig und unmittelbar lernen.
Will ich ihn verwenden, um mich besonders gescheit zu fühlen oder überlegen? Will ich ihn dafür verwenden mich einsam zu fühlen, weil ich denke andere Menschen denken nicht das, was ich denke, die wollen nicht das, was ich will, die fühlen nicht das, was ich fühle, die verstehen nicht das, was ich verstehe?
Oder nutze ich meinen spirituellen Weg, um mir mein komplettes erfahrungsmäßiges Erleben an der Basis anzuschauen und mir die einfache Frage zu stellen: Ist es gerade Liebe was ich fühle, oder ist es Angst? Dann kann ich mich neu entscheiden, dann kann ich mir erstmals eingestehen, okay, ich benutze hier diese Menschen, ich benutze das was sie sagen, ich benutze das was sie tun, ich benutze das was ich von ihnen wahrnehme, um der Angst eine Basis zu geben, um den Mangel an Liebe eine Basis zu geben. Jedes Mal, wenn ich jemand anderen anschaue und ihn analysieren muss, gibt es etwas, was ich fürchte. Alles, was meine Knöpfe drückt, ist ein Zeichen, dass etwas noch meiner Liebe bedarf. Hier versuche ich getrennt von Gott zu erschaffen, genau hier liegt meine Beurteilung, hier liegt die Verurteilung, die ich dauernd aufrecht erhalte und das ist doch wirklich der reine Wahnsinn.
Das heißt, schauen wir uns unsere Beziehungen an und fragen uns für einen Moment, was darf ich mir heute noch mal neu anschauen, wo kann ich heute noch ein bisschen Angst verlieren, wo will ich vielleicht jemanden und vor allem mich nicht frei sein lassen, denn genau das ist die Liebe ja. In dem Moment wo es gleich-gültig ist, was meine Mitmenschen glauben, was sie sagen, oder wie sie sich ausdrücken. In dem Moment in dem ich meinen spirituellen Weg dafür benutze das ewige wundervolle reine Unschuldige in ihnen zu lieben, in dem Moment verändert sich die komplette Welt und die Menschen werden mir ganz von selbst zuhören, sich mir ganz von selber öffnen.
Stellen wir uns vor, wir gehen auf jemanden zu und dieser jemand meint, er wisse etwas besser als wir, so werden unsere Widerstände sofort hochfahren. Und nun stellen wir uns vor, dass jemand auf uns zugeht und während er auf uns zugeht, bekommt sein Gesichtsausdruck etwas Weiches, etwas Herzliches, etwas Wiedererkennendes, etwas Harmloses und Freudiges. Ist es nicht allein schon von diesem kleinen Bild eine wundervolle Begegnung, ist nicht allein dieser Prozess schon ein Weg des Lehrens und ein Weg ist Verbindens und unser Weg der völligen Entwaffnung? Fragen wir uns also immer wieder, wie lerne ich, wie nutze ich meinen spirituellen Weg? Machen wir uns klar, hä, ich bin in einigen Beziehungen bewaffnet und kämpfe einen Kampf, die nicht gewonnen werden kann.
Wenn wir versuchen, der Angst eine Grundlage zu geben, die sie nicht hat, dann treffen wir eine neue Entscheidung und sagen, hey Bruder, ich will keine Angst mehr vor dir haben. Nein, ich will dich sehen, ich will dich einfach nur sehen und ich will alles, was ich hier lerne und gelernt habe, dazu benutzen, dich zu lieben und nichts anderes. Halleluja! Es kann so einfach und so leicht und so wunderbar sein, wenn wir die Dinge einfach so sein lassen, wie sie wirklich sind.
Daher erfordert der Weg der Heilung, dass wir uns umdrehen, um unsere Schöpfungen anzuschauen, dass wir in unseren eigenen Geist schauen, und LIEBE bringen zu allem, was auch immer gerade auftaucht, aus dem Verlangen heraus, die Präsenz von CHRISTUS zu sein. Wir werden wissen, dass wir vollkommen frei sind, wenn wir nicht länger irgendeinen Widerstand demgegenüber fühlen, was auch immer im Feld unserer Erfahrung auftaucht.
Jedes Mal, wenn wir den Impuls des Geistes unterbrechen können, nichts als Probleme wahrzunehmen, werden wir beginnen zu entdecken, dass die Untergrund-Strömung des CHRISTUS-GEISTES noch immer in uns ist. Und wenn wir dies immer tiefer spüren, dann baut das wiederum unser Verlangen auf, weiter in dieser Strömung zu leben. Und Moment für Moment, Tag für Tag, werden wir die Kraft kultivieren, die notwendig ist, nur mit diesem GEIST identifiziert zu sein.
Zeit ist eine Illusion. Und die Dinge, die vorüberziehen, die Phänomene in Raum und Zeit, sind nur Schatten, die wir auf eine bestimmte Weise interpretiert haben. Es gibt keinen Gewinn; es gibt keinen Verlust. Es gibt nichts zu fürchten. Die Welt kann uns nichts hinzufügen, noch kann sie uns irgendetwas wegnehmen. Wir sind bloß hier in diesem vorübergehenden Klassenzimmer, mit einer Gelegenheit, das zu tun, was jeder Meister in jeder Dimension tun kann, denn wir besitzen die gleiche Macht wie Jesus - wir besitzen die Macht, nur LIEBE zu lehren. Und was wir lehren, müssen wir zwangsläufig und unmittelbar lernen.
Liebe Gott aus ganzem Herzen, und deinen Nächsten wie dich selbst! „An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten“, erklärte Jesus vor zweitausend Jahren. Wenn Jesus damals von der Liebe zu Gott sprach, dann war das eine Erklärung für den vom Ego getriebenen Verstand. Hätte Jesus gesagt: “Liebt ganz einfach”, wäre er gefragt worden: “Wen? Was meinst du mit: ›Liebt ganz einfach‹? Wie soll man lieben, wenn niemand zum Lieben da ist?” Nur also, um dem Verstand Genüge zu tun, sagte Jesus: “Liebe Gott, gib dich ihm hin.” Denn haben wir uns erst einmal hingegeben, werden wir erkennen können, dass es gar keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt gibt - oder anders ausgedrückt, nicht auf das Gegenüber kommt es an, sondern es kommt auf den an, der sich hingibt. Das Gegenüber ist nur ein Vorwand. Auch die Liebe zum spirituellen Meister ist nur ein Hilfsmittel für den spirituell Suchenden, der sich noch in der Illusion der Trennung befindet.
“Liebe und tu, was du willst.”
(Augustinus Aurelius Bischof von Hippo und Kirchenlehrer)
(Augustinus Aurelius Bischof von Hippo und Kirchenlehrer)
Kurz und bündig, aber auch radikal und provozierend sagt Augustinus, worum es geht. Wenn wir in LIEBE sind, spielt es keine Rolle, was wir auf der Ebene der Form tun, denn dann ist alles, was wir tun, von der LIEBE geleitet. Bekannt ist auch das „Hohe Lied der Liebe“ beim Apostel Paulus. Es wird gerne als Bibeltext für Hochzeiten verwendet: “Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.” (1.Korintherbrief, Kap.13). Die Liebe ist das „Lebenselixier“. Aber was ist wahre LIEBE?
Es braucht nur unsere kleine Bereitschaft, um uns erkennen zu lassen, dass all unsere alten Vorstellungen und Gefühle nicht die LIEBE GOTTES sind, die LIEBE unseres SEINS, unseres ewigen SELBST - die einzige LIEBE die es wirklich gibt. LIEBE ist kein Gefühl, das kommt und geht, sondern unser wahrer Seinszustand. In Verbindung mit unserem wahren SELBST sind wir nicht verliebt, sondern wir sind in LIEBE. Die enorme Schönheit der LIEBE ist, dass sie keine Gründe braucht. Die LIEBE fließt ohne Grund aus uns heraus, sie ist unser verströmendes Glück, sie ist das Teilen unseres Herzens. Sie ist das Teilen eines Gesangs, der aus unserem SEIN kommt. Und Teilen ist so beglückend - daher teilen wir. Teilen um des Teilens willen, ohne jeden anderen Grund. LIEBE ist wie atmen: wenn sie uns widerfährt, sind wir einfach in LIEBE. Es ist gleich, wer uns nahe kommt, der „Sünder“ oder der „Heilige“, denn LIEBE beruht auf der Erkenntnis, dass es in Wahrheit nur EINEN von uns gibt. Es gibt nur EINEN von uns, weil es nur einen GEIST gibt. Wer immer uns in dieser Welt nahe kommt, fühlt die Schwingungen der LIEBE, ist glücklich. LIEBE ist bedingungsloses Geben.
“Die Liebe dehnt sich nach außen aus,
einfach weil sie nicht zurückgehalten werden kann.
Da sie grenzenlos ist, hört sie nicht auf.”
(EKIW: Kapitel 7, I. 3. 4.&5.)
einfach weil sie nicht zurückgehalten werden kann.
Da sie grenzenlos ist, hört sie nicht auf.”
(EKIW: Kapitel 7, I. 3. 4.&5.)
LIEBE ist Ausdehnung. Die kleinste Gabe vorzuenthalten heißt, den Sinn und Zweck der LIEBE nicht erkennen. Die LIEBE schenkt alles für immer. Wenn wir nur eine Überzeugung, eine Gabe zurückhalten, ist die LIEBE dahin, weil wir einen Ersatz gebeten haben, an ihren Platz zu treten. Und dieser Ersatz ist immer Krieg, auch wenn wir ihn als Langeweile, Desinteresse, Gleichgültigkeit, Kompromiss oder Distanz bezeichnen, um uns selbst zu täuschen.
“Du kannst nicht verstehen, wie sehr dich dein VATER liebt, denn in deiner Erfahrung der Welt gibt es keine Parallele, die dir helfen könnte, es zu verstehen. Es gibt nichts auf Erden, was sich damit vergleichen ließe; und nichts, was du jemals getrennt von IHM empfunden hast, hat auch nur entfernte Ähnlichkeit damit.”
(EKIW: Kapitel 14, IV. 8. 4.-5.)
Es ist unmöglich, LIEBE irgendwie zu verstehen. Deshalb bedeutet von Licht und Liebe reden allein noch nichts. Doch das wahrhaftige Verlangen danach ist alles. Aufgrund des Glaubens an Trennung im Zustand der Ego-Identifikation ist ein häufiges Missverständnis von Liebe im Zusammenhang mit Spiritualität die Annahme, man könne einen Mangel an Liebe in der Welt wahrnehmen und dann Liebe dorthin senden. In Wahrheit ist das einzige Problem die eigene Wahrnehmung eines Mangels an Liebe, und dieser Wahrnehmungsfehler kann nur im eigenen Geist berichtigt werden. Wenn unser Geist berichtigt ist, werden wir uns nur noch der ewigen LIEBE GOTTES bewusst sein und IHN durch uns hindurch leuchten lassen. In der Einleitung von Ein Kurs in Wundern finden wir den folgenden ganz zentralen Hinweis zum Thema Liebe:
“Der Kurs zielt nicht darauf ab, die Bedeutung der Liebe zu lehren, denn das ist jenseits dessen, was gelehrt werden kann. Er zielt vielmehr darauf ab, die Blockaden zu entfernen, die dich daran hindern, dir der Gegenwart der Liebe, die dein angestammtes Erbe ist, bewusst zu sein.”
Die göttliche LIEBE ist das Herz der Existenz, und wer die gesamte Existenz wirklich als Herz erleben will, darf in seinem eigenen Herzen nichts zurückhalten. Wenn es da eine bestimmte Emotion gibt, die man sich nicht zu fühlen erlaubt - sei es Liebe oder Hass -, dann verhindert diese Unterdrückung die Wahrnehmung der LIEBE im Universum. Mit anderen Worten: Wenn wir unangenehme Gefühle unterdrücken und versuchen, uns mit vorgetäuschter “Liebe” darüber hinwegzutäuschen, dann liegt das daran, dass wir nicht bereit sind, die Angst zu fühlen, die der Ego-Identifikation zugrunde liegt. Wir gelangen aber nur zur LIEBE, wenn wir bereit sind, die Angst und alle damit verbundenen unangenehmen Gefühle aufsteigen zu lassen, um sie SEINER Berichtigung zu übergeben. Wir entkommen der Angst nicht durch Verdrängung. Gefühlsduselei, emotionale Empfindsamkeit und Sentimentalität sind nicht LIEBE, sondern nur eine Ablenkung des Egos von der Wahrheit.
Achtung Ego-Falle
Mangelnde Authentizität, die auf einer falschen Vorstellung von Liebe beruht, ist eines der subtilsten Hindernisse auf dem spirituellen Weg - dem Weg zur LIEBE. Gerade bei Menschen, die einen spirituellen Weg gehen, ist die Versuchung groß, sich stets liebevoll zu verhalten und Gefühle wie Hass und Wut zu unterdrücken. Doch es ist das Ego, das nach Liebe, Anerkennung und Respekt von anderen sucht, um den Glauben an ein kleines Selbst zu festigen. Gefallsucht ist die Ersatz-"Liebe", die das Ego anstelle der wahren LIEBE gemacht hat. Es hat alles damit zu tun, dass wir versuchen, in unserer Komfortzone zu bleiben und uns gegen tiefere Veränderungen wehren. Es ist also eine heimtückische Verteidigung gegen die wahre LIEBE.
Die gewöhnliche Liebe eines mit dem Ego identifizierten Geistes muss notwendig eine Bewegung zwischen zwei polaren Gegensätzen, zwischen Hass und Liebe sein. Solange das Ego-Denksystem aktiv ist, muss Dualität da sein. Wenn wir also lieben und noch im Ego-Denksystem verstrickt sind, dann können wir dem anderen Pol nicht entrinnen. Wir können ihn verstecken, wir können ihn unterdrücken, wir können ihn vergessen, und das ist genau das, was der so genannte “spirituelle” Mensch häufig tut. Aber das macht ihn stumpf und tot.
Der Versuch, ein spirituelles Selbstbild durch liebevolles Verhalten aufrechtzuerhalten, ist sehr anstrengend, denn sich liebevoll zu verhalten ist ein Tun und Tun ist immer anstrengend. Von dieser Anstrengung sind wir erschöpft und brauchen eine Auszeit, eine Zeit für uns, in der wir uns nicht verstellen müssen. Das ist der entscheidende Grund, warum gerade in bestimmten spirituellen Kreisen die sogenannte Me-Time so wichtig geworden ist.
LIEBE hingegen ist kein Akt; sie ist nicht etwas, das man macht. Wenn man sie macht, ist es nicht LIEBE. Tun hat mit LIEBE nichts zu tun. SIE ist ein Seinszustand, kein Handeln. Niemand kann vierundzwanzig Stunden lang ununterbrochen etwas tun. Wenn wir Liebe “machen”, dann halten wir das natürlich nicht vierundzwanzig Stunden durch. Jedes Tun ermüdet, bei jedem Tun wird man gelangweilt. Und dann muss man sich nach jedem Tun entspannen.
Wenn wir nicht wütend sein können, dann ist auch die Authentizität der Liebe fort. Wenn wir unseren Groll unterdrücken, dann wird dieser unterdrückte Groll ein Teil von uns, und dieser unterdrückte Groll wird uns beim Lieben ein totales Loslassen nicht gestatten. Er ist immer da. Wir halten ihn zurück, wir haben ihn unterdrückt. Wenn wir wütend sind und das unterdrückt haben, dann ist die verdrängte Wut auch da, wenn wir lieben, und das tötet unsere Liebe. Wenn wir nicht authentisch in unserer Wut waren, können wir nicht authentisch in unserer Liebe sein. Wenn wir authentisch sind, dann sind wir in beidem authentisch. Wenn wir in dem einen nicht authentisch sind, können wir auch in dem anderen nicht authentisch sein.
Erst jenseits der Dualität des Egos erwartet uns eine LIEBE, die keinen Gegenpol mehr hat. Aber dann wird es in dieser LIEBE keine Aufregung mehr geben, keine Leidenschaft. Diese LIEBE wird still sein - ein tiefer Frieden, den nicht die kleinste Welle kräuselt. In dieser LIEBE gibt es keine Aufregung, kein Fieber mehr.
Den Liebenden am spirituellen Weg empfehle ich: Seid authentisch! Und wenn ihr wirklich authentisch seid, wird sich ein einmaliges Phänomen einstellen. Irgendwann habt ihr dieses unsinnige Hin und Her zwischen den polaren Gegensätzen satt. Aber seid authentisch: Sonst habt ihr es niemals satt! Ein unterdrückter Mensch wird sich niemals bewusst, dass er sich in der Zange polarer Gegensätze befindet. Er ist niemals wirklich wütend, er liebt niemals wirklich. Und so erfährt er niemals, was der Ego-Geist eigentlich ist. Darum empfehle ich euch: Seid authentisch. Seid nicht falsch. Seid transparent. Und das Authentische hat seine eigene Schönheit. Hast du schon einmal ein kleines Kind beobachtet, wenn es wütend ist? Es hat seine eigene Schönheit, es ist nichts daran hässlich. Dein Geliebter, deine Geliebte wird verstehen, wenn du wirklich wütend bist, authentisch wütend. Nur eine falsche Wut oder eine falsche Nicht-Wut ist häßlich. Sei authentisch, und dann wirst du auch in der Liebe authentisch sein. Diese authentische Liebe wird alles wettmachen, und durch dieses authentische Leben wirst du allmählich des Ego-Denksystems müde. Du wirst dich zu fragen beginnen, was du eigentlich machst - warum du dich immer nur wie ein Pendel von einem Pol zum anderen bewegst. Du wirst gelangweilt sein, und nur dann kannst du dich entschließen, über das Ego hinauszugehen und damit über die Polarität.
Erst wenn wir uns der Dualität auch tatsächlich aussetzen, bekommen wir sie allmählich satt. Erst dann können wir jenen Punkt erreichen, denn einst auch William Thetford erreichte und er für Helen Schucman völlig unerwartet verkündete, er habe die ärgerlichen und aggressiven Gefühle satt und damit schloss: “Es muss einen anderen Weg geben.” Aber wie kann man der Dualität überdrüssig werden, wenn man heuchelt, anstatt tatsächlich in der Dualität zu leben?
Das Ego-Denksystem selbst ist die Krankheit, und damit ist alles, was zum Ego gehört, eine Krankheit. Nur jenseits des Egos, wo wir nicht in Dualität gespalten sind, wo wir eins sind, nur dort wird eine andere Liebe aufblühen.
Jesus nennt es LIEBE, Buddha nennt es Mitgefühl. Das sind nur verschiedene Bezeichnungen. Es ist egal, wie man es nennt. Es gibt eine LIEBE, die kein Gegenteil kennt, aber jene LIEBE kann nur dann kommen, wenn wir über die egoische Vorstellung von Liebe hinausgehen. Und um über sie hinauszugehen, ist es wichtig, authentisch zu sein, transparent zu sein.
Mangelnde Authentizität, die auf einer falschen Vorstellung von Liebe beruht, ist eines der subtilsten Hindernisse auf dem spirituellen Weg - dem Weg zur LIEBE. Gerade bei Menschen, die einen spirituellen Weg gehen, ist die Versuchung groß, sich stets liebevoll zu verhalten und Gefühle wie Hass und Wut zu unterdrücken. Doch es ist das Ego, das nach Liebe, Anerkennung und Respekt von anderen sucht, um den Glauben an ein kleines Selbst zu festigen. Gefallsucht ist die Ersatz-"Liebe", die das Ego anstelle der wahren LIEBE gemacht hat. Es hat alles damit zu tun, dass wir versuchen, in unserer Komfortzone zu bleiben und uns gegen tiefere Veränderungen wehren. Es ist also eine heimtückische Verteidigung gegen die wahre LIEBE.
Die gewöhnliche Liebe eines mit dem Ego identifizierten Geistes muss notwendig eine Bewegung zwischen zwei polaren Gegensätzen, zwischen Hass und Liebe sein. Solange das Ego-Denksystem aktiv ist, muss Dualität da sein. Wenn wir also lieben und noch im Ego-Denksystem verstrickt sind, dann können wir dem anderen Pol nicht entrinnen. Wir können ihn verstecken, wir können ihn unterdrücken, wir können ihn vergessen, und das ist genau das, was der so genannte “spirituelle” Mensch häufig tut. Aber das macht ihn stumpf und tot.
Der Versuch, ein spirituelles Selbstbild durch liebevolles Verhalten aufrechtzuerhalten, ist sehr anstrengend, denn sich liebevoll zu verhalten ist ein Tun und Tun ist immer anstrengend. Von dieser Anstrengung sind wir erschöpft und brauchen eine Auszeit, eine Zeit für uns, in der wir uns nicht verstellen müssen. Das ist der entscheidende Grund, warum gerade in bestimmten spirituellen Kreisen die sogenannte Me-Time so wichtig geworden ist.
LIEBE hingegen ist kein Akt; sie ist nicht etwas, das man macht. Wenn man sie macht, ist es nicht LIEBE. Tun hat mit LIEBE nichts zu tun. SIE ist ein Seinszustand, kein Handeln. Niemand kann vierundzwanzig Stunden lang ununterbrochen etwas tun. Wenn wir Liebe “machen”, dann halten wir das natürlich nicht vierundzwanzig Stunden durch. Jedes Tun ermüdet, bei jedem Tun wird man gelangweilt. Und dann muss man sich nach jedem Tun entspannen.
Wenn wir nicht wütend sein können, dann ist auch die Authentizität der Liebe fort. Wenn wir unseren Groll unterdrücken, dann wird dieser unterdrückte Groll ein Teil von uns, und dieser unterdrückte Groll wird uns beim Lieben ein totales Loslassen nicht gestatten. Er ist immer da. Wir halten ihn zurück, wir haben ihn unterdrückt. Wenn wir wütend sind und das unterdrückt haben, dann ist die verdrängte Wut auch da, wenn wir lieben, und das tötet unsere Liebe. Wenn wir nicht authentisch in unserer Wut waren, können wir nicht authentisch in unserer Liebe sein. Wenn wir authentisch sind, dann sind wir in beidem authentisch. Wenn wir in dem einen nicht authentisch sind, können wir auch in dem anderen nicht authentisch sein.
Erst jenseits der Dualität des Egos erwartet uns eine LIEBE, die keinen Gegenpol mehr hat. Aber dann wird es in dieser LIEBE keine Aufregung mehr geben, keine Leidenschaft. Diese LIEBE wird still sein - ein tiefer Frieden, den nicht die kleinste Welle kräuselt. In dieser LIEBE gibt es keine Aufregung, kein Fieber mehr.
Den Liebenden am spirituellen Weg empfehle ich: Seid authentisch! Und wenn ihr wirklich authentisch seid, wird sich ein einmaliges Phänomen einstellen. Irgendwann habt ihr dieses unsinnige Hin und Her zwischen den polaren Gegensätzen satt. Aber seid authentisch: Sonst habt ihr es niemals satt! Ein unterdrückter Mensch wird sich niemals bewusst, dass er sich in der Zange polarer Gegensätze befindet. Er ist niemals wirklich wütend, er liebt niemals wirklich. Und so erfährt er niemals, was der Ego-Geist eigentlich ist. Darum empfehle ich euch: Seid authentisch. Seid nicht falsch. Seid transparent. Und das Authentische hat seine eigene Schönheit. Hast du schon einmal ein kleines Kind beobachtet, wenn es wütend ist? Es hat seine eigene Schönheit, es ist nichts daran hässlich. Dein Geliebter, deine Geliebte wird verstehen, wenn du wirklich wütend bist, authentisch wütend. Nur eine falsche Wut oder eine falsche Nicht-Wut ist häßlich. Sei authentisch, und dann wirst du auch in der Liebe authentisch sein. Diese authentische Liebe wird alles wettmachen, und durch dieses authentische Leben wirst du allmählich des Ego-Denksystems müde. Du wirst dich zu fragen beginnen, was du eigentlich machst - warum du dich immer nur wie ein Pendel von einem Pol zum anderen bewegst. Du wirst gelangweilt sein, und nur dann kannst du dich entschließen, über das Ego hinauszugehen und damit über die Polarität.
Erst wenn wir uns der Dualität auch tatsächlich aussetzen, bekommen wir sie allmählich satt. Erst dann können wir jenen Punkt erreichen, denn einst auch William Thetford erreichte und er für Helen Schucman völlig unerwartet verkündete, er habe die ärgerlichen und aggressiven Gefühle satt und damit schloss: “Es muss einen anderen Weg geben.” Aber wie kann man der Dualität überdrüssig werden, wenn man heuchelt, anstatt tatsächlich in der Dualität zu leben?
Das Ego-Denksystem selbst ist die Krankheit, und damit ist alles, was zum Ego gehört, eine Krankheit. Nur jenseits des Egos, wo wir nicht in Dualität gespalten sind, wo wir eins sind, nur dort wird eine andere Liebe aufblühen.
Jesus nennt es LIEBE, Buddha nennt es Mitgefühl. Das sind nur verschiedene Bezeichnungen. Es ist egal, wie man es nennt. Es gibt eine LIEBE, die kein Gegenteil kennt, aber jene LIEBE kann nur dann kommen, wenn wir über die egoische Vorstellung von Liebe hinausgehen. Und um über sie hinauszugehen, ist es wichtig, authentisch zu sein, transparent zu sein.
Der Weg des spirituellen Erwachens muss die Vollendung der Entscheidung sein, nur LIEBE zu lehren. Und der einzige Weg, LIEBE zu lehren, ist der, unter allen Umständen LIEBE zu sein. Das bedeutet nicht, dass wir ein künstliches Lächeln in unser Gesicht malen und niemals irgendeine Emotion fühlen. Das ist nicht Erleuchtung. Das ist der Gipfel des Ego-Versuches, sich der Kraft GOTTES zu bemächtigen. Denn das spirituelle Ego ist in der Tat die letzte „Nuss“, die geknackt werden muss. Denn nur derjenige ist erwacht, der alle Dinge erlaubt, allen Dingen vertraut, alle Dinge annimmt - was dasselbe ist, wie zu sagen, alle Dinge zu fühlen. Denn in exakt dem Moment wird genau die Sache, die auftaucht, transzendiert, weil sie nicht behindert und ihr kein Widerstand entgegengebracht wird. Und was nicht behindert oder widerstanden wird, wird in der Tat angenommen und in dem weiten Raum der LIEBE verzehrt.
Es gilt daher genau hinzusehen und sich immer wieder ehrlich zu fragen: Wo habe ich verlangt, dass die Welt sich in einer bestimmten Weise zeigt, so dass ich so tun kann, als sei ich im Frieden, so dass ich so tun kann, als sei ich glücklich und liebevoll? Denn jeder kann glücklich und liebevoll sein, wenn er vor einer Menschenmenge steht und jeder ihm applaudiert. Jeder kann glücklich sein, von zwanzig Freunden gehalten zu werden, die sagen, dass sie ihn lieben. Doch nur der Erleuchtete kann glücklich und liebevoll sein, wenn diese zwanzig Freunde beschlossen haben, ihn zu kreuzigen. Daher sind es in der Tat unsere dunkelsten Momente, ist es das Einstürzen der Strukturen unserer Persönlichkeit, die wir aufgebaut haben, was uns die beste Gelegenheit bietet, die große Kraft in unserem Innern zu verwirklichen, nur LIEBE zu lehren.
Und doch möchte das Ego uns überzeugen, dass wir, um LIEBE zu kennen, unsere Welt so aufbauen müssen, dass wir niemals die Herausforderungen und Unsicherheiten des Verlassen seins, der Einsamkeit, des Nichtwissens erfahren. Das ist die raffinierteste Ego-Falle auf dem Weg des spirituellen Erwachens.
Die einzig wahre Liebe, die LIEBE GOTTES, ist der SEINSzustand vollkommener Glückseligkeit, jenseits jeder Vorstellung und jenseits der Gefühle auf psychischer Ebene. Am Anfang des Weges ist es daher notwendig, uns mit unseren Irrtümern zum Thema Liebe näher zu befassen, um sie infolgedessen IHM zur Berichtigung übergeben zu können.
Das fünfte der im Kurs beschriebenen Gesetze des Chaos lautet: “Es gibt einen Ersatz für die Liebe.” Das ist die Magie des Egos, die laut Ego all unseren Schmerz „kurieren“ wird. Es ist der Faktor, der in unserer Verrücktheit noch gefehlt hat und sie "vernünftig" macht. Das ist der Grund, weswegen wir angreifen. Hier ist das, was unsere Rache rechtfertigt. Alle unsere besonderen Beziehungen bezwecken nur, uns des Ersatzes für die Liebe zu bemächtigen und sie uns anzueignen.
Der Glaube an die egoische Vorstellung von Liebe ist die größte Versuchung am spirituellen Weg. Auch wenn wir bereits einsehen, dass das Denksystem, das die besondere Beziehung schützt, nur ein Wahnsystem ist, scheint uns dennoch die besondere Beziehung noch immer irgendwie anders zu sein. Die besondere Beziehung hat den imposantesten und täuschendsten Rahmen aller Abwehrmechanismen, deren das Ego sich bedient.
Ist eine Beziehung nicht von besonderem Wert, so ist sie für das Ego bedeutungslos, denn es nimmt alle Liebe als besonders wahr. Wann immer wir daher erkennen, dass wir jemanden oder etwas heraus gesondert haben und gesagt haben, „Dies hat einen höheren Wert“, können wir versichert sein, dass wir überhaupt nicht in der LIEBE sind - wir sind in der Angst. Und daher, wenn derjenige uns verlassen würde, was wäre dann mit uns? Doch wenn wir in LIEBE sind, wie ein Fisch im Meer, dann können alle Wesen auftauchen und verschwinden und wir werden sie auf ihrer Reise segnen. Und wir werden uns erinnern, dass wir dort verweilen, wo GOTT uns hingesetzt hat. Und GOTT hat uns in SEIN HERZ gesetzt. Und wenn wir wählen, nur die Gegenwart der LIEBE zu sein, wird sogar der Traum von Verlust aus unserem Bewusstsein verschwinden wie ein Nebel vor der aufgehenden Sonne.
Zum Glück ist die besondere „Liebe“ des Egos immer mit Angst verbunden, denn daran können wir sie erkennen. Das Gegenteil der “Liebe” des Egos ist Angst, die sich an der Oberfläche als Hass, Eifersucht, Sehnsucht, Sorge und dergleichen äußert. Immer wenn wir eine bestimmte Person besonders “lieben”, ist der Hass nicht weit. Wir wissen das, wir haben es unzählige Male erfahren, und trotzdem wollen wir es nicht wahrhaben. Doch wenn wir den “Geliebten“ durch Schuld an uns binden, wenn wir uns “Liebe” ohne Opfer nicht vorstellen können, dann ist klar, dass “Liebe“ und Hass zwei Seiten derselben Medaille sind. Wenn wir jemanden für unser Glück verantwortlich machen, dann machen wir ihn auch für unser Unglück verantwortlich. Immer wenn wir uns an einen anderen Menschen binden, wird er für uns gleichzeitig zu einer Fessel. Und wenn wir jemanden “lieben”, taucht immer auch die Angst auf. Es ist die Angst um den „geliebten“, ganz besonderen Menschen, es ist die Angst, seine Liebe zu verlieren. Das alles glauben wir, wenn wir einen Graben zwischen uns und unserem Bruder wahrnehmen.
“Hier wird die Angst vor GOTT am deutlichsten gesehen. Denn die Liebe ist verräterisch für jene, die sich fürchten - da Angst und Hass niemals getrennt sein können. Niemand, der hasst, hat nicht Angst vor der Liebe und deshalb notgedrungen auch vor GOTT. Fest steht, dass er nicht erkennt, was Liebe bedeutet. Er fürchtet sich, zu lieben, und liebt es, zu hassen, und somit glaubt er, dass Liebe furchterregend sei und Hass sei Liebe.”
(EKIW: Kapitel 29, I. 2. 1.-5.)
Die "Liebe" des Egos ist immer exklusiv und dementsprechend sind alle damit verbundenen Vorstellungen absurd verzerrt. Wir freuen uns beispielsweise, wenn uns ein geliebter Mensch während unserer Abwesenheit vermisst und uns das mitteilt. Wir freuen uns also über das emotionale Leid unseres Geliebten. Was stimmt nicht mit uns?
Jedes Mal, wenn wir jemandem sagen, dass wir ihn vermissen, machen wir ihn für unsere Erfahrung des Mangels verantwortlich und damit schuldig. Wir sagen damit, dass die Ursache unserer Mangelerfahrung seine körperliche Abwesenheit ist. Außerdem betonen wir damit, dass sein Körper für unser Glück entscheidend ist und nicht sein Geist. Wir reduzieren den SOHN GOTTES auf ein materielles Ding. Hier gilt es achtsam zu sein, denn es geht nicht darum, unsere Mangelgefühle zu leugnen, sondern sie dem HEILIGEN GEIST zur Berichtigung zu übergeben, anstatt sie einem anderen Menschen zuzuschieben. Wir müssen lernen, dass wir jedes Mal, wenn wir eine Erwartung an einen anderen Menschen haben, uns selbst zum Opfer machen und den anderen Menschen zum Täter werden lassen. Mit zunehmendem Erwachen wird die Anziehungskraft der besonderen Beziehung für uns immer geringer werden und unsere Bereitschaft zunehmen, mit dem HEILIGEN GEIST in einen heiligen Augenblick einzutreten und uns von IHM dort befreien zu lassen. Dann werden wir niemandem mehr sagen, dass wir ihn vermissen, sondern wir werden die LIEBE GOTTES ausdehnen und jedem sagen, dass wir ihn lieben - wir werden die überfließende Fülle unseres Herzens ausdehnen, anstatt zu versuchen, Mangel real zu machen.
Eine zentrale Idee im Denksystem des Egos ist die Idee des Opfers. Wenn wir nun im Kurs lernen, dass es auf dem Weg des spirituellen Erwachens um die Erlösung von der Idee der besonderen Liebe geht, dann wird uns die Stimme des Egos suggerieren, dass wir die Liebe zu den ganz besonderen Menschen in unserem Leben opfern müssen. Aber wir müssen nie und nimmer die Liebe opfern, sondern nur die Idee der Besonderheit. Das bedeutet, dass wir die Liebe, die wir für einige besondere Menschen empfinden, auf alles und jeden ausdehnen.
Selbstliebe
Sehr deutlich wird die Vorstellung des Egos von Liebe beim Thema Selbstliebe. Das egoische Konzept der Selbstliebe kommt zunächst scheinbar harmlos daher mit dem Gedanken "Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben". Aber diese innere Haltung ist pure Grausamkeit. Sie erzeugt eine Trennung in mich und die anderen, sie erschafft Grade in dem Sinne, dass ich wichtiger bin als die anderen, und sie degradiert alle anderen zu Statisten in meinem Leben. Infolgedessen versuche ich, meine persönlichen Bedürfnisse gegenüber allen anderen durchzusetzen. Mit der inneren Haltung von "Ich zuerst".
Die Basis dieser Vorstellung von "Liebe" ist Angst. Diese sogenannte Selbstliebe wird daher mit Angriffsgedanken gleichgesetzt. Darunter wird das Konzept verstanden, dass ich mich selbst schützen muss, vor toxischen Beziehungen oder Kontakten. Unter dieser Vorstellung von Selbstliebe wird verstanden, sich selbst liebevoll, wie die Mutter ihr krankes Kind, wieder aufzupäppeln und damit das Elend in dem wir stecken wieder und wieder und wieder wahr zu machen, einzig und allein unter der großen Headline: “Ja, ich bin verletzlich, ich bin ein verletzliches Wesen.”
Deshalb glauben wir dann einen Safe Space errichten und erhalten zu müssen. Wenn wir glauben, uns vor der Negativität anderer Menschen schützen zu müssen, dann ist das der aussichtslose Versuch, uns vor unseren eigenen Urteilen über uns und andere Menschen zu schützen. In Wahrheit ist ein Safe Space eine eiserne Rüstung, eine Festung, mit der wir uns vor der Liebe GOTTES schützen. Die eigene Wut oder Angst auf jemanden zu projizieren, ist ungefähr so, wie Gift zu schlucken und zu hoffen, dass der andere stirbt.
EKIW, LEKTION 26:
“Meine Angriffsgedanken greifen meine Unverletzlichkeit an.
Es ist sicher offensichtlich, dass du, wenn du angegriffen werden kannst, nicht unverletzlich bist. Du siehst Angriff als eine wirkliche Bedrohung an. Das ist so, weil du glaubst, dass du wirklich angreifen kannst. Und was durch dich Wirkungen hat, muss auch auf dich Wirkungen haben. Es ist dieses Gesetz, das dich letztlich erlösen wird, aber jetzt missbrauchst du es. Du musst deshalb lernen, wie es zu deinem Besten genutzt werden kann statt dagegen.
Weil deine Angriffsgedanken projiziert werden, hast du Angst vor Angriff. Und wenn du Angst vor Angriff hast, musst du glauben, dass du nicht unverletzlich bist. Angriffsgedanken machen dich deshalb in deinem eigenen Geist verletzlich, dort, wo die Angriffsgedanken sind. Angriffsgedanken und Unverletzlichkeit können nicht gemeinsam akzeptiert werden. Sie widersprechen einander.”
In Kapitel 13. V. 6. fordert uns Jesus daher auf, die egoische Vorstellung von Selbstliebe zu hinterfragen:
“Wenn du deine Welt mit offenen Augen ansiehst, muss dir auffallen, dass du dich in den Wahnsinn zurückgezogen hast. Du siehst, was nicht vorhanden ist, und hörst, was kein Geräusch erzeugt. Deine Äußerungen von Gefühlen sind das Gegenteil dessen, was die Gefühle selber sind. Du kommunizierst mit niemandem und bist genauso isoliert von der Wirklichkeit, als wärest du allein im ganzen Universum. In deinem Wahnsinn übersiehst du die Wirklichkeit vollständig und siehst überall, wo du hinschaust, nur deinen eigenen gespaltenen Geist. GOTT ruft dich, und du hörst nicht, denn du bist mit deiner eigenen Stimme beschäftigt. Und die Schau CHRISTI ist nicht in deiner Sicht, denn du schaust nur dich selber an.”
Mit Gnade, mit göttlicher LIEBE, mit dieser wundervollen, allgegenwärtigen, mit allen geteilten bedingungslosen, liebevollen Freundlichkeit hat die egoische Vorstellung von Selbstliebe überhaupt nichts zu tun. Es fühlt sich sogar ziemlich leer an, ziemlich rast- und ruhelos. Auch wenn wir gerade nicht spüren, dass wir kämpfen, fühlen wir doch nicht diesen wundervollen leuchtenden Frieden und die reine Freude GOTTES.
Wie immer steht die Wahrheit im diametralen Gegensatz zum Ego-Denksystem, die Wirklichkeit der LIEBE GOTTES zu egoischen Idee der Selbstliebe. Die zentrale Botschaft Jesu ist, dass wir unsere Wirklichkeit – unseren Seinszustand reiner göttlicher LIEBE – wiedererinnern, indem wir in all unseren Brüdern deren Wirklichkeit, deren Heiligkeit und vollkommene Unschuld erkennen. “Vor deines Bruders Heiligkeit schweigt die Welt still, und Friede senkt sich auf sie nieder in Sanftmut und in Segen, die so vollständig sind, dass keine einzige Spur von Konflikt mehr bleibt, um dich heimzusuchen in der Finsternis der Nacht. Er ist dein Erlöser aus den Träumen der Angst.” “Des Bruders Heiligkeit ist Sakrament für dich und Segnung.” “Wie kannst du deinen Wert erkennen, solange statt dessen die Besonderheit Anspruch auf dich erhebt? Wie kannst du es versäumen, ihn in deines Bruders Heiligkeit zu erkennen? Suche nicht, deine Besonderheit zur Wahrheit zu machen, denn wäre sie es, wärst du fürwahr verloren. Sei vielmehr dankbar, dass es dir gegeben ist, seine Heiligkeit zu sehen, weil sie die Wahrheit ist. Und das, was in ihm wahr ist, muss in dir ebenso wahr sein.”
Wer liebt wen in der Selbstliebe? Wer sind die beiden - der Liebende und der Geliebte? Anders gefragt: Brauche ich überhaupt eine Beziehung zu mir selbst? Warum bin ich nicht einfach ich selbst? Wenn ich eine Beziehung zu mir selbst habe, bin ich zweigeteilt - ich und mein Selbst, Subjekt und Objekt. Diese vom Ego-Denken geschaffene Dualität ist die Grundursache für all die Komplikationen, Probleme und Konflikte in unserem Leben. Im Zustand der Erleuchtung BIN ICH. Ich beurteile mich nicht und bedauere mich nicht, ich bin nicht stolz auf mich, ich liebe mich nicht und hasse mich nicht, usw. Die durch die Selbstreflexion des Bewusstseins bewirkte Spaltung ist beseitigt, ihr Fluch ist aufgehoben. Da ist kein persönliches Selbst, das ich weiterhin nähren, schützen oder verteidigen muss. Im Zustand der Erleuchtung fällt eine Beziehung weg - die Beziehung zu mir selbst. Sobald ich diese Beziehung aufgegeben habe, verwandeln sich alle meine scheinbar "anderen Beziehungen" in Liebesbeziehungen, weil die Illusion der Trennung aufgehoben ist. Der normalen Logik zufolge gehören zu einer Vereinigung mindestens zwei, ist ein Zweiter erforderlich. Doch zu einer echten Vereinigung - einer Vereinigung, die es wert ist, LIEBE genannt zu werden, einer Vereinigung, die es wert ist, Andacht, Samadhi, Ekstase genannt zu werden - dazu gehört nur EINER. Die Wirklichkeit ist EINHEIT, da ist kein Zweiter. Solange der Sucher da ist, ist das GESUCHTE nicht da; und wenn das GESUCHTE eingetreten ist, ist der Sucher verschwunden. Dann erkenne ich, dass alles in meinem Bewusstsein erscheint und dass alles nur die LIEBE GOTTES widerspiegelt.
“Mein heiliger Bruder, denk eine Weile über dieses nach: Die Welt, die du siehst, tut nichts. Sie hat überhaupt keine Wirkungen. Sie stellt nur deine Gedanken dar. Und sie wird sich völlig verändern, wenn du beschließt, anderen Geistes zu werden, und die Freude GOTTES als das wählst, was du wirklich willst. Dein SELBST erstrahlt in dieser heiligen Freude, unverändert, unveränderlich und unwandelbar, auf immer und auf ewig.”
(EKIW: Lektion 190, 6. 1.-5.)
Sehr deutlich wird die Vorstellung des Egos von Liebe beim Thema Selbstliebe. Das egoische Konzept der Selbstliebe kommt zunächst scheinbar harmlos daher mit dem Gedanken "Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben". Aber diese innere Haltung ist pure Grausamkeit. Sie erzeugt eine Trennung in mich und die anderen, sie erschafft Grade in dem Sinne, dass ich wichtiger bin als die anderen, und sie degradiert alle anderen zu Statisten in meinem Leben. Infolgedessen versuche ich, meine persönlichen Bedürfnisse gegenüber allen anderen durchzusetzen. Mit der inneren Haltung von "Ich zuerst".
Die Basis dieser Vorstellung von "Liebe" ist Angst. Diese sogenannte Selbstliebe wird daher mit Angriffsgedanken gleichgesetzt. Darunter wird das Konzept verstanden, dass ich mich selbst schützen muss, vor toxischen Beziehungen oder Kontakten. Unter dieser Vorstellung von Selbstliebe wird verstanden, sich selbst liebevoll, wie die Mutter ihr krankes Kind, wieder aufzupäppeln und damit das Elend in dem wir stecken wieder und wieder und wieder wahr zu machen, einzig und allein unter der großen Headline: “Ja, ich bin verletzlich, ich bin ein verletzliches Wesen.”
Deshalb glauben wir dann einen Safe Space errichten und erhalten zu müssen. Wenn wir glauben, uns vor der Negativität anderer Menschen schützen zu müssen, dann ist das der aussichtslose Versuch, uns vor unseren eigenen Urteilen über uns und andere Menschen zu schützen. In Wahrheit ist ein Safe Space eine eiserne Rüstung, eine Festung, mit der wir uns vor der Liebe GOTTES schützen. Die eigene Wut oder Angst auf jemanden zu projizieren, ist ungefähr so, wie Gift zu schlucken und zu hoffen, dass der andere stirbt.
EKIW, LEKTION 26:
“Meine Angriffsgedanken greifen meine Unverletzlichkeit an.
Es ist sicher offensichtlich, dass du, wenn du angegriffen werden kannst, nicht unverletzlich bist. Du siehst Angriff als eine wirkliche Bedrohung an. Das ist so, weil du glaubst, dass du wirklich angreifen kannst. Und was durch dich Wirkungen hat, muss auch auf dich Wirkungen haben. Es ist dieses Gesetz, das dich letztlich erlösen wird, aber jetzt missbrauchst du es. Du musst deshalb lernen, wie es zu deinem Besten genutzt werden kann statt dagegen.
Weil deine Angriffsgedanken projiziert werden, hast du Angst vor Angriff. Und wenn du Angst vor Angriff hast, musst du glauben, dass du nicht unverletzlich bist. Angriffsgedanken machen dich deshalb in deinem eigenen Geist verletzlich, dort, wo die Angriffsgedanken sind. Angriffsgedanken und Unverletzlichkeit können nicht gemeinsam akzeptiert werden. Sie widersprechen einander.”
In Kapitel 13. V. 6. fordert uns Jesus daher auf, die egoische Vorstellung von Selbstliebe zu hinterfragen:
“Wenn du deine Welt mit offenen Augen ansiehst, muss dir auffallen, dass du dich in den Wahnsinn zurückgezogen hast. Du siehst, was nicht vorhanden ist, und hörst, was kein Geräusch erzeugt. Deine Äußerungen von Gefühlen sind das Gegenteil dessen, was die Gefühle selber sind. Du kommunizierst mit niemandem und bist genauso isoliert von der Wirklichkeit, als wärest du allein im ganzen Universum. In deinem Wahnsinn übersiehst du die Wirklichkeit vollständig und siehst überall, wo du hinschaust, nur deinen eigenen gespaltenen Geist. GOTT ruft dich, und du hörst nicht, denn du bist mit deiner eigenen Stimme beschäftigt. Und die Schau CHRISTI ist nicht in deiner Sicht, denn du schaust nur dich selber an.”
Mit Gnade, mit göttlicher LIEBE, mit dieser wundervollen, allgegenwärtigen, mit allen geteilten bedingungslosen, liebevollen Freundlichkeit hat die egoische Vorstellung von Selbstliebe überhaupt nichts zu tun. Es fühlt sich sogar ziemlich leer an, ziemlich rast- und ruhelos. Auch wenn wir gerade nicht spüren, dass wir kämpfen, fühlen wir doch nicht diesen wundervollen leuchtenden Frieden und die reine Freude GOTTES.
Wie immer steht die Wahrheit im diametralen Gegensatz zum Ego-Denksystem, die Wirklichkeit der LIEBE GOTTES zu egoischen Idee der Selbstliebe. Die zentrale Botschaft Jesu ist, dass wir unsere Wirklichkeit – unseren Seinszustand reiner göttlicher LIEBE – wiedererinnern, indem wir in all unseren Brüdern deren Wirklichkeit, deren Heiligkeit und vollkommene Unschuld erkennen. “Vor deines Bruders Heiligkeit schweigt die Welt still, und Friede senkt sich auf sie nieder in Sanftmut und in Segen, die so vollständig sind, dass keine einzige Spur von Konflikt mehr bleibt, um dich heimzusuchen in der Finsternis der Nacht. Er ist dein Erlöser aus den Träumen der Angst.” “Des Bruders Heiligkeit ist Sakrament für dich und Segnung.” “Wie kannst du deinen Wert erkennen, solange statt dessen die Besonderheit Anspruch auf dich erhebt? Wie kannst du es versäumen, ihn in deines Bruders Heiligkeit zu erkennen? Suche nicht, deine Besonderheit zur Wahrheit zu machen, denn wäre sie es, wärst du fürwahr verloren. Sei vielmehr dankbar, dass es dir gegeben ist, seine Heiligkeit zu sehen, weil sie die Wahrheit ist. Und das, was in ihm wahr ist, muss in dir ebenso wahr sein.”
Wer liebt wen in der Selbstliebe? Wer sind die beiden - der Liebende und der Geliebte? Anders gefragt: Brauche ich überhaupt eine Beziehung zu mir selbst? Warum bin ich nicht einfach ich selbst? Wenn ich eine Beziehung zu mir selbst habe, bin ich zweigeteilt - ich und mein Selbst, Subjekt und Objekt. Diese vom Ego-Denken geschaffene Dualität ist die Grundursache für all die Komplikationen, Probleme und Konflikte in unserem Leben. Im Zustand der Erleuchtung BIN ICH. Ich beurteile mich nicht und bedauere mich nicht, ich bin nicht stolz auf mich, ich liebe mich nicht und hasse mich nicht, usw. Die durch die Selbstreflexion des Bewusstseins bewirkte Spaltung ist beseitigt, ihr Fluch ist aufgehoben. Da ist kein persönliches Selbst, das ich weiterhin nähren, schützen oder verteidigen muss. Im Zustand der Erleuchtung fällt eine Beziehung weg - die Beziehung zu mir selbst. Sobald ich diese Beziehung aufgegeben habe, verwandeln sich alle meine scheinbar "anderen Beziehungen" in Liebesbeziehungen, weil die Illusion der Trennung aufgehoben ist. Der normalen Logik zufolge gehören zu einer Vereinigung mindestens zwei, ist ein Zweiter erforderlich. Doch zu einer echten Vereinigung - einer Vereinigung, die es wert ist, LIEBE genannt zu werden, einer Vereinigung, die es wert ist, Andacht, Samadhi, Ekstase genannt zu werden - dazu gehört nur EINER. Die Wirklichkeit ist EINHEIT, da ist kein Zweiter. Solange der Sucher da ist, ist das GESUCHTE nicht da; und wenn das GESUCHTE eingetreten ist, ist der Sucher verschwunden. Dann erkenne ich, dass alles in meinem Bewusstsein erscheint und dass alles nur die LIEBE GOTTES widerspiegelt.
“Mein heiliger Bruder, denk eine Weile über dieses nach: Die Welt, die du siehst, tut nichts. Sie hat überhaupt keine Wirkungen. Sie stellt nur deine Gedanken dar. Und sie wird sich völlig verändern, wenn du beschließt, anderen Geistes zu werden, und die Freude GOTTES als das wählst, was du wirklich willst. Dein SELBST erstrahlt in dieser heiligen Freude, unverändert, unveränderlich und unwandelbar, auf immer und auf ewig.”
(EKIW: Lektion 190, 6. 1.-5.)
Selbst die Mutterliebe, die so sehr verehrt und hoch geschätzt wird, ist nicht die Liebe GOTTES, denn auch Mutterliebe ist immer mit Sorge, Angst und dem Glauben an Besonderheit und Tod verbunden. Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern und ihr Bedürfnis, sie zu beschützen, kommt daher, dass sie diese als einen Teil von sich betrachten. Niemand gibt etwas auf, was er als Teil von sich betrachtet. Wir reagieren zwar als Eltern ähnlich wie GOTT auf SEINE Schöpfungen, mit Liebe, Schutz und Barmherzigkeit - und trotzdem ist die Liebe GOTTES etwas grundsätzlich anderes. Die weltliche Eltern-Kind-Beziehung ist nie nur von reiner Liebe durchdrungen und ist immer von Sorge und Angst begleitet. Sorge ist Angst und Angst ist nicht LIEBE. Sorge ist Lieblosigkeit. Sorge ist immer ein Ausdruck unseres mangelnden Vertrauens in die Stärke GOTTES. Sorge ist der Glaube, dass Wirkliches bedroht sein könnte.
GOTT liebt mit einer LIEBE, die sich nie verändert und die kein Gegenteil kennt. GOTT ist DER liebende MUTTER&VATER, der sein schlafendes Kind sanft im Arm hält und ihm jede Unterstützung anbietet, um aus seinem Albtraum aufzuwachen. GOTT ist DER liebende MUTTER&VATER, der sein Kind zur Ruhe singt. Doch GOTT weiß nichts vom Inhalt des Alptraums seines Kindes, sondern kennt nur die Wirklichkeit, also die Göttlichkeit seines Kindes. GOTT hat keine Sorge und keine Angst um sein Kind, weil er nur dessen wahres SEIN kennt, so wie ER ES erschaffen hat.
Zu glauben, dass Gott das Leid in der Welt sehen und zulassen würde, ist reiner Wahnsinn. Wenn wir das glauben, hat dies zwangsläufig zur Folge, dass wir Gott als grausam wahrnehmen: “Und keinen gibt es unter ihnen, der nicht gedacht hat, dass GOTT grausam ist.” (EKIW: Kapitel 13, Einleitung, 2. 11.) Doch der Wahnsinn dieser Welt und der Glaube an Trennung findet nur im Geist des Träumers statt und nicht im GEIST GOTTES.
Wenn unser Geist berichtigt ist, sind wir nicht nur Kinder GOTTES, sondern wir leben auch als solche, unbedarft, sorgenfrei und umsorgt und lassen Christi Schau für uns auf alle Dinge blicken und beurteilen sie nicht, sondern geben stattdessen jedem ein Wunder der Liebe. So erleuchtet die LIEBE GOTTES durch uns die Welt.
“Dein Ego kann IHN nicht daran hindern, auf dich zu leuchten,
aber es kann dich daran hindern, IHN durch dich hindurch leuchten zu lassen.”
(EKIW: Kapitel 4, IV. 9. 6.)
aber es kann dich daran hindern, IHN durch dich hindurch leuchten zu lassen.”
(EKIW: Kapitel 4, IV. 9. 6.)
Wohl am deutlichsten zeigt sich der Wahnsinn der egoischen Vorstellung von Liebe in der besonderen Paarbeziehung. Die „Liebe“ des Egos ist eine Leidenschaft, also etwas, das Leiden schafft. In unzähligen Geschichten erzählen wir uns immer wieder das gleiche Drama von dem, was das Ego unter Liebe versteht, von jener „Liebe”, die sich in Hass verwandeln kann. In der Oper Carmen sticht Don José, blind vor Wut und Eifersucht, sein Messer in die Brust seiner Geliebten und sinkt mit den Worten nieder: "Ah! Carmen! Meine angebetete Carmen!"
Romeo und Julia gelten als das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur. Es ist die Geschichte zweier junger Liebender, die unter unglücklichen Umständen durch Selbstmord zu Tode kommen. Die romantische Liebe oder die Vorstellung verliebter Körper birgt die Tragödie aller Illusionen in sich. Keine Illusion ist das, was sie zu sein scheint. In einer Welt, in der die Liebe als exklusiv und abhängig vom Zusammensein der Körper angesehen wird, enden Beziehungen. In einem solchen Wahnsinn scheint die verrückte Idee der Vereinigung im Tod die einzige Hoffnung zu sein, die es gibt. Hier wird die Absurdität dieser Welt am deutlichsten.
Wenn wir nur die Liebe kennen gelernt haben, die voller Leidenschaft und Anhaftung ist, können wir die Worte von Jesus: ‚GOTT ist LIEBE‘ nicht verstehen. Immer wieder stellen verzweifelte „Liebende“ daher die Frage: „Warum muss Liebe weh tun?“ Was ist das für eine völlig verrückte Vorstellung von Liebe? Damit sind wir bei der dritten großen Lüge des Egos über die Liebe angelangt, nämlich dem Glauben, die Liebe könne sich verändern. Wir könnten manchmal lieben und zu anderen Zeiten hassen. Deshalb haben wir Angst vor der Liebe, weil wir Angst haben, sie wieder zu verlieren.
Wenn sich die egoische Liebe nicht in Hass verwandelt, dann neigt sie zumindest dazu, zu erkalten und in emotionsloser Distanz zu erstarren oder sich in alltäglichen Routinen zu verlieren. Ab jenem Moment, wo wir auch noch den Kontakt zu unserem Verlangen nach der LIEBE verloren haben, sind wir tot vor unserem Tod, sind wir bereits ins Grab gestiegen. Ohne LIEBE hat unser Leben keinen Sinn. LIEBE gibt ihm einen Sinn, LIEBE ist der einzige Sinn. Ohne LIEBE ist ein Mensch ganz allein, vom Herzen der Existenz abgetrennt. Ohne LIEBE ist jeder eine einsame Einheit, er ist ohne Verbindung zu anderen. Die Abwesenheit der LIEBE, d.h. der Zustand der Ego-Identifikation, lässt eine private Welt erstehen, die sich nicht mit anderen teilen lässt. In dieser Welt bewegt ihr Macher sich allein, denn nur er nimmt sie wahr.
Achtung Ego-Falle
Wenn der vom Ego getriebene Verstand hört, dass die besondere Beziehung das Problem ist, schließt er daraus, dass auch das Verlieben ein Problem ist und deshalb vermieden werden muss. Dem ist aber nicht so! Wenn wir versuchen, uns vor dem Verlieben zu schützen, legen wir uns einen Panzer an. Wenn wir uns so panzern, muss der andere uns wie ein Feind vorkommen. Unter gepanzerten Menschen ist keine Freundschaft möglich - Freundschaft ist unmöglich, Liebe ist unmöglich, Kommunikation ist unmöglich. Wir haben Angst, jemand könnte Besitz von uns ergreifen, jemand könnte uns überwältigen, jemand könnte uns versklaven. Aus Angst davor haben wir ein Gefängnis errichtet, einen Schutzwall um uns gezogen. So wird das Leben zu einer einzigen Last, wird das Leben zur Langeweile. Wenn wir zu vorsichtig sind, kann das Leben kein Abenteuer sein. Wenn wir uns allzu sehr schützen, allzu sehr auf Sicherheit auf der Ebene der Form erpicht sind, sind wir bereits tot. Und nur wer als Mensch bereit ist, in scheinbarer Unsicherheit zu leben, weil er vertraut, wird lebendig sein.
Wenn wir uns verlieben, bekommen wir Angst, diese Frau oder dieser Mann könnte uns verlassen. Sofort macht sich Angst breit. Als wir noch nicht verliebt waren, hatten wir diese Angst nicht; jetzt, wo wir verliebt sind, ist das Leben eingetreten - und mit ihm auch die Unsicherheit. Jemand, der nie einen anderen Menschen liebt, hat auch nie Angst verlassen zu werden. Die ganze Welt mag ihn verlassen - er fürchtet sich nicht davor. Man kann ihm nichts anhaben, er ist in “Sicherheit”. Erst wenn wir jemanden lieben, entsteht Ungewissheit, weil jetzt Leben da ist. Und mit dem Leben ist auch scheinbar der Tod da. In dem Moment, wo wir lieben, taucht die Angst auf: Dieser Mensch könnte sterben, er könnte uns verlassen, er könnte sich in jemand anderen verlieben! Jetzt müssen wir etwas unternehmen, um sicher zu sein - wir müssen heiraten. Also wird ein rechtliches Band geknüpft, damit dieser Mensch uns nicht mehr so leicht verlassen kann. Jetzt wird die Gesellschaft uns schützen, wird das Gesetz uns schützen, wird der Richter, alle werden uns schützen. Und wenn wir schon keine rechtliche Bindung eingehen, so unterwerfen wir uns doch zumindest einem ganz konkreten Beziehungskonzept, von dem wir uns Sicherheit erhoffen.
Wir haben also wieder eine Grenze gezogen, weil wir uns davon Sicherheit versprechen. Je enger die Grenze ist, desto mehr Sicherheit bietet sie uns scheinbar, denn je enger die Grenze, desto besser können wir sie beobachten. Wir können verschlossen bleiben, dann sind wir scheinbar unverletzbar, dann fühlen wir uns sicher. Unser Bedürfnis nach Sicherheit, nach Schutz hat die Grenze geschaffen. Aber dann fühlen wir uns gleichzeitig auch gefesselt. Das ist das Paradox des Ego-Geistes: Wir wollen immer mehr Sicherheit, und gleichzeitig wollen wir mehr Freiheit! Beides zusammen geht nicht. Wenn wir Freiheit wollen, werden wir dafür die scheinbare Sicherheit, den scheinbaren Schutz aufgeben müssen. Diese Sicherheit ist ohnehin nur eine Illusion, es gibt sie tatsächlich gar nicht. Denn der Tod muss kommen: Was immer wir als Person anstellen, wir müssen sterben. All unsere Sicherheiten, unsere Schutzmaßnahmen sind reine Fassade, sie werden nichts nützen. Aber aus Angst vor Unsicherheit ziehen wir Grenzen, verkriechen uns hinter riesigen Mauern und können dann den offenen Himmel nicht mehr sehen. Und dann leiden wir und sagen: “Wo ist der offene Himmel?”, und “Ich will Freiheit, und ich will mich bewegen können!” Doch diese Grenzen haben wir selbst errichtet. All diese Grenzen sind eine Folge unseres mangelnden Vertrauens. Wie wichtig es ist, Vertrauen zu entwickeln, zeigt sich auch daran, wie genau und ausführlich Jesus diesen Prozess im Kurs beschreibt.
Wer sich Sorgen um Sicherheit und Schutz macht, der muss die Enge in Kauf nehmen. Schließlich ist nichts sicherer als ein Gefängnis. Da kann einem niemand etwas tun. Niemand draußen ist so sicher, wird so gut bewacht wie ein Gefangener. Außerhalb der Gefängnismauern ist das Leben gefährlich, kann alles Mögliche passieren! Also haben wir uns in geistigen Gefängnissen verschanzt, in psychischen Gefängnissen verschanzt, und diese Gefängnisse nehmen wir überall mit, sie sind tragbar. Man braucht nicht da zu wohnen, wo die Gefängnisse sind, sie kommen mit einem mit. Was wir auch tun, unser Gefängnis begleitet uns. Wir sitzen ständig hinter einer Mauer.
Und es ist nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar kontraproduktiv, unsere Zellwände bunt anzumalen, um uns besser zu fühlen, denn damit belügen wir uns nur selbst. Denn das, worum es eigentlich geht, ist tot. In dem Moment, wo wir es absichern wollten, im dem Augenblick, wo wir es unter Verschluss haben wollten, damit nichts Unvorhergesehenes mit ihm geschieht, sind wir darin eingeschlossen. Dann werden wir leiden. Dann werden wir sagen, dass dieser Partner für uns zu einer Fessel geworden ist. Und dann streiten wir uns, weil wir uns gegenseitig eingekerkert haben. Jetzt streiten wir, und alle Liebe ist verflogen, es gibt nur noch Streit. Schuld daran ist der Wunsch nach Sicherheit.
So ist es mit allem. Es ist etwas Grundsätzliches: Das irdische Leben ist unsicher. Das macht sein eigentliches Wesen aus. Wenn unser Geist noch nicht erleuchtet ist und wir lieben, dann erleiden wir auch die Angst, dass der geliebte Mensch uns verlassen kann, aber deswegen dürfen wir nicht versuchen, Sicherheit zu schaffen. Dann wird die Liebe zunehmen. Der geliebte Mensch mag sterben, und wir können nichts dran ändern, aber das wird nicht unsere Liebe töten. Die Liebe wird weiterwachsen. Genau das ist die Bedeutung des Ausdrucks „unsterblich verliebt“. Er verweist auf die Ewigkeit der göttlichen LIEBE.
Wenn wir jemanden tief lieben, so sehr lieben, dass es keine Beziehung vom Kopf (Ego-Geist) gibt, wenn nur noch das Herz (reiner Geist) funktioniert, dann wird diese Liebe zur Andacht, und unsere Geliebte oder unser Geliebter werden göttlich. In der Tat kann das Auge des Herzens nichts anderes sehen, und deshalb geschieht das schon bei der gewöhnlichen Liebe. Wenn wir uns in jemanden verlieben, wird dieser Mensch göttlich für uns. Es mag nicht lange dauern, und es mag sich nicht als eine sehr tiefe Geschichte erweisen, aber für den Augenblick wird der geliebte Mensch zum Göttlichen. Das Ego wird früher oder später alles wieder kaputtmachen, weil das Ego sich einmischen und versuchen wird, alles zu manipulieren. Sogar die Liebe muss manipuliert werden. Und wenn das Ego die Führung übernimmt, wird alles zerstört. Wenn wir lieben können, ohne dass sich das Management des Egos einschaltet, dann wird unsere Liebe unweigerlich zum Gebet, und der geliebte Mensch wird zur Tür zu GOTT.
“Der HEILIGE GEIST, DER in SEINER Weisheit stets praktisch ist, akzeptiert deine Träume und nutzt sie als Mittel zum Erwachen. Du hättest sie dazu genutzt, um weiterzuschlafen. Ich habe schon gesagt, dass die erste Veränderung, bevor Träume verschwinden, die ist, dass deine Angstträume in glückliche Träume verwandelt werden. Das tut der HEILIGE GEIST in der besonderen Beziehung. ER zerstört sie nicht, noch entreißt ER sie dir. ER verwendet sie hingegen anders, als Hilfe, um seine Zielsetzung für dich wirklich zu machen. Die besondere Beziehung wird bleiben, nicht als eine Quelle des Schmerzes und der Schuld, sondern als eine Quelle der Freude und der Freiheit. Sie wird nicht für dich allein dasein, denn darin lag ihr Elend. Wie ihre Unheiligkeit sie abgesondert hielt, wird ihre Heiligkeit ein Angebot für jeden sein.”
(EKIW: Kapitel 18, II. 6.)
Und so werden wir zur LIEBE und gehen ein in das immerwährende Leben. Die LIEBE verändert plötzlich unsere Dimension. Wir sind aus der Zeit hinausgeworfen und finden uns in der Ewigkeit. Die Liebe zu einem anderen Menschen kann zu einer tiefen Meditation werden - zur tiefsten überhaupt. Liebende können manchmal erfahren, was sogenannte Heilige nie erfahren haben. Und Liebende haben jenes Zentrum berührt, das viele Yogis umsonst gesucht haben. Aber es wird nur ein kurzes Aufleuchten sein, es sei denn, wir transformieren diese Liebe zu Meditation.
“Eine heilige Beziehung ist ein Mittel, um Zeit einzusparen. Ein Augenblick, den du gemeinsam verbringst mit deinem Bruder, gibt euch beiden das Universum wieder. Du bist vorbereitet. Jetzt brauchst du dich nur daran zu erinnern, dass du nichts zu tun brauchst. Es wäre jetzt bei weitem nützlicher, dich nur darauf zu konzentrieren, als darüber nachzudenken, was du tun solltest.”
(EKIW: Kapitel 18, VII. 5. 2.-6.)
Versuche also Folgendes: Sei mit deinem Geliebten in Meditation. Wann immer dein Geliebter oder deine Geliebte bei dir ist, gehe in Meditation. Macht aus dem Zusammensein einen meditativen Zustand. Seid still. Seid euch nah, aber seid still und tut nichts. Nutzt die Gegenwart des anderen, um aus dem Strom des privaten Denkens auszusteigen: Wenn du denkst, während der geliebte Mensch bei dir ist, dann bist du nicht bei dem Geliebten. Wie könntest du? Ihr seid zwar körperlich beide da, aber im Geiste meilenweit voneinander entfernt. Jeder denkt seine privaten Gedanken. Jeder lebt in seiner eigenen privaten Welt.
Wahrhaftige Liebe bedeutet, dass alles private Denken aufhört. Hört in der Gegenwart des Geliebten oder der Geliebten völlig mit dem Denken im üblichen Sinne auf. Nur dann seid ihr euch nah. Dann seid ihr plötzlich eins. Dann können euch die Körper nicht trennen.
Wenn wir wahrhaftig lieben, kümmern wir uns nicht um Sicherheit. Nur wenn wir nicht lieben, legen wir Wert auf Sicherheit. Wenn wir wahrhaftig lieben, ist uns der gegenwärtige Augenblick so viel wert, dass uns der nächste Augenblick egal ist, dass uns die Zukunft egal ist. Was morgen passiert, das kümmert uns nicht - weil das, was jetzt im Moment geschieht, so überwältigend ist. Es ist zu viel, es ist kaum auszuhalten. Da machen wir uns keine Gedanken …
Wer also in der LIEBE Wurzeln geschlagen hat, der hat vor gar nichts mehr Angst. Was immer geschieht, ist wunderbar. Was immer geschieht, ist schön. Aber Ehe wird daraus nie. Damit ist nicht gemeint, dass Liebende sich nicht heiraten sollten. Damit ist nur gemeint, dass die Ehe niemals die Liebe ersetzen darf. Sie darf immer nur das äußere Gewand bleiben, sie darf niemals das Eigentliche ersetzen. Und Liebe wird nur deshalb nie zur Ehe, weil Liebende einander nie als Besitz betrachten und nie versuchen, den Partner in der Schuld zu halten.
Die Liebe stößt jeden Augenblick in unbekanntes Terrain vor - und genau das ist es, was Jesus meint, wenn er sagt “GOTT ist die LIEBE”. GOTT ist so unbekannt wie die LIEBE. Und wer nicht bereit ist, lebendig, verliebt und unabgesichert zu sein, der kann nicht ins Göttliche eingehen. Denn da erwartet ihn eine noch größere Unsicherheit, noch größere Unbekanntheit.
Das bedeutet: Verlieben ist wunder-voll! Wir dürfen nur daraus keine Erwartungen an den anderen ableiten!!! Und so werden wir erkennen, dass Liebe nicht persönlich ist und wir keine Kontrolle darüber haben, wen wir lieben oder warum - sie ist einfach da. In Wahrheit sind wir alle zutiefst ineinander verliebt und überall blüht unerwartet Liebe auf. Und so erkennen wir, dass die Form immer zweitrangig ist, dass es einzig und allein um den Inhalt geht - also um die Ausdehnung der LIEBE im gegenwärtigen Moment.
Wenn der vom Ego getriebene Verstand hört, dass die besondere Beziehung das Problem ist, schließt er daraus, dass auch das Verlieben ein Problem ist und deshalb vermieden werden muss. Dem ist aber nicht so! Wenn wir versuchen, uns vor dem Verlieben zu schützen, legen wir uns einen Panzer an. Wenn wir uns so panzern, muss der andere uns wie ein Feind vorkommen. Unter gepanzerten Menschen ist keine Freundschaft möglich - Freundschaft ist unmöglich, Liebe ist unmöglich, Kommunikation ist unmöglich. Wir haben Angst, jemand könnte Besitz von uns ergreifen, jemand könnte uns überwältigen, jemand könnte uns versklaven. Aus Angst davor haben wir ein Gefängnis errichtet, einen Schutzwall um uns gezogen. So wird das Leben zu einer einzigen Last, wird das Leben zur Langeweile. Wenn wir zu vorsichtig sind, kann das Leben kein Abenteuer sein. Wenn wir uns allzu sehr schützen, allzu sehr auf Sicherheit auf der Ebene der Form erpicht sind, sind wir bereits tot. Und nur wer als Mensch bereit ist, in scheinbarer Unsicherheit zu leben, weil er vertraut, wird lebendig sein.
Wenn wir uns verlieben, bekommen wir Angst, diese Frau oder dieser Mann könnte uns verlassen. Sofort macht sich Angst breit. Als wir noch nicht verliebt waren, hatten wir diese Angst nicht; jetzt, wo wir verliebt sind, ist das Leben eingetreten - und mit ihm auch die Unsicherheit. Jemand, der nie einen anderen Menschen liebt, hat auch nie Angst verlassen zu werden. Die ganze Welt mag ihn verlassen - er fürchtet sich nicht davor. Man kann ihm nichts anhaben, er ist in “Sicherheit”. Erst wenn wir jemanden lieben, entsteht Ungewissheit, weil jetzt Leben da ist. Und mit dem Leben ist auch scheinbar der Tod da. In dem Moment, wo wir lieben, taucht die Angst auf: Dieser Mensch könnte sterben, er könnte uns verlassen, er könnte sich in jemand anderen verlieben! Jetzt müssen wir etwas unternehmen, um sicher zu sein - wir müssen heiraten. Also wird ein rechtliches Band geknüpft, damit dieser Mensch uns nicht mehr so leicht verlassen kann. Jetzt wird die Gesellschaft uns schützen, wird das Gesetz uns schützen, wird der Richter, alle werden uns schützen. Und wenn wir schon keine rechtliche Bindung eingehen, so unterwerfen wir uns doch zumindest einem ganz konkreten Beziehungskonzept, von dem wir uns Sicherheit erhoffen.
Wir haben also wieder eine Grenze gezogen, weil wir uns davon Sicherheit versprechen. Je enger die Grenze ist, desto mehr Sicherheit bietet sie uns scheinbar, denn je enger die Grenze, desto besser können wir sie beobachten. Wir können verschlossen bleiben, dann sind wir scheinbar unverletzbar, dann fühlen wir uns sicher. Unser Bedürfnis nach Sicherheit, nach Schutz hat die Grenze geschaffen. Aber dann fühlen wir uns gleichzeitig auch gefesselt. Das ist das Paradox des Ego-Geistes: Wir wollen immer mehr Sicherheit, und gleichzeitig wollen wir mehr Freiheit! Beides zusammen geht nicht. Wenn wir Freiheit wollen, werden wir dafür die scheinbare Sicherheit, den scheinbaren Schutz aufgeben müssen. Diese Sicherheit ist ohnehin nur eine Illusion, es gibt sie tatsächlich gar nicht. Denn der Tod muss kommen: Was immer wir als Person anstellen, wir müssen sterben. All unsere Sicherheiten, unsere Schutzmaßnahmen sind reine Fassade, sie werden nichts nützen. Aber aus Angst vor Unsicherheit ziehen wir Grenzen, verkriechen uns hinter riesigen Mauern und können dann den offenen Himmel nicht mehr sehen. Und dann leiden wir und sagen: “Wo ist der offene Himmel?”, und “Ich will Freiheit, und ich will mich bewegen können!” Doch diese Grenzen haben wir selbst errichtet. All diese Grenzen sind eine Folge unseres mangelnden Vertrauens. Wie wichtig es ist, Vertrauen zu entwickeln, zeigt sich auch daran, wie genau und ausführlich Jesus diesen Prozess im Kurs beschreibt.
Wer sich Sorgen um Sicherheit und Schutz macht, der muss die Enge in Kauf nehmen. Schließlich ist nichts sicherer als ein Gefängnis. Da kann einem niemand etwas tun. Niemand draußen ist so sicher, wird so gut bewacht wie ein Gefangener. Außerhalb der Gefängnismauern ist das Leben gefährlich, kann alles Mögliche passieren! Also haben wir uns in geistigen Gefängnissen verschanzt, in psychischen Gefängnissen verschanzt, und diese Gefängnisse nehmen wir überall mit, sie sind tragbar. Man braucht nicht da zu wohnen, wo die Gefängnisse sind, sie kommen mit einem mit. Was wir auch tun, unser Gefängnis begleitet uns. Wir sitzen ständig hinter einer Mauer.
Und es ist nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar kontraproduktiv, unsere Zellwände bunt anzumalen, um uns besser zu fühlen, denn damit belügen wir uns nur selbst. Denn das, worum es eigentlich geht, ist tot. In dem Moment, wo wir es absichern wollten, im dem Augenblick, wo wir es unter Verschluss haben wollten, damit nichts Unvorhergesehenes mit ihm geschieht, sind wir darin eingeschlossen. Dann werden wir leiden. Dann werden wir sagen, dass dieser Partner für uns zu einer Fessel geworden ist. Und dann streiten wir uns, weil wir uns gegenseitig eingekerkert haben. Jetzt streiten wir, und alle Liebe ist verflogen, es gibt nur noch Streit. Schuld daran ist der Wunsch nach Sicherheit.
So ist es mit allem. Es ist etwas Grundsätzliches: Das irdische Leben ist unsicher. Das macht sein eigentliches Wesen aus. Wenn unser Geist noch nicht erleuchtet ist und wir lieben, dann erleiden wir auch die Angst, dass der geliebte Mensch uns verlassen kann, aber deswegen dürfen wir nicht versuchen, Sicherheit zu schaffen. Dann wird die Liebe zunehmen. Der geliebte Mensch mag sterben, und wir können nichts dran ändern, aber das wird nicht unsere Liebe töten. Die Liebe wird weiterwachsen. Genau das ist die Bedeutung des Ausdrucks „unsterblich verliebt“. Er verweist auf die Ewigkeit der göttlichen LIEBE.
Wenn wir jemanden tief lieben, so sehr lieben, dass es keine Beziehung vom Kopf (Ego-Geist) gibt, wenn nur noch das Herz (reiner Geist) funktioniert, dann wird diese Liebe zur Andacht, und unsere Geliebte oder unser Geliebter werden göttlich. In der Tat kann das Auge des Herzens nichts anderes sehen, und deshalb geschieht das schon bei der gewöhnlichen Liebe. Wenn wir uns in jemanden verlieben, wird dieser Mensch göttlich für uns. Es mag nicht lange dauern, und es mag sich nicht als eine sehr tiefe Geschichte erweisen, aber für den Augenblick wird der geliebte Mensch zum Göttlichen. Das Ego wird früher oder später alles wieder kaputtmachen, weil das Ego sich einmischen und versuchen wird, alles zu manipulieren. Sogar die Liebe muss manipuliert werden. Und wenn das Ego die Führung übernimmt, wird alles zerstört. Wenn wir lieben können, ohne dass sich das Management des Egos einschaltet, dann wird unsere Liebe unweigerlich zum Gebet, und der geliebte Mensch wird zur Tür zu GOTT.
“Der HEILIGE GEIST, DER in SEINER Weisheit stets praktisch ist, akzeptiert deine Träume und nutzt sie als Mittel zum Erwachen. Du hättest sie dazu genutzt, um weiterzuschlafen. Ich habe schon gesagt, dass die erste Veränderung, bevor Träume verschwinden, die ist, dass deine Angstträume in glückliche Träume verwandelt werden. Das tut der HEILIGE GEIST in der besonderen Beziehung. ER zerstört sie nicht, noch entreißt ER sie dir. ER verwendet sie hingegen anders, als Hilfe, um seine Zielsetzung für dich wirklich zu machen. Die besondere Beziehung wird bleiben, nicht als eine Quelle des Schmerzes und der Schuld, sondern als eine Quelle der Freude und der Freiheit. Sie wird nicht für dich allein dasein, denn darin lag ihr Elend. Wie ihre Unheiligkeit sie abgesondert hielt, wird ihre Heiligkeit ein Angebot für jeden sein.”
(EKIW: Kapitel 18, II. 6.)
Und so werden wir zur LIEBE und gehen ein in das immerwährende Leben. Die LIEBE verändert plötzlich unsere Dimension. Wir sind aus der Zeit hinausgeworfen und finden uns in der Ewigkeit. Die Liebe zu einem anderen Menschen kann zu einer tiefen Meditation werden - zur tiefsten überhaupt. Liebende können manchmal erfahren, was sogenannte Heilige nie erfahren haben. Und Liebende haben jenes Zentrum berührt, das viele Yogis umsonst gesucht haben. Aber es wird nur ein kurzes Aufleuchten sein, es sei denn, wir transformieren diese Liebe zu Meditation.
“Eine heilige Beziehung ist ein Mittel, um Zeit einzusparen. Ein Augenblick, den du gemeinsam verbringst mit deinem Bruder, gibt euch beiden das Universum wieder. Du bist vorbereitet. Jetzt brauchst du dich nur daran zu erinnern, dass du nichts zu tun brauchst. Es wäre jetzt bei weitem nützlicher, dich nur darauf zu konzentrieren, als darüber nachzudenken, was du tun solltest.”
(EKIW: Kapitel 18, VII. 5. 2.-6.)
Versuche also Folgendes: Sei mit deinem Geliebten in Meditation. Wann immer dein Geliebter oder deine Geliebte bei dir ist, gehe in Meditation. Macht aus dem Zusammensein einen meditativen Zustand. Seid still. Seid euch nah, aber seid still und tut nichts. Nutzt die Gegenwart des anderen, um aus dem Strom des privaten Denkens auszusteigen: Wenn du denkst, während der geliebte Mensch bei dir ist, dann bist du nicht bei dem Geliebten. Wie könntest du? Ihr seid zwar körperlich beide da, aber im Geiste meilenweit voneinander entfernt. Jeder denkt seine privaten Gedanken. Jeder lebt in seiner eigenen privaten Welt.
Wahrhaftige Liebe bedeutet, dass alles private Denken aufhört. Hört in der Gegenwart des Geliebten oder der Geliebten völlig mit dem Denken im üblichen Sinne auf. Nur dann seid ihr euch nah. Dann seid ihr plötzlich eins. Dann können euch die Körper nicht trennen.
Wenn wir wahrhaftig lieben, kümmern wir uns nicht um Sicherheit. Nur wenn wir nicht lieben, legen wir Wert auf Sicherheit. Wenn wir wahrhaftig lieben, ist uns der gegenwärtige Augenblick so viel wert, dass uns der nächste Augenblick egal ist, dass uns die Zukunft egal ist. Was morgen passiert, das kümmert uns nicht - weil das, was jetzt im Moment geschieht, so überwältigend ist. Es ist zu viel, es ist kaum auszuhalten. Da machen wir uns keine Gedanken …
Wer also in der LIEBE Wurzeln geschlagen hat, der hat vor gar nichts mehr Angst. Was immer geschieht, ist wunderbar. Was immer geschieht, ist schön. Aber Ehe wird daraus nie. Damit ist nicht gemeint, dass Liebende sich nicht heiraten sollten. Damit ist nur gemeint, dass die Ehe niemals die Liebe ersetzen darf. Sie darf immer nur das äußere Gewand bleiben, sie darf niemals das Eigentliche ersetzen. Und Liebe wird nur deshalb nie zur Ehe, weil Liebende einander nie als Besitz betrachten und nie versuchen, den Partner in der Schuld zu halten.
Die Liebe stößt jeden Augenblick in unbekanntes Terrain vor - und genau das ist es, was Jesus meint, wenn er sagt “GOTT ist die LIEBE”. GOTT ist so unbekannt wie die LIEBE. Und wer nicht bereit ist, lebendig, verliebt und unabgesichert zu sein, der kann nicht ins Göttliche eingehen. Denn da erwartet ihn eine noch größere Unsicherheit, noch größere Unbekanntheit.
Das bedeutet: Verlieben ist wunder-voll! Wir dürfen nur daraus keine Erwartungen an den anderen ableiten!!! Und so werden wir erkennen, dass Liebe nicht persönlich ist und wir keine Kontrolle darüber haben, wen wir lieben oder warum - sie ist einfach da. In Wahrheit sind wir alle zutiefst ineinander verliebt und überall blüht unerwartet Liebe auf. Und so erkennen wir, dass die Form immer zweitrangig ist, dass es einzig und allein um den Inhalt geht - also um die Ausdehnung der LIEBE im gegenwärtigen Moment.
Zu lieben und Liebe zu brauchen ist zweierlei. Jeder, der Liebe haben will, leidet, denn LIEBE kann man nicht fordern, LIEBE kann man nur geben. Die LIEBE ist wie der Duft einer Rose, sie verströmt sich und ist für alle da, denn Geben und Empfangen sind in Wahrheit eins. Eine Rose gibt immer allen alles. Sie verströmt ihren Duft immer mit der gleichen Intensität, sie macht keinen Unterschied zwischen denen, die vorbeikommen und sich an ihrem Duft erfreuen. Wenn wir allerdings im Ego-Denksystem gefangen sind und die Person, von der wir Liebe erwarten, auch von uns Liebe erwartet, dann ist es, als ob sich zwei Bettler treffen und sich gegenseitig anbetteln, sich gegenseitig in die Tasche greifen und enttäuscht sind, dass sie leer ist.
“Nur was du nicht gegeben hast, kann in irgendeiner Situation fehlen.”
(EKIW: Kapitel 17, VII. 4. 1.)
(EKIW: Kapitel 17, VII. 4. 1.)
“Wir wollen heute nur die folgende Lektion erlernen: Wir werden nicht begreifen, was wir empfangen, ehe wir es nicht gegeben haben. Du hast dies schon auf hundert Arten und hundertmal gesagt bekommen, und dennoch fehlt es immer noch an Glauben.”
(EKIW: Lektion 154, 12. 1.-2.)
Jegliches Bestreben zu Bekommen ist wahnsinnig. Gleichermaßen ist jeglicher Versuch, das Empfangen oder Geben zurückzuhalten, auch wahnsinnig. Bekommen und Empfangen ist nicht dasselbe. Geben, um zu bekommen, ist kein wahres Geben. Geben und Empfangen sind eins. Denn in beiden Fällen muss das Herz sich öffnen, die Abwehr muss weggelegt werden.
In WAHRHEIT sind wir wie jemand, dem ein perfekter Schatz gegeben wurde, ein unbezahlbarer Juwel. Und wir haben ihn in unsere Tasche gesteckt und vergessen, dass wir ihn besitzen. Und so laufen wir umher und versuchen, in die Taschen der anderen zu schauen. Und wir haben versucht, andere zu verführen, sich uns hinzugeben, so dass wir ihre Kleider haben und somit versuchen können, den Juwel zu bekommen, von dem wir gehofft haben, dass er in ihrer Tasche ist. Doch die große WAHRHEIT ist, dass wir LIEBE nicht besitzen können, bis wir unsere Brüder und Schwestern freisetzen. Wir können keine heilige Beziehung eingehen, solange wir nicht jede Spur des Bedürfnisses aufgegeben haben, den anderen zu besitzen.
Es gibt es etwas Grundlegendes zu verstehen. Wenn wirkliche LIEBE da ist, wird sie niemals zu Bindung werden. Was ist der Mechanismus, dass aus Liebe Bindung werden kann? Im selben Moment, wo wir von unserem oder unserer Geliebten erwarten: »Liebe nur mich!«, haben wir Besitzansprüche angemeldet. Und im selben Moment, wo wir jemanden besitzen wollen, haben wir ihn tief beleidigt, denn wir haben aus ihm ein Ding gemacht. Das, was es zu verstehen gilt, ist, dass die Liebe, wenn sie zur Bindung wird, nur eine Illusion war. Liebe wird zu Bindung, weil keine LIEBE da ist. Wenn wirkliche LIEBE da ist, wird sie niemals zu Bindung werden. Die wahre LIEBE dehnt sich nach außen aus, einfach weil sie nicht zurückgehalten werden kann. Da sie grenzenlos ist, hört sie nicht auf. GOTT ist nur LIEBE, und daher sind wir es auch. Wenn wir uns an unsere SOHNSCHAFT wieder erinnern, können wir unsere LIEBE teilen. Aber das ist Teilen, nicht Abhängigkeit. Wenn niemand da ist, werden wir genauso glücklich, genauso selig sein.
Wenn die LIEBE unser Ziel ist, werden wir weder unsere gewählten Feinde in der Schuld halten wollen noch diejenigen, von denen wir denken, sie seien Freunde, an die Illusion einer veränderlichen Liebe gekettet lassen.
“Binde zwei Vögel zusammen; sie werden nicht fliegen können, obwohl sie nun vier Flügel haben.”
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
Wenn unser einziges Verlangen LIEBE ist, werden wir bereit sein, jeden freizulassen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen, egal, was der Weg ist und was er erfordert. Und wir werden niemals fühlen, dass unsere LIEBE schwankt. Und wenn ein Stich von Traurigkeit auftaucht, weil wir erkennen, dass zwei Körper im Raum nun getrennte Wege auf dem Planeten gehen werden, wenn dieser Stich auftaucht, dann werden wir ihn als die Folge einer irrigen Wahrnehmung erkennen. Und wir werden uns nach innen wenden zu dem Ort, an dem alle Geister verbunden sind. Und wir werden uns daran erinnern, dass unsere Erfüllung nicht darin liegt, von jemand anderem LIEBE zu bekommen, sondern darin, jedem LIEBE zu geben.
“Heute lerne ich das Gesetz der Liebe:
Das, was ich meinem Bruder gebe, ist meine Gabe an mich.”
(EKIW: Lektion 344)
Das, was ich meinem Bruder gebe, ist meine Gabe an mich.”
(EKIW: Lektion 344)
Form versus Inhalt
“Die Welt kann nichts zur Macht und Herrlichkeit GOTTES und SEINER heiligen SÖHNE beisteuern, aber sie kann die SÖHNE für den VATER blind machen, wenn sie die Welt sehen. Du kannst nicht die Welt sehen und GOTT erkennen. Nur eins ist wahr. Ich bin gekommen, dir zu sagen, dass die Entscheidung darüber, was wahr ist, nicht bei dir liegt.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 2. 1.-4.)
Wenn wir zuerst auf die Form (schönes Gesicht, Kleinkind, süßes Kätzchen, …) schauen, in der Hoffnung, uns so an die LIEBE GOTTES zu erinnern, wird das nicht funktionieren. Die Erlösung besteht darin, aus der LIEBE GOTTES heraus auf die Welt der Formen zu schauen. Wenn wir mit der LIEBE GOTTES auf die Welt schauen, wird alles nur die LIEBE GOTTES widerspiegeln.
Solange wir Form vor Inhalt sehen, solange wir Sterblichkeit vor Ewigkeit sehen, solange wir Angst vor Liebe sehen, solange sind all unsere Gedanken wahnsinnig, weil sie falsch sind.
Die LIEBE erwartet unseren Empfang. Doch wir können LIEBE nicht willkommen heißen, indem wir darauf warten, dass sie von jemand anderem zu uns gebracht wird, noch nicht einmal von Jesus. Wir können LIEBE nicht willkommen heißen, indem wir versuchen die Umgebung zu erschaffen, von der wir glauben, dass unsere Vorlieben bedient sein werden. Wir können LIEBE nicht willkommen heißen, wenn dieses Willkommen an irgendeine phänomenale Sache gebunden oder gekoppelt ist, an irgendetwas, das in der Zeit geboren wurde. LIEBE kann nur da willkommen geheißen werden, wo LIEBE wirklich wohnt. Und LIEBE wohnt in uns als das KERNSTÜCK (core) und die QUELLE unseres Wesens.
Daher, wenn wir die LIEBE erkennen wollen, müssen wir unser SELBST erkennen. Nehmen wir die WAHRHEIT über uns an, und die WAHRHEIT wird uns befreien. Dann wird in der Tat LIEBE durch uns fließen.
Wenn wir in der Beziehung zu irgendjemandem oder zu irgendetwas einen Moment von Glückseligkeit erfahren haben, einen Moment des Friedens, der für immer über jedes Verständnis hinausgeht, einen Moment der Erfüllung, so lieblich, so erhaben, so unvergleichlich, dass kein Wort ihn berühren, geschweige denn ausdrücken kann, ist das, was wir erfahren haben, nur der Fluss der LIEBE GOTTES durch uns. Er wurde nicht verursacht durch diese Person oder durch dieses Ding. Er wurde verursacht, weil wir, nur für einen Moment, aus unserem Drama ausgestiegen sind, aus unserem Traum ausgestiegen sind und der WAHRHEIT erlaubt haben, gelebt zu werden.
Der Weg zur LIEBE GOTTES beginnt damit, uns daran zu erinnern, dass wir nicht wissen, wer wir sind, dass wir nicht verstehen, was wir sehen, dass wir nicht wissen, wozu irgendetwas dient. Dieser "Ich-weiß-nicht"-Zustand ist demütig. In der Zen-Tradition wird er als Geist des Anfängers bezeichnet.
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
(Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)
“[...], dann erinnere dich, dass Liebe Inhalt ist und nicht irgendeine Art von Form. [...] In der Form liegt keine Bedeutung und wird sie niemals liegen.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 12. 1.&3.)
"Es gibt nichts, was so blind macht wie die Wahrnehmung der Form."
(EKIW: Kapitel 22, III. 6. 7.)
“GOTT kennt keine Form.”
(EKIW: Kapitel 30, III. 4. 5.)
(Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)
“[...], dann erinnere dich, dass Liebe Inhalt ist und nicht irgendeine Art von Form. [...] In der Form liegt keine Bedeutung und wird sie niemals liegen.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 12. 1.&3.)
"Es gibt nichts, was so blind macht wie die Wahrnehmung der Form."
(EKIW: Kapitel 22, III. 6. 7.)
“GOTT kennt keine Form.”
(EKIW: Kapitel 30, III. 4. 5.)
“Die Welt kann nichts zur Macht und Herrlichkeit GOTTES und SEINER heiligen SÖHNE beisteuern, aber sie kann die SÖHNE für den VATER blind machen, wenn sie die Welt sehen. Du kannst nicht die Welt sehen und GOTT erkennen. Nur eins ist wahr. Ich bin gekommen, dir zu sagen, dass die Entscheidung darüber, was wahr ist, nicht bei dir liegt.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 2. 1.-4.)
Wenn wir zuerst auf die Form (schönes Gesicht, Kleinkind, süßes Kätzchen, …) schauen, in der Hoffnung, uns so an die LIEBE GOTTES zu erinnern, wird das nicht funktionieren. Die Erlösung besteht darin, aus der LIEBE GOTTES heraus auf die Welt der Formen zu schauen. Wenn wir mit der LIEBE GOTTES auf die Welt schauen, wird alles nur die LIEBE GOTTES widerspiegeln.
Solange wir Form vor Inhalt sehen, solange wir Sterblichkeit vor Ewigkeit sehen, solange wir Angst vor Liebe sehen, solange sind all unsere Gedanken wahnsinnig, weil sie falsch sind.
Die LIEBE erwartet unseren Empfang. Doch wir können LIEBE nicht willkommen heißen, indem wir darauf warten, dass sie von jemand anderem zu uns gebracht wird, noch nicht einmal von Jesus. Wir können LIEBE nicht willkommen heißen, indem wir versuchen die Umgebung zu erschaffen, von der wir glauben, dass unsere Vorlieben bedient sein werden. Wir können LIEBE nicht willkommen heißen, wenn dieses Willkommen an irgendeine phänomenale Sache gebunden oder gekoppelt ist, an irgendetwas, das in der Zeit geboren wurde. LIEBE kann nur da willkommen geheißen werden, wo LIEBE wirklich wohnt. Und LIEBE wohnt in uns als das KERNSTÜCK (core) und die QUELLE unseres Wesens.
Daher, wenn wir die LIEBE erkennen wollen, müssen wir unser SELBST erkennen. Nehmen wir die WAHRHEIT über uns an, und die WAHRHEIT wird uns befreien. Dann wird in der Tat LIEBE durch uns fließen.
Wenn wir in der Beziehung zu irgendjemandem oder zu irgendetwas einen Moment von Glückseligkeit erfahren haben, einen Moment des Friedens, der für immer über jedes Verständnis hinausgeht, einen Moment der Erfüllung, so lieblich, so erhaben, so unvergleichlich, dass kein Wort ihn berühren, geschweige denn ausdrücken kann, ist das, was wir erfahren haben, nur der Fluss der LIEBE GOTTES durch uns. Er wurde nicht verursacht durch diese Person oder durch dieses Ding. Er wurde verursacht, weil wir, nur für einen Moment, aus unserem Drama ausgestiegen sind, aus unserem Traum ausgestiegen sind und der WAHRHEIT erlaubt haben, gelebt zu werden.
Der Weg zur LIEBE GOTTES beginnt damit, uns daran zu erinnern, dass wir nicht wissen, wer wir sind, dass wir nicht verstehen, was wir sehen, dass wir nicht wissen, wozu irgendetwas dient. Dieser "Ich-weiß-nicht"-Zustand ist demütig. In der Zen-Tradition wird er als Geist des Anfängers bezeichnet.
Nächstenliebe ist auch einer jener Begriffe, die seit jeher zu großen Missverständnissen geführt haben. Schon zu Beginn des Kurses in Kapitel 2 unter V. 9. & 10. beschreibt Jesus daher den Begriff Nächstenliebe sehr genau:
“Heilen ist eine Fähigkeit, die nach der Trennung entwickelt wurde, vor welcher sie unnötig war. Wie alle Aspekte des Glaubens an Raum und Zeit ist sie vorübergehend. Solange jedoch die Zeit anhält, wird die Heilung als ein Schutzmittel benötigt. Das rührt daher, dass Heilung auf Nächstenliebe beruht und Nächstenliebe eine Art ist, die Vollkommenheit eines anderen wahrzunehmen, auch wenn du sie in dir nicht wahrnehmen kannst. Die meisten erhabeneren Konzepte, deren du jetzt fähig bist, sind zeitabhängig. Die Nächstenliebe ist in Wirklichkeit eine schwächere Widerspiegelung eines viel mächtigeren Umfasstwerdens von der Liebe, das weit über jede für dich jetzt vorstellbare Form der Nächstenliebe hinausgeht. Die Nächstenliebe ist in dem begrenzten Sinn, in dem sie jetzt erreichbar ist, für die Rechtgesinntheit wesentlich.
Die Nächstenliebe ist eine Art, einen anderen so anzusehen, als sei er schon weit über das hinausgegangen, was er in der Zeit tatsächlich erreicht hat. Da sein eigenes Denken fehlerhaft ist, kann er die SÜHNE nicht für sich selber sehen, sonst bräuchte er keine Nächstenliebe. Die Nächstenliebe, die ihm zuteil wird, ist sowohl eine Anerkennung, dass er Hilfe braucht, als auch die Einsicht, dass er sie akzeptieren wird. Beide Wahrnehmungen sind eindeutig zeitabhängig und verdeutlichen, dass die Nächstenliebe immer noch innerhalb der Begrenzungen dieser Welt liegt. Ich sagte bereits, dass nur die Offenbarung über die Zeit hinausgeht. Das Wunder - als ein Ausdruck der Nächstenliebe - kann sie nur verkürzen. Es gilt jedoch zu verstehen, dass du jedes Mal, wenn du einem anderen ein Wunder schenkst, euer beider Leiden verkürzt. Diese Berichtigung ist sowohl rückwirkend wie auch vorgreifend wirksam.”
Der letzte Satz verweist auf noch etwas sehr Wesentliches. Ein Wunder findet im heiligen Augenblick statt und da der heilige Augenblick - das Jetzt, jenseits der linearen Zeit - alles enthält, auch Vergangenheit und Zukunft, verändert ein Wunder immer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein heiliger Augenblick der LIEBE, den wir gemeinsam mit unserem Bruder verbringen, wirkt heilend auf alles und es ändern sich Zustand, der Raum und die Zeit. Jedes Wunder der LIEBE ist wie ein Kieselstein, der in einen Teich geworfen wird, er zieht Kreise im ganzen Teich.
“Jenseits der armseligen Anziehungskraft der besonderen Liebesbeziehung, und durch diese stets verschleiert, liegt die mächtige Anziehungskraft des VATERS auf SEINEN SOHN. Es gibt keine andere Liebe, die dich befriedigen kann, weil es keine andere Liebe gibt. Das ist die einzige Liebe, die voll geschenkt und voll erwidert wird. Da sie vollständig ist, verlangt sie nichts. Da sie gänzlich rein ist, hat jeder alles, der in ihr verbunden ist.”
(EKIW: Kapitel 15, VII. 1. 1.-5.)
Wahre Liebe ist DIE LIEBE GOTTES, sie ist absolut inklusive - allumfassend und was allumfassend ist, kann kein Gegenteil haben.
Die Lektionen 103, 127 und 171 im Kurs lauten:
In Lektion 168 heißt es:
“ER liebt SEINEN SOHN. Es gibt keine Gewissheit außer dieser, diese aber genügt. Er wird SEINEN SOHN lieben in alle Ewigkeit. Wenn sein Geist weiterschläft, liebt ER ihn dennoch. Und wenn sein Geist erwacht, liebt ER ihn mit einer LIEBE, die sich nie verändert.”
“GOTT, DER die LIEBE ist, ist auch das Glück.”
“Es gibt keine Liebe außer der LIEBE GOTTES.”
“GOTT ist nur LIEBE, und daher bin ich es auch.”
“Es gibt keine Liebe außer der LIEBE GOTTES.”
“GOTT ist nur LIEBE, und daher bin ich es auch.”
In Lektion 168 heißt es:
“ER liebt SEINEN SOHN. Es gibt keine Gewissheit außer dieser, diese aber genügt. Er wird SEINEN SOHN lieben in alle Ewigkeit. Wenn sein Geist weiterschläft, liebt ER ihn dennoch. Und wenn sein Geist erwacht, liebt ER ihn mit einer LIEBE, die sich nie verändert.”
“Wie GOTT denken heißt, SEINE Gewissheit darüber mit IHM zu teilen, was du bist; wie ER erschaffen heißt, die vollkommene LIEBE mit IHM zu teilen, die ER mit dir teilt. Dahin führt dich der HEILIGE GEIST, damit deine Freude vollkommen sei, weil das REICH GOTTES ganz ist.”
(EKIW: Kapitel 7, I. 6. 1.&2.)
“SOHN GOTTES, du hast nicht gesündigt, aber du hast dich sehr geirrt. Das kann jedoch berichtigt werden, und GOTT wird dir helfen, wohl wissend, dass du nicht gegen IHN sündigen könntest. Du hast IHN verleugnet, weil du IHN liebtest, in der Erkenntnis, dass du IHN nicht verleugnen könntest, wenn du deine Liebe zu IHM erfassen würdest. Dass du IHN verleugnest, bedeutet deshalb, dass du IHN liebst und dass du erkennst, dass ER dich liebt. Bedenke: Das, was du verleugnest, musst du einst gekannt haben. Und wenn du die Verleugnung akzeptierst, kannst du auch akzeptieren, dass sie aufgehoben wird.”
(EKIW: Kapitel 10, V. 6.)
Man kann die göttliche LIEBE als die selbstverständliche Qualität der Wirklichkeit des SEINS, als dessen nicht begriffliche Positivität bezeichnen. Es gibt keine Polarität; diese nichtbegriffliche Positivität ist jenseits aller Polaritäten. Die Natur der Wirklichkeit ist also so beschaffen, dass sich unser Herz umso glücklicher und erfüllter fühlt, je mehr sie es berührt, unabhängig von allen mentalen Urteilen über Gut und Schlecht. Wenn man die Welt sieht, wie sie ist (“wirkliche Welt”), kann man sie einfach nur lieben. Daraus folgt, dass das Böse objektiv nicht existiert. Wir sehen das Böse nur, wenn wir die Welt durch ein Filter betrachten. Die LIEBE ist eine derart untrennbare Qualität der Existenz, dass man einfach ihre intrinsische Güte erfahren muss, wenn man die Existenz wahrhaft erlebt.
“Die LIEBE GOTTES in dir zu fühlen heißt, die Welt neu zu sehen, vor Unschuld leuchtend, lebendig vor Hoffnung und gesegnet mit vollkommener Barmherzigkeit und Liebe.”
(EKIW: Lektion 189, 1. 7.)
(EKIW: Lektion 189, 1. 7.)
Wo weigere ich mich gerade, mit Liebe hinzusehen?
Ist es die Regierung? Oder zum Finanzamt? Ist es mein Partner? Ist es zu den Kindern? Zum Schulsystem? Wobei habe ich mich geweigert, mit Liebe hinzusehen?
Denn wie wir leicht erkennen können, ist es die größte Freude im Leben, ein LIEBHABER DES LEBENS zu sein. Denn wenn wir lieben, erfahren wir LIEBE. Behandeln wir daher andere so, wie wir von ihnen behandelt werden wollen. Und ist es nicht, geliebt zu werden? Und wenn wir wählen, in jedem gegebenen Moment zu lieben, sind wir derjenige, der die Wohltat der LIEBE gleichzeitig empfangen wird. Es ist eine unmittelbare Erfahrung und sie kann uns nicht genommen werden. Wir sind frei, uns selbst “aufzuladen“, wann immer wir wollen, in dem wir wählen, nur zu LIEBEN. In jeder gegebenen Situation - selbst dann wenn “unser” Körper gerade gekreuzigt wird - sind wir die Präsenz von dem EINEN, dem alle Macht unter HIMMEL UND ERDE gegeben worden ist, nicht nur um LIEBE als eine Pflicht auszudehnen, denn es ist keine Pflicht, es ist ein Vergnügen. Es ist das höchste Vergnügen, das in der Tiefe eines jeden Geistes erfahren werden kann, ob wir gerade in der Welt von Raum und Zeit sind, oder außerhalb davon.
Ist es die Regierung? Oder zum Finanzamt? Ist es mein Partner? Ist es zu den Kindern? Zum Schulsystem? Wobei habe ich mich geweigert, mit Liebe hinzusehen?
Denn wie wir leicht erkennen können, ist es die größte Freude im Leben, ein LIEBHABER DES LEBENS zu sein. Denn wenn wir lieben, erfahren wir LIEBE. Behandeln wir daher andere so, wie wir von ihnen behandelt werden wollen. Und ist es nicht, geliebt zu werden? Und wenn wir wählen, in jedem gegebenen Moment zu lieben, sind wir derjenige, der die Wohltat der LIEBE gleichzeitig empfangen wird. Es ist eine unmittelbare Erfahrung und sie kann uns nicht genommen werden. Wir sind frei, uns selbst “aufzuladen“, wann immer wir wollen, in dem wir wählen, nur zu LIEBEN. In jeder gegebenen Situation - selbst dann wenn “unser” Körper gerade gekreuzigt wird - sind wir die Präsenz von dem EINEN, dem alle Macht unter HIMMEL UND ERDE gegeben worden ist, nicht nur um LIEBE als eine Pflicht auszudehnen, denn es ist keine Pflicht, es ist ein Vergnügen. Es ist das höchste Vergnügen, das in der Tiefe eines jeden Geistes erfahren werden kann, ob wir gerade in der Welt von Raum und Zeit sind, oder außerhalb davon.
Erst durch LIEBE wird jeder Moment an sich wertvoll. Dann fragen wir nicht mehr nach dem Sinn. Wenn jemand fragt, was ist der Sinn des Lebens, dann wissen wir, dass ihm LIEBE fehlt. Wenn jemand fragt, was bedeutet das Leben, dann fragt er, weil er noch nie geliebt hat. Wenn jemand liebt, dann fragt er nicht nach dem Sinn des Lebens. Er kennt den Sinn, er braucht nicht zu fragen. Der Sinn ist da: LIEBE ist der Sinn des LEBENS.
Ohne LIEBE hat das Leben keine Poesie. Ohne LIEBE existiert der Baum, aber er erblüht nicht. Ohne LIEBE können wir nicht tanzen, nicht feiern, wir können uns nicht dankbar fühlen, nicht andächtig sein. Ohne LIEBE sind Tempel einfach normale Häuser, mit LIEBE wird ein normales Haus in einen Tempel verwandelt. Ohne LIEBE bleiben wir nur eine Möglichkeit - leere Gesten. Mit LIEBE werden wir zum ersten Mal echt. Wenn die LIEBE erscheint, zieht sich das Ego zurück und der Geist erwacht ...
LIEBE ist wunschlos. Es ist wichtig, das zu verstehen: Wir mögen nach LIEBE verlangen, aber die LIEBE selbst ist ohne Verlangen. Wenn die LIEBE kommt, ist kein Verlangen da. Der Geist ist still, ruhig, entspannt, kein Werden mehr, kein Ziel.
LIEBE ist größer als wir, wir können sie nicht besitzen. Wir können IHR nur erlauben, Besitz von uns zu ergreifen. Sie lässt sich nicht kontrollieren. Das Ego will alles kontrollieren; und vor allem, was es nicht kontrollieren kann, bekommt es Angst. Das Geheimnis der LIEBE und das Geheimnis von allem, was uns erfüllen kann, ist Hingabe - die Fähigkeit, Besitz von sich ergreifen zu lassen. Das geht nicht mit dem Verstand. Tatsächlich werfen wir unseren Verstand total über den Haufen, wenn wir uns verlieben. Darum heißt es im Englischen, dass der Mensch “in die Liebe hineinfällt” - “falling in love”. Von wo aus fallen? Vom Kopf hinunter ins Herz hinein.
Wenn wir unser Herz immer tiefer für die LIEBE öffnen und der Gnade GOTTES erlauben, immer tiefer einzudringen, nicht nur als Ideen im Verstand, sondern unser ganzes Sein durchdringend, dann werden wir uns verwandeln. Es wird eine Lieblichkeit in unserem Fluss des Atems entstehen, eine Empfindsamkeit, ein Zartgefühl in der Art und Weise, wie unsere Füße auf dem Boden aufliegen, bei jedem Schritt. Es wird sich die Art und Weise verwandeln, wie wir unsere Hand auf die Schulter unseres Bruders oder unserer Schwester legen. Wir werden der göttlichen Lieblichkeit erlauben, unseren Blick zu durchdringen, wenn wir jemanden anschauen - und den CHRISTUS in ihm sehen, der zu einer wunderschönen Blume heranwächst, deren Duft und Schönheit für viele wie ein Segen sein wird. Denn es gibt niemanden unter uns, der nicht der sich entfaltende CHRISTUS ist.
Wir werden einen Punkt erreichen, an dem wir noch vor jeder Handlung, auf die wir uns einlassen, ohne Ritual, ohne Anstrengung, ohne die großen Shows und Darstellungen, dem Abbrennen von Räucherstäbchen und dem Entzünden von zig Kerzen, und all die Gregorianischen Gesänge oder hinduistischer Mantren oder was immer wir wählen - ohne irgendetwas davon - im stillen Tempel unseres Herzens, die einfache Wahl treffen werden in diesem Moment nur LIEBE zu lehren.
Bis wir entscheiden, mit und für und für immer vom GEISTE CHRISTI aus zu leben, hat das Leben noch nicht begonnen! Du wirst vielleicht jetzt denken: “Wie kannst du mir sagen, ich hätte nicht gelebt? Warum? Es gab dieses Drama, dann gab es jenes Drama und dann gab es dort ein weiteres Drama. Ich habe mich durch dies gekämpft und ich habe mich durch das gekämpft. Ich habe gelebt.” Nein, du hast geträumt. "Ja, aber - auf dem spirituellen Weg geht ja die ganze Intensität und Tiefe des Lebens verloren!” Alle Intensität und Tiefe, die verloren gehen kann, war nicht wirklich. Sie war pseudo, unecht, und es ist besser, dass das Falsche verloren geht. Wie könnte wirkliche Tiefe verloren gehen? Das Wirkliche kann nicht verloren gehen. Das Wirkliche hängt nie von Bedingungen ab. Wenn du meinst mich zu lieben und sagst: “Werde ja nicht wütend, sonst ist meine Liebe dahin”, dann lass die Liebe dahin sein, je früher, desto besser. Wenn die Liebe echt ist, dann macht das, was ich tue, keinen Unterschied, egal, was es ist. Die Liebe wird andauern. Und nur dann hat sie überhaupt einen Wert.
Erst wenn wir uns vollkommen dazu entscheiden, als die Präsenz der LIEBE ins LEBEN zu kommen, um jeden Moment unserer Erfahrung als vollkommen selbst-erschaffen in Besitz zu nehmen, aus keinem anderen Grund, als dass wir ihn aus unserer vollkommenen und unbegrenzten Freiheit unseres GRENZENLOSEN SEINS heraus gewählt haben, wenn wir auf alle Dinge ohne Urteil schauen, durch die Augen der Vergebung, wenn wir beschließen, nur die Wirklichkeit der LIEBE zu verkörpern, ganz gleich was irgendein anderer tut, dann beginnt das LEBEN!
Die Wirklichkeit der LIEBE
In einer Vision wurde mir einmal gezeigt, was es bedeutet, dass nur die Liebe wirklich ist. Ich sah, was die Welt ein Schlachtfeld nennt. Aus weltlicher Sicht tobte hier ein gewaltiger Krieg. Aber ich sah keinen Krieg, ich sah nur Liebe. Ich sah einen Soldaten, der seinen verwundeten Kameraden unter Einsatz seines eigenen Lebens aus der Schusslinie zog. Ich sah die Liebe eines Soldaten zu seinen Kameraden. Ich sah eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern in den nächsten Luftschutzkeller flüchtete. Ich sah die Liebe dieser Mutter zu ihren Kindern. Ich sah, wie die Menschen im Luftschutzkeller das Wenige, was sie hatten, miteinander teilten. Ich sah die Liebe im Akt des Teilens. Ich sah keinen Krieg, ich sah nur Liebe.
“Jeder liebevolle Gedanke, den der GOTTESSOHN je hatte, ist ewig. Die liebevollen Gedanken, die sein Geist in dieser Welt wahrnimmt, sind die einzige Wirklichkeit der Welt. Sie sind immer noch Wahrnehmungen, weil er immer noch getrennt zu sein glaubt. Doch sind sie ewig, weil sie liebevoll sind. Und da sie liebevoll sind, sind sie wie der VATER und können deshalb nicht sterben. Die wirkliche Welt ist tatsächlich wahrnehmbar. Das einzige, was dazu nötig ist, ist die Bereitwilligkeit, nichts anderes sonst wahrzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 11, VII. 2.)
"Sei emporgehoben und schau von einer höheren Warte aus darauf herab. Von dort wird deine Perspektive eine völlig andere sein. Hier, mittendrin, erscheint es wirklich. Hier hast du dich entschieden, Teil davon zu sein. Hier ist Mord deine Wahl. Von oben aber wählst du Wunder anstatt Mord. Und die Betrachtungsweise, die aus dieser Wahl kommt, zeigt dir, dass die Schlacht nicht wirklich ist und man ihr leicht entrinnen kann. Körper mögen kämpfen, doch der Zusammenprall von Formen ist bedeutungslos. Und er ist vorbei, wenn es dir klar wird, dass er nie begonnen hat."
(EKIW: Kapitel 23, IV. 5. 1.-9.)
In einer Vision wurde mir einmal gezeigt, was es bedeutet, dass nur die Liebe wirklich ist. Ich sah, was die Welt ein Schlachtfeld nennt. Aus weltlicher Sicht tobte hier ein gewaltiger Krieg. Aber ich sah keinen Krieg, ich sah nur Liebe. Ich sah einen Soldaten, der seinen verwundeten Kameraden unter Einsatz seines eigenen Lebens aus der Schusslinie zog. Ich sah die Liebe eines Soldaten zu seinen Kameraden. Ich sah eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern in den nächsten Luftschutzkeller flüchtete. Ich sah die Liebe dieser Mutter zu ihren Kindern. Ich sah, wie die Menschen im Luftschutzkeller das Wenige, was sie hatten, miteinander teilten. Ich sah die Liebe im Akt des Teilens. Ich sah keinen Krieg, ich sah nur Liebe.
“Jeder liebevolle Gedanke, den der GOTTESSOHN je hatte, ist ewig. Die liebevollen Gedanken, die sein Geist in dieser Welt wahrnimmt, sind die einzige Wirklichkeit der Welt. Sie sind immer noch Wahrnehmungen, weil er immer noch getrennt zu sein glaubt. Doch sind sie ewig, weil sie liebevoll sind. Und da sie liebevoll sind, sind sie wie der VATER und können deshalb nicht sterben. Die wirkliche Welt ist tatsächlich wahrnehmbar. Das einzige, was dazu nötig ist, ist die Bereitwilligkeit, nichts anderes sonst wahrzunehmen.”
(EKIW: Kapitel 11, VII. 2.)
"Sei emporgehoben und schau von einer höheren Warte aus darauf herab. Von dort wird deine Perspektive eine völlig andere sein. Hier, mittendrin, erscheint es wirklich. Hier hast du dich entschieden, Teil davon zu sein. Hier ist Mord deine Wahl. Von oben aber wählst du Wunder anstatt Mord. Und die Betrachtungsweise, die aus dieser Wahl kommt, zeigt dir, dass die Schlacht nicht wirklich ist und man ihr leicht entrinnen kann. Körper mögen kämpfen, doch der Zusammenprall von Formen ist bedeutungslos. Und er ist vorbei, wenn es dir klar wird, dass er nie begonnen hat."
(EKIW: Kapitel 23, IV. 5. 1.-9.)
Vom egoischen Ersatz für die Liebe ist es ein herausfordernder Weg zur LIEBE GOTTES. Denn das Ego ist sich sicher, dass Liebe gefährlich ist, und das ist immer seine zentrale Lehre. Es drückt das nie so aus; im Gegenteil, jeder, der sich mit dem Ego-Denksystem identifiziert, scheint sich intensiv mit der Suche nach Liebe zu beschäftigen. Doch das ist eine Suche ohne Ende, denn das Ego kann nicht lieben, und in seiner fieberhaften Suche nach Liebe sucht es etwas, was zu finden es sich fürchtet. Die LIEBE ist nichts Persönliches, sie ist grenzenlos. Uns auf die LIEBE zuzubewegen bedeutet, uns auf einen Abgrund zuzubewegen. Es bedeutet, uns auf das letzte Hindernis vor dem Frieden zuzubewegen - auf die Angst vor GOTT, die Angst vor EINHEIT. Wir fangen an zu zittern, es wird uns schwindelig. Wir fühlen uns beinahe gelähmt: Wir können nicht weglaufen, wir können nicht springen. Wir erzittern einfach in Furcht.
“Wo die Liebe erwacht, stirbt das Ich, der dunkle Despot.”
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
(Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)
Was können wir tun? Es ist nicht möglich zurück zu gehen, denn die LIEBE zieht uns an: die LIEBE ruft unsere Tiefe, die LIEBE ruft unser Potential, die LIEBE gibt uns einen Einblick in das, was wir sind. Wir müssen uns selbst fallen lassen - alles, von dem wir dachten, das seien wir - unser Image, unsere Vergangenheit, unsere Zukunft, unsere falsche Identität. Wir springen einfach, ohne uns darum zu kümmern, was danach passiert, es geht nur um den Sprung und das brennende Gefühl beim freien Fall in den weiten HIMMEL. Am anderen Ende erwartet uns eine weiche, sanfte Landung in den Armen GOTTES. Vor dem Sprung erscheint das Risiko zu hoch. Wenn wir einmal springen … dann wissen wir, dass alles, was wir losgelassen haben, nichts ist, und das, was wir gewonnen haben, ist unendlich wertvoll. Die LIEBE fordert, dass wir das fallen lassen, was wir nicht haben, und die LIEBE bietet uns das an, was wir schon sind. Die LIEBE möchte, dass wir das loswerden, was wir nicht haben, das, was nie existiert hat.
Die Motte und das Licht
Mit uns und der LIEBE ist es wie mit Motten und dem Licht. Solange wir noch weit vom LICHT entfernt sind, entwickeln wir Konzepte darüber und reden gerne darüber. Das tun wir, weil wir noch keine Ahnung vom LICHT haben und nicht wissen, dass es unser Ende als Motte bedeutet. Wir verwechseln das LICHT mit dem kalten Licht des Mondes.
Erst wenn wir dem LICHT wirklich nahekommen und seine Wärme spüren, wird uns Angst und Bange, denn dann bekommen wir auch eine Ahnung von der Gefahr für unser Dasein als Motte. Meist ist es noch ein langer Weg, bis wir bereit sind, uns ganz dem LICHT hinzugeben und unsere falsche Identität zu „opfern“. Erst dann erkennen wir, dass wir nichts geopfert haben, da wir uns wieder als das LICHT SELBST erkennen.
Mit uns und der LIEBE ist es wie mit Motten und dem Licht. Solange wir noch weit vom LICHT entfernt sind, entwickeln wir Konzepte darüber und reden gerne darüber. Das tun wir, weil wir noch keine Ahnung vom LICHT haben und nicht wissen, dass es unser Ende als Motte bedeutet. Wir verwechseln das LICHT mit dem kalten Licht des Mondes.
Erst wenn wir dem LICHT wirklich nahekommen und seine Wärme spüren, wird uns Angst und Bange, denn dann bekommen wir auch eine Ahnung von der Gefahr für unser Dasein als Motte. Meist ist es noch ein langer Weg, bis wir bereit sind, uns ganz dem LICHT hinzugeben und unsere falsche Identität zu „opfern“. Erst dann erkennen wir, dass wir nichts geopfert haben, da wir uns wieder als das LICHT SELBST erkennen.
“Wenn Angst und Liebe nicht nebeneinander existieren können und wenn es unmöglich ist, ganz von Angst erfüllt zu sein und lebendig zu bleiben, dann ist der einzig mögliche Zustand der Ganzheit derjenige der Liebe. Es gibt keinen Unterschied zwischen Liebe und Freude. Daher ist der einzig mögliche Zustand der Ganzheit einer der vollkommenen Freude.”
(EKIW: Kapitel 5, Einleitung, 2.-4.)
“Deshalb solltest du nur eine einzige Lektion lehren. Wenn du selbst frei von Konflikten sein willst, darfst du nur vom HEILIGEN GEIST lernen und nur durch IHN lehren. Du bist nur Liebe, wenn du das aber verleugnest, machst du das, was du bist, zu etwas, woran du dich erinnern lernen musst. Ich habe schon gesagt, dass die Botschaft der Kreuzigung lautete: »Lehre nur Liebe, weil du nur Liebe bist.« Das ist die eine Lektion, die vollkommen geeint ist, weil sie die einzige Lektion ist, die eins ist. Nur dadurch, dass du sie lehrst, kannst du sie lernen. »Wie du lehrst, so lernst du.« Wenn das wahr ist, und es ist in der Tat wahr, dann vergiss nicht, dass das, was du lehrst, dich lehrt. Und was du projizierst oder ausdehnst, glaubst du.”
(EKIW: Kapitel 6, III. 2.)
Darum beten wir:
“Ich möchte alle Dinge außer DEINER LIEBE vergessen. Ich möchte in DIR bleiben und keine Gesetze kennen außer DEINEM Gesetz der Liebe. Und ich möchte den Frieden finden, den Du für DEINEN SOHN erschaffen hast, und all die törichten Spielsachen, die ich machte, vergessen, während ich DEINE Herrlichkeit und meine eigene schaue.”
(EKIW: Lektion 346, 1. 5.-7.)
Wir müssen in unsere Verbindung mit dem wahren SELBST kommen, um zu sehen, dass es in vollkommener Unschuld nichts anderes zu tun gibt, als zu lieben - zu lieben ohne Grenzen, zu lieben ohne Angst, zu lieben durch Ausdehnung der vollkommenen Freiheit an die gesamte SCHÖPFUNG, zu sein und zu tun, was sie sein will und was sie tun will. Dann und nur dann könne wir wissen, dass nichts uns betrügen kann, nichts uns verletzen kann, nichts uns etwas bringen oder uns etwas wegnehmen kann. Wir haben die grenzenlose und vollkommene Freiheit zu lieben! Und in dieser Entscheidung kennen wir unseren SCHÖPFER.
Und so schließt sich der Kreis. Denn der große Fall aus der Gnade, der große Traum des Traumes der Trennung, muss letztendlich angenommen und mit vollkommener LIEBE gelebt werden, völlig frei von Widerstand gegen irgendetwas, in dem Wissen, dass genau die momentane Erfahrung des Körpers in einer vollkommen wahnsinnigen Welt in Ordnung ist, weil sie Illusion ist. Sich der Illusion zu widersetzen, bedeutet, darauf zu bestehen, dass die Illusion wirklich ist. Es geschieht nur in der völligen Annahme einer Illusion, dass die Illusion sich vor unseren Augen auflöst. LIEBE setzt alle Dinge wieder frei.
Also: Schau auf alles, was in deinem Umfeld geschieht. Wo immer du bist, schau auf alle Dinge und beschließe, sie auf Teufel komm raus zu lieben. Denn der Teufel in ihnen ist nur das, was du auf sie projiziert hast. Nimm deine Projektion zurück und umarme sie mit LIEBE. Vergebung bedeutet nichts anderes, als den Teufel in deinem Geist herauszulassen, um ihn in den Brennpunkt der LIEBE zu bringen - wo er nicht existieren kann und sich sofort in Rauch auflöst.
LIEBE und gib allen Dingen vollkommene Freiheit, zu sein und zu tun, was sie wollen. Denn es gibt keine andere Tür zu der vollkommenen Freiheit, die du bereits für solch eine lange, lange Zeit gesucht hast! Lass die Zeit enden, damit die Ewigkeit erinnert werden kann. Und nur LIEBE kann dich befreien.
“My Lord, my Love, my Life, I live in you.
There is no life apart from what you are.
I breathe your words, I rest upon your arms.
My sight is hallowed by your single star.
I do not always recognize your face,
Or hear your Voice. I do not always see
The strangers whom you send are messengers
You choose to bring your holy Word to me.
You are the stranger then. And I am dead
To holy things that Heaven’s light shines through.
The world I see is enemy to me
When I forget my lovely Love is you.
Forgetting you is to forget myself,
Why I have come and where it is I go.
My Lord, my Love, my Life, let me forget
All things except the loveliness you know.”
(LOVE SONG - Helen Schucman)
There is no life apart from what you are.
I breathe your words, I rest upon your arms.
My sight is hallowed by your single star.
I do not always recognize your face,
Or hear your Voice. I do not always see
The strangers whom you send are messengers
You choose to bring your holy Word to me.
You are the stranger then. And I am dead
To holy things that Heaven’s light shines through.
The world I see is enemy to me
When I forget my lovely Love is you.
Forgetting you is to forget myself,
Why I have come and where it is I go.
My Lord, my Love, my Life, let me forget
All things except the loveliness you know.”
(LOVE SONG - Helen Schucman)
Besondere Beziehung
Jede Beziehung, die auf der Besonderheit einer bestimmten Person beruht, ist eine besondere Beziehung. Die besondere Beziehung ist der Verzicht auf GOTTES LIEBE und der Versuch, die Besonderheit für das Selbst zu sichern.
"Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert."
(Bibel, Einheitsübersetzung, Matthäus 10,37)
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert."
(Bibel, Einheitsübersetzung, Matthäus 10,37)
Das, worauf Jesus schon vor zweitausend Jahren hingewiesen hat, bedeutet in der Sprache des Kurses Folgendes: Jeder, der eine besondere Beziehung mehr schätzt als den CHRISTUS, wird den CHRISTUS einfach nicht sehen, er wird die vollständige Identifikation mit dem CHRISTUS nicht erfahren.
“Jede besondere Beziehung, die du hergestellt hast, bezweckt als ihr grundlegendes Ziel, deinen Geist so völlig in Anspruch zu nehmen, dass du den Ruf der Wahrheit nicht hörst.”
(EKIW: Kapitel 17, IV. 3. 3.)
Was es bedeutet, die Nachfolge Christi über die besondere Beziehung zur leiblichen Familie zu stellen, zeigt die Geschichte von Charles Mully, der als Waisenkind zu einem der reichsten Männer Kenias wurde und dennoch alles verkaufte, um über 20.000 Waisenkinder zu retten. Die Dokumentation seines Lebens findest du unter: Mully Movie Official | German
Erlösung bedeutet, in jedem unserer Brüder den CHRISTUS zu sehen, in jedem unserer Brüder unseren Erlöser zu sehen. Wir können den HEILIGEN GEIST nicht sehen, aber wir können unseren Bruder wahrheitsgemäß sehen. Neben uns ist einer, der uns den Kelch der SÜHNE reicht, denn in ihm ist der HEILIGE GEIST. Möchten wir ihm seine Sünden vorwerfen oder seine Gabe für uns akzeptieren? Ist dieser Geber der Erlösung unser Freund oder Feind? Sehen wir unseren FREUND: den CHRISTUS, DER an unserer Seite steht. Wie heilig ist ER und wie schön! Sehen wir unseren Bruder an, und sehen in ihm die Gabe GOTTES, die wir empfangen möchten. Und so begegnen wir jedem unserer Brüder in der inneren Haltung von: “Nur durch dich komme ich zum Vater.” Und so beten wir: “HEILIGER GEIST lass meine Augen nicht vom Schleier der Besonderheit geblendet werden, der CHRISTI ANTLITZ vor mir versteckt.”
“Die Suche nach besonderen Beziehungen ist das Zeichen dafür, dass du dich mit dem Ego und nicht mit GOTT gleichsetzt. Denn die besondere Beziehung hat nur für das Ego einen Wert. Ist eine Beziehung nicht von besonderem Wert, so ist sie für das Ego bedeutungslos, denn es nimmt alle Liebe als besonders wahr. Doch das kann nicht natürlich sein, denn es gleicht nicht der Beziehung zwischen GOTT und SEINEM SOHN, und alle Beziehungen, die dieser nicht gleichen, müssen unnatürlich sein. Denn GOTT schuf die Liebe, wie ER sie haben wollte, und gab sie, wie sie ist. Die Liebe hat keine Bedeutung, außer wie sie ihr SCHÖPFER durch SEINEN WILLEN definierte. Es ist unmöglich, sie anders zu definieren und zu verstehen.”
(EKIW: Kapitel 16, VI. 1.)
Bei der Betrachtung der besonderen Beziehung ist es notwendig, erst einmal zu merken, dass sie ein großes Maß an Schmerz beinhaltet. Beängstigung, Verzweiflung, Schuld und Angriff, sie alle gehen in sie ein und sind von Phasen unterbrochen, in denen es so aussieht, als seien sie nicht mehr da. Sie alle müssen als das verstanden werden, was sie sind. Welche Form sie auch immer annehmen mögen, sie sind immer ein Angriff auf das Selbst, um den anderen schuldig zu machen. Am deutlichsten zeigt sich dies in der Paarbeziehung - der besonderen »Liebesbeziehung«.
“Die besondere Liebesbeziehung ist ein Versuch, die zerstörerischen Wirkungen des Hasses dadurch zu begrenzen, dass man einen Hafen im Sturm der Schuld findet.”
(EKIW: Kapitel 16, IV. 3. 1.)
(EKIW: Kapitel 16, IV. 3. 1.)
Das Sprichwort „In einem Sturm tut’s jeder Hafen“ bringt diesen Gedanken erstaunlich gut auf den Punkt.
Wir sehnen uns nach einer besonderen Liebesbeziehung, weil wir uns in einer Welt voller Bedrohungen, Konflikte und vermeintlich Schuldiger nach einem sicheren Ort sehnen. Irgendwo soll es einen Menschen geben, bei dem wir uns geborgen fühlen können. Einen Menschen, der uns versteht, zu uns hält und uns vor dem Sturm der Welt schützt.
Doch genau hier liegt die Falle.
Die scheinbar so erhabene Sehnsucht nach der besonderen Liebe ist in Wirklichkeit der Versuch, innerhalb einer Welt, die wir als Angriff erleben, einen sicheren Hafen zu finden. Es ist der Versuch, innerhalb einer Welt, die wir eigentlich hassen, Liebe zu finden.
Wir versuchen also nicht, den Sturm zu beenden. Wir suchen nur einen Ort, an dem wir ihn möglichst gut überstehen können.
Aber wäre es nicht viel sinnvoller, den Sturm selbst infrage zu stellen?
Wir suchen einen sicheren Ort in einer Welt, die wir hassen.
Aber wäre es nicht sinnvoller, mit dem Hassen aufzuhören?
Wenn wir erkennen, dass der Hass und die Schuld, die wir in der Welt wahrnehmen, nicht die Wahrheit über uns und unsere Mitmenschen sind, brauchen wir keinen besonderen Menschen mehr, der uns vor der Welt retten soll. Dann müssen wir uns nicht mehr in einer besonderen Beziehung verschanzen, um uns sicher zu fühlen.
“Die besondere Liebesbeziehung ist die Hauptwaffe des Ego, um dich vom HIMMEL fernzuhalten. Sie sieht nicht aus wie eine Waffe, aber wenn du bedenkst, welchen Wert du ihr beimisst und warum, wirst du merken, was sie sein muss.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 2. 4.-5.)
(EKIW: Kapitel 16, V. 2. 4.-5.)
Das ist eine unbequeme Aussage. Denn wer möchte schon hören, dass gerade das, wonach er sich am meisten sehnt, eine Falle sein könnte?
Doch es ist ja nicht die Frage, ob wir lieben dürfen, sondern warum wir einen bestimmten Menschen so besonders machen.
Möchte ich diesen Menschen lieben – oder brauche ich ihn, damit ich mich sicher fühle?
Möchte ich mit ihm meine Freude teilen – oder brauche ich ihn, damit die Welt weniger bedrohlich erscheint?
Möchte ich ihn als Bruder oder Schwester erkennen – oder soll er für mich etwas sein, was die anderen nicht sind?
Die besondere Beziehung verspricht uns einen Hafen im Sturm. Die Vergebung hingegen lässt uns erkennen, dass der Sturm eine Illusion ist.
Und wenn wir aufhören, ihn aufrechtzuerhalten, brauchen wir auch keinen besonderen Hafen mehr.
“Die besondere Liebesbeziehung ist die Gabe, deren das Ego sich am meisten rühmt, und eine, die den größten Reiz auf jene ausübt, die nicht willens sind, die Schuld aufzugeben.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 3. 1.)
“In der besonderen Beziehung sieht es nicht so aus, als suchtest du ein Ausagieren von Rache. Und sogar dann, wenn Hass und Brutalität für kurze Zeit durchbrechen, ist die Illusion der Liebe nicht tiefgreifend erschüttert. Doch das eine, bei dem das Ego nie zulässt, dass es das Bewusstsein erreicht, ist, dass die besondere Beziehung das Ausagieren von Rache an dir selbst ist. Was könnte sie denn sonst sein? Wenn du die besondere Beziehung suchst, suchst du nicht nach der Herrlichkeit in dir. Du hast verleugnet, dass sie in dir ist, und die Beziehung wird zu deinem Ersatz dafür.”
(EKIW: Kapitel 16, VII. 5. 1.-6.)
Verhält sich unser Partner in einer besonderen Beziehung nicht so, wie wir es erwarten – beispielsweise, wenn er sich auch anderen Menschen gegenüber sehr liebevoll verhält –, bestrafen wir ihn mit Liebesentzug. Wenn wir in einer solchen Situation ganz ehrlich sind, ist offensichtlich, dass es sich dabei um ein Ausagieren von Rache an uns selbst handelt. So erkennen wir, wie wahnsinnig wir in diesem Zustand sind: Wir wünschen uns nichts sehnlicher als Liebe und hoffen, sie durch Liebesentzug zu erhalten. Wie verrückt ist das denn?
Der Ersatz für die LIEBE GOTTES
Der besondere Liebespartner dient uns als Ersatz für die LIEBE GOTTES. Weil wir Angst vor GOTT haben. Diese Angst ist das letzte Hindernis vor dem Frieden.
Die vom Ego gemachte Welt soll der vom Ego zur Verfügung gestellte Ersatz für den HIMMEL sein. Und die besondere Liebesbeziehung soll als Ersatz für die LIEBE GOTTES dienen. Das ist das Angebot des Egos.
Wir müssen aufhören, unsere Beziehungspartner als Ersatz für GOTT zu missbrauchen. Wir müssen aufhören, nach einem Ersatz zu suchen, und uns stattdessen allein auf die LIEBE GOTTES konzentrieren.
Unser Partner ist kein Ersatz für GOTT, sondern ein mächtiger Gefährte auf unserem Weg zu GOTT. Und das ist wundervoll. Das ist ein Wunder.
Der besondere Liebespartner dient uns als Ersatz für die LIEBE GOTTES. Weil wir Angst vor GOTT haben. Diese Angst ist das letzte Hindernis vor dem Frieden.
Die vom Ego gemachte Welt soll der vom Ego zur Verfügung gestellte Ersatz für den HIMMEL sein. Und die besondere Liebesbeziehung soll als Ersatz für die LIEBE GOTTES dienen. Das ist das Angebot des Egos.
Wir müssen aufhören, unsere Beziehungspartner als Ersatz für GOTT zu missbrauchen. Wir müssen aufhören, nach einem Ersatz zu suchen, und uns stattdessen allein auf die LIEBE GOTTES konzentrieren.
Unser Partner ist kein Ersatz für GOTT, sondern ein mächtiger Gefährte auf unserem Weg zu GOTT. Und das ist wundervoll. Das ist ein Wunder.
Achtung Ego-Falle
Das Ego ist raffiniert. Sobald es merkt, wie viel Leid mit besonderen Beziehungen verbunden ist, versucht es, intime Beziehungen ganz zu vermeiden. Hinzu kommt, dass wir als Menschen bereits mit einer bestimmten Ego-Strategie inkarnieren. Vereinfacht ausgedrückt gibt es Nähe- und Distanz-Typen. Der Nähe-Typ verliert sich gerne in Co-Abhängigkeiten, während der Distanz-Typ sein Leben lang extrem auf persönliche Autonomie bedacht ist. Beides ist Ego-Wahnsinn, keine dieser Strategien ist besser oder schlechter. Co-Abhängigkeit und das Streben nach persönlicher Autonomie sind zwei Seiten derselben Münze, zwei Aspekte derselben egoischen Strategie. Sie sind der Verzicht auf GOTTES LIEBE und der Versuch, die Besonderheit für das Selbst zu sichern.
Das Ego ist raffiniert. Sobald es merkt, wie viel Leid mit besonderen Beziehungen verbunden ist, versucht es, intime Beziehungen ganz zu vermeiden. Hinzu kommt, dass wir als Menschen bereits mit einer bestimmten Ego-Strategie inkarnieren. Vereinfacht ausgedrückt gibt es Nähe- und Distanz-Typen. Der Nähe-Typ verliert sich gerne in Co-Abhängigkeiten, während der Distanz-Typ sein Leben lang extrem auf persönliche Autonomie bedacht ist. Beides ist Ego-Wahnsinn, keine dieser Strategien ist besser oder schlechter. Co-Abhängigkeit und das Streben nach persönlicher Autonomie sind zwei Seiten derselben Münze, zwei Aspekte derselben egoischen Strategie. Sie sind der Verzicht auf GOTTES LIEBE und der Versuch, die Besonderheit für das Selbst zu sichern.
Am eigenartigsten ist das Selbstkonzept, das das Ego in der besonderen Liebesbeziehung fordert. Dieses »Selbst« sucht die Beziehung, um sich vollständig zu machen - es sucht seine »bessere Hälfte«. Das »bessere« Selbst, welches das Ego sucht, ist immer eines mit noch mehr Besonderheit. Und wer auch immer ein besonderes Selbst zu besitzen scheint, der wird für das »geliebt«, was ihm genommen werden kann. Doch wenn es die besondere Beziehung findet, in der es glaubt, es könne das erreichen, gibt es sich selber weg und versucht, sich gegen dass Selbst eines anderen »einzutauschen«. Wo beide Partner dieses besondere Selbst im anderen sehen, da sieht das Ego »eine im HIMMEL geschlossene Verbindung«. Keiner von beiden wird dann merken, dass er um die Hölle gebeten hat.
Die Komikerin Anke Engelke bringt es in einem ihrer Sketche auf den Punkt.
"Dein Teil besteht nur darin, dich daran zu erinnern, dass du nicht willst, dass irgendetwas, was du wertschätzt, aus einer Beziehung resultiert.”
(EKIW: Kapitel 16, I. 3. 1.)
“Dynamik” des Ego
Es gibt eine ganz besondere Facette der “Dynamik“ des Ego, die je nach Persönlichkeitsstruktur unterschiedlich stark ausgeprägt sein mag, aber dennoch typisch für das Ego ist.
Solange wir mit dem Ego identifiziert sind, sind wir ständig auf der Suche nach besonderer Liebe. Wir möchten jemandem ganz besonders wichtig sein. Wir möchten bevorzugt, begehrt, bewundert und geliebt werden – mehr als die anderen.
Und dann geschieht etwas höchst Merkwürdiges:
Wir treffen auf einen Menschen, der uns tatsächlich ganz besonders liebt. Und plötzlich wird uns genau diese Liebe zu viel.
Was wir eben noch unbedingt haben wollten, beginnt uns zu bedrängen. Was uns zunächst glücklich gemacht hat, wird plötzlich lästig. Und nicht selten beginnen wir sogar, den Menschen, der uns diese besondere Liebe schenkt, genau dafür zu verachten.
Warum ist das so?
Weil unser Urteil über die Welt im Zustand der Ego-Identifikation lautet, dass die Welt nicht liebenswert ist – und damit letztlich auch wir selbst nicht.
Das Ego sucht deshalb zwar ständig nach Liebe, kann sie aber nicht wirklich annehmen. Denn wirkliche Liebe würde sein gesamtes Selbstbild infrage stellen. Sie würde uns mit etwas konfrontieren, das wir im Ego-Zustand nicht wahrhaben wollen: dass wir niemals das minderwertige, schuldige und unvollkommene Wesen waren, für das wir uns gehalten haben.
Die besondere Liebe bestätigt uns deshalb paradoxerweise, wer wir im Ego zu sein glauben. Wirkliche Liebe hingegen lässt sich nicht auf Besonderheit beschränken. Sie macht keinen Unterschied. Und genau das ist für das Ego unerträglich.
Der Sinn und Zweck der Zeit besteht einzig darin, uns die Möglichkeit zu geben, zu unserem eigenen vollkommenen Urteil über unsere vollkommenen Schöpfungen zu kommen. Wenn alles, was wir behalten wollen, liebenswert ist, gibt es keinen Grund mehr, die Angst bei uns zu behalten.
Das ist unser Teil an der SÜHNE.
Es gibt eine ganz besondere Facette der “Dynamik“ des Ego, die je nach Persönlichkeitsstruktur unterschiedlich stark ausgeprägt sein mag, aber dennoch typisch für das Ego ist.
Solange wir mit dem Ego identifiziert sind, sind wir ständig auf der Suche nach besonderer Liebe. Wir möchten jemandem ganz besonders wichtig sein. Wir möchten bevorzugt, begehrt, bewundert und geliebt werden – mehr als die anderen.
Und dann geschieht etwas höchst Merkwürdiges:
Wir treffen auf einen Menschen, der uns tatsächlich ganz besonders liebt. Und plötzlich wird uns genau diese Liebe zu viel.
Was wir eben noch unbedingt haben wollten, beginnt uns zu bedrängen. Was uns zunächst glücklich gemacht hat, wird plötzlich lästig. Und nicht selten beginnen wir sogar, den Menschen, der uns diese besondere Liebe schenkt, genau dafür zu verachten.
Warum ist das so?
Weil unser Urteil über die Welt im Zustand der Ego-Identifikation lautet, dass die Welt nicht liebenswert ist – und damit letztlich auch wir selbst nicht.
Das Ego sucht deshalb zwar ständig nach Liebe, kann sie aber nicht wirklich annehmen. Denn wirkliche Liebe würde sein gesamtes Selbstbild infrage stellen. Sie würde uns mit etwas konfrontieren, das wir im Ego-Zustand nicht wahrhaben wollen: dass wir niemals das minderwertige, schuldige und unvollkommene Wesen waren, für das wir uns gehalten haben.
Die besondere Liebe bestätigt uns deshalb paradoxerweise, wer wir im Ego zu sein glauben. Wirkliche Liebe hingegen lässt sich nicht auf Besonderheit beschränken. Sie macht keinen Unterschied. Und genau das ist für das Ego unerträglich.
Der Sinn und Zweck der Zeit besteht einzig darin, uns die Möglichkeit zu geben, zu unserem eigenen vollkommenen Urteil über unsere vollkommenen Schöpfungen zu kommen. Wenn alles, was wir behalten wollen, liebenswert ist, gibt es keinen Grund mehr, die Angst bei uns zu behalten.
Das ist unser Teil an der SÜHNE.
Die vielleicht am weitesten verbreitete unhinterfragte Erwartung, die in der Gesellschaft hochgehalten wird, ist das Ehegelübde. Es gibt eine Erwartung der Langlebigkeit, bei der silberne, goldene und diamantene Jahrestage als respektable Errungenschaften angesehen werden. Das Ego lebt in und von der Zeit und verteilt deshalb Prämien für Langlebigkeit. Doch kein Hochzeitsritual kann uns verbinden, weil wir bereits verbunden sind. Wir können nicht getrennt sein. GOTT hat nur EINHEIT erschaffen. Was GOTT erschaffen hat, das kann der Mensch nicht trennen und er kann es auch nicht verbessern. Ein Hochzeitsritual kann daher nur eine Erinnerung an die ewige Verbindung in GOTT sein.
Besondere Beziehung und die Erwartung
½ + ½ = 1
Besondere Beziehung und der Faktor Zeit
½ x ½ = ¼
Heilige Beziehung im heiligen Augenblick
1 x 1 = EINS
½ + ½ = 1
Besondere Beziehung und der Faktor Zeit
½ x ½ = ¼
Heilige Beziehung im heiligen Augenblick
1 x 1 = EINS
Die besondere Beziehung und der Körper
Die besondere Beziehung ist ohne Körper völlig bedeutungslos. Wenn wir sie wertschätzen, müssen wir auch den Körper wertschätzen. Und was wir wertschätzen, das behalten wir. Die besondere Beziehung ist eine Einrichtung, um unser Selbst auf einen Körper zu begrenzen und unsere Wahrnehmung anderer auf den ihren. Aber wenn wir unseren Bruder als Körper wahrnehmen, ist seine Wirklichkeit für uns verloren und somit auch unsere eigene. Körper lassen sich nicht zum Zweck der Vereinigung benutzen - auch wenn das Ego uns beharrlich das Gegenteil zu lehren versucht. Wenn wir also unseren Bruder als Körper sehen, dann haben wir eine Voraussetzung geschaffen, unter der eine Vereinigung mit ihm unmöglich ist. Es ist unmöglich, unseren Bruder sündenlos zu sehen und ihn dennoch als Körper zu betrachten.“Nur das Gewahrsein des Körpers ist es, das die Liebe begrenzt erscheinen lässt. Denn der Körper ist eine Begrenzung der Liebe. Der Glaube an begrenzte Liebe war sein Ursprung, und er wurde gemacht, dass Unbegrenzte zu begrenzen. Denk nicht, dass das bloß allegorisch ist, denn er wurde gemacht, um dich zu begrenzen.”
(EKIW: Kapitel 18, VIII. 1. 1.-4.)
Gleichzeitig mahnt uns Jesus, uns nicht zu überfordern: “Deine Frage sollte nicht lauten: »Wie kann ich meinen Bruder ohne Körper sehen?« Frage nur: »Ist es wirklich mein Wunsch, ihn sündenlos zu sehen?« Und vergiss beim Fragen nicht, dass seine Sündenlosigkeit dein Entrinnen aus der Angst ist.” (EKIW: Kapitel 20, VII. 9. 1.-3.)
Wenn wir uns einmal für die Umkehr, also für die SÜHNE entschieden haben, werden wir den Körper eine Zeitlang immer noch sehen, aber nicht ausschließlich, so wie er in der Ego-Identifikation gesehen wird. Der kleine Funke, der die GROSSEN STRAHLEN in sich trägt, ist ebenfalls sichtbar, und dieser Funke lässt sich nicht lange auf Kleinheit begrenzen. Haben wir den Übergang in der Betrachtungsweise der Wirklichkeit einmal absolviert, ist der Wert des Körpers in unserer Sicht derart gemindert, dass wir überhaupt keine Notwendigkeit mehr sehen werden, ihn aufzubauschen. Wir begreifen dann, dass der einzige Wert, den der Körper hat, der ist, uns in die Lage zu versetzen, unsere Brüder mit uns zum Erwachen zu begleiten und gemeinsam mit ihnen befreit zu werden.
Körper oder Dinge besitzen zu wollen, ist in der Welt des Egos völlig "normal". Auf alle Fälle einfacher, als sich mit dem eigenen Ängsten vor der Verschmelzung mit GOTT auseinandersetzen zu müssen. Darüber hinaus ist die scheinbare Konfliktlösung in Form der Anhäufung von Geld und Besitz gesellschaftlich anerkannt, während GOTT in unserer Traumwelt weitaus weniger "gesellschaftsfähig" ist und es ist ziemlich leicht, einen Partner zu finden, der die jeweilige "Lösung" mit einem teilt, was den Menschen ein falsches Gefühl von "Normalität" vermittelt. Viele Beziehungen werden aus sexuellen Gründen eingegangen, d. h. aus dem Wunsch, einen anderen Körper besitzen zu wollen oder besessen zu werden, und viele Beziehungen dauern nur an, weil man gemeinsam den Besitz von Dingen verwaltet. Solche Beziehungen orientieren sich im Wesentlichen an Äußerlichkeiten.
Und nur weil zwei Körper zusammen in einem Raum sind, heißt das noch lange nicht, dass wir einander wirklich nah und miteinander verbunden sind. Wirklich Nähe und Verbundenheit haben mit Liebe und mit einer geistig-emotionalen Offenheit dem Partner gegenüber zu tun. Die Fähigkeit, unser inneres Erleben mit dem anderen zu teilen und uns liebevoll angenommen zu fühlen, ist die Basis für Nähe und Verbundenheit. In “normalen" besonderen Beziehungen wird die Illusion von zwischenmenschlicher Nähe oft durch Planen, Organisieren und Sprechen über Äußerlichkeiten oder Alltagsdinge aufrecht erhalten, wobei der herrschenden Mangel an Verbundenheit und wahrer Nähe ausgeblendet wird. Insgeheim verspüren aber beide Partner eine innere Leere, die sie immer weiter in triebhaftes Verhalten, welcher Art auch immer, führt.
Das Ego hat immer Angst - Angst, sich zu entblößen, offen zu sein, Angst, irgendetwas könnte eindringen und es zerstören. Also verschanzt das Ego sich in einer Zitadelle, wir fangen schon sehr früh an, hinter Gefängnismauern zu leben - damit nur ja nichts in uns eindringt. Unsere Angst ist: Wenn etwas eindringt und alles durcheinanderbringt, was dann? Also ist es besser, erst gar nichts hereinzulassen. Transparente, ehrliche Kommunikation hört auf. Selbst mit denen, die wir lieben oder zu lieben meinen, findet keine echte Kommunikation statt.
Sehen wir uns an, wie sich die meisten Ehepaare unterhalten. Sie reden nicht wirklich miteinander, es findet keine echte Kommunikation statt. Sie umgehen einander vielmehr mit Hilfe von Wörtern. Sie reden nur zu dem Zweck, um Kommunikation zu vermeiden. Würden sie schweigen, dann würden sie sich entblößen; würden sie schweigen, dann kämen sie sich näher. Denn im Schweigen wäre das Ego, die Mauer nicht da. Also vermeiden die meisten Eheleute, miteinander zu schweigen. Sie werden über irgendetwas reden, nur um die Zeit auszufüllen - und nur um sich nicht füreinander zu öffnen. Wir haben eine solche Angst vor dem andern.
Wir können nicht miteinander den Mund halten, sonst wird uns unbehaglich zumute. Im Schweigen dringt der andere in uns ein, sind wir offen, stehen unsere Türen offen, stehen unsere Fenster offen. Das macht uns Angst. Also reden wir immerzu weiter, wir erfinden Mittel und Wege, verschlossen zu bleiben. Doch wie können wir lieben, wenn wir verschlossen sind? Du lebst in deinem Gefängnis, ich lebe in meinem Gefängnis, und jedes Mal, wenn wir uns begegnen, berühren sich nur die Gefängnismauern, und dahinter verbergen wir uns. Wir bewegen uns jeder in seiner Kapsel; die Kapseln berühren sich, die Körper berühren sich, aber tief drinnen bleiben wir isoliert. Eine Kapsel, eine private Welt, lässt sich nicht mit anderen teilen. Denn sie hat nur für ihren Macher Bedeutung, und daher hat sie überhaupt keine Bedeutung. In dieser Welt bewegt ihr Macher sich allein, denn nur er nimmt sie wahr.
Die besondere Beziehung und die Vergangenheit
Wenn wir einem Menschen begegnen, zu dem wir uns zutiefst hingezogen fühlen, dann gibt es am Anfang oft einen heiligen Augenblick, in dem wir den anderen so sehen, wie er wirklich ist. Da ist ein flüchtiger Eindruck der Wirklichkeit. Aber die meisten Beziehungen sind voll von Erwartungen, voll von Glauben an die Vergangenheit. Mit anderen Worten, wenn wir auf der persönlichen Ebene, d.h. im Zustand der Identifikation mit dem Ego-Denksystem, einem anderen Menschen begegnen, begegnen wir ihm nicht so, wie er wirklich ist, sondern wir begegnen einer Version von ihm, die auf unseren vergangenen Erfahrungen und unserem vergangenen Lernen basiert. Vor allem sind es all unsere vergangenen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht an sich und all unsere Erfahrungen mit bestimmten Vertretern des anderen Geschlechts, die in unsere Begegnungen einfließen.“Wir haben schon gesagt, dass das Ego Schuld aufrechtzuerhalten und zu mehren versucht, aber so, dass du nicht begreifst, was es dir antut. Denn es ist die Grunddoktrin des Ego, dass du dem entronnen bist, was du andern antust. Das Ego wünscht niemandem Gutes. Sein Überleben hängt jedoch von deinem Glauben ab, du seist von seinen bösen Absichten ausgenommen. Es rät dir deshalb, dass es, wenn du sein Gastgeber bist, dich in die Lage versetzen wird, seinen Ärger nach außen zu lenken und dich so zu schützen. So geht es eine endlose und unbefriedigende Kette besonderer Beziehungen ein - aus Ärger geschmiedet und nur einem einzigen wahnsinnigen Glauben hingegeben, nämlich dass du desto sicherer wirst, je mehr Ärger du außerhalb von dir investierst.”
(EKIW: Kapitel 15, VII. 4.)
Je mehr “Beziehungserfahrung” wir in unserem Leben gemacht haben, desto mehr Vergangenheit schleppen wir mit uns herum und desto größer ist unsere Rache an der Vergangenheit. In der unheiligen Beziehung wird die Vereinigung nicht mit dem Körper des anderen versucht, sondern mit den Körpern derer, die nicht da sind. Denn sogar der Körper des anderen, der bereits eine stark begrenzte Wahrnehmung von ihm darstellt, ist nicht der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das, was wir für unsere Rachephantasien nutzen, sind all die vergangenen Erfahrungen mit anderen Körpern. Meist rächen wir uns auch immer noch an den ersten Bezugspersonen in unserem Leben, an Vater oder Mutter, die mit im Bett jeder unheiligen Beziehung liegen. Jeder Schritt, der beim Eingehen, Aufrechterhalten und Abbrechen der unheiligen Beziehung getan wird, ist ein Schritt hin zu weiterer Fragmentierung und Unwirklichkeit. Die Schattengestalten dringen immer stärker ein, und derjenige, in dem sie zu sein scheinen, wird selbst immer unwichtiger.
“Es ist unmöglich, die Vergangenheit loszulassen, ohne die besondere Beziehung aufzugeben. Denn die besondere Beziehung ist ein Versuch, die Vergangenheit aufs neue zu inszenieren und zu verändern. Eingebildete Kränkungen, erinnerter Schmerz, vergangene Enttäuschungen, wahrgenommene Ungerechtigkeiten und Entbehrungen gehen alle in die besondere Beziehung ein, die zu einer Weise wird, wie du deine verletzte Selbstachtung wiederherzustellen suchst. Welche Basis hättest du ohne die Vergangenheit, um einen besonderen Partner auszuwählen? Jede derartige Wahl wird wegen etwas Bösem in der Vergangenheit getroffen, an das du dich klammerst und wofür jemand anders sühnen muss.”
(EKIW: Kapitel 16, VII. 1.)
“Die besondere Beziehung rächt sich an der Vergangenheit. indem sie versucht, Leiden in der Vergangenheit zu beseitigen, übersieht sie in ihrer Beschäftigung mit der Vergangenheit und ihrer totalen Verpflichtung ihr gegenüber die Gegenwart. Keine besondere Beziehung wird in der Gegenwart erlebt. Schatten der Vergangenheit umhüllen sie und machen sie zu dem, was sie ist. Sie hat keine Bedeutung in der Gegenwart, und wenn sie jetzt nichts bedeutet, kann sie überhaupt keine wirkliche Bedeutung haben. Wie kannst du die Vergangenheit verändern, außer in der Phantasie? Und wer kann dir das geben, wovon du glaubst, die Vergangenheit habe es dir entzogen? Die Vergangenheit ist nichts. Suche nicht, ihr die Schuld für den Entzug zuzuweisen, denn die Vergangenheit ist vorbei. Du kannst nicht wirklich nicht loslassen, was schon vorbei ist. Daher muss es so sein, dass du die Illusion aufrechterhältst, dass es nicht vorbei ist, weil du denkst, es diene irgendeinem Zweck, den du erfüllt haben möchtest. So muss es denn auch sein, dass dieser Zweck sich in der Gegenwart nicht erfüllen ließe, sondern nur in der Vergangenheit.”
(EKIW: Kapitel 16, VII. 2.)
Das romantische Ideal der besonderen Beziehung
“Die besondere Liebesbeziehung ist ein Versuch, Liebe in die Trennung zu bringen.”
(EKIW: Kapitel 16, IV. 7. 2.)
(EKIW: Kapitel 16, IV. 7. 2.)
Die romantische Vorstellung von der besonderen Paarbeziehung ist jenes Konzept, das das Ego am stärksten verteidigt. Das Ego wird daher einwenden, aber es gibt doch dauerhaft glückliche Beziehungen in dieser Welt. Für dieses scheinbare Glück gibt es eine einfache Erklärung. Die Anziehungskraft der unheiligen Beziehung beginnt fast augenblicklich zu verblassen und in Frage gestellt zu werden. Wurde sie erst einmal eingegangen, müssen Zweifel Einlass finden, weil ihr Zweck unmöglich ist. Das romantische Ideal der unheiligen Beziehung ist also eines, in der die Wirklichkeit des andern überhaupt nicht eindringt, um den Traum vom Glück zu verderben. Und je weniger der andere wirklich in die Beziehung einbringt, desto “besser” wird sie. So wird der Vereinigungsversuch zu einem Mittel, sogar den auszuschließen, mit dem die Vereinigung gesucht wurde. Sie wurde nämlich eingegangen, um ihn daraus zu vertreiben und sich in scheinbarer “Glückseligkeit” mit Phantasien zu verbinden. Wir schaffen so viel Distanz zum anderen, dass er unsere Beziehungsphantasie nicht mehr stört.
Songtitel wie "I Want You", "I Think I Love You Too Much", "Love Is The Drug", "I Will Follow You into the Dark", “Unchain My Heart”, "Love Will Tear Us Apart", "Too Much Love Will Kill You", "Gimme All Your Lovin' or I Will Kill You" beschreiben sehr treffend die wahnsinnigen Ideen, die der besonderen »Liebesbeziehung« zugrunde liegen. Das Sprichwort "In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt" bringt die egoische Auffassung von Liebe auf den Punkt. Der Kurs enthält nicht umsonst 272 mal das Wort „Wahnsinn“.
“Denn du siehst Liebe als zerstörerisch an, und deine einzige Frage lautet: Wer soll zerstört werden, du oder ein anderer? Du versuchst, auf diese Frage in deinen besonderen Beziehungen eine Antwort zu geben, in denen du sowohl zum Teil Zerstörer als zum Teil zerstört zu sein scheinst, aber es schaffst, keines davon vollständig zu sein. Und das, so glaubst du, rettet dich vor GOTT, DESSEN totale LIEBE dich vollständig zerstören würde.”
(EKIW: Kapitel 15, X. 7. 4.-6.)
In zahllosen Liebesromanen, romantischen Filmen, Opern und diversen Liebesdramen erzählen wir uns die Geschichte von der besonderen »Liebesbeziehung«. Am Ende jedes romantischen Liebesfilms liegen sich die beiden, die von Anfang an füreinander bestimmt waren, nach einer Unmenge an Schwierigkeiten und Missverständnissen endlich in den Armen. Doch der Kuss am »glücklichen Ende« der Geschichte ist eine Lüge, er ist der als Ende getarnte Anfang der besonderen Beziehung. Kein »Liebesfilm« zeigt uns die dunkle Seite der besonderen Beziehung.
Und selbst Songs wie “I Will Always Love You” entspringen der Identifikation mit der linearen Zeit und sind damit bedeutungslos, weil wir im Zustand der Ego-Identifikation und damit im Glauben an die lineare Zeit nicht verstehen, was »immer« bedeutet. In Wahrheit sind wir ewig, und »immer« muss jetzt sein. (Siehe EKIW: Kapitel 13, I. 8.)
Gleichzeitig verweisen selbst die schnulzigsten Liebesromane und -filme auf eine tiefe Wahrheit. Sie erzählen uns nie, wie es nach dem HAPPY END weitergeht, weil es kein Danach gibt. Wenn wir uns als LIEBE wiedererkennen, ist dies das Ende der Zeit. Nur die LIEBE ist wirklich, und so werden wir am Ende unserer Reise durch die Zeit wieder im Zustand der LIEBE landen. Am Ende ist Glück, und ist da nicht Glück, ist es noch nicht das Ende. Oder in den Worten des Kurses: “Ein glücklicher Ausgang aller Dinge ist gewiss.” (EKIW: Lektion 292)
Das unnötige Opfer
Im Zustand der Ego-Identifikation besteht unser zentrales Bestreben darin, unser persönliches Selbstbild, also unsere falsche Identität, aufrechtzuerhalten. Das hat zur Folge, dass wir wahrhaft intime Beziehungen - also Intimität auf der Ebene des Geistes - entweder von vornherein vermeiden oder, wenn wir uns doch darauf einlassen, sie stark einschränken und kontrollieren. Doch die Aufrechterhaltung eines persönlichen Selbst in intimen Begegnungen kostet Kraft. Wir glauben nämlich, dass das Zusammensein das schmälert, was wir zu sein glauben. Deshalb müssen wir unser Selbstbild immer wieder stärken - getrennt vom Anderen. Um diesen Graben zwischen uns und dem anderen aufrechtzuerhalten, treffen wir stillschweigend eine Vereinbarung. Eine vorsichtige Beziehung, die in ihrem Umfang und in ihrem Ausmaß sorgfältig begrenzt ist, wird zum Vertrag, den wir - meist unausgesprochen - miteinander schließen. Der Graben zwischen uns ist das Symbol für das Versprechen, uns zu treffen, wenn wir es wollen, und uns zu trennen, bis wir uns wieder treffen. Nur unter dem Vorbehalt des »Rechts« auf Trennung vereinbaren wir, uns von Zeit zu Zeit zu treffen und uns fernzubleiben in Zwischenzeiten der Trennung, die uns vor den Opfern der »Liebe« schützen.Der Kurs enthält viele Kapitel die sich sehr ausführlich, nicht nur mit der besonderen »Liebesbeziehung«, sondern mit dem Wahnsinn der besonderen Beziehung an sich beschäftigen. Im Folgenden die Absätze 6 bis 10 aus dem Kapitel 15, Abschnitt VII „Das unnötige Opfer“:
„Auf die eine oder andere Weise fußt jede Beziehung, die das Ego eingeht, auf der Idee, es werde größer, indem es sich selbst opfert. Das »Opfer«, welches es als Läuterung betrachtet, ist eigentlich die Wurzel seines bitteren Grolls. Es würde nämlich lieber direkt angreifen und vermeiden, das zu verzögern, was es wirklich will. Doch erkennt das Ego die »Wirklichkeit« so an, wie es sie sieht, und begreift, dass niemand den direkten Angriff als Liebe deuten könnte. Schuldig machen aber ist ein direkter Angriff, auch wenn es nicht so aussieht. Denn die Schuldigen erwarten Angriff, und da sie ihn erbeten haben, zieht er sie an.
In solchen wahnsinnigen Beziehungen scheint die Anziehungskraft dessen, was du nicht willst, viel stärker zu sein als die Anziehungskraft dessen, was du willst. Denn jeder glaubt, dem anderen etwas geopfert zu haben, und dafür hasst er ihn. Das aber ist es, was er zu wollen glaubt. Er ist gar nicht in den anderen verliebt. Er glaubt nur, er sei ins Opfern verliebt. Und er verlangt, dass der andere für dieses Opfer, das er sich selber abverlangt, die Schuld annimmt und sich auch opfert. Vergebung wird unmöglich, denn das Ego glaubt, einem anderen vergeben heiße ihn verlieren. Nur durch Angriff ohne Vergebung kann das Ego die Schuld sicherstellen, die all seine Beziehungen zusammenhält.
Doch scheinen sie nur zusammenzusein. Denn für das Ego bedeuten Beziehungen nur, dass Körper zusammen sind. Das Ego verlangt stets nur das und hat nichts dagegen einzuwenden, wohin der Geist geht oder was er denkt, denn das erscheint unwichtig. Solange der Körper da ist, um sein Opfer zu empfangen, ist es zufrieden. Für das Ego ist der Geist privat, und nur der Körper lässt sich mit andern teilen. Ideen sind grundsätzlich nicht von Belang, außer insofern, als sie den Körper eines andern näher bringen oder in die Ferne rücken. In diesem Sinn bewertet es Ideen als gut oder schlecht. Was einen andern schuldig macht und ihn durch Schuld festhält, ist »gut«. Was ihn von Schuld befreit, ist »schlecht«, weil er dann nicht mehr glauben würde, dass Körper miteinander kommunizieren, und somit wäre er »fort«.
Leid und Opfer sind die Gaben, mit denen das Ego alle Verbindungen »segnen« möchte. Und die, die an seinem Altar vereint sind, akzeptieren Leid und Opfer als den Preis der Vereinigung. In ihren ärgerlichen Bündnissen - aus Angst vor Einsamkeit geboren und dennoch dem Fortbestand der Einsamkeit verschrieben - sucht jeder nach Entlastung von der Schuld, indem er sie im andern mehrt. Denn jeder glaubt, dass das die Schuld in IHM vermindert. Der andere scheint ihn immer anzugreifen und zu verletzen, viel leicht in kleinen Dingen, vielleicht »unbewusst«, doch nie, ohne ein Opfer zu fordern. Die Wut derjenigen, die am Altar des Ego verbunden sind, ist weitaus größer, als du gewahr wirst. Denn was das Ego wirklich will, das merkst du nicht.
Jedes Mal, wenn du dich ärgerst, kannst du sicher sein, dass du eine besondere Beziehung eingegangen bist, der das Ego seinen »Segen« erteilt hat, denn Ärger ist sein Segen. Der Ärger nimmt viele Formen an, aber er kann diejenigen nicht lange täuschen, die lernen wollen, dass Liebe keinerlei Schuld mit sich bringt und dass, was Schuld mit sich bringt, nicht Liebe sein kann und Ärger sein muss. Jeder Ärger ist nichts anderes als ein Versuch, jemanden dazu zu bringen, dass er sich schuldig fühlt, und dieser Versuch ist die einzige Basis, die das Ego für besondere Beziehungen akzeptiert. Schuld ist das einzige Bedürfnis, das das Ego hat, und solange du dich mit IHM identifizierst, wird Schuld für dich anziehend bleiben. Aber erinnere dich an folgendes: Mit einem Körper zusammensein ist nicht Kommunikation. Wenn du das glaubst, fühlst du dich schuldig wegen der Kommunikation und hast Angst, den HEILIGEN GEIST zu hören, da du in SEINER STIMME dein eigenes Bedürfnis nach Kommunikation erkennst.“
Wie schwer es fällt, gerade das Konzept der besonderen Beziehung loszulassen, beschreibt Jesus im 17. Kapitel:
“Es fällt dir jetzt nicht mehr sehr schwer, einzusehen, dass das Denksystem, das die besondere Beziehung schützt, nur ein Wahnsystem ist. Du begreifst, zumindest im Großen und Ganzen, dass das Ego wahnsinnig ist. Und dennoch scheint dir die besondere Beziehung noch immer irgendwie »anders« zu sein. Dabei haben wir sie doch weitaus genauer angesehen als viele andere Aspekte des Ego-Denksystems, die du eher bereit warst loszulassen. Solange dieser eine noch übrig bleibt, wirst du die anderen nicht fallen lassen. Denn dieser eine ist nicht anders. Behalte diesen bei, und du behältst das Ganze bei.”
(EKIW: Kapitel 17, IV. 6.)
In der Einleitung zu Kapitel 22 heißt es weiter:
„Wer braucht die Sünde? Nur die, die einsam und allein sind und ihre Bruder anders sehen als sich selbst. Gerade dieser Unterschied, der zwar gesehen wird, aber nicht wirklich ist, lässt das Bedürfnis nach der Sünde, das nicht wirklich ist, aber gesehen wird, gerechtfertigt erscheinen. Das alles wäre wirklich, wenn die Sünde es wäre. Denn eine unheilige Beziehung fußt auf Unterschieden, bei denen jeder denkt, der andere habe das, was er nicht hat. Sie kommen zusammen, jeder, um sich selber zu vervollständigen und den andern zu bestehlen. Sie bleiben so lange, bis sie denken, es gebe nun nichts mehr zu stehlen, und dann ziehen sie weiter. So wandern sie durch eine Welt von Fremden, die anders sind als sie, leben vielleicht mit ihren Körpern unter einem gemeinsamen Dach, das weder einen noch den anderen schützt, im selben Raum und doch in einer Welt für sich.“
Der Abwehrmechanismus besondere Beziehung
„Die besondere Beziehung hat den imposantesten und täuschendsten Rahmen aller Abwehrmechanismen,
deren das Ego sich bedient. Sein Denksystem wird hier angeboten, von einem Rahmen umgeben, der derart
schwer und kunstvoll ist, dass das Bild durch seine imposante Beschaffenheit beinahe ausgelöscht wird. In den
Rahmen sind vielerlei Arten phantastischer und fragmentierter Liebesillusionen eingeflochten, eingefasst in
Opferträume und Träume der Selbsterhöhung, verwoben mit Goldfaden der Selbstzerstörung. Das Glitzern des
Blutes leuchtet wie Rubine, die Tränen sind geschliffen, Diamanten gleich, und funkeln in dem trüben Licht, in
dem die Gabe dargeboten wird.
Sieh dir das Bild an. Lass nicht zu, dass dich der Rahmen ablenkt. Diese Gabe wird dir zu deiner Verdammnis gegeben, und wenn du sie nimmst, wirst du glauben, dass du verdammt bist. Du kannst den Rahmen nicht ohne das Bild haben. Was du schätzt, ist der Rahmen, denn dort siehst du keinen Konflikt. Der Rahmen aber ist nur die Verpackung für die Gabe des Konflikts. Der Rahmen ist nicht die Gabe. Lass dich durch die oberflächlichsten Aspekte dieses Denksystems nicht täuschen, denn diese Aspekte umfassen das Ganze, das in jedem seiner Aspekte vollständig ist. Der Tod liegt in dieser glitzernden Gabe. Lass deinen Blick nicht auf dem hypnotischen Glanz des Rahmens haften. Sieh das Bild an und begreife, dass der Tod dir angeboten wird.“
(EKIW: Kapitel 17, IV. 8.-9.)
Sieh dir das Bild an. Lass nicht zu, dass dich der Rahmen ablenkt. Diese Gabe wird dir zu deiner Verdammnis gegeben, und wenn du sie nimmst, wirst du glauben, dass du verdammt bist. Du kannst den Rahmen nicht ohne das Bild haben. Was du schätzt, ist der Rahmen, denn dort siehst du keinen Konflikt. Der Rahmen aber ist nur die Verpackung für die Gabe des Konflikts. Der Rahmen ist nicht die Gabe. Lass dich durch die oberflächlichsten Aspekte dieses Denksystems nicht täuschen, denn diese Aspekte umfassen das Ganze, das in jedem seiner Aspekte vollständig ist. Der Tod liegt in dieser glitzernden Gabe. Lass deinen Blick nicht auf dem hypnotischen Glanz des Rahmens haften. Sieh das Bild an und begreife, dass der Tod dir angeboten wird.“
(EKIW: Kapitel 17, IV. 8.-9.)
Die besondere Liebesbeziehung wird einzig deshalb eingegangen, um den Hass scheinbar auszugleichen, nicht aber um ihn loszulassen. Doch Hass lässt sich nicht begrenzen. Die besondere Liebesbeziehung wird ihn nicht ausgleichen, sondern lediglich in den Untergrund und aus dem Blickfeld treiben. Es ist ganz wichtig, ihn ins Blickfeld zu rücken und keinen Versuch zu unternehmen, ihn zu verbergen. Denn gerade der Versuch, Hass durch Liebe aufzuwiegen, macht die Liebe für uns bedeutungslos. Wie groß die Spaltung ist, die darin liegt, begreifen wir im Zustand der Ego-Identifikation nicht. Und solange wir das nicht begreifen, bleibt die Spaltung unerkannt und daher ungeheilt. (Siehe EKIW: Kapitel 16, IV.)
Versuchen wir es also mit einem »Liebesbrief«, der nichts verheimlicht:
„Ich will dich.
Ich will nur dich.
Ich »liebe« nur dich.
Alle anderen sind mir mehr oder weniger egal.
Ich »liebe« dich, auch wenn es gelogen ist.
In Wahrheit fürchte ich mich, dich zu »lieben«,
weil ich glaube, dass mich das verletzlich macht.
Wenn ich ehrlich bin, liebe ich es viel mehr, zu hassen,
weil ich im Geheimen glaube, Hass sei Liebe.
In Wahrheit hab ich dich als Partner gewählt,
wegen meinem in der Vergangenheit erlittenem Leid,
an das ich mich klammere und wofür du jetzt büßen musst -
für all die eingebildeten Kränkungen, vergangenen Enttäuschungen,
wahrgenommenen Ungerechtigkeiten und Entbehrungen.
Ich versuche die Vergangenheit aufs neue zu inszenieren und
zu verändern, um meine verletzte Selbstachtung wiederherzustellen.
Ich will dich ganz, den ganzen Körper
und die Zeit, die dieser Körper in der Welt verbringt.
Ich werde allerdings immer wieder Zeit für mich brauchen,
denn das Zusammensein mit dir kostet Kraft.
Es verringert das, was ich glaube zu sein.
Daher muss ich mein Selbst immer wieder - getrennt von dir - stärken.
Wenn ich dich zu nahe kommen ließe, täte ich einen Sprung zurück;
wenn ich mich näherte, dann zögest du dich augenblicklich zurück.
Wir wissen das beide und darum,
haben wir stillschweigend einen Deal gemacht.
Eine vorsichtige Beziehung, begrenzt im Umfang
und sorgfältig eingeschränkt im Ausmaß,
wurde zu dem Vertrag, den wir miteinander geschlossen haben.
Es gibt einen Graben zwischen uns.
Es gibt in unserem eingeschränkten Bündnis eine Trennungsklausel,
die wir übereingekommen sind unversehrt zu erhalten.
Gegen diese zu verstoßen,
sehen wir als einen unzulässigen Vertragsbruch an.
Der Graben zwischen dir und mir ist nicht ein Raum zwischen unseren Körpern,
denn diese scheinen nur unsere separaten Geister voneinander abzutrennen.
Der Graben zwischen uns ist das Symbol eines Versprechens,
uns zu begegnen, wenn wir es wollen, und uns zu trennen,
bis du und ich beschließen, einander wieder zu begegnen.
Dann scheinen unsere Körper miteinander in Kontakt zu treten
und dadurch eine Stätte der Begegnung kundzutun, wo wir uns verbinden können.
Doch ist es für dich und für mich stets möglich,
dass wir unsere separaten Wege gehen.
Nur unter dem Vorbehalt des »Rechtes«, uns zu trennen,
stimmen wir miteinander überein, uns von Zeit zu Zeit zu treffen
und uns fernzubleiben in Zwischenzeiten der Trennung,
die uns vor den Opfern der »Liebe« schützen.
Der Körper rettet uns, denn auf diese Weise entgeht er dem totalen Opfer
und gibt uns Zeit, unser Selbst wiederaufzubauen,
von dem wir wahrlich glauben, es werde vermindert,
wenn du und ich uns begegnen.
So statten wir den Körper aus mit einer Macht, die ihm nicht selber innewohnt.
Und hierin liegt die Macht, die er nun über uns hat.
Jetzt glauben wir nämlich, er lege fest, wann du und ich uns begegnen,
und er begrenze unsere Fähigkeit, im Geist in Kommunion zu treten.
Der Körper passt sich diesem an, weil wir es so haben wollen.
Er wird nur begrenzt erlauben, dass wir in der »Liebe« schwelgen,
mit Intervallen von Hass dazwischen.
Und er wird das Kommando übernehmen darüber,
wann wir »lieben« sollen und wann es sicherer ist,
in die Angst zurückzuweichen.
Ich »liebe« dich, darum opfere ich mich für dich auf,
indem ich dir entgegenkomme, indem ich Kompromisse eingehe.
Ich verspreche dir, nur mit dir richtig glücklich zu sein,
das grenzenlose Glück mit anderen Menschen opfere ich dir.
Und erwarte mir, dass du das gleiche für mich tust.
Irgendwann werde ich dich dafür hassen,
dass ich mich für dich aufgeopfert habe,
du mir aber nicht das Glück verschafft hast,
das ich mir von dir erwartet habe.
Wenn du meine Erwartungen nicht erfüllst
und meine Bedürfnisse nicht befriedigst,
werde ich dir die “Liebe” entziehen,
die ich dir einst geschworen habe.
Dann werde ich dich verlassen und dir aus dem Weg gehen.
Um ganz ehrlich zu sein:
Ich habe dich nie wirklich geliebt, so wie du bist.
Ich wusste von Anfang an, was mit dir nicht stimmt,
aber ich habe großzügig darüber hinweg gesehen und dir eine Chance gegeben.
Doch du hast sie nicht genutzt und dich nicht meiner würdig erwiesen.
Und so kommt der Moment,
in dem du dein wahres Gesicht zeigst.
Ich drehe und wende die Fakten.
Und Fakt ist, ich brauch dich eigentlich nicht.“
Ich will nur dich.
Ich »liebe« nur dich.
Alle anderen sind mir mehr oder weniger egal.
Ich »liebe« dich, auch wenn es gelogen ist.
In Wahrheit fürchte ich mich, dich zu »lieben«,
weil ich glaube, dass mich das verletzlich macht.
Wenn ich ehrlich bin, liebe ich es viel mehr, zu hassen,
weil ich im Geheimen glaube, Hass sei Liebe.
In Wahrheit hab ich dich als Partner gewählt,
wegen meinem in der Vergangenheit erlittenem Leid,
an das ich mich klammere und wofür du jetzt büßen musst -
für all die eingebildeten Kränkungen, vergangenen Enttäuschungen,
wahrgenommenen Ungerechtigkeiten und Entbehrungen.
Ich versuche die Vergangenheit aufs neue zu inszenieren und
zu verändern, um meine verletzte Selbstachtung wiederherzustellen.
Ich will dich ganz, den ganzen Körper
und die Zeit, die dieser Körper in der Welt verbringt.
Ich werde allerdings immer wieder Zeit für mich brauchen,
denn das Zusammensein mit dir kostet Kraft.
Es verringert das, was ich glaube zu sein.
Daher muss ich mein Selbst immer wieder - getrennt von dir - stärken.
Wenn ich dich zu nahe kommen ließe, täte ich einen Sprung zurück;
wenn ich mich näherte, dann zögest du dich augenblicklich zurück.
Wir wissen das beide und darum,
haben wir stillschweigend einen Deal gemacht.
Eine vorsichtige Beziehung, begrenzt im Umfang
und sorgfältig eingeschränkt im Ausmaß,
wurde zu dem Vertrag, den wir miteinander geschlossen haben.
Es gibt einen Graben zwischen uns.
Es gibt in unserem eingeschränkten Bündnis eine Trennungsklausel,
die wir übereingekommen sind unversehrt zu erhalten.
Gegen diese zu verstoßen,
sehen wir als einen unzulässigen Vertragsbruch an.
Der Graben zwischen dir und mir ist nicht ein Raum zwischen unseren Körpern,
denn diese scheinen nur unsere separaten Geister voneinander abzutrennen.
Der Graben zwischen uns ist das Symbol eines Versprechens,
uns zu begegnen, wenn wir es wollen, und uns zu trennen,
bis du und ich beschließen, einander wieder zu begegnen.
Dann scheinen unsere Körper miteinander in Kontakt zu treten
und dadurch eine Stätte der Begegnung kundzutun, wo wir uns verbinden können.
Doch ist es für dich und für mich stets möglich,
dass wir unsere separaten Wege gehen.
Nur unter dem Vorbehalt des »Rechtes«, uns zu trennen,
stimmen wir miteinander überein, uns von Zeit zu Zeit zu treffen
und uns fernzubleiben in Zwischenzeiten der Trennung,
die uns vor den Opfern der »Liebe« schützen.
Der Körper rettet uns, denn auf diese Weise entgeht er dem totalen Opfer
und gibt uns Zeit, unser Selbst wiederaufzubauen,
von dem wir wahrlich glauben, es werde vermindert,
wenn du und ich uns begegnen.
So statten wir den Körper aus mit einer Macht, die ihm nicht selber innewohnt.
Und hierin liegt die Macht, die er nun über uns hat.
Jetzt glauben wir nämlich, er lege fest, wann du und ich uns begegnen,
und er begrenze unsere Fähigkeit, im Geist in Kommunion zu treten.
Der Körper passt sich diesem an, weil wir es so haben wollen.
Er wird nur begrenzt erlauben, dass wir in der »Liebe« schwelgen,
mit Intervallen von Hass dazwischen.
Und er wird das Kommando übernehmen darüber,
wann wir »lieben« sollen und wann es sicherer ist,
in die Angst zurückzuweichen.
Ich »liebe« dich, darum opfere ich mich für dich auf,
indem ich dir entgegenkomme, indem ich Kompromisse eingehe.
Ich verspreche dir, nur mit dir richtig glücklich zu sein,
das grenzenlose Glück mit anderen Menschen opfere ich dir.
Und erwarte mir, dass du das gleiche für mich tust.
Irgendwann werde ich dich dafür hassen,
dass ich mich für dich aufgeopfert habe,
du mir aber nicht das Glück verschafft hast,
das ich mir von dir erwartet habe.
Wenn du meine Erwartungen nicht erfüllst
und meine Bedürfnisse nicht befriedigst,
werde ich dir die “Liebe” entziehen,
die ich dir einst geschworen habe.
Dann werde ich dich verlassen und dir aus dem Weg gehen.
Um ganz ehrlich zu sein:
Ich habe dich nie wirklich geliebt, so wie du bist.
Ich wusste von Anfang an, was mit dir nicht stimmt,
aber ich habe großzügig darüber hinweg gesehen und dir eine Chance gegeben.
Doch du hast sie nicht genutzt und dich nicht meiner würdig erwiesen.
Und so kommt der Moment,
in dem du dein wahres Gesicht zeigst.
Ich drehe und wende die Fakten.
Und Fakt ist, ich brauch dich eigentlich nicht.“
Das Ego wird uns immer dazu auffordern, eine aktuelle Beziehung durch andere zu ersetzen, wenn diese nicht mehr unserer Phantasie von Beziehung entspricht. Das Ego versucht uns davon zu überzeugen, dass wir unserer Not nur dadurch entrinnen können, dass wir unseren Bruder loswerden. Ein Angebot macht uns das Ego noch: Wir bräuchten uns nicht ganz zu trennen, wenn wir das nicht wollen. Aber wir müssen große Bereiche der Phantasie von unserem Bruder ausschließen, um uns zu retten. Und so herrschen in der besonderen Beziehung drei Zustände vor: Verlangen, frustriertes Verlangen (Wut, Groll, Schuldzuweisungen, Klagen) und Gleichgültigkeit.
Wenn eine Paarbeziehung dem Denksystem des Egos unterworfen ist, kann sie nur in Trennung enden, denn das Ego ist das Verlangen nach Trennung. Auch wenn es vielleicht erst der Tod ist, der die Trennung herbeiführt. Nur eine Beziehung, die im einzig wahren Zweck geeint ist, kann erfüllend sein, weil es eine heilige Beziehung ist.
In Wahrheit wollen wir uns nicht von unserem Bruder trennen, sondern von unserem Alptraum, von dem Bild, das wir uns von unserem Bruder gemacht haben. In Wahrheit wollen wir uns an die Einheit mit unserem Bruder erinnern. Wenn wir erkannt haben, dass jede Beziehung eine Gelegenheit ist, Wahrnehmungen heilen und Irrtümer berichtigen zu lassen, wird der HEILIGE GEIST Beziehungen in vollkommene Lektionen der Vergebung und des Erwachens aus dem Traum verwandeln. Wenn unser Geist berichtigt ist, werden wir uns nie mehr von einem Bruder trennen, selbst dann nicht, wenn unsere Körper in Raum und Zeit getrennte Wege gehen.
Von den besonderen Beziehungen zur heiligen Beziehung
Wenn wir etwas von einem anderen wollen, ist es unmöglich, ihn so sein zu lassen, wie er wirklich ist. Aber das ist der “Normalzustand” des Menschen: ein Zustand des Verlangens oder der Anhaftung an eine bestimmte idealisierte Form. Wenn der Geist schläft, sehnt er sich verzweifelt nach Unschuld und Liebe, da er glaubt, sie verloren zu haben. Solange das Ego uns in unseren Beziehungen leitet, versuchen wir, Erfüllung und Befriedigung in einer Form, in einem Körper zu finden. Aber diese Formen sind Götzen, und wir werden durch sie nie vollständig erfüllt werden. Man könnte sagen, dass das himmlische Einssein oder der heilige Augenblick ein perfekter Zustand wunschloser Zufriedenheit ist. Er bedeutet, nichts zu wollen oder zu brauchen, nicht zu hoffen, dass etwas anders oder besser wäre. Es ist nicht die Suche nach Antworten. Es ist ein Zustand, der einfach da ist. Metaphysisch gesehen ist es eigentlich unmöglich, Liebe zwischenmenschlich oder mit etwas "Äußerem" zu finden. Die einzig wahre Liebe ist die LIEBE des GEISTES im Inneren.Solange wir Angst haben und glauben, dass wir eine getrennte Identität sind, werden wir immer wieder versuchen, diese Liebe im Außen zu finden. Eine häufige Frage ist, ob es das Ego ist, das hinter unserer Anziehung zu einer anderen Person steckt. In der Tat spricht das Ego zuerst - und am lautesten! Das Ego ist ungestüm und impulsiv; es will sofortige Befriedigung zu seinen eigenen Bedingungen. Aber der HEILIGE GEIST kann die Anziehungskraft wunderbar nutzen, wenn wir uns erlauben, uns auf eine Beziehung einzulassen und sie zur Heilung des Geistes zu nutzen. Solange die Bereitschaft besteht, für die Liebe offen zu bleiben und das, was gegeben wird, mit allem, was man hat, anzunehmen, sind die Früchte es immer wert! Herzöffnungen und Erfahrungen des Verliebtseins sind immer hilfreich und führen letztendlich zu einem Bewusstsein der wahren LIEBE.
Beziehungen und Zweck
Was wir gemeinsam heilen wollen, sind die nicht hilfreichen Abhängigkeiten und Verzweiflungen, die in einem tiefen Glauben an den Mangel wurzeln. Das Ego hat immer ein Ziel für Beziehungen, wie z.B. um jeden Preis zusammenzubleiben oder es an der Oberfläche gut aussehen zu lassen, während der GEIST eine Anleitung dafür bietet, wie Beziehungen von Augenblick zu Augenblick zur Heilung und zum Auflösen von Dingen wie ungesunder Abhängigkeit, Kontrolle und Verlustangst genutzt werden können. Die Wahrheit ist, dass wir im heiligen Augenblick nie jemanden wirklich brauchen, weil uns die Verbindung mit GOTT vollkommen erfüllt. In diesem Zustand ist unser einziges Ziel, die LIEBE GOTTES auszudehnen. Aber wenn wir uns zu jemandem sehr hingezogen fühlen, können wir uns gleichzeitig auf den GEIST einstimmen. Er wird das Symbol der Beziehung für unser Erwachen nutzen. Sich in jemanden zu verlieben, kann im wahrsten Sinne des Wortes dazu benutzt werden, tief nach innen zu gehen, über die Form hinaus zur Essenz, zu einer Gemeinschaftserfahrung, zu einem Gefühl der totalen Gemeinschaft, Synergie und Telepathie, weit über die Form hinaus.Jeder wünscht sich eine Liebe, die nicht zu Ende geht. In Liebesliedtexten ist meist von "für immer" und "ewig" die Rede, und das Ideal einer dauerhaften, immerwährenden, harmonischen, kontinuierlichen Beziehung klingt sicherlich gut. Doch diese Begriffe beschreiben in der Regel nicht die zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser Welt. Denn selbst in den "besten Beziehungen", wenn sie scheinbar Bestand haben, wird immer noch der Eindruck erweckt, dass der Tod des Körpers oder die Trennung und das Weiterziehen die Beziehung hinter dem Ideal zurücklassen. Aus dieser Perspektive betrachtet, scheint es ein Ende zu geben. Bei einer Trennung kann es den Anschein haben, dass es an Liebe mangelt, dass man Liebeskummer hat. Wenn jedoch eine Beziehung zu Ende zu gehen scheint und wir nicht mehr zusammen sind, aber der Gedanke an diese Person ständig in Ihrem Kopf auftaucht, dann sind wir tatsächlich noch in dieser Beziehung. Unsere Heilung und unser Lernen gehen weiter, auch wenn die Körper nicht mehr zusammen sind. Menschen sind Gedanken in unserem Geist, und deshalb bleiben wir nie ohne eine Gelegenheit zur Heilung. Es dauert eine Weile, bis wir gut darin werden, uns unserer Gedanken bewusst zu sein. Die Versuchung besteht darin, den Geist nur zu bestimmten Zeiten zu beobachten und dann wieder in die Gedankenlosigkeit abzugleiten. Doch dieses Beobachten des Geistes, vor allem in unseren Beziehungen, ist eine der wichtigsten Funktionen, um immer wieder in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren.
Die Liebe ist in Wahrheit immer jenseits der Form. Während die besondere Liebe in Beziehungen durch den Zweck und die Form definiert wird, die sie annimmt, hat die göttliche LIEBE keine Grenzen. Sie ist reiner Geist. Freiheit und Intimität kann man nur finden, wenn man nach innen geht, ganz gleich, ob man Single ist oder in einer Beziehung lebt. Wir werden diese Wahrheit nur erfahren, wenn wir uns von der Anhaftung an Ergebnisse befreien und dem HEILIGEN GEIST erlauben, die Grenzen zu beseitigen, die wir dem Teilen und Ausdehnen unserer Liebe auferlegen.
Auf dem Weg zu einer heiligen Beziehung
Es ist ein Segen, dass wir alle unsere Beziehungen nutzen können, um zu sehen, wo wir Heilung in unserem Geist brauchen und wo wir immer noch Groll haben. Sogar in einer besonderen Beziehung kann der HEILIGE GEIST, wenn wir ihn einladen, uns helfen zu sehen und uns zu zeigen, was in unserem Geist losgelassen werden muss, indem wir beobachten, was unser Partner uns zurückspiegelt.“Wenn du jemandem begegnest, so erinnere dich daran, dass es eine heilige Begegnung ist. Wie du ihn siehst, wirst du dich selber sehen. Wie du ihn behandelst, wirst du dich selbst behandeln. Wie du über ihn denkst, wirst du über dich selbst denken. Vergiss dies nie, denn in ihm wirst du dich selbst finden oder verlieren. Jedesmal, wenn zwei GOTTESSÖHNE einander begegnen, ist ihnen eine neue Gelegenheit zur Erlösung gegeben. Geh nie von irgendjemandem fort, ohne ihm Erlösung geschenkt und sie selber empfangen zu haben. Denn ich bin immer mit dir dort, zu deinem Gedächtnis.”
(EKIW: Kapitel 8, III. 4.)
Ein Kurs in Wundern hat neun Kapitel, die den besonderen Beziehungen gewidmet sind! In besonderen Beziehungen in dieser Welt geht es hin und her zwischen: "Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich; und ich könnte dich umbringen!" Die Wut und die Leidenschaft liegen nur eine Rasierklingenbreite auseinander. So nah. Wenn das der Fall ist, wie kann dann eine besondere Beziehung zum Mittel der Erleuchtung, des spirituellen Erwachens werden? Es ist durch Vergebung im täglichen Leben. Wir können allen Menschen in unserem Leben dankbar sein, weil sie uns unsere Urteile aufzeigen.
“Now I see the madness in me
Is brought out in the presence of you
Now I know the madness lives on
When you're not in the room
And though I'd love to blame you for
I'd miss these moments of opportune
You've simply brought this madness to light
And I should thank you
Oh, thank you, much thanks for this bird's eye view
Oh, thank you for your most generous triggers”
(Madness - Alanis Morissette)
Is brought out in the presence of you
Now I know the madness lives on
When you're not in the room
And though I'd love to blame you for
I'd miss these moments of opportune
You've simply brought this madness to light
And I should thank you
Oh, thank you, much thanks for this bird's eye view
Oh, thank you for your most generous triggers”
(Madness - Alanis Morissette)
Wenn wir Schritte unternehmen, um den wahren Zweck all unserer Beziehungen zu akzeptieren, müssen wir nicht nur in Gedanken daran denken, sondern es auch leben. Stellen wir uns vor, wir wären ein Mathematiker, der nie mit Gleichungen üben wollte, oder ein Automechaniker, der nicht unter die Motorhauben von Autos käme. Stellen wir uns einen Maurer vor, der Mörtel und Ziegel nicht ausstehen kann; wir würden lachen! Genauso müssen wir als Menschen erwachen, indem wir uns auf unsere Beziehungen zu anderen Menschen beziehen und diese betrachten.
Diese Welt ist so beschaffen, dass wir in unserer fragmentierten Wahrnehmung den Eindruck haben, jeder Mensch habe einen eigenen Geist, eigene Gedanken und eine eigene Entscheidungsfähigkeit. Das ist das ganze Dilemma der Welt: Die Vorstellung, jeder habe seinen eigenen Willen, und die Entscheidungen stimmen oft nicht überein, was zu Konflikten und Disharmonie führt. Wenn wir uns im Gebet vereinen, ist das Gebet Ausdruck des tiefsten Herzenswunsches. Und wenn das Gebet darauf ausgerichtet ist, Gott zu erreichen, dann ist alles in unserer Wahrnehmung darauf ausgerichtet, dieses Ziel zu erreichen. So entsteht eine energetische Beziehung, eine harmonische Beziehung, eine tiefe Kommunikation von Herz zu Herz und eine tiefe Herzensverbindung. Sie spiegelt unsere Sehnsucht nach spirituellem Erwachen, nach Einheit, nach Glück und Freude wider. Wenn zwei den einzig wahren Zweck teilen, gibt es keine Differenzen und Konflikte mehr. Der HEILIGE GEIST erkennt den Zweck darin, dass wir uns durch das Gebet vereinen und unsere Lebensentscheidungen gemeinsam in Harmonie treffen können. Und wenn wir keine Erwartungen auf der Ebene der Form haben, sind wir auf dem besten Weg.
"Keine Erwartungen haben" ist der Weg, die Dinge genau so sein zu lassen, wie sie sind. Um zu dieser Einstellung zu gelangen, muss man den Filter des Bewusstseins stark reinigen. David Hoffmeister hat einmal eine Hochzeit durchgeführt, bei der das Paar, nachdem es am Vortag einen Vortrag von ihm besucht hatte, das Gelübde "Ich liebe dich jetzt" ablegte, was ein wunderbares Gelübde ist. Sie waren sich der Falle der Zukunftserwartungen sehr bewusst. Sie wollten zulassen, dass der HEILIGE GEIST die Beziehung zur Heiligkeit benutzt, um den Geist von jeglichen subtilen Erwartungen zu befreien.
Wenn wir uns auf heilige Beziehungen zubewegen, wird das Ego ziemlich stark versuchen, unsere Hinwendung zur Heilung zu unterbrechen. Es wird versuchen, die Mission der Heilung zu sabotieren und abzubrechen, indem es die Spiegelung intensiviert. Aber an dieser Stelle gilt es mutig zu bleiben, einfach durchzuhalten und den HEILIGEN GEIST um Hilfe zu bitten. Der Durchbruch wird in der Überwindung des Versuchs und der Sehnsucht des Egos liegen, die Liebe zu objektivieren und zu lokalisieren, und in dem Versuch, sie von der Weite, die sie ist, zu verkleinern. Die Überwindung dieses Hindernisses ist die Auflösung der besonderen Liebesbeziehung und der Übergang zur heiligen Beziehung.
Der Übergang
Der Übergang von der Welt des Egos zur wirklichen Welt ist immer ein Übergang von den besonderen zur heiligen Beziehung. Früher oder später muss jeder den Graben überbrücken, von dem er sich einbildet, das er zwischen seinen Selbsten existiere. Jeder baut diese Brücke, die ihn über den Graben trägt, sobald er willens ist, ein wenig Mühe für die Überbrückung aufzuwenden. Die Brücke selbst ist nichts anderes als ein Übergang in der Betrachtungsweise der Wirklichkeit.Die Zeit vor dem eigentlichen Übergang ist naturgemäß eine Phase der Desorientierung und Verwirrung. Fürchten wir uns aber nicht davor, denn es bedeutet nur, dass wir gewillt sind, den verzerrten Bezugsrahmen loszulassen, der unsere Welt zusammenzuhalten schien. Dieser Bezugsrahmen ist um die besondere Beziehung herum erbaut. Ohne diese Illusion könnte es keine Bedeutung geben, nach der wir hier noch immer suchen würden.
Genau in dieser Phase braucht es Disziplin in unserem Üben, totale Hingabe an die innere Führung und das intensive Gebet, denn jede Verzögerung wird uns jetzt mehr verletzen als zuvor, einfach weil wir begreifen, dass es eine Verzögerung ist und das Entrinnen aus dem Leid tatsächlich möglich ist.
In dieser Desorientierungsphase lösen sich die besonderen Beziehungen immer mehr auf. Wir finden keinen Halt mehr in ihnen. Gleichzeitig überflutet das Ego unser Bewusstsein noch einmal mit einer Unmenge an Angriffsgedanken. Dann fühlen wir uns manchmal wie eine Eisscholle im Ozean. Wir sind vom festen Packeis abgebrochen, aber noch nicht eins mit dem Ozean. Einerseits gibt es eine große Sehnsucht nach Verschmelzung mit dem Ozean und gleichzeitig eine große Angst vor der völligen Auflösung. So entsteht immer wieder der Wunsch nach einer neuen, besonderen Beziehung, obwohl wir gleichzeitig genau wissen, dass sie nicht mehr funktionieren würde, dass sie uns auch nicht mehr die Illusion von Liebe bringen würde, weil wir nicht mehr in der Lage sind das Verlangen nach der LIEBE GOTTES, nach der Erfahrung unserer vollkommenen Heiligkeit weiter zu verleugnen.
Wir sind immer noch ein völliger Neuling auf den Wegen der Erlösung, und wir denken, wir haben den Weg verloren. Unser Weg ist verloren, doch dürfen wir nicht glauben, das sei ein Verlust. Erinnern wir uns in unserem Neusein daran, dass wir und unser Bruder nochmals begonnen haben, und zwar gemeinsam. Und so nehmen wir seine Hand, um gemeinsam mit ihm eine Straße entlangzugehen, die uns weitaus vertrauter ist, als wir jetzt glauben.
Und so lassen wir IHN den verborgenen Funken der Schönheit in all unseren Beziehungen aufdecken und ihn uns zeigen. Sein Liebreiz wird uns so anziehen, dass wir nicht gewillt sein werden, ihn jemals wieder aus den Augen zu verlieren. Und wir werden diesen Funken die Beziehung verwandeln lassen, damit wir ihn immer mehr sehen können. Wir werden ihn nämlich immer mehr wollen und immer mehr Unwillens sein, zuzulassen, dass er uns verborgen bleibt. So werden wir lernen, nach den Bedingungen zu suchen und sie herbeizuführen, unter denen diese Schönheit sichtbar wird.
Der heilige Zweck
Unseren Beziehungen einen heiligen Zweck zu geben, ist das Mittel, um die transzendente Perspektive zu erreichen, die den Körper ähnlich wie tanzende Blätter im Wind an einem Herbsttag betrachtet. Wenn der Wind die Blätter ein wenig umweht, nimmt man alle Farben mit Gelassenheit wahr. Wir sagen nicht: "Rot, orange, braun, grün". Wir beobachteten den Strudel von einem Ort der völligen Unbefangenheit aus. Und das ist es, was eine heilige Beziehung ausmacht. Seien wir in unseren täglichen Beziehungen wachsam gegenüber Versuchungen:- Perfektion im Verhalten eines anderen zu wünschen
- Fehler und Ungereimtheiten zu tadeln und zu betonen, entweder laut oder im Stillen
- Vergleiche anstellen
- auf Kosten der Unschuld unseres Bruders oder unserer Schwester Recht haben wollen.
- Ego-Gedanken und Muster in unserem eigenen Geist zu untersuchen, damit sie gesehen und geheilt werden können
- erlauben wir unseren Beziehungen, uns zu zeigen, was in unserem eigenen Geist geheilt werden muss
- schauen wir über Form und Verhalten in unseren Beziehungen hinaus
- lassen wir Urteile und Vergleiche los
- praktizieren wir Wehrlosigkeit in unserer Kommunikation
- haben wir Frieden als Ziel in der Verbindung mit anderen und der Welt
- sehen wir das Geschenk, das darin liegt, das oben Genannte zu praktizieren!
Der Segen der Beziehung
Wenn wir uns durch unsere Beziehungen in Richtung Heilung bewegen, werden wir dankbar für die Geschenke sein, die sie uns machen. Wenn wir den Punkt erreichen, an dem wir spüren, dass wir einen anderen nicht mehr angreifen oder beschuldigen, wissen wir, dass wir spirituell gereift sind. Das bedeutet, dass sich unser Bewusstsein erweitert hat und wir verstehen, dass alles, was außerhalb von uns zu geschehen scheint, in Wirklichkeit unserem eigenen Geist entspringt. Selbst in unseren schwierigen Beziehungen können wir wertvolle Lektionen lernen. Wir können also anfangen, ehrlich zu fragen, was uns jede Beziehung über unseren Geist zeigt. Und wenn wir die Muster und Überzeugungen erkennen können, die eine Beziehung widerspiegelt, dann werden wir den Segen und das Heilungspotential erkennen.Wir sind nie dazu bestimmt, von einer Beziehung abhängig zu sein, sondern wir sind dazu bestimmt, den HEILIGEN GEIST in ihr zu finden, denn im Grunde haben wir alle den gleichen Zweck: aufzuwachen. Nach und nach fühlen wir uns durch diese Praxis erfüllter, von innen heraus erfüllt, und unser Motiv für Beziehungen wandelt sich von dem Versuch, etwas von einem anderen zu bekommen, zu einer Gelegenheit zu geben und zusammenzuarbeiten, wovon alle profitieren!
Wenn wir bereit sind für diese erneuerte Absicht, werden wir beginnen, uns von den vertrauten und besonderen Beziehungen der Welt auf heile und heilige Beziehungen zuzubewegen. Nun ist es Ego nicht mehr unser Freund und wird uns massiv angreifen, aber dann ist der HEILIGE GEIST immer da, um zu helfen und zu sagen: "Du bist so weit gekommen; bleib bei deinem Glauben. Ich bin mit dir." Unser Gebet an den HEILIGEN GEIST wird zu: "Ich lasse DEINE Vision an die Stelle meiner Wahrnehmung treten, die nur eine Darstellung der Vergangenheit ist, die noch einmal erscheint, als ob sie immer noch stattfände."
Das macht den Weg frei für eine neue Vision der Liebe, die es uns ermöglicht, jemandem neu zu begegnen, ohne unsere Überzeugungen aus der Vergangenheit auf ihn zu projizieren.
Das Wunder der Beziehung ist eine Reise von der Besonderheit zur Heiligkeit, von der Exklusivität, zur Erfahrung der Einbeziehung und von der Trennung, Angst und Einsamkeit zur wahren Verbindung, Liebe und Freude. Es ist ein Erwachen, eine Verschiebung der Wahrnehmung von getrennten Interessen wie "ich", "mein", "was habe ich davon" und “ich muss mich abgrenzen” hin zu einem gemeinsamen Interesse, Zweck und Ziel. So werden wir gesegnet; je mehr Liebe wir durch uns fließen lassen, desto mehr werden wir uns bewusst, wie mächtig diese Liebe ist, und unsere Beziehungen werden aufblühen und sich ausdehnen.
Es ist daher von Vorteil, offen zu bleiben und die Beziehungen zu würdigen, die sich uns bieten, wie auch immer sie anfangs aussehen mögen. Und wenn wir lernen, sie auf wirklich hilfreiche Weise zu nutzen, werden sie uns erlauben, zu heilen, die Besonderheit loszulassen und uns zu GOTT zurückführen.
Heilige Beziehung
Das Ego verwendet seine besonderen Beziehungen als eine letzte Waffe zum Ausschließen und als eine Demonstration der Getrenntheit. Der HEILIGE GEIST verwandelt Beziehungen in vollkommene Lektionen der Vergebung und des Erwachens aus dem Traum. Jede ist eine Gelegenheit, Wahrnehmungen heilen und Irrtümer berichtigen zu lassen. Jede ist eine weitere Möglichkeit, uns selber dadurch zu vergeben, dass wir dem anderen vergeben. Und jede wird zu einer weiteren Einladung an den HEILIGEN GEIST und die Erinnerung an GOTT.
“Aus dem Grund, aus dem ER SEINE Beziehung mit dir schuf, wurde die Funktion von Beziehungen für immer die: glücklich zu machen. Und sonst nichts.”
(EKIW: Kapitel 17, IV. 1. 3.-4.)
(EKIW: Kapitel 17, IV. 1. 3.-4.)
Besondere versus heilige Beziehung
Der Unterschied zwischen einer besonderen und einer heiligen Beziehung ist kein Unterschied auf der Ebene der Form, sondern beschreibt einen unterschiedlichen Geisteszustand. Die heilige Beziehung ist die geistige Ausrichtung auf den einzig wahren Zweck - die Erlösung aus der Illusion der Trennung. In welcher Art Beziehungskonzept auf der Ebene der Form zwei Menschen Beziehung zu leben scheinen, sagt nichts über ihre Beziehung auf der geistigen Ebene aus.
Die zeitliche Dauer einer Beziehung spielt keine Rolle. Es gibt keine Bonuspunkte für das Zusammenleben in linearer Zeit. Der Grund für unsere Sehnsucht nach einer langen Beziehung ist Ausdruck der Krankheit unserer Seele, die ihre Verbindung zu GOTT verloren hat. Die wahre Kontinuität in Beziehung ist nicht etwas Zeitliches, sondern etwas Geistiges. Die geteilte Freude und Glückseligkeit eines heiligen Augenblicks, in dem wir mit einem Menschen ganz im Geiste verbunden sind, ist tausendmal wertvoller als zig Jahre gemeinsam verbrachter linearer Zeit.
“Jedes Mal, wenn dich irgendeine Form der besonderen Beziehung in Versuchung führt, Liebe im Ritual zu suchen, dann erinnere dich, dass Liebe Inhalt ist und nicht irgendeine Art von Form. Die besondere Beziehung ist ein Ritual der Form, das darauf abzielt, die Form auf Kosten des Inhalts auf den Platz GOTTES zu erheben. In der Form liegt keine Bedeutung und wird sie niemals liegen.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 12. 1.-3.)
“In dieser Welt kommt sich der GOTTES SOHN in einer heiligen Beziehung am nächsten. [...] So verbinden sich die Teile des GOTTES SOHNES nach und nach in der Zeit, und mit jedem Sichverbinden wird das Ende der Zeit näher gebracht. Jedes Wunder des Sichverbindens ist ein machtvoller Vorbote der Ewigkeit. [...] Zwei Stimmen, gemeinsam angestimmt, rufen den Herzen aller zu, sie als eins schlagen zu lassen. Und in diesem einen Herzschlag wird die Einheit der Liebe verkündet und willkommen geheißen. [...]”
(EKIW: Kapitel 20, V. 1.-2.)
Der Unterschied zwischen einer besonderen und einer heiligen Beziehung ist kein Unterschied auf der Ebene der Form, sondern beschreibt einen unterschiedlichen Geisteszustand. Die heilige Beziehung ist die geistige Ausrichtung auf den einzig wahren Zweck - die Erlösung aus der Illusion der Trennung. In welcher Art Beziehungskonzept auf der Ebene der Form zwei Menschen Beziehung zu leben scheinen, sagt nichts über ihre Beziehung auf der geistigen Ebene aus.
Die zeitliche Dauer einer Beziehung spielt keine Rolle. Es gibt keine Bonuspunkte für das Zusammenleben in linearer Zeit. Der Grund für unsere Sehnsucht nach einer langen Beziehung ist Ausdruck der Krankheit unserer Seele, die ihre Verbindung zu GOTT verloren hat. Die wahre Kontinuität in Beziehung ist nicht etwas Zeitliches, sondern etwas Geistiges. Die geteilte Freude und Glückseligkeit eines heiligen Augenblicks, in dem wir mit einem Menschen ganz im Geiste verbunden sind, ist tausendmal wertvoller als zig Jahre gemeinsam verbrachter linearer Zeit.
“Jedes Mal, wenn dich irgendeine Form der besonderen Beziehung in Versuchung führt, Liebe im Ritual zu suchen, dann erinnere dich, dass Liebe Inhalt ist und nicht irgendeine Art von Form. Die besondere Beziehung ist ein Ritual der Form, das darauf abzielt, die Form auf Kosten des Inhalts auf den Platz GOTTES zu erheben. In der Form liegt keine Bedeutung und wird sie niemals liegen.”
(EKIW: Kapitel 16, V. 12. 1.-3.)
“In dieser Welt kommt sich der GOTTES SOHN in einer heiligen Beziehung am nächsten. [...] So verbinden sich die Teile des GOTTES SOHNES nach und nach in der Zeit, und mit jedem Sichverbinden wird das Ende der Zeit näher gebracht. Jedes Wunder des Sichverbindens ist ein machtvoller Vorbote der Ewigkeit. [...] Zwei Stimmen, gemeinsam angestimmt, rufen den Herzen aller zu, sie als eins schlagen zu lassen. Und in diesem einen Herzschlag wird die Einheit der Liebe verkündet und willkommen geheißen. [...]”
(EKIW: Kapitel 20, V. 1.-2.)
Die erste Lektion des HEILIGEN GEISTES lautet: “Damit du hast, gib allen alles.” Das ist ein Schritt, der ganz am Anfang steht, und auch der einzige, den wir selber tun müssen. Es ist nicht einmal nötig, dass wir den Schritt selber vollenden, aber es ist notwendig, dass wir uns in diese Richtung wenden. “Unter der Anleitung des HEILIGEN GEISTES wird jede Beziehung als eine totale Verpflichtung angesehen, und dennoch steht sie keineswegs mit andern in Konflikt.”
Die Ebenen des Lehrens
Das Wichtigste am Konzept der “Ebenen des Lehrens” im 3. Kapitel des Handbuchs für Lehrer ist die Erkenntnis, dass jede Begegnung und damit jede Beziehung eine Lehr- und Lernerfahrung bietet. Wenn wir zum Beispiel an einem spirituellen Seminar teilnehmen und uns in den Pausen beim Personal des Seminarhotels über Umstände beschweren, die nicht unseren Erwartungen entsprechen, dann haben wir das Wesentliche nicht verstanden.
“Wenn du jemandem begegnest, so erinnere dich daran, dass es eine heilige Begegnung ist. Wie du ihn siehst, wirst du dich selber sehen. Wie du ihn behandelst, wirst du dich selbst behandeln. Wie du über ihn denkst, wirst du über dich selbst denken. Vergiss dies nie, denn in IHM wirst du dich selbst finden oder verlieren. Jedesmal, wenn zwei GOTTESSÖHNE einander begegnen, ist ihnen eine neue Gelegenheit zur Erlösung gegeben. Geh nie von irgendjemandem fort, ohne ihm Erlösung geschenkt und sie selber empfangen zu haben. Denn ich bin immer mit dir dort, zu deinem Gedächtnis.”
(EKIW: Kapitel 8, III. 4.)
Jesus erwähnt daher gleich zu Beginn des Kapitels: “Die Lehrer GOTTES haben keine festgelegte Ebene des Lehrens.” Um diese Aussage zu verstehen und keinen Widerspruch zu konstruieren, ist es notwendig, sich ganz auf dieses Kapitel im Kurs einzulassen. Jede Lehr- und Lernsituation ist maximal in dem Sinne, dass jede beteiligte Person das meiste lernen wird, was sie zu diesem Zeitpunkt von der anderen Person lernen kann. In diesem - und nur in diesem - Sinne können wir von Ebenen des Lehrens sprechen. Hier eine kurze Zusammenfassung der drei Ebenen:
Die einfachste Ebene des Lehrens besteht aus Begegnungen, die anscheinend ganz zufällig sind und ziemlich oberflächlich erscheinen. Doch das sind keine zufälligen Begegnungen. Jede von ihnen hat das Potential, eine Lehr- und Lernsituation zu werden. Vielleicht werden scheinbar Fremde im Fahrstuhl einander gegenseitig anlächeln, oder jemand spricht ein Wort der Dankbarkeit. Selbst auf der Ebene der beiläufigsten Begegnung ist es für zwei Menschen möglich, ihre separaten Interessen aus den Augen zu verlieren, und sei es nur für einen Augenblick. Dieser Augenblick wird genügen. Die Erlösung ist gekommen.
Die zweite Ebene des Lehrens ist eine länger anhaltende Beziehung, in der zwei Personen eine Zeitlang eine ziemlich intensive Lehr- und Lernsituation eingehen und sich dann zu trennen scheinen. Wie auf der ersten Ebene sind diese Begegnungen nicht zufällig, noch ist das, was wie das Ende der Beziehung erscheint, ein wirkliches Ende. Wiederum hat jeder das meiste dessen, was er zu jenem Zeitpunkt lernen kann, gelernt. Doch alle, die einander begegnen, werden einander eines Tages wieder begegnen, denn es ist das Schicksal aller Beziehungen, heilig zu werden.
Die dritte Ebene des Lehrens tritt in Beziehungen auf, die, sind sie einmal eingegangen worden, lebenslänglich währen. Das sind Lehr- und Lernsituationen, in denen jeder Person ein ausgewählter Lernpartner gegeben wird, der ihm unbegrenzte Gelegenheiten zum Lernen bietet. Von diesen Beziehungen gibt es im allgemeinen wenige, weil ihre Existenz voraussetzt, dass die daran Beteiligten gleichzeitig ein Stadium erreicht haben, in dem das Gleichgewicht von Lehren und Lernen tatsächlich vollkommen ist. Das bedeutet nicht, dass sie das notwendigerweise begreifen - in der Tat erkennen sie es im allgemeinen nicht. Sie mögen einander sogar für einige Zeit oder vielleicht ein Leben lang feindlich gesinnt sein. Doch sollten sie sich dafür entscheiden, sie zu lernen, dann liegt die vollkommene Lektion vor ihnen und kann gelernt werden.
Das Wichtigste am Konzept der “Ebenen des Lehrens” im 3. Kapitel des Handbuchs für Lehrer ist die Erkenntnis, dass jede Begegnung und damit jede Beziehung eine Lehr- und Lernerfahrung bietet. Wenn wir zum Beispiel an einem spirituellen Seminar teilnehmen und uns in den Pausen beim Personal des Seminarhotels über Umstände beschweren, die nicht unseren Erwartungen entsprechen, dann haben wir das Wesentliche nicht verstanden.
“Wenn du jemandem begegnest, so erinnere dich daran, dass es eine heilige Begegnung ist. Wie du ihn siehst, wirst du dich selber sehen. Wie du ihn behandelst, wirst du dich selbst behandeln. Wie du über ihn denkst, wirst du über dich selbst denken. Vergiss dies nie, denn in IHM wirst du dich selbst finden oder verlieren. Jedesmal, wenn zwei GOTTESSÖHNE einander begegnen, ist ihnen eine neue Gelegenheit zur Erlösung gegeben. Geh nie von irgendjemandem fort, ohne ihm Erlösung geschenkt und sie selber empfangen zu haben. Denn ich bin immer mit dir dort, zu deinem Gedächtnis.”
(EKIW: Kapitel 8, III. 4.)
Jesus erwähnt daher gleich zu Beginn des Kapitels: “Die Lehrer GOTTES haben keine festgelegte Ebene des Lehrens.” Um diese Aussage zu verstehen und keinen Widerspruch zu konstruieren, ist es notwendig, sich ganz auf dieses Kapitel im Kurs einzulassen. Jede Lehr- und Lernsituation ist maximal in dem Sinne, dass jede beteiligte Person das meiste lernen wird, was sie zu diesem Zeitpunkt von der anderen Person lernen kann. In diesem - und nur in diesem - Sinne können wir von Ebenen des Lehrens sprechen. Hier eine kurze Zusammenfassung der drei Ebenen:
Die einfachste Ebene des Lehrens besteht aus Begegnungen, die anscheinend ganz zufällig sind und ziemlich oberflächlich erscheinen. Doch das sind keine zufälligen Begegnungen. Jede von ihnen hat das Potential, eine Lehr- und Lernsituation zu werden. Vielleicht werden scheinbar Fremde im Fahrstuhl einander gegenseitig anlächeln, oder jemand spricht ein Wort der Dankbarkeit. Selbst auf der Ebene der beiläufigsten Begegnung ist es für zwei Menschen möglich, ihre separaten Interessen aus den Augen zu verlieren, und sei es nur für einen Augenblick. Dieser Augenblick wird genügen. Die Erlösung ist gekommen.
Die zweite Ebene des Lehrens ist eine länger anhaltende Beziehung, in der zwei Personen eine Zeitlang eine ziemlich intensive Lehr- und Lernsituation eingehen und sich dann zu trennen scheinen. Wie auf der ersten Ebene sind diese Begegnungen nicht zufällig, noch ist das, was wie das Ende der Beziehung erscheint, ein wirkliches Ende. Wiederum hat jeder das meiste dessen, was er zu jenem Zeitpunkt lernen kann, gelernt. Doch alle, die einander begegnen, werden einander eines Tages wieder begegnen, denn es ist das Schicksal aller Beziehungen, heilig zu werden.
Die dritte Ebene des Lehrens tritt in Beziehungen auf, die, sind sie einmal eingegangen worden, lebenslänglich währen. Das sind Lehr- und Lernsituationen, in denen jeder Person ein ausgewählter Lernpartner gegeben wird, der ihm unbegrenzte Gelegenheiten zum Lernen bietet. Von diesen Beziehungen gibt es im allgemeinen wenige, weil ihre Existenz voraussetzt, dass die daran Beteiligten gleichzeitig ein Stadium erreicht haben, in dem das Gleichgewicht von Lehren und Lernen tatsächlich vollkommen ist. Das bedeutet nicht, dass sie das notwendigerweise begreifen - in der Tat erkennen sie es im allgemeinen nicht. Sie mögen einander sogar für einige Zeit oder vielleicht ein Leben lang feindlich gesinnt sein. Doch sollten sie sich dafür entscheiden, sie zu lernen, dann liegt die vollkommene Lektion vor ihnen und kann gelernt werden.
Da wir uns als Menschen mehr und mehr mit unserem egoischen Denken identifizieren, wurzeln die meisten Beziehungen nicht in GOTT. So verwandeln sie sich in eine Quelle der Schmerzen und werden von Problemen und Konflikten beherrscht. Wenn Beziehungen, wie es heute der Fall ist, Ego-Denkmuster nähren und verstärken, warum akzeptieren wir diese Tatsache nicht einfach, statt davor zu fliehen? Warum arbeiten wir nicht damit, statt Beziehungen zu meiden oder weiterhin dem Phantom des idealen Partners für uns hinterher zu jagen, der die Lösung all unserer Probleme sein und uns ein Gefühl der Erfüllung vermitteln soll? Sobald die Tatsache anerkannt und akzeptiert wird, stellt sich auch ein gewisses Maß an Freiheit von ihr ein. Wenn uns zum Beispiel bewusst ist, dass eine Disharmonie da ist und in diesem Wissen verweilen, um sie SEINER Berichtigung zu übergeben, kommt ein neuer Faktor ins Spiel, so dass die Disharmonie nicht unverändert fortbestehen kann.
Ein klassischer Irrtum zum Thema Beziehung, der beim Übergang von der besonderen zur heiligen Beziehung oft weitergeführt statt aufgegeben wird, wird im folgenden Beispiel vom Kurslehrer Frank Hamm wunderbar auf den Punkt gebracht:
Was wir gemeinhin als Beziehung bezeichnen, beginnt immer als besondere Beziehung. Und das ist überhaupt kein Problem, wenn es unser Bestreben ist, daraus eine heilige Beziehung werden zu lassen. Wenn unsere Sehnsucht nach der LIEBE lebt und wir dieser Sehnsucht folgen und IHN in unsere Beziehungen einladen, dann wird aus jeder Beziehung eine heilige Beziehung. Unser Verlangen nach SEINER Liebe ist das wahre Gebet. Die heilige Beziehung teilt GOTTES Zweck - die Erlösung -, anstatt darauf abzuzielen, einen Ersatz dafür zu machen. Eine heilige Beziehung ist eine gemeinsame Geistesverfassung, in der beide ihre Irrtümer froh der Berichtigung übergeben, damit beide glücklich als eins geheilt sein mögen. Die heilige Beziehung ist der Ausdruck des heiligen Augenblicks, wenn wir in dieser Welt leben.
Die heilige Beziehung wird erlernt. Sie ist die alte, unheilige Beziehung, die umgewandelt und neu gesehen wird. Die heilige Beziehung ist eine phänomenale Leistung des Lernens und Lehrens. In all ihren Aspekten - ihrem Anfang, ihrer Entwicklung und Vollendung - stellt sie die Umkehrung der unheiligen Beziehung dar. Das einzige schwierige Stadium ist der Anfang. Denn hier wird das Ziel der Beziehung unvermittelt genau ins Gegenteil dessen verschoben, was sie war. Das ist die erste Folge davon, dass die Beziehung dem HEILIGEN GEIST angeboten wurde, damit ER sie für SEINE Zwecke nutze. Das ist der Moment, in dem wir dankbar sind, einen Begleiter oder Partner zu haben, und sagen können: "Auf geht's, ein weiterer Tag dieses wunder-vollen Heilungsprozesses. Lass uns verbindlich dem einzig wahren Zweck folgen, und wir werden bereit sein für alles, was da kommen mag!”
Wenn wir uns stärker für die Heilung unseres Geistes einsetzen und wenn wir eine Beziehung zu einem speziellen Partner haben, spüren wir vielleicht, wie sich unsere Beziehung zu wandeln und zu verändern beginnt, während wir uns auf den Weg des GEISTES ausrichten und öffnen. Die Beziehung verlässt im Grunde ihr früheres Ziel, vielleicht die Befriedigung scheinbar emotionaler und körperlicher Bedürfnisse, zugunsten eines höheren Ziels, des Geistesfriedens. Dies ist eine Erfahrung, bei der Beziehungen weniger persönlich und stattdessen umfassender werden. Mit anderen Worten: Der Übergang von einer besonderen Beziehung zu einer heiligen Beziehung steht in direktem Zusammenhang mit dem Übergang von einem besonderen - abgegrenzten und separaten - Ziel zu einem heiligen Ziel in unserem Geist. Die Entscheidung für Heiligkeit oder heilige Beziehungen kommt von innen und spiegelt sich in jeder Begegnung und Situation in ihrem tief empfundenen Zweck wider. Eine heilige Beziehung einzugehen bedeutet, dass wir in der Stille unseres Geistes einen tieferen Sinn finden. Wir werden glücklich sein, weil wir die Bedeutung des gegenwärtigen Augenblicks und das Wunder, das unsere Essenz ist, erfahren. Dies ist die Geburt und das Sein unseres SELBST.
Bis wir diese höhere Selbstverwirklichung erreichen, sind die Menschen in unserem Leben nur konkretisierte Glaubenssätze, die die ungeheilten Teile unseres Geistes ausleben. Manchmal kann das sehr dysfunktional aussehen, mit viel Verstecken und Gefallsucht. Deshalb brauchen wir unterstützende Freunde und heilige Gefährten. Wenn wir vorankommen, nach einer Menge innerer Arbeit und Klärung, bewegen wir uns auf heilige Beziehungen zu. Von dort aus werden wir mehr und mehr Zeugen für unseren geheilten Geist und die wachsende Liebe in unserem Herzen anziehen. Wir werden “energetische” Verbindungen anziehen.
Stellen wir uns vor, wir arbeiten mit jemandem oder einer Gruppe von Menschen zusammen und haben ihnen unser Herz ausgeschüttet. Stellen wir uns vor, wir bitten um Hilfe oder Rat und sie lenken uns einfach auf den Wunsch unseres Herzens zurück, anstatt uns ihre Meinung darüber zu sagen, was wir tun sollten. Das ist dasselbe wie zu sagen: "Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich vollkommen und bedingungslos. Wie immer du dich auch entscheidest, ich habe dich vor deiner Entscheidung geliebt und ich werde dich auch nach deiner Entscheidung lieben." Es ist wirklich ein schöner Ausdruck von Liebe, wenn man die Kraft und das Vertrauen hat, jemandem zu erlauben, eine Entscheidung zu treffen, und ihn darüber hinaus zu lieben, was auch immer diese Entscheidung ist. Diese Beziehungen sind der Beginn der Auflösung von linearen, besonderen Beziehungen. Sie sind heilend, weil sie einen Zweck haben. Unsere innere Berufung zu einer heiligen Beziehung wird unser ganzes Leben mit diesem Zweck in Einklang bringen.
Den Heiligen Geist in Beziehungen einladen
Eine heilige Beziehung entsteht, wenn wir die Schichten der Dunkelheit unter der Oberfläche unseres Bewusstseins freilegen. Der schnellste Weg, eine besondere Beziehung in eine heilige Beziehung zu verwandeln und zu einem glücklichen Traum aufzuwachen, ist eine Kombination aus Stille und engagierter Beziehung.Stille findet man durch kurze oder längere Zeiten der Kontemplation und des Gebets oder der Meditation, stille Zeiten, in denen man in der Lage ist, tief nach innen zu gehen und sich im Geist auszudehnen und seine Gedanken und Überzeugungen zu betrachten. Kombiniert mit einer engagierten Beziehung, die sich der Vergebung und der Kommunikation widmet, ist dies der schnelle Weg zum Geistesfrieden und zur Erleuchtung. Es ist ein schneller, kraftvoller, unterstützender und manchmal auch intensiver Weg durch die Dunkelheit zum Licht im Inneren. Es ist sehr hilfreich, uns daran zu erinnern, dass es nicht wirklich darauf ankommt, wie Vergebung und Heilung in der Form aussehen; es geht mehr darum, was wir mit der Beziehung bezwecken wollen, welchen Zweck wir der Beziehung geben. Wenn die Beziehung dem Zweck des HEILIGEN GEISTES und nicht dem des Egos dient, kann die Heilung sehr schnell erfolgen. Die heilige Beziehung ist ein Mittel, um Zeit für sich selbst und das ganze Universum einzusparen.
Der Übergang von der Besonderheit zur Heiligkeit führt zu einem allmählichen Abbau des Egos, das sich aus unserer Entscheidung für den Frieden ergibt - der Entscheidung für den gegenwärtigen Moment statt für die Besonderheit. Es geht um Selbst-Ehrlichkeit. Es ist immer sehr hilfreich, sich Zeit zu nehmen, innezuhalten und sich an den Zweck einer Beziehung zu erinnern. Wenn unser Geist bereit ist, werden wir unweigerlich den HEILIGEN GEIST einladen, in die Beziehung zu kommen. Sobald der HEILIGE GEIST eintritt, kann es vorübergehend sehr intensiv werden. Das liegt daran, dass das Einladen des HEILIGEN GEISTES eine Berichtigung verlangt, um die Beziehung auf die wahre Liebe auszurichten. Der Grund, warum die Beziehung intensiver werden kann, ist, dass das Ego das neue Ziel nicht mag. Das Ego hat der Beziehung das alte Ziel der persönlichen Befriedigung, der Abhängigkeit oder des Erhaltens von etwas vom anderen gegeben, das es benutzen will, um sich selbst zu erhalten. Wenn wir den HEILIGEN GEIST einladen, trennen wir uns von allem, was nicht wahre Liebe ist, und wenn die Beziehung tief verwurzelte Gewohnheiten hat, die nicht mit dem Ziel des HEILIGEN GEISTES übereinstimmen, dann wird das gesamte Fundament der Beziehung ins Wanken geraten und wackeln. Dies ist eine wichtige Phase für die Entwicklung von Vertrauen. Wir müssen dem HEILIGEN GEIST erlauben, die Arbeit zu tun, auch wenn wir vielleicht versucht sind, aufzugeben. In dieser Zeit ist es hilfreich, mit unseren Gefühlen in Kontakt zu kommen und bereit zu sein, über sie zu sprechen. Wenn wir vom Angriff zur Liebe übergehen, wird die Liebe erweitert und kommt zu uns zurück. Es braucht nur die Bereitschaft zu üben. Lassen wir uns nicht vom Ego davon abbringen.
Alle Beziehungen, auch die, in die Hass eingedrungen ist, können und werden sich in heilige Beziehungen verwandeln, wenn wir sie dem HEILIGEN GEIST übergeben. Nur in dieser Hingabe teilen wir dasselbe Ziel und haben wirklich eine Beziehung. Von diesem Punkt an wird unsere Ausrichtung auf den HEILIGEN GEIST einen Raum für offene Kommunikation und einen nicht wertenden, sicheren Ort schaffen, an dem wir aufhören, Gefühle zu verstecken und zu schützen. Wir werden eine ehrliche Kommunikation haben; eine tiefere Art zu kommunizieren, die immer beständiger werden wird.
Die Wahrheit Christi im Anderen sehen
Wiederkehrende Schwierigkeiten, vielleicht Klagen oder Hintergedanken, oder ein Gefühl der Angst oder Enge in der Nähe einer Person entstehen, weil wir die Wahrheit über sie vergessen haben, und wir haben auch die Wahrheit über uns selbst vergessen. Wenn wir mit einem Bruder oder einer Schwester sprechen, denken wir daran, dass das, was wir sagen, das ist, was wir selbst am dringendsten hören müssen. Sind wir sanft, wenn wir mit unserem Bruder oder unserer Schwester sprechen, weil wir die Wahrheit in ihnen sehen? Es geht nicht so sehr um die Worte, sondern um die Liebe und Sanftmut des Geistes. Das ist es, was wir jedem Bruder, dem wir begegnen, und jeder Schwester, an die wir denken, anbieten können.“CHRISTUS ist GOTTES SOHN, wie ER IHN schuf. ER ist das SELBST, welches wir miteinander teilen und das uns miteinander eint und auch mit GOTT. ER ist der GEDANKE, DER nach wie vor im GEIST wohnt, der SEINE QUELLE ist. ER hat SEIN heiliges Zuhause nicht verlassen, noch hat ER die Unschuld verloren, in welcher ER erschaffen wurde. ER weilt unverändert und für immer im GEIST GOTTES.”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, TEIL II, 6.)
Wir können die heilige Beziehung auch als eine Beziehung zwischen uns und dem HEILIGEN GEIST sehen. Der Sinn der authentischen Spiritualität, der heiligen Beziehung, ist es, das Jetzt und das Ewige zu entdecken und die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, die das Tor zur Ewigkeit ist. Daher hat die heilige Beziehung keine bestimmte Form, und so werden wir nicht an einem Punkt in der Zeit ankommen, an dem wir uns in der Welt umsehen und sagen: "Donnerwetter, ich habe endlich meine heilige Beziehung erreicht, und sie sieht so aus, wie ich es erwartet habe." Stattdessen ist es ein herrlicher Zustand des Geistes, ein Zustand der Nichtbeurteilung. Stellen wir uns vor, wie ruhig unser Geist wäre, wenn wir uns in einem Zustand völliger Ruhe befänden, in dem wir unseren Partner und alle anderen von einem Ort der völligen Urteilslosigkeit aus wahrnehmen, in dem wir keine einzige Meinung über sie haben. Diese Ausrichtung und dieses Verständnis innerhalb der Beziehung führt zu einer kraftvollen Verbindung und zu einer Erfahrung der Heiligkeit.
Ein Mechanismus für Wunder
In einer heiligen Beziehung zu sein bedeutet, ganz präsent zu sein, ohne dass Gedanken an die Vergangenheit in den Vordergrund treten. Dieser Geisteszustand ist frei fließend und offen, frei von Erwartungen und Grenzen und frei von dem egoischen Motiv, etwas zu bekommen. Daher ist er frei von dem Glauben an Gegenseitigkeit oder Wechselbezüglichkeit (soziologisch: Reziprozität), wie beispielsweise der egoischen Idee vom “Energieausgleich”. In einer heiligen Beziehung gibt es ein Gefühl des Respekts, ein Gefühl des Vertrauens. Man muss keine besondere Rolle haben oder in einem buddhistischen Kloster sein, um eine heilige Beziehung zu ermöglichen. Es ist eine Anhebung des Sinns im Geist, und das kann überall und mit jedem geschehen. Sie kann bei einer kurzen Begegnung im Supermarkt oder in einer längeren Beziehung mit der Familie oder einem Freund erlebt werden.Das Wesen einer heiligen Beziehung ist die Erfahrung einer Verbindung, die eine vollständige und offene Kommunikation beinhaltet, in der nichts verborgen bleibt. Offene Kommunikation macht Beziehungen zu einem wunderbaren Mechanismus, der uns inspiriert, segnet und uns hilft, uns an die Wahrheit zu erinnern, wer wir wirklich sind. Dies ist die herrlichste Erfahrung. Das Ego hat Körper und zwischenmenschliche Beziehungen als Ersatz für eine vollständige, offene Kommunikation geschaffen. Infolgedessen haben wir angstbasierte egoische Beziehungen, die auf Mangel und Knappheit basieren und nicht zur Wahrheit führen. Wenn wir also zur offenen Kommunikation zurückkehren, ist das wie eine Kommunion, wie ein telepathisches Bewusstsein der Liebe, wie ein glücklicher Tanz. Und so ist die heilige Beziehung ein Symbol, das nur dazu dient, die Göttlichkeit der Liebe Gottes widerzuspiegeln.
Wenn wir Situationen und Beziehungen in unserem Leben dem HEILIGEN GEIST überlassen und IHM erlauben, sie für einen heiligen Zweck zu gebrauchen, stellt sich ein herrliches Gefühl der Erfüllung ein. Das Beste, was wir in unseren intimen Beziehungen und täglichen Begegnungen tun können, ist, innezuhalten und dann die Fragen zu stellen: "Wozu ist das gut? Wie kann diese Beziehung oder Begegnung meinen Geist erheben?" Wir können beten: "Bin ich bereit, diese Beziehung oder Begegnung jetzt DIR zu überlassen, GOTT? Bitte zeige mir, wie ich das tun kann." Nutzen wir dieses Gebet, um mit unseren wahren Gefühlen in Kontakt zu kommen und zu lernen, unserem Gegenüber gegenüber transparent zu sein. Und lernen wir zuzuhören! Dann wird jede einzelne Beziehung zu einer Gelegenheit, sich zu erweitern und eine Möglichkeit, unsere Funktion zu erfüllen. Das wird die Beziehung extrem erfüllend und sehr zielgerichtet machen, und das ist wunderbar!
Ausdehnung von innen heraus
Wahres Geben und wahres Dienen geschieht mit dem HEILIGEN GEIST; es ist eine Erfahrung, und kein Geschehen auf der Ebene der Form. Es ist ein Geisteszustand, in dem wir erfahren, was wir wirklich geben. Es ist so anders als das Konzept des Gebens in der Welt, wo das Geschenk etwas in Form ist, das man als Folge des Gebens verlieren würde. Wenn wir es weggeben, ist es weg, es ist verbraucht, wir können uns davon verabschieden und werden es nie wieder sehen. Und wenn wir weiter auf diese Weise geben, werden die anderen mehr haben und wir weniger. Wir sehen, dass aus egoischer Sicht das Geben sehr seltsam und unbefriedigend ist.Wahres Geben
Es gibt eine kraftvolle Lehre in Ein Kurs in Wundern:
“Damit du hast, gib allen alles.”
(EKIW: Kapitel 6, V. A.)
(EKIW: Kapitel 6, V. A.)
Diese Lehre widerspricht dem gesamten Glaubenssystem des Egos. Was ist also wahres Geben, wahre Ausdehnung? Der HEILIGE GEIST sagt: Gib mir einfach deinen Geist, und ich werde mich um alles andere kümmern. Wenn wir besorgt, traurig oder müde sind, geben wir nicht wirklich. Aber wenn wir inspiriert und mit unserer GÖTTLICHEN QUELLE verbunden sind, geben wir wahre Inspiration; wir teilen Freude, Frieden und Liebe. Es gibt keine Müdigkeit oder Verlust, nur Ausdehnung. Denn indem wir GOTTES Gaben der Freude und der Liebe teilen, behalten wir sie. Das kann man nur durch Erfahrung verstehen. "Alles, was ich gebe, gebe ich mir selbst." Diese Lehre des HEILIGEN GEISTES ist für das Ego ein sehr seltsamer Gedanke. Aber für uns ist sie die perfekte Antwort. "Alles, was ich gebe, gebe ich mir selbst" ist ein göttliches Prinzip. Es ist die Erfahrung, eine Beziehung zu GOTT zu haben.
Franz Schubert - Deutsche Messe, D.872:Schlussgesang
Der Schlussgesang von Franz Schuberts Deutscher Messe hat mich als Kind sehr berührt und tut es auch heute noch. Er spricht von jener Ausdehnung von innen heraus, die in der ersten Lektion des HEILIGEN GEISTES so klar zum Ausdruck kommt. Wenn J. P. Neumann von “mich und die Meinen“ spricht, dürfen wir nicht vergessen, dass alle “die Unseren” sind. Die Deutsche Messe wurde von Johann Philipp Neumann, Professor an der TU Wien, in Auftrag gegeben und von ihm selbst textlich gestaltet.
Der Schlussgesang von Franz Schuberts Deutscher Messe hat mich als Kind sehr berührt und tut es auch heute noch. Er spricht von jener Ausdehnung von innen heraus, die in der ersten Lektion des HEILIGEN GEISTES so klar zum Ausdruck kommt. Wenn J. P. Neumann von “mich und die Meinen“ spricht, dürfen wir nicht vergessen, dass alle “die Unseren” sind. Die Deutsche Messe wurde von Johann Philipp Neumann, Professor an der TU Wien, in Auftrag gegeben und von ihm selbst textlich gestaltet.
"Herr, Du hast mein Fleh'n vernommen, selig pocht's in meiner Brust;
in die Welt hinaus in's Leben folgt mir nun des Himmelslust.
dort auch bist ja Du mir nahe, überall und jederzeit,
allerorten ist Dein Tempel, wo das Herz sich fromm Dir weiht.
Segne, Herr, mich und die Meinen, segne unsern Lebensgang!
Alles, unser Tun und Wirken, sei ein frommer Lobgesang,
sei ein frommer Lobgesang."
in die Welt hinaus in's Leben folgt mir nun des Himmelslust.
dort auch bist ja Du mir nahe, überall und jederzeit,
allerorten ist Dein Tempel, wo das Herz sich fromm Dir weiht.
Segne, Herr, mich und die Meinen, segne unsern Lebensgang!
Alles, unser Tun und Wirken, sei ein frommer Lobgesang,
sei ein frommer Lobgesang."
“Hingabe an einen Bruder kann auch dich nicht zurückwerfen. Sie kann nur zu gegenseitigem Fortschritt führen. Die Folge aufrichtiger Hingabe ist Inspiration, ein Wort, welches das Gegenteil von Erschöpfung ist, wenn man es richtig versteht. Erschöpft sein heißt uninspiriert sein, inspiriert sein aber heißt im reinen Geist sein. Egozentrisch sein ist uninspiriert sein, aber im richtigen Sinne SELBSTzentriert sein heißt inspiriert oder im reinen Geist sein. Die wahrhaft Inspirierten sind erleuchtet und können nicht in der Dunkelheit weilen.”
(EKIW: Kapitel 4, Einleitung, 1. 3.-8.)
Etwas in der Gegenwart zurückzuhalten, ist nicht der Weg des HEILIGEN GEISTES. Für die Zukunft zu planen ist nicht der Weg des HEILIGEN GEISTES. Wir alle haben auf die eine oder andere Weise mit Zurückhaltung zu tun. "Setze nicht alles auf eine Karte." "Spare immer für schlechte Zeiten." Wir haben gelernt, dass es klug ist, sich zurückzuhalten, sogar in Beziehungen. “Halte dich zurück." "Mach dich interessant." "Warte, bis der andere den nächsten Schritt macht.” Wer hat uns das beigebracht? Wenn GOTT seine Liebe bedingungslos gibt, warum sollten wir sie dann nicht auch geben wollen?
Wir assoziieren Geben mit Verlust und Opfer. Aber aus der Perspektive des Wunders ist Geben etwas völlig anderes; Geben in Form ist irrelevant. Es geht darum, dass wir nicht wirklich wissen, was das Beste für uns ist, und dass wir uns daher dafür öffnen, uns in Bezug auf die Form leiten zu lassen. Wenn wir Wunder verschenken, haben sowohl der Geber als auch der Empfänger mehr davon! Das kennen wir von der Liebe: Wenn wir jemandem Liebe schenken, spüren wir mehr Liebe in unserem Herzen. Das ist die Art und Weise, wie wir von GOTT geschaffen wurden: Liebe zu geben, so wie er es tut. Sobald das Ego versucht, einen Preis dafür festzulegen, ist es keine Liebe mehr. Es ist nur ein weiterer Austausch.
Vertrauen zu entwickeln bedeutet zu lernen, so zu geben, wie GOTT gibt. Wenn wir Liebe geben, werden wir erfahren, dass uns alles zurückgegeben wird, und wir werden ganz natürlich im Vertrauen wachsen. Letztendlich werden wir durch das Vertrauen und das Zulassen der Unterstützung, die uns der HEILIGE GEIST von Moment zu Moment gibt, die Erfahrung machen, dass Geben und Empfangen dasselbe sind. Wahres Empfangen ist wahres Geben. Diese Erkenntnis ist nichts weniger als das Erwachen selbst. Wenn wir von Augenblick zu Augenblick den GEIST empfangen, geben wir auch den GEIST. Das ist die Natur des GEISTES. Er ist nicht persönlich, und er dehnt sich immer aus. Die Erfahrung von Vertrauen, Freude, Zufriedenheit und Frieden ist ein Zeichen dafür, dass wir in Kontakt mit dem HEILIGEN GEIST sind, und in Kontakt mit dem GEIST zu sein, ist wahres Geben. Empfangen und Geben werden eins.
Wenn unsere Träume glücklich werden, wissen wir, dass wir gerade an dem Punkt sind, an dem wir unsere letzte Lektion erhalten. Diese letzte Einsicht besteht darin zu lernen, dass das, was wir haben, das ist, was wir sind. Das bedeutet, dass "Haben" eine Erfahrung unseres göttlichen SELBST ist - sicher, frei und zu Hause. Erinnern wir uns daran, dass es im Einssein keinen Unterschied zwischen Haben und Sein gibt wie im Traum. Im Zustand des Seins gibt der GEIST immer alles. Haben ist nicht mehr mit dem Besitz von Dingen oder mit Selbstherrlichkeit verbunden. Ohne Anhaftungen werden wir frei. Deshalb lehrte Buddha, den Geist von allem zu leeren, was wir denken, dass wir denken, und von allem, was wir denken, dass wir sind. Er sagte, lass die falschen Identifikationen los, die sich auf diese Welt beziehen, und komm in einen stillen, ruhigen Geist, der jenseits dieser Welt ist. Das ist es auch, was Jesus lehrte. Während Buddha es vielleicht die Leere genannt hätte, hätte Jesus gesagt: "Ja, geht in die Leere und kommt durch die Leere in das Himmelreich, in die volle Freude, in das volle Glück, in die Fülle des HEILIGEN GEISTES." Das ist es, worum es auf dieser Reise geht!
Wie man wirklich hilfreich sein kann
Wir alle wollen Gutes tun. Und wir alle tun das, von dem wir glauben, dass es uns glücklich macht. Kahlil Gibran schrieb ein wunderschönes kleines Buch mit dem Titel Der Prophet. Er sagte, wenn man arbeitet, sollte man mit Freude und Liebe arbeiten. Wahrer Dienst kann eine Gelegenheit sein, die Persönlichkeit loszulassen. Überall auf der Welt gibt es viele Freiwillige im Dienst am Nächsten. Millionen von Menschen engagieren sich, aber viele von ihnen leiden unter Burnout. Sie brennen in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit aus. Wie kann das passieren? Das Ego muss daran beteiligt sein. Das Ego wird versuchen, den Dienst für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen: "Rettet die Hungernden, rettet die Armen, rettet Mutter Erde, rettet die Delphine, rettet die Wale, um Himmels willen, rettet den Thunfisch! Rettet die Umwelt. Rettet euer Land." Man wird schnell sehr wütend über die Hindernisse, die sich in den Weg stellen, und schließlich wütend auf sich selbst, weil man nicht in der Lage ist, die Probleme zu lösen. Das wird nicht funktionieren. Das Ego hat sich das Konzept des Dienens unter den Nagel gerissen. Wenn Dienen nicht zu Freude führt, folgt man dem Betrüger, dem Ego.Das Ego lehrt uns immer zuerst, auf uns selbst zu achten, auf unser persönliches Selbst. Aber wenn wir uns dem wahren Dienst widmen, kehren wir diesen Ratschlag um. Wir halten dann immer Ausschau nach dem EINEM - der EINEN QUELLE. Wenn wir uns dieser Hingabe widmen, wird der HEILIGE GEIST uns jeden Schritt geben, um auf die beste Weise zu dienen und die Blockaden des Bewusstseins der Liebe in unserem Geist zu heilen und zu lösen.
Alles, was wir in der Vergebung tun, dient dazu, die Blockaden der Liebe zu beseitigen, damit wir GOTT und unseren Nächsten wie uns selbst lieben können. Im wahrsten Sinne des Wortes als unser Selbst, nicht so, als ob wir jemand anderen lieben würden - wir strahlen einfach diese SELBST-Liebe aus. Je mehr wir in der Lage sind, Illusionen zu vergeben, desto mehr Liebe kann durch unser Bewusstsein strömen und desto mehr wird uns bewusst, wie mächtig diese Liebe ist. Wir können keine Kanäle für CHRISTUS sein, keine Kanäle für den HEILIGEN GEIST, wenn wir ängstlich sind. Das bedeutet, dass wir von Augenblick zu Augenblick unsere Urteile, Zweifel und Ängste zurückstellen müssen. Das Licht wird warten, bis wir klar und ruhig sind.
Ein Kurs in Wundern bietet dieses Gebet an: “Ich bin nur hier, um wahrhaft hilfreich zu sein. Ich bin hier, um IHN zu vertreten, DER mich gesandt hat. Ich brauche mich nicht zu sorgen, was ich sagen oder tun soll, denn ER, DER mich gesandt hat, wird mich führen. Ich bin zufrieden, dort zu sein, wo immer ER es wünscht, in der Erkenntnis, dass ER mit mir dorthin geht. Ich werde geheilt, indem ich mich von IHM lehren lasse, wie man heilt.”
Das ist ein so schönes Gebet. Ich benutze dieses Gebet fast immer, wenn ich ein Telefonat beginne, vor einem Treffen, oder wenn ich durch eine Tür gehe und eine neue Situation betrete. Ob ich zum Lebensmittelgeschäft, ins Kaffeehaus, zur Kurs in Wundern Gruppe, zu meiner Mutter, um ganz alltägliches zu tun oder wohin auch immer gehe, ich halte einfach inne und lasse den HEILIGEN GEIST mir dieses Gebet schweigend geben, weil es meinen Geist darauf ausrichtet, wozu ich wirklich durch die Tür gehe. Ich richtete meinen Geist darauf aus, wirklich hilfreich zu sein und nicht nur Aufgaben zu erfüllen. So wird jeder Lebensmitteleinkauf, jedes Anstehen an der Kasse, jede Interaktion mit dem Kassier zu einer spirituellen Übung, zu einem Dienst am Nächsten.
Wenn wir dieses Gebet sprechen, werden wir geduldig und liebevoll. Wir werden hilfsbereit und wir sind da, um unsere Geisteshaltung zu erweitern. Wir sind nicht wirklich da, um beispielsweise Lebensmittel zu kaufen; das ist zweitrangig. Dann fangen wir an, diese wahre Hilfsbereitschaft auf alles anzuwenden, sogar auf die Arbeit und auf unsere Beziehungen. Wir fangen an zu sagen: "Es ist die Heilung in meinem Geist; das ist es, wofür mein Körper benutzt werden soll." Wenn wir unseren Geist in die richtige Richtung lenken, wird das Leben wirklich sanft, anmutig und fließend. Wir leben unser Leben mit Präsenz, mit Gnade, mit Liebe und mit Freundlichkeit, die aus unserem Herzen kommt.
Alles kommt von der Hingabe; wir brauchen es nicht selbst herauszufinden!
Im Prozess des Erwachens wird jedem eine Rolle zugewiesen. Aber sie wird von innen heraus gegeben. Wir müssen unsere besondere Funktion in der Erlösung nicht einmal selbst herausfinden. Wir können vertrauen und uns entspannen. Wir können sofort damit anfangen; wir können einfach ein paar tiefe Atemzüge nehmen und sagen: "Ich muss mein Leben nicht in Ordnung bringen." Und noch ein tiefer Atemzug: "Ich muss mein Leben nicht in Ordnung bringen." Noch ein tiefer Atemzug: "Ich muss meinen Körper nicht in Ordnung bringen." Noch ein tiefer Atemzug: "Ich muss nicht einmal herausfinden, wie ich diesen Körper aufrechterhalten kann, denn wenn ich das Ego loslasse, wird alles gegeben, alles, was der Körper brauchen oder gebrauchen könnte, wird frei gegeben." Atmen. Eine sehr schwierige Frage, über die wir auf der Erde nachdenken, ist: Was werde ich für meinen Lebensunterhalt tun? Unser Leben kann uns von Augenblick zu Augenblick gegeben werden. Alles, was wir tun müssen, ist, unser Leben der Gegenwart des HEILIGEN GEISTES zu überlassen, und wenn es ein Wort zu sagen oder ein Lächeln zu schenken gibt, wird es geschehen. Was immer wir brauchen, wird uns gegeben werden!Lassen wir unser Leben ein Leben der Hingabe sein, mit Integrität, so dass wir - auf freundliche Weise - sagen können: "Komm mit, komm und sieh, komm näher." Es geht um Transparenz. Die Art und Weise, wie wir unser Leben leben, kann extrem transparent sein, denn wenn unser Geist nur das enthält, was wir mit Gott denken, haben wir nichts zu verbergen oder zu schützen. Wir können es uns leisten, ein wirklich offenes Buch zu sein, wenn wir ein hingebungsvolles Leben führen. Wir können den Menschen sagen: Komm, komm näher, komm so nah, wie du willst.
Wenn unser Geist nur das birgt, was wir mit GOTT denken, wird jeder uns die Botschaft SEINER LIEBE bringen und IHM Botschaften der unseren zurückbringen. Und Kommunion wird unser sein mit GOTT, wie ER SELBST es haben wollte.
Erweitern wir die Freude ungeachtet der Unterschiede
Ich liebe es, durch die Welt zu reisen und viele verschiedene Menschen zu treffen. Wenn in meinem Geist Frieden herrscht, haben wir einfach eine wunderbare Zeit miteinander. Wir müssen uns nicht einmal mit der Frage des Glaubens oder Unglaubens auseinandersetzen. Wir teilen einfach die Freude und die Liebe. Und der HEILIGE GEIST benutzt die Worte, die nötig sind - wenn ich mit einem Wissenschaftler spreche, gehe ich direkt zur Quantenphysik über, und Freude kommt auf. Und wenn ich mit jemandem zusammen bin, der sich als Christ identifiziert, ist die Bibel unser verbindendes Element. Wenn ich mit Buddhisten zusammen bin, kommt es auf buddhistische Art und Weise heraus. Wir sind dazu da, uns mit allen zu verbinden und uns mit ihnen zu freuen, und nicht, um uns über illusorische Überzeugungen zu streiten. Wen kümmert es letztendlich, ob jemand an Gott glaubt oder nicht? Ich erfreue mich einfach an der Liebe, egal was jemand glaubt. In diesem Sinne ist Dienen dasselbe wie Nicht-Urteilen und wahre völlige Aufgeschlossenheit. So können wir wirklich hilfreich sein und uns mit jedem verbinden und uns ohne Barrieren verbunden fühlen.Jeder hat seine eigenen Wahrnehmungen, sie beziehen sich auf ihre eigene Weise auf die QUELLE, und sie haben tiefe Erfahrungen, aber die Semantik ist völlig unterschiedlich. Der HEILIGE GEIST schert sich nicht um die Semantik oder die scheinbaren Glaubenssätze. Und deshalb trainieren wir unseren Geist: damit wir voll und ganz präsent sein können, ganz und gar, mit wem auch immer wir zusammen sind. Denn es ist wirklich unser Selbst, und alles, was wir wirklich wollen, ist Liebe und Verbindung. Und der HEILIGE GEIST kennt den Weg. Der HEILIGE GEIST wird uns inspirieren und uns zeigen. Es könnte durch Musik sein; es könnte durch alles sein.
Wenn wir erkennen, dass der Körper ein Kommunikationsmittel ist, dann sehen wir, dass wir dazu bestimmt sind, durch ihn zu lächeln, zu lachen, ihn zu umarmen und durch ihn freundliche und sanfte Worte zu sprechen. Wir sollten die Weisheit des ganzen Universums durch den Körper fließen lassen. Auf diese Weise werden wir genau das lehren, was wir lernen. Genauso wie man Fahrradfahren lernt, braucht man Übung. Niemand springt einfach auf das Fahrrad und fährt beim ersten Mal los. Man muss üben, manchmal auch mit Stützrädern. Man muss sanft mit sich selbst umgehen, wenn man beginnt, das zu lehren, was man lernen möchte. Wenn wir Liebe in uns tragen und sie aus irgendeinem Grund zurückgehalten haben, haben wir vielleicht Angst und fragen uns: "Was wird es bedeuten, wenn ich liebevoll bin? Was wird die Welt sagen? Was werden die Leute von mir erwarten, wenn ich liebevoll bin? Vielleicht machen sie sich ein falsches Bild von mir." Aber wenn wir es in uns aufgestaut haben, müssen wir es herauslassen, denn diese Ausdehnung der Liebe ist unser Ziel. Unser Glück hängt davon ab, dass wir Liebe ausstrahlen. Wir wollen von dem inspiriert werden, was in uns ist. Wir wollen, dass es herauskommt und sich durch uns ausbreitet.
Dann beginnt sich unsere Wahrnehmung zu erweitern, und wir beginnen zu erfahren, dass wir mehr sind als der Körper. Wir erkennen, dass der Körper nicht das ist, was wir sind, dass er nur ein Instrument ist, das für unser Erwachen benutzt wird. Und dann, wenn wir noch tiefer gehen, werden wir anfangen, Gemeinschaftserlebnisse und mystische Erfahrungen zu haben, die tatsächlich beginnen, den Körper völlig zu transzendieren. Wir werden vielleicht anfangen, luzide Traumerfahrungen zu machen, bei denen wir während unserer nächtlichen Träume so klar und bewusst sind, dass wir träumen, dass wir, selbst wenn ein Monster, ein Drache oder ein Tsunami auftaucht, einfach nur lächeln und lachen, weil wir wissen, dass es ein Traum ist. Wir sind dankbar, weil wir wissen, dass wir träumen und nicht dem ausgeliefert sind, was auch immer gerade zu passieren scheint. Und dann überträgt sich das auch auf unser tägliches Leben, wo wir dieses Gefühl des Seins haben, das Gefühl, dass wir das Leben beobachten oder dem Leben zuschauen.
Heilung
Da alles Bewusstsein ist, findet alles, was wir sehen und erleben, in Wirklichkeit nur im Geist statt. Es kann zunächst überraschend, ja schockierend sein, aber was wir als physische Symptome im Körper bezeichnen, sind in Wirklichkeit Gedanken im Geist. Mit anderen Worten: Wie die ganze Welt ist auch unser Körper nur eine Projektion. Dies bringt uns zu der logischen Schlussfolgerung, dass alles, was mit Krankheit zu tun hat - Symptome, verschiedene Krankheiten, Schmerzen und Leiden - nichts anderes als eine Projektion des Geistes ist.Wir erhalten immer mehr Hinweise und Anhaltspunkte, dass die Dinge nicht das sind, was sie zu sein scheinen, auch im Bereich der Medizin. Es gibt zahlreiche Forschungsstudien über die Macht des Geistes über die Materie und die Macht des Vertrauens, des Gebets und des Glaubens. Ärzte verschreiben Placebos und erzielen damit Ergebnisse. All dies befreit uns immer mehr von der Vorstellung, dass irgendetwas in der Form eine ursächliche Wirkung auf den Körper hat. Es verweist uns zurück auf die Macht des Geistes.
Das medizinische Krankheitsbild der dissoziativen Identitätsstörung ist dadurch gekennzeichnet, dass verschiedene Persönlichkeitszustände (dissoziative Identitäten) abwechselnd die Kontrolle über das Denken, Fühlen und Handeln eines Menschen übernehmen. Diese Identitäten verfügen über eigene Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen, Fähigkeiten, Wahrnehmungs- und Denkmuster. Zusätzlich treten Erinnerungslücken zu Ereignissen oder persönlichen Informationen auf, die nicht mehr durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärbar sind. Markante Unterschiede zwischen den einzelnen Identitäten sind dabei nicht ungewöhnlich; auch das empfundene Alter oder Geschlecht, und die Handschriften können sich unterscheiden. Bemerkenswert ist, dass diese Menschen in den verschiedenen Persönlichkeitszuständen auch unterschiedliche körperliche Symptome zeigen, beispielsweise niedrigen Blutdruck in einem Persönlichkeitszustand und hohen Blutdruck in einem anderen. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass allein der Geist ursächlich und der Körper nur die Wirkung ist.
Die Welt unterscheidet fälschlicherweise zwischen verschiedenen Krankheiten, aber das, was die Welt als psychosomatische Krankheiten bezeichnet, sind nur Krankheiten, bei denen der Mechanismus von Ursache und Wirkung offensichtlich ist, während dies bei den sogenannten organischen Krankheiten nicht der Fall ist. In Wirklichkeit gibt es nicht den geringsten Unterschied, alles ist eine Projektion des Geistes.
Wenn von einem Zusammenhang zwischen Krankheitssymptomen und dem Geist die Rede ist, kommt es häufig zu Missverständnissen. Die körperlich Kranken fühlen sich schuldig, und die körperlich Gesunden fallen leicht auf die Schmeicheleien des Egos herein, das ihnen dies als spirituellen Fortschritt zu verkaufen versucht. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Krankheitssymptomen und Angriffsgedanken, aber keinen direkten Zusammenhang in umgekehrter Richtung. Es ist offensichtlich, dass unser Geist voller Angriffsgedanken sein kann und wir dennoch einen medizinisch gesunden Körper haben können. Häufig nennen wir diese Zeit unsere “besten Jahre”, auch wenn das eine Lüge ist.
Ein weiterer Irrtum über die Beziehung zwischen Symptomen und Geist, den das Ego eifrig fördert, liegt all jenen Büchern zugrunde, die versuchen, ganz bestimmte Symptome mit ganz bestimmten Themen in Verbindung zu bringen. Das ist typisch für die Sichtweise des Egos, denn das Ego glaubt an die Lösung von Problemen durch Fragmentierung und nimmt die Situation nicht als Ganzes wahr. Deshalb sucht es Segmente von der Situation abzuspalten und sich gesondert mit ihnen zu befassen, denn es setzt seinen Glauben in die Getrenntheit und nicht in die Ganzheit. Es besteht die Tendenz, etwas zu fragmentieren und sich dann nur um die Wahrheit eines kleinen Teils des Ganzen zu kümmern. Das ist nur eine Weise, das Ganze zu vermeiden oder von ihm wegzuschauen zu dem hin, wovon der mit dem Ego identifizierte Geist denkt, er könnte es besser verstehen. Das ist nur eine weitere Weise, wie wir nach wie vor versuchen, wahres Verstehen zu vermeiden.
Jeder gespaltene Geist benötigt Berichtigung. Die Medizin versucht jedoch, allein den Körper zu berichtigen, denn das Ego neigt dazu, kranke Körper zu fürchten, weil es sie nicht ertragen kann. Auch Ego-Schwäche kann das Ego nicht ohne Ambivalenz ertragen, weil es sowohl vor seiner eigenen Schwäche als auch vor der Schwäche seiner Wahlheimat - dem Körper - Angst hat. Auf diejenigen mit kranken Körpern schaut das Ego aufgrund seiner Überzeugung herab, dass nur ein vollkommener Körper es wert ist, sein eigener Tempel zu sein. Ein Geist, der vor kranken Körpern zurückschreckt, hat selbst großen Bedarf an Berichtigung.
Wenn wir von körperlicher Krankheit betroffen sind, ist es wichtig zu verstehen, dass wir nicht für unsere Irrtümer verantwortlich sind. Wenn die einzige Verantwortung des Wunderwirkenden die ist, die SÜHNE für sich selbst anzunehmen - und es so ist -, dann kann die Verantwortung für das, was die SÜHNE sühnt, nicht unsere sein. Wir haben nicht gegen die Gesetze GOTTES verstoßen, sondern wir haben uns lediglich mit dem Gedankensystem des Egos identifiziert. Wir sind jedoch meist so sehr mit unseren privaten Gedanken identifiziert, dass wir uns schuldig fühlen für die Angriffsgedanken in unserem schlafenden Geist. Aber wir sind nicht für für unsere Irrtümer verantwortlich, daher ist Krankheit keine Strafe. Auch wurden all unsere Irrtümer bereits von IHM berichtigt. Unsere einzige Verantwortung besteht darin, SEINE Berichtigung zu akzeptieren. Wir haben uns nicht selbst erschaffen, sondern GOTT hat uns erschaffen. Und GOTT hat nur Vollkommenheit erschaffen. Eine Krankheit ist ein Weckruf, ein Zeichen, dass es jetzt an der Zeit ist, die Angriffsgedanken und Irrtümern ehrlich zu betrachten, sie aus der Dunkelheit ans Licht zu holen und SEINE Berichtigung zu akzeptieren, um uns so wieder an unsere vollkommene Unschuld als GESCHÖPF GOTTES zu erinnern.
Heilung bedeutet zu erkennen, wer wir wirklich sind. Es gibt viele wunderbare Beschreibungen von Nahtoderfahrungen, bei denen die Nahtoderfahrung zur vollständigen Heilung einer schweren Krankheit geführt hat. Eine Nahtoderfahrung ist eine Erinnerung an die eigene Wirklichkeit und dieser Moment des Wiedererkennens - dieses Eintauchen in die LIEBE GOTTES - löst die Krankheit im Körper vollständig auf.
“Jede Heilung ist im Wesentlichen die Befreiung von Angst.”
(EKIW: Kapitel 2, IV. 1. 7.)
(EKIW: Kapitel 2, IV. 1. 7.)
“Heilung ist ein Gedanke, durch den zwei Geister ihr Einssein wahrnehmen und froh werden. Diese Freude ruft jeden Teil der SOHNSCHAFT auf, mit ihnen zu frohlocken, und lässt GOTT in sie eingehen und sie durchdringen. Nur der geheilte Geist kann die Offenbarung mit dauerhafter Wirkung erfahren, weil Offenbarung eine Erfahrung reiner Freude ist.”
(EKIW: Kapitel 5, I. 1. 1.-3.)
“Den Frieden anzunehmen heißt die Illusion leugnen, und Krankheit ist eine Illusion. Doch jeder GOTTESSOHN hat die Macht, Illusionen überall im HIMMELREICH zu leugnen, einfach dadurch, dass er sie in sich selber voll und ganz leugnet.”
(EKIW: Kapitel 10, III. 7. 2.&3.)
Das Wichtigste beim Thema Krankheit und Heilung ist zu verstehen: Es ist der Geist, der krank ist, wenn er glaubt, dass der Körper krank sein könnte. Ob ein Mensch einen Splitter im Fuß hat, an den Folgen eines Unfalls leidet, Krebs oder Aids hat, ist nicht von Belang, denn es gibt keine Hierarchie der Illusionen und Krankheit hat nichts mit dem Körper zu tun. Der Glaube, ein Körper zu sein, ist die Geisteskrankheit, unter der wir alle leiden, ganz gleich, ob unser Körper normal und gesund ist und perfekt funktioniert oder kurz vor dem Zusammenbrechen ist. Und doch ist es oft gerade so, dass die Erfahrung von Krankheit im Körper uns ein starker Aufruf und Ansporn sein kann, nach innen zu gehen und mit Hilfe des HEILIGEN GEISTES die Dinge anders zu sehen.
“Das Wunder ist nutzlos, wenn du nur lernst, dass der Körper geheilt werden kann, denn das ist nicht die Lektion, die zu lehren es gesandt ward. Die Lektion ist: Der Geist war krank, der dachte, dass der Körper krank sein könne; seine Schuld hinauszuprojizieren hat nichts verursacht und hatte keine Wirkungen.”
(EKIW: Kapitel 28, II. 11. 6.-7.)
(EKIW: Kapitel 28, II. 11. 6.-7.)
Es geht bei Heilung nie um die Heilung des Körpers. Es geht nicht um einen armseligen Tausch eines Traums von Krankheit gegen einen „schöneren“ Traum von Gesundheit, sondern darum, aus dem Traum zu erwachen. Es geht um die Heilung des schlafenden Geistes, der glaubt, ein Körper zu sein. Heilung ergibt sich daraus, dass der Körper einzig und allein zur Kommunikation eingesetzt wird. Da das natürlich ist, heilt es dadurch, dass es ganz macht, was auch natürlich ist. Jeder Geist ist ganz, und der Glaube, ein Teil davon sei physisch oder nicht Geist, ist eine fragmentierte oder krankhafte Deutung.
"Wann immer du versuchst, ein Ziel zu erreichen, bei welchem die Verbesserung des Körpers zum Hauptnutznießer wird, versuchst du, deinen Tod herbeizuführen. Dann glaubst du nämlich, dass du Mangel leiden kannst, und Mangel ist Tod."
(EKIW: Kapitel 29, VII. 4. 1.&2.)
Solange wir versuchen, mit den verschiedensten Heilungsansätzen punktuell eine "Lösung" für körperliche Symptome zu finden, auch wenn dies kurzfristig zu funktionieren scheint, sind wir nicht wirklich geheilt und das nächste Problem wird nicht lange auf sich warten lassen. Jede therapeutische Methode, die die Heilung des Körpers zum Ziel hat, auch wenn es sich um eine geistige Methode handelt, dient nicht dem einzig wahren Zweck - der Erlösung aus der Illusion der Trennung - und kann daher nicht zu wahrer Heilung führen. Solange der Körper das Ziel ist, bedeutet dies eine Bestätigung der Illusion der Trennung und ist somit auch eine Bestätigung unseres Glaubens an den Tod.
Nur Vergebung heilt Nichtvergebung, und nur Nichtvergebung kann diese Körperwelt und damit Krankheit irgendeiner Art überhaupt entstehen lassen. Keine Heilung kann etwas anderes sein als Vergebung.
Krankheit ist ein Groll
“Krankheit ist Ärger, der am Körper ausgelassen wird, damit er Schmerz erleide.”(EKIW: Kapitel 28, VI. 5. 1.)
Krankheit ist, mit anderen Worten, falschgesinntes Denken. Sie ist ein Groll, und nur Vergebung heilt einen Groll. Dieser Groll liegt viel, viel tiefer als die oberflächlichen Symptome, derer wir uns bewusst sind. In der Tat scheint der Groll wahrscheinlich nicht einmal eine offenkundige oder offensichtliche Verbindung zu dem Symptom zu haben. Wir werden es nicht bewusst verstehen, aber wir werden beginnen, einen Impuls zu spüren, viel, viel tiefer zu gehen und das Unbewusste ins Bewusstsein zu bringen. Und dies ist wirklich eine Zeit der Freude. Es ist nicht die Zeit, in der wir denken, dass wir keine Lösung für dieses spezifische Symptom gefunden haben. Mit Groll auf Groll zu reagieren, macht alles nur noch schlimmer. Es ist eher eine Zeit der Freude darüber, dass wir an den Punkt gelangt sind, an dem wir viel tiefer in uns hineinschauen möchten. Anstatt nach der Linderung von Symptomen zu suchen, fangen wir an, nach der Linderung von Wahrnehmungsproblemen zu suchen. Das ist ein großer Unterschied! Es ist eine Erleichterung, nicht mehr zu versuchen, ein Symptom zu heilen, sondern sich auf das unbewusste, falsche Denken zu konzentrieren, das die schmerzhaften Symptome projiziert hat: die Geschichte, wie es dazu kam, die Lebenssituation im Allgemeinen, den Körper und das ganze Universum.
Wir können Krankheit als einen Ruf nach Hilfe sehen. Sie ist ein Ruf nach Liebe. Indem wir unsere Bereitschaft trainieren, unsere Angriffsgedanken zu entlarven und zu vertreiben, können wir diesem Hilferuf nachkommen und Heilung erfahren - körperlich, emotional und geistig. Wir beginnen klar zu erkennen, dass das Ego ständig versucht, uns einen großen Streich zu spielen, indem es den ursprünglichen Angriffsgedanken der Trennung mit anderen oberflächlichen Angriffsgedanken überdeckt, die die Krankheit erzeugen: Angriffsgedanken rund um den Körper, Angriffsgedanken und Angstgedanken rund um jedes Symptom, das wir zu haben scheinen.
Es kann eine Menge Überzeugungsarbeit erfordern, um zu akzeptieren, dass alle Krankheiten in Wirklichkeit Geisteskrankheiten sind, dass alles im Geist stattfindet. Die Überzeugungsarbeit wird durch Wunder geschehen, die uns helfen, den Glauben, dass Ereignisse und Umstände die Ursache von Krankheit sind, vollständig loszulassen.
Sich krank zu fühlen ist ein Aufruf an uns, unsere unbewussten Überzeugungen und Schlussfolgerungen zu hinterfragen und sanft eine andere Wahrnehmung einzuladen. Wir tun dies Schritt für Schritt, nach und nach, indem wir mit dem üben, was wir gerade in unserem Bewusstsein, in unserem Leben vor uns haben.
Wenn jemand sagt, dass er krank ist, sind die unmittelbaren Gedanken, die folgen, normalerweise Fragen darüber, was mit ihm nicht stimmt, was ihm weh tut, was die Symptome sind und wie die Diagnose lautet. Man konzentriert und fixiert sich auf den Körper und die körperlichen Symptome, auf die Besonderheiten der Krankheit und die Form der Erkrankung. Die Welt hat ein ausgeklügeltes medizinisches Modell zur Behandlung und Vorbeugung von körperlichen und geistigen Gesundheitsproblemen entwickelt. Daher besteht meist der Wunsch, die Antworten auf der Ebene der Form zu finden. Die Lösungsversuche sind endlos: Diät, Bewegung, Chirurgie und eine schier endlose Zahl verschiedener Therapien und Praktiken. Es gibt keinen Unterschied zwischen Schulmedizin und sogenannter Alternativmedizin, denn grundsätzlich steckt hinter jeder Idee von Medizin die Idee, dass der Körper krank sein könnte und dass Therapien und Praktiken auf der Ebene der Form zur Heilung führen könnten. Der Körper selbst ist aber nie wirklich krank, er ist ein ganz und gar neutrales Ding - auch mit Symptomen.
Was die Welt unter Heilung versteht, ist Magie. Die Magie sieht im Heiler (Mediziner, Arzt, Therapeut, Schamane, …) immer etwas »Besonderes«, was er glaubt, jemandem, der es nicht hat, als Gabe anbieten zu können. Vielleicht fragen wir uns, wieso denn manchmal Heilung von dieser Art des Denkens kommt? Dafür gibt es einen Grund: Wie sehr der sogenannte magische Heiler auch fehlgeleitet sein mag, er versucht auch hilfreich zu sein. Er ist zwiegespalten und instabil, doch hat er der Sohnschaft beizeiten etwas zu bieten und das einzige, was die Sohnschaft annehmen kann, ist Heilung. Wenn diese sogenannte Heilung funktioniert, dann gab es eine Übereinstimmung zwischen dem Impuls zu helfen und dem Wunsch nach Hilfe. Dies geschieht jedoch eher zufällig. Es ist der Glaube im Geiste des Patienten, der Heiler sei hilfreich, der ihm hilft. Der HEILIGE GEIST wirkt nicht nach dem Zufallsprinzip und Heilung, die von ihm stammt, funktioniert immer. Heilung ist an sich beständig, da nur Beständigkeit konfliktfrei ist und nur die Konfliktfreien ganz sind. Auf alles, was von GOTT ist, ist Verlass, weil alles von GOTT gänzlich wirklich ist. Auf wahre Heilung ist Verlass, weil sie von SEINER STIMME inspiriert wird und in Einklang mit SEINEN Gesetzen steht.
Auflösen und heilen
Ein Patient geht normalerweise zu einem Arzt oder Therapeuten, weil er eine magische Veränderung wünscht. Wir wollen ein besseres Leben auf der Ebene der Form. Wir wollen, dass der Arzt uns auf magische Weise unsere Probleme, unsere Schwierigkeiten, unsere Schmerzen und Symptome abnimmt. Und hier liegt das Problem. Ein besseres Leben auf der Ebene der Form zu bekommen, ist nur eine vorübergehende Veränderung; sie kann nie von Dauer sein. Der wahre Heiler, der HEILIGE GEIST, ist der wahre Therapeut und Arzt. Der Patient überlegt es sich jedoch zweimal, ob er diese Heilung annimmt, denn die Heilung durch den HEILIGEN GEIST erfordert eine völlige Veränderung. Sie bedeutet, dass unser Selbstverständnis, unsere ganze Welt, in Frage gestellt wird. Wir könnten denken: "Ich habe dich nicht gebeten, mir mein Leben wegzunehmen. Ich habe dich gebeten, es besser zu machen. Gib mir ein besseres Leben; gib mir eine bessere Illusion statt der völligen Auflösung.” Aus Angst vor dem Verlust dieses Lebens, wie wir es kennen, vertrauen die Patienten dem HEILIGEN GEIST nicht, so dass die Krankheit und die vorübergehenden Lösungen wie eine Tretmühle immer weiterlaufen.Aber die Auflösung ist das, was wir jetzt vor uns haben. Wenn wir uns auf den Weg der Heilung begeben, müssen wir alles loslassen, was wir glauben und was wir zu wissen glauben, und auf diese Weise entdecken wir das Potenzial unseres heiligen Geistes. Heilung geschieht in dem Moment, in dem wir keinen Wert mehr in der Krankheit sehen. Es kann schwer zu verstehen sein, was das überhaupt bedeutet! Zuerst müssen wir zugeben, dass wir eine Art Anziehung zur Krankheit haben müssen - eine kranke Anziehung zu falschgesinntem Denken, eine kranke Anziehung zu Schmerz, eine kranke Anziehung zu Schuld oder eine Sucht nach Elend. Und wir müssen uns eingestehen, dass wir tief im Inneren unsere Krankheit selbst wählen. Sie kommt von einer schlechten Denkgewohnheit. Aber wir können unsere Gewohnheit ändern. Was immer wir gemacht haben, kann wieder rückgängig gemacht werden. Was immer wir dachten, dass wir getan haben, kann rückgängig gemacht werden. Egal, wie schlimm es unserer Meinung nach geworden ist, es ist umkehrbar, weil wir die Korrektur in unserem Geist akzeptieren können. Wir müssen nur aufhören, uns zu verstecken. Wir müssen nach innen gehen, uns dem stellen, was da ist, und es vergeben.
Wir sind verantwortlich für das, was wir denken, und wenn wir an Ego-Gedanken festhalten, wird Angst unweigerlich das Gefühl sein, das wir erleben. Gewöhnlich gibt es Widerstand, diese Gedanken vollständig loszulassen, weil viele von ihnen Teil des Abwehrmechanismus sind, mit dem der Geist versucht, die Dinge so zu belassen, wie sie sind. Möglicherweise gibt es “Erstverschlimmerungen” in diesem Prozess, die nichts weiter als der Widerstand des Egos sind, loszulassen, oder bereits das sichere Zeichen, dass sich unser Körper umstrukturiert. Erlauben wir uns nicht, dies als Misserfolg oder Rückschlag zu deuten. freuen wir uns über jede Bewegung in unserem Geist und in unserem Körper als sicheres Anzeichen für eine bevorstehende vollständige Heilung.
Wir müssen durch Wunder davon überzeugt werden, dass es sicher ist, unser gewohnheitsmäßiges Denken - die Urteile und die Angriffsgedanken - loszulassen, und darauf vertrauen, dass dies der einzige Weg ist, wie wir unseren Geist heilen können. Wir sind eingeladen, uns mit dem HEILIGEN GEIST zu verbinden, um unsere unbewussten Themen ins Bewusstsein zu holen, damit wir sie vollständig überwinden können. Wenn wir uns über das Schlachtfeld unserer Konflikte und Verletzungen erheben, kehrt in unseren Geist Frieden ein. Dann gibt es keinen Grund mehr, den Groll und das falsche Denken in Form von Krankheit auszuleben.
Frei von Groll
Die Versuchung kann groß sein, während unseres Heilungsprozesses hart mit uns selbst ins Gericht zu gehen. Geben wir dieser Versuchung nicht nach. Das Ego will den gesamten Heilungsprozess sabotieren, indem es uns dazu bringt, das Handtuch zu werfen, weil wir denken, es sei zu schwierig. Vielleicht denken wir, dass wir es nicht gut genug machen oder dass wir niemals die Hindernisse, die Krankheit oder die Dunkelheit unseres falschgesinnten Denkens überwinden werden. Das Ego will nur, dass wir zu irgendeiner Schlussfolgerung kommen, um unsere Bereitschaft einzubüßen. Aber es ist eine Tatsache, dass das Ego keine Chance hat, wenn unsere Bereitschaft mit dem HEILIGEN GEIST verbunden ist. Das setzt eine gewaltige, kraftvolle Heilung in Gang. Das Einzige, worum wir wirklich gebeten werden, ist unsere Bereitschaft anzubieten, und wenn wir bereit bleiben, kann es eine ziemlich schnelle Reise sein!Frei von Groll zu sein bedeutet, dass jeder aus unserem Leben auftauchen könnte; wir könnten uns einfach hinsetzen, ihm in die Augen schauen und lächeln; wir könnten ihm eine große, lange Umarmung geben; und wir könnten ihn lieben, ohne ein Gefühl der Feindseligkeit, ohne den Glauben an ein Fehlverhalten, nicht einmal ein Gefühl der Irritation oder des Grolls.
Wenn wir uns daran erinnern, wer wir sind, werden wir jeden und alles, was wir sehen, segnen. Es wird keine Vergangenheit und somit keine Feinde geben. Und wir werden mit Liebe auf all das schauen, was wir vorher nicht gesehen haben.
Wir haben uns nur geirrt, als wir wahrgenommen haben, dass unser Bruder oder unsere Schwester uns angreifen oder verletzen wollten. Wir waren es, die etwas, das in uns verletzt war, auf sie projizieren wollten. Das Loslassen von Kränkungen und Groll ist unser praktischstes Heilmittel. Es ist ein Wunder!
Sich selbst zu heilen bedeutet, das Universum zu heilen
Wenn wir um Heilung beten, uns aber weiterhin mit den Symptomen beschäftigen und nach ihnen Ausschau halten, müssen wir unseren Geist neu ausrichten, sonst kann keine Heilung stattfinden. Es erfordert viel Wachsamkeit, um unsere Aufmerksamkeit wieder auf unseren Geist zu lenken und alle Sorgen und Bedenken bezüglich der Symptome an den HEILIGEN GEIST abzugeben. Es erfordert Entschlossenheit, die Gedanken des Zweifels und der Angst zu beobachten und sie immer wieder abzugeben. Wenn die Angst zu groß wird, haben wir vielleicht das Gefühl, dass der Gang zum Arzt oder die Einnahme von Medikamenten uns vorübergehend unterstützen wird, während wir aufrichtig mit all unseren Gedanken und Situationen, die nach Vergebung rufen, arbeiten und diese betrachten. Das ist in Ordnung, denn ein ängstlicher Geist ist selbst ein Hindernis für die Heilung, für das Gewahrwerden der Gegenwart der Liebe. Das Gefühl des Vertrauens entsteht ganz natürlich mit einem entspannten und dankbaren Geist. Kommen wir in das Gebet unseres Herzens, seien wir bereit, unsere Wahrnehmung zu verändern, und spüren wir die Freude der Heilung! Wir sind es wert, unsere wahre Bestimmung zu erfahren, den einzigen Weg zu echter und dauerhafter Heilung.Es ist wichtig zu sehen, dass es offensichtlich eine Wahl gibt. Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, uns vom Lockangebot des Egos verführen zu lassen und uns selbst als getrennt, angegriffen, zurückgewiesen und verlassen wahrzunehmen. Das Ego hat dieses Angriffs- und Verteidigungsspiel so lange unterstützt, und jetzt werden wir uns verändern und für die Heilung öffnen. Dies ist eine große Veränderung des Geistes. Wenn wir beginnen, unsere Krankheit als einen Ruf nach Liebe zu sehen, werden wir eine Erleichterung, eine Veränderung sowohl in unserem Geist als auch in unserem täglichen Leben feststellen. Und wenn wir zulassen, dass die Liebe, die wir als fehlend empfinden, ausgedehnt wird, empfangen wir sie sofort. Sie wird wie ein Wunder direkt zu uns zurückgespiegelt. So funktioniert die Heilung des Geistes und des Körpers. Genau wie bei der geistigen Heilung kann die körperliche Heilung immer nur vom Geist ausgehen. Wenn der Geist in vollständiger und offener Kommunikation steht und alle falschgesinnten Gedanken ans Licht gebracht wurden, wird die Heilung folgen. Der Körper wird ein gesundes Werkzeug oder Fahrzeug für einen Geist sein, der glücklich und in Frieden ist.
Es ist wichtig, uns daran zu erinnern, dass wir uns nicht darauf konzentrieren, ob die Symptome bleiben oder verschwinden, wenn wir uns wirklich Heilung für uns selbst oder für andere wünschen. Der Schlüssel liegt darin, nicht in ein körperliches Ergebnis oder Erscheinungsbild investiert zu sein. Erinnern wir uns daran, dass es bei der Heilung nicht wirklich um die Beseitigung von Symptomen geht; es geht darum, unseren Geist zu GOTT zurückzuführen. Wenn wir unseren Geist mit GOTT, unserer QUELLE, verbinden, erhalten wir völlige Klarheit und das Bewusstsein unserer wahren Identität. Wenn wir dies erfahren, wenn wir im Augenblick des Wunders völlig präsent sind, werden wir keine Krankheit mehr wahrnehmen, sondern nur noch unendlichen Frieden, einen Frieden jenseits des Verstehens.
Indem wir zu Inspiration und Lebendigkeit zurückkehren, heilen wir. Wir tun dies, indem wir in jedem Moment die Hand des HEILIGEN GEISTES halten. Ob wir Heilung für ein Leiden wünschen, Müdigkeit heilen wollen, um wach und lebendig zu werden, oder einfach nur einen inspirierenden Tag haben wollen, es ist immer so. Dies ist unsere Funktion der Vergebung in dieser Welt, und sie wird viele Wunder bewirken, die unser ganzes Leben verändern. Bringen wir dies in unser tägliches Denken und unsere tägliche Entscheidungsfindung ein, von Augenblick zu Augenblick. Dies ist der Weg, das Ego loszulassen. Wenn wir harmlos sind, können wir niemanden oder uns selbst verletzen, weder unseren Geist noch unseren Körper.
Weil wir mit unserer Wahrnehmung arbeiten, werden andere heilen, während wir vergeben und heilen. Es ist aufregend, denn es ist eine Einladung des HEILIGEN GEISTES zu einer ganz neuen Art zu leben. Wenn wir die Werkzeuge, die wir haben, und die Menschen in unserem Leben betrachten, können wir weise und hilfreiche Entscheidungen treffen, die die Liebe in unserem Herzen würdigen. Wir werden unser sich öffnendes, sich ausdehnendes und entfaltendes Herz wertschätzen. Und wir werden uns mit allem umgeben wollen, was unserer Heilung förderlich ist.
Vergebung
“GOTT vergibt nicht,
weil ER nie verurteilt hat.”
(EKIW: Lektion 46, 1. 1.)
weil ER nie verurteilt hat.”
(EKIW: Lektion 46, 1. 1.)
Warum sollte GOTT uns einen freien Willen geben und uns dann dafür verurteilen, wenn wir ihn nutzen? Das wäre doch völlig wahnsinnig. GOTT ist nicht wahnsinnig. Wir hingegen sind es, wenn wir uns mit dem Ego identifizieren. Wenn unser Geist dazu bereit ist, ist die Wahrheit offensichtlich, aber das Ego versucht uns seit Anbeginn der Zeit vom Gegenteil zu überzeugen. Besonders deutlich wird dies beim Thema Vergebung. Vergebung ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie das Ego funktioniert, wie es selbst die edelsten Wahrheiten so verdreht, dass sie in sein wahnsinniges Denksystem zu passen scheinen.
Im Alten Testament finden wir folgende Aussagen:
5 Mose 32,35:
“Mein ist die Rache und die Vergeltung für die Zeit, da ihr Fuß wankt. Denn nahe ist der Tag ihres Verderbens, und was ihnen bevorsteht, eilt herbei.”
Sprüche 20,22:
“Sag nicht: Ich will das Böse vergelten. Vertrau auf den HERRN, er wird dir helfen!”
Im Neuen Testament finden wir folgende Aussage:
Römer 12,19:
“Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr.”
Was die Aussagen der Bibel betrifft, so hat Jesus im Kurs einen hilfreichen Hinweis für uns: “Wenn du die Lehren der Apostel liest, denke daran, dass ich selbst ihnen sagte, sie würden vieles später verstehen, weil sie in jener Zeit noch nicht voll und ganz bereit waren, mir nachzufolgen.” (EKIW: Kapitel 6, I. 16. 1.)
Die Aussage aus dem Buch der Sprüche ist an sich völlig klar, wurde aber immer wieder missverstanden. Das Missverständnis des Apostels Paulus ist Teil des Neuen Testaments geworden. Das ist ein besonders bizarres Missverständnis. Gott verbietet den Menschen die Vergeltung, übt sie aber selbst voller Zorn aus. Das ist eine merkwürdige Vorstellung von Gott, der den Menschen das Böse verbietet, es aber selbst praktiziert. Was schon die Sprüche im Alten Testament uns sagen wollen, ist jedoch, dass wir unsere Rachegefühle IHM zur Berichtigung übergeben sollen. Das ist alles! GOTT kennt weder Rache noch Vergebung.
“Wir sind erlöst von all dem Zorn, der, wie wir dachten, GOTT gehörte, und stellten fest, dass er ein Traum war.”
(EKIW: ÜBUNGSBUCH, DIE LETZTEN LEKTIONEN, Einleitung, 5. 3.)
Vergebung ist im HIMMEL unbekannt, wo das Bedürfnis danach unvorstellbar wäre. Vergebung ist eine Illusion, die eine Antwort auf die andern ist. Vergebung ist das einzige, was innerhalb der Illusionen dieser Welt für die Wahrheit steht. Durch die Vergebung wird das Denken der Welt umgekehrt. Sie sieht die Nichtigkeit der Illusionen und schaut geradewegs durch die tausenderlei Formen hindurch, in denen sie auftreten mögen. Sie ist das Mittel, das der HEILIGE GEIST verwendet, um Besonderheit von Sünde in Erlösung zu übersetzen.
Vergebung ist für alle. Doch erst wenn sie auf allen ruht, ist sie vollständig und ist jede Funktion dieser Welt mit ihr vervollständigt. Dann ist die Zeit nicht mehr. Die Vergebung ist die große Befreiung von der Zeit. Sie ist der Schlüssel zum Lernen, dass die Vergangenheit vorbei ist. Die Vergebung ist das Ende der Träume, weil sie ein Traum des Erwachens ist. Wir erwachen aus dem Traum der Trennung und erkennen uns wieder als das, was wir immer waren, so wie GOTT uns erschaffen hat, ganz, vollkommen und unschuldig.
Bei wirklicher Vergebung werden die Wirkungen des Ereignisses, wie wir es deuten, in allen Beteiligten aufgehoben. Der Geist von allen wird geheilt, da die Wirklichkeit holographisch ist, d. h. jeder von uns ist in jedem von uns. Wer wirklich vergibt, der ist geheilt. Auf die Frage des Petrus: “Wie oft sollen wir vergeben? Bis siebenmal?” antwortet Jesus in der Bibel: "Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!” (Mt. 18, 21) Manchmal geht es schnell, manchmal langsam. Doch liegt in der Heilung der Beweis dafür, dass wahrhaftig vergeben wurde und keine Spur von Verurteilung zurückbleibt, die wir gegen uns oder irgendein Lebewesen richten. Heilung und Vergebung gehen Hand in Hand.
In dieser Welt der Zeit ist die Vergebung eine notwendige Berichtigung für all die Fehler, die wir gemacht haben. Vergebung anzubieten ist die einzige Möglichkeit, sie selbst zu haben, denn sie spiegelt das Gesetz des HIMMELS wider, dass Geben und Empfangen dasselbe sind. Vergebung ist das Mittel, durch das wir uns an unsere Wirklichkeit wieder erinnern werden.
In jedem Bruder sehen wir nur das Spiegelbild dessen, was wir beschlossen, dass er für uns sei. Wenn wir ihn verurteilen, wird er zu unserem Bringer des Todes. Wenn wir ihm vergeben, wird er zu unserem Erlöser. Er ist der Weg zu HIMMEL oder Hölle - entsprechend unserer Wahrnehmung. Die Rolle, die wir ihm geben, wird auch uns gegeben, und wir werden den Weg gehen, den wir ihm gewiesen haben, weil das unser Urteil über uns selbst ist.
“Vergebung ist das Ende der Besonderheit. Nur Illusionen können vergeben werden, und dann verschwinden sie. Vergebung ist die Befreiung von allen Illusionen, und genau deshalb ist es unmöglich, nur zum Teil zu vergeben. Niemand, der sich an eine einzige Illusion klammert, kann sich als sündenlos sehen, denn er bewahrt sich einen Irrtum, den er immer noch für schön hält. So nennt er ihn denn »unverzeihlich« und macht ihn zur Sünde. Wie kann er dann seine Vergebung gänzlich geben, wenn er sie nicht für sich selbst empfangen möchte? Denn es steht fest, dass er sie ganz und gar empfinge in dem Augenblick, in dem er sie so geben würde. Und somit würde seine geheime Schuld verschwinden, vergeben von ihm selbst.”
(EKIW: Kapitel 24, III. 1.)
“GOTT vergibt nicht, weil ER nie verurteilt hat. Und es muss eine Verurteilung geben, bevor Vergebung nötig wird. Vergebung ist, was diese Welt dringend braucht, aber nur deswegen, weil es eine Welt der Illusionen ist. Diejenigen, die vergeben, befreien sich dadurch von Illusionen, während diejenigen, die Vergebung vorenthalten, sich an Illusionen binden. Genau wie du nur dich selbst verurteilst, vergibst du auch nur dir selbst.”
(EKIW: Lektion 46, 1.)
"Alles, was ich tue, tue ich mir selbst an. Wenn ich angreife, leide ich. Wenn ich jedoch vergebe, wird die Erlösung mir zuteil."
(EKIW: Lektion 216, 2. 2.-4.)
Ausdehnung der Vergebung ist die Funktion des HEILIGEN GEISTES. Wir brauchen sie nur IHM zu überlassen. Unsere Aufgabe besteht nur darin, IHM das zu geben, was ausgedehnt werden kann.
“Vergebung ist der Schlüssel zum Glück.”
(EKIW: Lektion 121)
(EKIW: Lektion 121)
Der Vergebungsplan des Ego
Doch was die Welt unter Vergebung versteht, ist nicht das, worum es in Wahrheit geht, denn auch das Ego hat einen Plan für die Vergebung. Der Plan des Ego ergibt natürlich keinen Sinn und wird nicht funktionieren. Die Vorstellung des Egos von Vergebung ist, dass eine Person zuerst ihre eigenen Fehler oder die eines anderen sieht und sie dann großzügig “vergibt”. Im Sinne von: "Ich vergebe mir, was ich dir angetan habe, oder ich vergebe dir, was du mir angetan hast." Der Plan des Ego ist also, dass wir den Fehler zuerst deutlich sehen und ihn dann übersehen. Wie aber können wir das übersehen, dem wir Wirklichkeit verliehen haben? Dadurch, dass wir den Fehler deutlich sehen, haben wir ihm Wirklichkeit verliehen und können ihn nicht gleichzeitig übersehen. Viele haben das in Gottes Namen zu tun versucht und haben nicht erkannt, dass dies überhaupt keinen Sinn ergibt.“Die Ungeheilten können nicht verzeihen. Denn sie sind Zeugen dafür, dass Verzeihen ungerecht ist. Sie möchten die Folgen der Schuld, die sie übersehen, beibehalten. Doch niemand kann eine Sünde, die er für wirklich hält, vergeben. Und das, was Folgen hat, muss wirklich sein, weil das, was es bewirkt hat, vorhanden und zu sehen ist. Vergebung ist nicht Mitleid, das nur zu verzeihen sucht, was es für die Wahrheit hält. Böses kann nicht mit Gutem vergolten werden, denn die Vergebung schafft nicht erst die Sünde, um sie dann zu vergeben. Wer kann sagen und wirklich meinen: »Mein Bruder, du hast mich verletzt - und doch, weil ich der Bessere von uns beiden bin, verzeihe ich dir meine Verletzung.« Verzeihung für ihn und deine Verletzung können nicht nebeneinander existieren. Das eine leugnet das andere und muss es zu etwas Falschem machen.”
(EKIW: Kapitel 27, II. 2.)
“Der Vergebungsplan des Ego wird viel öfter angewendet als derjenige GOTTES. Das liegt daran, dass er von ungeheilten Heilern ausgeführt wird und daher vom Ego kommt. Wir wollen jetzt den ungeheilten Heiler sorgfältiger ins Auge fassen. Definitionsgemäß versucht er etwas zu geben, was er nicht empfangen hat. Ist ein ungeheilter Heiler beispielsweise Theologe, so fängt er vielleicht mit der folgenden Prämisse an: »Ich bin ein elender Sünder, und du bist es auch.« Ist er ein Psychotherapeut, so beginnt er eher mit der gleichermaßen unglaubhaften Überzeugung, dass Angriff für ihn wie auch für den Patienten wirklich ist, aber dass er für keinen von beiden eine Rolle spielt.”
(EKIW: Kapitel 9, V. 1.)
“Es ist von Vorteil, Alpträume bewusstzumachen, aber nur um zu lehren, dass sie nicht wirklich sind und dass alles, was sie enthalten, bedeutungslos ist. Der ungeheilte Heiler kann das nicht tun, weil er das nicht glaubt. Alle ungeheilten Heiler folgen auf die eine oder andere Weise dem Vergebungsplan des Ego. Handelt es sich um Theologen, so ist wahrscheinlich, dass sie sich selbst verurteilen, Verurteilung lehren und für eine angsterfüllte Lösung eintreten. indem sie die Verurteilung auf GOTT projizieren, lassen sie IHN als rachsüchtig erscheinen und fürchten SEINE Vergeltung. Dabei haben sie nichts anderes getan, als sich mit dem Ego zu identifizieren und dadurch, dass sie wahrnehmen, was dieses tut, sich selbst auf Grund dieser Verwechslung zu verurteilen. Es ist verständlich, dass es zu Auflehnung gegen diese Vorstellung gekommen ist, aber sich gegen sie auflehnen heißt immer noch daran glauben.”
(EKIW: Kapitel 9, V. 3.)
“Ein Therapeut heilt nicht: Er lässt die Heilung geschehen. Er kann auf die Dunkelheit hinweisen, aber er kann von sich aus kein Licht bringen, denn das Licht ist nicht von ihm. Doch da es für ihn ist, muss es auch für seinen Patienten sein. Der HEILIGE GEIST ist der einzige THERAPEUT. ER macht die Heilung in jedweder Lage deutlich, in welcher ER der FÜHRER ist. Du kannst IHN nur SEINE Funktion erfüllen lassen. Dazu braucht ER keine Hilfe. ER wird dir genau sagen, was zu tun ist, um jemandem zu helfen, den ER als Hilfesuchenden zu dir schickt, und ER wird durch dich zu IHM reden, wenn du dich nicht einmischst.”
(EKIW: Kapitel 9, V. 8. 1.- 9.)
“Wenn das, was du anbietest, vollständige Vergebung ist, dann musst du die Schuld losgelassen haben, indem du die SÜHNE für dich angenommen und gelernt hast, dass du schuldlos bist.”
(EKIW: Kapitel 14, I. 1. 6.)
(EKIW: Kapitel 14, I. 1. 6.)
“Die Hauptschwierigkeit, die du dabei hast, aufrichtig zu vergeben, ist die, dass du noch immer glaubst, du müssest die Wahrheit vergeben und nicht die Illusionen. Du stellst dir die Verzeihung als den vergeblichen Versuch vor, über das hinwegzusehen, was da ist; die Wahrheit zu übersehen, in einer unbegründeten Bemühung, dich selbst zu täuschen, indem du eine Illusion wahr machst. Dieser verzerrte Standpunkt spiegelt nur wider, wie stark der Einfluss ist, den die Idee der Sünde noch immer auf deinen Geist ausübt, wie du dich selbst betrachtest.”
(EKIW: Lektion 134, 3.)
“Diejenigen, denen aus der Sicht vergeben wird, dass ihre Sünden wirklich sind, werden jämmerlich verspottet und doppelt verurteilt: erstens von sich selbst für das, was sie getan zu haben glauben, und noch einmal von denen, die ihnen verzeihen.”
(EKIW: Lektion 134, 5. 5.)
“Keine HIMMELSgabe ist mehr missverstanden worden als die Vergebung. Zu einer Geißel ist sie in der Tat geworden, zu einem Fluch, dort, wo sie segnen sollte, zu einer grausamen Farce der Gnade, zu einer Parodie auf GOTTES heiligen Frieden.”
(EKIW: DIE ERGÄNZUNGEN, DAS LIED DES GEBETS, 2. I. 1. 1.-2.)
Die Grundlage dieses wahnsinnigen Denksystems bildet die Vorstellung, dass Gott das Leid in der Welt zulassen würde und wir tatsächlich geschehenes Unrecht vergeben müssten. Das Annehmen der Schuld in den Geist des GOTTESSOHNES war der Anfang der Trennung, und dies hat zwangsläufig zur Folge, dass wir Gott als grausam wahrnehmen: “Und keinen gibt es unter ihnen, der nicht gedacht hat, dass GOTT grausam ist.” (EKIW: Kapitel 13, Einleitung, 2. 11.)
Wahre Vergebung
“Ärger ist nie gerechtfertigt. Angriff hat keine Basis. Genau hier fängt das Entrinnen aus der Angst an und wird es vollständig gemacht. Hier wird die wirkliche Welt gegeben im Austausch für die Schreckensträume. Denn gerade darauf ruht Vergebung und ist nur natürlich. Von dir wird nicht verlangt, Verzeihen anzubieten, wo Angriff gebührt und gerechtfertigt wäre. Denn das würde bedeuten, dass du eine Sünde vergibst, indem du über das hinwegsiehst, was wirklich vorhanden ist. Das ist nicht Verzeihen. Denn das würde unterstellen, dass dein Verzeihen – dadurch, dass du auf eine Art und Weise reagierst, die nicht gerechtfertigt ist – zur Antwort wird auf einen Angriff, der stattgefunden hat. Und damit ist Verzeihen unangebracht, weil es gewährt wird, wo es nicht gebührt.
Verzeihen ist immer gerechtfertigt. Es hat eine sichere Basis. Du vergibst nicht Unverzeihliches, noch übersiehst du einen wirklichen Angriff, der nach Strafe ruft. Die Erlösung liegt nicht darin, dass von dir verlangt wird, auf unnatürliche Art zu reagieren, die für das, was wirklich ist, unangemessen ist. Stattdessen bittet sie nur darum, du sollest angemessen auf das reagieren, was nicht wirklich ist, indem du das, was nicht geschehen ist, nicht wahrnimmst. Wäre Verzeihen ungerechtfertigt, dann würde von dir verlangt, du sollest deine Rechte opfern, wenn du Angriff mit Vergebung erwiderst. Doch wirst du nur gebeten, Vergebung als natürliche Reaktion auf Not anzusehen, die auf Irrtum beruht und somit nach Hilfe ruft. Vergebung ist die einzig gesunde Reaktion. Sie bewahrt deine Rechte davor, dass sie geopfert werden.”
(EKIW: Kapitel 30, VI. 1.-2.)
Verzeihen ist immer gerechtfertigt. Es hat eine sichere Basis. Du vergibst nicht Unverzeihliches, noch übersiehst du einen wirklichen Angriff, der nach Strafe ruft. Die Erlösung liegt nicht darin, dass von dir verlangt wird, auf unnatürliche Art zu reagieren, die für das, was wirklich ist, unangemessen ist. Stattdessen bittet sie nur darum, du sollest angemessen auf das reagieren, was nicht wirklich ist, indem du das, was nicht geschehen ist, nicht wahrnimmst. Wäre Verzeihen ungerechtfertigt, dann würde von dir verlangt, du sollest deine Rechte opfern, wenn du Angriff mit Vergebung erwiderst. Doch wirst du nur gebeten, Vergebung als natürliche Reaktion auf Not anzusehen, die auf Irrtum beruht und somit nach Hilfe ruft. Vergebung ist die einzig gesunde Reaktion. Sie bewahrt deine Rechte davor, dass sie geopfert werden.”
(EKIW: Kapitel 30, VI. 1.-2.)
Die Vergebung, die Jesus lehrt, bedient sich nicht der Angst, um die Angst aufzuheben. Auch macht sie das Unwirkliche nicht wirklich und zerstört es dann. Vergebung durch den HEILIGEN GEIST besteht einfach darin, von Anfang an über den Fehler hinwegzusehen und ihn auf diese Weise für uns unwirklich sein zu lassen. Wir dürfen keinen Glauben an seine Wirklichkeit in unseren Geist eindringen lassen, sonst werden wir ebenfalls glauben, dass wir aufheben müssen, was wir gemacht haben, damit uns vergeben werde. Was keine Wirkung hat, das existiert nicht, und für den HEILIGEN GEIST sind die Wirkungen des Irrtums nicht existent.
Zu diesem Weg der Vergebung - der wirklich funktioniert - gehört, dass wir alle unsere Projektionen zurücknehmen und die volle Verantwortung für unseren Geist und unsere Gedanken übernehmen. Wir vergeben unsere Wahrnehmung, unsere Vorstellung von dem, was wir dachten, dass der andere getan hat, denn in Wahrheit hat er es nicht getan. Es war nur eine Projektion unseres Glaubens. Das mag seltsam klingen; das Ego kratzt sich am Kopf und sagt: "Oh, zu vergeben, was man nicht getan hat, das klingt ziemlich schwierig." Aber unser Geist ist mächtig und erschafft alles, was wir wahrnehmen. Vollständige Vergebung bedeutet zu sehen und tief zu erfahren, dass nichts passiert ist. Das ist wahrer Geistesfrieden, der höchste Zustand.
“Wenngleich der Inhalt irgendeiner bestimmten Ego-Illusion keine Rolle spielt, so ist es unzweifelhaft hilfreicher, sie in einem konkreten Zusammenhang zu berichtigen. Ego-Illusionen sind ganz konkret, obschon der Geist von Natur aus abstrakt ist.”
(EKIW: Kapitel 4, VII. 1. 1.-2.)
Bei dem Schritt, den wir jetzt in der Vergebung machen, geht es darum, Wahrnehmungen und Überzeugungen ins Bewusstsein kommen zu lassen und sie an den HEILIGEN GEIST abzugeben. Der Weg ist, sich mit anderen zu verbinden, anstatt sich von ihnen zu trennen, und die Vergebung zu sein. Die Vergebung zu sein, nimmt die Schuld von den Objekten: wie beispielsweise der Mutter, dem Vater, dem Holocaust, einem Politiker, dem Körper. Wenn man den Fokus von all den spezifischen Dingen nimmt, um die sich die Schuld zu drehen scheint, und sie ganz in sich aufnimmt, wird man erkennen, dass man nur dem Selbst vergibt, von dem man dachte, dass man es gemacht hat, dem Selbst, das den Platz dessen eingenommen hat, was man wirklich ist. Vergebung bedeutet, eine andere Sichtweise einzunehmen, die Sichtweise des HEILIGEN GEISTES.
The Work von Byron Katie
Eine andere Sichtweise einzunehmen ist auch das, was Byron Katie mit ihrer Methode The Work tut, die sie in ihrem Buch “Lieben was ist” beschreibt. The Work von Byron Katie ist auch ein Weg, jene Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, der zum inneren Frieden und zum Frieden mit der Welt führt. Wir leiden nur dann, wenn wir einen Gedanken glauben, der mit dem streitet, was ist. Wenn der Geist vollkommen klar ist, dann ist das, was ist, das, was wir wollen. Gedanken sind wie ein Lufthauch, wie Blätter am Baum oder wie fallende Regentropfen. Sie tauchen auf, und durch die Überprüfung können wir mit ihnen Freundschaft schließen. Mit The Work wird jeder lieblose und damit Leid erzeugenden Gedanke mit vier Fragen einer Überprüfung unterzogen und anschließend eine Umkehrung gebildet. Und so werden wir uns selbst in unseren Gedanken über andere Menschen erkennen. Letztlich werden wir erkennen, dass alles außerhalb von uns eine Spiegelung unseres eigenen Denkens ist. Wir sind der Geschichtenerzähler, der Projektor der ganzen Geschichten und die Welt ist das projizierte Bild unserer Gedanken. Auch dann, wenn wir einer Person zu 99 Prozent vergeben haben, sind wir noch nicht frei, bis wir ihr vollständig vergeben haben. Mit diesem einen Prozent, mit dem wir diesem Menschen nicht vergeben haben, stecken wir in allen anderen Beziehungen fest (einschließlich in der Beziehung mit uns selbst). Was der Methode von Byron Katie fehlt, ist der Hinweis auf die spirituelle Dimension von Vergebung. Dass diese nicht explizit angesprochen wird, erleichtert vielen Menschen den Zugang zum Thema, gleichzeitig ist aber klar, dass Vergebung erst vor dem Hintergrund der spirituellen Dimension einen tieferen Sinn ergibt.
Anleitung zu The Work
Die vier Fragen
“Lerne das, und lern es gut, denn hier wird die Verzögerung des Glücks um eine ungeahnte Spanne Zeit verkürzt. Du hasst deinen Bruder nie um seiner Sünden, sondern nur um deiner eigenen willen.”
(EKIW: Kapitel 31, III. 1. 4.-.5)
Eine andere Sichtweise einzunehmen ist auch das, was Byron Katie mit ihrer Methode The Work tut, die sie in ihrem Buch “Lieben was ist” beschreibt. The Work von Byron Katie ist auch ein Weg, jene Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, der zum inneren Frieden und zum Frieden mit der Welt führt. Wir leiden nur dann, wenn wir einen Gedanken glauben, der mit dem streitet, was ist. Wenn der Geist vollkommen klar ist, dann ist das, was ist, das, was wir wollen. Gedanken sind wie ein Lufthauch, wie Blätter am Baum oder wie fallende Regentropfen. Sie tauchen auf, und durch die Überprüfung können wir mit ihnen Freundschaft schließen. Mit The Work wird jeder lieblose und damit Leid erzeugenden Gedanke mit vier Fragen einer Überprüfung unterzogen und anschließend eine Umkehrung gebildet. Und so werden wir uns selbst in unseren Gedanken über andere Menschen erkennen. Letztlich werden wir erkennen, dass alles außerhalb von uns eine Spiegelung unseres eigenen Denkens ist. Wir sind der Geschichtenerzähler, der Projektor der ganzen Geschichten und die Welt ist das projizierte Bild unserer Gedanken. Auch dann, wenn wir einer Person zu 99 Prozent vergeben haben, sind wir noch nicht frei, bis wir ihr vollständig vergeben haben. Mit diesem einen Prozent, mit dem wir diesem Menschen nicht vergeben haben, stecken wir in allen anderen Beziehungen fest (einschließlich in der Beziehung mit uns selbst). Was der Methode von Byron Katie fehlt, ist der Hinweis auf die spirituelle Dimension von Vergebung. Dass diese nicht explizit angesprochen wird, erleichtert vielen Menschen den Zugang zum Thema, gleichzeitig ist aber klar, dass Vergebung erst vor dem Hintergrund der spirituellen Dimension einen tieferen Sinn ergibt.
Anleitung zu The Work
Die vier Fragen
- Ist das wahr?
- Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
- Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
- Wer wärst du ohne den Gedanken?
- Das bedeutet, die Aussage über jemanden oder etwas auf sich selbst zu beziehen.
“Lerne das, und lern es gut, denn hier wird die Verzögerung des Glücks um eine ungeahnte Spanne Zeit verkürzt. Du hasst deinen Bruder nie um seiner Sünden, sondern nur um deiner eigenen willen.”
(EKIW: Kapitel 31, III. 1. 4.-.5)
Vergebung ist kein Kompromiss
Das Ego fordert uns ständig zu Kompromissen auf, es lebt von Kompromissen. In der Welt des Egos wird der Kompromiss als etwas Positives angesehen. Kompromisse schließen ist das Ziel des Traums dieser Welt. Wir machen Kompromisse im Beruf, im Privatleben, in unseren Beziehungen und auch bei Themen wie Heilung und Vergebung. Was das Ego unter Vergebung versteht, ist nichts weiter als ein fauler Kompromiss.Dabei sollte jedoch betont werden, dass zwischen allem und nichts letztlich kein Kompromiss möglich ist. Eine einzige Illusion, die man hegt und gegen die Wahrheit verteidigt, macht die gesamte Wahrheit bedeutungslos und alle Illusionen wirklich. Derart ist die Macht des Glaubens. Er kann keine Kompromisse schließen. Und Glaube an die Unschuld ist Glaube an die Sünde, wenn er ein einziges Lebewesen ausschließt und es draußen hält, abseits von seiner Vergebung.
Erlösung ist kein Kompromiss irgendwelcher Art. Wenn wir den Gedanken des Kompromisses in unseren Geist eindringen lassen, verlieren wir das Bewusstsein für das Ziel der Erlösung, weil wir sie nicht wahrnehmen. Der Kurs ist leicht, gerade weil er keine Kompromisse schließt. Nur denen kommt er schwierig vor, die noch immer glauben, Kompromiss sei möglich. Doch es ist nicht möglich, wegen diesem anzugreifen und wegen jenem zu lieben und die Vergebung zu verstehen. Diejenigen, die glauben, der Friede lasse sich verteidigen und Angriff sei gerechtfertigt um seinetwillen, können nicht wahrnehmen, dass er in ihnen liegt. Wir dürfen Waffenstillstand nicht mit Frieden und Kompromiss, nicht mit Entrinnen aus Konflikt verwechseln. Von Konflikt befreit zu sein bedeutet, dass er vorbei ist, es bedeutet, dass wir das Schlachtfeld hinter uns gelassen haben.
Die Ursache eines jeden Problems - und die Lösung
Ein unversöhnlicher Geist erfährt Schuld und Leid. Er erfährt Unterschiede. Die Ursache für alle Probleme, die wir uns vorstellen können, ist im Grunde nur ein unversöhnlicher Geist, während ein versöhnlicher Geist alles bringt, was wir uns wünschen. Er bringt Zufriedenheit, Frieden und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit. Die Lösung für alles ist Vergebung, Vergebung dessen, was nicht wahr ist. Was nicht wahr ist, ist alles, was nicht Liebe ist. Dazu gehören alle Urteile, die wir über die Welt, über uns selbst und über andere in unserem Geist haben.Von allen Konzepten, an die wir in dieser Welt glauben, ist Vergebung das einzig wirklich hilfreiche.
“Träume sanft von deinem sündenlosen Bruder, der sich in heiliger Unschuld mit dir vereint. Und aus diesem Traum wird der HERR des HIMMELS SELBST SEINEN geliebten Sohn erwecken. Träume von den Freundlichkeiten deines Bruders, statt dich in deinen Träumen mit seinen Fehlern aufzuhalten. Suche dir seine Umsicht aus, davon zu träumen, statt die Verletzungen aufzuzählen, die er gegeben hat. Vergib ihm seine Illusionen und danke ihm für all die Hilfsbereitschaft, die er gab. Und schiebe seine vielen Gaben nicht beiseite, weil er in deinen Träumen nicht vollkommen ist. Er stellt seinen VATER dar, DER dir in deinen Augen sowohl das Leben wie den Tod schenkt.”
(EKIW: Kapitel 27, VII. 15.)
“Du teilst keine bösen Träume, wenn du dem Träumer vergibst und wahrnimmst, dass er nicht der Traum ist, den er gemacht hat. Somit kann er kein Teil des deinen sein, von dem ihr beide frei seid. Die Vergebung trennt den Träumer von dem bösen Traum und befreit ihn damit.”
(EKIW: Kapitel 28, V. 3. 1.-3.)
(EKIW: Kapitel 28, V. 3. 1.-3.)
Es ist ein Wunder, Kränkungen loszulassen, indem man Erinnerungen und Überzeugungen ins Bewusstsein kommen lässt und sie dann loslässt. So vergeben wir: Wenn die Versuchung aufkommt, uns als ungerecht behandelt zu fühlen, geben wir den Gedanken, die Perspektive und den Wunsch auf, "Recht" zu haben, mit der Art und Weise, wie es zu sein scheint, und lassen wir das Wunder zu. Wenn dies zur Gewohnheit wird, werden wir mit Freude entdecken, dass wir in allen Situationen als Wunderwirkende fungieren! Wir sind in der Absicht der Vergebung vereint und sind dankbar, dass dies so ist.
Im Prozess der Vergebung gilt es uns zu erlauben, die Dunkelheit und die unangenehmen Gefühle zu fühlen, wenn sie hochkommen. Anstatt uns dafür zu verurteilen oder hart zu behandeln und zu versuchen, sie zu verdrängen, gilt es, sie willkommen zu heißen. Das Ego will das Unbehagen minimieren, also ist es ein großer Schritt, wenn wir beschließen, uns nicht dafür zu verurteilen, wie dieser Prozess aussieht oder sich anfühlt. Meist fließen Tränen, wenn wir die Phase durchlaufen, in der wir einfach alles willkommen heißen. Wir können zu uns selbst und zum HEILIGEN GEIST beten: "Jetzt heiße ich das willkommen, auch wenn es nicht schön aussieht oder sich nicht gut anfühlt. Egal, wie es aussieht, egal wie es sich anfühlt - lass uns die Heilung in Angriff nehmen!"
In diesem Prozess scheint es tatsächlich so zu sein, dass bestimmte Dinge auseinanderfallen, zerfließen, zusammenbrechen und zerbröckeln. Aber denken wir daran, dass das Ego derjenige ist, der den Prozess bei jedem Schritt interpretiert. Normalerweise ist es eine negative Interpretation: "Das tut zu sehr weh. Es ist zu schmerzhaft. Wenn GOTT Liebe ist, warum schmerzt es dann so sehr in meinem Herzen?" Das Ego wird durch diese ersten Erfahrungen von Akzeptanz in unserem Geist aufgewühlt, weil sie Nadelstiche in seiner Fassade sind.
Aber sobald wir den Vergebungsprozess mit dem HEILIGEN GEIST beginnen, werden wir, je mehr wir uns öffnen, umso mehr Wunder erleben. Was anfangs wie kleine Schimmer der Akzeptanz hier und da erscheint - die sehr wichtig sind -, wird beginnen, sich zu stabilisieren. Zuerst gibt es ein Zulassen: Ich erlaube; ich erlaube; ich erlaube, dass es so aussieht und sich so anfühlt, wie es ist. Ich werde es nicht verurteilen. Nach all dem Erlauben kommen wir dann in einen wahren Zustand der Akzeptanz. Wir enthüllen unsere Geheimnisse vor SEINEM gütigen Licht und sehen, wie hell dies Licht nach wie vor in uns leuchtet. Ein anderes Wort dafür ist Anerkennung. Hier beginnen wir zu erkennen: "Das ist wirklich, wer ich bin, wer ich immer gewesen bin, der EINE, der EINE GEIST."
Die schwierigste Phase ist der Beginn der Umkehr, aber wenn wir wirklich in den vollen Schwung der Umkehr des Geistes kommen, stabilisiert sich alles. Es fühlt sich so natürlich an, so mühelos! An diesem Punkt braucht man nicht einmal mehr Wachsamkeit; es ist, als würde man auf einem friedlichen Strom mitgerissen. Wie schwierig kann das sein?
Im Grunde verzeihen wir uns nur selbst
Dinge, mit denen wir nur schwer umgehen konnten, kommen immer wieder auf uns zurück, bis wir erkennen, dass die Menschen in unserem Leben nur unsere Überzeugungen ausleben. Wenn wir also den Eindruck haben, dass wir zum Opfer geworden sind oder schlecht behandelt wurden oder nicht die Behandlung bekommen haben, die wir unserer Meinung nach verdient hätten, haben sie einfach unsere unbewusste Schuld ausgelebt - alles, was wir verdrängt und verleugnet haben. Und sie haben das auch noch gut gemacht; für diese Leistungen bekommen unsere Mutter, unser Vater und all die anderen Darsteller in unserem Lebensfilm einen Oscar! Aber Tatsache ist, dass wir sie nicht so in Erinnerung hatten, wie sie wirklich sind; wir haben uns nur an die vergangenen Missstände erinnert, die wir im Kopf hatten, und sie haben sie nachgespielt.Wir sind eigentlich nie über ein Verhalten verärgert. Wir regen uns über unsere Interpretation von Verhalten auf, und wir reagieren immer emotional auf unsere Interpretationen. Wir nehmen nur wahr, was wir in unserem eigenen Bewusstsein noch ungelöst haben oder worüber wir noch einen Groll hegen. Die scheinbar schwierigen Menschen in unserem Leben tun uns also eigentlich einen Gefallen. Diejenigen, die wir für die größten Idioten und die unsensibelsten Menschen halten, helfen uns, unsere Verdrängungs- und Verleugnungsmechanismen zu überwinden. Sie führen unsere Themen direkt vor uns auf, damit wir alle unsere Gefühle ins Bewusstsein lassen können. Sobald wir sie uns bewusst gemacht haben, können wir sie dem HEILIGEN GEIST überlassen - und eine wunderbare Erfahrung machen.
Schon der bloße Gedanke an unsere Mutter oder unseren Vater, oder wer auch immer es ist, mit dem wir einen Groll hegen, aktiviert die Erinnerungen und die Gefühle. Dies zu verarbeiten ist Teil des Reinigungsprozesses, auch wenn sie nicht physisch in unserem Leben sind. Wenn wir von ihnen träumen und an sie denken, können wir das verarbeiten, was sie für uns hochbringen. Das ist ein Teil der Heilung.
Denken wir daran, dass sich niemand, absolut niemand, unserer Vergebung widersetzen kann, denn es gibt niemanden außerhalb unseres Geistes. Ideen verlassen ihre Quelle nicht!
Wir sind uns vielleicht nicht immer bewusst, dass wir, wenn wir einen Groll hegen, diesen eigentlich gegen uns selbst richten. Das liegt daran, dass wir durch Projektion im Außen sehen, was wir in unserem eigenen Geist und Herzen nicht sehen wollen, weil wir Angst davor haben, dass das, was wir projizieren, tatsächlich an uns selbst wahr ist. Deshalb lassen wir, wenn wir vergeben, wirklich unsere eigene Seele, unser eigenes Selbst frei.
Wenn wir jemandem nicht vergeben, halten wir uns selbst gefangen. Im Zustand der Nichtvergebung sind wir unfrei, denken immer wieder an die, denen wir nicht vergeben haben, wiederholen in unserem Geist unsere Urteile über sie, haben Angst vor einer Begegnung mit ihnen und überlegen, wie wir reagieren könnten, wenn es doch zu einer Begegnung käme. All das beschäftigt und belastet unseren Geist und hält uns in Unfrieden gefangen. Wir sind die Gefängniswärter derer, die wir durch unser vernichtendes Urteil gefangen halten, und so verbringen wir unsere Zeit mit ihnen im selben Gefängnis.
“Wer kann von neuem in Christus geboren werden außer dem, der allen, die er sieht oder an die er denkt oder die er sich vorstellt, vergeben hat? Wer könnte freigelassen werden, solange er irgendjemanden gefangen nimmt? Ein Gefängniswärter ist nicht frei, denn er ist zusammen mit seinem Gefangenen gebunden. Er muss sicher sein, dass er nicht flieht, daher verbringt er seine Zeit damit, Wache über ihn zu halten. Die Gitterstäbe, die ihn begrenzen, werden zu der Welt, in der sein Wärter lebt, mit ihm zugleich. Und von seiner Freiheit hängt der Weg zur Freiheit ab für beide.
Halte daher niemanden gefangen. Befreie, statt zu binden, denn so wirst du befreit. Der Weg ist einfach. Jedes Mal, wenn dich ein Stich des Ärgers trifft, sei dir klar, dass du ein Schwert über deinen Kopf hältst. Und es wird fallen oder abgewendet werden, je nachdem, ob du beschließt, verurteilt oder frei zu sein. So stellt ein jeder, der dich zum Ärger zu verleiten scheint, deinen Erlöser aus dem Kerkerhaus des Todes dar. Und also schuldest du ihm Dank statt Schmerz.”
(EKIW: Lektion 192, 8.-9.)
Es kostet eine Menge Energie, an einem Groll festzuhalten, Energie, die stattdessen für die Liebe verwendet werden könnte. Wenn wir unser Leben der Liebe widmen, dann haben die Angst und die falschen Vorstellungen des Egos keine Chance zu wachsen. Wenn wir unseren Garten unkrautfrei, sauber und rein halten, dann haben wir Platz für die Früchte - und es gibt viele Früchte.
Überzeugungen dem HEILIGEN GEIST überlassen
Bei der Vergebung geht es darum, wirklich zu sehen, was in unserem Geist ist, und es dann loszulassen. Das ist unsere innere Arbeit. Man kann nicht wirklich zum HEILIGEN GEIST sagen: "Ich habe ein verrücktes Leben. Würdest Du es bitte in Ordnung bringen?" Stattdessen bringen wir alles, was wir über unser Leben und diese Welt, über Zeit und Raum glauben, zum HEILIGEN GEIST zurück. Und wenn wir dies wirklich vollständig tun, werden unsere Probleme verschwinden.“Nähere dich nie dem heiligen Augenblick, nachdem du versucht hast, alle Angst und allen Hass aus deinem Geist zu entfernen. Das ist dessen Funktion. Versuche niemals, über deine Schuld hinwegzusehen, bevor du um die Hilfe des HEILIGEN GEISTES bittest. Das ist SEINE Funktion. Dein Teil ist nur, IHM eine kleine Bereitwilligkeit anzubieten, dass ER alle Angst und allen Hass entferne und dass dir vergeben werde. Auf deinen kleinen Glauben, verbunden mit SEINEM Verständnis, wird ER deinen Teil an der SÜHNE bauen und sich vergewissern, dass du ihn leicht erfüllst. Und mit IHM wirst du eine Leiter bauen, die im massiven Felsen des Glaubens verankert ist und bis in den HIMMEL reicht. Und du wirst sie nicht benutzen, um alleine in den HIMMEL aufzufahren.”
(EKIW: Kapitel 18, V. 2.)
In den Prozess der wahren Vergebung gehen wir mit dem HEILIGEN GEIST hinein, um die Dunkelheit zu vertreiben, und wir werden zur Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks zurückgebracht. Bringen wir diese Dunkelheit ans Licht. Bringen wir all unsere verrückten Überzeugungen ans Licht, und wir werden sehen, dass sie nur in unserer Vorstellung existierten. Sie waren nur dunkle Drachen, verrückte kleine Ideen, die wir vergraben und versteckt gehalten haben. Es war nur ein weiterer Trick des Egos. Es war nie echt!
Vergebung ist ein Moment, in dem man sich dafür entscheidet, glücklich zu sein, anstatt Recht zu haben. Vergebung ist eine Gelegenheit, sich neu für die Wirklichkeit zu entscheiden; es ist der Moment, in dem wir uns für unser wahres SELBST entscheiden und nicht für ein Bild von uns.
Vergebung bedeutet, nach innen zu gehen, unter die Angriffsgedanken und in die Unschuld dessen zu kommen, was wir sind, in unsere Göttlichkeit. Vergebung tut im Stillen nichts. Sie wartet und beobachtet, und sie urteilt nicht. Es ist einfach ein heiterer, tiefer, stiller Geisteszustand. Wenn Vergebung unsere Funktion ist, sind wir von Natur aus glücklich. Vergebung ist unser Schlüssel zum Glück!
Dies ist kein vorübergehendes Glück, das mit bestimmten Ergebnissen verbunden ist. Es ist nicht: "Ich bin glücklich, weil ich eine Gehaltserhöhung bekommen, meinen Seelenverwandten gefunden oder im Lotto gewonnen habe." Es ist keine vorübergehende Art von Glück. Die Vergebungspraxis führt also zu einer sehr freudigen Erfahrung, denn es gibt keine Agenda mit irgendetwas. Wir können den unglücklichen Traum als Fehlwahrnehmung beschreiben, und dann ist der glückliche, vergebene Traum der Prüfstein, der dem Himmel auf Erden am nächsten kommt. Es ist eine Transformation im Geist und im Bewusstsein. Man ist dem HIMMEL so nahe, dass die Füße sozusagen den Boden nicht mehr berühren. Man wird einfach getragen und hochgehoben!
Vergeben und die Welt als einen Traum sehen
Manche Menschen glauben, wenn man anfängt, die Welt als einen Traum oder eine Illusion zu sehen, wird man desinteressiert oder hat kein Gefühl für Liebe oder Mitgefühl, das durch einen fließt. Aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Der HEILIGE GEIST strömt in diesem Zustand sogar noch stärker durch unseren Geist, da man nicht darauf Wert legt, dass die Form auf eine bestimmte Art und Weise ist oder auf eine bestimmte Weise aussieht. Wir erleben eher einen Ruf nach Liebe als einen Angriff, und wir geben, worum man uns bittet; wir geben die Liebe. Wir fallen nicht auf die Wahrnehmung rein, wir fallen nicht auf das Verhalten rein. Wenn wir Liebe verschenken, stärken wir sie, und dann wissen wir, dass wir sie sind, dass wir eine unbegrenzte Ausdehnung der göttlichen Liebe sind.Vergebung kann sich tiefgreifend, sehr tief und sehr mystisch anfühlen. Die amerikanische Kurs-Lehrerin Lisa Fair hatte eine Schwester, die vergewaltigt und ermordet wurde. Die Geschichte ihrer Vergebung, bei der ihr auch Jesus erschien, und die direkte Begegnung mit dem Mörder ihrer Schwester im Aufzug ist zutiefst berührend. Sie legte Zeugnis für die Vergebung für uns alle ab.
Beispiele der Vergebung zeigen uns, was möglich wird, wenn wir von Herzen vergeben. Als die Tochter eines Freundes von David Hoffmeister ermordet wurde, betete dieser Freund inständig. Sie verhafteten einen Mann. Davids Freund betete: "Was soll ich tun?", und Jesus sagte: "Geh ins Gefängnis. Geh in die Zelle zu diesem Mann und sag ihm, dass du ihn liebst." Dieser Mann hatte seine Tochter ermordet, und er sollte in das Gefängnis gehen, in die Zelle, und einfach bei diesem Mann sein. Als er ins Gefängnis ging, liebte er diesen Mann so sehr, dass er anfing, Gedichte zu schreiben, zu malen und sich mit den Lehren des Kurses in Wundern zu beschäftigen. Bei der Vergebung geht es darum, über den Fehler hinauszusehen.
Das sind starke Beispiele, bei denen wir sehen können, wie sich unser Geist in Wut und Schuldzuweisungen verwandeln könnte. Bei solchen Szenarien denkt man sofort an etwas Böses, dem man nicht begegnen möchte. Aber Jesus sagt uns immer wieder: "Nehmt den Fremden auf." Er weist uns an, all unsere Gedanken und Wahrnehmungen, dass jemand etwas falsch gemacht hat, hinter uns zu lassen und uns in Liebe zu verbinden. Sich in Liebe zu verbinden ist unsere Freiheit. Es bedeutet sich in der Gegenwart zu verbinden. Kränkungen gehören immer der Vergangenheit an. Wenn wir einen Groll hegen, bleiben wir im Gefängnis und die ganze Welt auch. Wenn wir vergeben, wenn wir den Groll hinter uns lassen, wenn wir mit den Augen CHRISTI sehen und uns in CHRISTUS verbinden, befreien wir die ganze Welt.
Eine Erfahrung von wahrer Freiheit kann nur in der Gegenwart gemacht werden und sie kann nur mit Vergebung kommen. Vergebung ist unsere einzige Aufgabe - unser einziges Geschenk an die Welt. Wir haben keine andere Lebensaufgabe als diese. Die Berufung unseres Lebens besteht nicht darin, etwas zu "werden". Das Gegenteil ist der Fall. Es geht darum, das falsche Selbst, das wir erschaffen haben, loszuwerden. Und das tun wir, indem wir ihm vergeben, indem wir unseren Glauben an es vergeben. Wir sind nicht mehr durch Angst, Schuld und Zweifel gefesselt, wenn wir alle unsere Überzeugungen bis hin zum zentralen Glauben an die Trennung vollständig überprüft und losgelassen haben. Dies ist das ultimative Verlernen und “Entwickeln” des Geistes, das zu einem Leben in glückseliger Freiheit und Freude führen wird.
“Vergebung bietet alles, was ich will.”
(EKIW: Lektion 122)
(EKIW: Lektion 122)
Vergebung fegt Verzerrungen weg und öffnet den verborgenen Altar für die Wahrheit. Denn hier, und nur hier, wird der Geistesfrieden wiederhergestellt, denn dies ist die Wohnung GOTTES selbst. Mit vollständiger Vergebung werden wir sehen, dass niemand verletzt werden kann, und sobald wir mit der tiefen Gegenwart in Berührung kommen, sind alle Dinge gleichermaßen akzeptabel. In der Wahrnehmung der Vergebung, der sanften Gnade der Liebe, die wir sind, wird alles als Ganzes gesehen. Und diese ganzheitliche Sichtweise ist so entspannend, dass wir uns buchstäblich durch den Tag tragen lassen können, indem wir uns vom Wind wie eine Feder tragen lassen.
Vergebung ist die Liebe, die das Glück herbeiruft
Wäre es nicht wundervoll, durch unser Leben zu gleiten wie durch einen friedlichen Traum, in dem wir einfach nur erfreut sind und uns selbst und andere voll und ganz akzeptieren? In dieser Welt der Träume kann unser Ziel darin bestehen, unsere Wahrnehmung von einem Albtraum in einen glücklichen Traum zu verwandeln. Der glückliche Traum ist, einfach ausgedrückt, ein Traum der Nichtbeurteilung. Die Menschen organisieren die Welt, die sie sehen, und ihr Leben auf der Erde auf der Grundlage vieler Glaubenssätze. Die Vergebung, um die es in dem glücklichen Traum geht, ist wie ein riesiger, allumfassender Glaube. Sie ist sogar so groß, dass sie alle anderen Überzeugungen buchstäblich verschlingt. Das bedeutet, dass wir bei der Vergebung die Erfahrung machen, dass alle spezifischen Überzeugungen völlig unwahr sind. Vergebung versetzt uns also in einen Zustand der völligen Offenheit, Akzeptanz und All-Umfasstheit.Praktisch bedeutet dies, dass wir nie wieder in einen Streit geraten werden, weil wir wissen, dass es keine bestimmten Überzeugungen gibt, die wahrer sind als andere; sie sind alle gleichermaßen falsch. All die Etiketten und all die Dinge, die die Menschen zu verteidigen scheinen, wie unterschiedliche Kulturen, Religionen und Glaubensvorstellungen, die mit verschiedenen Ethnien verbunden sind, werden für uns keine bedeutenden Unterschiede mehr darstellen. Wir werden eine Erfahrung des vereinten Bewusstseins machen, in dem alles eins ist. Alles ist Geist, und wir werden uns als Geist erkennen. Wir haben den Glauben an richtig und falsch, Argumente, Debatten und Meinungen vollständig überwunden.
Wenn wir von einem Ort der Vergebung kommen, erkennen wir, dass alle Bedeutung in unserem Herzen liegt, und wir werden diese wunderschöne Bedeutung in alles einbringen, was wir sehen. Lektion 30 lautet: “GOTT ist in allem, was ich sehe, weil GOTT in meinem Geist ist." Wir nehmen die Liebe in unserem Herzen und lassen sie auf absolut alles ausströmen. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und wenn wir mit den Augen der Liebe schauen, können wir nicht anders, als diese Liebe zu sehen und weiterzugeben.
Viele Zeugen werden herbeigerufen. Auf diese Weise leuchtet der Traum auf. Zeugen der Liebe, des Friedens und der Harmonie beginnen den Geist zu überfluten. Die Zeugen der Liebe ersetzen die Zeugen von Angst, Schuld, Scham und Schmerz. Zeugen des Glücks, der Freude und der Freiheit durchdringen den Geist und die Traumwelt.
Ruf nach Liebe
Wenn wir glauben, etwas Schreckliches in der Welt zu sehen, das wir nicht vergeben können, dann erinnern wir uns daran, dass es ein Ruf nach Liebe ist - und zwar unser eigener Ruf nach Liebe. Ein Ereignis, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt hat, ist "Nine Eleven" (9/11). Jeder der dieses Ereignis bewusst wahrgenommen hat, weiß noch genau, wo und unter welchen Umständen ihn die Nachricht vom 11. September 2001 erreicht hat und erinnert sich an den Angriff, der darauf folgte. Die zentrale Notrufnummer in den USA ist seit über 60 Jahren 911. Was für ein Symbol! 9/11 ist ein Notruf - ein Ruf nach Liebe.
“Es gibt keine Rangordnung der Schwierigkeit bei Wundern. Eines ist nicht »schwieriger« oder »größer« als ein anderes.”
(EKIW: Kapitel 1, I. 1. 1.-2.)
Wenn wir dieses Geschehen als einen Ruf nach Liebe erleben, werden wir geben, worum man uns bittet; wir geben die Liebe. Wir fallen nicht auf die Wahrnehmung rein. Wenn wir Liebe verschenken, stärken wir sie, und dann wissen wir, dass wir sie sind, dass wir eine unbegrenzte Ausdehnung der göttlichen Liebe sind.
“Das ist das eigentlich Wertvolle daran, wenn du lernst, Angriff als einen Ruf nach Liebe wahrzunehmen. Wir haben bereits gelernt, dass Angst und Angriff unausweichlich miteinander verbunden sind. Wenn nur Angriff Angst erzeugt und wenn du Angriff als den Hilferuf siehst, der er ist, muss es dir dämmern, dass die Angst unwirklich ist. Denn Angst ist ein Ruf nach Liebe, im unbewussten Erkennen dessen, was verleugnet wurde.”
(EKIW: Kapitel 12, I. 8. 10.- 13.)
“Das einzige Urteil dabei ist, dass der HEILIGE GEIST nur zwei Kategorien unterscheidet: Die eine ist die Liebe und die andere der Ruf nach Liebe. Du kannst diese Einteilung nicht verlässlich treffen, denn du bist viel zu verwirrt, um entweder Liebe zu erkennen oder zu glauben, dass alles andere nichts als ein Ruf nach Liebe ist. Du bist zu sehr an die Form gebunden, nicht an den Inhalt. Was du als Inhalt ansiehst, ist überhaupt nicht Inhalt. Es ist nur Form, sonst nichts. Du reagierst nämlich nicht auf das, was dir ein Bruder tatsächlich anbietet, sondern nur auf die jeweilige Wahrnehmung seines Angebotes, der zufolge das Ego es beurteilt.”
(EKIW: Kapitel 14, X. 7.)
In Lektion 14 sind wir ganz konkret aufgefordert folgendes zu üben:
“Gott hat diesen Krieg nicht erschaffen, und somit ist er nicht wirklich.
Gott hat diesen Flugzeugabsturz nicht erschaffen, und somit ist er nicht wirklich.
Gott hat dieses Unglück [benenne es genau] nicht erschaffen, und somit ist es nicht wirklich.”
Wenn wir entschlossen sind, die Unwirklichkeit des Traumes zu begreifen, heißt das keineswegs, kein Gefühl für die Bedürfnisse und Gefühle der vom jeweiligen Alptraum Betroffenen zu haben. Wir haben selbst den Tod geliebter Menschen erlebt. Wie hätten wir uns damals gefühlt, wenn irgendjemand zu uns gekommen wäre und uns erzählt hätte, alles sei nur Illusion und deshalb sollten wir nicht traurig sein? Wir können von Menschen, die gerade jemanden verloren haben, nicht erwarten, dass sie nicht trauern. Es gilt immer auf die Gefühle und den Glauben anderer zu achten. Es geht immer darum, die SÜHNE in unserem Geist anzunehmen und nicht darum, unsere Brüder und Schwestern zu berichtigen.
Wenn wir glauben, etwas Schreckliches in der Welt zu sehen, das wir nicht vergeben können, dann erinnern wir uns daran, dass es ein Ruf nach Liebe ist - und zwar unser eigener Ruf nach Liebe. Ein Ereignis, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt hat, ist "Nine Eleven" (9/11). Jeder der dieses Ereignis bewusst wahrgenommen hat, weiß noch genau, wo und unter welchen Umständen ihn die Nachricht vom 11. September 2001 erreicht hat und erinnert sich an den Angriff, der darauf folgte. Die zentrale Notrufnummer in den USA ist seit über 60 Jahren 911. Was für ein Symbol! 9/11 ist ein Notruf - ein Ruf nach Liebe.
“Es gibt keine Rangordnung der Schwierigkeit bei Wundern. Eines ist nicht »schwieriger« oder »größer« als ein anderes.”
(EKIW: Kapitel 1, I. 1. 1.-2.)
Wenn wir dieses Geschehen als einen Ruf nach Liebe erleben, werden wir geben, worum man uns bittet; wir geben die Liebe. Wir fallen nicht auf die Wahrnehmung rein. Wenn wir Liebe verschenken, stärken wir sie, und dann wissen wir, dass wir sie sind, dass wir eine unbegrenzte Ausdehnung der göttlichen Liebe sind.
“Das ist das eigentlich Wertvolle daran, wenn du lernst, Angriff als einen Ruf nach Liebe wahrzunehmen. Wir haben bereits gelernt, dass Angst und Angriff unausweichlich miteinander verbunden sind. Wenn nur Angriff Angst erzeugt und wenn du Angriff als den Hilferuf siehst, der er ist, muss es dir dämmern, dass die Angst unwirklich ist. Denn Angst ist ein Ruf nach Liebe, im unbewussten Erkennen dessen, was verleugnet wurde.”
(EKIW: Kapitel 12, I. 8. 10.- 13.)
“Das einzige Urteil dabei ist, dass der HEILIGE GEIST nur zwei Kategorien unterscheidet: Die eine ist die Liebe und die andere der Ruf nach Liebe. Du kannst diese Einteilung nicht verlässlich treffen, denn du bist viel zu verwirrt, um entweder Liebe zu erkennen oder zu glauben, dass alles andere nichts als ein Ruf nach Liebe ist. Du bist zu sehr an die Form gebunden, nicht an den Inhalt. Was du als Inhalt ansiehst, ist überhaupt nicht Inhalt. Es ist nur Form, sonst nichts. Du reagierst nämlich nicht auf das, was dir ein Bruder tatsächlich anbietet, sondern nur auf die jeweilige Wahrnehmung seines Angebotes, der zufolge das Ego es beurteilt.”
(EKIW: Kapitel 14, X. 7.)
In Lektion 14 sind wir ganz konkret aufgefordert folgendes zu üben:
“Gott hat diesen Krieg nicht erschaffen, und somit ist er nicht wirklich.
Gott hat diesen Flugzeugabsturz nicht erschaffen, und somit ist er nicht wirklich.
Gott hat dieses Unglück [benenne es genau] nicht erschaffen, und somit ist es nicht wirklich.”
Wenn wir entschlossen sind, die Unwirklichkeit des Traumes zu begreifen, heißt das keineswegs, kein Gefühl für die Bedürfnisse und Gefühle der vom jeweiligen Alptraum Betroffenen zu haben. Wir haben selbst den Tod geliebter Menschen erlebt. Wie hätten wir uns damals gefühlt, wenn irgendjemand zu uns gekommen wäre und uns erzählt hätte, alles sei nur Illusion und deshalb sollten wir nicht traurig sein? Wir können von Menschen, die gerade jemanden verloren haben, nicht erwarten, dass sie nicht trauern. Es gilt immer auf die Gefühle und den Glauben anderer zu achten. Es geht immer darum, die SÜHNE in unserem Geist anzunehmen und nicht darum, unsere Brüder und Schwestern zu berichtigen.
Durch Vergebung strahlen wir einfach die Wahrheit aus. Das ist der Punkt, an dem das Wunder im Bewusstsein erscheint. Wir bleiben in der Wahrheit der Unschuld und weigern uns, unseren Bruder oder unsere Schwester als etwas zu sehen, was sie nicht sind. Und wenn wir diese Präsenz und Vision der Unschuld bewahren, werden wir emporgehoben, um uns daran zu erinnern, wer auch wir sind. Das ist die liebevollste und mitfühlendste Erfahrung überhaupt. Und sie wird wirklich geteilt!
“Vergib der Welt, und du wirst verstehen, dass alles, was GOTT schuf, kein Ende haben kann und dass nichts wirklich ist, was ER nicht schuf. Mit diesem einen Satz ist unser Kurs erklärt. Mit diesem einen Satz wird unserem Üben seine einzige Richtung gegeben. Und in diesem einen Satz ist des HEILIGEN GEISTES ganzer Lehrplan ganz genau so bezeichnet, wie er ist.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 20. 5. 7.-10.)
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 20. 5. 7.-10.)
“Die Vergebung malt das Bild einer Welt, in der das Leiden vorbei ist, Verlust unmöglich wird und Ärger keinen Sinn ergibt. Der Angriff ist vergangen, und die Verrücktheit hat ein Ende. Welches Leiden ist jetzt vorstellbar? Welcher Verlust kann aufrechterhalten werden? Die Welt wird zu einem Ort der Freude, des Überflusses, der Nächstenliebe und des endlosen Gebens. Sie ist dem HIMMEL jetzt so ähnlich, dass sie rasch in das Licht verwandelt wird, welches sie widerspiegelt. So hat die Reise, die GOTTES SOHN begann, im Licht, aus dem er kam, geendet.”
(EKIW: Lektion 249, 1.)
Vergebungsübung
Die Hindernisse vor dem Frieden
Dieser Artikel enthält ausschließlich eine Sammlung einiger prägnanter Zitate aus Kapitel 19, IV des Kurses und kann all jenen als Erinnerungsstütze dienen, die den Kurs schon mindestens einmal durchgearbeitet haben. Diesen Hindernissen werden wir immer wieder begegnen, bis wir sie endgültig überwunden haben:
A. Das erste Hindernis: der Wunsch, ihn loszuwerden
a) Die Anziehungskraft der Schuld
B. Das zweite Hindernis: der Glaube, der Körper sei wertvoll um dessentwillen, was er bietet
a) Die Anziehungskraft des Schmerzes
C. Das dritte Hindernis: die Anziehungskraft des Todes
a) Der unverwesliche Körper
D. Das vierte Hindernis: die Angst vor GOTT
a) Das Lüften des Schleiers
a) Die Anziehungskraft der Schuld
B. Das zweite Hindernis: der Glaube, der Körper sei wertvoll um dessentwillen, was er bietet
a) Die Anziehungskraft des Schmerzes
C. Das dritte Hindernis: die Anziehungskraft des Todes
a) Der unverwesliche Körper
D. Das vierte Hindernis: die Angst vor GOTT
a) Das Lüften des Schleiers
“Während der Frieden sich aus der Tiefe deines Inneren ausdehnt, um die ganze SOHNSCHAFT zu umfassen und ihr Ruhe zu schenken, wird er auf viele Hindernisse stoßen.”
“Du kannst den HEILIGEN GEIST nicht sehen, aber du kannst deine Brüder wahrheitsgemäß sehen. Und das Licht in ihnen wird dir alles zeigen, was du zu sehen brauchst. Wenn der Frieden in dir so weit ausgedehnt ist, dass er jeden umfasst, dann wird die Funktion des HEILIGEN GEISTES hier vollbracht sein.”
“Hab keine Angst vor diesem kleinen Hindernis! Es kann den WILLEN GOTTES nicht zurückhalten. Der Frieden wird darüber hinwegfließen und sich ungehindert mit dir verbinden. Die Erlösung kann dir nicht vorenthalten werden. Sie ist dein Ziel. Du kannst nichts anderes wählen.”
“Der kleine wahnsinnige Wunsch, IHN loszuwerden, DEN du hereingebeten hast, und IHN hinauszustoßen, muss Konflikt erzeugen. Während du die Welt betrachtest, kann dieser kleine Wunsch, entwurzelt und planlos dahintreibend, irgendwo landen und sich für eine kurze Zeit auf irgend etwas niederlassen, denn jetzt hat er kein Ziel mehr. Bevor der HEILIGE GEIST eingekehrt war, um in dir zu wohnen, schien er ein mächtiges Ziel zu haben: die starre und unveränderbare Hingabe an die Sünde und an ihre Folgen. Jetzt ist er ziellos, irrt zwecklos hin und her und verursacht nicht mehr als winzige Unterbrechungen in der Anziehungskraft der Liebe.”
a) Die Anziehungskraft der Schuld
“Die Anziehungskraft der Schuld erzeugt Angst vor der Liebe, denn die Liebe würde überhaupt nie auf die Schuld schauen. Es ist das Wesen der Liebe, dass sie nur auf die Wahrheit schaut, mit der sie sich in heiliger Vereinigung und Vollständigkeit verbinden möchte.”
“Die Angst ist nämlich gnadenlos, sogar zu ihren Freunden. Ihre Boten stehlen sich schuldbewusst davon in hungriger Suche nach der Schuld, denn ihr Herr lässt sie frieren, darben und sehr bösartig werden und sich nur an dem weiden, was sie ihm zurückbringen. Auch nicht das kleinste Fünkchen Schuld entgeht ihren hungrigen Augen.”
“Der HEILIGE GEIST hat dir die Boten der Liebe gegeben, damit du sie anstelle derjenigen aussendest, die du durch Angst abgerichtet hast. Sie sind eben so begierig, dir wiederzubringen, was ihnen lieb und teuer ist, wie es die andern sind. Und sendest du sie aus, werden sie nur das Schuldlose und das Schöne, das Sanfte und das Gütige sehen. Sie werden ebenso sorgfältig darauf achten, nicht einen kleinen Akt der Nächstenliebe, nicht eine winzige Äußerung der Vergebung, nicht einen schwachen Hauch der Liebe ihrer Aufmerksamkeit entgehen zu lassen. Und sie werden wiederkehren mit all den glücklichen Dingen, die sie gefunden haben, um sie liebevoll mit dir zu teilen.”
“Der Schmerz ist das einzige »Opfer«, das der HEILIGE GEIST fordert, und diesen möchte ER entfernen.”
a) Die Anziehungskraft des Schmerzes
“Man kann unmöglich Lust durch den Körper suchen und nicht Schmerz finden. Es ist ganz wesentlich, dass diese Beziehung verstanden wird, denn sie ist eine, die das Ego als Beweis der Sünde sieht. Sie hat in Wirklichkeit überhaupt nichts mit Strafe zu tun. Sie ist bloß die unvermeidliche Folge davon, dass du dich mit dem Körper gleichgesetzt hast, und das ist die Einladung an den Schmerz. Denn es lädt die Angst ein, einzutreten und dein Ziel zu werden. Und mit ihr muss die Anziehungskraft der Schuld eintreten und alles, was die Angst den Körper zu tun anweist, ist deshalb schmerzvoll. Es wird den Schmerz aller Illusionen teilen, und die Illusion der Lust wird dasselbe sein wie Schmerz.”
“Genau diese Idee liegt der gesamten riesigen Investition des Ego in den Körper zugrunde. Und genau diese wahnsinnige Beziehung hält es versteckt, während es sich davon nährt. Dich lehrt es, dass des Körpers Lust Glück ist. Bei sich aber flüstert es: »Sie ist der Tod.«”
“Höre nicht seine [Ego] Verrücktheit, und glaube nicht, dass das Unmögliche wahr ist. Vergiss nicht, dass das Ego den Körper dem Ziel der Sünde hingegeben hat und seinen ganzen Glauben in ihn setzt, dass dies erreichbar ist. Seine traurigen Jünger singen ohne Unterlass ein Loblied auf den Körper, während sie feierlich des Ego Herrschaft zelebrieren. Und da ist keiner, der nicht glauben muss, dass der Anziehungskraft der Schuld nachzugeben das Entrinnen aus dem Schmerz ist. Keiner, der nicht den Körper als sich selbst ansehen muss, ohne den er sterben würde, in dem jedoch sein Tod ebenso unausweichlich ist.”
“Als du die Zielsetzung des HEILIGEN GEISTES anstelle derjenigen des Ego angenommen hast, hast du dem Tod entsagt und ihn gegen das Leben eingetauscht.”
a) Der unverwesliche Körper
“Vom Ego kamen Sünde, Schuld und Tod, in Opposition zum Leben und der Unschuld und dem WILLEN GOTTES SELBST.”
“Die Arroganz der Sünde, der Stolz der Schuld und das Grabmal der Trennung sie alle sind Teil deiner unerkannten Hingabe an den Tod.”
“Für dich gibt es eine andere Hingabe, die den Körper unverweslich und vollkommen erhält, solange er für deinen heiligen Zweck nützlich ist. Der Körper stirbt ebenso wenig, wie er fühlen kann. Er tut nichts. Von sich aus ist er weder verweslich noch unverweslich. Er ist nichts. Er ist die Folge einer winzig kleinen Wahnidee der Verweslichkeit, die berichtigt werden kann.”
“Wer den Tod fürchtet, sieht nicht, wie oft und laut er ihn ruft und ihn zu sich kommen heißt, damit er ihn vor der Kommunikation errette. Der Tod wird nämlich als Sicherheit gesehen, als großer, dunkler Retter vor dem Licht der Wahrheit, als Antwort auf die ANTWORT, als einer, der die STIMME, DIE für GOTT spricht, zum Verstummen bringt. Aber der Rückzug in den Tod ist nicht das Ende des Konflikts. Nur GOTTES ANTWORT ist sein Ende.”
“Mein Bruder, Kind unseres VATERS, das ist ein Traum vom Tod. Es gibt keine Beerdigung, keine dunklen Altäre, keine finsteren Gebote noch verdrehten Rituale der Verurteilung, zu denen dich der Körper führt. Bitte nicht ihn, dich zu befreien. Sondern befreie ihn von den gnadenlosen, unerbittlichen Befehlen, die du ihm auferlegt hast, und vergib ihm das, was du ihm zu tun befahlst. Indem du ihn überhöht hast, befahlst du ihm zu sterben, denn nur der Tod konnte das Leben bezwingen. Und was sonst als der Wahnsinn konnte auf die Niederlage GOTTES blicken und denken, dass sie wirklich ist?”
“Die Angst vor dem Tod wird vergehen, wenn ihr Reiz der wirklichen Anziehungskraft der Liebe abgetreten wird. Das Ende der Sünde, das sich ruhig in die Sicherheit deiner Beziehung schmiegt, ist sehr nah, geschützt durch deine Vereinigung mit deinem Bruder und bereit, zu einer mächtigen Kraft für GOTT anzuwachsen. Die Erlösung wird als kleines Kind sorgsam gehütet von der Liebe und vor jedem Gedanken bewahrt, der sie angreifen würde; still wird sie dafür bereit gemacht, die mächtige Aufgabe zu erfüllen, für die sie dir gegeben wurde. Deine neugeborene Zielsetzung wird genährt von Engeln, dem HEILIGEN GEIST ist sie lieb und teuer, und GOTT SELBST beschützt sie. Sie braucht deinen Schutz nicht: Sie ist dein. Denn sie ist todlos, und in ihr liegt des Todes Ende.”
“Wenn dir irgend etwas als eine Quelle der Angst erscheint, wenn irgendeine Situation dich in Angst und Schrecken versetzt, deinen Körper zittern lässt und kalter Angstschweiß ihn überkommt, dann erinnere dich daran, dass es immer aus einem Grund geschieht: das Ego hat es als Symbol der Angst, als Zeichen der Sünde und des Todes wahrgenommen.”
“Siehst du dich einer solchen scheinbaren Ungewissheit der Bedeutung gegenüber, beurteile sie nicht. Erinnere dich an die heilige Gegenwart DESSEN, DER dir gegeben ward, um des Urteils QUELLS zu sein. Übergib es IHM, für dich zu urteilen, und sage:
Nimm dies von mir, betrachte es und beurteile es für mich.
Lass es mich nicht als Zeichen der Sünde und des Todes sehen noch zur Zerstörung nutzen.
Lehre mich, wie ich daraus kein Hindernis für den Frieden mache,
sondern es DICH für mich nutzen lasse, um sein Kommen zu erleichtern.”
“Jedes Hindernis, über das der Frieden hinwegfließen muss, wird immer auf dieselbe Weise überwunden: Die Angst, die es errichtet hat, weicht der dahinterliegenden Liebe und so ist die Angst vergangen.”
“Es scheint dir, dass die Welt dich ganz und gar im Stiche lassen wird, wenn du nur deinen Blick erhebst. Doch alles, was geschehen wird, ist, dass du die Welt für immer verlassen wirst. Das ist die Wiedereinsetzung deines Willens. Sieh ihn mit offenen Augen an, und du wirst nimmermehr glauben, dass du in der Gewalt von Dingen jenseits von dir bist, von Kräften, die du nicht kontrollieren kannst, und von Gedanken, die dir gegen deinen Willen kommen. Es ist dein Wille, dieses anzusehen. Kein verrücktes Verlangen, kein trivialer Impuls, das wieder zu vergeben, kein Stich der Angst, noch der kalte Schweiß des scheinbaren Todes können deinem Willen standhalten. Denn was dich von jenseits des Schleiers her anzieht, das ist auch tief in dir, der du ungetrennt davon bist und vollständig eins.”
a) Das Lüften des Schleiers
“Der FÜHRER, DER dich hergebracht hat, bleibt bei dir, und wenn du deinen Blick erhebst, wirst du bereit sein, auf schieren Schrecken ohne die geringste Angst zu schauen. Zuerst jedoch hebe deinen Blick und schaue deinen Bruder an in Unschuld, geboren aus der vollständigen Vergebung seiner Illusionen, und mit des Glaubens Augen, der sie nicht sieht.”
“Niemand kann unerschrocken auf die Angst vor GOTT schauen, wenn er die SÜHNE nicht angenommen und gelernt hat, dass Illusionen nicht wirklich sind. Niemand kann allein vor diesem Hindernis stehen, denn er wäre nicht so weit gelangt, wenn sein Bruder nicht neben ihm hergegangen wäre. Und niemand würde es wagen, es zu betrachten, ohne seinem Bruder in seinem Herzen vollständig vergeben zu haben. Bleibe hier eine Weile stehen und zittere nicht. Du wirst bereit sein. Wir wollen uns in einem heiligen Augenblick an diesem Ort verbinden, an den der Zweck, der dir im heiligen Augenblick gegeben ward, dich führte. Auch wollen wir uns in dem Glauben verbinden, dass ER, DER uns gemeinsam hier herbrachte, dir die Unschuld schenken wird, die du brauchst, und dass du sie annehmen wirst um meiner und um SEINER Liebe willen.”
“Hier, angesichts des Endes deiner Reise, siehst du ihren Zweck. Und hier triffst du die Wahl, ob du ihn anschaust oder weiterwanderst, nur um zurückzukehren und noch einmal die Wahl zu treffen.”
“Es braucht einige Vorbereitung, um die Angst vor GOTT anzuschauen. Nur die geistig Gesunden können den nackten Wahnsinn und die rasende Verrücktheit mit Erbarmen und mit Mitgefühl betrachten, aber ohne Angst. Denn nur wenn sie daran teilhaben, scheinen diese furchterregend zu sein, und du hast so lange daran teil, bis du deinen Bruder mit vollkommenem Glauben und vollkommener Liebe und Zärtlichkeit ansiehst. Vor der vollständigen Vergebung stehst du und hast noch immer nicht vergeben. Du hast Angst vor GOTT, weil du deinen Bruder fürchtest. Diejenigen, denen du nicht vergibst, fürchtest du. Und niemand gelangt zur Liebe mit Angst an seiner Seite.”
“Dieser Bruder, der neben dir steht, scheint immer noch ein Fremder zu sein. Du erkennst ihn nicht, und deine Deutung von ihm ist sehr furchterregend. Auch greifst du ihn noch immer an, um das, was du selbst zu sein scheinst, vor Schaden zu bewahren. Deine Erlösung aber liegt in seinen Händen. Du siehst seine Verrücktheit, die du hasst, weil du sie teilst. Und das ganze Mitleid und die Vergebung, die sie heilen würden, weichen der Angst. Bruder, du brauchst Vergebung deinem Bruder gegenüber, denn ihr werdet euch gemeinsam in die Verrücktheit oder in den HIMMEL teilen. Auch werdet ihr eure Augen gemeinsam im Glauben erheben oder gar nicht.”
“Befreiung wurde dir gegeben, damit du sie deinem Bruder gibst und so empfängst. Wem du vergibst, der ist frei, und was du gibst, das teilst du. Vergib die Sünden, die dein Bruder begangen zu haben glaubt, und alle Schuld, die du in ihm zu sehen glaubst.”
“Gemeinsam werden wir eingehen in die GEGENWART jenseits des Schleiers, nicht um verloren, sondern um gefunden zu werden, nicht um gesehen, sondern um erkannt zu werden. Und in der Erkenntnis, dass nichts im Plan, den GOTT für die Erlösung aufgestellt hat, ungetan gelassen wird. Das ist der Sinn und Zweck der Reise, ohne den die Reise bedeutungslos ist. Hier ist der Frieden GOTTES, der dir in Ewigkeit von IHM gegeben ist. Hier sind die Ruhe und die Stille, die du suchst und die von Anfang an der Grund für diese Reise waren. Der HIMMEL ist die Gabe, die du deinem Bruder schuldest, die Dankesschuld, die du dem SOHNE GOTTES schenkst als Dank für das, was er ist und was zu sein sein VATER ihn erschuf.”
“Du kannst den HEILIGEN GEIST nicht sehen, aber du kannst deine Brüder wahrheitsgemäß sehen. Und das Licht in ihnen wird dir alles zeigen, was du zu sehen brauchst. Wenn der Frieden in dir so weit ausgedehnt ist, dass er jeden umfasst, dann wird die Funktion des HEILIGEN GEISTES hier vollbracht sein.”
A. Das erste Hindernis: der Wunsch, ihn loszuwerden
“Und dennoch, dieser kleine Rest von Angriff, den du noch immer gegen deinen Bruder hegst, er ist das erste Hindernis, auf das der Frieden in dir stößt, wenn er vorangeht. Diese kleine Mauer des Hasses widersetzt sich noch immer dem WILLEN GOTTES und hält ihn in Grenzen.”“Hab keine Angst vor diesem kleinen Hindernis! Es kann den WILLEN GOTTES nicht zurückhalten. Der Frieden wird darüber hinwegfließen und sich ungehindert mit dir verbinden. Die Erlösung kann dir nicht vorenthalten werden. Sie ist dein Ziel. Du kannst nichts anderes wählen.”
“Der kleine wahnsinnige Wunsch, IHN loszuwerden, DEN du hereingebeten hast, und IHN hinauszustoßen, muss Konflikt erzeugen. Während du die Welt betrachtest, kann dieser kleine Wunsch, entwurzelt und planlos dahintreibend, irgendwo landen und sich für eine kurze Zeit auf irgend etwas niederlassen, denn jetzt hat er kein Ziel mehr. Bevor der HEILIGE GEIST eingekehrt war, um in dir zu wohnen, schien er ein mächtiges Ziel zu haben: die starre und unveränderbare Hingabe an die Sünde und an ihre Folgen. Jetzt ist er ziellos, irrt zwecklos hin und her und verursacht nicht mehr als winzige Unterbrechungen in der Anziehungskraft der Liebe.”
a) Die Anziehungskraft der Schuld
“Die Anziehungskraft der Schuld erzeugt Angst vor der Liebe, denn die Liebe würde überhaupt nie auf die Schuld schauen. Es ist das Wesen der Liebe, dass sie nur auf die Wahrheit schaut, mit der sie sich in heiliger Vereinigung und Vollständigkeit verbinden möchte.”
“Die Angst ist nämlich gnadenlos, sogar zu ihren Freunden. Ihre Boten stehlen sich schuldbewusst davon in hungriger Suche nach der Schuld, denn ihr Herr lässt sie frieren, darben und sehr bösartig werden und sich nur an dem weiden, was sie ihm zurückbringen. Auch nicht das kleinste Fünkchen Schuld entgeht ihren hungrigen Augen.”
“Der HEILIGE GEIST hat dir die Boten der Liebe gegeben, damit du sie anstelle derjenigen aussendest, die du durch Angst abgerichtet hast. Sie sind eben so begierig, dir wiederzubringen, was ihnen lieb und teuer ist, wie es die andern sind. Und sendest du sie aus, werden sie nur das Schuldlose und das Schöne, das Sanfte und das Gütige sehen. Sie werden ebenso sorgfältig darauf achten, nicht einen kleinen Akt der Nächstenliebe, nicht eine winzige Äußerung der Vergebung, nicht einen schwachen Hauch der Liebe ihrer Aufmerksamkeit entgehen zu lassen. Und sie werden wiederkehren mit all den glücklichen Dingen, die sie gefunden haben, um sie liebevoll mit dir zu teilen.”
B. Das zweite Hindernis: der Glaube, der Körper sei wertvoll um dessentwillen, was er bietet
“Das ist der Wert, von dem du denkst, der Frieden werde ihn dir rauben. Das ist es, was er, wie du glaubst, enteignen werde und wodurch du obdachlos würdest. Das ist es, um dessentwillen du dem Frieden ein Zuhause verweigern möchtest. Das erscheint dir als ein zu großes »Opfer«, als zuviel von dir verlangt. Ist es ein Opfer oder eine Befreiung? Was hat der Körper dir denn wirklich gegeben, das deinen sonderbaren Glauben rechtfertigt, in ihm liege die Erlösung? Siehst du denn nicht, dass dies der Glaube an den Tod ist?”“Der Schmerz ist das einzige »Opfer«, das der HEILIGE GEIST fordert, und diesen möchte ER entfernen.”
a) Die Anziehungskraft des Schmerzes
“Man kann unmöglich Lust durch den Körper suchen und nicht Schmerz finden. Es ist ganz wesentlich, dass diese Beziehung verstanden wird, denn sie ist eine, die das Ego als Beweis der Sünde sieht. Sie hat in Wirklichkeit überhaupt nichts mit Strafe zu tun. Sie ist bloß die unvermeidliche Folge davon, dass du dich mit dem Körper gleichgesetzt hast, und das ist die Einladung an den Schmerz. Denn es lädt die Angst ein, einzutreten und dein Ziel zu werden. Und mit ihr muss die Anziehungskraft der Schuld eintreten und alles, was die Angst den Körper zu tun anweist, ist deshalb schmerzvoll. Es wird den Schmerz aller Illusionen teilen, und die Illusion der Lust wird dasselbe sein wie Schmerz.”
“Genau diese Idee liegt der gesamten riesigen Investition des Ego in den Körper zugrunde. Und genau diese wahnsinnige Beziehung hält es versteckt, während es sich davon nährt. Dich lehrt es, dass des Körpers Lust Glück ist. Bei sich aber flüstert es: »Sie ist der Tod.«”
“Höre nicht seine [Ego] Verrücktheit, und glaube nicht, dass das Unmögliche wahr ist. Vergiss nicht, dass das Ego den Körper dem Ziel der Sünde hingegeben hat und seinen ganzen Glauben in ihn setzt, dass dies erreichbar ist. Seine traurigen Jünger singen ohne Unterlass ein Loblied auf den Körper, während sie feierlich des Ego Herrschaft zelebrieren. Und da ist keiner, der nicht glauben muss, dass der Anziehungskraft der Schuld nachzugeben das Entrinnen aus dem Schmerz ist. Keiner, der nicht den Körper als sich selbst ansehen muss, ohne den er sterben würde, in dem jedoch sein Tod ebenso unausweichlich ist.”
C. Das dritte Hindernis: die Anziehungskraft des Todes
“Was Angst vor dem Tod zu sein scheint, ist in Wirklichkeit seine Anziehungskraft.”“Als du die Zielsetzung des HEILIGEN GEISTES anstelle derjenigen des Ego angenommen hast, hast du dem Tod entsagt und ihn gegen das Leben eingetauscht.”
a) Der unverwesliche Körper
“Vom Ego kamen Sünde, Schuld und Tod, in Opposition zum Leben und der Unschuld und dem WILLEN GOTTES SELBST.”
“Die Arroganz der Sünde, der Stolz der Schuld und das Grabmal der Trennung sie alle sind Teil deiner unerkannten Hingabe an den Tod.”
“Für dich gibt es eine andere Hingabe, die den Körper unverweslich und vollkommen erhält, solange er für deinen heiligen Zweck nützlich ist. Der Körper stirbt ebenso wenig, wie er fühlen kann. Er tut nichts. Von sich aus ist er weder verweslich noch unverweslich. Er ist nichts. Er ist die Folge einer winzig kleinen Wahnidee der Verweslichkeit, die berichtigt werden kann.”
“Wer den Tod fürchtet, sieht nicht, wie oft und laut er ihn ruft und ihn zu sich kommen heißt, damit er ihn vor der Kommunikation errette. Der Tod wird nämlich als Sicherheit gesehen, als großer, dunkler Retter vor dem Licht der Wahrheit, als Antwort auf die ANTWORT, als einer, der die STIMME, DIE für GOTT spricht, zum Verstummen bringt. Aber der Rückzug in den Tod ist nicht das Ende des Konflikts. Nur GOTTES ANTWORT ist sein Ende.”
“Mein Bruder, Kind unseres VATERS, das ist ein Traum vom Tod. Es gibt keine Beerdigung, keine dunklen Altäre, keine finsteren Gebote noch verdrehten Rituale der Verurteilung, zu denen dich der Körper führt. Bitte nicht ihn, dich zu befreien. Sondern befreie ihn von den gnadenlosen, unerbittlichen Befehlen, die du ihm auferlegt hast, und vergib ihm das, was du ihm zu tun befahlst. Indem du ihn überhöht hast, befahlst du ihm zu sterben, denn nur der Tod konnte das Leben bezwingen. Und was sonst als der Wahnsinn konnte auf die Niederlage GOTTES blicken und denken, dass sie wirklich ist?”
“Die Angst vor dem Tod wird vergehen, wenn ihr Reiz der wirklichen Anziehungskraft der Liebe abgetreten wird. Das Ende der Sünde, das sich ruhig in die Sicherheit deiner Beziehung schmiegt, ist sehr nah, geschützt durch deine Vereinigung mit deinem Bruder und bereit, zu einer mächtigen Kraft für GOTT anzuwachsen. Die Erlösung wird als kleines Kind sorgsam gehütet von der Liebe und vor jedem Gedanken bewahrt, der sie angreifen würde; still wird sie dafür bereit gemacht, die mächtige Aufgabe zu erfüllen, für die sie dir gegeben wurde. Deine neugeborene Zielsetzung wird genährt von Engeln, dem HEILIGEN GEIST ist sie lieb und teuer, und GOTT SELBST beschützt sie. Sie braucht deinen Schutz nicht: Sie ist dein. Denn sie ist todlos, und in ihr liegt des Todes Ende.”
“Wenn dir irgend etwas als eine Quelle der Angst erscheint, wenn irgendeine Situation dich in Angst und Schrecken versetzt, deinen Körper zittern lässt und kalter Angstschweiß ihn überkommt, dann erinnere dich daran, dass es immer aus einem Grund geschieht: das Ego hat es als Symbol der Angst, als Zeichen der Sünde und des Todes wahrgenommen.”
“Siehst du dich einer solchen scheinbaren Ungewissheit der Bedeutung gegenüber, beurteile sie nicht. Erinnere dich an die heilige Gegenwart DESSEN, DER dir gegeben ward, um des Urteils QUELLS zu sein. Übergib es IHM, für dich zu urteilen, und sage:
Nimm dies von mir, betrachte es und beurteile es für mich.
Lass es mich nicht als Zeichen der Sünde und des Todes sehen noch zur Zerstörung nutzen.
Lehre mich, wie ich daraus kein Hindernis für den Frieden mache,
sondern es DICH für mich nutzen lasse, um sein Kommen zu erleichtern.”
D. Das vierte Hindernis: die Angst vor GOTT
“Das ist der dunkelste Schleier, der durch den Glauben an den Tod aufrechterhalten und durch seine Anziehungskraft geschützt wird.”“Jedes Hindernis, über das der Frieden hinwegfließen muss, wird immer auf dieselbe Weise überwunden: Die Angst, die es errichtet hat, weicht der dahinterliegenden Liebe und so ist die Angst vergangen.”
“Es scheint dir, dass die Welt dich ganz und gar im Stiche lassen wird, wenn du nur deinen Blick erhebst. Doch alles, was geschehen wird, ist, dass du die Welt für immer verlassen wirst. Das ist die Wiedereinsetzung deines Willens. Sieh ihn mit offenen Augen an, und du wirst nimmermehr glauben, dass du in der Gewalt von Dingen jenseits von dir bist, von Kräften, die du nicht kontrollieren kannst, und von Gedanken, die dir gegen deinen Willen kommen. Es ist dein Wille, dieses anzusehen. Kein verrücktes Verlangen, kein trivialer Impuls, das wieder zu vergeben, kein Stich der Angst, noch der kalte Schweiß des scheinbaren Todes können deinem Willen standhalten. Denn was dich von jenseits des Schleiers her anzieht, das ist auch tief in dir, der du ungetrennt davon bist und vollständig eins.”
a) Das Lüften des Schleiers
“Der FÜHRER, DER dich hergebracht hat, bleibt bei dir, und wenn du deinen Blick erhebst, wirst du bereit sein, auf schieren Schrecken ohne die geringste Angst zu schauen. Zuerst jedoch hebe deinen Blick und schaue deinen Bruder an in Unschuld, geboren aus der vollständigen Vergebung seiner Illusionen, und mit des Glaubens Augen, der sie nicht sieht.”
“Niemand kann unerschrocken auf die Angst vor GOTT schauen, wenn er die SÜHNE nicht angenommen und gelernt hat, dass Illusionen nicht wirklich sind. Niemand kann allein vor diesem Hindernis stehen, denn er wäre nicht so weit gelangt, wenn sein Bruder nicht neben ihm hergegangen wäre. Und niemand würde es wagen, es zu betrachten, ohne seinem Bruder in seinem Herzen vollständig vergeben zu haben. Bleibe hier eine Weile stehen und zittere nicht. Du wirst bereit sein. Wir wollen uns in einem heiligen Augenblick an diesem Ort verbinden, an den der Zweck, der dir im heiligen Augenblick gegeben ward, dich führte. Auch wollen wir uns in dem Glauben verbinden, dass ER, DER uns gemeinsam hier herbrachte, dir die Unschuld schenken wird, die du brauchst, und dass du sie annehmen wirst um meiner und um SEINER Liebe willen.”
“Hier, angesichts des Endes deiner Reise, siehst du ihren Zweck. Und hier triffst du die Wahl, ob du ihn anschaust oder weiterwanderst, nur um zurückzukehren und noch einmal die Wahl zu treffen.”
“Es braucht einige Vorbereitung, um die Angst vor GOTT anzuschauen. Nur die geistig Gesunden können den nackten Wahnsinn und die rasende Verrücktheit mit Erbarmen und mit Mitgefühl betrachten, aber ohne Angst. Denn nur wenn sie daran teilhaben, scheinen diese furchterregend zu sein, und du hast so lange daran teil, bis du deinen Bruder mit vollkommenem Glauben und vollkommener Liebe und Zärtlichkeit ansiehst. Vor der vollständigen Vergebung stehst du und hast noch immer nicht vergeben. Du hast Angst vor GOTT, weil du deinen Bruder fürchtest. Diejenigen, denen du nicht vergibst, fürchtest du. Und niemand gelangt zur Liebe mit Angst an seiner Seite.”
“Dieser Bruder, der neben dir steht, scheint immer noch ein Fremder zu sein. Du erkennst ihn nicht, und deine Deutung von ihm ist sehr furchterregend. Auch greifst du ihn noch immer an, um das, was du selbst zu sein scheinst, vor Schaden zu bewahren. Deine Erlösung aber liegt in seinen Händen. Du siehst seine Verrücktheit, die du hasst, weil du sie teilst. Und das ganze Mitleid und die Vergebung, die sie heilen würden, weichen der Angst. Bruder, du brauchst Vergebung deinem Bruder gegenüber, denn ihr werdet euch gemeinsam in die Verrücktheit oder in den HIMMEL teilen. Auch werdet ihr eure Augen gemeinsam im Glauben erheben oder gar nicht.”
“Befreiung wurde dir gegeben, damit du sie deinem Bruder gibst und so empfängst. Wem du vergibst, der ist frei, und was du gibst, das teilst du. Vergib die Sünden, die dein Bruder begangen zu haben glaubt, und alle Schuld, die du in ihm zu sehen glaubst.”
“Gemeinsam werden wir eingehen in die GEGENWART jenseits des Schleiers, nicht um verloren, sondern um gefunden zu werden, nicht um gesehen, sondern um erkannt zu werden. Und in der Erkenntnis, dass nichts im Plan, den GOTT für die Erlösung aufgestellt hat, ungetan gelassen wird. Das ist der Sinn und Zweck der Reise, ohne den die Reise bedeutungslos ist. Hier ist der Frieden GOTTES, der dir in Ewigkeit von IHM gegeben ist. Hier sind die Ruhe und die Stille, die du suchst und die von Anfang an der Grund für diese Reise waren. Der HIMMEL ist die Gabe, die du deinem Bruder schuldest, die Dankesschuld, die du dem SOHNE GOTTES schenkst als Dank für das, was er ist und was zu sein sein VATER ihn erschuf.”
Im Folgenden noch eine Zusammenfassung der Lektion 196 in Bezug auf die Angst vor GOTT:
Wenn wir gründlich verstanden haben und uns dessen voll bewusst bleiben, dass wir uns nur selber kreuzigen können, dann werden wir nicht mehr versuchen uns zu schaden und werden befreit sein von der wahnsinnigen Überzeugung, dass einen Bruder anzugreifen uns selbst erlöst. Der trübselige, hoffnungslose Gedanke, dass wir andere angreifen und selbst entrinnen könnten, hat uns ans Kreuz genagelt. Die Angst vor GOTT ist für jeden, der denkt, dass dieser Gedanke wahr ist, wirklich. Und er wird dessen Torheit nicht wahrnehmen und nicht einmal sehen, dass er vorhanden ist, sodass es möglich wäre, ihn infrage zu stellen.
Wenn wir erst einmal verstanden haben, dass es unmöglich ist, von etwas anderem als unseren eigenen Gedanken verletzt zu werden, dann muss die Angst vor GOTT verschwinden. Dann können wir nicht mehr glauben, dass Angst außen verursacht wird. Und GOTT, DEN wir zu verbannen dachten, kann wieder im heiligen Geist, den er nie verlassen hat, willkommen geheißen werden.
Wenn wir nur uns selbst kreuzigen können, dann haben wir die Welt nicht verletzt und brauchen vor ihrer Rache und Verfolgung keine Angst zu haben. Ebenso wenig müssen wir uns voll Angst und Schrecken vor der tödlichen Angst vor GOTT verstecken, die die Projektion hinter sich verbirgt.
Es gibt einen Moment, wo Angst und Schrecken sich unseres Geistes so gänzlich zu bemächtigen scheinen, dass ein Entrinnen völlig hoffnungslos erscheint. Wenn wir ein für alle Mal begreifen, dass wir es sind, den wir fürchten, dann nimmt der Geist sich als gespalten wahr. Das war es, was verborgen war, solange wir glaubten, Angriff könne nach außen gerichtet werden und von außen nach innen zurückgegeben werden. Es schien ein äußerer Feind zu sein, den wir zu fürchten hatten. Und so wurde ein Gott außerhalb von uns zu unserem Todfeind, zur Quelle der Angst.
Jetzt wird für einen Augenblick ein Mörder in uns wahrgenommen, auf unseren Tod versessen und damit beschäftigt, sich Strafen für uns auszudenken, bis die Zeit gekommen ist, da er endlich töten kann. In diesem Augenblick jedoch ist ebenfalls die Zeit, da die Erlösung kommt. Denn die Angst vor GOTT ist verschwunden. Und wir können IHN anrufen, uns durch SEINE LIEBE von Illusionen zu erlösen, indem wir IHN VATER nennen und uns SEINEN SOHN.
Es gibt keinen GEDANKEN GOTTES, der nicht mit uns geht, um uns zu helfen, jenen Augenblick zu erreichen und rasch, sicher und für immer über ihn hinauszugehen. Wenn die Angst vor GOTT vergangen ist, dann gibt es keine Hindernisse, die zwischen uns und GOTTES heiligem Frieden noch bestehen bleiben.
Neo-Advaita-Vedanta
“Es braucht einige Vorbereitung, um die Angst vor GOTT anzuschauen.” Das Ego ist raffiniert und versucht genau diese Vorbereitung zu verhindern. Genau dazu dienen viele moderne nonduale Konzepte. Was den meisten modernen nondualen Konzepten daher völlig fehlt, ist der Hinweis auf die Führung durch den HEILIGEN GEIST (SPIRIT) und der Hinweis auf die göttliche Liebe. Doch ohne diese Liebe ist es nicht das vollkommene Glück das unser wahres Erbe ist. Viele nonduale Lehrer, die geübt sind in der Mechanik des heiligen Augenblicks, haben jedoch den leuchtenden und funkelnden Glanz der Erkenntnis göttlicher Liebe nie erfahren.“Lass nicht zu, dass ich mich nicht erkenne und noch immer glaube, dass mein Bewusstsein meinen VATER enthalten oder mein Geist sich all die Liebe vorstellen kann, die mein VATER für mich hegt, und all die Liebe, die ich IHM wiedergebe.”
(EKIW: Lektion 246, 1. 3.)
Der zentrale Irrtum vieler nondualer Konzepte ist die Vergöttlichung des Bewusstseins. Doch das Bewusstsein ist die Domäne des Egos. Das Bewusstsein ist der Glaube an etwas Äußeres. Den Irrtum selbst - das individuelle Bewusstsein - zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es uns gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt.
Einige nonduale Lehrer haben zweifellos eine Offenbarung erfahren. Sie bemerken jedoch nicht, dass sie sich wieder vollständig in der Ego-Identifikation befinden. Es ist das Ego, das sich diese Erfahrung zunutze macht und daraus sein ganz persönliches “Wissen“ ableitet. Auch wenn dabei immer betont wird, dass es sich nicht um eine Botschaft handelt. Allein dieser Hinweis zeigt jedoch sehr deutlich, dass ein persönliches Interesse an der eigenen Botschaft besteht. Da ist also jemand, dem es wichtig ist, keine Botschaft zu haben.
Das ist er also schon wieder, dieser Jemand, der eigentlich gar nicht existiert. Es ist das Ego, das dann Satsang gibt und die immer gleichen nondualen Konzepte wiederholt. Eine Offenbarungserfahrung ist ein wunderbares Geschenk. Damit ist für immer klar, was das Ziel des spirituellen Weges ist. Eine derartige Erfahrung bedeutet jedoch nicht, dass wir das Ziel dauerhaft erreicht haben.
“Heilung ist letztlich von GOTT. Die Mittel werden dir sorgsam erklärt. Die Offenbarung mag dir zuweilen das Ziel enthüllen, doch um es zu erreichen, sind die Mittel nötig.”
(EKIW: Kapitel 1, VII. 5. 9.-11.)
Das Ego ist sehr raffiniert. Wenn ein Lehrer dir sagt, dies seien die Bedingungen - keine Methode, kein Anklammern, kein Meister, keine Schrift, keine Botschaft, keine Technik -, dann wirst du dich an ihn klammern. Es gibt viele, die sich an ihn klammern. Das Ego hat sich wieder eine Stütze geschaffen - und so war die ganze Mühe umsonst. Das Wesentliche ist, dass diese Technik des “keine Technik” nur hilfreich sein kann, wenn du jegliche Stütze zerstörst, wenn du dich an überhaupt nichts mehr klammerst. Und das ist sehr schwer. Das ist praktisch unmöglich. Das ist der Grund, warum mit den vielen Menschen, die jahrzehntelang diesen “es gibt keine Technik”, “es gibt keine Botschaft” Lehrern zuhören, überhaupt nichts passiert ist.
Täuscht dich also nicht selbst. Dein Ego mag gern hören, dass “ich keine Unterstützung brauche”. Das Ego bildet sich immer ein: “Ich bin mir selbst genug.” Aber das Ego wird dir nicht weiterhelfen. Es wird zur denkbar größten Sperre werden. Erkenne, dass du allein dadurch, dass du einem Lehrer zuhörst, der dir sagt, dass du keinen Lehrer brauchst, zum Ausdruck bringst, dass du einen Lehrer brauchst, denn sonst wärst du nicht hier.
“Welcher Plan könnte die Wahrheit unversehrt erhalten und dennoch die Bedürfnisse erkennen, die Illusionen mit sich bringen, und dann ein Mittel bieten, wodurch sie ohne Angriff und ohne einen Hauch von Schmerz aufgehoben werden?”
(EKIW: Lektion 99, 4. 2.)
Die Illusionen dieser Welt bringen Bedürfnisse mit sich und so braucht es ein Mittel, um uns daraus zu befreien. Was, wenn nicht ein GEDANKE GOTTES, könnte dieser Plan sein, wodurch das nie Getane übersehen wird und Sünden, die nie wirklich waren, vergessen werden? Der HEILIGE GEIST bewahrt diesen Plan GOTTES genau so, wie er von IHM empfangen ward, im GEISTE GOTTES und in unserem eigenen. Er liegt insofern außerhalb der Zeit, als seine QUELLE zeitlos ist. Und dennoch wird er wirksam in der Zeit, weil wir die Zeit für wirklich halten. Und dieser Plan GOTTES ist die Erlösung. Erlösung und Vergebung sind dasselbe. Und Erlösung ist die einzige Funktion, die wir hier haben.
Die meisten modernen westlichen nondualen Konzepte beruhen auf einem Missverständnis. Sie beziehen sich auf Advaita-Vedanta, die heute populärste Richtung der indischen Spiritualität. Wesentliches Merkmal des Advaita-Vedanta ist die Wesensidentität von Atman und Brahman, deshalb die Bezeichnung Advaita-Vedanta, also „Vedanta der Nichtzweiheit“. Richtig verstanden verweist dies auf die Einheit GOTTES (Brahman) und seines SOHNES (Atman), häufig als wahres SELBST bezeichnet. Der SOHN GOTTES, das wahre SELBST, ist der reine geeinte Geist, die ewige Essenz des Geistes.
Nondualität, wie sie im Westen üblicherweise verstanden wird, erklärt jedoch die Dualität zu einem Teil der Nondualität und verklärt in der Folge das weltliche Leben als göttliches Spiel. Das ist die Wiederholung des gleichen Irrtums wie wir ihn in den christlichen Kirchen finden, die die Erschaffung der Welt Gott unterstellen. Doch die WIRKLICHKEIT GOTTES ist ohne Gegenteil. Das Spiel mit Formen ist der Traum der Trennung, der Traum der Dualität, den das Ego - also der schlafende Geist - träumt. Der Traum (Maya) ist nicht Teil der Wirklichkeit und auch kein Gegensatz zur Wirklichkeit - er ist ein Traum. Solange wir uns des Traumes bewusst sind, bedeutet Befreiung, alle Dinge mit der LIEBE GOTTES zu betrachten. Dann sehen wir GOTT überall, weil GOTT in unserem Geist ist, aber das macht die Welt der Formen selbst nicht göttlich. GOTT kennt keine Form.
Es stimmt schon: WIR sind EINS mit GOTT. Wir haben lediglich gewählt, die MACHT GOTTES zu nutzen, um Trennung zu spielen. Wir sind der Macher des Spiels. Aber das Spiel ist ein Traum. Die Aussage “Die Welt ist ein göttliches Spiel” ergibt nur dann Sinn, wenn man sich dessen bewusst ist. Das Ego versteht jedoch die Wahrheit nicht und daher missbraucht es diese Aussage, um Veränderung im Geist - also Vergebung - als nicht notwendig erscheinen zu lassen und somit das Erwachen zu verhindern.
Es ist eine sehr subtile Unterscheidung, die das Ego immer wieder nutzt, um Missverständnisse zu erzeugen. Das Ego tarnt sich als Lehrer des Erwachens und benutzt an sich wahre Aussagen, um eben dieses zu verhindern. Das ist es, was das Ego immer tut: Es versucht, die Form beizubehalten, aber den Inhalt zu verändern. Indem das Ego seine eigene verzerrte Fassung der Gesetze GOTTES anwendet, benutzt es die Macht des Geistes nur dazu, das wirkliche Ziel des Geistes zu vereiteln.
Beispiel
Das folgende Video verdeutlicht, wie der Versuch des Egos, die Dualität als Teil der nondualen Wirklichkeit zu definieren, zu völliger Verwirrung statt zu Befreiung führt. Das Ego versucht, echte Erfahrung zu vermeiden, indem es mit rein intellektuellen Konstrukten spielt, und versucht sich dadurch auch noch ein besonderes spirituelles Image zu verpassen.
Das folgende Video verdeutlicht, wie der Versuch des Egos, die Dualität als Teil der nondualen Wirklichkeit zu definieren, zu völliger Verwirrung statt zu Befreiung führt. Das Ego versucht, echte Erfahrung zu vermeiden, indem es mit rein intellektuellen Konstrukten spielt, und versucht sich dadurch auch noch ein besonderes spirituelles Image zu verpassen.
Das Ego versteht die Wahrheit nicht und es wird immer sein Möglichstes tun, um GOTT zu vermeiden. Daher wird es auch immer versuchen, Nondualismus in Dualismus zu verpacken. Ein ausgezeichnetes Beispiel ist das, was aus dem Vedanta entstanden ist. Der Vedanta ist eine nichtdualistische spirituelle Lehre, die besagt, die Wahrheit Brahmans sei alles, was es wirklich gibt, und alles andere sei Illusion - unwahr, nichts, null - Punkt. Shankara hat den Vedanta sehr weise als Advaita oder nichtdualistisch gedeutet. Es gibt aber eine Reihe großer, beliebter und unwahrer Deutungen des Vedanta, die allesamt versuchen, die nichtdualistische Metaphysik zunichte zu machen und den Vedanta in etwas zu verkehren, was er nicht ist. Es gibt eine erstaunliche Parallele zwischen dieser Entwicklung im Hinduismus und dem, was mit Jesus’ Lehren geschah. Jesus lehrte reinen Nondualismus, den die Welt als Dualismus deutete.
Lehrer wie Shankara und Ramana betonten Techniken wie das Jnana-Yoga oder die Selbsterforschung als Hilfestellung, um die Identifizierung mit Körper und Verstand zu verlieren, was das Erscheinen der eigenen Wirklichkeit zur Folge haben kann. Die westlichen Neo-Advaita-Lehrer hingegen legen gesteigerten Wert auf eine Beschreibung des letzten, absoluten Zustandes, der - nicht nur dem Advaita-Vedanta nach - selbstverständlich durch niemanden zu erreichen ist. Die Betonung, dass niemand irgendwo hingelangen müsse und nichts erschaffen werden könne, was bereits da ist, hat zur Folge, dass im Neo-Advaita weder eine Linie zwischen dem absoluten SEIN (SELBST) und relativem, individuellem Sein (Selbst) gezogen werden noch Anstrengungen seitens der Schüler unternommen werden, um diese zu überschreiten.
Dass das Aufgeben des Übens nach dem traditionellen Advaita erst die letzte Stufe des Übungsweges ist, wird von den modernen westlichen Lehrern völlig übersehen. Das bedeutet, dass der Berichtigungsprozess, den Jesus im Kurs Vergebung nennt, völlig außer Acht gelassen wird und genau das will das Ego. Selbstverständlich ist auch Vergebung eine Illusion und auch darauf weist Jesus im Kurs hin, aber es ist die eine Antwort auf die anderen. Vergebung ist das einzige, was innerhalb der Illusionen dieser Welt für die Wahrheit steht. Erlösung durch Vergebung ist das Spiel, das glückliche Kinder spielen. Das gilt es jedoch klar vom Spiel des Egos zu unterscheiden. Das Spiel des Egos besteht darin, sich vor GOTT zu verstecken – also dem genauen Gegenteil von Erlösung. Genau diese Unterscheidung wird von vielen Neo-Advaiter- und Nondualitäts-Lehrern vermieden.
“Erlösung kann wie ein Spiel betrachtet werden, das glückliche Kinder spielen.”
(EKIW: Lektion 153, 12. 1.)
(EKIW: Lektion 153, 12. 1.)
Selbstverständlich können wir die Vergebung und damit die Erlösung (SÜHNE) nicht als Person selbst durchführen. Es geht nicht darum, ein besserer Mensch zu werden, sondern das Menschsein zu transzendieren. Das ist jedoch nur mit Hilfe des HEILIGEN GEISTES (SPIRIT) möglich. Vergebung bedeutet, die Irrtümer im eigenen gespaltenen Geist von IHM berichtigen zu lassen.
“Nähere dich nie dem heiligen Augenblick, nachdem du versucht hast, alle Angst und allen Hass aus deinem Geist zu entfernen. Das ist dessen Funktion. Versuche niemals, über deine Schuld hinwegzusehen, bevor du um die Hilfe des HEILIGEN GEISTES bittest. Das ist SEINE Funktion. Dein Teil ist nur, IHM eine kleine Bereitwilligkeit anzubieten, dass ER alle Angst und allen Hass entferne und dass dir vergeben werde. Auf deinen kleinen Glauben, verbunden mit SEINEM Verständnis, wird ER deinen Teil an der SÜHNE bauen und sich vergewissern, dass du ihn leicht erfüllst. Und mit IHM wirst du eine Leiter bauen, die im massiven Felsen des Glaubens verankert ist und bis in den HIMMEL reicht. Und du wirst sie nicht benutzen, um alleine in den HIMMEL aufzufahren.”
(EKIW: Kapitel 18, V. 2.)
Die Wahrheit ist von sich aus wirklich, und um an die Wahrheit zu glauben, brauchen wir nichts zu tun. Für die Wirklichkeit können wir nichts tun - SIE IST. Anstrengend ist nur die Verleugnung der Wahrheit, die Verleugnung unserer Wirklichkeit. Zu glauben, ein Mensch zu sein, sich mit einem Körper zu identifizieren, etwas anderes zu erfahren als vollkommenes Glück und vollkommene Freude ohne Gegenteil, ist die Verleugnung unserer Wirklichkeit. Und uns in diesem Zustand zu trösten, indem wir sagen: “Es gibt niemanden, der etwas tun kann”, ist Verdrängung, nicht Befreiung. Solange wir den Traum der Trennung träumen, braucht es einen "Weg", braucht es Hilfe von außerhalb des Traumes.
Wir können nicht erwarten, dass das Ego sich selbst befreit. Einerseits, weil das Ego Befreiung überhaupt nicht versteht, und andererseits, weil es die Befreiung gar nicht will, da dies sein Ende bedeuten würde. Wir können nicht von einem Gedankensystem, das extrem auf Selbsterhaltung bedacht ist, seine eigene Zerstörung erwarten. Wir brauchen also Hilfe vom reinen GEIST, vom HEILIGEN GEIST.
Wir brauchen die Hilfe des HEILIGEN GEISTES, der uns die Gesetze GOTTES so interpretiert, dass wir ihnen in unserem täglichen Leben folgen können. Und erst wenn die LIEBE in uns erscheint, erkennen wir, dass Befreiung geschehen ist. Am Weg des spirituellen Erwachens geht es darum, unsere Wahrnehmung zu berichtigen, bevor wir überhaupt irgend etwas erkennen können. Wahre Wahrnehmung ist die Grundlage für die Erkenntnis, Erkennen aber ist die Bejahung der Wahrheit und liegt jenseits aller Wahrnehmungen und jenseits des Verstandes.
Die meisten jener nondualen Lehrer, denen das Eintauchen in den heiligen Augenblick spontan widerfahren ist, lehren keine methodische Geistesschulung. Der Versuch, einzig den heiligen Augenblick direkt zu lehren, führt in der Regel nicht zu einem dauerhaften Verweilen in ihm.
“Der heilige Augenblick ersetzt die Notwendigkeit des Lernens nicht, denn der HEILIGE GEIST darf dich als dein LEHRER so lange nicht verlassen, bis der heilige Augenblick sich weit über die Zeit hinaus ausgedehnt hat. Bei einer Lehraufgabe, wie es die SEINE ist, muss ER alles in dieser Welt für deine Befreiung nutzen.”
(EKIW: Kapitel 15, VIII. 1. 1.&2.)
Prozess oder Sprung
Die gesamte Verwirrung, die mit dem Thema “Advaita (Nondualität)” einhergeht, wird auch in der Frage deutlich, ob Erleuchtung ein kontinuierlicher Prozess oder ein Sprung ist. Zunächst sollten wir uns Folgendes ins Gedächtnis rufen: “Erleuchtung” ist nur ein Wort und somit zweifach von der Wirklichkeit entfernt. Der Begriff wird zudem in zwei unterschiedlichen Bedeutungen verwendet: Einerseits steht er für den Prozess der Berichtigung, andererseits für den zu erreichenden Zustand.Die Frage, die jedoch bleibt, ist: Wird der als “erleuchtet”, “erwacht” oder wie auch immer bezeichnete Zustand vollkommener Glückseligkeit durch einen Prozess oder durch einen Sprung erreicht? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist ein Sprung, ein Augenblick. Aber es ist ein Prozess, bis wir den heiligen Augenblick erreichen. Es scheint, als würden wir durch einen Prozess in der Zeit gehen, bis wir den heiligen Augenblick erreichen, wo die glückliche Erkenntnis auf uns wartet, dass es immer nur ein Augenblick war.
Man kann sich diesen scheinbaren Prozess anhand einer Balkenwaage veranschaulichen. Auf der einen Seite liegt das Gewicht unserer bisherigen Identifikation mit dem Ego-Denksystem: unsere Überzeugung von Trennung, Besonderheit, Angst und Schuld. Auf der anderen Seite steht die Erinnerung an unsere wahre Identität als GEIST, die durch Vergebung, Vertrauen und die Führung des HEILIGEN GEISTES immer mehr Raum in unserem Bewusstsein erhält. Jeder Akt der Vergebung, jedes Loslassen einer alten Überzeugung und jeder Augenblick des Vertrauens scheint ein kleines Gewicht von der einen Seite auf die andere zu legen. Die Waage bewegt sich dabei zunächst nicht. Doch irgendwann ist genügend Gewicht verlagert, und dann geschieht etwas, das kein allmählicher Prozess ist: Die Waage kippt in einem einzigen Augenblick auf die andere Seite. Dieser Augenblick ist der heilige Augenblick. Nichts Neues ist dabei entstanden. Die Wahrheit war die ganze Zeit da. Nur unsere Ausrichtung hat sich verändert. Der scheinbare Prozess dient also nicht dazu, uns Schritt für Schritt zu etwas anderem zu machen, sondern dazu, die Gewichte aus der Illusion abzuziehen, bis die scheinbare Balance kippt und wir erkennen, was immer schon wahr war.
Die Wahrheit ist ganz einfach, doch das Ego kann sie nicht verstehen. Und so taucht die uralte Frage immer wieder auf: “Kommt die Erleuchtung plötzlich oder allmählich?” Da gibt es vieles zu verstehen. Es hat eine Tradition gegeben, die besagt, dass Erleuchtung etwas Allmähliches ist und dass alles in Stufen aufgeteilt werden kann, alles in Schritte unterteilt werden kann – dass die Erkenntnis genauso wie alles andere eingeteilt werden kann. Man kann immer weiser werden, man kann immer erleuchteter werden. Diese Anschauung fand breite Anerkennung, denn der Ego-Geist kann sich nichts Plötzliches vorstellen. Wachstumsgrade kann der Verstand nachvollziehen, aber Plötzlichkeit ist nicht verstandesgemäß, geht ihm über den Horizont. Doch es gibt keine Grade - ein Irrtum ist ein Irrtum, eine Illusion ist eine Illusion.
“Entweder entrinnst du dem Elend ganz oder gar nicht.”
(EKIW: Kapitel 22, II. 7. 6.)
“Nur deine Gedanken wären unmöglich. Die Erlösung kann es nicht sein.”
(EKIW: Kapitel 22, II. 11. 1.-2.)
(EKIW: Kapitel 22, II. 7. 6.)
100% ist einfach, 99% ist unmöglich.
Die ganze Anstrengung besteht darin, etwas Unmögliches zu versuchen. LIEBE erfordert keine Anstrengung, sondern nur die kleine Bereitwilligkeit, die nötig ist, ihr zu erlauben, aus der Tiefe unseres Wesens hervor zu fließen, durch uns, damit sie durch die gesamte Schöpfung hindurch ausgedehnt werden möge.
“Nur deine Gedanken wären unmöglich. Die Erlösung kann es nicht sein.”
(EKIW: Kapitel 22, II. 11. 1.-2.)
Das, was es zu erreichen gilt, sind wir bereits. Im Wesentlichen muss nichts Neues erreicht werden. Wir brauchen nur das zu entdecken, aufzudecken, zu enthüllen, was bereits vorhanden ist – daher sowohl die Schwierigkeit spirituellen Bemühens als auch die Einfachheit. Beachte - sowohl als auch. Es ist sehr einfach, wenn wir verstehen können; aber es ist auch sehr schwer, weil wir etwas verstehen müssen, das wir vollkommen vergessen haben, etwas, das so auf der Hand liegt, dass wir nie Notiz davon nehmen, etwas, das so ist wie unser Atmen: Es ist ständig, ununterbrochen im Gange, aber eben weil es ununterbrochen im Gange ist, brauchen wir uns dessen nicht bewusst zu sein. Unsere Bewusstheit ist dazu nicht erforderlich; sie ist keine notwendige Voraussetzung. Wir können es vergessen, oder wir können uns daran erinnern – wir haben die Wahl.
"Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es! oder: Dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch."
(Bibel EÜ, Lukas 17,20-21)
“Warum auf den Himmel warten? Diejenigen, die das Licht suchen, bedecken nur ihre Augen. Das Licht ist jetzt in ihnen. Erleuchtung ist gar keine Veränderung, sondern nur ein Wiedererkennen.”
(EKIW: Lektion 188, 1. 1.-4.)
In einer plötzlichen Explosion sind Anfang und Ende dasselbe. Da ist keine Lücke zwischen dem Anfang und dem Ende, wo also soll man anfangen? Der Anfang ist das Ende! Das ist dem Verstand ein Rätsel. Das wird zu einem Koan.
"Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende."
(Bibel EÜ, Offenbarung 21,6)
(Bibel EÜ, Offenbarung 21,6)
“Der Kreis der Schöpfung hat kein Ende. Sein Anfang und sein Ende sind dasselbe. Doch in sich selbst birgt er das Universum aller Schöpfung, ohne Anfang und ohne Ende.”
(EKIW: Kapitel 28, II. 1. 6.-8.)
Für den in der linearen Zeit gefangenen Verstand scheint plötzliche Erleuchtung aber unmöglich zu sein. Nun, sie ist nicht unmöglich, nur kann der Verstand sie sich nicht vorstellen. Und vergiss nicht: Wie sollte ausgerechnet der Verstand sich Erleuchtung vorstellen können? Er kann es nicht. Man nimmt daher gemeinhin an, dass diese innere Explosion auch ein allmähliches Wachstum sei. Selbst viele Erleuchtete haben unserem vom Ego getriebenen Verstand dieses Eingeständnis gemacht und gesagt: “Ja, es gibt da ein allmähliches Wachstum.” Nicht, dass das stimmt. Sie haben sich lediglich unserem Auffassungsvermögen angepasst. Sie haben das aus ihrem tiefen Mitgefühl für uns getan. Sie wissen sehr wohl, dass es am Anfang nützt, wenn wir glauben, es komme allmählich, dass aber kein allmähliches Wachstum stattfinden wird. Aber wenn wir erst einmal anfangen, wenn wir immer weiter danach suchen, wird uns eines Tages das Plötzliche widerfahren. Aber wenn uns von Anfang an gesagt würde, dass es nur eine plötzliche Erleuchtung gibt und keine allmähliche Entwicklung möglich ist, würden wir nie anfangen! Und dann wird es nie passieren. Viele Erleuchtete haben gesagt, dass Erleuchtung eine allmähliche Sache sei – nur, um uns überhaupt zum ersten Schritt zu bewegen. Die ständige Beschäftigung mit einem möglicherweise zu erreichenden Endzustand ist nämlich eine Strategie des Egos, um den notwendigen Vergebungsprozess zu vermeiden.
“Es soll uns nicht kümmern, was in vollkommener Gewissheit jenseits der Erlösung wartet. Denn du hast kaum begonnen, zu erlauben, dass deine ersten, ungewissen Schritte auf der Leiter aufwärts gelenkt werden, auf der die Trennung dich hinabgeführt hat. Jetzt soll dich nur das Wunder kümmern. Hier müssen wir beginnen. Und haben wir begonnen, so wird der Weg des Aufstiegs zum Erwachen und zur Beendigung des Traumes heiter dir und leicht gemacht.”
(EKIW: Kapitel 28, III. 1. 1.-.)
Es gibt also etwas, das durch allmähliches Fortschreiten ermöglicht wird, das ist jedoch nicht die Erleuchtung; nicht die Erleuchtung – etwas anderes. Aber dieses “etwas andere” kann weiterhelfen. Zum Beispiel: Wenn man Wasser erhitzt, damit es verdampft, tritt das Verdampfen plötzlich ein. An einem bestimmten Punkt, bei hundert Grad, tritt das Verdampfen ein – plötzlich! Zwischen Wasser und Dampf wird es keinen allmählichen Übergang geben. Man kann keinen Trennstrich ziehen; man kann nicht sagen: “Dieses Wasser ist ein bisschen Dampf und ein bisschen Wasser.” Entweder ist es Wasser oder ganz Dampf. Plötzlich springt das Wasser in den Zustand von Dampf hinein. Es ist ein Sprung – kein allmähliches Wachstum. Aber indem man es erhitzt, führt man dem Wasser allmählich Hitze zu. Man verhilft ihm, den Hundert-Grad-Punkt, den Verdampfungspunkt zu erreichen. Dies ist ein natürliches Wachsen. Bis zum Verdampfen wird das Wasser “wachsen”, in dem Sinne, dass es immer heißer wird. Das Verdampfen dann wird plötzlich passieren.
Das Zweite, was man sich merken muss: Selbst heißes Wasser ist immer noch Wasser. Selbst dann also, wenn wir geistig klarer werden, reiner in unserer Wahrnehmung, zentrierter, sind wir doch immer noch Mensch, nicht ein Buddha, nicht erleuchtet.
Die Möglichkeit besteht, dass wir jeden Augenblick an den Punkt kommen, wo das Verdampfen passiert. Wenn es passiert, werden wir keine Ruhe verspüren, werden wir uns nicht einmal selig fühlen, werden wir nicht still sein – denn diese Attribute sind auf ihr Gegenteil bezogen. Nur wenn wir uns verspannt fühlen, können wir uns still fühlen. Nur wenn wir Lärm empfinden, können wir Stille empfinden. Nur wenn wir geteilt, zerstückelt sind, können wir Einheit erfahren. Nur wenn wir Qualen erleiden, können wir uns selig fühlen.
Wenn das Unglück so vollständig weg ist, wie können wir uns selig fühlen? Wenn der Lärm und die Qual so völlig abhandengekommen sind, wie können wir Stille empfinden? All diese Erfahrungen und Gefühlszustände beziehen sich auf ihr Gegenteil. Ohne ihr Gegenteil können sie nicht erfahren werden. Wenn die Dunkelheit völlig abhandenkommt, wie können wir Licht erfahren? Es ist unmöglich.
Ein Erleuchteter ist einfach nur eine Präsenz. Vieles geschieht um ihn herum allein aufgrund seiner Präsenz. Diejenigen, die Liebe empfinden können, werden das Gefühl haben, dass er sie zutiefst liebt. Diejenigen, die noch völlig im Ego-Denksystem gefangen sind, werden einen Erleuchteten als Feind erleben und das Gefühl haben, dass er getötet, vernichtet werden muss. Es kommt auf uns an. Die Anhänger von Jesus hatten das Gefühl, dass er nur noch Liebe sei; aber die Feinde von Jesus meinten, dass er gekreuzigt gehöre. Es kommt also auf uns an. Es hängt von uns ab – wie offen wir sind. Aber vonseiten eines Erleuchteten kann nichts gesagt werden. Ein Erleuchteter ist ein Nicht-Handelnder. Er ist einfaches SEIN – er ist da.
Alle Beschreibungsversuche des erleuchteten Zustands sind lediglich der Versuch, auf etwas Unbeschreibliches zu verweisen, auf die Wahrheit jenseits der Worte. Im Moment der Erfahrung selbst gibt es jedoch keine Worte. Was also ist es, was ein Erleuchteter erfährt? Es ist nichts, was wir üblicherweise kennen. Es ist weder negativ noch positiv, weder dies noch jenes. Und was immer sich ausdrücken lässt, das ist es nicht.
Darum bestand Laotse so sehr darauf, dass die Wahrheit nicht gesagt werden kann und dass wir sie im selben Moment, wo wir sie aussprechen, verfälscht haben – dass sie damit unwahr geworden ist. Sie kann nicht in polare Gegensätze aufgeteilt werden, und Sprache macht nur mit polaren Gegensätzen Sinn. Andernfalls wird Sprache sinnlos. Ohne Gegenteil verliert Sprache jegliche Bedeutung.
“Die Wahrheit lässt sich nur erfahren. Man kann sie nicht beschreiben, und man kann sie nicht erklären. Ich kann dir die Bedingungen der Wahrheit zu Bewusstsein bringen, die Erfahrung aber ist von GOTT.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 9. 7.-8.)
Die Erleuchtung selbst ist ein Sprung! Sie ist ein Bruch mit unserer Vergangenheit! Versuche zu verstehen: Wenn sich etwas allmählich vollzieht, bleibt die Vergangenheit immer darin enthalten. Wenn sich etwas allmählich vollzieht, dann setzt sich das Alte fort, es entsteht keine Lücke. Wenn es einen allmählichen Übergang von Unwissenheit zu Erkenntnis gäbe, könnte die Unwissenheit nicht vollständig verschwinden. Sie würde bleiben, sie würde weitergehen, weil es da keine Unterbrechung gegeben hat, keine Lücke gegeben hat. Und so mag denn die Unwissenheit etwas geschliffener daherkommen, mag die Unwissenheit etwas gebildeter daherkommen. Die Unwissenheit mag sich für weise ausgeben – aber sie wird da sein. Je geschliffener sie ist, desto gefährlicher ist sie natürlich. Je gebildeter sie ist, desto gerissener wird man und desto fähiger, sich selbst etwas vorzumachen.
“Der Schwerpunkt dieses Kurses bleibt immer derselbe: Es ist dieser Augenblick, in dem dir die vollständige Erlösung angeboten wird, und dieser Augenblick ist es, in dem du sie annehmen kannst. Das ist nach wie vor deine einzige Verantwortung. Die SÜHNE könnte mit einem totalen Entrinnen aus der Vergangenheit und einem völligen Mangel an Interesse für die Zukunft gleichgesetzt werden.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 24. 6. 1.-3.)
Erleuchtung und Unwissenheit existieren absolut getrennt, übergangslos. Ein Sprung ist nötig – ein Sprung, bei dem sich die Vergangenheit vollständig auflöst und das Interesse an einer Zukunft, die ohnehin nur eine Fortsetzung der Vergangenheit wäre, vollständig verschwindet. Das Alte ist fort. Es ist nicht mehr da, und dafür ist das Neue da, das es vorher noch nie gegeben hat. Jemand, der eine Offenbarung erfahren hat, weiß, wovon ich spreche – nicht, weil er etwas verstanden hat, sondern weil er etwas erfahren hat. Mit Hilfe des Verstandes lässt sich nicht begreifen, wie Erleuchtung plötzlich sein kann, wie wir erst verschwinden und dann etwas Neues da sein wird, das wir nie zuvor gekannt haben. Aber versuch nicht, es mit dem Verstand zu begreifen.
Dass diese Transformation plötzlich kommt, bedeutet aber nicht, dass man die Hände in den Schoß legen soll und einfach nur auf die plötzliche Transformation warten braucht. Dann wird sie nie kommen. Das ist das Mysterium!
Dies bedeutet, dass sie zwar nicht allmählich kommt, wir aber trotzdem etwas tun können. Und wir müssen sogar etwas tun! Aber dieses “Etwas” wird uns nicht die Erleuchtung bringen. Dieses Etwas wird uns dem Phänomen der Erleuchtung nahe bringen. Dieses Etwas wird uns offen dafür machen, dass das Phänomen der Erleuchtung stattfinden kann. Die Erleuchtung kann also nicht Ergebnis unserer Bemühungen sein – das ist sie auch nicht. Durch unsere Bemühungen machen wir uns lediglich offen für das höhere Gesetz - für die Gnade. Unsere Bemühungen werden dazu führen, dass wir zugänglich werden, nicht erleuchtet. Wir werden offen werden, wir werden widerstandslos werden, wir werden nachhelfen, damit das höhere Gesetz in Kraft treten kann. Und sind wir erst einmal kooperativ und widerstandslos, beginnt das höhere Gesetz in Kraft zu treten.
”Der heilige Augenblick ist das Ergebnis deiner Entschlossenheit, heilig zu sein. Er ist die Antwort. Das Verlangen und die Bereitwilligkeit, ihn kommen zu lassen, gehen seinem Kommen voraus. Du bereitest deinen Geist nur in dem Masse auf ihn vor, wie du begreifst, dass du ihn mehr als alles andere willst. Es ist nicht nötig, dass du mehr tust; vielmehr ist es notwendig, dass du einsiehst, dass du nicht mehr tun kannst. Versuche nicht, dem HEILIGEN GEIST etwas zu geben, worum ER nicht bittet, denn sonst wirst du IHM das Ego beifügen und dann die beiden miteinander verwechseln. ER bittet nur um wenig. ER ist es, DER die Größe und die Macht beifügt. ER verbindet sich mit dir, um den heiligen Augenblick weitaus größer zu machen, als du verstehen kannst. Gerade deine Einsicht, dass du so wenig zu tun brauchst, ermöglicht es IHM, so viel zu geben.”
(EKIW: Kapitel 18, IV. 1.)
“Gnade wird nicht gelernt. Der letzte Schritt muss jedes Lernen übersteigen. Gnade ist nicht das Ziel, welches zu erlangen dieser Kurs erstrebt. Jedoch bereiten wir uns insofern auf die Gnade vor, als ein offener Geist den RUF zum Erwachen hören kann. Er ist nicht fest verschlossen vor der STIMME GOTTES. Er ist sich bewusst geworden, dass es Dinge gibt, die er nicht erkennt, und ist somit bereit, einen Zustand zu akzeptieren, der völlig anders ist als die Erfahrungen, die ihm wohlbekannt sind und vertraut.”
(EKIW: Lektion 169, 3.)
Es verhält sich etwa so: Du sitzt bei geschlossenen Türen in deinem Zimmer. Draußen scheint die Sonne, du aber sitzt im Dunkeln. Du kannst nichts tun, um die Sonne hereinzuholen, aber wenn du einfach die Türen öffnest, steht ihr dein Zimmer offen. Du kannst die Sonne nicht reinholen, wohl aber kannst du sie aussperren. Wenn du deine Türen öffnest, wird die Sonne eintreten, werden die Strahlen kommen, wird das Licht ins Zimmer fluten.
“Dein Ego kann IHN nicht daran hindern, auf dich zu leuchten, aber es kann dich daran hindern, IHN durch dich hindurch leuchten zu lassen.”
(EKIW: Kapitel 4, IV. 9. 6.)
In Wirklichkeit bist nicht du es, der das Licht bringt: Du beseitigst nur das Hindernis. Und selbst das machst nicht wirklich du, sondern von dir wird lediglich Bereitschaft verlangt. Gerade deine Einsicht, dass du so wenig zu tun brauchst, ermöglicht es IHM, so viel zu geben. Das Licht kommt von sich aus. Versteh das bitte bis in die Wurzeln: Du kannst nichts tun, um zur Erleuchtung zu gelangen – aber du tust vieles, um sie zu verhindern, um sie daran zu hindern, dich zu erreichen.
Wenn authentische Erfahrung plötzlich kommt, was ist dann von dem allmählichen Wachsen und Klarwerden zu halten, das wir erleben? So lautet also die alte Frage, und die Antwort darauf lautet: Das ist ein Klarwerden des gespaltenen Geistes. Dieses Klarwerden liegt daran, dass die Krankheit schwindet; dieses Klarwerden liegt daran, dass die Sperren zu fallen beginnen. Wenn die erste Sperre fällt, sind wir weniger belastet, sind unsere Augen weniger umschattet. Wenn die nächste Sperre fällt, sind wir noch mehr entlastet, werden unsere Augen noch klarer. Aber diese Klarheit ist nicht die der Erleuchtung. Diese Klarheit ist nur eine der abnehmenden Krankheit, nicht der Gesundheit. Wenn alle Sperren schwinden, schwindet mit diesen Sperren zugleich auch unserer Verstand. Dann können wir nicht sagen: “Jetzt ist mein Verstand klar.” Er ist nicht mehr da! Die Erkenntnis liegt jenseits der Wahrnehmung und jenseits des Verstandes.
Erst wenn kein Verstand mehr da ist, ist es die Klarheit der Erleuchtung. Dann ist es die Klarheit der Erleuchtung! Die ist absolut anders. Dann hat sich eine andere Dimension aufgetan. Aber zunächst werden wir Klärungen des Verstandes durchschreiten müssen.
Vergiss nie, dass dein Verstand, egal, wie klar er wird, immer noch eine Sperre ist. Egal, wie transparent dein Verstand wird, selbst wenn er eine durchsichtige Glasscheibe wird und du auf die andere Seite schauen kannst, ist er immer noch eine Sperre und wirst du ihn vollständig durchbrechen müssen. So kann es also vorkommen, dass man, wenn man meditiert, immer klarer wird, immer gesünder, immer stiller. Stille breitet sich aus. Dann klammert man sich ans Meditieren und meint, alles wäre geleistet. Große Meister haben immer darauf hingewiesen, dass der Tag kommt, wo man sogar sein Meditieren fortwerfen muss.
Krishnamurti wurde nicht müde zu wiederholen, dass überhaupt keine Meditation nötig ist – und er hatte Recht. Aber er sprach zu den verkehrten Leuten. Er hatte Recht, es ist keinerlei Meditation nötig. Aber er hatte Unrecht, wenn man sich ansieht, zu wem er das sagte. Wie sollen Leute, die noch nicht einmal verstehen, was Meditation ist, begreifen können, dass keinerlei Meditation nötig ist? Das wird ihnen schaden, denn sie werden sich an diesen Gedanken klammern. Sie werden diesen Gedanken so richtig toll finden: “Es ist kein Meditieren nötig, also sind wir bereits erleuchtet!”
Wenn sie Krishnamurti zuhören, gewinnen viele Leute den Eindruck, dass jetzt kein Meditieren nötig ist und dass alle, die meditieren, Narren sind. Sie mögen aufgrund dieses Gedankens ihr ganzes Leben vertun – dabei stimmt dieser Gedanke! Es kommt der Punkt, wo man das wegwerfen muss.
Das Allerletzte ist Meditation, der innerlichste Reichtum. Und wenn du auf den verzichtest, hast du auf dich selbst verzichtet. Dann bleibt kein Selbst übrig – nicht einmal das meditierende Selbst, der “große Meditierer”! Sogar das Bild wird zerbrochen. Du bist ins Nichts gefallen. Nur in diesem Nichts – der Bruch: Das Alte ist verflogen, und das Neue ist eingetreten. Verfügbar wirst du dafür durchs Meditieren.
Aber bilde dir nicht ein, dass irgendetwas, das du durch Meditation widerfährt, die Erleuchtung sei. Das sind nur Lichtblicke aus einer abnehmenden Krankheit, einer verfliegenden Krankheit. Man fühlt sich besser. Die Krankheit nimmt ab, also fühlt man sich relativ gesund. Die wirkliche Gesundheit ist noch nicht da, aber du bist gesünder als zuvor, und es ist gut, gesünder zu sein als zuvor.
Für das Erreichen der totalen Freiheit ist das Verlangen nach Freiheit die letzte Sperre. Um erleuchtet zu werden, muss selbst dieses Verlangen nach Erleuchtung abgeworfen werden, muss es verworfen werden.
Ein Erleuchteter lacht. Jeder, der Erleuchtung erreicht, muss lachen, weil die ganze Sache so lächerlich wirkt: Wir haben nach etwas gesucht, das nie verloren gegangen war! Die ganze Mühe war absurd. Aber dazu kommt es erst, nachdem wir es erreicht haben, und so sagen alle, die es erreicht haben, dass es sehr leicht sei. Aber diejenigen, die es nicht erreicht haben, nennen es das Allervertrackteste, das Allerschwerste überhaupt – ja nicht einfach nur das Schwerste, sondern das Allerunmöglichste.
Dazu ist Folgendes zu verstehen: Das Ego interessiert sich immer nur für Dinge, die schwer sind. Denn wenn etwas schwer ist, ist es eine Herausforderung, und wenn man die Schwierigkeit überwinden kann, wird sich das Ego befriedigt fühlen. Wer seinem Ego eine Herausforderung vorsetzen will, der muss sich etwas Schwieriges einfallen lassen. Wenn etwas leicht ist, fehlt jeder Anreiz, denn selbst wenn man es bewältigen kann, wird keine Befriedigung für das Ego dabei abfallen. Es gab da von vornherein nichts zu bewältigen, die Sache war ein Kinderspiel. Das Ego verlangt Schwierigkeiten – ein paar Hürden, die zu nehmen sind, ein paar Gipfel, die zu stürmen sind. Und je schwieriger der Gipfel, desto wohler wird sich unser Ego fühlen.
Weil viele tantrische Meditationstechniken so einfach sind, stellen sie keinen Reiz für das Ego dar. Es ist wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern: Alles, was für das Ego interessant ist, kann unserer spirituellen Reifung nur sehr bedingt weiterhelfen. Nur Dinge, die unser Ego nicht reizen, können für die Transformation eine Hilfe sein.
“Du erschwerst ihn [den heiligen Augenblick], weil du darauf bestehst, dass es mehr geben muss, was du zu tun hast. Du findest es schwierig, die Idee zu akzeptieren, dass du so wenig nur zu geben brauchst, um so viel zu empfangen. Und es fällt dir schwer einzusehen, dass es keine persönliche Beleidigung ist, dass dein Beitrag und derjenige des HEILIGEN GEISTES in einem solchen Missverhältnis zueinander stehen.”
(EKIW: Kapitel 18, IV. 7. 2.-4.)
Die spirituelle Explosion wird durch kein Tun in der Zeit verursacht; sie ist kein kausales zeitliches Phänomen. Wenn sie durch etwas verursacht würde, dann wäre Zeit erforderlich, denn Zeit ist notwendig, damit die Ursache stattfinden kann. Und wenn Zeit notwendig ist, dann kann es nicht genau in diesem Moment sein, dann kann es nicht gleich jetzt passieren. Dann werden wir das Morgen oder ein anderes Leben abwarten müssen, dann wird der nächste Moment erforderlich sein. Wenn etwas kausal in der Zeit ist, dann muss die Ursache stattfinden, und erst auf die Ursache hin wird die Wirkung erfolgen. Aber ein spirituelles Ereignis ist kein kausales zeitliches Phänomen: Wir befinden uns bereits im gewünschten Zustand. Nur ein Wiedererkennen ist nötig.
Alle Techniken und Wege dienen allein dazu, unserer Wachheit, unserer Bewusstheit zu helfen weiterzuwachsen, ihr zu mehr Intensität zu verhelfen. Mit der Intensität der Bewusstheit ändert sich alles. Je intensiver unsere Bewusstheit, desto geringer die Möglichkeit des Träumens. Wir werden immer wacher für das Wirkliche. Unsere Bereitschaft für den Sprung wächst. Je abgeschwächter die Bewusstheit, desto mehr treiben wir ab ins Träumen. Das ganze Phänomen läuft also darauf hinaus, dass ein unwacher Bewusstseinszustand “die Welt” ist und ein hellwacher Bewusstseinszustand Nirvana ist.
Die ganze Frage dreht sich also nur darum, wie wir unseren unwachen Bewusstseinszustand in einen hellwachen Bewusstseinszustand umwandeln können – wie man bewusster werden kann, den Ausweg zu finden aus dem Schlafen und Träumen. Darum können Techniken eine Hilfe sein. Doch das Ego ist raffiniert und versucht sogar Techniken in einen Traum zu verwandeln, sie in unseren Traum einzubeziehen. Wenn sie dem Traumprozess einverleibt werden, dann können sie uns nicht helfen.
Viele spirituelle Lehrer haben versucht, die alte Identität ihrer Schüler zu brechen, indem sie ihnen einen neuen Namen gaben. Diese Technik wurde nicht nur von indischen Gurus angewandt, sondern ist auch Teil der Praxis aller christlichen Klostergemeinschaften. Auch der gewählte Papst nimmt bei seiner Amtsübernahme einen neuen Namen an. Er hängt mit den Ursprüngen des Christentums zusammen: Es war Jesus selbst, der den Namen des Apostels Simon in Petrus änderte. Der alte Name scheint nun einem anderen zu gehören. So können die Schüler ihre Vergangenheit mit mehr Abstand betrachten. Sie können sie beobachten. Es ist eine Entfernung entstanden. Die Lehrer geben den Schülern einen neuen Namen und kleiden sie neu ein, nur um diesen Abstand herzustellen. Aber selbst dies können wir unseren Träumen einverleiben; dann wird uns der springende Punkt völlig entgehen. Dann werden der neue Name und die neue Kleidung nur Teil unseres alten Selbstbildes. Jetzt sind diese Veränderungen nur etwas, das dem Alten hinzugefügt wurde. Es stellt keinen Bruch dar; alles geht bruchlos weiter. Wenn es bruchlos weitergeht, wenn wir, - der alte Mensch -, Name und Kleidung geändert haben, dann ist uns der springende Punkt entgangen. Dann wurden der neue Name und die neue Kleidung nicht dazu verwendet, um unser falsches Selbstbild zu schwächen, sondern es wird sogar noch verstärkt. Das gilt grundsätzlich für alle Hilfsmittel auf dem spirituellen Weg: Wir können sie nutzen, um Abstand zu unserem alten Selbstbild zu gewinnen, oder wir können sie unserem Selbstbild hinzufügen. Wir können sie nutzen, um uns aus der Illusion einer handelnden Person zu befreien, oder wir können sie missbrauchen, um die Idee eines persönlichen Selbst noch zu verstärken.
Genau das können wir auch mit Ein Kurs in Wundern machen. Wir können ihn verfehlen, indem wir ihn wie einen Schild vor uns hertragen – im Kampf gegen die Ungläubigen dieser Welt. Dann dient er jedoch nicht der Befreiung, sondern als Schutzschild für unser falsches Selbstbild. Dann haben wir lediglich unser altes Selbstbild um die Idee erweitert, Schüler oder Lehrer des Kurses zu sein. Das Ziel des Kurses ist es, uns auf die spirituelle Explosion, den endgültigen Fall in GOTTES Arme vorzubereiten. Wir können den Kurs jedoch auch dazu verwenden, uns an dem Buch und den Worten festzuhalten, um genau diesen Fall zu verhindern. Alle Techniken und Wege sind dergestalt, dass man sie verfehlen oder benutzen kann, je nachdem.
Der heilige Augenblick - das Jetzt
Zuerst Ursache, dann Wirkung - diese tief in unser Verständnis der Welt eingebettete Abfolge wird von der modernen Quantenphysik auf den Kopf gestellt. Denn in der Welt der Quantenmechanik sind Umstände möglich, in denen ein einzelnes Ereignis zugleich Ursache und Wirkung eines anderen Ereignisses sein kann. In der Spiritualität ist seit Jahrtausenden bekannt, dass die lineare Zeit eine Illusion ist, lediglich ein Eindruck, der entsteht, wenn sich ein "individuelles Bewusstsein" entlang eines Pfades im Raum-Zeit-Kontinuum bewegt. Die Zeit bewegt sich nicht, die Zeit ist immer Jetzt. Wir sind es, die sich auf einer Reise befinden. Wir bewegen uns durch die Zeit. Wo immer wir uns auf dieser Reise durch die Zeit auch befinden mögen, es ist immer Jetzt. Das Ziel jedes wahrhaft spirituellen Weges ist das Eintauchen in das Jetzt - den heiligen Augenblick, die Erlösung aus der linearen Zeit.
Die unbewusste Suche nach dem Jetzt
Auch hinter Extremsportarten wie Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen steht die Sehnsucht nach dem heiligen Augenblick. Der freie Fall nach dem Sprung von einer Brücke oder aus einem Flugzeug ist geradezu eine Einladung an den heiligen Augenblick. Viele haben das schon erlebt, ohne sich bewusst zu sein, was sie da erlebt haben und dass es einen Weg gibt, der dauerhaft in diesen glückseligen Zustand führt.
Auch im Vigyan Bhairav Tantra werden Techniken gelehrt, die auf totales Innehalten abzielen. In gefährlichen Situationen passiert dies manchmal ganz von selbst. Darum haben Gefahren ihren heimlichen Reiz, einen ganz eigenen Reiz, es sind meditative Momente. Wenn wir uns in gefährliche Situationen begeben, gibt es einen Moment, in dem alles passieren kann, ohne dass wir noch etwas unternehmen können. Die Situation entzieht sich dann jeder Kontrolle. Plötzlich kann der Verstand nicht funktionieren – er ist nicht darauf vorbereitet. Das ist auch der Reiz der Geschwindigkeit – weil Stille hereinkriecht, werden wir in unsere Mitte geworfen.
Auch der tief religiöse Formel-1-Rennfahrer Ayrton Senna hatte während seiner Rennen mystische Erfahrungen, die er eindeutig mit Gott in Verbindung brachte. Während eines Trainings zum Grand Prix von Monaco im Jahre 1988 tauchte er in den heiligen Augenblick ein und erlebte einige Runden in einem erweiterten Bewusstseinszustand - in der Träumer-des-Traums-Perspektive. Senna beschrieb diese Erfahrung mit folgenden Worten "Ich war schon auf Pole, und ich wurde immer schneller. Runde für Runde, schneller, schneller und schneller. Plötzlich war ich fast zwei Sekunden schneller als alle anderen, selbst als mein Teamkollege im gleichen Auto. Dann habe ich realisiert, dass ich das Auto nicht mehr bewusst fahre." Senna fuhr sich in eine andere Dimension - als er das realisierte, ging er an dem Tag nicht mehr zurück auf die Strecke. Als christlich geprägter Mensch wusste er nichts über diesen Zustand und war erschrocken.
Am Tag vor seinem tödlichen Unfall in Imola am 1. Mai 1994 schlug Senna die Bibel auf und las, dass GOTT ihm sein größtes Geschenk machen würde: die Begegnung mit IHM. Die Erfahrung, die die Welt Tod nennt, beinhaltet eine Vereinigung mit GOTT, ein Eintauchen in die LIEBE GOTTES. "Nichts kann mich von der Liebe Gottes trennen" steht auf dem Grabstein Sennas.
Auch hinter Extremsportarten wie Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen steht die Sehnsucht nach dem heiligen Augenblick. Der freie Fall nach dem Sprung von einer Brücke oder aus einem Flugzeug ist geradezu eine Einladung an den heiligen Augenblick. Viele haben das schon erlebt, ohne sich bewusst zu sein, was sie da erlebt haben und dass es einen Weg gibt, der dauerhaft in diesen glückseligen Zustand führt.
Auch im Vigyan Bhairav Tantra werden Techniken gelehrt, die auf totales Innehalten abzielen. In gefährlichen Situationen passiert dies manchmal ganz von selbst. Darum haben Gefahren ihren heimlichen Reiz, einen ganz eigenen Reiz, es sind meditative Momente. Wenn wir uns in gefährliche Situationen begeben, gibt es einen Moment, in dem alles passieren kann, ohne dass wir noch etwas unternehmen können. Die Situation entzieht sich dann jeder Kontrolle. Plötzlich kann der Verstand nicht funktionieren – er ist nicht darauf vorbereitet. Das ist auch der Reiz der Geschwindigkeit – weil Stille hereinkriecht, werden wir in unsere Mitte geworfen.
Auch der tief religiöse Formel-1-Rennfahrer Ayrton Senna hatte während seiner Rennen mystische Erfahrungen, die er eindeutig mit Gott in Verbindung brachte. Während eines Trainings zum Grand Prix von Monaco im Jahre 1988 tauchte er in den heiligen Augenblick ein und erlebte einige Runden in einem erweiterten Bewusstseinszustand - in der Träumer-des-Traums-Perspektive. Senna beschrieb diese Erfahrung mit folgenden Worten "Ich war schon auf Pole, und ich wurde immer schneller. Runde für Runde, schneller, schneller und schneller. Plötzlich war ich fast zwei Sekunden schneller als alle anderen, selbst als mein Teamkollege im gleichen Auto. Dann habe ich realisiert, dass ich das Auto nicht mehr bewusst fahre." Senna fuhr sich in eine andere Dimension - als er das realisierte, ging er an dem Tag nicht mehr zurück auf die Strecke. Als christlich geprägter Mensch wusste er nichts über diesen Zustand und war erschrocken.
Am Tag vor seinem tödlichen Unfall in Imola am 1. Mai 1994 schlug Senna die Bibel auf und las, dass GOTT ihm sein größtes Geschenk machen würde: die Begegnung mit IHM. Die Erfahrung, die die Welt Tod nennt, beinhaltet eine Vereinigung mit GOTT, ein Eintauchen in die LIEBE GOTTES. "Nichts kann mich von der Liebe Gottes trennen" steht auf dem Grabstein Sennas.
Was Jesus in Ein Kurs in Wundern meist den heiligen Augenblick nennt, nennt Eckhart Tolle, der wohl bekannteste spirituelle Lehrer unserer Zeit, das Jetzt. Eckhart Tolle hat sein erstes und bekanntestes Buch unter dem Titel „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ veröffentlicht. Der Begriff Gegenwart führt immer wieder zu Missverständnissen, denn unter Gegenwart wird üblicherweise ein Zeitpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft verstanden. Das Jetzt im spirituellen Sinne, ist aber kein Zeitpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft, sondern ein Zustand jenseits der linearen Zeit. Wenn die lineare Zeit kollabiert, landen wir im Jetzt.
Die lineare Zeit ist ein Trick des Egos, um die Idee der Schuld aufrechtzuerhalten. Es gibt keine lineare Zeit. Alles, was in dieser Welt erscheint, ist Vergangenheit. Dieser ganze Traum der Trennung dauerte nur einen Augenblick und wurde in diesem Augenblick vom HEILIGEN GEIST korrigiert. Wir bewegen uns jetzt lediglich in Zeitlupe durch diesen Augenblick hindurch, wodurch der Eindruck einer linearen Zeit entsteht. Die Vergangenheit ist vorbei. Sie hat in Wirklichkeit nie stattgefunden. Nur in einem Geist, der dachte, sie habe stattgefunden, ist ihre Aufhebung vonnöten.
“Zeit ist ein Kunstgriff, ein Taschenspielertrick, eine Riesenillusion, in der Figuren wie durch Zauberei kommen und gehen. Doch hinter den Erscheinungen gibt es einen Plan, der sich nicht ändert. Das Drehbuch ist geschrieben. Wann die Erfahrung eintreten wird, um dein Zweifeln zu beenden, das steht fest. Denn wir sehen die Reise nur von jenem Punkt, wo sie geendet hat, indem wir auf sie zurückblicken und uns einbilden, wir würden sie noch einmal unternehmen und im Geist Revue passieren lassen, was vergangen ist.”
(EKIW: Lektion 158, 4.)
Damit das Ego überleben kann, muss es dafür sorgen, dass Zeit - Vergangenheit und Zukunft - wichtiger ist als der heilige Augenblick. Unser schlafender Geist, der in der linearen Zeit gefangen ist, ist ständig mit Gedanken aus der Vergangenheit beschäftigt. All diese Gedanken sind bedeutungslos. Solange unser Geist mit bedeutungslosen Ideen beschäftigt ist, ist die Wahrheit blockiert. Unser schlafender Geist kann das Jetzt - die einzige Zeit, die es gibt - nicht erfassen. Auch die Beschäftigung mit der scheinbaren Zukunft ist nichts anderes als die Projektion vergangener Gedanken in eine scheinbare Zukunft.
Auch die bekannte Geschichte aus dem Alten Testament von Lots Frau ist eine Metapher dafür, dass das Festhalten an der Vergangenheit - das Zurückblicken - unser Verderben ist. Als sie während der Flucht aus Sodom entgegen dem Verbot der Engel zurückblickt, erstarrt sie zu einer Salzsäule. Dieses Motiv finden wir auch in der griechischen Mythologie. Dort wird Eurydike Orpheus endgültig entrissen und landet für immer im Hades, weil er sich umdrehte, obwohl ihm das ausdrücklich untersagt wurde.
Lebe in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst.
Lebe in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst.
Aber wenn du glücklich sein willst, dann lebe im heiligen Augenblick.
Lebe in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst.
Aber wenn du glücklich sein willst, dann lebe im heiligen Augenblick.
Erinnerungen aus rein psychologischer Sicht
Selbst rein psychologische Untersuchungen zeigen, wie sehr das Ego auf eine lineare Geschichte in der Zeit angewiesen ist. Diese Experimente zeigen auch, dass die zerstörerische Wirkung von Erinnerungen davon unabhängig ist, ob sie künstlich oder scheinbar echt entstanden sind. Sie weisen somit auf die Wahrheit hin, dass unser gesamtes persönliches Leben und die gesamte Welt, die von Schuld und Angst geprägt ist, eine Erfindung unseres eigenen Geistes ist. Diese Experimente zeigen uns außerdem, wie manipulierbar wir sind, wenn wir an der Vergangenheit festhalten. Elizabeth Loftus und ihre Mitarbeiter machten als ersten derartigen Versuch das Experiment „lost in the mall“ und später das analoge Experiment „meeting bugs bunny in disneyland“.
Beim ersten Experiment wirkten als Versuchspersonen 24 Freiwillige (Studenten) mit. Mit deren Einverständnis hatte man sich mit ihren Familien in Verbindung gesetzt und von diesen jeweils drei tatsächliche Vorkommnisse aus der Kindheit der Versuchspersonen erfahren. Den Versuchspersonen war mitgeteilt worden, dass sie in dem Versuch ihre Erinnerungen zu Kindheitserlebnissen wiedergeben sollten.
Die Fragebogen, die die Versuchspersonen erhielten, enthielten auch die Kurzbeschreibung der drei von der Familie mitgeteilten Ereignisse, zu denen die Probanden ihre Erinnerungen wiedergeben sollten. Sie enthielten aber zusätzlich ein viertes, frei erfundenes Ereignis: Die Probanden sollten sich daran erinnern, wie sie als Kinder ihren Eltern in einem Einkaufszentrum verloren gegangen waren.
Tatsächlich erinnerten sich sechs der 24 Personen an das frei erfundene Ereignis und einige teilten dazu erstaunlich detaillierte Einzelheiten mit. Im Anschluss an diesen Teil des Versuchs wurden die Probanden darüber informiert, dass eines der Ereignisse niemals stattgefunden hatte und frei erfunden war. Sie wurden aufgefordert, das erfundene Ereignis zu benennen. Fünf der sechs Personen benannten ein anderes Ereignis als erfunden.
Kritiker des Experiments „lost in the mall“ meinten, es könne ja sein, dass die sechs Versuchspersonen, die sich an das fiktive Ereignis erinnerten, tatsächlich als Kinder einmal im Einkaufszentrum verloren gegangen seien. Deshalb wurde ein zweites Experiment unternommen, bei dem das fiktive Ereignis von vornherein ausgeschlossen war. Den Probanden wurde nahegelegt, sich daran zu erinnern, wie sie den Comic-Hasen Bugs Bunny in Disneyland getroffen hatten. Bugs Bunny ist aber keine Disney-Figur und taucht deshalb in Disneyland nicht auf. Die Ergebnisse des zweiten Experiments waren völlig analog.
In jüngster Zeit konnte die Psychologin Julia Shaw sogar bei 60% ihrer Probanden und mit wenig suggestivem Aufwand Erinnerungen künstlich erzeugen, die kein Mensch gerne freiwillig zugeben würde: Es sind Erinnerungen an eigene kriminelle Handlungen, die es in Wirklichkeit nie gegeben hatte. Ist jemand einmal von einer Erinnerung überzeugt, schmückt er sie mit weiteren Details aus, die im Experiment gar nicht erwähnt wurden. Er sorgt automatisch dafür, dass die Erinnerung perfekt in seine biografische Geschichte passt.
Das verzweifelte Bestreben zu verstehen, wer wir sind und was geschieht, liegt dem ständigen Versuch des Egos zugrunde, die Dinge zu verstehen. Es steckt auch hinter jeder Frage, die in zwischenmenschlichen Beziehungen gestellt wird. Das Ego versucht krampfhaft aus allem, was es wahrnimmt, einen Sinn zu machen, weil es ziemlich unsicher ist. Sein Selbstkonzept ist sehr wackelig. Es versucht, Sicherheit in Kontinuität zu finden.
Selbst rein psychologische Untersuchungen zeigen, wie sehr das Ego auf eine lineare Geschichte in der Zeit angewiesen ist. Diese Experimente zeigen auch, dass die zerstörerische Wirkung von Erinnerungen davon unabhängig ist, ob sie künstlich oder scheinbar echt entstanden sind. Sie weisen somit auf die Wahrheit hin, dass unser gesamtes persönliches Leben und die gesamte Welt, die von Schuld und Angst geprägt ist, eine Erfindung unseres eigenen Geistes ist. Diese Experimente zeigen uns außerdem, wie manipulierbar wir sind, wenn wir an der Vergangenheit festhalten. Elizabeth Loftus und ihre Mitarbeiter machten als ersten derartigen Versuch das Experiment „lost in the mall“ und später das analoge Experiment „meeting bugs bunny in disneyland“.
Beim ersten Experiment wirkten als Versuchspersonen 24 Freiwillige (Studenten) mit. Mit deren Einverständnis hatte man sich mit ihren Familien in Verbindung gesetzt und von diesen jeweils drei tatsächliche Vorkommnisse aus der Kindheit der Versuchspersonen erfahren. Den Versuchspersonen war mitgeteilt worden, dass sie in dem Versuch ihre Erinnerungen zu Kindheitserlebnissen wiedergeben sollten.
Die Fragebogen, die die Versuchspersonen erhielten, enthielten auch die Kurzbeschreibung der drei von der Familie mitgeteilten Ereignisse, zu denen die Probanden ihre Erinnerungen wiedergeben sollten. Sie enthielten aber zusätzlich ein viertes, frei erfundenes Ereignis: Die Probanden sollten sich daran erinnern, wie sie als Kinder ihren Eltern in einem Einkaufszentrum verloren gegangen waren.
Tatsächlich erinnerten sich sechs der 24 Personen an das frei erfundene Ereignis und einige teilten dazu erstaunlich detaillierte Einzelheiten mit. Im Anschluss an diesen Teil des Versuchs wurden die Probanden darüber informiert, dass eines der Ereignisse niemals stattgefunden hatte und frei erfunden war. Sie wurden aufgefordert, das erfundene Ereignis zu benennen. Fünf der sechs Personen benannten ein anderes Ereignis als erfunden.
Kritiker des Experiments „lost in the mall“ meinten, es könne ja sein, dass die sechs Versuchspersonen, die sich an das fiktive Ereignis erinnerten, tatsächlich als Kinder einmal im Einkaufszentrum verloren gegangen seien. Deshalb wurde ein zweites Experiment unternommen, bei dem das fiktive Ereignis von vornherein ausgeschlossen war. Den Probanden wurde nahegelegt, sich daran zu erinnern, wie sie den Comic-Hasen Bugs Bunny in Disneyland getroffen hatten. Bugs Bunny ist aber keine Disney-Figur und taucht deshalb in Disneyland nicht auf. Die Ergebnisse des zweiten Experiments waren völlig analog.
In jüngster Zeit konnte die Psychologin Julia Shaw sogar bei 60% ihrer Probanden und mit wenig suggestivem Aufwand Erinnerungen künstlich erzeugen, die kein Mensch gerne freiwillig zugeben würde: Es sind Erinnerungen an eigene kriminelle Handlungen, die es in Wirklichkeit nie gegeben hatte. Ist jemand einmal von einer Erinnerung überzeugt, schmückt er sie mit weiteren Details aus, die im Experiment gar nicht erwähnt wurden. Er sorgt automatisch dafür, dass die Erinnerung perfekt in seine biografische Geschichte passt.
Das verzweifelte Bestreben zu verstehen, wer wir sind und was geschieht, liegt dem ständigen Versuch des Egos zugrunde, die Dinge zu verstehen. Es steckt auch hinter jeder Frage, die in zwischenmenschlichen Beziehungen gestellt wird. Das Ego versucht krampfhaft aus allem, was es wahrnimmt, einen Sinn zu machen, weil es ziemlich unsicher ist. Sein Selbstkonzept ist sehr wackelig. Es versucht, Sicherheit in Kontinuität zu finden.
“Die Zeit kann sowohl befreien als auch gefangen nehmen, je nachdem, wessen Deutung von ihr du anwendest. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nicht kontinuierlich, wenn du ihnen keine Kontinuität aufzwingst. Du kannst sie als kontinuierlich wahrnehmen und sie für dich dazu machen. Aber täusche dich nicht und glaube dann, dem sei so. Denn glauben, dass die Wirklichkeit so ist, wie du sie haben möchtest, entsprechend der Verwendung, die du für sie hast, ist wahnhaft.”
(EKIW: Kapitel 13, VI. 4. 1.-5.)
Der einzige Zweck, den das Ego in der Zeit wahrnimmt, ist die Kontinuität von Vergangenheit und Zukunft unter seiner Leitung und es schließt sich über der Gegenwart, sodass keine Lücke in seiner eigenen Kontinuität auftreten kann. In dieser Kontinuität findet das Ego seine Sicherheit. Das Ego investiert sehr stark in die Vergangenheit und glaubt am Ende, dass die Vergangenheit der einzige bedeutungsvolle Aspekt der Zeit ist. Die Betonung, die das Ego auf die Schuld legt, ermöglicht es ihm, seine Kontinuität zu sichern, indem es die Zukunft der Vergangenheit gleichmacht und so das Jetzt vermeidet.
"Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was getan wurde, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne."
(Bibel EÜ, Prediger 1,9)
Der mit dem Ego identifizierte Geist glaubt, die Zukunft und die Gegenwart seien gleich. Das schafft einen scheinbar stabilen Zustand, ist aber gewöhnlich der Versuch, einer darunter verborgenen Angst entgegenzuwirken, die Zukunft werde schlimmer sein als die Gegenwart. Diese Angst hemmt die Neigung, überhaupt in Frage zu stellen. Wenn wir uns beispielsweise für das Alter abgesichert haben, glauben wir, dass jetzt auch die Gegenwart sicher ist. In Wirklichkeit ist auf dieser Ebene gar nichts sicher. Wir versuchen nur, unserer Angst vor der Unsicherheit entgegenzuwirken. Aus dieser Angst heraus werden wir jetzt massive Widerstände haben, unser Konzept von Sicherheit und unser Konzept von Zeit überhaupt zu hinterfragen.
“Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiß, wie es in meinem Leben weitergehen soll”, ist eine oft gehörte, aber völlig widersinnige Aussage. Wenn wir wirklich nicht wissen, wie es weitergeht, dann befinden wir uns im heiligen Augenblick. Dieser glückselige Zustand des Nichtwissens ist Erleuchtung. Wenn wir uns Sorgen machen, befinden wir uns nicht im Zustand des Nichtwissens, sondern wir glauben zu wissen, was in der Zukunft alles Schreckliches passieren könnte, und genau deshalb sind wir nicht in Frieden. Das Ego bombardiert uns mit Horrorvorstellungen über die Zukunft oder mit Hoffnungen auf Glück in der Zukunft, und beides basiert auf “Wissen” aus der Vergangenheit. Lektion 7 lautet daher: “Ich sehe nur die Vergangenheit.”
"Alte Vorstellungen von der Zeit sind sehr schwer zu verändern, weil alles, was du glaubst, in der Zeit verwurzelt und davon abhängig ist, dass du diese neuen Vorstellungen von ihr nicht lernst."
(EKIW: Lektion 7, 2. 1.)
Die Einflüsterungen des Egos werden wunderbar in der Metapher des Esels und der Karotte (im Englischen: carrot on a stick) ausgedrückt. Die Metapher beschreibt, dass einem Esel als Anreiz eine Karotte - sichtbar, aber nicht erreichbar - vors Maul gehalten wird, um ihn dazu zu bringen, eine Last zu tragen oder in eine bestimmte Richtung zu laufen. Das Ego verspricht uns immer Glück in der Zukunft, dann, wenn wir genug Geld verdient haben, dann, wenn wir endlich berufliche Erfüllung gefunden haben, dann, wenn wir unseren Seelenpartner gefunden haben, dann, wenn die Kinder außer Haus sind, dann, wenn wir endlich in Rente gehen, dann, wenn diese Krankheit endlich vorbei ist, und der größte Trick am scheinbaren Ende dieser Geschichte - dann, wenn wir irgendwann in einem nächsten “Leben” die Erleuchtung erlangt haben. Doch neben den großen zukünftigen Zielen, die wir immer vor Augen haben, sind es vor allem die kurzfristigen Ziele, von denen wir uns vom Jetzt ablenken lassen. Die ständigen Einflüsterungen des Egos klingen ungefähr so: Gönn dir erst einmal ein gutes Essen, dann geht es dir gleich besser. Jetzt machst du erstmal das und dann machst du eine wohlverdiente Pause. Schlaf mal drüber, morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Heute bist du zwar ausschweifend, das macht nichts, denn morgen wirst du damit aufhören.
“Doch scheint in dieser Welt die Zeitenfolge noch immer wirklich zu sein. Daher wird nicht von dir verlangt, das Fehlen der Aufeinanderfolge zu verstehen, das in Wirklichkeit in der Zeit zu finden ist. Von dir wird nur verlangt, die Zukunft loszulassen und sie in GOTTES HAND zu legen.”
(EKIW: Lektion 194, 4. 3.-5.)
Der letzte große Trick des Egos, um uns von der Erlösung fernzuhalten, besteht darin, uns davon zu überzeugen, dass wir zwischen der Zeit, in der wir vergeben, und jener, in der wir den Gewinn aus dem Vertrauen in unseren Bruder empfangen, ein Intervall sehen. Doch Erlösung ist augenblicklich, Wirkung und Ursache sind immer eins - daran liegt es nicht. In Wahrheit ist es so, dass wir immer noch eine Distanz zwischen uns und unserem Bruder behalten möchten, und diesen Raum nehmen wir als Zeit wahr, weil wir noch immer glauben, wir seien außerhalb von ihm. Das macht Vertrauen unmöglich. Die gegenwärtige Verbindung ist das, wovor wir immer noch große Angst haben. Aber wir lassen uns vom Ego täuschen und hoffen auf die Zukunft. Und so geben wir uns mit einem Seufzer zufrieden und mit dem Argument, dass wir es jetzt noch nicht verstehen, doch eines Tages verstehen werden. Das ist nicht Vernunft, das ist ein Opfern des Jetzt.
Das Ego verspricht uns zukünftiges Glück, hat uns aber nur einen einzigen Weg anzubieten und der führt immer in den Tod. Es ist nicht vernünftig, Glück von irgendetwas zu erwarten, was das Ego jemals vorschlug. Das Angebot GOTTES hingegen ist Glück jetzt.
“Der Schwerpunkt dieses Kurses bleibt immer derselbe: Es ist dieser Augenblick, in dem dir die vollständige Erlösung angeboten wird, und dieser Augenblick ist es, in dem du sie annehmen kannst. Das ist nach wie vor deine einzige Verantwortung. Die SÜHNE könnte mit einem totalen Entrinnen aus der Vergangenheit und einem völligen Mangel an Interesse für die Zukunft gleichgesetzt werden.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 24. 6. 1.-3.)
“Gib dich nicht mit zukünftigem Glück zufrieden.
Es hat keine Bedeutung und ist nicht deine gerechte Belohnung.
Denn du hast Grund zur Freiheit jetzt.”
(EKIW: Kapitel 26, VIII. 9. 1.-3.)
“Warum auf den Himmel warten?
Diejenigen, die das Licht suchen, bedecken nur ihre Augen.
Das Licht ist jetzt in ihnen.
Erleuchtung ist gar keine Veränderung,
sondern nur ein Wiedererkennen.”
(EKIW: Lektion 188, 1. 1.-4.)
Es hat keine Bedeutung und ist nicht deine gerechte Belohnung.
Denn du hast Grund zur Freiheit jetzt.”
(EKIW: Kapitel 26, VIII. 9. 1.-3.)
“Warum auf den Himmel warten?
Diejenigen, die das Licht suchen, bedecken nur ihre Augen.
Das Licht ist jetzt in ihnen.
Erleuchtung ist gar keine Veränderung,
sondern nur ein Wiedererkennen.”
(EKIW: Lektion 188, 1. 1.-4.)
Eckhart Tolle änderte seinen Vornamen Ulrich in Eckhart, was einigen Berichten zufolge zu Ehren Meister Eckharts, eines einflussreichen thüringischen Theologen und Philosophen des Spätmittelalters, geschah. Schon Meister Eckhart im Spätmittelalter hatte ein tiefes Verständnis des Phänomens Zeit. Die Überzeitlichkeit des Ewigen wird in Eckharts Sprache als „Augenblick“ („nun“) wiedergegeben, doch ist dieser „Augenblick“ nicht mit einem Zeitpunkt zu verwechseln, sondern er umfasst „alle Zeit“, also die Gesamtheit dessen, was in aller Zeit gegeben ist. In der Sprache des Kurses bedeutet dies: “Das Drehbuch ist geschrieben”.
Eckhart Tolle stand unter einem solchen Leidensdruck, dass er bereit war, bewusst zu sterben, woraufhin er spontan im heiligen Augenblick und damit im inneren Frieden landete. Erst nachdem er lange Zeit auf einer Parkbank saß und selig vor sich hin grinste, beschäftigte er sich mit der Frage, was eigentlich mit ihm geschehen war. Erst dann wurde er als Lehrer wahrgenommen. Dies ist ein deutliches Zeichen für ein "reifes Bewusstsein", aber die wenigsten Menschen sind an diesem Punkt und brauchen deshalb zunächst noch scheinbar einen “Weg” wie den Kurs, der sie sanft an den heiligen Augenblick heranführt.
Vergebung ist der Verweis auf den heiligen Augenblick. Vergebung beendet die Abhängigkeit von der Vergangenheit. All die Anziehungskraft der Schuld, des Schmerzes und des Todes sind eine Anhaftung an die Vergangenheit. Wenn immer wir von Abhängigkeit sprechen, egal ob Alkohol, Drogen oder einer besonderen Beziehung, ist dies eine Anhaftung an die Vergangenheit. Aber auch jede Vorliebe ist eine Anhaftung an die Vergangenheit. Die Vergebung bietet uns eine reine, klare Wahrnehmung der Welt, frei von vergangenen Beweggründen. Die ganze Bedeutung des Wunders ist, dass die Vergangenheit vorbei ist und uns nicht mehr berühren kann.
Auch Eckhart Tolle verwendet ausgewählte Passagen aus Ein Kurs in Wundern in seinen Teachings: Eckhart Tolle Reads A Course in Miracles
Da wir uns als Menschen mehr und mehr mit unserem egoischen Denken identifizieren, ist es wichtig zuerst einmal Gedanken zu denken, die auf die Wahrheit jenseits der Worte verweisen, um uns so dem heiligen Augenblick zu nähern. Dazu dient der Kurs: “Dieser Kurs ist ein Beginn, kein Ende.” (EKIW, ÜBUNGSBUCH, EPILOG) Das “Ende” ist der Frieden GOTTES, jenseits aller privaten Gedanken. Und auch Jesus im Kurs lädt uns immer und immer wieder in den heiligen Augenblick ein. Lektion 182 lautet: „Ich will einen Augenblick lang still sein und nach Hause gehen.“
Wenn Jesus uns beispielsweise in Lektion 255 auffordert: "Diesen Tag wähle ich in vollkommenem Frieden zu verbringen.” So ist das als eine Annäherung an den ungeschulten Geist zu verstehen, als eine Erinnerung daran, dass Frieden ein fortdauernder Zustand ist. Und es ist völlig klar, dass es hier nicht darum geht, einen irgendwie entspannten Tag zu verbringen, sondern dass vollkommener Friede nur im heiligen Augenblick erfahren werden kann. Es geht immer nur darum, sich auf diesen Augenblick zu konzentrieren. Und es geht nicht um eine entspannte Stimmung, sondern um den Frieden GOTTES. Friede ist wahres Leben, Friede ist völlige Angstfreiheit, Friede ist ein Geisteszustand, in dem die LIEBE GOTTES durch uns in die Welt strömt.
“Der heilige Augenblick ist das leuchtende Beispiel, die klare und unzweideutige Demonstration der Bedeutung einer jeden Beziehung und Situation, die als Ganzes gesehen wird. Der Glaube hat jeden Aspekt der Situation akzeptiert, und der Unglaube hat ihr keinen Ausschluss aufgezwungen. Es ist eine Situation vollkommenen Friedens, einfach, weil du sie hast das sein lassen, was sie ist.”
(EKIW: Kapitel 17, VIII. 1. 4.-6.)
Wenn wir voll GOTTvertrauen im heiligen Augenblick ruhen, erkennen wir, dass eine Transformation in unserem Geist stattfindet und dass diese Transformation einem spezifischen Muster folgt. Im heiligen Augenblick lassen wir daher bereitwillig und freudig jeden persönlichen Plan los und übergeben uns ganz dem SEINEN. Der heilige Augenblick sucht deshalb nichts zu verändern, sondern nur alles anzunehmen.
Immer wenn sich ein gewohnheitsmäßiges Nein zum Leben in ein Ja verwandelt und wir diesen Augenblick so zulassen, wie er ist, lösen wir sowohl Zeit als auch Ego auf. Das ist das Wunder. Die Form, die sich im Jetzt zeigt zu übersehen, bedeutet Vergebung. Solange wir dagegen innerlich Widerstand leisten, bildet die Form, das heißt die Welt, ein unüberwindliches Hindernis, das uns von dem trennt, was wir jenseits der Form sind. Damit das Ego überleben kann, muss es dafür sorgen, dass Zeit - Vergangenheit und Zukunft - wichtiger ist als der heilige Augenblick. Wenn wir dieser Ego-Motivation folgen, sind wir in der Zeit gefangen wie der Sand in einer Sanduhr. Gevatter Tod, eine aus dem Mittelalter stammende personifizierte, anthropomorphe Allegorie des Todes, wird nicht umsonst häufig mit einer Sanduhr in der Hand dargestellt.
Unser Festhalten an der linearen Zeit ist ein Versuch zu beweisen, dass wir mit unserer kleinen Identität richtig liegen. Jede Sekunde eines jeden Tages heißt: nein, nein, nein zu GOTT. Genau das ist es, was das tick, tick, tick der Uhren bedeutet: Nein, nein, nein, ich bin nicht ganz, ich bin nicht vollständig, ich bin nicht ewig, ich bin nicht CHRISTUS, ich bin nicht perfekt. Nein, nein, nein. Und das Ja wäre das Akzeptieren der WAHRHEIT: Ich bin, wie DU mich erschaffen hast. Ich bin GEIST. Ich kann mit meiner Identität in dieser Welt nicht Recht haben, denn sie existiert nicht, sie hat keine Wirklichkeit und wird nie eine Wirklichkeit haben.
Das Ego versucht immer wieder, uns auf subtile Weise von der Bedeutung der Vergangenheit zu überzeugen. Auch der auf den ersten Blick positiv besetzte Satz “Alles in der Vergangenheit hat mich genau an den Punkt gebracht, an dem ich mich jetzt befinde.“ ist eine Lüge. Die Vergangenheit hat uns nirgendwohin gebracht. Die Vergangenheit hat uns nicht die Erlösung gebracht. Erlösung besteht nicht darin, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, sondern zu erkennen, dass sie eine Illusion ist.
Jedes Mal, wenn wir davon sprechen, dass wir uns in einem intensiven Prozess oder in irgendeiner Phase befinden, bestätigen wir die Illusion der Zeit. Wahre Heilung geschieht aber nicht in der Zeit, sondern im heiligen Augenblick.
„Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt.“
(EKIW: Lektion 308)
(EKIW: Lektion 308)
Das einzige Intervall, in dem wir von der linearen Zeit erlöst sein können, ist jetzt. Denn in diesem Augenblick kommt die Vergebung, um uns zu befreien. CHRISTI Geburt ist jetzt. ER ist gekommen, um der Welt SEINEN gegenwärtigen Segen zu geben und sie der Zeitlosigkeit und Liebe zurückzuerstatten. Und die Liebe ist allgegenwärtig, hier und jetzt.
“Jetzt herrscht Schweigen rund um die ganze Welt.
Jetzt herrscht da Stille,
wo zuvor ein fieberhafter Ansturm von Gedanken war,
die keinen Sinn ergaben.”
(EKIW: Lektion 198)
Jetzt herrscht da Stille,
wo zuvor ein fieberhafter Ansturm von Gedanken war,
die keinen Sinn ergaben.”
(EKIW: Lektion 198)
Warum überhaupt Trennung?
Die Frage nach dem “Warum“ der Trennungserfahrung taucht immer und immer wieder auf. Das ist jedoch keine echte Frage, sondern eine Aussage, denn ohne an Trennung zu glauben, können wir nicht fragen, wie die Trennung geschehen konnte. Das Prinzip der SÜHNE lautet daher, dass die Trennung nicht stattgefunden hat. Es hat auch nicht der CHRISTUS die Wahl für das Ego getroffen, sondern ein illusionäres Bewusstsein hat sie scheinbar getroffen. Außerdem stellen wir die Frage, wie diese dumme Wahl getroffen werden konnte, während wir sie gerade jetzt wieder treffen.
In diesem Zusammenhang ist es auch hilfreich, sich daran zu erinnern, dass dieser ganze Traum von Trennung nur ein einziger Augenblick war, der vom HEILIGEN GEIST augenblicklich berichtigt wurde. Aus der Perspektive der höheren Ebene war es nur ein Augenblick und kein langwieriger spiritueller Weg. Der Eindruck von Zeit ist Teil der Illusion – in Wahrheit gibt es keine Zeit.
Die Frage „Warum?“ stammt aus dem Denksystem des Egos. Daher werden wir auf diese Frage nie eine wahrhaft befriedigende Antwort bekommen. Doch die Zeit wird für jeden kommen, in der wir die Antwort auf unsere Frage jenseits des Verstandes bekommen, völlig außerhalb des Ego-Denksystems, aber innerhalb einer Erfahrung, dass wir nach wie vor in GOTT zu Hause sind. Das berichtigt die irrige Erfahrung, es nicht zu sein.
“Das Ego wird viele Antworten fordern, die dieser Kurs nicht gibt. Er begreift das, was nur die Form einer Frage hat und worauf eine Antwort unmöglich ist, nicht als Fragen. Das Ego mag etwa fragen: »Wie ist das Unmögliche geschehen?«, »Was ist es, dem das Unmögliche geschehen ist?« und mag das in vielen Formen fragen. Doch gibt es keine Antwort, nur eine Erfahrung. Suche nur diese, und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 4.)
Die Frage nach dem “Warum“ der Trennungserfahrung taucht immer und immer wieder auf. Das ist jedoch keine echte Frage, sondern eine Aussage, denn ohne an Trennung zu glauben, können wir nicht fragen, wie die Trennung geschehen konnte. Das Prinzip der SÜHNE lautet daher, dass die Trennung nicht stattgefunden hat. Es hat auch nicht der CHRISTUS die Wahl für das Ego getroffen, sondern ein illusionäres Bewusstsein hat sie scheinbar getroffen. Außerdem stellen wir die Frage, wie diese dumme Wahl getroffen werden konnte, während wir sie gerade jetzt wieder treffen.
In diesem Zusammenhang ist es auch hilfreich, sich daran zu erinnern, dass dieser ganze Traum von Trennung nur ein einziger Augenblick war, der vom HEILIGEN GEIST augenblicklich berichtigt wurde. Aus der Perspektive der höheren Ebene war es nur ein Augenblick und kein langwieriger spiritueller Weg. Der Eindruck von Zeit ist Teil der Illusion – in Wahrheit gibt es keine Zeit.
Die Frage „Warum?“ stammt aus dem Denksystem des Egos. Daher werden wir auf diese Frage nie eine wahrhaft befriedigende Antwort bekommen. Doch die Zeit wird für jeden kommen, in der wir die Antwort auf unsere Frage jenseits des Verstandes bekommen, völlig außerhalb des Ego-Denksystems, aber innerhalb einer Erfahrung, dass wir nach wie vor in GOTT zu Hause sind. Das berichtigt die irrige Erfahrung, es nicht zu sein.
“Das Ego wird viele Antworten fordern, die dieser Kurs nicht gibt. Er begreift das, was nur die Form einer Frage hat und worauf eine Antwort unmöglich ist, nicht als Fragen. Das Ego mag etwa fragen: »Wie ist das Unmögliche geschehen?«, »Was ist es, dem das Unmögliche geschehen ist?« und mag das in vielen Formen fragen. Doch gibt es keine Antwort, nur eine Erfahrung. Suche nur diese, und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.”
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 4.)
Fragen und Antworten
“In der Stille finden alle Dinge ihre Antwort und wird jedes Problem still gelöst.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 1. 1.)
Im Zustand der Identifikation mit dem Ego kann es keine Antwort und keine Lösung geben, denn sein Zweck ist, keine Lösung zu ermöglichen und sicherzustellen, das keine Antwort klar sein wird. Doch GOTT gab uns eine Antwort. Daher muss es so sein, dass die Zeit nicht beteiligt ist und jedes Problem jetzt beantwortet werden kann. Da eine Lösung im Zustand der Identifikation mit dem Ego unmöglich ist, hat uns GOTT einen Weg gegeben, einen anderen Geisteszustand zu erlangen, in dem die Antwort bereits da ist. Das ist der heilige Augenblick. Hierher sollten alle unsere Probleme gebracht und hier gelassen werden. Hierher gehören sie, denn hier ist ihre Antwort.
“Versuche, keine Probleme zu lösen, außer in der Sicherheit des heiligen Augenblicks. Denn dort wird das Problem beantwortet und gelöst. Außerhalb dessen gibt es keine Lösung, denn dort ist keine Antwort, die zu finden wäre.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 3. 1.-3.)
Außerhalb des heiligen Augenblicks gibt es keine Lösung, denn dort gibt es keine Antwort. Die Welt fragt auch nicht, um eine Antwort zu bekommen, sondern nur, um ihren Standpunkt erneut zu formulieren. Alle Fragen, die man in dieser Welt stellt, sind bloß eine Sichtweise und keine gestellte Frage. Auf eine Pseudofrage gibt es keine Antwort. Sie diktiert die Antwort schon beim Fragen. So ist das ganze Fragen innerhalb der Welt eine Form von Propaganda für sich selbst. Niemand im Zustand der Identifikation mit dem Ego stellt eine ehrliche Frage, denn er will keine ehrliche Antwort haben, in der der egoische Zustand endet.
“Nur innerhalb des heiligen Augenblicks lässt sich eine ehrliche Frage ehrlich stellen. Und aus der Bedeutung der Frage kommt die Bedeutsamkeit der Antwort. Hier ist es möglich, deine Wünsche von der Antwort abzutrennen, so dass sie dir gegeben und auch empfangen werden kann. Die Antwort wird überall bereitgestellt. Aber nur hier kann sie gehört werden.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 6. 1.-5.)
“Der heilige Augenblick ist das Intervall, in welchem der Geist still genug ist, dass er eine Antwort hört, die nicht bereits in der gestellten Frage liegt. Er bietet etwas Neues und von der Frage Unterschiedenes an.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 6. 9.-10.)
“In der Stille finden alle Dinge ihre Antwort und wird jedes Problem still gelöst.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 1. 1.)
Im Zustand der Identifikation mit dem Ego kann es keine Antwort und keine Lösung geben, denn sein Zweck ist, keine Lösung zu ermöglichen und sicherzustellen, das keine Antwort klar sein wird. Doch GOTT gab uns eine Antwort. Daher muss es so sein, dass die Zeit nicht beteiligt ist und jedes Problem jetzt beantwortet werden kann. Da eine Lösung im Zustand der Identifikation mit dem Ego unmöglich ist, hat uns GOTT einen Weg gegeben, einen anderen Geisteszustand zu erlangen, in dem die Antwort bereits da ist. Das ist der heilige Augenblick. Hierher sollten alle unsere Probleme gebracht und hier gelassen werden. Hierher gehören sie, denn hier ist ihre Antwort.
“Versuche, keine Probleme zu lösen, außer in der Sicherheit des heiligen Augenblicks. Denn dort wird das Problem beantwortet und gelöst. Außerhalb dessen gibt es keine Lösung, denn dort ist keine Antwort, die zu finden wäre.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 3. 1.-3.)
Außerhalb des heiligen Augenblicks gibt es keine Lösung, denn dort gibt es keine Antwort. Die Welt fragt auch nicht, um eine Antwort zu bekommen, sondern nur, um ihren Standpunkt erneut zu formulieren. Alle Fragen, die man in dieser Welt stellt, sind bloß eine Sichtweise und keine gestellte Frage. Auf eine Pseudofrage gibt es keine Antwort. Sie diktiert die Antwort schon beim Fragen. So ist das ganze Fragen innerhalb der Welt eine Form von Propaganda für sich selbst. Niemand im Zustand der Identifikation mit dem Ego stellt eine ehrliche Frage, denn er will keine ehrliche Antwort haben, in der der egoische Zustand endet.
“Nur innerhalb des heiligen Augenblicks lässt sich eine ehrliche Frage ehrlich stellen. Und aus der Bedeutung der Frage kommt die Bedeutsamkeit der Antwort. Hier ist es möglich, deine Wünsche von der Antwort abzutrennen, so dass sie dir gegeben und auch empfangen werden kann. Die Antwort wird überall bereitgestellt. Aber nur hier kann sie gehört werden.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 6. 1.-5.)
“Der heilige Augenblick ist das Intervall, in welchem der Geist still genug ist, dass er eine Antwort hört, die nicht bereits in der gestellten Frage liegt. Er bietet etwas Neues und von der Frage Unterschiedenes an.”
(EKIW: Kapitel 27, IV. 6. 9.-10.)
In den evolutionären Universen ist die Ewigkeit eine zeitliche ewige Dauer - das ewige Jetzt. Es ist die größtmögliche Annäherung an die Ewigkeit GOTTES. Lektion 300 lautet daher: “Nur einen Augenblick lang dauert diese Welt.” Das vergeistigte Bewusstsein des sterblichen Geschöpfes kann ewig werden durch Selbstidentifikation mit dem HEILIGEN GEIST durch Anwendung der Technik, die Ausführung des Willens des VATERS zu wählen. Eine solche Weihung des Willens ist gleichbedeutend mit dem Innewerden der Ewigkeitsrealität des Vorhabens. Das bedeutet, dass das Ziel des Geschöpfes unverrückbar geworden ist. So münden die Wahl des Geschöpfes und GOTTES Wahl ein in die ewigen Realitäten der nie endenden Vereinigung des GEISTES GOTTES mit der wahren Natur des Menschen.
“Die letzte Frage [Und will ich sehen, was ich verleugnet habe, weil es die Wahrheit ist?] aber fügt deinem Verlangen, die wirkliche Welt zu sehen, den Wunsch nach Konstanz bei, und so wird das Verlangen zu deinem einzigen. Dadurch, dass deine Antwort auf die letzte Frage ja ist, fügst du den Entscheidungen, die du bereits für alle übrigen getroffen hast, Aufrichtigkeit hinzu. Denn erst dann hast du der Möglichkeit entsagt, noch einmal anderen GEISTES zu werden.”
(EKIW: Kapitel 21, VII. 11. 4.-6.)
Unser ganzes Leben, mit Vergangenheit und Zukunft, ist unser heiliger Augenblick der Befreiung - unsere Reise ohne Entfernung zum endgültigen Ja zu GOTT. Deshalb gilt Lektion 227 immer:
“Dies ist mein heiliger Augenblick der Befreiung.”
(EKIW: Lektion 227)
(EKIW: Lektion 227)
In jedem gegebenen Intellekt besteht eine direkte Beziehung zwischen Reife und Einheit des Zeitbewusstseins. Die Zeiteinheit kann einen Tag, ein Jahr oder eine längere Periode betragen, aber sie ist zwangsläufig das Kriterium, aufgrund dessen das bewusste Selbst die Lebensumstände beurteilt und der konzipierende Intellekt die Tatsachen der zeitlichen Existenz misst und bewertet. Im reifen, sich entwickelnden Bewusstsein vereinigen sich Vergangenheit und Zukunft, um die wahre Bedeutung der Gegenwart zu erhellen. Reif werden heißt, intensiver in der Gegenwart leben und zugleich den Begrenzungen der Gegenwart entschlüpfen. Die auf vergangener Erfahrung gründenden Pläne der Reife treten in der Gegenwart in einer Weise ins Dasein, die die Werte der Zukunft erhöht.
Die Zeiteinheit der Reife offenbart die koordinierte Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so, dass das individuelle Bewusstsein damit beginnt, Einblick in die Gesamtheit der Ereignisse zu gewinnen, damit beginnt, die Landschaft der Zeit aus einer panoramischen Perspektive erweiterter Horizonte zu betrachten, vielleicht sogar beginnt, das ewige Kontinuum ohne Anfang und Ende, dessen Fragmente man Zeit nennt, zu erahnen.
Auf den Ebenen des Unendlichen und des Absoluten enthält der Augenblick der Gegenwart die ganze Vergangenheit und die ganze Zukunft. ICH BIN ist Ausdruck der Zeitlosigkeit.
"Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch:
Noch ehe Abraham wurde, bin ich."
(Bibel Einheitsübersetzung, Joh 8,58 )
Noch ehe Abraham wurde, bin ich."
(Bibel Einheitsübersetzung, Joh 8,58 )
Die Dinge werden durch die Zeit bedingt, aber die Wahrheit ist zeitlos. Die Wahrheit ist unerschütterlich - auf ewig frei von allen vorübergehenden Wechselfällen, obwohl nie tot und förmlich, immer vibrierend und anpassungsfähig - von strahlender Lebendigkeit. Je näher wir der Wahrheit kommen, desto mehr verschiebt sich unsere Wahrnehmung vom Zeitlichen ins Räumliche. Der Raum kommt von allen nichtabsoluten Dingen absolutem Sein am nächsten. Obwohl es im Zusammenhang mit dem Raum viel Absolutes gibt, heißt das nicht, dass der Raum absolut ist.
“Denn Zeit und Raum sind eine Illusion, die verschiedene Formen annimmt. Wenn sie über deinen Geist hinausprojiziert ist, denkst du, sie sei Zeit. Je näher sie dorthin gebracht wird, wo sie ist, desto eher stellst du sie dir in räumlichen Begriffen vor.”
(EKIW: Kapitel 26, VIII. 1. 3.-5.)
Ich hatte einmal eine Vision, in der ich mich in einem engen Rennbob durch einen Eiskanal bewegte. Die Richtung war vorgegeben, und meine einzige Wahl war meine Reaktion auf diesen vorgegebenen Weg. Wenn ich mir eine Rechtskurve wünschte, aber es kam eine Linkskurve, konnte ich mich ärgern oder sie vergeben. Am Ende dieses Eiskanals wurde ich in ein wunderschönes grünes Tal hinaus katapultiert und fühlte mich frei. Für mich beschreibt diese Vision wunderbar die Erlösung aus der linearen Zeit, das Eintauchen in die Glückseligkeit des heiligen Augenblicks.
„Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.“
(Bibel Einheitsübersetzung, Psalm 23, 1.-3.)
Solange wir in der Illusion der Zeit gefangen sind, bewegt sich unser "individuelles Bewusstsein" entlang eines konkreten Pfades im aktuellen Raum-Zeit-Kontinuum. Wenn wir aus der Illusion der Zeit, und damit aus der Identifikation mit einer bestimmten Geschichte, in den heiligen Augenblick - das Jetzt - eintauchen, entsteht Freiheit.
Was nun - ist es ein Prozess oder ein Augenblick? So lautet eine häufig gestellte Frage. Es ist ein Augenblick. Aber es ist ein Prozess, bis wir den heiligen Augenblick erreichen. Es scheint, als würden wir durch einen Prozess in der Zeit gehen, bis wir den heiligen Augenblick erreichen, wo die glückliche Erkenntnis auf uns wartet, dass es immer nur ein Augenblick war. Dieser Kollaps der Zeit ist das Wunder und das endgültige Ende der Opferrolle. Jesus befand sich in diesem Zustand während seiner Kreuzigung - auch sein Drehbuch war geschrieben. Natürlich hätte er seine Kreuzigung verhindern können, aber er wollte es nicht, weil er um die Bedeutung wusste.
Die tiefere Bedeutung der Aussage im Kurs “Das Drehbuch ist geschrieben.” besteht darin, dass alle möglichen Entscheidungen schon getroffen wurden und alle möglichen Szenarien in unterschiedlichen Zeitdimensionen existieren. Das Wunder der Vergebung kann zu einem Wechsel in eine andere Zeitdimension führen, in der unter Umständen verschiedene schwierige Erfahrungen nicht mehr gemacht werden müssen, weil sie nicht mehr notwendig sind. Dies stellt eine Entscheidung dar, sich ein anderes alternatives Ende seines Lebensfilms anzusehen. Aber dadurch ändern wir das Drehbuch nicht, sondern wir sehen uns lediglich einen anderen Teil davon an, und der alte Teil kann vom HEILIGEN GEIST gelöscht werden. Es ist nicht so, dass wir uns den neuen Teil nach und nach ausdenken - es gibt ihn schon (siehe “Akasha-Chronik”). Wie der Kurs sagt, wir sehen uns schließlich immer noch etwas im Geist an, das schon passiert ist. Dieser Aspekt ändert sich nie.
“Die Zeit ist schon bestimmt. Sie erscheint ziemlich willkürlich. Doch gibt es keinen Schritt auf diesem Weg, den irgendjemand nur aus Zufall tut. Er ist bereits von ihm gegangen worden, auch wenn er sich noch gar nicht auf den Weg gemacht hat. Denn die Zeit erstreckt sich nur scheinbar in eine Richtung. Wir unternehmen lediglich eine Reise, die schon vorbei ist. Und dennoch scheint sie eine Zukunft zu haben, die uns noch unbekannt ist.”
(EKIW: Lektion 158, 3.)
In diesem Zusammenhang muss jedoch vor einem Trugschluss gewarnt werden: Nur weil wir vergeben, heißt das nicht, dass wir in jeder Situation zu einem "angenehmen" Ausgang wechseln werden. Und es sind nicht wir, die bestimmen, ob wir in eine andere Zeitdimension wechseln. Das kann nur der HEILIGE GEIST, denn er hat den Überblick und nicht wir. Offensichtlich wurden Jesus am Ende seiner irdischen Abenteuer keine angenehmen Erfahrungen gegeben, aber der HEILIGE GEIST wusste, dass er damit umgehen konnte. Seine Praxis der Vergebung war so weit fortgeschritten, dass er keinen Schmerz mehr spürte.
Unsere Aufgabe ist es immer, zu vergeben, egal was geschieht, und wir müssen lernen, dem HEILIGEN GEIST immer mehr zu vertrauen. Aus der Sicht unseres Geistes, der sich noch mit Raum und Zeit identifiziert, könnte man es so formulieren: “Auch wenn etwas schon geschehen ist, müssen wir es trotzdem noch tun.”
(Siehe auch “Schrödingers Katze” und die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik.)
„Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.“
(Bibel Einheitsübersetzung, Psalm 23, 1.-3.)
Solange wir in der Illusion der Zeit gefangen sind, bewegt sich unser "individuelles Bewusstsein" entlang eines konkreten Pfades im aktuellen Raum-Zeit-Kontinuum. Wenn wir aus der Illusion der Zeit, und damit aus der Identifikation mit einer bestimmten Geschichte, in den heiligen Augenblick - das Jetzt - eintauchen, entsteht Freiheit.
Was nun - ist es ein Prozess oder ein Augenblick? So lautet eine häufig gestellte Frage. Es ist ein Augenblick. Aber es ist ein Prozess, bis wir den heiligen Augenblick erreichen. Es scheint, als würden wir durch einen Prozess in der Zeit gehen, bis wir den heiligen Augenblick erreichen, wo die glückliche Erkenntnis auf uns wartet, dass es immer nur ein Augenblick war. Dieser Kollaps der Zeit ist das Wunder und das endgültige Ende der Opferrolle. Jesus befand sich in diesem Zustand während seiner Kreuzigung - auch sein Drehbuch war geschrieben. Natürlich hätte er seine Kreuzigung verhindern können, aber er wollte es nicht, weil er um die Bedeutung wusste.
Die tiefere Bedeutung der Aussage im Kurs “Das Drehbuch ist geschrieben.” besteht darin, dass alle möglichen Entscheidungen schon getroffen wurden und alle möglichen Szenarien in unterschiedlichen Zeitdimensionen existieren. Das Wunder der Vergebung kann zu einem Wechsel in eine andere Zeitdimension führen, in der unter Umständen verschiedene schwierige Erfahrungen nicht mehr gemacht werden müssen, weil sie nicht mehr notwendig sind. Dies stellt eine Entscheidung dar, sich ein anderes alternatives Ende seines Lebensfilms anzusehen. Aber dadurch ändern wir das Drehbuch nicht, sondern wir sehen uns lediglich einen anderen Teil davon an, und der alte Teil kann vom HEILIGEN GEIST gelöscht werden. Es ist nicht so, dass wir uns den neuen Teil nach und nach ausdenken - es gibt ihn schon (siehe “Akasha-Chronik”). Wie der Kurs sagt, wir sehen uns schließlich immer noch etwas im Geist an, das schon passiert ist. Dieser Aspekt ändert sich nie.
“Die Zeit ist schon bestimmt. Sie erscheint ziemlich willkürlich. Doch gibt es keinen Schritt auf diesem Weg, den irgendjemand nur aus Zufall tut. Er ist bereits von ihm gegangen worden, auch wenn er sich noch gar nicht auf den Weg gemacht hat. Denn die Zeit erstreckt sich nur scheinbar in eine Richtung. Wir unternehmen lediglich eine Reise, die schon vorbei ist. Und dennoch scheint sie eine Zukunft zu haben, die uns noch unbekannt ist.”
(EKIW: Lektion 158, 3.)
In diesem Zusammenhang muss jedoch vor einem Trugschluss gewarnt werden: Nur weil wir vergeben, heißt das nicht, dass wir in jeder Situation zu einem "angenehmen" Ausgang wechseln werden. Und es sind nicht wir, die bestimmen, ob wir in eine andere Zeitdimension wechseln. Das kann nur der HEILIGE GEIST, denn er hat den Überblick und nicht wir. Offensichtlich wurden Jesus am Ende seiner irdischen Abenteuer keine angenehmen Erfahrungen gegeben, aber der HEILIGE GEIST wusste, dass er damit umgehen konnte. Seine Praxis der Vergebung war so weit fortgeschritten, dass er keinen Schmerz mehr spürte.
Unsere Aufgabe ist es immer, zu vergeben, egal was geschieht, und wir müssen lernen, dem HEILIGEN GEIST immer mehr zu vertrauen. Aus der Sicht unseres Geistes, der sich noch mit Raum und Zeit identifiziert, könnte man es so formulieren: “Auch wenn etwas schon geschehen ist, müssen wir es trotzdem noch tun.”
(Siehe auch “Schrödingers Katze” und die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik.)
Ein Beispiel zum Thema “Das Drehbuch ist geschrieben”
In einem Moment liebevoller Zugewandtheit, in dem ich eine weitläufig Verwandte namens Sharon einfach nur glücklich machen wollte, während ich mit ihr an einem Roulettetisch im Casino von Brisbane an der australischen Ostküste saß, wusste ich plötzlich, welche Zahl als Nächstes kommen würde. Ich sagte Sharon, sie solle ihr ganzes Geld auf diese Zahl setzen. Da ich in diesem Moment aus einem tiefen Wissen heraus sprach, war ich absolut überzeugend und sie folgte meiner Anweisung und gewann das 36-fache ihres Einsatzes.
Der Grund, warum es seit Menschengedenken immer wieder Hellseher gibt, die eine “Zukunft“ voraussagen, die dann tatsächlich eintritt, ist die Tatsache, dass lineare Zeit nur Vergangenheit ist. Die einzige “Kunst“ besteht darin, auf diese Informationen (“Akasha-Chronik”) zuzugreifen.
In einem Moment liebevoller Zugewandtheit, in dem ich eine weitläufig Verwandte namens Sharon einfach nur glücklich machen wollte, während ich mit ihr an einem Roulettetisch im Casino von Brisbane an der australischen Ostküste saß, wusste ich plötzlich, welche Zahl als Nächstes kommen würde. Ich sagte Sharon, sie solle ihr ganzes Geld auf diese Zahl setzen. Da ich in diesem Moment aus einem tiefen Wissen heraus sprach, war ich absolut überzeugend und sie folgte meiner Anweisung und gewann das 36-fache ihres Einsatzes.
Der Grund, warum es seit Menschengedenken immer wieder Hellseher gibt, die eine “Zukunft“ voraussagen, die dann tatsächlich eintritt, ist die Tatsache, dass lineare Zeit nur Vergangenheit ist. Die einzige “Kunst“ besteht darin, auf diese Informationen (“Akasha-Chronik”) zuzugreifen.
Das Große Universumsabenteuer des Menschen besteht im Übergang seines sterblichen Verstandes von der Stabilität mechanischer Statik zur Göttlichkeit geistiger Dynamik, und er schafft diese Verwandlung durch die Kraft und Unveränderlichkeit seiner persönlichen Entscheidungen, indem er in jeder Lebenssituation erklärt: „Es ist mein Wille, dass dein Wille geschehe.“
Die Natur des Universums ist ein einziger Augenblick, das Jetzt, diese größtmögliche Annäherung an die Ewigkeit. Das ist jener Moment, in dem GOTT eine Frage stellt: “Willst Du eins sein mit der Ewigkeit, willst du im Himmel sein?" Und wir sagen: “Nein, danke. Nicht gerade jetzt.” Zeit ist in Wahrheit nur unser ständiges Nein zu GOTTES Einladung. Das ist es, was Zeit ist, unser Nein in diesem Augenblick.
Eine Quelle für die wahrgenommene Entmutigung, unter der wir leiden mögen, ist unser Glaube, das Lernen brauche Zeit und die Ergebnisse dessen, was der HEILIGE GEIST lehrt, würden weit in der Zukunft liegen. Das trifft nicht zu. Denn der HEILIGE GEIST nutzt die Zeit in SEINER EIGENEN Weise und ist durch sie nicht gebunden. Die Aussage “Das Drehbuch ist geschrieben“ gilt für die Figur im Traum, aber nicht für den HEILIGEN GEIST.
“Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!”
(Bibel EÜ, Markus 13,33-36)
Der heilige Augenblick ist ein zentrales Thema des Kurses. Doch bereits vor zweitausend Jahren hat Jesus in obigem Gleichnis darauf hingewiesen. In dieser kurzen Unterweisung wiederholt Jesus dreimal in schneller Folge einen einfachen Imperativ: “Seid wachsam!" Dass Jesus dies dreimal hintereinander so eindringlich wiederholt, deutet darauf hin, dass eine der größten Gefahren des spirituellen Weges die geistliche Gleichgültigkeit ist, eine Art Benommenheit, die uns für das Wahre und wirklich Wichtige blind macht. Geistige Schläfrigkeit bedeutet, dass wir den Heiligen Augenblick verpassen.
Jedes Mal, wenn wir darüber nachdenken, was wir auf unserem spirituellen Weg in Zukunft besser machen sollten, was wir in Zukunft mehr tun sollten - zum Beispiel meditieren -, befinden wir uns schon wieder im Ego-Denksystem. Wir können nur jetzt etwas anders machen, weil es keine Zukunft gibt. Der absolute Hammer ist, dass Jesus uns die heilige Beziehung als Mittel anbietet und uns auffordert, genau jetzt nichts zu tun.
“Eine heilige Beziehung ist ein Mittel, um Zeit einzusparen. Ein Augenblick, den du gemeinsam verbringst mit deinem Bruder, gibt euch beiden das Universum wieder. Du bist vorbereitet. Jetzt brauchst du dich nur daran zu erinnern, dass du nichts zu tun brauchst. Es wäre jetzt bei weitem nützlicher, dich nur darauf zu konzentrieren, als darüber nachzudenken, was du tun solltest.”
(EKIW: Kapitel 18, VII. 5. 2.-6.)
So wie das Ego die Zeit benutzt, gibt es kein Entrinnen aus der Angst. Der HEILIGE GEIST, DER nur die Gegenwart erkennt, nutzt sie dazu, die Angst aufzuheben, durch die das Ego die Gegenwart nutzlos machen möchte. Die Angst gehört nicht zur Gegenwart, sondern nur zur Vergangenheit und Zukunft, die es gar nicht gibt. Es gibt keine Angst in der Gegenwart, wenn jeder Augenblick klar und von der Vergangenheit getrennt dasteht und ohne dass sein Schatten in die Zukunft reicht. Jeder Augenblick ist eine reine, unbefleckte Geburt, in der der GOTTESSOHN aus der Vergangenheit in die Gegenwart hervortritt. Und die Gegenwart dehnt sich ewig aus. Sie ist so schön und rein und frei von Schuld, dass dort nichts als Glück ist. Es gibt keine Erinnerung an Dunkelheit, und Unsterblichkeit und Freude sind jetzt.
“[...] Warum sollte es so vieler heiliger Augenblicke bedürfen, um das vollbringen zu lassen, wenn ein einziger genügte? Es gibt nur einen einzigen. Der kleine Atemzug der Ewigkeit, der sich wie goldenes Licht durch die Zeit zieht, ist immer gleich: Nichts ist vor ihm und nichts danach.
Du siehst jeden heiligen Augenblick als einen jeweils anderen Punkt in der Zeit an. Doch er ändert sich nie. Alles, was er je barg oder je bergen wird, ist genau jetzt da. Die Vergangenheit nimmt ihm nichts weg, und die Zukunft wird ihm nichts beifügen. So ist denn alles hier. Hier ist die Lieblichkeit deiner Beziehung, in der Mittel und Zweck bereits vollkommen harmonieren. Hier ist der vollkommene Glaube, den du deinem Bruder eines Tages schenken wirst, dir bereits geschenkt; hier ist die grenzenlose Vergebung, die du ihm geben wirst, bereits gegeben, das Antlitz CHRISTI, das du noch schauen wirst, bereits gesehen.”
(EKIW: Kapitel 20, V. 5.-6.)
Scheinbares Paradoxon
Mit dem Verstand ist das nicht zu begreifen. Genau darauf weist Jesus im Kurs hin.
“Es sieht vielleicht so aus, als hätten wir unserer Aussage widersprochen, die Offenbarung, dass der VATER und der SOHN eins sind, sei schon festgesetzt. Wir haben aber auch gesagt, dass der Geist bestimmt, wann dieser Zeitpunkt sein wird, und dies schon bestimmt hat. Und dennoch legen wir dir dringend nahe, Zeugnis für das WORT GOTTES abzulegen, um die Erfahrung der Wahrheit und ihren Anbruch in jedem Geist zu beschleunigen, der die Wirkungen der Wahrheit auf dich wahrnimmt.”
(EKIW: Lektion 169, 4)
Mit dem Verstand ist das nicht zu begreifen. Genau darauf weist Jesus im Kurs hin.
“Es sieht vielleicht so aus, als hätten wir unserer Aussage widersprochen, die Offenbarung, dass der VATER und der SOHN eins sind, sei schon festgesetzt. Wir haben aber auch gesagt, dass der Geist bestimmt, wann dieser Zeitpunkt sein wird, und dies schon bestimmt hat. Und dennoch legen wir dir dringend nahe, Zeugnis für das WORT GOTTES abzulegen, um die Erfahrung der Wahrheit und ihren Anbruch in jedem Geist zu beschleunigen, der die Wirkungen der Wahrheit auf dich wahrnimmt.”
(EKIW: Lektion 169, 4)
Wir können uns in der Art üben, wie der HEILIGE GEIST die Zeit gebraucht, als Lehrhilfe zu Glück und Frieden. Wir nehmen genau diesen Augenblick, jetzt, und stellen ihn uns als die gesamte Zeit vor, die es gibt. Hier kann uns nichts aus der Vergangenheit erreichen, und hier sind wir vollständig freigesprochen, voll ständig frei und gänzlich ohne Verurteilung. In diesem erlösenden Augenblick liegt der HIMMEL. Und der HIMMEL wird sich nicht verändern, denn die Geburt in die heilige Gegenwart ist die Erlösung aus der Veränderung. Veränderung ist eine Illusion, die diejenigen lehren, die sich nicht als schuldlos sehen können. Es gibt keine Veränderung im HIMMEL, weil es keine Veränderung in GOTT gibt. Im heiligen Augenblick, in dem wir uns vor Freiheit strahlend sehen, werden wir uns an GOTT erinnern. Denn uns an IHN erinnern heißt uns an die Freiheit erinnern.
Wir werden dem HEILIGEN GEIST diesen heiligen Augenblick niemals zugunsten unserer Befreiung geben, solange wir nicht willens sind, ihn unseren Brüdern zugunsten der ihren zu geben. Denn der Augenblick der Heiligkeit wird mit andern geteilt und kann nicht nur der unsere sein. Wunder sind die Augenblicke der Befreiung, die wir schenken und empfangen werden. Sie bezeugen unsere Bereitwilligkeit, befreit zu werden und dem HEILIGEN GEIST Zeit zu schenken, damit ER sie auf SEINE Weise gebrauchen kann.
Ein Wunder ist eine Veränderung im Jetzt und da das Jetzt auch Vergangenheit und Zukunft enthält, verändert es auch diese. Wunder sind sowohl ein Anfang als auch ein Ende, und somit verändern sie die zeitliche Ordnung. Sie heben die Vergangenheit in der Gegenwart auf und befreien auf diese Weise die Zukunft. Wunder sind Teile einer ineinandergreifenden Kette der Vergebung, die, wenn sie vollständig ist, die SÜHNE ist. Die SÜHNE ist allezeit und in allen Dimensionen der Zeit wirksam. Das Wunder ist eine Lerneinrichtung, die den Bedarf an Zeit vermindert. Es schafft eine Zeitspanne außerhalb des zeitlichen Musters, die den gewöhnlichen Zeitgesetzen nicht untersteht. In diesem Sinne ist es zeitlos. Das Wunder ist die einzige Einrichtung, die uns zur Kontrolle der Zeit unmittelbar zur Verfügung steht. Nur die Offenbarung transzendiert es, da diese mit der Zeit gar nichts zu tun hat.
Die Zeit ist unser Freund, wenn wir sie dem HEILIGEN GEIST zu SEINER Verwendung überlassen. ER braucht nur sehr wenig, um uns GOTTES ganze Macht zurückzuerstatten. ER, DER die Zeit für uns transzendiert, versteht, wozu die Zeit dient. Heiligkeit liegt nicht in der Zeit, sondern in der Ewigkeit. Es gab nie einen Augenblick, in dem der GOTTESSOHN seine Reinheit verlieren konnte. Sein unveränderlicher Zustand ist jenseits der Zeit.
Ein Augenblick, der dem HEILIGEN GEIST angeboten wird, wird GOTT zu unseren Gunsten angeboten, und in jenem Augenblick werden wir sanft in IHM erwachen. Im gesegneten Augenblick werden wir all unser vergangenes Lernen loslassen, und der HEILIGE GEIST wird uns geschwind die ganze Lektion des Friedens schenken. Die Wahrheit liegt so weit jenseits der Zeit, dass sie als Ganzes auf einmal geschieht.
"Doch wird er [der heilige Augenblick] kommen, und du wirst ihn mit vollkommener Gewissheit erkennen. Keine Gabe GOTTES wird auf irgendeine andere Art erkannt. Du kannst dich in der Mechanik des heiligen Augenblickes üben und wirst dabei viel lernen. Doch seinen leuchtenden und funkelnden Glanz, der dich durch seine eigene Schau buchstäblich blenden wird für diese Welt, den kannst du nicht beschaffen."
(EKIW: Kapitel 15, II. 5. 2.-5.)
(EKIW: Kapitel 15, II. 5. 2.-5.)
Ein Kurs in Wundern ist deswegen einfach, weil die Wahrheit einfach ist. Komplexität ist vom Ego und nichts anderes als der Versuch des Ego, das Offensichtliche zu verschleiern. Wir könnten für immer im heiligen Augenblick leben, der jetzt beginnt und bis in alle Ewigkeit reicht - wenn nicht ein ganz einfacher Grund uns hinderte. Der einfache Grund ist, einfach ausgedrückt, der folgende: Der heilige Augenblick ist eine Zeit, in der wir vollkommene Kommunikation empfangen und geben. Das bedeutet aber, dass er eine Zeit ist, in der unser Geist offen ist, um sowohl zu empfangen wie zu geben. Er ist die Einsicht, dass jeder Geist mit jedem anderen in Kommunikation steht. Der heilige Augenblick sucht deshalb nichts zu verändern, sondern nur alles anzunehmen.
Ein spiritueller Sucher erreichte eines Tages in einer abgelegenen Höhle im Himalaya einen alten Weisen und stellte ihm die für ihn so wichtige Frage: “Stimmt es, dass der Glaube Berge versetzen kann?” Der alte Weise antwortete: “Es stimmt, aber mir gefallen sie so, wie sie sind.”
Wir können nicht alles annehmen, wenn wir es vorziehen, private Gedanken zu haben und sie zu behalten. Jeder Gedanke, den wir verborgen halten möchten, schneidet die Kommunikation ab, weil wir es so haben möchten. Die notwendige Bedingung für den heiligen Augenblick ist nicht, dass wir keine unreinen Gedanken haben. Sie ist jedoch, dass wir keine haben, die wir behalten möchten. Wir versuchen also beim Üben nur, der Täuschung gegenüber wachsam zu sein, und suchen nicht, die Gedanken zu schützen, die wir für uns behalten möchten. Wir lassen sie von der Reinheit des HEILIGEN GEISTES wegleuchten und bringen unser ganzes Bewusstsein zur Bereitschaft für die Reinheit, die ER uns anbietet. So wird ER uns bereit machen, anzuerkennen, dass wir Gastgeber GOTTES sind.
Der heilige Augenblick ist die nützlichste Lerneinrichtung des HEILIGEN GEISTES, um uns die Bedeutung der Liebe zu lehren. Denn sein Zweck ist, das Urteilen völlig einzustellen. Urteilen beruht immer auf der Vergangenheit, denn die vergangene Erfahrung ist die Basis für unser Urteil. Urteilen wird ohne die Vergangenheit unmöglich, denn ohne sie verstehen wir nichts. Wir würden auch keinen Versuch zu urteilen unternehmen, denn es wäre für uns ganz offensichtlich, dass wir nicht verstehen, was irgend etwas bedeutet. Und davor haben wir Angst, weil wir glauben, dass ohne das Ego alles Chaos wäre. Doch in Wahrheit ist es so, dass ohne das Ego alles Liebe wäre.
Übung
Verbinde dich mit IHM, indem du jetzt wählst, deine Aufmerksamkeit von den Dingen der Welt zu lösen. Erlaube den Augen, sich sanft zu schließen, als ein Symbol deiner Bereitschaft, deine Verstrickung mit den Dingen dieser gemachten Welt und deine Anhaftung an sie beiseitezulegen. Verbindet dich mit IHM, während du deine Aufmerksamkeit von der Welt um dich herum zurückweichen lässt. Beginne, die Gedanken zu bemerken, die durch den Geist zu strömen scheinen. Verbinde dich mit IHM, indem du immer tiefer gehst, so als ob du deiner Aufmerksamkeit erlauben würdet, sich zu legen, nach unten, in deine Essenz. Sogar die Gedanken, die ohne Unterlass auftauchen und durch den Geist strömen, sind von der Welt. Lass dich daher nieder und verweile in der sanften Stille des SEINS, an dem ruhigen und stillen Ort des vollkommenen FRIEDENS. Erinnere dich daran, an diesem Ort bist du Bewusstsein SELBST, das sich lediglich SEINER SELBST bewusst wird. Und dieses Bewusstsein, dieses Gewahrsein, lebt gleichermaßen als die Essenz von jedem Einzelnen, den du kennst und liebst. Und deine Liebe zu ihnen ist es, was dich an sie bindet, in der Tiefe eines stillen Gewahrseins. An diesem HEILIGEN ORT unseres VATERS erkennst du:
Ich bin geliebt; ich bin liebevoll; und ich bin liebenswert, für immer. ICH BIN DAS ICH BIN. Grenzenloses Bewusstsein - niemals geboren, niemals sterbend - DAS, was den Traum von Raum und Zeit umfasst und liebevoll auf alle harmlosen und neutralen Ereignisse schaut.
Verbinde dich mit IHM, indem du jetzt wählst, deine Aufmerksamkeit von den Dingen der Welt zu lösen. Erlaube den Augen, sich sanft zu schließen, als ein Symbol deiner Bereitschaft, deine Verstrickung mit den Dingen dieser gemachten Welt und deine Anhaftung an sie beiseitezulegen. Verbindet dich mit IHM, während du deine Aufmerksamkeit von der Welt um dich herum zurückweichen lässt. Beginne, die Gedanken zu bemerken, die durch den Geist zu strömen scheinen. Verbinde dich mit IHM, indem du immer tiefer gehst, so als ob du deiner Aufmerksamkeit erlauben würdet, sich zu legen, nach unten, in deine Essenz. Sogar die Gedanken, die ohne Unterlass auftauchen und durch den Geist strömen, sind von der Welt. Lass dich daher nieder und verweile in der sanften Stille des SEINS, an dem ruhigen und stillen Ort des vollkommenen FRIEDENS. Erinnere dich daran, an diesem Ort bist du Bewusstsein SELBST, das sich lediglich SEINER SELBST bewusst wird. Und dieses Bewusstsein, dieses Gewahrsein, lebt gleichermaßen als die Essenz von jedem Einzelnen, den du kennst und liebst. Und deine Liebe zu ihnen ist es, was dich an sie bindet, in der Tiefe eines stillen Gewahrseins. An diesem HEILIGEN ORT unseres VATERS erkennst du:
Ich bin geliebt; ich bin liebevoll; und ich bin liebenswert, für immer. ICH BIN DAS ICH BIN. Grenzenloses Bewusstsein - niemals geboren, niemals sterbend - DAS, was den Traum von Raum und Zeit umfasst und liebevoll auf alle harmlosen und neutralen Ereignisse schaut.
Im heiligen Augenblick vereinen wir uns direkt mit GOTT, und alle unsere Brüder verbinden sich in CHRISTUS. Diejenigen, die in CHRISTUS verbunden sind, sind in keiner Weise getrennt. Denn CHRISTUS ist das SELBST, das die SOHNSCHAFT teilt, wie GOTT SEIN SELBST mit CHRISTUS teilt.
Der heilige Augenblick ersetzt die Notwendigkeit des Lernens nicht, denn der HEILIGE GEIST darf uns als unser LEHRER so lange nicht verlassen, bis der heilige Augenblick sich weit über die Zeit hinaus ausgedehnt hat. Bei einer Lehraufgabe, wie es die SEINE ist, muss ER alles in dieser Welt für unsere Befreiung nutzen. ER muss sich mit jedem Zeichen und jedem Beweis unserer Bereitwilligkeit, von IHM zu lernen, was die Wahrheit sein muss, verbünden. Umgehend nutzt ER, was wir IHM auch immer dafür anbieten. SEINE Anteilnahme an uns und SEINE Fürsorge für uns sind grenzenlos.
So, wie das Ego unsere Wahrnehmung unserer Brüder auf den Körper begrenzen möchte, so möchte der HEILIGE GEIST unsere Schau befreien und uns die GROSSEN STRAHLEN sehen lassen, die aus ihnen leuchten und so unbegrenzt sind, dass sie bis zu GOTT reichen. Es ist dieser Wechsel zur wahren Schau, der im heiligen Augenblick vollbracht wird. Doch ist es erforderlich, dass wir lernen, was genau dieser Wechsel mit sich bringt, damit wir willens werden, ihn dauerhaft zu machen. Ist diese Bereitwilligkeit gegeben, wird sie uns nicht verlassen, denn sie ist dauerhaft.
Im heiligen Augenblick, in dem die GROSSEN STRAHLEN im Bewusstsein den Körper ersetzen, wird uns das Erkennen von Beziehungen ohne Grenzen zu teil. Aber um dies zu sehen, ist es nötig, jede Verwendung aufzugeben, die das Ego für den Körper hat, und die Tatsache zu akzeptieren, dass das Ego keinen Zweck hat, den wir mit IHM teilen möchten.
Wenn der Körper aufhört, uns anzuziehen, und wir ihm keinen Wert mehr beimessen als einem Mittel, um irgend etwas zu bekommen, dann wird es keine Störung in der Kommunikation mehr geben, und unsere Gedanken werden so frei sein wie diejenigen GOTTES. Indem wir den HEILIGEN GEIST uns lehren lassen, wie wir den Körper nur zu Zwecken der Kommunikation nutzen können und auf seine Verwendung für die Trennung und den Angriff verzichten, die das Ego in ihm sieht, werden wir lernen, dass wir den Körper gar nicht brauchen. Im heiligen Augenblick gibt es keine Körper, und wir erfahren nur die Anziehungskraft GOTTES. Indem wir diese als ungeteilt annehmen, verbinden wir uns gänzlich mit IHM, in einem Augenblick, denn wir setzen unserer Vereinigung mit IHM keine Grenzen. Die Wirklichkeit dieser Beziehung wird zur einzigen Wahrheit, die wir je wollen konnten. Die ganze Wahrheit ist hier.
Der heilige Augenblick ist wahrhaft die Zeit CHRISTI. Denn in diesem befreienden Augenblick wird dem SOHN GOTTES keine Schuld auferlegt, und so wird IHM seine unbegrenzte Macht zurückgegeben. In Indien sprechen die spirituellen Lehrer daher davon, dass in diesem Zustand kein Karma entsteht. Im heiligen Augenblick ist die Bedingung für die Liebe erfüllt, denn Geist verbindet sich mit Geist ohne die Störung durch den Körper, und wo Kommunikation ist, da ist Frieden. Viele spirituelle Lehrer berichten, dass nach dem Eintauchen in den heiligen Augenblick ihr Verlangen nach Sex plötzlich verschwand.
„Der heilige Augenblick ist das Ergebnis deiner Entschlossenheit, heilig zu sein. Er ist die Antwort. Das Verlangen und die Bereitwilligkeit, ihn kommen zu lassen, gehen seinem Kommen voraus. Du bereitest deinen Geist nur in dem Masse auf ihn vor, wie du begreifst, dass du ihn mehr als alles andere willst. Es ist nicht nötig, dass du mehr tust; vielmehr ist es notwendig, dass du einsiehst, dass du nicht mehr tun kannst. Versuche nicht, dem HEILIGEN GEIST etwas zu geben, worum ER nicht bittet, denn sonst wirst du IHM das Ego beifügen und dann die beiden miteinander verwechseln. ER bittet nur um wenig. ER ist es, DER die Größe und die Macht beifügt. ER verbindet sich mit dir, um den heiligen Augenblick weitaus größer zu machen, als du verstehen kannst. Gerade deine Einsicht, dass du so wenig zu tun brauchst, ermöglicht es IHM, so viel zu geben.
Vertraue nicht deinen guten Absichten. Sie reichen nicht aus. Vertraue aber blind auf deine Bereitwilligkeit was immer sonst eintreten mag. Konzentriere dich nur darauf, und lass es dich nicht stören, dass Schatten sie umgeben. Deshalb bist du gekommen. Wenn du ohne sie kommen könntest, bräuchtest du den heiligen Augenblick nicht. Komme nicht in Arroganz zu ihm, indem du annimmst, dass du den Zustand erreichen musst, den sein Kommen mit sich bringt. Das Wunder des heiligen Augenblicks liegt in deiner Bereitwilligkeit, ihn sein zu lassen, was er ist. Und in deiner Bereitwilligkeit dazu liegt auch dein Annehmen deiner selbst, so wie du gemeint warst.
Das ist es, was den heiligen Augenblick so leicht und so natürlich macht. Du erschwerst ihn, weil du darauf bestehst, dass es mehr geben muss, was du zu tun hast. Du findest es schwierig, die Idee zu akzeptieren, dass du so wenig nur zu geben brauchst, um so viel zu empfangen. Und es fällt dir schwer einzusehen, dass es keine persönliche Beleidigung ist, dass dein Beitrag und derjenige des HEILIGEN GEISTES in einem solchen Missverhältnis zueinander stehen. Du bist noch immer davon überzeugt, dass dein Verständnis ein mächtiger Beitrag für die Wahrheit ist und sie zu dem macht, was sie ist. Doch haben wir betont, dass du nichts zu verstehen brauchst. Die Erlösung ist einfach, gerade weil sie nichts verlangt, was du nicht gleich jetzt geben kannst.
Vergiss nicht, dass es deine Entscheidung war, alles, was natürlich und einfach ist, unmöglich für dich zu machen. Wenn du glaubst, der heilige Augenblick sei für dich schwierig, so liegt es nur daran, dass du zum Richter darüber geworden bist, was möglich ist, und weiterhin Unwillens bleibst, DEM EINEN Platz zu machen, DER weiß. Der ganze Glaube an Rangordnungen der Schwierigkeit bei Wundern kreist darum. Alles, was GOTT will, ist nicht nur möglich, sondern bereits geschehen. Deshalb ist die Vergangenheit vorbei. Sie hat in Wirklichkeit nie stattgefunden. Nur in deinem Geist, der dachte, sie habe stattgefunden, ist ihre Aufhebung vonnöten."
(EKIW: Kapitel 18, IV. 1.&2.&7.&8.)
Vertraue nicht deinen guten Absichten. Sie reichen nicht aus. Vertraue aber blind auf deine Bereitwilligkeit was immer sonst eintreten mag. Konzentriere dich nur darauf, und lass es dich nicht stören, dass Schatten sie umgeben. Deshalb bist du gekommen. Wenn du ohne sie kommen könntest, bräuchtest du den heiligen Augenblick nicht. Komme nicht in Arroganz zu ihm, indem du annimmst, dass du den Zustand erreichen musst, den sein Kommen mit sich bringt. Das Wunder des heiligen Augenblicks liegt in deiner Bereitwilligkeit, ihn sein zu lassen, was er ist. Und in deiner Bereitwilligkeit dazu liegt auch dein Annehmen deiner selbst, so wie du gemeint warst.
Das ist es, was den heiligen Augenblick so leicht und so natürlich macht. Du erschwerst ihn, weil du darauf bestehst, dass es mehr geben muss, was du zu tun hast. Du findest es schwierig, die Idee zu akzeptieren, dass du so wenig nur zu geben brauchst, um so viel zu empfangen. Und es fällt dir schwer einzusehen, dass es keine persönliche Beleidigung ist, dass dein Beitrag und derjenige des HEILIGEN GEISTES in einem solchen Missverhältnis zueinander stehen. Du bist noch immer davon überzeugt, dass dein Verständnis ein mächtiger Beitrag für die Wahrheit ist und sie zu dem macht, was sie ist. Doch haben wir betont, dass du nichts zu verstehen brauchst. Die Erlösung ist einfach, gerade weil sie nichts verlangt, was du nicht gleich jetzt geben kannst.
Vergiss nicht, dass es deine Entscheidung war, alles, was natürlich und einfach ist, unmöglich für dich zu machen. Wenn du glaubst, der heilige Augenblick sei für dich schwierig, so liegt es nur daran, dass du zum Richter darüber geworden bist, was möglich ist, und weiterhin Unwillens bleibst, DEM EINEN Platz zu machen, DER weiß. Der ganze Glaube an Rangordnungen der Schwierigkeit bei Wundern kreist darum. Alles, was GOTT will, ist nicht nur möglich, sondern bereits geschehen. Deshalb ist die Vergangenheit vorbei. Sie hat in Wirklichkeit nie stattgefunden. Nur in deinem Geist, der dachte, sie habe stattgefunden, ist ihre Aufhebung vonnöten."
(EKIW: Kapitel 18, IV. 1.&2.&7.&8.)
Erwachen
“Du wirst zuerst vom Frieden träumen und dann zu IHM erwachen. Der erste Austausch dessen, was du gemacht hast, gegen das, was du willst, ist der Austausch deiner Alpträume gegen die glücklichen Träume der Liebe. In diesen liegen deine wahren Wahrnehmungen, denn der HEILIGE GEIST berichtigt die Welt der Träume, wo alle Wahrnehmung ist. Erkenntnis bedarf keiner Berichtigung. Die Träume der Liebe jedoch führen zur Erkenntnis. In ihnen siehst du nichts, was Angst macht, und deshalb sind sie das Willkommen, das du der Erkenntnis bietest. Die Liebe wartet auf ein Willkommen, nicht auf die Zeit, und die wirkliche Welt ist nichts anderes, als dass du das willkommen heißt, was immer war. Deshalb ist der Ruf der Freude in ihr, und deine frohe Antwort ist dein Erwachen zu dem, was du nicht verloren hast.”(EKIW: Kapitel 13, VII. 9.)
In diesem einen Absatz ist bereits alles enthalten, was es zum Thema Erwachen zu wissen gibt. Aber auch das Ego liebt die Idee des Erwachens, weil es ihm eine weitere Gelegenheit bietet, alles unheimlich kompliziert und schwierig darzustellen. Da unser vom Ego dominiertes Denksystem so verdreht und so komplex geworden ist, dass wir seine Bedeutungslosigkeit nicht sehen können, erfordert es in der Praxis dann doch wiederum eine Menge Arbeit, Intelligenz und Energie, die dicke Schicht der Komplexität und Dunkelheit zu durchdringen, um zu entdecken, worin die eigentliche Wahrheit besteht. Die Wahrheit selbst ist sehr einfach und unkompliziert, doch wir können ihre Einfachheit nicht sehen.
“Das Ego kann die Idee akzeptieren, dass Rückkehr notwendig ist, weil es ihm so leicht fällt, die Idee schwierig erscheinen zu lassen. Doch sagt dir der HEILIGE GEIST, dass auch die Rückkehr gar nicht nötig ist, weil etwas, das nie geschehen ist, nicht schwierig sein kann. Allerdings kannst du die Idee der Rückkehr sowohl notwendig als auch schwierig machen. Doch ist es sicherlich klar, dass die Vollkommenen nichts brauchen, und du kannst die Vollkommenheit nicht als eine schwierige Leistung erfahren, weil sie das ist, was du bist.”
(EKIW: Kapitel 6, II. 11. 1.-4.)
Der Weg aus der Illusion der Trennung heraus ist individuell, aber das Ergebnis ist das Ende der Individualität. Daher ist klar, dass am Ende niemand übrig bleibt. Wenn der EINE endgültig aus dem Traum der Trennung erwacht ist, kann es niemanden mehr geben, der nicht erwacht ist. Das Ego versteht dies nicht und glaubt, es könnte als Individuum erwachen.
“Die wirkliche Welt ist jener Geisteszustand, in dem Vergebung als der einzige Zweck der Welt gesehen wird. [...] Die Welt wird nun zu einem Ort der Hoffnung, weil ihr Zweck allein darin besteht, ein Ort zu sein, an dem sich Hoffnung auf das Glück erfüllen kann. Und niemand steht außerhalb dieser Hoffnung, weil die Welt vereinigt ist im Glauben, der Zweck der Welt sei einer, den alle miteinander teilen müssen, wenn die Hoffnung mehr sein soll als bloß ein Traum. Noch ist der HIMMEL nicht völlig in Erinnerung getreten, denn der Vergebung Zweck besteht noch weiterhin. Doch jeder ist sich sicher, dass er über die Vergebung hinausgelangen wird, und er bleibt nur noch, bis sie in ihm vollkommen gemacht ist. [...] Indessen ist er froh, zu warten, bis alle Hände sich verbunden haben und jedes Herz bereit gemacht ist, sich zu erheben und mit ihm zu gehen. [...] Der letzte Schritt ist GOTTES, weil nur GOTT einen vollkommenen SOHN erschaffen und SEINE VATERSCHAFT mit diesem teilen konnte. Niemand außerhalb des HIMMELS weiß, wie dies sein kann, denn dies verstehen ist der HIMMEL selbst.”
(EKIW: Kapitel 30, V. 1.-4.)
”Es sollte insbesondere beachtet werden, dass GOTT nur einen SOHN hat. Wenn alle SEINE Schöpfungen SEINE SÖHNE sind, dann muss ein jeder ein integraler Teil der ganzen SOHNSCHAFT sein. Die SOHNSCHAFT ist in ihrem Einssein mehr als die Summe ihrer Teile. Allerdings bleibt dies so lange verschleiert, wie irgendeiner ihrer Teile fehlt. Das ist der Grund, weshalb der Konflikt nicht endgültig gelöst werden kann, bevor nicht alle Teile der SOHNSCHAFT zurückgekehrt sind. Erst dann kann die Bedeutung von Ganzheit im wahren Sinn verstanden werden. Jeder Teil der SOHNSCHAFT kann an Irrtum oder Unvollständigkeit glauben, wenn er sich dafür entscheidet. Allerdings glaubt er in diesem Fall an die Existenz des Nichts. Die Berichtigung dieses Irrtums ist die SÜHNE.”
(EKIW: Kapitel 2, VII. 6.)
Eine beliebte Analogie für das spirituelle Erwachen ist der Kinobesuch. Inkarnieren bedeutet, ins Kino zu gehen und sich so mit dem Geschehen auf der Leinwand zu identifizieren, dass der Eindruck entsteht, der Protagonist des Films zu sein und das Filmgeschehen sei real. Auf dem Weg des spirituellen Erwachens geht es zunächst darum, uns aus der Identifikation mit der Filmfigur zu lösen und zu erkennen, dass wir in einem Kino sitzen und einen Film sehen, der längst gedreht ist und dessen Drehbuch wir selbst geschrieben haben. Dabei geht es aber nicht um ein rein intellektuelles Verständnis, sondern um ein bewusstes Erleben. Dadurch fühlen wir uns nicht mehr als Opfer des Geschehens auf der Leinwand und unser Kinoerlebnis wird zu einer glücklichen Erfahrung. Wenn wir uns SEINER Führung anvertrauen, dann wird ER uns mehr und mehr von der Illusion des Kinobesuchs befreien, bis dann GOTT SELBST den Filmprojektor abschaltet.
"Du kannst dich selber nicht aufwecken.
Doch kannst du dich aufwecken lassen."
(EKIW: Kapitel 29, III. 3. 2.&3.)
Doch kannst du dich aufwecken lassen."
(EKIW: Kapitel 29, III. 3. 2.&3.)
Einige nonduale Konzepte behaupten: “Unser Geist ist wie ein Filmprojektor, unser wahres Selbst ist die Leinwand.” Aber das ist grundlegend falsch, es muss richtig heißen: “Unser schlafender Geist ist wie ein Filmprojektor, das Bewusstsein ist die Leinwand.” Die Welt der Formen wird von unserem gespaltenen Geist projiziert und mit Hilfe des Bewusstseins werden wir dieser Welt gewahr. Der zentrale Irrtum vieler nondualer Konzepte ist die Vergöttlichung des Bewusstseins. Doch das Bewusstsein ist die Domäne des Egos. Das Bewusstsein ist der Glaube an etwas Äußeres. Den Irrtum selbst - das individuelle Bewusstsein - zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es uns gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt.
“Das Bewusstsein - die Ebene der Wahrnehmung - war die erste Spaltung, die nach der Trennung in den Geist eingeführt wurde, was den Geist zu einem Wahrnehmenden anstatt zu einem Schöpfer machte. Das Bewusstsein wird zutreffend als Domäne des Ego bezeichnet. Das Ego ist ein falschgesinnter Versuch, dich so wahrzunehmen, wie du sein möchtest, statt wie du bist. Doch kannst du dich nur so erkennen, wie du bist, weil das das Einzige ist, dessen du gewiss sein kannst. Alles andere ist fraglich.”
(EKIW: Kapitel 3, IV. 2.)
Die Transzendenz des Bewusstseins ist das, was im Kurs als die Träumer-des-Traums-Perspektive bezeichnet wird. Von manchen spirituellen Lehrern wird dieser Zustand als “pure awareness” bezeichnet. Das ist die Vergebung. Ab dem Moment wo wir uns als Träumer des Traums erkannt haben, ist es nicht mehr schwierig, den Traum zu ändern. Dann nehmen wir den Traum an, den ER uns statt des unseren gab. Der Traum der Schuld verblasst vor unserer Sicht, wenn unsere Augen auch geschlossen sind. Ein Lächeln ist gekommen, unser schlafendes Antlitz zu erhellen. Der Schlaf ist jetzt friedlich, denn dies ist der glückliche Traum.
Aber auch der glückliche Traum ist immer noch ein Traum und nicht das Erwachen zur EINHEIT im reinen GEIST - zu unserer wahren IDENTTITÄT.
„Ich habe wiederholt betont, dass eine Ebene des Geistes für eine andere nicht verständlich ist. Das gilt auch für das Ego und den HEILIGEN GEIST, für Zeit und Ewigkeit. Die Ewigkeit ist eine Idee GOTTES, daher versteht der HEILIGE GEIST sie vollkommen. Die Zeit ist ein Egoglaube, daher nimmt das niedere Selbst, die Domäne des Ego, sie auch fraglos an. Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt.“
(EKIW: Kapitel 5, III. 6.)
Es ist ein zentraler und weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass mit dem Eintauchen in den heiligen Augenblick, was oft auch als Essenzerfahrung bezeichnet wird, die Befreiung aus der Illusion erledigt wäre, dass damit der Geist vollständig berichtigt sei. Doch eine zeitweilige Essenzerfahrung allein ist noch nicht das vollständige Erwachen zu unserer wahren IDENTITÄT auf welche Ein Kurs in Wundern verweist.
“Der heilige Augenblick ersetzt die Notwendigkeit des Lernens nicht, denn der HEILIGE GEIST darf dich als dein LEHRER so lange nicht verlassen, bis der heilige Augenblick sich weit über die Zeit hinaus ausgedehnt hat. Bei einer Lehraufgabe, wie es die SEINE ist, muss ER alles in dieser Welt für deine Befreiung nutzen.”
(EKIW: Kapitel 15, VIII. 1. 1.&2.)
“Ein Augenblick, der dem HEILIGEN GEIST angeboten wird, wird GOTT zu deinen Gunsten angeboten, und in jenem Augenblick wirst du sanft in IHM erwachen.”
(Kapitel 15, II. 1. 4.)
Im heiligen Augenblick geschieht das Erwachen - das bedeutet der Prozess des Erwachens. Aber der heilige Augenblick ist nicht der endgültige Zustand des Erwacht-Seins, wie immer wieder behauptet wird. Erwachen zum SELBST, Erwachen in GOTT, ist ein Prozess, der erst dann abgeschlossen ist, wenn der schlafende Geist aus dem Traum der Trennung erwacht, also in die Einheit GOTTES zurückgekehrt ist. GOTT vollzieht den letzten Schritt des Erwachens zur Erkenntnis. Das ist das Ende der Individualität und auch das Ende des Bewusstseins. Erwachen ist also kein Zustand, den jemand erreichen kann, d.h. keine Person kann erwacht sein.
Das Höchste, was ein "individuelles Bewusstsein" erreichen kann, und das ist auch das Ziel jedes spirituellen Weges, ist das Ruhen im heiligen Augenblick, die Erlösung aus der linearen Zeit - der glückliche Traum.
Solange der Geist noch nicht vollständig berichtigt ist, kann das Eintauchen in den heiliger Augenblick auch wieder verschwinden und ohne ein tieferes Verständnis der Metaphysik des Lebens und ohne Führung durch den HEILIGEN GEIST können sich die Irrtümer des Ego-Denksystems sehr leicht einschleichen. Außerdem können Menschen, denen die Erfahrung des Heiligen Augenblicks relativ spontan passiert ist und denen ein tieferes Verständnis fehlt, keinen Weg beschreiben, den sie ihren Mitmenschen vermitteln könnten. Genau hier setzt Ein Kurs in Wundern an, denn das Erwachen ist ein gemeinschaftliches Unterfangen, niemand erwacht alleine, denn das Erwachen löst die Illusion der Trennung auf.
"Vergiss nicht, dass, wenn diese Reise erst einmal begonnen ist, das Ende sicher ist. Auf dem Weg werden Zweifel kommen und gehen - und gehen, um erneut zu kommen. Doch ist das Ende sicher. Niemand kann das zu tun versäumen, was GOTT bestimmte, dass er tue. Wenn du vergisst, erinnere dich, dass du mit IHM gehst und mit SEINEM WORT auf deinem Herzen. Wer könnte verzweifeln, wenn eine HOFFNUNG wie diese sein ist? Illusionen der Verzweiflung mögen zu kommen scheinen, doch lerne, wie du dich nicht von ihnen täuschen lässt. Hinter einer jeden ist die Wirklichkeit und ist GOTT."
(EKIW: EPILOG, 1.)
Manche spirituelle Lehrer beschreiben ihr Erwachen so, dass sie sich plötzlich selbst in den Augen ihres Gurus erkannten. Jesus weist auch im Kurs darauf hin, dass wenn der Geist irgendeinen Teil der SOHNSCHAFT wiedererkennt, erkennt er sich selbst.
“Des Lehrers ungeachtet, den du wählst, ist das Ziel des Lehrplans: »Erkenne dich selbst.« Es gibt nichts anderes zu suchen. Jeder sucht sich selbst und die Kraft und die Herrlichkeit, die er verloren zu haben glaubt. Jedesmal, wenn du mit jemandem zusammen bist, hast du eine neue Gelegenheit, sie zu finden. Deine Kraft und Herrlichkeit sind in ihm, weil sie dein sind.”
(EKIW: Kapitel 8, III. 5. 1.-5.)
Im Berechtigungsprozess des Geistes geht es insbesondere darum, die fundamentale Wahrheit des Nichtgetrenntseins immer wieder zu erleben - bis zu dem Punkt, wo wir wieder im Wissen dieser Wahrheit ruhen. Der Geist kann nicht durch das Erleben eines Essenzzustandes allein geheilt werden. Jede erneute Erfahrung der essenziellen Wahrheit vertieft aber unseren Kontakt zum wahren SELBST.
Die ganze Reise der Heilung und des Erwachens ist im Prozess der Vergebung enthalten. Die Erleuchtung, oder sich selbst zu erkennen, ist die Vollendung dieses Prozesses. Die Erleuchtung steht auf der Spitze des Berges, sie ist der Höhepunkt dieser ganzen Anstrengung. An diesem Punkt hört der HEILIGE GEIST auf, ein Bote oder eine Brücke zu sein. Der HEILIGE GEIST ist nicht länger ein Vermittler oder ein notwendiges Bindeglied zur Kommunikation, denn wir sind eins. Wir sind GEIST, eins mit GOTT.
Der vom Ego geprägte Geist schläft. Das ist der Grund, warum der spirituelle Befreiungsprozess Erwachen genannt wird - der Geist wacht zu dem auf, was wirklich ist. Die Erfahrung eines heiligen Augenblicks bedeutet jedoch noch nicht das vollständige Erwachen aus dem Traum der Trennung. Einige Teile des gespaltenen Geistes mögen erwachen, aber der gespaltene Geist ist zutiefst vom Ego geprägt, und diese Tiefenschichten des Geistes erwachen weder leicht noch schnell. Jesus beschreibt daher im Kurs sechs Phasen in der Entwicklung des Vertrauens in die MACHT, DIE alle Dinge sicher bewahrt. Obwohl wir davon sprechen, unsere wahre IDENTITÄT allmählich zu verwirklichen, haben wir sie in Wirklichkeit nie verlassen. Doch diese Tatsache wirklich zu erfahren, ist eine tiefe Erkenntnis.
“Die Reise zu GOTT ist lediglich das Wiedererwachen der Erkenntnis dessen, wo du immer und was du ewig bist. Es ist eine Reise ohne Entfernung zu einem Ziel, das sich niemals verändert hat. Die Wahrheit lässt sich nur erfahren. Man kann sie nicht beschreiben, und man kann sie nicht erklären. Ich kann dir die Bedingungen der Wahrheit zu Bewusstsein bringen, die Erfahrung aber ist von GOTT. Gemeinsam können wir ihre Bedingungen erfüllen, die Wahrheit aber wird von selbst in dir heraufdämmern.”
(EKIW: Kapitel 8, VI. 9. 5.-9.)
Wir können die Wahrheit nicht verstehen, aber die Bedingungen dafür. Das heißt, es gilt zu lernen, was die geistige, die wahre Schau mit sich bringt.
“Es ist dieser Wechsel zur wahren Schau, der im heiligen Augenblick vollbracht wird. Doch ist es erforderlich, dass du lernst, was genau dieser Wechsel mit sich bringt, damit du willens wirst, ihn dauerhaft zu machen. Ist diese Bereitwilligkeit gegeben, wird sie dich nicht verlassen, denn sie ist dauerhaft.”
(EKIW: Kapitel 15, IX. 1. 2.-4.)
Der Kurs lehrt uns, was genau dieser Wechsel mit sich bringt. Und wenn der heilige Augenblick zur vollständigen Berichtigung des Geistes genutzt wird, treten wir in jenen Geisteszustand ein, den Jesus im Kurs als “die Schau CHRISTI” bezeichnet. Der Geist, der GOTT tatsächlich erkennt, ist der reine Geist. Solch innere und geistige Verbindung nennt man geistige Schau oder wie im Kurs CHRISTI Schau. Das sogenannte dritte Auge ist das Symbol für die geistige Schau. Es ist der ruhige Blick auf die “wirkliche Welt”, auf jene Welt, die total vergeben ist. Es ist jener Geisteszustand, auf den uns Ein Kurs in Wundern vorbereitet. Wenn das erreicht ist, sind Wahrnehmung und Erkenntnis einander so ähnlich geworden, dass sie die Vereinheitlichung der Gesetze GOTTES miteinander teilen. Die wirkliche Welt ist leise in den HIMMEL geglitten, in dem alles Ewige in ihr schon immer war. Dort vereinen sich der ERLÖSER und die Erlösten in der vollkommenen Liebe zu GOTT und zueinander. Der HIMMEL ist unsere Wohnstatt, und da er in GOTT ist, muss er ebenso in uns sein.
Mooji
Mooji ist ein spiritueller Lehrer, der mit seiner Gemeinschaft in Portugal lebt. Im Jahr 1987 traf Mooji Michael, eine Begegnung, die sein Leben völlig verändern sollte. Mooji beschreibt Michael oft als einen jungen christlichen Mystiker, und er fühlte sich von Michaels Demut, Weisheit, Glauben und Vertrauen in Christus stark angezogen. Gemeinsam führten sie sehr tiefe und inspirierende Gespräche über das Leben und die Lehren Jesu Christi und über die täglichen Herausforderungen eines Jüngers von heute. Diese tiefgreifenden Begegnungen waren der Vorläufer und eine Art Katalysator für Moojis bewusste Suche nach der Wahrheit.
Am Ende eines dieser Gespräche bat Mooji Michael, für ihn zu beten, wenn er das nächste Mal beten würde, worauf Michael einfach antwortete: „Sicher, aber warum nicht jetzt?“, und sie beteten gemeinsam. Mooji selbst betete auch spontan und fand einige Worte, die wie von selbst flossen: „Bitte komm in mein Herz. Erfülle mein Herz vollständig. Führe mich zu Dir.” Nach dem Gebet erlebte Mooji eine große Leichtigkeit und einen großen Frieden in seinem Wesen. Er hatte das Gefühl, dass er nicht schlafen wollte, weil dieser aufkommende Friede und die Freude vielleicht nachlassen könnten, aber als er am nächsten Morgen erwachte, war zu seiner Freude alles noch sehr präsent - und bis heute ist der tiefe innere Frieden ungestört geblieben.
Es war während dieses verheißungsvollen Treffens im Jahr 1987, als er zusammen mit Michael zum ersten Mal die Realität Gottes als die lebendige Gegenwart, Freude und Kraft, die alles Leben durchdringt, wahrnahm. Mooji sagt: „Ich wusste, dass das Christuslicht und die Liebe Gottes in mein Herz eingedrungen waren und es erfüllten, und ich ging einfach aus dem Leben, das ich als das meine empfand. Ein tiefes Gefühl glückseligen Losgelöstseins entstand in meinem Wesen. Es war, als ob ich das Leben nun auf dem Schoß Gottes sitzend wahrnehmen würde.”
Irgendwann begann Mooji nach jemandem zu suchen, der ihn schneller in höhere Bewusstseinszustände führen konnte, um die immer noch aufkommenden persönlichen Tendenzen zu überwinden. So gelangte er auch nach Indien und traf dort auf Sri Poonjaji - liebevoll Papaji genannt. Mooji erzählt: „Als ich Papaji traf, wusste ich in meinem Herzen, dass meine Schritte von der Gnade geleitet waren. Der Drang, nach Kalkutta zu gehen und Ramakrishnas Haus zu besuchen, begann zu schwinden. Ich befand mich in der Gegenwart eines lebenden Buddha. Es war meine Zeit mit Papaji in Lucknow, die mich wirklich in das erfahrungsmäßige Erkennen des Selbst als reines Gewahrsein brachte.”
Mooji verbrachte einige Monate in Lucknow in Papajis gnädiger Gegenwart. Während dieser Zeit reiste er mit Papajis Segen auch nach Tiruvannamalai, Südindien, um den Ashram von Sri Ramana Maharshi zu besuchen, der Papajis eigener Meister war.
Mooji führt seine Schüler mit folgender Einladung (→Audiodatei) in die Begegnung mit dem wahren SELBST und damit mit GOTT SELBST. Mooji verwendet den Begriff “mind” für den ego-getriebenen Verstand - also für unsere privaten Gedanken - und den Begriff “formless intelligence“ für den reinen Geist. Diese Anleitung ist universell und kann in der einen oder anderen Form bei vielen spirituellen Lehrern gefunden werden. Sie entspricht in ihrer Art der aus dem Kurs in Lektion 189.
Mooji ist ein spiritueller Lehrer, der mit seiner Gemeinschaft in Portugal lebt. Im Jahr 1987 traf Mooji Michael, eine Begegnung, die sein Leben völlig verändern sollte. Mooji beschreibt Michael oft als einen jungen christlichen Mystiker, und er fühlte sich von Michaels Demut, Weisheit, Glauben und Vertrauen in Christus stark angezogen. Gemeinsam führten sie sehr tiefe und inspirierende Gespräche über das Leben und die Lehren Jesu Christi und über die täglichen Herausforderungen eines Jüngers von heute. Diese tiefgreifenden Begegnungen waren der Vorläufer und eine Art Katalysator für Moojis bewusste Suche nach der Wahrheit.
Am Ende eines dieser Gespräche bat Mooji Michael, für ihn zu beten, wenn er das nächste Mal beten würde, worauf Michael einfach antwortete: „Sicher, aber warum nicht jetzt?“, und sie beteten gemeinsam. Mooji selbst betete auch spontan und fand einige Worte, die wie von selbst flossen: „Bitte komm in mein Herz. Erfülle mein Herz vollständig. Führe mich zu Dir.” Nach dem Gebet erlebte Mooji eine große Leichtigkeit und einen großen Frieden in seinem Wesen. Er hatte das Gefühl, dass er nicht schlafen wollte, weil dieser aufkommende Friede und die Freude vielleicht nachlassen könnten, aber als er am nächsten Morgen erwachte, war zu seiner Freude alles noch sehr präsent - und bis heute ist der tiefe innere Frieden ungestört geblieben.
Es war während dieses verheißungsvollen Treffens im Jahr 1987, als er zusammen mit Michael zum ersten Mal die Realität Gottes als die lebendige Gegenwart, Freude und Kraft, die alles Leben durchdringt, wahrnahm. Mooji sagt: „Ich wusste, dass das Christuslicht und die Liebe Gottes in mein Herz eingedrungen waren und es erfüllten, und ich ging einfach aus dem Leben, das ich als das meine empfand. Ein tiefes Gefühl glückseligen Losgelöstseins entstand in meinem Wesen. Es war, als ob ich das Leben nun auf dem Schoß Gottes sitzend wahrnehmen würde.”
Irgendwann begann Mooji nach jemandem zu suchen, der ihn schneller in höhere Bewusstseinszustände führen konnte, um die immer noch aufkommenden persönlichen Tendenzen zu überwinden. So gelangte er auch nach Indien und traf dort auf Sri Poonjaji - liebevoll Papaji genannt. Mooji erzählt: „Als ich Papaji traf, wusste ich in meinem Herzen, dass meine Schritte von der Gnade geleitet waren. Der Drang, nach Kalkutta zu gehen und Ramakrishnas Haus zu besuchen, begann zu schwinden. Ich befand mich in der Gegenwart eines lebenden Buddha. Es war meine Zeit mit Papaji in Lucknow, die mich wirklich in das erfahrungsmäßige Erkennen des Selbst als reines Gewahrsein brachte.”
Mooji verbrachte einige Monate in Lucknow in Papajis gnädiger Gegenwart. Während dieser Zeit reiste er mit Papajis Segen auch nach Tiruvannamalai, Südindien, um den Ashram von Sri Ramana Maharshi zu besuchen, der Papajis eigener Meister war.
Mooji führt seine Schüler mit folgender Einladung (→Audiodatei) in die Begegnung mit dem wahren SELBST und damit mit GOTT SELBST. Mooji verwendet den Begriff “mind” für den ego-getriebenen Verstand - also für unsere privaten Gedanken - und den Begriff “formless intelligence“ für den reinen Geist. Diese Anleitung ist universell und kann in der einen oder anderen Form bei vielen spirituellen Lehrern gefunden werden. Sie entspricht in ihrer Art der aus dem Kurs in Lektion 189.
„Tu einfach dies: Sei still, und lege alle Gedanken darüber, was du bist und was GOTT ist, weg, alle Konzepte über die Welt, die du gelernt hast, alle Bilder, die du von dir selber hast. Mach deinen Geist von allem leer, was er für wahr oder falsch, gut oder schlecht hält, von jedem Gedanken, den er als würdig beurteilt, und allen Vorstellungen, deren er sich schämt. Halte an nichts fest. Bringe nicht einen Gedanken mit, den die Vergangenheit gelehrt hat, noch eine Überzeugung, die du jemals gelernt hast von irgend etwas. Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem GOTT.“
(EKIW: Lektion 189, 7.)
(EKIW: Lektion 189, 7.)